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Central-Verein-Zeitung · 1938-03-03 · 9 (3.3.1938) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
9 (3.3.1938)
Date
1938-03-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 C-V.-Zeifung Nr.9*3.M3rzl938 AusIandsnacliHcliten Argentinien Vor kurzem fand die Amtseinführung des neuen Präsidenten Dr. Roberto M Ortiz statt. In einer Rundfunkansprache erklärte er aus diesem Ankiss, dass er in Treue zu den Grundsätzen der Verfassung stehe, die allen Bürgern Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz sichere. Gleichzeitig nahm arucb das neugebildete Ministerium seine Tätigkeit auf. Da es sich weder in seiner Zusammensetzung noch in seinem Programm wesentlich von dem zurückgetretenen Kabinett unterscheidet, darf man annehmen, dass die Politik des Landes in den alten Bahnen weitergeführt werden und dass sich auch an der Einwanderungspraxis für Juden nichts ändern wird. Die „Örganisaeion Populär contra ei Anti-' semitismo" nimmt in einer GlückwunschbotschaÜ zu dem Amtsantritt von Dr. Ortiz und auf von ihm getane Aeusserungen Bezug und drückt die Hoffnung; aus, dass die Regierung auf die Eintracht aller Bürger des Landes sehen werde. Holland Aus Anlass seines 70. Geburtstages verlieh die Königin W i 1 h e I m i n e dem früheren Mitglied des Senats und der Kammer und ehemaligen Vorsitzenden des Gewerkschaftsverbanbandes, Dr. Henri Polak, den Orden des Holländischen Löwen. Der so Ausgezeichnete nimmt aktivauch am jüdischen Leben des Landes teil und kündigt für das Frühjahr das Erscheinen eines Buches über die Lage der Juden in Holland an. Jugoslawien Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch hat für das jüdische Frauenheim in Belgrad 10 000 Dinar gespendet. ' Oesterreich Nachdem der Bundeskanzler Dr. Kurt v. o n Schuschnigg, wie wir bereits mitteilten, den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde empfangen hatte, fand jetzt auch eine Unterredung mit - Regierungsrat ADr. Hermann Jüdiscbes Fachgeschäft S?ez. Röntgan- und Elektro-Medizin Bedarf für-den Arzt Auswanderer-Beratung, Anü. Verkauf . Röatsren-Insr. Kurt Marcuse Berlin N. 4,"Chau«seestrasse 5 Telefon 42 60 6S. Oppenheim, dem Präsidenten der „Union österreichischer Juden", statt. Dr. Schuschnigg erklärte, dass eine Aendernug der Verfassung vom Mai-1934, die die Gleichberechtigung aller österreichischen Bürger ohne Unterschied des Glaubens garantiere, nicht erfolgen werde, und dass man auch nicht eine Revision der wahrend des Krieges und der danach verliehenen Staatsbürgerrechte erwäge.. Eine. Reisegesellschaft jüdischer. Journalisten wurde, im Hause der österreichischen Presse in Wien durch den Präsidenten der Pressekammer, Minister Dr. Eduard L u d w i g , und Bundeskommissar Adam empfangen. Bei dieser Gelegenheit äusserte sich Staatsrat Dr. Desider Friedm a n n im Auftrag der Regierung und unter Hinweis auf Aeusserungen des Bundeskanzlers über die Frage der Eingliederung der jüdischen Jugend in das österreichische Jungvolk. Er sagte u. a., die Statuten seien ausgearbeitet, die Organisation erfolge in Verbindung mit dem allgemeinen- Jungvolk/ die Erziehung ausserhalb der Schule in religiös-sittlicher Hinsicht werde von der, Kultusgemeinde, die in staatsbürgerlicher Hinsicht durch das österreichische Jungvolk über- Uhrert K£K8£RT fCATZ Goldwaren Ankauf G.B. II.'4S54& W.30, Barbarossastr. 