Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 9 (3.3.1938)
- Date
- 1938-03-03
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 C.-V.-Zeifung Nr.9*3.MSrz1933 Die Zahl der Juden in Baden Nach den vom Oberrat getroffenen Feststellungen ist die Zahl der jüdischen Einwohner Badens im Jahre 1937 von 15 400 auf rund 13 900 zurückgegangen. Gegenüber den Feststellungen der amtlichen Volkszählung vom 16. Juni 1933 mit 20 617 Juden beträgt der Rückgang in 4K> Jahren über 6700 oder annähernd % des "früheren Bestandes. Die Minderung der Bevölkerung ist in der Hauptsache bedingt durch die starke Auswanderung, die 1937 mit 1163 festgestellten Auswanderern eine Höhe erreicht hat, die weit über dem Durchschnitt der jüdischen Auswanderung im gesamten Reichsgebiet liegt. Die wirklichen Äuswanderungsziffern sind vermutlich noch wesentlich höher, da einzelne Gemeinden nicht in der Lage Magister Kirsch <Ser gute Likör, £3agisS@r & Stachen VS8 waren, alle Auswanderungen statistisch genau zu erfassen. Der Rückgang der jüdischen Bevölkerung Badens wird neben der Auswanderung erheblich durch ' den Sterbeüberschues: 48 jüdischen Geburten stehen 331 Todesfälle gegenüber. Der Sterbeüberschuss beträgt also 283 oder über 2 Prozent der derzeitigen Wohnbevölkerung (1,7 Prozent im Jahre 1936). Durch die Binnenwanderung ist nach den getroffenen Feststellungen eine Bevölkerungsminderung nicht eingetreten. Gingen noch 1935 40 Prozent und im Jahre 1936 28 Prozent unserer Auswanderer nach Palästina, so hat sich diese Wanderung im Jahre 1937 auf weniger als 10 Prozent der "Auswanderer vermindert Das Ziel der ausserpalästinensischen Wanderung ist statistisch nicht erfassi. Mindestens 75 Prozent der Auswanderer dürften nach USA gegangen sein. Im Zuge "der Entwicklung liegt die Verstädterung der jüdischen "Bevölkerung. Allein im Jahre 1937 wurden von 120 jüdischen Gemeinden in Baden 17 aufgelöst 7000 Juden oder mehr als 50 Prozent leben in Mannheim und Karlsruhe, über 10 000 Juden oder fast 72 Prozent in den 10 Gemeinden mit einer Seelenzahl von über 250 Juden. Die Zahl der schulpflichtigen Kinde r ist 1937 von 1374 auf 1117 zurückgegangen. Erfreulicherweise ist der Prozentsatz der Kinder, welche die jüdischen Schulabteilungen besuchen, von 67 Prozent auf über 75 Prozent gestiegen. Es dürfte auch heute noch eine der Hauptaufgaben der jüdischen Gemeinschaft Badens sein, für eine ■ jüdische Erziehung der noch nicht erfassten jüdischen Schulkinder durch Umschulung in unsere Schulabteilungen Sorge zu tragen. Dr. S. Weissmann, Karlsruhe. # Die Israelitische Gemeinde F r e i b u r g konnte dieser Tage auf 75 Jahre des Bestehens surückblicken. Sie feierte dieses Jubiläum im Rahmen einer Gedenkstunde in der Synagoge, bei der Rabbiner Dr. Scheuermann die .Gedenkansprache hielt. Zu gleicher Zeit sind 20 Jahre vergangen, seitdem die vielgestaltigen Vereine und Einrichtungen sozialen Charaktere «ich zum „Bund israelitischer Wohlfattrtsvereinig u n g e n in Baden" zusammengeschlossen haben. Als erster nach Einrichtung der Zentralwohlfahrtsstelle gegründeter Landesverband für Wohlfahrtspflege hat er eine umfassende segensreiche