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Central-Verein-Zeitung · 1938-03-10 · 10 (10.3.1938) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
10 (10.3.1938)
Date
1938-03-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seife 6 C.-V.-Zeitung Nr. 10 * 10. Marz 1938 von Ein- oder Ausreiseerlaubnissen prüften die Staaten die möglichen Wirkungen auf den Aufbau ihrer Bevölkerung, die Gewährleistung des erreichten Zivilisationsstandes, die Erfordernisse der Landesverteidigung usw. Immer allgemeiner gehe ausserdem die Wanderungspolitik von sozialpolitischen Erwägungen aus. Der Staat glaube vor Erteilung der Erlaubnis dafür sorgen zu müssen, dass gesunde Voraussetzungen für die Wanderer geschaffen würden, denn die möglichen Vorteile für das Einwanderungs- und das Auswanderungsland hingen in letzter Linie vom .Erfolge der Wanderer selbst ab. Zum Schluss der Denkschrift wird u. a. noch darauf hingewiesen, es habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass einseitige Massnahmen kaum oder nur beschränkt fördernd wirken könnten. Deshalb erscheine als natürlichstes Verfahren zur Erreichung des gewünschten Zieles ohne Lähmung der Wanderungen die gemeinsame Regelung durch Vereinbarungen zwischen den Auswanderungs- und Einwanderungsslaaten. wie sie bereits in einigen Fällen erfolgt seien. (Dieser Aufsalz findet durch unseren Bericht „Ein erster Schrill" im Hauptblalt dieser Ausgabe bemerkenswerte Beleuchtung.) Go—Wie. Mandschukuo Mandschukuo ist wohl der jüngste Staat der Erde, wenn man nach der Zeitdauer der Selbständigkeit rechnet. Am 18. Februar 1932 traten die Vertreter der mandschurischen Provinzen Chinas zusammen und erklärten sich für unabhängig. Die Konstituierung des neuen Staates erfolgte am 1. März des gleichen Jahres. Zum Sitz der Regierung wurde Hsinking bestimmt, das früher Changhum hiess. Zwei Jahre später, am 1. März 1934. wurde Mandschukuo eine Monarchie. Als erster Kaiser bestieg Fuji den Thron, der letzte Spross der Mandschu-Dynastie, die bis 1911 jahrhundertelang in China regiert hatte. Dem Kaiser untersteht ein Staatsrat, bei dem die ausführende Gewalt liegt. Als oberster Grundsatz des neuen Staates, der sich in 16 Provinzen gliedert, wurde die Harmonie der einzelnen Bevölkerungsschichten und die Wohlfahrt aller proklamiert. Der Staat Mandschukuo liegt im Nordosten des asiatischen Kontinents. Das Gebiet umfasst rund 1,3 Millionen Quadratkilometer, ist also so gross wie Deutschland. Frankreich, Belgien, Holland, Schweiz, Oesterreich und Ungarn zusammen. Im Südwesten wird er begrenzt von der „grossen chinesischen Mauer", die ihn damit vom eigentlichen China trennt. Im Westen ßtösst Mandschukuo an die Innere und die Aeussere Mongolei. Die Nord- und Ostgrenze gegen Russland bilden die Flüsse Argun, Amur und Ussuri. Im Südosten trennen die Flüsse Turnen und Jalu Mandschukuo von Korea, das zu Japan gehört. Im Süden grenzt Mandschukuo an den Golf Liaotung und die Korea-Bai. Mandschukuos geographische Lage auf der Erdkugel entspricht in Europa etwa derjenigen des Gebiete zwischen Berlin und Athen. Doch bringt die Lage am Ostrand des gewaltigen asiatischen Kontinents ein ausgesprochen kontinentales Klima mit sich. Im Sommer steigt die Temperatur auf 24 Grad und mehr, während sie im Winter im Hauptteil des Landes auf 25 bis 30 Grad unter Null sinkt. Im Süden ist-der Winter natürlich milder. Das Land ist regenreich. Mehr als 75 Prozent