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Central-Verein-Zeitung · 1938-02-24 · 8 (24.2.1938) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
8 (24.2.1938)
Date
1938-02-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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SeFfe 6 C-V.-Zeifung Nr. 24. Februar 1938 Haifa 4. 3. 7. 3. 8. 3. 5 Pf.?*sis§kiti$s$ mtk fktotm Erscheiat wöchentlich ofcae Gewähr. PostschJuss für Luftp08ts«äd«iigeii bei fclsenden Postämtern: Berlin SW 11. FrankfortlMaiii: Kahnpostatnt 19 oder Flughafen; Mönchen Postamt 2 (Fingt™ fen); KöJd Plaghafen Sinwurf bei anderen Postämtern oder in anderen Orten bis zu 1 Tag früher. Abkürzungen: B. A. Buenos Aires; Cherb Cßeibourg; Liss. Lissabon. Ziffern in Klammern Postschlnsszeiten. Ah Seeweg nach Nordamerika An Berife Ham&ur» Bremen Gherb. N.-York 28.2. 28.2 (19") „Queen Mary" 2.3. 7.3. 5.3. S. 3. (19) „Bremen" 4. 3. 5.3. 10.3. Luftweg: Bis auf weiteres kerne Verbindung Seeweg nach Südamerika B€?Jta Frankf. München Neapel Liss. Bio B.A. 26.2.(23) 27.2.(14) 2.3. 14.3. 18.3. 3.3.(17) 4.3.(9) 5.3. 17.3. 21.3. Luftweg: Zuschi 7,50 RM für je 5 g (1,25 Brasil.) Berffn Frankfurt Köln Bio S. A. 36. 2. (9) 26. 2. (Ii) 26. 2. (14) Fr. Lnftp. 1. 3. 2. 3. 2.3. (21) 2. 3. (24) Dt. Luftp. 5.3. 6. 3. Seeweg nach Südafrika Berlin Köln Sottthastptoo Kapstadt ■2. 3. (141 2. 3. (21) 4. 3. („Anmdel C.") 21. 3. Kapstadt—Johannesburg (oder Pretoria) 30 Stunden Luftweg: Zuschlag 35 Pf für je 5 g Berlin München Brindisi 26. 2. (7) 26. 2. (10) 27. 2. (13) > Lanfzeit 2. 3. (7) , 2. 3. (10) 3. 3. (13) / 8-9 Tage See- und Landweg nach Palästina Bertin München 25. 2 (15) 26. 2. (9) via Belgrad—Istanbul 27. 2. (14) 28. 2. (9) via Belgrad—Istanbul 1. 3. n6) 2. 3. (9) Schiff 3. 3. ab Brindisi 3. 3. (16) ' 4. 3. (9) Schiff 5. 3. ab Brindisi Luftweg: Zuschlag 10 Pf für je 5 g; mir.d. Bertis Mönchen Neapel Brindisi \ 28.2. (7) 26. 2. (10) 27.2. (7) | Laufzeit 27.2. (7) 27.2. (10) 28. 2. (11) f ot/ - 1.3. (7) 1.3. (10) 2. 3. (7) -/« 3.3. (7) 3.3. (10) 4. 3. (7) j sie von ihrem Handwerksbetrieb allein nicht leben können und auf die Erzeugnisse ihrer Hilfswirtschaft, die nicht unbeträchtlich kleiner sein kann als die normale Sieulersteile, für ihre Selbstversorgung unbedingt angewiesen sind. An die Errichtung klein industrieller Betriebe, auch solcher, die für die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte bestimmt sind, kann erst nach mehreren Jahren der Entwicklung der Gruppensiedlung gedacht werden. Zur Zeit ist die Änsiedlung mehrerer hundert jüdischer Familien aus Deutschland in den Kolonien der JCA in Argentinien im Gang. Der Fortführung dieses Ansiedjungsprogramms der JCA kommt angesichts der festgefügten Sied- Inngsorganisation, der praktischen Erfahrungen und der Kapitalkr&ft dieser grössten jüdischen Kölonisationsgesellscbaft — ausserhalb Palästinas — erhebliche Bedeutung zu. Neben den bereits 'Angesiedelten befindet sich eine ganze Reihe von der JCA bestätigter Familien vor der Aoeiedlung bzw. vor der Auswanderung. In den letzten Monaten ist es weiterhin gelungen, zusätzlich die Zusage für die Änsiedlung einer beschränkten Zahl von Familien mit einem gewissen Eigenkapital zu erhalten. '— Wie erwähnt, befindet sich ein Siedlungsprojekt in Päräna in dem Stadium fortgeschri(teuer Vorbereitung. — Pläne in Cypern und USA werden bearbeitet. Wir haben in Vorstehendem — auf kurzem Kaum zusammengedrängt — die wichtigsten Probleme der Gruppenwanderung behandelt. Wir Sind mit voller Absicht der sachlichen Darstellung der Schwierigketten nicht ausgewichen. Gruppensiedlung kann, wenn sie nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt seih soll, nur das Produkt sorgfältigster Prüfung, genauester Vorbereitung und planmässiger Durchführung sein. Die Gruppensiedlung eignet sich ganz gewiss nicht für