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Central-Verein-Zeitung · 1938-03-10 · 10 (10.3.1938) · page 15

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
10 (10.3.1938)
Date
1938-03-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Kr. 10 4. Beiblatt -Umschau der C.-V.- Seite T3 10. Marz 1938 Der Wechsel im Oberkommisiisariat Abschied von Sir Arthur Wauchope In einer Rundfunkrede, die den Höhepunkt der Feierlichkeiten "bei dem Abschied für den scheidenden High Commissioner bildete, führte Sir Arthur aus: Die eigentliche Ursache für die Schärfe der politischen Gegensätze in Palästina läge darin, dass dieses Land von Mohammedanern, Juden und Christen mit gleicher Stärke geliebt werde. Während jedoch mancheseiner Freunde der Zukunft mit trüben Ahnungen entgegensähen, sei er voller Zuversicht, dass der gute Wille schliesslich den Sieg davontragen würde. In koriimenden Jahren würde man zweifellos auf manche Ereignisse der letzten Jahre mit dem gleichen Abscheu zurückblicken wie heute; für andere Geschehnisse hingegen würde man wohl dann ein klareres Verständnis zeigen als heute. Seine Abschiedsbotschaft an alle sei, nicht zurückzuschauen, sondern zu bedenken, dass Hass und Groll aus Vorurteil und Unwissenheit geboren würden. Sir Arthur schloss mit den Worten, die grösste Hoffnung für das palästinensische Volk läge in seinem Vertrauen auf Grossbritannien. Beidermilitärischen Abschiedszeremonie in Jerusalem wurde Sir Arthur von tiefer Rührung übermannt und hatte offensichtlich Schwierigkeiten, seiner Gefühle Herr zu werden. Die jüdischen Zeitungen weisen darauf hin, dass, obwohl die Errungenschaften während der Amtsperiode des scheidenden Oberkommissars enttäuschend seien, der Jischuw nie Sir Arthurs tiefes Verständnis für die Bewegung der jüdischen Wiedergeburt vergessen werde. Die arabischen Zeitungen preisen besonders Sir Arthur Wauchopes vornehme und edle Gesinnung. „I s 1 a m i a" erklärt, obwohl Sir Arthur kein Helfer der Araber sei, habe er es doch abgelehnt, gegen diese mit Gewalt vorzugehen. Vor seiner Abreise hatte Sir Arthur Wauchope auch eine längere Unterredung mit Mosche Schertok. Ankunft von Sir Harold MacMichael Am Morgen des 3. März traf der neue High Commissioner, Sir Harold MacMichael, in Haifa ein. Unter den Persönlichkeiten, die sich zu seiner Begrüssung eingefunden hatten, war der Bürgermeister von Haifa der einzige Araber. Um 2 Uhr nachmittags gelangte Sir Harold nach Jerusalem. Infolge des Regens'und der Kälte hatten sich nur wenige Menschen eingefunden. Auf dem Bahnhofsplatz wurde der königliche Salut abgegeben. Der neue, High Commissioner wurde daraufhin den obersten Beamten der Palästina-Regierung vorgestellt, sowie dem Gesandten von Emir Äbdulla, mit dem er sich in Arabisch unterhielt Dann begab sich Sir Harold zum Government House, wo im grossen Ballsaal die Vereidigung des neuen High Commissioner unter der Leitung von Oberrichter Trusted in Gegenwart zahlreicher Persönlichkeiten von"Rang und Namen stattfand. Unter den Anwesenden befanden sich unter anderen Oberrabbiner Dr. Herzog, M. Schertok von der Jewish Agency, Ben Zvi als Vertreter des Waad Leumi, und Daniel Auster, der fungierende Bürgermeister von Jerusalem. Ragheb Naschaschibi war der einzige arabische Zivilist unter den Anwesenden. Nachdem der Oberrichter den Eid abgenommen hatte, antwortete Sir Harold MacMichael mit einer kurzen Ansprache, in der er seinen Dank für den herzlichen Empfang aussprach. Es sei sein Vorsatz, alle seine Pflichten in ehrlicher Weise zu erfüllen und er hoffe, dass jeder einzelne in Palästina ihm helfen würde, dem Lande wieder Frieden zu bringen. In