der jährlichen Niederschlagsmengen entfallen auf den Sommer: sie bringen — verbunden mit der grossen Wärme — eine fast treibhausartige Temperatur und führen mit Hilfe des guten Bodens zu einer ausserordentlichen Fruchtbarkeit. Der Hauptteil des Landes wird von der grossen mandschurischen Ebene gebildet. Nur eine leichte Bodenwelle trennt dabei den Norden von dem Süden. Ein grosser Teil der Grenzgebiete wird von Gebirgen beherrscht, so im Osten, Westen und Nordwesten. Die Bevölkerungszahl Mandschukuos beträgt rund 33 Millionen, von denen etwa 32 Millionen auf die eingeborene Bevölkerung entfallen. Der Rest besteht in der übergrossen Mehrheit aus Koreanern und Japanern. Sonstige Fremde gibt es nur etwa 65 000, unter denen wieder die Russen mit 50 000 — hauptsächlich Emigranten — dominieren. In Mandschukuo leben rund 22 000 hauptsächlich russische Juden, die 0,06°/o der Gesamtbevölkerung ausmachen. Die grösste jüdische Gemeinde ist in Charbin, hier wohnt die Mehrzahl aller Juden des Landes. Nach einem grossangelegten Plan zur Besiedelung Mandschukuos sollen innerhalb von 20 Jahren rund eine Million japanischer Familien angesiedelt werden. Eine staatliche Siedlungsgesellschaft hat diese Aufgabe übernommen. Der Hauptteil der Bewohner Mandschukuos lebt zur Zeit in der südmandschurischen Ebene, in der die Bevölkerungsdichte mehr als 85 je Quadratkilometer beträgt. Am zweitstärksten ist die Zentralebene besiedelt, in der eine Bevölkerungsdichte von mehr als 50 je Quadratkilometer erreicht wird. Das Kwantung-Pachtgebiet und die sogenannte Eisenbahnzone weisen dagegen eine Bevölkerungsdichte von 350 je Quadratkilometer auf. Die wichtigsten Städte Mandschukuos sind: Mukden (526 000 Einwohner). Charbin (419 000). die Hauptstadt Hsinkins (228 000), Anhing (194 000), Kirin (143 000). Yinkow (140 000), Tsitsikar (96 000), Fushun (89 000). Chien-Hsien (87 000) und Liaoyang (66 000). Die äusseren Verbindungen Mandschukuos richten sich in erster Linie nach Japan. Japan hatte von Anfang an ein grosses Interesse an dem neuen Staat und hat ihn auch sogleich nach seiner Gründung anerkannt. Nunmehr folgte auch die Anerkennung durch das Deutsche Reich. Andere Staaten haben Handelsabkommen und sonstige Verträge mit Mandschukuo abgeschlossen. Mandschukuo ist auch in den Weltpostverein aufgenommen worden. Zwischen Japan und Mandschukuo wurde bereits 1932 ein Protokoll unterzeichnet, das eine enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Landesverteidigung vorsieht. Diese Zusammenarbeit wurde im Laufe der Zeit auf zahlreiche weitere Gebiete ausgedehnt, von denen das wirtschaftliche noch besonders zu behandeln sein wird. Im August 1935 hat die japanische Regierung im Hinblick auf die Fortschritte im Verwaltungs- und dem früher sehr darniederliegenden Rechtssystem freiwillig auf die exterritorialen Rechte ihrer Staatsangehörigen in Mandschukuo verzichtet und darüber hinaus auch die Verwaltungsrechte in der Eisenbahnzone, die die Japaner seit dem russisch-japanischen Krieg besassen, dem neuen Staat zurückgegeben oder angeglichen. Am 10. Juni 1936 kam zwischen beiden Ländern ein Staatsvertrag zustande. Die dabei geführten Verhandlungen haben, um Härten zu vermeiden, einen schrittweisen Abbau der japanischen Sonderrechte als notwendig erwiesen. Gegenüber dem sonstigen Ausland übernahm Mandschukuo alle Verpflichtungen, die aus früheren Verträgen bestanden. Es löste sie durch Barzahlung