Tätigkeit ausüben können. Er war die feste Organisation, die mit nur geringen Erweiterungen der umfangreichen, über das rein Fürsorgerische hinausgewachsenen Sozialarbeit der letzten Jahre die feste, vom Oberrat der Israeliten in steter Mitarbeit geförderte Grundlage geben konnte. Stg. Augsburg Die beiden Brüder Oskar und Otto H e y - mann, kinderlose Abkömmlinge einer alten jüdischen Familie in Augsburg, hatten der Augsburger jüdischen Gemeinde ein Legat zur Errichtung eines Altersheimes hinterlassen, dessen Einweihung nunmehr vorgenommen werden konnte. Dabei sprachen der Vorsitzende der Kultusgemeinde, Justizrat Dr. Eugen S t r a u s s, der den zahlreichen Helfern am Werk dankte, der Kuratoriumsvorsitzende Benno A r n,o 1 d und der Präsident des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, Oberstlandesgerichtsrat a. D. Dr. Alfred Neumeyer (München).. Die Weihe des Hauses nahm Bezirksrabbiner Dr. Ernst Jacob mit einem midraechischen Lernen vor.. Das Haus, dessen Leitung in die Hände der erfahrenen Schwester Berta Dornacher, früher Stettin, gelegt wurde, hat 26 Plätze, die bereits sämtlich vergeben sind. Der Synagogenkommissar der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg, Kommerzienrat Albert Dann, war an seinem 70. Geburtstag Gegenstand vielfacher Ehrungen. —mm. Plauen Die Mitgliederzahl der Gemeinde betrug am 1. Januar 193S 381 Seelen, am 1. Januar 3933 802 Seelen. - W.G. Nachfrage nach möblierten and leerem Einzelzimmern ständig.im Wachsen begriffen ist. Sie bittet deshalb diejenigen GemeindeaiitgHeder, die vermietbare Räume aufgegeben haben, sowohl aus technischen Gründen als auch ganz besonders im Interesse der Suchenden dringend, jede Vermietung sofort zur Kenntnis zu bringen. Ferner bittet die Wobnangsberatungsstelle, telephonische Anfragen nach Möglichkeit einzuschränken und sie während der täglichen Sprechzeit von 9.30 bis 12 Uhr gänzlich zu" unterlassen. Schliesslich wird darauf hingewiesen, dass angebotene Zimmer nur für die Dauer eines Monats, vom Tage der Anmeldung ab gerechnet, den Interessenten zugänglich gemacht werden. Bis dahin nicht vermietete Räume müssen also nach Ablauf dieser Frist erneut angemeldet werden. Der Hilfsverein für jüdische Nerven- und Gemütskranke in Deutschland hielt in Köln seine diesjährige Mitgliederversammlung ab. An Stelle des verhinderten 1. Vorsitzenden, Professor Dr. Bruno Kisch, leitete der stellvertretende Vorsitzende, Gemeinderabbiner Dr. Adolf K o b e r , die Versammlung. Der Verein konnte 1937 wiederum 53 Kranken aus allen Teilen Deutschlands den Aufenthalt in der jüdischen Krankenanstalt in Sayn bei Koblenz ermöglichen. Anschliessend an den Tätigkeits- und Kassenbericht hielt Dr. med. M. Levisohn (Köln) einen Vortrag über die Einrichtungen einer modernen Heiland Pflegeanstalt. 