14. TeL 26 2132. wacht werden. Zur Leitung der jüdischen Sektion werde von der Bundesjugendfübrung ein Rabbiner als Referent bestellt werden. Die Autonomie der. einzelnen jüdischen Jugendorganisationen bleibe im Rahmen des Zusammenschlusses gewahrt. Nach Erreichung des 18. Lebensjahres können die Mitglieder der jüdischen Jugendorganisationen im Rahmen des Jungvolkes in die Vaterländische Front aufgenommen werden. Polen ■ -Der neue Leiter des Lagers der nationalen Ei nigung, General S k w a r c z y n s k i, sprach aus Anlass des Jahrestages der Gründung des Lagers über die Aufgaben, dieser Organisation. Er kam hierbei auch auf das Problem der Minderheiten zu sprechen und erklärte., dass man loyal mit ihnen zusammen arbeiten wolle. Die eigenartige Struktur der jüdischen Minderheit behindere jedoch die' normale Entwicklung Polens. Er widersetzesich jedem Terror. Die Auswanderung müsse jedoch im Interesse des Staates..organisiert werden. ■ Der Abgeordnete Budzinski hat im Sejm einen Antrag auf ein völliges Schächtverbot eingebracht. Wie wir seinerzeit meldeten, hatte der Verteidiger Wolf S 7. e z e r b o ws k i s , der wegen Tötung des Polizisten Kendziora in Brest- Litowsk zum Tode verurteilt worden-war. gegen das Urteil Revision eingelegt. Das polnische Obergericbt in Warschau .'hatte das Urteil annulliert, und das \Viinaer Appellationsgericht hat nunmehr die Todesstrafe in eine lebenslängliche Gefängnisstrafe umgewandelt. Rumänien Durch die Volksabstimmung vom 24 Februar ist die neue Verfassung in" Kraft getreten. Der Führer der judenfeindlichen „Eisernen Garde" und der Partei ..Alles für das Land", Codreanu, bat die Partei aufgelöst und die Legionäre ihrer Verpflichtungen entbunden. Die Standesbeamten wurden angewiesen, den Uebertritt von Juden zum orthodoxen Glauben vom Nachweis des rechtmässigen Erwerbs der -umänischen Staatsbürgerschaft abhängig zu machen. Schweiz Nachdem .bereits seit einiger Zeit von den Gerichten Mittel und Wege gesucht worden waren, Staatenlosen eine legale Existenz zu ermöglichen, hat jetzt ein Zürcher Gericht einen staatenlosen Juden freigesprochen, obwohl Briefmarken - Fritz Lewin Berlin W 35, LCtzowstrasse 91 Ä. st sich verbotenerweise in der Schweiz aufhielt. Das Zürcher Gesamt-Öbergericht, das den Fall in zweiter Instanz zu behandeln hatte, sah einen Strafausschliessungsgrund darin, dass der Betreffende aus Frankreich und Oesterreich ausgewiesen und von der französischen Polizei heimlich über die Schweizer Grenze gebracht wor- . den war. - Gleichzeitig übergab das Öbergericht dem schweizerischen Bundesrat eine Eingabe, in der dieser gebeten wird, gesetzliche Massnahmen zu treffen, die den Staatenlosen eine legale Existenz ermöglichen. * Am S. März wird in Basel eine von der dortigen Gemeinde ins Leben gerufene jüdische Bibliothek eröffnet. Vereinigte Staaten Der Gesetzgebenden Versammlung des Staates New-York liegt der Antrag vorhin das Strafgesetz eine Bestimmung aufzunehmen, nach der Personen, die bei der Bewerbung um eine freie Stelle den Bewerber nach seiner Religion oder Rasse befragen, bestraft werden sollen. Internationales Arbeitsamt berät über Siedlungsfragen Am 2S. Februar wurde in Genf eine vom „Internationalen Arbeitsamt" einberufene Konferenz eröffnet, deren Ziel es ist, ein Uebereinkommen zur Förderung der landwirtschaftlichen Einwanderung nach Südamerika auszuarbeiten. Wie gross namentlich das Interesse der Einwanderungsländer ist, geht daraus hervor, dass zehn sudamerikanische Staaten (Argentinien, Bolivien. Brasilien, Chile, Columbien. Dominikanisehe Republik, Ecuador, Peru, Uruguay und Venezuela) vertreten sind, während