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Central-Verein-Zeitung · 1938-03-03 · 9 (3.3.1938) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
9 (3.3.1938)
Date
1938-03-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seife 4 C-V.-Zelfung Nr.9*3.Marz1938 «Sesraeindemiisliederl Geist die Gräber Eurer Verstorbene» m Pflege. Ihr erfüllt damit nicht nur ein e Gebot äer Pietät, sondern schafft auch dadurchArbeitsmögliebkeiten fär Enre Glaubensgenossen. "Wenden Sie sieb ao die Frtetfisofsgärtnerei dsriudischsn Gemeinde Berlirs-Weissensee. Lcthrirtgenstr.22, Tel- 5640S6 rneinderabbiner Dr. Georg Salzberger (Frankfurt a. M.) in grossen Zügen einen üeberblick über die Geschichte der jetzt 800 Jabre bestehenden Frankfurter Gemeinde und betonte dabei, dass gerade im letzten Jahrhundert Frankfurt der Ausgangspunkt grosser und berühmter Rabbioen gewesen sei. Auf die Gegenwart übergebend, verwies er auf die zahlreichen und vorbildlichen Einrichtungen religiöser, sozialer und kultureller Art, über die die Gemeinde heute noch verfügt. Als zweiter Redner sprach Bezirksrabbiner Ulrich Steuer (Heidelberg). Er unterstrich in der ihm eigenen wirkungsvollen Art die Ausführungen Salzbergers und legte noch einmal dar, wie tief verwurzelt die Geineindemitgüeder. die nach Frankfurt aus anderen Gemeinden zugezogen sind, mit ihrer Heimatgemeinde waren, in d?r;en oft drei Generationen ihrer Familie gelebt hatten. Das Orchester der Jüdischen Kulturbünde, Sitz Frankfurt a. ML, bot unter Leitung seines Dirigenten Generalmusikdirektor Professor Julius Priiwer Mendelssohns Ouvertüre zu .,Die schöne Melusine" und das Andante aus Golduiarks Sinfonie ..Ländliche Hochzeit'* hervorragend dar. Zwischen den Ansprachen spielte GreteHoff eine Cello-Sonate, von Martha Sommer an der Orgel begleitet, ürgelvorträge bot Siegfried Würzburger.. A.B.jr Das Sommer sein est er an der K a bbint sehen Lehranstalt (Hoffmannsehe Jeschhva') beginnt am 2. Mai. Der Unterricht in den vier Abteilungen erstreckt sich auf Pentateuch mit Kommentaren, biblisches Schrifttum. Mischna. Talmud mit Kommentaren.. Densoren. hebräische Grammatik, Neubebräisch» jüdische Geschichte. Paliistina künde. In die Vorbereitungsklasse werden sehusentbissene Knaben auch mit geringen jüdischen Vorkenntnissen aufgenommen. Anmeldungen und Anfrager. sind spätestens bis 34. April an das Kuratorium der An¬ Stadt (Tbeobald-Cbrist-Str. 6) zu richten. Im Jüdischen Lehrbaos beginnen die folgenden Kurse: Hans Mannheim ..Chirurgisch?. Behandlung" s.3. März. Westendsynagoge, 21.15 bis 22 übr). Abraham Eescbel „Metbode des Bibelpolitische und religiöse Leben dieser in persischen Diensten stehenden jüdischen Militärkolome auf der Eiepbantine-Insei im Nil erleben. Diese Urkunden, die in der aramäischen Sprache des Esrabuches geschrieben sind, bilden die bisher erste und einzige Ergänzung alles dort Verzeichneten. Sie enthüllen nicht nur Wesentliches für die jüdische Geschichte, sondern gehen auch Kenntnis von den damaligen politischen Verhältnissen in der ganzen, bekannten .Welt. S. E. Mannheim Tu