seiner Begrüssungsansprache im Rundfunk forderte der neue High Commissioner Juden und Araber auf, sich daran zu erinnern, dass beide Bevölkerungsgruppen gleichermassen Anlass hätten, "Grossbritannien dankbar zu sein. Es sei, so führte der High Commissioner aus, noch nicht zu spät, die Schwerter in Pflugschare umzuschmieden. Er wies ferner darauf hin, dass die Interessen Englands mit denen der palästinensischen Einwohner zusammenfielen. * Sir Arthur Wauchope legte in Gegenwart einer grossen Ansammlung von Menschen aus allen Teilen des Landes den Grundstein zu dem Andrews - Gedächtnis - Krankenhaus in Natania. Die Herren Schertok, Hankin und Rokach, Frau Rose Jacobs, arabische Scheichs und eine Anzahl jüdischer und arabischer Reiter gingen dem Auto des High Commissioner entgegen. In seiner Ansprache sagte Sir Arthur, der verstorbene Lewis Andrews,"in dessen Gedächtnis das Krankenhaus errichtet würde, habe sein Leben für. Palästina gegeben. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass die' Unruhen, im Lande, die seine Entwicklung behinderten, zu einem raschen Ende gebracht würden. schwer, verwundet. Zwei arabische Strassenpassanten wurden ebenfalls verletzt. Die Angreifer entkamen. * Ein Araber, der gerade im Begriff war, eine Bombe auf einen Soldaten in der Nähe von Akko zu werfen, wurde durch die frühzeitige Explosion der Bombe selbst getötet, während der Soldat keinen Schaden nahm. * Sir Arthur Wauchope ermässigte die über Pinchas Segal. einem Wächter der Egged Company in Haifa vom Bezirksgericht verhängte Strafe von fünf Jahren Gefängnis wegen Besitzes eines Revolvers auf ein Jabr"~Gefängnis. ¥ Der High Commissionar hat Vollmacht erhalten, Personen des öffentlichen Lebens, die sich in einem Konzentrationslager befinden oder deportiert sind, von ihren Aemtern zu entbinden. Er kann auch während der Zeit ihrer Haft oder ihrer Deportierung ihr Gehalt ganz oder teilweise einbehalten. ' Diese Vollmacht erstreckt sich auf Staats- und Gemeindebeamte. * Subhi el Khadra aus Safed. Direktor der Wakf im nördlichen Bezirk des Landes und Anwalt des Obersten Mohammedanischen Rates, der bei Aussagen vor der Shaw-Kommission (Konigl. Kommission) als eine „finstere Gestalt" bezeichnet wurde, ist kraft des neuen Erlasses, demzufolge die Regierung alle Beamten, die sich aufrührerisch betätigen, entlassen kann, seiner Aemter entsetzt und in Akko interniert worden. # Sa ad al Husseini, Schatzmeister des Obersten Mohammedanischen Rates und Direktor der Arabischen Bank, wurde heute verhaltet. zur Beendigung der Gewalttätigkeiten zu veröffentlichen. Falls sich die gegenwärtigen Umstände nicht ändern würden, sei es prominenten Mohammedanern unmöglich, sich für die palästinensischen Araber einzusetzen. (Palcor.) Vermehrte Unruhe Ueberfall auf jüdische Siedlung Eine ungefähr 30 Mann starke Bande bewaffneter Araber griff die jüdische Siedlung Tirat Zvi mit Schüssen und Bombenwürfen an. Den Siedlern gelang es, die Angreifer in Schach zu halten. Sie schössen Raketen ab, um die Bewohner der in der Nähe gelegenen Siedlung Ain Harod zu Hilfe zu rufen. Nach einem dreieinhalbstündigen Gefecht ergriffen die Araber endlich die Flucht. Im Hof der Siedlung wurde ein toter Araber gefunden mit einem Gewehr, das am 2t. Februar aus der arabischen Polizeistation in Khunesir gestohlen wurde. Man glaubt, dass den Arabern bei dem Gefecht noch mehr Verluste zugefügt wurden. Der jüdische Hilfspol i z fs t Jecheskiel Weinmann ist bei dem Kampf am Bein verletzt worden. Der Oberkommandant der palästinensischen Polizei. Saunders, sandte ein Telegramm an die Siedler, in dem er ihnen seine Gratulation und Anerkennung für ihre