von 2,8 Millionen Juan und Schuldverschreibungen von 5 ivlillionen Juan ab. Zur Erfüllung der auf Mandschukuo als ehemals chinesischem Gebiet entfallenden Verpflichtungen aus der China gegen Verpfändung seiner Zolleinnahmen gewährten internationalen Anleihe, überweist die" mandschurische Regierung in freiwilliger Anerkennung dieser Verpflichtung jährlich eine gewisse Summe auf ein besonderes Depot. Sie entspricht dem vertraglich festgelegten Zollanteil. Ende 1936 erreichte dieses Depot eine Höhe von 46 Millionen Juan. Auf dem wirtschaftlichen Gebiet ging man zunächst an die Schaffung einer einheitlichen Währung. Die Verkehrsmittel wurden ausgebaut, so das bis Ende 1936 über 3000 Kilometer neue Eisenbahnlinien entstanden. Die früher russische „chinesische Ostbahn" wmrde angekauft und organisch in das allgemeine Verkehrsnetz eingefügt. Die für die Wirtschaft und die Landesverteidigung besonders wichtigen Bodenschätze und Rohstoffe sicherte die Regierung durch Kontrollgesetze und Staaismonopole. Auf dem gleichen Weg fördert der Staat die Gewinnung und Verwertung der natürlichen Schätze durch Gründung zahlreicher Gesellschaften. Der Wert des Aus s e nh and eis Umsatzes stieg von 955,6 Millionen Juan (1 Juan 23,91 gr. Silber) im Jahre 1932 auf 1289,3 Millionen im Jahre 1936. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung Mandschukuos soll planmässig vor sich gehen. Hierzu wurde 1936 ein Fünf jahresplan ausgearbeitet, der seit dem 1. Januar 1937 in Kraft ist. Seine Grundlage bildet die enge Zusammenarbeit zwischen Mandschukuo und Japan. Der Plan behandelt in einer Reihe konkreter Programmpunkte die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung des Landes und im besonderen die seiner Industrie. Für die Durchführung des Fünfjahresplans sind insgesamt 2450 Millionen Juan vorgesehen. Mandschukuo verfügt aus der Zeit seiner Zugehörigkeit zum alten chinesischen Reich über eine uralte Kultur, deren Zeugen sich besonders im Süden des Landes befinden. Dort sieht man die tausendjährigen ehrfurchtgebietenden Architekturen, neben denen die modernsten Kulturbauten stehen. Der Staat hat sich seit seinem Bestehen der Pflege der Kultur und Volksbildung besonders angenommen. Die gesamte öffentliche Erziehung untersteht der Leitung des Staates. Dieser sieht als das Hauptziel der Erziehung und Kulturarbeit die Charakterbildung an. Es gibt 13 000 V o 1 k s s c h u 1 e n mit 960 000 Schülern und 24 800 Lehrern. Jede Volksschule besteht aus vier unteren und zwei oberen Jahrgängen. . Ausserdem bestehen 178 Mittelschulen mit 32 900 Schülern und 1660 Lehrern. Die Ausbildung in diesen Anstalten dauert in den unteren und oberen Kursen jeweils drei Jahre. Ferner besitzt Mandschukuo sieben höhere technische Schulen mit 1500 Studenten und 250 Lehrern. Die Zahl der Schu- •len, besonders der Volksschulen, ist in stetem Wachsen begriffen. Um die Allgemeinbildung der Erwachsenen zu heben, gibt es 2236 besondere Schulen, ausserdem 72 Volksbildungsinstitute und 55 öffentliche Lesehallen. — i— Neue Länder — neue Masse IL In dem ersten Aufsatz zu dieser Frage*) hatten wir uns in erster Linie mit den in den verschiedenen wichtigen überseeischen Einwanderungsländern gültigen Längenmassen beschäftigt. Wir hatten versprochen, in einem weiteren Aufsatz die Gewichts-, Flächen-, Körper- und Hohlmasse dieser Staaten zu behandeln. Wir berücksichtigen dabei wieder m erster Linie den angelsächsischen