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Central-Verein-Zeitung · 1938-03-10 · 10 (10.3.1938) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
10 (10.3.1938)
Date
1938-03-10
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seife 14 ' e.-V.-Zettuftg Nr. 10 »IQ. Mörz 1938 Konzerte und Vorträge Im Berliner K u.l't'u rbund sprach Otto Bernstein diesmal nur Prosa: aus der ».Legende des Baalschein" von Martin Buber „Das dreimalige Lachen", ferner .,Die grosse und die kleine Menschenliebe" von Emil Bernhard Cohn und aus Balzacs „Comedie humaine" ,,Die Messe des Gottesleugners". Erstaunlich wieder die Gedächtniskraft, mit der Bernstein den weitauseinanderliegenden Stoff ohne jede textliche Vorlage sammelte und geistig bezwang; ebenso bewundernswert die Einfühlung in die fromme Herzensheiterkeit der Buberschen, in die schlichte Lehrhaftigkeit der Cohnschen Legende; von stärkster Resonanz aber das Echo der vox humana, wie sie in Balzacs Erzählung aus dem Bekenntnis-des Ungläubigen, der durch werktätige Menschenliebe auf ^den Weg zum Gebet zurückgeführt wird, in leiser Inbrunst hervorgingt. H. L. Der Kompositionsabend der Künstlerhilfe brachte die Uraufführungzweier Streichquartette. In Max Wachsmanne Werk (f-moll) überwiegt die Freude am gefühlsmäßig Klanglichen, dem man gelegentlich eine knappere Fassung wünschen möchte, während James Rothstein in seinem Quartetto populäre ein rhythmisch scharf pointiertes Stück Hausmusik gibt. Gesänge von Rothstein zeigten ähnlichen Charakter wie ein ebenfalls aufgeführtes Melodram: eine rezitierende Stimme über einer melodischen Unfermalung. In schwungvoller Wiedergabe durch Alfred Wittenberg hörte man noch eine Fantasie über synagogale Themen von Wachsmann, die die vertrauten Weisen mit kunstvollen Arabesken umrankt. Für die biblischen Gesänge war Kantor S i 11 i g der berufene Vertreter, die Rezitation vertrat Leo M e r t e n. Die Herren Wittenberg, Wachsmann, Burchard und Blumenthal repräsentierten in ihrem Zusammenspiel eine Klasse für sich. Die Begleitung lag in den bewährten Händen von Dr. Willi A'ron und. J. Rothstein. A. L.-L. „Neue Musik" stand auf dem Programm eines Sonaten-Abends. Eine kleine, erlesene Hörerschar dankte Wilhelm Graff (Violine) und Kurt Bieber (Klavier) sehr herzlich für den dankenswerten Einsatz. Einleitung bildete eins der kostbaren Stücke von Heinrich Johann Biber aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, dem der Geiger mit seinem etwas spröden Ton, aber bei guter Technik und vorzüglicherintellektueller Durchbildung, nicht ganz so ■ gerecht werden konnte wie den drei anderen Darbietungen, dem formschönen Spätwerk Debussys, dem blendenden Duo concertant von Strawinsky von 1932 und der'an die Partner hohe Anforderungen stellenden Sonate von Wolfgang Fraenkel. Der Komponist konnte sich hier selbst für die treffliche Wiedergabe und den Beifall bedanken, der ebenso den ein wenig trockenen, lebhaften Eck-' Sätzen mit gut gearbeiteten Steigerungen wie dem temperamentvollen, gut abgestimmten. Zujsammenwirken der beiden Künstler galt. .Kai. Im überfüllten Heim des Jüdischen K> C. zu Berlin fand ein künstlerisch sehr anregendes Konzert für die Angehörigen des Verbandes statt. Hertha Flügel verfügt über' schönes Material und besitzt eine umfangreiche Altstimme, die besonders in der Höhe voll und pastos klingt, Fritz Engel einen biegsamen, warm klingenden Tenor "von baritonafem Timbre. Ausgezeichnete Leistungen boten die beiden Pianisten: Rudi L ehrnann spielte Chopin in einer glücklichen Mischung von starker Musikalität und ursprünglichem "Musikant entum, Gustav