billige Schlagworte und oberflächliche Parolen. Sie stellt für einen zahlenschaffen. massig nicht einmal sehr kleinen Kreis jüdischer Familien aus Deutschland eine Chance dar, in schwerer Arbeit und mit persönlichen Opfern, aber mit jüdischer Würde eine Existenzbasis und einen Lebensraum für unsere Kinder zu Organisation der Wanderuns Zahlen aus dem Etat der Reichsvertretimg Innerhalb des Etats der Reichsvertretung, über dessen Annahme durch den Rat wir bereits berichtet haben, steht der Wanderungsetat sowohl seiner Höhe als auch seiner allgemeinen Bedeutung nach weit an erster Stelle: Von den 4,35 Millionen RM des Gesamtetats entfallen rund 1,4 Millionen RM au! die mit der Wanderung zusammenhängenden Aufgaben. In vorderster Reihe finden wir mit rund 925 000 RM die Mittel, die für die Förderung der allgemeinen Auswanderung ausgeworfen werden. Dazu sind einige Erläuterungen recht interessant. In den ersten zehn Monaten des abgelaufenen Jahres hat der Hilfsverein an Zuschüssen rund 706 000 RM ausgezahlt, das heisst monatlich durchschnittlich 70 000 RM. Die Durchschnittszahl der Auswanderer, die im gleichen Zeitraum monatlich unterstützt wurde, ist 396. Gegenüber einer rückläufigen Entwicklung der Auswandererzahl im ersten Vierteljahr, die durch besonders starke Einwanderungsersehwerungen bedingt war, hat seit April der Monatsdurchschnitt der unterstützten Auswanderer eine stetig steigende Tendenz. Infolge des Vorwiegens der Üebersee-W7anderung steigen gleichzeitig die Kosten pro Auswanderungsfall. Der durchschnittliche Betrag für den Einzelfall betrug in den ersten zehn Monaten 1937 rund 178 RM Für die Förderung der Palästina-Wanderung sind in den Etat der Reichsvertretung 240 000 RM eingesetzt worden. Die Ausgaben des Palästina-Amtes für die Zuschüsse an "Auswanderer belieien sich in den ersten zehn Monaten 1937 auf rund 148 000 RM für 1206 auswandernde Personen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Schlussfolgerungen aus Durchschnittszahlen beim Palästina-Amt deshalb besonders schwer zu ziehen sind, weil, je nach dem Zeitpunkt der Zurverfügungstellung von Zertifikater/ die Monatsausgaben ausserordentlich schwanken und der Monatsdurchschnitt abhängig von dem zufälligen Schlusstage ist. Immerhin sei daraui hingewiesen, dass die Ausgaben des Palästina- Amtes in den Monaten Mai bis August 1937, das heisst in denjenigen Monaten, für die seitens der Mandatsregierung bereits diejenigen Einwanderungsziffern, welche mutmasslich bis zur endgültigen Regelung gelten werden, eingesetzt waren, rund 80 000 RM betrugen. Als Beitrag zu den Organisationskosten der einzelnen Wanderungs- Organisationen wurden in den Etat "der Reichsvertretung eingesetzt für den Hilfsverem 60 000 RM. für das Palästina-Amt 43 800 RM und für die Jüdische Landarbeit GmbH (IIa) erstmalig 3600 RM. Dabei wurde dem Kuratorium des Hilfsvereins die Aufgabe gestellt, eine Untersuchung über die Höhe der Verwaltungskosten und über vielleicht mögliche Einsparungen beschleunigt durchzuführen und der Reichsvertretung Bericht zu erstatten. Das Palästina-Amt seinerseits hat sich verpflichtet, von einem etwaigen Ueberschuss die ihm von der Reichsvertretung gewährten Beiträge zurückzuzahlen. In der IIa ist in Zusammenwirken von Reicbsvertretung, Jüdischer Gemeinde Berlin, Centrai-Verein, Hilfsverein, Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten. eine Stelle geschaffen worden, welcher die Durchführung von Kollektiv-Siedlungsplänen übertragen werden soll. Die Finanzierung erfolgt durch die beteiligten Organisationen zu gleichen Teilen. Für die Rückauswanderung sieht der Etat der Reichsvertretung 15 000 RM vor. Der Betrag ist gegenüber dem Vorjahr um 5000 RM erhöht worden, weil in den letzten Monaten die Zahl der Rückauswanderer nach den Uebersee- Ländera gewachsen ist, so dass der Durchschnitts- Zuschussbetrag