von den an einer Auswanderung überschüssiger Arbeitskräfte interessierten Staaten sieben europäische (Holland, Jugoslawien, Oesterreich, Polen, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn) und Japan Vertreter entsandt haben. In seiner Eröffnungsansprache führte der Direktor des „Internationalen Arbeitsamtes'', Harold Butler, aus, dass das Ziel der Konfe- '■■ renz kein politisches.:sei, sondern dass es sich einzig darum handeln könne, praktisch gangbare Wege zur Lenkung und Führung der Wanderung zu finden. - Der. Vertreter Argentiniens.,. Ruiz Guinazu, erklärte im Namen der Regierung Ortiz, dass für sein Land noch erhebliche Einwanderungsmöglichkeiten bestünden, ohne dass er allerdings in der Lage sei, genaue Zahlen zu nennen. Bedarf sei für qualifizierte Landwirte und Kolonisten. Die Regierung sei bestrebt, die neuen Siedler an die Scholle zu binden, indem sie ihnen Land in der Nähe der Zentren des sozialen Lebens zuweise. Der Delegierte Venezuelas wandte sich gegen die Abkapselung der Neueinwanderer, die zur Bildung von geschlossenen Fremdenkolonien führe, die. als Fremdkörper empfunden. werden müsste, zumal wenn sie sich ihre eigene Sprache, ihre eigenen Schulen usw. erhielten..Es müsse gefordert werden, dass gewisse Xuswandererländer ihre bisherige Politik in diesem Sinne änderten. Ecuador verlangte die Schaffung einer ständigen internationalen Auswanderungskommission. Die Vertreter B r a sil i e n s und Boliviens beschränken sich auf allgemeine Fragen. Von deu Ländern, die ihren Bevölkerungsüberschuss nach Südamerika abzugeben bereit sind, kam der Vertreter. Japans zu Wort. Er meinte, dass das Kaiserreich bereit sei, Kolonisten zu senden, wenn ihnen vernünftige Einwanderungsbedingungen gewährt würden. - Japan habe nicht die . Absicht, Zulassuiigsgenehmigung zu erbitten. Wenn aber seine Menschen willkommen seien, so werde es die Auswanderer sorgfältig .auswählen und darauf wirken, dass sie gute. Bürger ihrer neuen Heimat würden. Da die Tagung sehr gut vorbereitet ist — ein ausführlicher Bericht, der den Delegierten der 18 vertretenen Länder vorgelegt werden wird, HaierarbeiSefg / David Fnedmann Berlin W 15, Paderborner Str. 9. 97 25 65. und der-bisher nur auszugsweise bekannt war, wird in diesen Tagen veröffentlicht werden —, ist zu hoffen, dass die Konferenz ihrem Ziel näher kommt. Ekuador Der Hilfsverein der Juden in Deutschland teilt mit, dass durch eine neue Verfügung der ekuadorianischen Regierung eine vorläufige Einwanderungssperre für alle Juden angeordnet ist. Es werden jedoch in Kürze neue Bestimmungen erwartet, so dass zu hoffen ist, dass die Einwanderung von Landwirten und Handwerkern wieder möglich werden wird. Zur jüdischen Auswanderung Der Vorsitzende des Hilfsvereins der Juden in Deutschland, Max M. Warburg, tritt mit einer Kundgebung an die Oeffentlichkeit, der wir folgendes entnehmen: Der Hilfsverein der Juden in Deutschland hat gemeinsam mit der Reichsvertretung der Juden das verantwortungsvolle Amt des Sachwalters für alle die übernom- . men, die den Gedanken der Auswanderung nach Uebersee erwägen. Zehntausende haben in diesen Jahren Rat und Betreuung für ihre Auswanderungspläne gefunden, Hunderte suchen täglich die Beratungsstellen des Hilfsvereins auf, um sich die Kenntnisse zunutze zu machen, über die er durch seine Erkundigungen, Informationen und Erfahrungen verfügt. Von 1933 bis jetzt hat der Hilfsverein rund 26 000 unterstützte Auswanderer betreut. Darüber hinaus aber hat er den Unzähligen, die einer solchen