Säbel eine Literatur über Musik Hugo. v. Hofmaiiiisthai, Beethoven. Rede, gehalten an der Beethoven-Feier des Lesezirkels Hottingen in Zürich am 10. Dezember 1920. Herbert Reichner Verlag. Wien 1938. Man muss diese Rede im Wortlaut auf sich wirken lassen, um der Kraft des Sagens_, des Kündens willen, deren nur der Dichter mächtig ist. Ein Dichter, der Musik insonderheit nahe, unternimmt es. den Genius der Musik zu deuten, in einer Konzeption, die aus den mannigfaltigen Linien der Erscheinung, mitunter vereinfachend, das Letzte und Einmalige herauslöst und erstrahlen lässt. Dieses: dass da einer-war „zu reden für den tiefsten Drang einer im Tiefsten transzendenten, also religiösen Nation", „hinaufzugehen vor Gott, und sei es auch beschwerten, behinderten Wortes wie Moses, der erste der Propheten*': Beethoven. Dass er ..von der ungeheuren europäischen Situation dieser Jahrzehnte 1770 bis 1800 herausgeschleudert'-' wurde — es ist oft gespürt worden, selten so klar und konsequent gesehen wie hier, die prophetische Kraft seines Ethos selten so gekündet. Dabei vernehmen wir manches wesentliche Wort auch über diese Situation selbst und ihre Grossen. Wesentliches auch im vergleichend in unsere Zeit hin gespannten Bogen, wenn im Ueberreichtum ihrer Sprache die Krise des Wortes erkannt und als Symptom des Relativismus umschrieben wird. Aber man muss diese Formulierungen im Wortlaut lesen! Die Rede weicht von der aus den Gesammelten Werken Hofmannsthals bekannten „Rede auf Beethoven" in vielem ab und liegt, von einer damaligen Zeitungsveröffentlichung abgesehen, erstmalig gedruckt vor: der Verlag bringt sie in bibliophiler Ausstattung. H. Freyhan. Theater* Musik* Film Im Theater in der Josefstadt in Wie n veranstaltete die Oesterreichischc Volksbühne die Uraufführung von Hugo v. Hofmannsthals „Das gerettete Venedig". Carl Zuckmayers 'neues Schauspiel „B e 11 - man1' gelangt Anfang April am Theater in der Josefstadt in "Wien unter der Regie von Dr. Ernst Lothar zur Uraufführung. Rhapsodie von Mario Castelnuovo-Tedesco, . ein modernes Werk, dessen Interpretation die Anwesenden zu stürmischem Beifall hinriss. Mit dem Terzett aus den „Lustigen Weibern" (Susanne L a n d s b e r g - H o 11 a e n d e r, Ilse Marcuse, Hertha Flügel) klang das Konzert aus. Als Begleiter w-altete Dr, Erich Marcuse mit Geschmack seines Amtes. Dr. St. Im Rahmen des Münchener Kulturbundes gab das Orchester der Jüdischen Kulturbünde unter der Leitung von Professor Julius P r ü w e r ein Sinfoniekonzert. Es wurde das Oktett für Streichorchester Es-dur op. 20 von Mendelssohn, die sinfonischen Variationen für Klavier und Orchester von Cesar Franck und ..Ländliche Hochzeit" von Goldmark zur Aufführung gebracht. Die unauffällige und feinsinnige Stabführung Prüwers überwand die Schwierigkeiten, die der Wiedergabe des eigentlich kammermusikalischen Werkes von Mendelssohn entgegenstehen, in -glücklicher Weise. In dem Stück von Franck spielte , die Münchener Pianistin Alma Weiss mit sehr viel Einfühlungsvermögen und angenehmer Technik den Klavierpart. Ca. Das 6. Abonnementskonzert des Jüdischen M u s i k v e r e i n s Breslau wurde durch die Mitwirkung von Rita Storch (Romani), die Chopins e-moll-Konzert spielte, zu einem besonderen künstlerischen Ereignis. Die junge Pianistin meisterte das prachtvoll inspirierte Werk mit unerhörter technischer Bravour und einer so idealen Einfühlung in die Tonsprache des Polen, dass man ebenso beglückt wie fasziniert war. Der Beifall übertraf das gewohnte Mass. Er galt zugleich auch Dr. Kurt Singer, der als Gast das Musikvereinsorchester dirigierte. Wir