der R e i i g i ö s -1 i b e r a 1 e n V e? - e i n i g u n g hielt Rabbiner Dr. Max Grünewald seinen Abschiedsvortrag über „Der jüdische Staat und die Idee des Judentums". Der Vorsitzende Professor Dr. Biiligbeimer legte seinen Dank- und Abschiedsworten jene Gedanken aus dem Vortrag Dr. Grünewalds zugrunde, die für seine Person so charakteristisch seien: die glühende Liebe zum jüdischen Volk und zu Gott. So. Nordhausen Auf Veranlassung des Preussiscb en Landes v e r b a n d es jüdischer Gemeinden fand in der dichtbesetzteu Synagoge ein Gemeindeabend statt, auf dem Erna J a c o b y mit Liedern und Arien von Gtodani, Händel. Hilier und Hugo Wolff den gesauglichen Teil bestritt und ihre schöne Altstimme voll zur Gerung bringen konnte. Sie wurde hierbei von Kapellmeister S e g a 11 diskret und klangschön ' begleitet. Ueber die ..Rechtsidee im Judentum" sprach unter Zugrundelegung des Sbylok- Problems Dr. jur. Bruno S c h ö n t e 1 d. Weitere Gemeindeabende wurden durch die gleichen Berliner Vortragenden in Bleicherode, Dessau, Kothen und Bemburg veranstaltet. K. S. ebenso in einer neuen Heimat fand Zustimmung und stärksten BeifalL Im Kreis im Jüdischen C.-V. Hamburg sprach in einer gutbesuchten Veranstaltung Redakteur Julian Lehmann über ,.D?e Symbolik im jüdischen Leben". Er gab Sinndeutung . und Erklärung für eine Fülle von Symbolen: solchen des Alltags und der Feiertage, der Freude und der Trauer. Er zeigte ihre tiefe Verknüpfung mit Begebenheiten und Verkommnissen in jüdischer Geschichte, ihre Verwurzelung im Kernhaften, im Sinn des Judentums. Weil die Symbole uns in allen Stunden des Lebens an Gott und seine Gebote erinnern, sollen wir sie wie die Gebote selbst hochhalten und pflegen. in der C.-V.-Kulturarbeitsgemeinsebaft G 1 e i w i t z spricht am 8. März uro 20 Uhr 45 Min. pünktlich (Gemeindesitzungssaal, Niederwallstras.se 9) Dr. Hans Zernik, Gierwitz, über ..Einfluss der Wüste auf die Gestaltung des Monotheismus". Mitglieder des C.-V. und ihre Angehörigen werden hiermit eingeladen. im Am^cm bearbeitet von P. Rosenblatt Schachaufgabe Jnr. 317 rorj k. Niemzowitscb. (Qannz) "< a n // / y/r / /////?J m '4 / -§*~ £ I / ' l P*'A 4, i / 'k % // *•/ , /i/i * i y ' 4sA 4//s/ t/ys '?jLfy/6 // C.-V.-Veranstaltungen Rabbiner Dr. H i r s c hber«, Oppeln, sprach im Ansehluss an desi Nachmiitagsgotiesdienst in einer vom C.-V. einberufenen gut besuchteu Gemeindeversammlung in der Synagoge in Hin den bürg über „Jüdische Eindrücke von einer Amerikareise". Am gleichen Abend wiederholte er seine Ausführungen im Rahmen einer geselligen Veranstaltung der Ortsgruppe- Beuthen O.-S. Seine Forderung nach jüdischem Zusammenhalt in der alten und Wenn ursd wo finden Sie Re?£? peiniguntj Wiily Becker, Kunststoofersi Enimcitui%Au'b8wahrunc eto lesens" (7. Mäiz, Westendsynagoge. 