Unterstützung nicht bedürfen, seinen Rat zuteil werden lassen. Er hat während des Jahres 1937 insgesamt in über 100 000 Fällen Auskunft erteilt, die Auswanderungswilligen beraten und ist ihnen in jeder Weise bei ihrem Auswanderungsvorhaben behilflich gewesen. Die Leistungen des Hilfsvereins, der heute die Auswandererzentrale für die gesamte jüdische Auswanderung ausserhalb Palästinas ist, dürfen in der Wanderungsgeschichte der Juden ein besonderes Blatt beanspruchen. Viel ist geleistet worden, viel mehr und Schwereres bleibt noch zu tun. Der Strom der Ratsuchenden verstärkt sich von Tag zu Tag, kaum ist er zu bewältigen; ihnen allen muss beratend oder tätig Hilfe zuteil werden. Jeder aber hat, sich selbst und der jüdischen Gemeinschaft gegenüber die Pflicht, kein Auswanderungsvorhaben durchzuführen, bevor es nicht vom Hilfsverein begutachtet ist. Nur dann werden schwere Schädigungen des einzelnen und der Gesamtheit vermieden werden. Wir rufen daher alle Mitglieder der Gemeinschaft auf: Helft uns bei der Durchführung unserer schweren Aufgabe mit eurem Denken und eurem Sinnen! Arbeitet mit an unserem Werke! Tretet ein in unsere Reihen und zeigt, indem ihr unser Mitglied werdet, wie ihr den Ruf der Zeit erkannt habt, damit der Hilfsverein in dieser schweren Stunde jedem Juden in Deutschland Freund und. Helfer sein kann. Keiner darf bei uns fehlen. Werde Mitglied, dann hilfst auch du! 1937 s 6780 unterstützte Auswanderer Die „Informationsblätte r" der Reichsvertretung der Juden in Deutschland eröffneten soeben ihren 5. Jahrgang mit einem Heft, das den ungewöhnlich mannigfachen Inhalt und den gewaltigen Umfang jüdischer Hilfsarbeit widerspiegelt. Von besonders aktuellem Interesse ist die Zahlenübersicht, die der Wanderungsausschuss der Reichsvertretung über die aus Deutschland im vorigen Jahre beförderten unterstützten Auswanderer gibt. Die Aufteilung des Zahlenmaterials erfolgt in zweierlei Richtung, einmal nach der zuständigen Organisation und zinn anderen nach Geschlecht, Alter, Staatsangehörigkeit. Beruf und Auswanderungsziel. Die Gesamt z a h 1 der unterstützten Auswanderer beträgt danach 6780. Davon entfallen auf den Hilfsverein der Juden in Deutschland 4850, auf das Paläsirraamt 1300 und auf die H a u p t s t e 11 e für jüdische Wanderfürsorge, die die Rückauswanderer betreut, 630. Wenn man die vom Hilfsverein (912) und die vom Palästinaamt (251) sonstige-i Abgefertigten hinzurechnet, so. gelangt man zu "einer Gesamtzahl von 7943, d. h. rund 8000 im Jahre 1937. Von den unterstützten Auswanderern waren, soweit der Hilfsverein tätig wurde, etwa 56 Prozent männlich und 44 Prozent weiblich-, soweit das Palästinaamt tätig wurde, etwa 59 Prozent männlich und 34 Prozent weiblich (Rest.: ohne Angabe!). . In. dieser Zahlenübersicht sind, was hervorgehoben zu werden verdient, nur die unterstützten und sonstigen abgefertigten Auswanderer berücksichtigt. Die Zahl der jüdischen Auswanderer überhaupt ist aber bedeutend grösser, zumal keineswegs alle von den jüdischen Auswandererberatungsstellen erfasst werden. An der nichtpalästinensischen Auswanderung waren die Altersgruppen unter 20 Jahren, 20 bis 30 und 30 bis 40 Jahre fast gleich stark beteiligt, etwa mit je einem Viertel der Gesamtzahl, und zwar ziemlich gleich bei Männern und Frauen. Bei den Männern, die nach Uebersee gingen, überwogen die selbständigen und angestellten Kaufleuie (jeweils über 20 Prozent), die Schüler (etwa 14 Prozent) und die Handwerkergehilfen (mit ungefähr 12,5 Prozent). Bei den Frauen überwogen die Berufslosen (etwa 40 Prozent);,(dazu zählen die Hausfrauen. D.R.); es folgen, nach grossem Abstand, die Schülerinnen und kaufmännischen Angestellten mit jeweils mehr als 14 Prozent und dann erst die Hausangestellten (über 12 Prozent). bringt wichtige Ereignisse in der jüdischen Welt. Jede Woche müssen Sie die C-V.