verdanken ihm, der in kurzer, aufreibender Probenarbeit sehr rasch den'Konnex mit unseren Musikern gewann, eine trotz kleiner Schlacken höchst eindrucksvolle Aufführung von Mozarts g-moll-Sinfonie und Händeis Concerto grosso Nr. 17. Von den hier vorkommenden Solopartien ist am bedeutsamsten die der 1. Violine, die Dr. Kurt Tintner mit Klarheit und rhythmischer Energie zum Vortrag brachte. " Hff. Die Jüdische Instrumental-Visreinigung Dresden brachte in ihrem letzten Konzert Mendelssohns Klavierkonzert g-moll, dessen Solopart Siegfried Sonnenschein anerkennenswert meisterte, wie er auch zu einem Händeischen Concerto grosso und beider Erstaufführung des modernistischen Concertino von Walter Leigh (aus der Schönberg-Schule) den Cembalopart stilvoll spielte. Unter Walter Goldmanns Leitung wurde die Instrumentalvereinigung klanglich- und rhythmisch den oft eigenwilligen Aufgaben hingebungsvoll gerecht, so auch den Charakterstücken des jüdischen Komponisten Leone Sinigaglia und der berühmten Serenade von Tschaikowsky. — Ein Theaterabend wurde von dem Hamburger Kulturbund-Ensemble bestritten, das Molnars Komödie ... Dali-la" brachte. Zum erstenmal wurde, damit die von dem Dresdner Architekten Fritz B r a u e r in den Schie-Saal neu eingebaute Theaterbühne erprobt, die sich in ihren Dimensionen, in Beleuchtung und Akustik vortrefflich bewährte. — „Heitere Kleinkunst", die in ihrer bunten Folge einen Nachmittag und Abend viele erfreute, wurde von dem vielseitigen Conferencier" Herbert Zernik, der unerschöpfliche Scherze und Anekdoten, Parodien, Tänze und Jongleurkuhststücke bot, von der Operettensängerin Irma Inf e 1 d und von Siegfried Sonnenschein am. Josef Glücksmann, der Sohn "des langjährigen Dramaturgen am Deutsehen Volkstheater in Wien, Professor Heinrich Glücksmann,' übernimm! ab 1. August die Nachfolge seines Vaters an dieser Bühne. In der Novität des Deutschen Volkstheaters in Wien. „Haus Romanow" von Harold Bratt, spielte Maria Fein die Rolle der Zarin Alexandra. Die Regie führte Wilhelm Chmelnitzky. * Henri Bernsteins früher oft gespieltes Bühnenwerk „Israel" ''deutsch von Rudolf L o t h a r) gelangt unter dem Titel ,.D e r J u <1 e J n s t i n G o 111 i e-b" am Jüdischen Kulturtheater in Wien zur Aufführung. Im März gastieren Siegfried Arno; Willy Rosen und Otto W a 11 b u r g in Zürich mit einer eigenen Revue. ... Im Rahmen der Maifestspi*le in Prag wird Ernst Deutsch den Don Carlos spielen. * Max Hansen wurde mit dem Ritterkreuz I. Klasse des österreichischen Verdienstordens ausgezeichnet. # Der Veitrag mit Bruno W alte r in seiner Eigenschaft als künstlerischer Berater der Wiener Staatsoper wie auch als Dirigent ist auf die Dauer von drei Jahren verlängert worden. u. Jascha Hei fetz gibt am 16. März ein Violinkonzert in der Pariser Grossen Oper: ein seltener Fall, dass die Oper für ein Solistenkonzert zur Verfügung gestellt wird. * Der schweizerische Sender Beromünstcr bringt am 11. März. 21.35 Uhr, „Der Tor und der Tod" von Hugo von Hofmannsthal. * Bruno Walter dirigiert im Amsterdamer Concertgebouw drei Konzerte, in denen u. a. die Neunte Sinfonie von M a h 1 e r aufgeführt wurde. Am 27. März wird er u. a. Kreneks neues;Klavierkonzert — unter Mitwirkung des Komponisten — zur Uraufführung bringen. * Fritz Zweig, der Kapellmeister der Prag er Oper, dirigiert zur Zeit die Aufführungen von Mozarts „Don Juan" in der Pariser Oper. Diese Aufführungen sind ein künstlerisches und gesellschaftliches Ereignis der Pariser Oper. , Das Palästina-Sinfonie-Orchester ist zum zweitenmal, diesmal unter der Leitung von Szenkar und D o b r o w e n, nach Aegypten gekommen. Der Klavier u. a. mit eigenen modernen Tanzkompositionen ausgeführt. — Arien und Ensembles aus beliebten Opern von Verdi, Puccini, Smetana, Bizet, Nicolai, Meyerbeer u. a. . liess Dr. Willy Aron als pädagogischer Leiter vom Klavier aus, von vier guten Gesangskräften: Werner Simon (Bass). 