20 bis 21 Ubr). Nähere Auskünfte über diese und alle anderen Veranstaltern?fjn durch die Geschäftsstelle Unterlinda u 53, IL Tel.: 72 562. Montag, Mittwoch, Donnerstag tnd Freitag 10 bis 32 Ubr. Hamburg Im Rahmen der Franz-Rosenzweig-GedäcMnis-Stiftung hielt Rabbiner Dr. Max Vogelstein (Koblenz) an zwei Abenden eine Arbeitsgemeinschaft über „Die älteste jüdische Gemeinde in der Diaspora" ab. An Hand der Elephautine-Funde. den Original-Urkunden aus der Zeit Esras und Nehemias, die der Referent für die Zwecke dieser Abende ins Deutsche übertragen hatte, Lies» er das wirtschaftliche, lilrsJisr&teSn KöJni Montag bis Frei tag. 10-13 Uhr, A^rippinahaus. Breite Ste. 02 bis 96. Iii, Zimmer 76—75. Aachen S. und 22. März, 16!-A—IS Uhr, Gemeindehaus, Promencdetisira-sse 2 k Bonn 2. und 16. Mab, 16^—1"^ Uhr. im Büro von Rechtsanwalt Dr. Hertmanns, Meckenheirner Strasse 64. Hoble»« 1. -und 15. März, 15U—13 Uhr, Gemeindehaus,Florinsmarkt 31. Kreuznach 9. März, UXo—1." Uhr. Gemeindehaus, Adolf-Hitkr-Pi. 11. ©berstein 2-5. März. 13 Uhr, Gemeindezimruer der Synagoge. Trier 2. und 16. März. 11U—13 Uhr, im Büro von Rechtsanwalt Dr. Voremberg. Adoif-Hirler- 5fflltel<leut?(CfeIatja ©resdeö 9. März. 16-19 Uhr. Jüdisch« Wirtschaftshilfe, Zeusrfeausstrasse 3. z>rr. Xorüfleutscliland Hannoier Jeden Mittwoch, 16—:IS Uhr. neue Adresse: Landscha.fttrrzsse 6. ptr. (Bankhaus Meyer stein). Aus den Familien Siegfried Witkowski (früher Gnesen. jetzt Berlin NW) feierte am 28. Februar seinen 70. Geburtstag. — Justizrat Dr. Siegfried Friedländer (Breslau) vollendet am 7. März sein 70. Lebensjahr. -r~ Frau Fanny Günzburger (Neun- Ii irehen/Saar) begeht am 7. März ihrea 75. Geburtstag. — Frau Rosa Aaron geb. Löwenstein (Essen- Knpfetdreb) wird am 7. März 85 Jahre alt. — Emil Engel (Köbel/Mecklenbg.). "Vorsteher der "Gemeinde, feiert aiu 9. März seinen 70. Geburtstag. — Arnold Gross (früher Brouiberg, jetzt Berlin W 35), vollendet am 12. März sein 85. Lebensjahr. — Iwaa W eile und Frau Berta geb. Beuzion CBerlin W 62) feiern am 11. März ihre goldene Hochzeit. -<- Frau Leop, Baum geb. Kaufmann (Süchteln/Rhl.) ist am 23 Februar im 59. Lebensjahr gestorben. — Jakob Masehelski (Kcinigsberg/Pr.), früher langjähriges Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Insterburg des C-V., ist gestorben. Apotheker Dr. Wilhelm Wartenberg, Berlin, vollendete am 26. Februar sein 70. Lebensjahr. In jS'euraittenwalde (Bez. Breslau) geboren, erwarb er im Jahre 1907 die „Rote Apotheke" in Berlin. Dr. Wartenberg hat jahrzehntelang zahlreicho arbeitsreiche Ehrenämter in den Organisationen der Apotheker bekleidet und sich in der Wahrung der sozialen Aufgaben des Apothekerstandes stets hervorragend betätigt. Nach 1933 stand er seinen jüdischen Berufskollegen mit seinem Rat hilfreich zur Seite. Die Glückwünsche der ungezählten Menschen, denen er in seinem Leben eine Stütze war, begleiten ihn in sein achtes Jahrzehnt. Jdius B 1 u m e n t h a 1 (Hamm i. Westf.) wird am S. März 75 Jahre alt. Schon viele Jahre steht er der Synagogengemeinde als erster Vorsitzender vor und hat ihre Geschäfte in vorbildlicher Weise wahrgenommen. Dem .Centrai-Verein ist Julius Blunienthal von jeher freundschaftlich verbunden. Mit den dankbaren Glückwünschen der Gemeinde vereinen sich auch die des CentrabVereins, insbesondere des Landesverbandes Rheinland-Westfalen Max M a e r k e r (Coswig/Anh.) und Martin Lenczinski (Riesa), Vertrauensmänner des Landesverbands Mitteldeutschland des C.