mutige Verteidigung aussprach. Kämpfe zwischen englischen Truppen und arabischenTerroristen In der Nähe des Araberdorfes D e i r Scharrat stiessen britische Truppen auf eine grosse Bande bewaffneter Araber. Es kam zu einem Gefecht, bei dem die Araber schwere Verluste erlitten haben sollen. Einer unbestätig- Gebrauchte Koffer DIETZE Berlin C2, Höhet Steinweg15 51178P tcn Meldung zufolge wurden mehrere britische Soldaten verwundet. In T a f f u n a bei Hebron fand ein Kampf zwischen einer Abteilung berittener arabischer Polizisten und dreissig bewaffneten Banditen statt. Ein arabischer Hilfspolizist wurde bei dem Gefecht verwundet, und vier Polizeipferde wurden getötet, sowie drei Pferde verwundet. Zwei Flugzeuge erschienen auf dem Schauplatz des Gefechtes zur Verstärkung der Polizisten, jedoch Gefechtes zur Verstärkung der Polizei, jedoch gelang es der Bande, zu entkommen. Einer unbestätigten Meldung aus J e n i n zufolge haben Militärtruppen im dortigen Bezirk fünfzig bewaffnete Araber umzingelt. Die Araber waren in Khaki-Uniform, und die Truppen und Polizisten legten weisse Armbinden an, um sich vom Feinde zu unterscheiden. Im Bezirk von Nablus und J e n i n werden umfangreiche militärische Operationen ausgeführt. Ein allgemeiner elfstündiger Ausnahmezustand, beginnend um sechs Uhr nachmittags, wurde vor einigen Tagen über die ganze Gegend verhängt. Gründer von Mischmar Haemek von Terroristen erschossen Am 28. Februar wurde Abraham Gold- Schlager, ein alter Zionist und Mitbegründer der jüdischen Siedlung Mischmar Haemek von Terroristen erschossen. Goldschlager befand sich in Begleitung eines Polizeikorporals auf dem Rückweg nach Mischmar Haemek von einem Empfang, der von den Siedlern des jüdischamerikanischen Kibbuz Juara zu Ehren von Arabern in der Nachbarschaft gegeben worden war. Er war 38 Jahre alt und hinterlässt eine Frau mit zwei Kindern sowie einen bejahrten Vater. Als Täter wurde mit Hilfe von Polizeihunden ein Araber namens Mustapha Alhindi verhaftet. Er gestand, ausser Goldschlager auch den englischen Schwadronführer R. E. A1 d e r - son am 18. Februar sowie am 8. September 1937 den jungen Juden Willy W e i s s getötet zu haben. Ausser ihm sind 18 Mittäter, die an dem Verbrechen beteiligt waren, verhaftet worden. Alhindi ist ein entsprungener Sträfling, für dessen Festnahme von der Polizei eine Belohnung von 200 Pfund ausgesetzt worden war Der jüdische Polizist Alfred Koblentz und ein arabischer Korporal namens Jacoub Marata, die sich auf einem Patrouillengang befanden, wurden, auf dem. arabischen Marktplatz in Haifa durch Schüsse aus dem Hinterhalt König Ihn Saud über die Lage in Palästina Mohammedanische Pilger, die von Mekka zurückkehrten, berichteten, dass König Ibn Saud bei einem zu Ehren der palästinensischen Araber gegebenen Empfang erklärte, er täte sein Bestes, um den Arabern in Palästina zu helfen. Der fortgesetzte Terror dort mache es ihm jedoch unmöglich, mit Grossbritannien zu verhandeln. König Ibn Saud sagte weiter, der ehemalige Mufti von Jerusalem weigere sich, einen Aufruf Nachrichtender Woche Die Landung von Passagieren im Hafen von Tel-Aviv, die infolge des anhaltenden stürmischen Wetters verschoben werden musste, wird ungefähr am 12. März beginnen. .In der Zwischenzeit werden von den Behörden die Einrichtungen zur Gesundheitsuntersuchung der Einwanderer vorbereitet. Mr. van Vriesland von der Palestine Potash Company wnrrde zum Generaldirektor des Tel-Aviver Hafens ernannt * In den Siedlungen ist jetzt das Orangeup Mücken in vollem Gange. Hunderte von Arbeitern aus den Städten wurden in die Siedelungen gebracht, um beim Pflücken zu helfen. * In