'Heinz -K r o t o s c h i n s k i (Tenor), Elisabeth Ö eile vi e (Sopran) und Hertha Flügel (Alt) in lebhafter Abwechslung vortragen, mit sehr freundlichem Beifall aufgenommen. E. B. Im Kulturbund Düsseldorf gelangte Franz Werfel Schauspiel „In einer Nacht" zur Aufführung; Das interessante Stück, dessen dramatische Spannung die Schauspielertruppe des Jüdischen Kulturbundes Rhein — Ruhr ausgezeichnet auszuwerten verstand (Regie: Ben Spanier), fand äusserst beifällige Aufnahme. J. C. Im Jüdischen Kulturbund Freiburg i. B. sang erstmalig Paula Salomon (-Lindberg), die von Erna Klein am Flügel sicher und schön begleitet wurde. Die Hörer, die diesmal erfreulicherweise zahlreicher als sonst dem Rufe des Kulturbundes gefolgt; waren, waren aufs tiefste beeindruckt von dem künstlerischen Erlebnis dieses Abends. ..Vier Jahre Beuthener Kleinkunstbühne" war das Motto, das der rührige Gründer und Leiter dieses Unternehmens, Willy Feuereisen, dem ausverkauften Jubiläumsabend zugrunde legte. In humorvoller Art dankte er den anhänglichen Zuschauern für die Unterstützung, die sie ihm und.seiner kleinen Künstlerschaf stets hätten zuteil werden lassen. Dass der Abend zu einem vollen Erfolg wurde, dafür sorgten mit Willy Feuereisen Zita N e u m a n n (Chansons), Edgar Kuttner (Akkordeon), der Stepkünstler'Heinz Stern, Heinz Fröhlich, FrauEis enhardt (Gesang) sowie E.Kuttn e r und Lutz Imbach (Begleitung). In einem Sketsch „Sehluss nicht zu erwarten" (aus der Feder von Poldy Jottkowitz und W. Feuereisen) trat das gesamte Ensemble in Tätigkeit. W. F. Der Ausschuss iür Kunstpflege Plauen i. V. hatte zu einem Liederabend eingeladen. Marie Goldb er g . Plauen, gab in Liedern und Arien von Mendelssohn, Goldmark, Rubinstein, Chopin und Bizet. S. Sonnabend (Sonini), der geeignete Interpret jiddischer Lieder, fand durch seine gute Wiedergabe von Liedern von Roskin, Schallt u. a. reichen Beifall. Beide wurden am Flügel von Edith R u s s a k, Plauen, begleitet. Das zahlreiche Publikum . dankte durch starken Applaus.__ W. G. März-Ausstellung im Sekretariat für Bildende Kunst ,; Ein künstlerischer Bericht von der Palästinareise . sind die Aquarelle von Ludwig Schwerin im letzten Saal der neuen Ausstellung in der Marburger Strasse 5 in Berlin. Nicht nur der „Orangenzweig", der „Badeweg in TekAviv", Landschaften am Jordan, bei Jerusalem, aus Galiläa, dokumentieren wieder von neuem die stille und bewegte, die formal und inhaltlich ausgeglichene Kunst dieses Malers, dessen Bilder uns jenen -Frieden übermitteln, den ein Bild auslösen muss, wenn es in unseren vier Wänden beheimatet werden soll. — Neben den "Palästinabildern bringt die Ausstellung Stillleben, zum Teil in überaus interessanter" Sicht, greifbare Früchte in wirklichkeitsnahen Farben, und zwei Frauenbildnisse von Ludwig Schwerin mit dem sicheren Blick des Porträtisten für das Typische. Manfred Steinhardt hat :schon ver¬ Erfolg des Konzertes war sehr gross. — Hans Basserma n n, früher Frankfurt a. M., jetzt Konzertmeister .des Palästina-Orchesters, spielte in acht Orchesterkonzerten in Palästina, in Kairo und Alexandrien. Im Sommer begibt sich Bassermann auf eine Europatournee. — Bronislaw Huber man hatte in der Schweiz eine Zusammenkunft mit Generalmusikdirektor H. W. Steinberg, mit dem er das Programm der nächsten