-V,, sin* gestorben. Am 14. Februar wurde in Essen Rechtsanwalt Dr. Alfred Gottschalk, Leutnant der Reserve, langjähriges Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Essen des Jüdischen Centrai-Vereins, Vorsitzender der Ortsgruppe Essen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten und Mitglied des Gemeindevorstandes, zu Grabe getragen. Dr. Gottschalk war Mitbegründer der Ortsgruppe Steele/Ruhr des C.-V. Er erfreute sich einer ungewöhnlichen Beliebtheit, deren Grund seine stete Hilfsbereitschaft und echte Herzensgüte waren. Am 27. Februar verschied an Herzschlag plötzlich und unerwartet die Gattin des Gemeinderabbiners in Chemnitz, Frau Rahe! F u c h s. Di« Verstorbene hat in der Soziaiarbeit der Gemeinde viel Erspriesslirhes geleistet, als Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes betreute sie mit grosser Liebe und Auföpferung alle Hilfesuchenden. " Matt in zwei Zügen Weiss: KhS, Te5, Lb3, Ld6, Se3, Be6, g7, M, hh (?) Schwarz: Kf6, Da5, Tgl, Tg-i, Lbl, Ld8, Sa8, Bbö, di Lösunsr der Aufgabe Nr. Uli: 1. Dh3—fl (drohend 2. DflXci, 3. Dc4Xe4 (e6) matt), o . . o Taö—co; 2. Dfi—f2 (drohend 3. Lea—d4 matt) 2____Teö—dö: 3. Sf6—d" matt 3 t . c6—cö; 2. Sdl—b2, La§—do; 3. Sf6—d7 matt. TJm die Drohung zu parieren, muss Schwarz mit dem Ta5 oder Bc6 nach co ziehen, was eine gegenseitige Verstellung dieser beiden Steine bewirkt, die von Weiss entsprechend ausgenützt wird. Die Folge hiervon ist die Feldverstellung für den König auf d5 und Springermatt. * Richtige Lösungen gingen ein von: Michael Levy ((Krefeld)^ Hermann Sternau (Hanau), Gerhard Lewisobn (Quedlinburg), Tierarzt " Max Koschminski (Landsberg). Mas Pniower (H'mdenburg), Rechtsanwalt Dr. Ernst Boehm (Brieg\ Landg.-Rat a. D. Dr. Karl Ulrich (Müncheu), Siegraaud Austerlitz (Glessen), Karl Becbhöfer. Lothar Schönthal (Nürnbere), Kantor D. Cohn <Koblenz\ Kantor W. Schul (Gelsenkirchen), Adolf Schuck, Alfred Dzialoszynski (Breslau), Edwin Fraenkel, Gustav Lewi, Dr. med. Gerhard Böhm, Reg.-Bmstr. a. D. L. Hirschfeld (Berlin). Weitere richtige Lösunsen von Nr. 115: Adolf Schuck (Breslau). L. Mebrländer (Konstadt), Martin Hirsch (Grottkaaj, Elia Rüben (Bünde). # 5. jüdischer'Schachkougress 7. bis 14. März 193S in Hamburg. Der J. S.. C. „Blau-Weiss", Hamburg, der mit der Durchführung des dritten jüdischen Sehacbkougresses von der Arbeitsgemeinschaft der * jüdischen Schachvereine in Deutschland beauftragt wurde, hat die Einladungen verschickt. Es sind folgende Turniere vorgesehen: A. Turnier um die jüdische Schachmeisterschaft von Deutschland für 1938; B. Hauptturnier; C. Damenturnier: D. Jugendturnier. Meldungen an: Helmuth Perlmann, Hamburg, Brahmsallee 25. Teilnahmebereebtigt sind die Mitglieder eines Makkabi- Schild- oder der bayerischen Vereine. Die Turnierteilnehmer erhalten freies Quartier und Verpflegung. Der „Blau-Weiss" hat alle Vorbereitungen getroffen, die ein gutes Gelingen der Veranstaltung erhoffen lassen. * Zum