Bereich, da in allen übrigen Gebieten das metrische System mehr und mehr an Boden gewinnt und ein allzu tiefes Emdringen in die hier noch teilweise benutzten alten Masssysteme die Darstellung und ihr Verständnis erheblich erschweren würde. Auch ohne alle diese Einzelheiten ist das Bild, das sich uns bietet, im ersten Augenblick schon verwirrend genug. Im Vordergrund der G e w i c h t s b e z e i c hn u n g e n in den angelsächsischen Ländern steht für den täglichen Gebrauch das Pound, das in abgekürzter Schreibweise lb bezeichnet wird. Dieses Pound entspricht in seiner Bedeutung etwa dem früheren deutschen Pfund (übrigens entstammt das bekannte Pfund-Zeichen der englischen Abkürzung lb, wobei nur der Haken des b durch das I durchgezogen wurde), kommt aber nicht ganz an sein Gewicht heran. Es enthält vielmehr nur 453,6 Gramm. Das Pound wird untergeteilt in 16 Unzen (Ounce). so dass jede Unze'28,35 Gramm hat. Die anderen Gewichtsbezeichnungen, die in England (und seinen Dominions) sowie in USA vorkommen, sind für den Alltag nicht von sleicher Bedeutung. Erwähnt sei aber noch die Bezeichnung Hundredweight. Sie enthält 4 Quarters zu je 2 Stones zu je 14 lbs (pounds) und entspricht also rund 50,8 kg. Das gilt aber nur für englische Länder. In USA tritt eine, kleine Verschiebung ein, da hier ein Quarter nicht wie in England 28 lbs enthält, sondern nur 25 lbs und dementsprechend 11,34 kg (in England 12.70 kg) gleichsieht. Daher ist auch das Gewicht des amerikanischen. Hundredweight mit 45.35 kg etwas geringer als das des englischen. Erwähnt sei ferner noch, dass eine „long Ton" in England aus 20 Hundredweights (Abkürzung cwt.) gleich 2240 lbs gleich 1016 kg besteht, während die amerikanische „Short Ton" nur 2000 lbs hat und dementsprechend in dem metrischen System nur auf 907.19 kg kommt. Schliesslich sei ein lediglich in Amerika bekannter Begriff angeführt: Cental gleich 100 lbs und also gleich 45,36 kg. Von inSüdamerika noch vorkommenden Gewichtsbezeichnungen sei der Quintal erwähnt, der in Bolivien. Chile, Ecuador, Kolumbien, Mexiko, Mittelamerika, Paraguay. Peru und Uruguay sich in 100 Libra unterteilt und rund 46 kg entspricht. In Brasilien dagegen besteht der Quintal aus 4 Arrobas und liegt bei 58,57 kg. Eine mexikanische Tonne enthält im übrigen 20 Quintais mit 921,6 kg. Schliesslich dürfte vielleicht in Bolivien und Peru noch hin und wieder der Begriff Carga auftauchen, er besteht *) Vergl. C.-V.-Zeitung Nr. 4 vom 27. Januar. Die Weite der Länder, die Fruchtbarkeit der Erde, das natürliche Sichauswirken körperlicher und geistiger Kräfte, der Blutkreislauf des Lebens, der Rhythmus der Welt — so kühn und so verwegen wagten sie kaum noch zu träumen; sie wraren sehr glücklich, wenn ihre Kundschafter ihnen meldeten, irgendwo sei ein Winkel zum Aufbau eines neuen Lebens. Denn das neue Land bedeutete gleich immer soviel wrie neues Leben, und sie erinnerten sich dann ihres alten Sprichwortes: M'scbane makom, m'schana masal — den Ort wechseln, heisst das Glück wechseln. Und die Frage lautete dann, bei der Bedrohtheit ihrer menschlichen Existenz, gar nicht mehr: ist es dort schön?, wie es doch einer sehr natürlichen menschlichen Regung und Neigung entsprochen hätte, sondern: ist es dort gut für uns, können wir da als Juden leben. Mit solchen Gedanken und Empfindungen sind in fast jedem Jahrhundert unerschrockene und phantasievolle Juden hinausgefahren in die unbekannte