Konzerte des Palästina-Orchesters festsetzte. * Die Amerikanisch-Palästinensische Musikvereinigung veranstaltet iu New-York zwei Konzerte mit "W erken neuer jüdischer Musik. Am ersten Abend wirkten u. a. Emanuel List, Isidor A c h r:6 n , Grete S t ü c k g o l d mit.' * In N e w - Y o r k gaben der Geiger Simon Goldb e r g und der Pianist Victor Ernst W o 1 f f einen Abendin der Carnegie Hall. * Der Pianist Bruno E i s n e r gab in der Young Mcn?s Hebrew Association in New-Yoi'k einen Klavierabend mit Werken von Couperin, Rameau, Scarlatti, Schubert, Chopin und A. W. Binder. x. Je hu dl Menuhim wird in der kommenden Saison in London ein Konzert geben, das erste seit zwei Jahren. Stefan Antal; der aus den Berliner jüdischen Konzerten bekannte Pianist, brachte an einem Abend in Budapest u. a. M i 1 h a u d zur Aufführung. * Irene E i 's'i n g e r von der Glyndbourne Opera wird im 'März am Staatstheater in Bordeaux in Mozarts „Entführung" und „Figaros Hochzeit'' gastieren. # Der Pianist und Komponist Josef Wagner hat sich -nunmehr in New-York niedergelassen. Der Künstler wurde zu einem Klavierabend nach Miami (Florida) verpflichtet. * Für den „Maggio Musicale Florentino 193811 (Florentiner musikalische Maifestspiele 1938) ist u. a. die Beteiligung von Bruno Walter und von Otto K.lemperer angekündigt. Im Rahmen dieser Festspiele, findet auch eine Aufführung von „Hoffmanns Erzählungen" von O f f e n b a c h statt. * Der Pianist Bernhard A b r a m o w i t s c h, früher Hamburg, spielte in Porti and (Oregon, USA) Tschaiköwskys Klavierkonzert und gab in S p o k a n e (Washington, USA) einen Klavierabend. In beiden Fällen hatte er ausserordentlichen Erfolg. % Neue Lieder von Jakob (James) Rothstein brachte der J e r u s-a 1 e m e r Sender. schiedentlich im Berliner Jüdischen Museum ausgestellt und ist auch durch tüchtige werbegraphische Arbeiten bekannt. Hier nun kommt sein Malwerk zu Worte: zwei Landschaften sprechen an durch ruhigen und klaren Linienfluss; ruhiger Farbauftrag ist immerhin ein sympathisches Kennzeichen dieser Bilder. Das Porträt der Gattin und ein Selbstbildnis aber vervollständigen den Eindruck, der sich bei Betrachtung aller Arbeiten von Manfred Steinhardt einstellt: ein gewisser Mangel nämlich an künstlerischem Temperament. Die Aquarelle „Ueber den Dächern". „Der Stuhl" und „Herbststrauss" sind tüchtige Arbeiten,' besonders, was die Licht- und Schattenführuug betrifft, Rötel- und Kohleblätter sowie ein Dutzend Bleistiftzeichnungen, Köpfe, wohl Gelegenheitsskizzen, ergänzen den Eindruck, den das^Schaffen dieses fleissigen und sich seiner Grenzen bewusst bleibenden Malers übermittelt. Zwei Frauen belieferten mit Proben ihrer Kunst dann weiter die Ausstellung. Margarete N e h e m i a s hat öfters ausgestellt und ist auch durch ihre Mitarbeit in der Presse heute und früher keine Fremde mehr. Man wundert sich, was alles in den Mappen dieser zurückhaltenden Künstlerin ruht, man ist erstaunt über die vielen Einfälle, die sie hat und zu Papier bringt.. Bleistift und Kohle dienen dazu, Schauspieler des' Kulturbundes (Alfred Berliner) wirkungsvoll festzuhalten, ein Bildnis von Professor Silbermann erfreut durch grossen Realismus, mit dem Buntstift ist eine „Liegende Frau" gezeichnet, mit wenig Strichen etwas gesagt. Aus der ansehnlichen Zahl der Aquarelle muss der „Park" und ein Wiesenbild hervorgehoben werden. Dorothea H o r w i t z ist eine eigenwillige und eigenartige Begabung. Ihre Porträtköpfe, die sie mit Vorliebe zeichnet, sind hauchzart und kraftvoll. Zwischen diesen beiden Polen der Ausdruckskunst spielt sich alles ab. Gelehrt