erstenmal seit ihrem Bestehen führt die aus dem Makkabi-Kreis und dem Sportbund Schild gebildete Arbeitsgemeinschaft jüdischer Schachvereine Deutschlands vom 6. bis 34. März ihre Meisterschaften im Schach durch. Mit der Ausrichtung ist die Schacbabteilung von Bar Kochba. Hamburg betraut. Für spannende Kämpfe bürgen Namen wie Mieses (Leipzig), Professor Mannheimer (Frankfurt a. M.)» Harnick (Breslau), Löh (Frankfurt a. MO, Steinberg (Frankfurt a. MO, Haar (Frankfurt a. MO, Herchkowitz (Berlin) u. a. B. &» Sie findet kein Wort der Entgegnung — zuviel müsste sie sagen. Alles in ihr drängt nach einem Schrei der Erlösung und Dankbarkeit. Aber sie bleibt stumm neben der Coucb sitzen, und nur ihr Blick geht unruhig zu der Ubr über dem Schminktisch hin. Sie berechnet die Entfernung. Und dann sieht sie den Mann fortgeben, in schwarzem Anzug und Zylinder. ..Leb* wohl, Sally", flüstert sie uohörböT. Er hat schon die Türe ins Scbloss gedrückt. Der Lärm des Riesenvarietes brandet weiter, doch Mirjam schläft ruhig, sie ist müde uud bat noch die Gsade des Scblafeukönnen» zu jeder Zeit. Indessen verfolgen Leas Gedanken Saliys Weg; sie sieht ihn den heiligen Raum betreten, sie glaubt, die vorgeschriebenen Gebete zu hören, aber es schwebt ihr dabei die kleine Synagoge der Heimat vor, das gute faltige Gesicht des Rabbiners, das hagere Profil des Vorbeters. „O — Mammy — wie spät mag es sein?" Das Kind ist aufgeschreckt und rüttelt sie am Arm. Die junge Frau dreht hastig das Licht an und schliesst das Fenster, um den prasselnden Regen abzuhalten. Draussen ist wohl die Dunkelheit eines Wolkenbruchs, aber nein, es ist später Abend! Sie bat geschlafen, hat sich in einen Traum von Heimat und Ordnung gerettet. „Du musst dein Essen haben, Mirjam!" — ,.Ob Pappi zur Zeit zurückkommt?" Um 9 Uhr 25 Minuten ist Saliys Auftritt —- Jetzt ist es 9 Uhr 9 Minuten! „Ich gebe zu Mr. Todd — er muss eure Nummer verschieben!" Lea eilt hinaus. Um sich Mut zu machen, versucht das Kind die Melodie: „Yes, I am your Utile Monkey." Die Stimme klingt ihm unheimlich. Sie beginnt, das rote Trikot überzuziehen. Sie hat Herzklopfen. «Pappi —?" Aufatmend kommt Lea zurück: „Die Tscherkessen kommen zuerst!" Mit flatternden Händen schlägt sie das Ei ins Glas, das Kind schiebt es fort: ..Ich kann nicht —" Beide sitzen eng aneinandergedrängt und starren auf die Uhr. — Längst ist das wilde Gewehrgeknatter vorüber. c möchte beten, wie sie bereut{ es ist ihre. Schuld, dass sie jetzt für die ..Nummer" zittern müssen! Das Kind, nun fertig geschminkt und in Perücke, steht mit seltsam eindringlichem. Blick vor ihr. Dieser gereifte Ausdruck erschüttert Lea — ein stummer, bewegter Augenblick verstreicht —. und als wenn Lea plötzlich etwas Neues begriffen hätte; sagt sie tastend, als Schiues einer langen Gedankenreibe: ..Würdest du dich trauen, Kid, die Nummer mit mir zu machen?" Mirjam erblasst unter dem grellen Rot ihrer Wangen: „Aber du kannst doch das alles gar nicht leiden?" Sie starrt auf die Mutter, "die schon am Schminktiscb beginnt, das dichte Haar eng zusammen zu drebeü. damit