oder doch nur sehr wenig bekannte Welt, um, als Kundschafter und Wegbereiter, Ausschau zu halten nach neuen Möglichkeiten des vitalen Lebens. Aber auch dies war in ihre wahrhaft abenteuerlichen Unternehmungen eingeschlossen, Unternehmungen übrigens, von welchen wir Menschen eines technischen Zeitalters uns kaum eine auch nur annähernde Vorstellung machen können: Kunde von Israel zu erlangen, zu erfahren, wo und unter welchen Bedingungen die in alle Welt verstreuten Glaubensbrüder ihres Volkes lebten, zu erforschen, wo sie in Freiheit und WTürde. durch Verwirklichung des Geistes, für ihre grosse Herkunft zeugten. Und das war neben der praktischen Seite ihres Bemühens die ausschliesslich jüdische. Wurde das Hauptziel, die Erschliessung neuer Gebiete, in welchen sie leben, als Menschen und Juden, als jüdische Menschen hätten leben können, auch nur in den allerseltensten Fällen erreicht, so ergaben sich, wie von selbst, bei fast allen diesen abenteuerlichen Fahrten, Nebenwirkungen sehr mannigfaltiger Art. Eine ungeheure und bunte Fülle länder- und völkerkundliches Material wurde zutage gefördert, aber immer nur als unbeabsichtigtes Nebenresultat. Und die Anknüpfung, Förderung und Pflege welthändlerischer Beziehungen, die für sie, in ihrer sonderbaren sozialen Gesamtsituation, die einzige reale Macht waren, über die sie noch verfügten, ergab sich bei diesen Erkundungsfahrten dieser phantasievollen und energiegeladenen Persönlichkeiten als eine ganz selbstverständliche Folge. Von einigen dieser weit über das gewohnte Mass wichtigen Kundschaftern wollen wir in ein paar Aufsätzen hier berichten. (Weitere Aufsätze folgen.) Statistisches Handbuch der Weltwirtschaft, bearbeitet vom Statistischen Reichsamt, Berlin 1937. In diesen Monaten, in denen die Einwanderung nach Palästina in besonderer Weise erschwert wird, richten sich die Blicke derer, die auswandern wollen, noch mehr nach anderen Ländern. Jeder weiss, wie nötig es ist, die wirtschaftlichen Elemente des Teiles der Erde, wohin er auszuwandern beabsichtigt, genauestens und objektiv zu prüfen. Dazu dient ihm das oben angezeigte Buch, das wohl in den meisten öffentlichen Bibliotheken zu finden sein wird. Es enthält für 39 Länder der Erde alles das an amtlichem, objektivem Zahlenmaterial, was zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage nötig ist. Indices für den allgemeinen Geschäftsgang, für die Hauptproduktionsgüter jedes Landes und die Quantitäten ihrer Erzeugung, für Einfuhr, Ausfuhr, für Geld- und Kreditwesen, Preise, Börsen usw. sind nach Monaten für die letzten fünf Jahre zusammengestellt, so übersichtlich, dass auch jeder Nichtfachmann sich rasch orientieren kann. So sind die entscheidenden ökonomischen Angaben der Entwicklung im letzten Jahrfünft für jedes einzelne der grössten Länder Südamerikas angegeben, für Argentinien, für Brasilien, für Chile, Kolumbien und Peru und schliesslich auch für Mexiko. Wer seinen Blick nach Australien richtet, findet 'eingehende Angaben für den australischen- Staatenbund und im Anschluss daran auch für Neuseeland. Derjenige, der an dieser oder jener Stelle seine Kenntnis der tatsächlichen, objektiven Entwicklung der wirtschaftlichen Fakten, wie sie sich in den Zahlen spiegeln, vertiefen will, findet die dann erwünschten Quellenangaben. Dr. E. R—z. Saul Lilienthal: Jüdische Wanderungen in Frankfurt a. Main, Hessen, Hessen-Nassau. I. Kaufmann, Jüdischer