8£ IL» IE f^l l^B i^» Das Eiiernhilfswerk für die jüdische Jugend veranstaltet in der Jüdischen Privatschule Dr. Leonore Goldschmidt, Grunewald, Hohenzollerndamm 110, am Mittwoch, 16. März, 19.30 Uhr, eine Feierstunde. Ansprach en: Rechtsanwalt Fritz Schwarz, Vorsitzender des Elternhilfswerks, und Dr. phil. Leonore Goldschmidt. Chor und kleines Orchester der Goldschmidt- Schule, Einführung Julius Goldstein. Die Theodor-Herzl-Sehuie, Charlottenburg, Kaiserdamm TS. veranstaltet am 5. März, 19 bis 21 Uhr, und 6. März, 10 bis 14 und 16 bis 19 Uhr, eine Ausstellung von Zeichnungen, Werk- und Nadelarbeiten, Palästina-Arbeiten usw. ihrer Schüler. Reifeprüfung in der Adass-Schule. Am 23. Februar fand vor den Lehrerkollegien der beiden anerkannten Oberschulen für Knaben und Mädchen der Israelitischen Synagogen - Gemeinde Adass Jisroel Berlin die Reifeprüfung für 18 Primaner und Primanerinnen statt. Den Vorsitz bei der Prüfung führte Oberschulrat Kleine von der Abteilung für höheres Schulwesen der Reichshauptstadt Berlin. Sämtliche 18 Prüflinge erhielten das Zeugnis der Reife. Bei vier Prüf* lingen wurde das Urteil „mit gut bestanden" ausgesprochen. Die „Gemeinnützige Wohnungsberatangsstelle der Jüdischen Gemeinde zu Berlin" teilt mit, dass die Die jüdische Winterhilfe Seelische Winterhilfe . Sonnabend, 12. März 1938, 20.15 Uhr, in der Synagoge Friedensterapel, Marbgraf-Albrecht-Strasse 3: Konzert. Mitwirkende: Alice Hannes-Cassirer (Sopran), Mariquita Vogelsdorff (Sopran), Bernhard Chuzelitzer (Tenor), Johanna Meyer (Rezitation), Paul Blumenfeld (Cello), Hermann Schwarz (Orgel). Das Orchester der Jüdischen Künstlerhilfe unter Leitung von Herbert Tannhauser. Ansprache: Dr. Fritz Lamm, Stellv. Vorsitzender des Jüdischen Wohlfahrtsamts. — Eintrittskarten unentgeltlich nur für Betreute der Jüdischen Winterhilfe in den Bezirksstellen Münchener Str. 37, Schlüterstr. 70. Die Eintrittskarten sind nur gültig in Verbindung mit den blauen Bewilligungsscheinen. Musikalische Matinee Als letzte repräsentative Veranstaltung zugunsten der Jüdischen Winterhilfe Berlin im Winter 1937/38 findet am Sonntag, 20, März, 11.30 Uhr vormittags, im Grossen Saal des Brudervereinshauses, Kurfürstenstrasse 115/16, eine musikalische Matinee des Mayer-Mahr-Trios unter Mitwirkung von Susanne Lcewenstein, Hermann Schey, Maximilian Hüttner und Josef Glass statt. Die Veranstaltung wird mit einer Ansprache des Intendanten Dr. Kurt Singet eröffnet. Es gelangen WTerke von Smetana, Gustav Mahler und Schubert zur Aufführung. — Eintrittskarten zum Preise von 2, 4 und 6 RM einschliesslich Steuer bei Philo-Buchhandlung, W. 15, Pariser Strasse 44; M. Poppelauer, C. 2, iS'eue Friedrichstr. 59, und bei der Jüdischen Winterhilfe, C. 2, Heidereutergasse 5/6, Fernruf 4167 11, Apparat 70. Verkauisraesse Am Sonntag, 20. März, wird aV12 Uhr im Roten Saal des Brüdervereinshauses, Kurfürstenstr. 115/16, eine Verkaufsmesse sämtlicher von den jüdischen Schulen Berlins hergestellten Gegenstände zugunsten der Jüdischen Winterhilfe Berlin stattfinden. Am Nachmittag spielt das Kinderorche3ter des Waisenhauses Pankow. Eintritt frei. Ueber die zum Verkauf gestellten Gegenstände wird noch Näheres bekanntgegeben. Programm des Xehrhauses Berlin Auskünfte und Anmeldungen auch über Sprachkurse usw. im Sekretariat, Marburger Str. 5, Mon- März 1938 Adar Rischon 5698 2. Mittwoch 29- Jom Kippur katan 3. Donnerstag 30. 1. Tag Rosch Chodesch Adar Scheni 5698 4. Freitag 1. 