es unter die Kappe geht. „Papa wird sonst entlassen, ich bin schuld, du verstehst das nicht! Versuch es mit mir! Ich kenne jedes Wort, jeden Schritt, jede Bewegung!" Lea stockt — sie begreift die Ungeheuerlichkeit ihres Planes erst da sie ihn ausspricht. Inzwischen ist das Kind verschwunden — es eilt geschickt zwischen den Käfigen mit den dressierten Papageien hindurch und drängt sich zu dem gefürchteten Mr. Todd hin: ..Bitte — der Papa verspätet sich." Der. hagere Mann beugt sich zu der kleinen roten Gestalt herab, und während er mit den Augen die vorübertänzelnden Girls kontrolliert, hört er a»f Mirjams flehende Worte: „Allright — ein letzter Aufschub —, Hussan und Hussan werden vor euch auftreten -— aber dann, Kid." Ein ausdrucksvolles Achselzucken. Er schiebt das Kind bei Seite und es jagt in die Garderobe. Aber erschrocken prallt sie zurück: da steht der Clown ~ da steht Lea in dem flitterbese.tzten Trikot! Die tragische, "weissgeschminkte Maske fragt mit dem rotummalten Mund: „Wirst du nicht ängstlich sein, Liebling? Probiere es mit mir!" Ehe Mirjam antworten kann, wird die Tür aufgerissen. Sally überblickt den kleinen Raum. Er begreift mit dem unbestechlichen Instinkt des Herzens, was diese Bereitschaft bedeutet! Er versteht, dass ihm die Frau zurückgekehrt ist, dass sie wieder der Kamerad sein wird, den er mehr denn jemals braucht. Es werden keine Worle verloren,. man hört nur das rasche Atmen der drei Menschen und das Hantieren mit dem Clownskostüm. Als der Gong wieder anschlägt, betreten Sally und Kid die Bühne. Aus der wissenschaftlichen Welt Am 8. Februar beging der in Cerheniz (Böhmen) geborene bekannte Wirtschaftsgeograph Dr. Alois K raus in Frankfurt a. M. seinen 75. Geburtstag. 1905 habilitierte sich Kraus in Frankfurt, 1916 würde er ausserordentlicher Professor. Sein besonderes Fachgebiet war das Studiuni der wirtscbaftsgeographiscben Verhältnisse Indiens. Ueber die Ergebnisse 'seiner Reisen in den Fernen Osten bat er zahlreiche Beiträge in Fachzeitschriften veröffentlicht. In den letzten Jahren hat er seine Erfahrungen auf landwirtschaftlichem und kliraatolögischem Gebiet dem Hilfsverein der Juden in Deutschland in zahlreichen Fällen bereitwillig zur Verfügung gestellt. Die Königinmutter Mary von England besuchte die jüdische M o c a 11 a - B i b 1 i o t hv e k im üniversity College in 'London, die von Frederic David Mocatta. der von 1828 bis 1905 in London lebte, begründet wurde. Andere Teile seiner Bibliothek vermachte er seinerzeit der jüdischen Nationalhibliothek in Jerusalem und der Jewish Historical Society of England. Die Königin wurde bei ihrem Besuch vom Vorsteher des Museums, Sir Allen Moore, und von Gustave Tuck geführt. * In Frankfurt a. M. starb am 27. Februar der bekannte Bakteriologe Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Max N e i s s e r. Er' war am 19. Juni 1869 in Liegnitz geboren und habilitierte sieh nach Studien in Freiburg und Berlin, im Jahre 1898 in Breslau. Sein Hauptarbeitsgebiet war das der Hygiene insbesondere die Bakteriologie. Hier fand er neue Methoden zur Unterscheidung von Diphteriebazillen und entwickelte eigene Theorien über die Veränderlichkeit der Bazillen. Damit im Zusammenhang stehen seine Beiträge zur Serologie und zur Bekämpfung der Tuberkulose. 