aussehende Männer und Frauen, die allen Berufen anzugehören scheinen, allen Kreisen der menschlichen Gesellschaft entstammen. Auch Pastelle gefallen mir sehr gut. Es sind zum Teil herbe Gestalten, die die Künstlerin oft Silhouettenhaft vor fast marmoriert gehaltenem und gestaltetem Hintergrund zu Papier bringt. Das „Sitzende Kind", vor allem aber ein Knabenkopf, verdeutlichen die eigenartige Kunst von Dorothea Horwitz auch im Technischen. Dr. O. B. Arno Nadel Arno Nadel stellt im Hause Weil, Berlin-Char- Iottenburg, Fasanenstrasse 5, Bilder aus seinem 1 gross angelegten Zyklus „Männer und Frauen des Alten Testaments" aus, ausserdem eine Anzahl von Porträts und Landschaften. Unter den vierzig biblischen Gestalten, die der Maler auf der Leinwand festgehalten, bald in grösserem, bald in weniger grossem Format, sucht Arno Nadel die Modelle selbst und glaubt sie jeweils gefunden zu haben. Er malt Judit in dem Augenblick, in dem sie Holofernes erblickt-und durch ihr Opfer ihr Volk erlöst, er malt Moses als jungen, bartlosen Menschen ohne - die Gesetzestafeln, er porträtiert ihn in dem Augenblick, da er das gelobte Land erblickt. Alles'ist auf das Seelische abgestimmt, daher fehlt jedes Requisit in diesen Bildern. Das Kolorit wechselt vom lebhaften, rauschenden Farberlebnis hin zum stumpferen, lautlosen Beieinander der Farben. Besonders schön das Gemälde der Tamar, der Davidstochter, umrahmt von hebräischer Schrift, die einen Vers aus Samuel I wiedergibt. Unvergesslicher Eindruck auch das Bild "der Sulamit, in dem Kraft und Glaube inhaltlich und formal zu einer künstlerischen Einheit gelangen. O. B. Erich W. Kornjohl ist von W ar.ner Brot h e r s beauftragt worden, die Musik zu dem grössten diesjährigen Film „Robin Hood" zu komponieren. * Im Rahmen einer, österreichisch-belgischen Filmproduktion spielt Ernst Deutsch unter der Regie von Hans Behrendt die Hauptrolle in dem Film ..Revolution der Jugend1'. Eine andere tragende Rolle ist mit Erich von Strohheim besetzt. * „Jean" von Ladislaus Bus-Fekete, das im Berliner Kulturbund mit grossem Erfolg aufgeführt wurde, ist in Hollywood mit Annabeüa und William Powell' in den Hauptrollen verfilmt worden. Sein nächstes Bühnenwerk, das Schauspiel „Die Stadt spricht davon", wird am Deutschen Volkstheater in Wien zur Uraufführung kommen. # Jascha Hei fetz, der bekannte Violinkünstler, wird demnächst in dem von Samuel Goldwyn vorbereiteten Tonfilm „The Great Music Festival" zu hören sein. * In Wien gelangte „Der Dyhuk" als Film in seiner jiddischen Originalfassung zur Aufführung. Am S. März beging Hermann Koch, Frankfurt a. M., seinen 60jährigen Geburtstag und gleichzeitig sein 25jähriges Jubiläum als Inhaber der gleichnamigen Konzertdirektion in Frankfurt a. M. Zahlreichen Künstlern, die heute zu den prominentesten im In- und Ausland gelten, hat er die Wege gebahnt und teilweise unter pekuniären Opfern ihr erstes Auftreten im Konzertsaal ermöglicht. Jüdischer Kulturbund Berlin Wocheiiplan Theater in der Kommandantenstrasse 57, 20 Uhr: „Wenn ich König war'": 12. März (Abt. 1,11). 14. März (Abt. 28, 33), 15. März (Abt. 29, 39), 16. März (Abt. 41, 51) „Kap der guten Hoffnung": 17. März (Abt. 4, 14). Kulturbundsaal, Kommandantenstrasse 58/59, 12 März, 20 Uhr 15 Min.: Kleinkunstbühne; 14. März, 20 Uhr: Sonderveranstaltung: Liederabend Paula Salomon — Wilhelm Guttmann; 17. März, 20 Uhr: Vortrag Dr. Max Nussbaum. — Der Vortrag von Georg Goetz fällt aus. An diesem Abend (10. März) wiederholt Julius Bab seinen Vortrag über „Herodes in der Geschichte und Dichtung".

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