2. Tag Rosch Chodesch 5. Sonnabend 2. Wochenabschnitt: Pekude 2. B. M. 38,21—40,38 Haftara: 1 Kön. 7,40—50 12, Sonnabend 9. Wochenabschnitt: Wajjikra 3. B. M. 1—5 Parschat Sacbor: 5. B. M. 25,17—19 Haftara: 1 Sam. 15,2-s* 16. Mittwoch 13. Taanit Ester 17. Donnerstag 14. Purim 19. Sonnabend 16. Wochenabschnitt: Zaw 3. B. M. 6-8 Haftara: Jer. 7,21—8,3 26. Sonnabend 23. Wochenabschnitt: Schmini 3. B. M. 9—11 Parschat Para: 4.B.M.19,1-22 Haitara: Ez. 36,16-38 31. Donnerstag 28. jom Kippur Katan tag bis Donnerstag 10 bis 13 und 16 bis IS Uhr, Telephon 24 55 S7). Vorlesung: Walter Schwarz: „Typen jüdischer Städte in Palästina" (Dienstags, Kantstr. 54, um 20.30 Uhr). Arbeitsgemeinschaft: Kurt Sternberg. „Gerechtigkeit und Vergeltung im biblischen Schrifttum" (.Dienstag, Fasanenstr. 80, um 20.30 Uhr). Voranzeigen Berlin: 3. März, 20.15 Uhr: KünsÜerhiL'e der Jüdischen Gemeinde. Hildegard Lippstadt (Sopran), Erna Jacobv (Alt). Dr Hermann Salornonski (Bariton). Am Flüsef: Werner Baer, Gerhard Goldschlag. Festsaal der Josepk- Lehmann-Schule, Joacliimsthaler Str. 13. 5. März, 17.45 Uhr: Synagogen-Verband Berlin, Grupp« Lindenstrasse. Sabbat- Ausklans-Feier. Ansprache: Rabbiner Dr. Salornonski. Musikalische Leitung: Alexander "Weinbaum. Mitwirkende: Oberkantor Julius •-. Peissachowitsck, Elfride Borodin, Hildegard Lippstani, Charlotte Salomonski-Rosen, der verstärkte Chor der Synagoge Lindenstrasse. Orgel: P3ul Lichtenstern, Alexander Weinbaum. T. März, 20.15 Uhr: Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde. Kompositionsabend. Mas \Vachsmann und James Rothstein. Mitwirkende: Alfred Wittenberg. Kurt Burchard, Paul Blumenfeld, Sally Sittig, Leo Merten, Dr. Willy Aron. Festsaal der Joseph-Lehmann-Schnle, Joachimstkaler Str. 13. S. März, 20.15 Uhr: Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde. Hauskonzert bei Rechtsanwalt Danziger, Motzstr- 82. Mitwirkende: Camilla Eisner (Spira), Paula Salomon (Lindberg). Charlotte Salornonski (Rosen), Wilhelm Guttmann, Erna Klein. 10. März, 18 Uhr: Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur. Mitgliederversammlung. To* fjsordnung: Antrag auf Auflösung des Verbandes, estaurant Kaufmann, Kleiststr. 14. Frankfurt a. M: 5. März, 20 Uhr: Israelitische Religionsgesellschaft. „Jüdischer Abend." Leitung: Mas Neumann. Mitwirkende: Max Koninski, Siegfried Grünjriück. Janko Kauffmann. Synagojren-Chor.. Aula der Samson- Raphael-Hirsch-Schule. Am Tiergarten 8. 6. März: Gesellschaft für jüdische Volksbildung. J. B. Levy spricht über die Megilla. Tfausaal der Westendsynagoge mW^W^&AWAtmnWi PENSIONEN <■:'?? <e^e- V? " > ^H^f^-^^y'^t^^f' riBimQr.FritzM Meyer, Berlin-Wilmersdorf Güntzeistr.57 Morphin-, Schlaf mittel-, AlKoüo!-, i Nikotira-iCranke BADEN-BADEN Waldpark-Sanatorium Dr. Hemsheimer Leitender Arzt Dr. M. Goidner Innere Krankheiten — Magen — Darm Stoffwechsel — Erholung Wiedereröffnung 2 0. März Erfiolongslieim für isr. Frauen Boden-Baden Mit grossem Garten und Liegehalle. Minderbemittelt« Frauen und Mädchen über 15 Jahr» finden Aufnahme jeweils für 4 Wochen bei kostenfreier ärztlicher Behandlung zum Pensionspreis von RM. HO.' 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