Amman in Trans Jordanien richteten U e b e r s c h w e m m u n g e n am Wochenende grosse Schäden an. Zahlreiche Telephon- und Telegraphendrähte sowie Eisenbahngleise und Häuser wurden beschädigt und teilweise zerstört. * Das Erziehungsdepartment der Palästina-Regierung ernannte Dr. S. D. Goitein von der Schule"für orientalische Studien an der Hebräischen Universität in Jerusalem zum Inspektor derjüdisc hon Schulen. Goitein ist der Nachfolger von Mr. Joseph Bentwich, der zum Oberinspektor der jüdischen Schulen an Stelle des ermordeten Avinoam Jellin befördert wurde. * In Anbetracht der starken Steigerung des Handelsverkehrs zwischen der Schweiz und Palästina, die sich auch in den letzten Krisenjahren fortsetzte, hat die „Schweizerische Zentrale für Handelsförderung" beschlossen, in Tel-Aviv eine schweizerische Handels-Agentur zu errichten. * Der berühmte Schauspieler Paul Muni, der vorige Woche in Palästina eintraf, gab eine Vorstellung der Gerichtsszene aus dem Film ..Emile Zola", in der er die Titelrolle spielt. Die Einnahmen der Vorstellung, der 3000 Menschen beiwohnten, sollen armen unterernährten Kindern in Tel-Aviv zugute kommen. Das Export-Ventil Von unserem *-P a 1 ä s t in a - B e r i c h t e r s t a 11 e r Tel-Aviv, 2. März. Der bisherige High Commissioner, General Sir Arthur Wauchope, hat, unter starker und aufrichtiger Anteilnahme der Bevölkerung, bewegten Abschied von Palästina genommen, wo er länger amtiert hat und — trotz aller politischen Meinungsverschiedenheiten — mehr Freunde zurückgelassen hat, als mancher seiner Vorgänger. Am 3. März wird der neue Mann. Sir Harold MacMichael, eintreffen und bald nach ihm die „Technische Kommission", welche die Grundlagen für die Durchführung des Teilungsplanes festlegen soll. Es ist begreiflich, dass in diesem Schwebezustand die politische Diskussion im Lande nicht allzu rege ist, zumal auch die massgebenden zionistischen Instanzen jetzt in London zu grundlegenden Beratungen zusammentreten, von deren Ergebnis die künftige Linie der jüdischen Politik abhängen wird. Um so lebhafter aber beschäftigt sich die Öffentlichkeit mit den verschiedenen Massnahmen zur Festigung der wirtschaftlichen und sozialen Situation. Einen wesentlichen Beitrag zur Krisenüberwindung bilden die öffentlichen Arbeiten, die sowohl von der Regierung als auch von den Stadtverwaltungen und den jüdischen ■ Instanzen, unter Mobilisierung der immer noch grossen finanziellen Reserven, in Angriff genommen worden sind. In der jüdischen öffentlichen Wirtschaft wurden diese Investitionen durch das günstige Ergebnis des zweiten „Pidjon Avoda'\ der von der Arbeiterschaft zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung und der Arbeitslosenhilfe durchgeführten Selbstbesteuerung, wesentlich erleichtert. Diesem Beispiel folgend haben nunmehr auch die Organisationen des Mittelstandes eine Aktion zur Aufbringung eines bürgerlichen Krisenfonds eingeleitet, um, in Ergänzung der von der Jewish Agency, dem Keren Hajessod und den Finanzinstituten schon getroffenen Massnahmen dem Handel und der Kleinindustrie eine produktive Kredithilfe angedeihen zu lassen. Die Bewegung zugunsten der Tozeret Haarez (Heiniische Produktion) tritt jetzt mit einem Programm an die Oeffentlichkeit, wonach durch eine Drosselung der entbehrlichen Einfuhr um zunächst nur 300 000 LP — das sind nur zwei Prozent der Gesamteinfuhr des letzten Jahres — rund 2000 jüdischen Arbeitern Beschäftigung gegeben werden soll. Neben all diesen und anderen Massnahmen aber hat die Wirtschart sich selber — zum Teil natürlich ebenfalls mit organisatorischer und finanzieller Hilfe von seiten der Zentralinstanzen — das Exportventil eröffnet und hier, wie die soeben veröffentlichte Aussenb.andelsstatis.tik für 1937 zeigt, beachtliche Erfolge erzielt. Die Zitrusausfuhr hat die Dezemberbaisse überwunden und seit Beginn des neuen Jahres werden auf den europäischen Märkten recht erfreuliche Preise erzielt. Daneben ist die Handelsstatistik des alten Jahres durch einige „Zufallsexporte" günstig beeinflusst worden. Die letzte Getreideernte war in Palästina besonders gut, im syrischen Nachbar-!ande besonders schlecht. Dadurch erklärt es sich, dass in Gerste. Ma?6 und Hartweizen allein eine Ausfuhrsteigerung um mehr als 100 000 LP zu verzeichnen ist. Neben diesen; von Erntezufällen abhängigen Agrarexporten spielt aber auch der Industrie-Export eine wachsende Rolle. Auch er ist, soweit es sich um die Verarbeitung von Agrarprodukten handelt, in gewissem Umfang durch die Ernteausfälle bestimmt, aber auch andere Industriezweige haben mit Erfolg die Bearbeitung der Auslandsmärkte verstärkt. Und eine Betrachtung der Handelsslatistik lehrt, dass Palästinas industrielles Exportprogramm gar nicht so eng und einseitig ist, wie es manchem aussenstehenden Beobachter erscheinen könrtte. Wenden wir uns zunächst der Industrie der Lebens- und Futtermittel zu. so finden wir an erster Stelle einen ganz jungen Produktionszweig: die Reisausfuhr, die in den vergangenen Jahren überhaupt keine Rolle gespielt hat; sie betrug im letzten Jahre 58 000 LP, offenbar eine Folge des Arbeitsbeginns der neuen Reismühle in Haifa, die rohen Reis importiert und veredelten exportiert und damit die Versorgung der Nachbarländer zu einem gewissen Teil über Palästina geleitet hat. Bemerkenswert ist auch die Zunahme des Futterkuchenexports von 2000 LP im vorigen Jahre auf 38 000 LP im Jahre 1937. Die Ausfuhr von Fruchtsäften hat sich von dem leichten Rückschlag des Vorjahres erholt und einen Umfang von 10 000 LP erreicht, gewiss noch nicht das Maximum dessen, was man von einer Industrie mit so günstigen Rohstoffverhältnissen erwarten darf. Der Weinexport ist gegenüber dem Stand der beiden Vorjahre um 1000 Pfund auf 19 000 LP zurückgegangen, ist aber immer noch beträchtlich. Eine starke und KU Ppjip Uhlandsfr. 43 92 30 77 ■ Und I UlLH Gr. Lager, günst. Angebote vorhanden. ständige Aufwärtsentwicklung zeigt dagegen die •Ausfuhr von Schokolade und Süssigkeiten, die sich von 8000 LP im Jahre 1935 auf 16 000 LP im Jahre 1936 verdoppelt hatte und im letzten Jahre weiter auf 26 000 LP gestiegen ist. Einen Rekordstand erreichte die Ausfuhr von Olivenöl und sonstigen Speiseölen mit 203 000 LP, das ist . mehr als das Doppelte der Vorjahrsausfuhr und rund das Vierfache des Exportergebnisses von 1935. Daneben wurden für mehrere 10 000 LP Oele und Essenzen zur Speisewürze sowie für industrielle Zwecke exportiert. Wie diese Beispiele zeigen, ist auch die Lebensmittelindustrie des Landes nur zum Teil auf der eigenen Agrarproduktion Palästinas aufgebaut, zum Teil aber konnte sie sich gerade in Palästina, auch auf Basis importierter Rohstoffe, entwickeln, weil dieses Land innerhalb des grossen mittelöstlichen Konsumgebietes besonders günstige Produktionsbedingungen auf dem Gebiete der Organisation und des "Kapitals, der intelligenten Arbeitskräfte und der unternehmerischen Initiative aufweist. - Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass gerade die Krise des Inlandsmarktes einen Anstoss zur besseren Ausnutzung dieser Exportmöglichkeiten gegeben hat, und die Jewish Agency hat durch Gründung eines Spezialinstitutes für Ausfuhrförderung das ihrige getan, um diese Entwicklung zu begünstigen.

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