1899 kam er nach Frankfurt, wo er bis 1909 Mitglied des Instituts für experimentelle Therapie und bis 1933 Leiter des von ihm mitgeschaffenen Städtischen. Hygienischen Instituts war. '3"14/33 war er ordentlicher Professor für Hygiene * Ära 24. Februar vollendete der in Halle geborene Mathematiker Professor Dr. Felix Bernstein s«in 60. Lebensjahr, Er ist eis Enkel des Schriftstellers Aroo Bernstein (Rebenstein) und der Sohn des Hallenser Physiologen Julius Bernstein. Seine Studien vollendete er in Halle als Schüler Georg Cantors und in Göttingen. wohin er 1931 als ausserordentlicher Professor kam. 1921—1923 war er an dieser bekannten Stritte mathematischer Wissenschaft ordentlicher Professor für Statistik und Versicherungsmatheiaatik. An der Columbia University in New York, wo er sehoit früher Gastvorlesungen gehalten hat, hat er. seine neue Wirkungsstätte gefunden. * Professor Harry Torczyuer hielt am Warschauer judäistiseheu Institut eineu Vortrag über die von desa im Vorjahr von Arabern ermordeten englischen Professor Starkey in Lackich ausgegrabenen IS „Briefe". Diese Dokumente. aus dem 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechuag wurden von Torczyuer übersetzt. Es handelt sich um althebräische Schrifteeicben auf Tonscherben, welche Nachrichten des Kommandanten der belagerten jüdischen Festung an seinen Vorgesetzten enthalten. * Im Verlag von M. H e r t z b e r g e r u. Co. in Amsterdam erscheint von Professor Dr. Hugo Sinzheim er (früher Frankfurt a. M.; jetzt au den Universitäten Amsterdam und Leiden; ein neues rechtsgeschicbtliches Werk, das u. a. an den Gestalten Josef Ungers, Leviu Goldschmidts, Friedrich Julius Stahls, Eduard v. Simsons, Paul Labands, Georg Jellineks, Otto Lenels den jüdischen Anteil an der Rechtsentwicklung darstellt. * Der Schutzverband Deutscher Schriftsteller in Oesterreich veranstaltete eine Gedächtnisfeier für den verstorbenen Ernst Lissauer, bei der Oskar Maurus-Fontaaa die Gedenkrede hielt. * Die Niederländisch - Israelitische Gemeinde und die sehr alte Synagoge in Rotterdam bebandelt der Architekt J. Verheul in einer vor kurzer Zeit erschienenen kleinen Schrift. Hier wird ein Stück jüdische Geschichte entwickelt. Der Sekretär der Gemeinde, D. Wessel, schreibt im Vorwort über jüdische Gebräuche. Das Jüdische Museara ist nach Abhängung der Ausstellungen „Hundert Jahre jüdische K u n s t" und „Rabbi A k i b a Eger" neu aufgestellt worden; vor allem ist eiu dem Gedächtnis Max Liebermauns gewidmeter Raum errichtet worden. Das Sekretariat für Bildende Kunst eröffnet in Berlin, Marburger Str. 5, am Soimtae. 6. März, zwischen 11 und 14 Uhr, eine Ausstellung, in der folgende Berliner Künstler ihre Arbeiten zeigen: Dorothea H " r w i t z, Margarete N e b e m i a s , Ludwig Schwerin» Manfred Steinhardt. Einlass gegen Ausweis..

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