Buchverlag, Frankfurt am fVJain. Ein jüdischer Mensch, mit offenen Augen und geöffnetem Herzen ist durch die Gegend gezogen und versuchte allem, was er an jüdischen Gegenwaris- und Erinnerungsstätten finden konnte, nachzuspüren. So ist eine Art jüdischer Reiseführer entstanden, aber nicht nur das. Das umfangreiche Material, das Lilienthal in seinem Büchlein zusammengetragen hat. wird für jeden, der sich mit der Geschichte der Juden beschäftigt, von beachtlichem Interesse sein. Erfreulich ist vor allem, dass der Entwicklung früher bedeutender Kleingemeinden besondere Aufmerksamkeit gewidmet worden ist, und dass so manche interessante Einzelheit aus dem reichen jüdischen Leben dieser Gegend der Nachwelt erhalten bleibt. Der Wert des Buches wird durch eine Reihe guter und interessanter Illustrationen, die zum grössten Teil eigene Aufnahmen des Verfassers oder seiner Söhne sind, erhöht. Der Verlag hat dem Buche eine ansprechende Ausstattung angedeihen lassen. " hw. Auswanderer geplant. (Erwachsenen - Berufsumstellung) Im Rahmen eines zur Zeit in der Gemeinde Bremen stattfindenden Vortragszyklus: „Juden wanderten — Juden wandern" sprach im vollbesetzten Lehrsaai des Rosenak-Hauses am 3. März auf Veranlassung des Preussischen Landesverbandes Dr. *Ernst F r a e n k e 1 (Berlin) über das Thema: „Bilder von hundert Jahren Auswanderung von Juden aus Deutschland nach Nordamerika." Ausgehend von den wirtschaftlichen und politischen Ursachen der Wanderung namentlich von Juden aus Süddeutschland und der Provinz Posen im 19. Jahrhundert zeigte der Vortragende den Aufstieg dieser Auswanderer in der neuen Welt. Dank einer eingehenden Kenntnis auch der in Frage kommenden amerikanischen Quellen verstand der Redner seinen Stoff fesselnd zu gestalten. * In den Werkstätten des VerbandesBayerischer Israelitischer Gemeinden -zu München werden technische Abendkurse für Wie schreibe ich einen Lebenslauf bei Bewerbungen für USA? ..Ausführlicher Lebenslauf erwünscht", so schliessen zumeist Inserate ab, in denen Arbeitskräfte gesucht werden. Also setzt sich der Auswanderer, dem ein guter Freund den Rat gab, „bewirb dich doch einmal bei Smith in Newyork", an seinen Schreibtisch, um mit Hilfe des Wörterbuches den „ausführlich erwünschten Lebenslauf" aufzusetzen. Aber andere Länder, andere Sitten, und wie bei vielen anderen Gelegenheiten hat der Amerikaner auch hier nicht Sinn und Zeit für individuelle Eigenarten, wie sie sich etwa im Stil ausprägen könnten. Was in Deutschland auf den Berufsschulen gelehrt wurde, um sich durchzusetzen, ist für Amerika eine Selbstverständlichkeit: der gewissermassen „genormte" Lebenslauf.' Er sieht so aus: Irmgard Lauf er Berlin W 15 Düsseldorfer Str. 86 Born Berlin — January, 1903 Education Jüdisches Realgymnasium, Breslau Jüdisches Kindergärtnerinnen-Seminar, Berlin Licenses Held Licensed to work in gardens for littie children Working Experience Jüdischer Privatkindergarten Berlin, Xantener Strasse 50, 1924—1930 Kindergarten der Jüdischen Gemeinde Berlin 1931—1937 Professional Activities Wohlfahrts- und Jugendamt der Jüdischen Gemeinde, Berlin Publicatious . „Das jüdische Kind" in „C.-V.-Zeitung", 1934, Nr. 53 Professional References Helene Gutmann, Berlin, Kantstr. 286 Frieda Weinberg, Berlin, Sybelstr. 100 Personal References Dr. I. BlumenthaK Berlin, Monimsenstr. 110 Richard Baumann, Breslau, Schlüterstr. IIa

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