-Zeifung lesen. Sie unterrichtet schnell und zuverlässig — für nur 99 Pfennig im Vierteljahr. Senden Sie mir bis auf Widerruf die C-V.-Zeifung 33 Pf. für März zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger.. Die erste Märznummer wird mir nacV gelieferr. Name:_____.............................._______ Ort: Strasse: Ausschneiden und mif 3 Pfg. frankiert (oder ouch unfrankiert) senden an: C-V.-Zeifung Vertrieb, Berlin W 15, Emser Strasse 42. Teief. 92 81 41. Wanderungsziel 1937: die weitaus höchste Ziffer erreichten die Vereinigten Staaten mit 41 Prozent bei den Männern und mit 47 Prozent bei den Frauen. Als von beiden Geschlechtern fast gleich stark „begehrt" zeigen sich Argentinien (zwischen 17 und 18 Prozent) und Brasilien (mehr als 5 Prozent), während beim übrigen Südamerika' die Zahlen stärker auseinandergehen (14,1 bei den Männerri, 12,4.bei den Frauen). Von den 630 R ü c k w a n d e r e r a war&it etwa die Hälfte Polen, beinahe ein Fünftel Tschechen und nahezu 10 Prozent Ungarn. _E. G. IL Wann verstosst die Erbeinsetzung eines Juden durch einen arischen Erblasser gegen die guten Sitten? In der „Deutschen Justiz" (Nr. 8 vom 25.. 2. 1938, S. 309) wird eine Entscheidung des 8. Zivilsenats des OLG. München vom 16. 11. 1937 (Ws 327/37) mitgeteilt' Danach steht, wenn eine arische Erblasserin nach Erlass der Nürnberger Gesetze unter Umgehung ihrer eigenen Verwandtschaft einen Juden, mit dem sie jahrelang ©Altmann & Gerson ÖKSKÜS w Berlin-Weissensee, Lothringenstr. 23. 56 3t 54. aussereheliche geschlechtliche Beziehungen unterhalten hat, zunTErben einsetzt, diese letztwillige Verfügung nach Inhalt, Beweggrund und Zweck zu dem herrschenden, in der nationalsozialistischen Weltanschauung begründeten Volksempfinden in Widerspruch. Eine solche Erbeinsetzung ist demgemäss wegen Verstosses gegen die guten'Sitten nach § 138~BGB nichtig. Das OLG und das Landgericht haben es — im Gegensatz zum Amtsgericht — dahingestellt sein lassen, ob das Testament schon wegen der blossen Tatsache als nichtig anzusehen sei, dass eine Arierin unter Umgehung ihrer . Verwandten "einen Juden zum Alleinerben eingesetzt habe. Fünf. Jfjahre . : BLilfe' und A ufbam Professor Dr. Ismar Elbogen (Berlin) schreibt: „.Hilfe und Aufbau* hat sich für alle jüdischen Menschen als Notwendigkeit erwiesen, Sur Wohlhabende und Bedürftige, darum müssen alle diese Institution fördern. Wir Juden in Deutschland sind vor die Aufgabe gestellt, bei schrumpfender Substanz wachsende Leistungen hervorzubringen. Das können wir nur bei straffster Organisation und willigster Bereitschaft. Darum müssen wir ,Hilfe und Aufbau' nach Kräften unterstützen.^ Chefredakteur- Dr. Alfred B i r s c h berg, -stellvertretender Chefredakteur: Dr. Margarete Edelheim. Verantwortlich für den Sport: Dr Ernst G. L ö w entbal; verantwortlich für die Aufnahme von Bildern: Dr. Margarete Edel heim, sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Freiutnschlag beizufügen Leiter der Anzeigen Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der o?Zaßenr>,F £ie^ricb Nathan. Berlin DA IV. Vj. 37 095, PI. 6 Verlag: Jüdischer Central Verein e. 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