pro Kopf des Auswanderers steigt In den ersten zehn Monaten 1937 wurden pro Monat eiwa durchschnittlich 50 Personen zur Rückauewanderung gebracht. Der durchschnittlich« Kostenbetrag je Rückauswanderer betrug etwa 25 RM. Als neuer Posten erscheinen im Wanderungsetat der Reiehsvertretung 20 000 RM für Gepäckbeförderung. Aus der Debatte in der - Ratstagung ergab sich, dass dieser Betrag insbesondere für auswandernde Ila-Siedlerfamilien aus Notstandsgebieten, in denen also die Gemeinde keinen Zuschuss geben kann, verwandt werden und 50 RM pro Kopf nicht überschreiten soll. An dieser Stelle erfuhr man auch aus der Debatte, dass — soweit vermögende ausländische Verwandte vorhanden sind — diese in irgendeiner Form zur Beteiligung an den Auswanderungskosten der betreffenden Familie herangezogen werden sollen. Gegenüber der Feststellung, dass dies oft zu Missstimmung bei ausländischen Verwandten Auswandernder führe, wurde betont, dass es sich hierbei nicht um eine generelle Regelung handele, und dass in begründeten Fällen von einer Heranziehung abgesehen werden könne. Ganz dürfe man aber deshalb nicht darauf verzichten, weil hierdurch bei den jüdischen Organisationen in Deutschland eine erhebliche Entlastung von Kosten eintrete, was bei der Knappheit der Mittel und den immer notwendiger werdenden Einsparungen unbedingt ins Gewicht falle. Neu eingesetzt wurden in den Reichsvertretungsetat ferner 12 000 RM als Zuschuss für die vom Hilfsverein und anderen jüdischen Stellen eingerichteten Sprachkurse, die als eine der wichtigsten Vorbereitungen für die Auswanderer bezeichnet werden müssen. Für unvorhergesehene Beanspruchung wurden schliesslich wieder 20 000 RM im Etat berücksichtigt. Aus ihnen sollen in Zukunft in Sonderfällen auch Zuschüsse zu den Transportkosten für berufsnotwendiges Handwerkszeug geleistet werden. Ein Rechenschaftsbericht des Hilfsvereins Der Hilfsverein ist für jeden jüdischen Menschen in Deutschland zu einem Begriff geworden. Aber es gibt sicherlich nicht allzu viele jüdische Menschen, die — auch wenn sie die Beratungssteilen des Hilfsvereins schon in Anspruch genommen haben — eine gründlichere Kenntnis von den Einzelheiten, aber auch von den Schwierigkeiten seiner Arbeit haben. Deshalb ist es besonders zu begrüssen, dass in diesen Tagen eine auch in der äusseren Aufmachung besonders eindrucksvolle Broschüre (die von der Werbeabteilung des Hilfsvereins, sie an derartige Situationen schon gewöhnt. Plötzlich muss ich den Kopf wenden, denn ich habe das Gefühl, dass mich jemand konzentriert anstarrt. Ich sehe zunächst nur zwei Augen, nur etwa fünf Yards von mir entfernt; dort liegt eine zweite Löwin. Die Farben, des Felles unterscheiden sich fast nicht von dem umgebenden verdorrten Gras, und erst allmählich sehe ich das Tier deutlich vor mir. Nach dem ersten Erstaunen der unvermeidliche Griff zur Kamera. Als ob die Löwin es geahnt hätte, dreht eie den Kopf nach "der anderen Seite, und ich warte auf den Moment, die faszinierenden grauen Augen auf den Film zu bannen; aber eie will nicht, sondern erhebt sieh langsam und schlägt sich seitwärts in die Büsche. Noch ein Löwe liegt im Unterholz nahe bei uns und beobachtet uns. Dann läuft er dicht neben uns vorbei in eine Lichtung — der Löwin nach, um eich zu sonnen. "Wir fahren weiter, wenden aber nach einer Weile, um die Löwin weiter zu beobachten. Als wir zurückkommen, sind die anderen Leute weggefahren. Die Löwen scheinen nur auf uns gewartet zu haben. Sie sind alle drei auf der Strasse, beäugen uns, und als wir hupen, drehen sie uns den Rücken und laufen einer nach dem anderen vor uns her, ohne sich weiter um uns zu kümmern. Mein Begleiter fährt den Wagen und folgt de» Löwen, während ich mit der Kamera einen herrlichen Schnappsebuss zustandebringe. Sie haben grosse geschmeidige Körper, jede ihrer Bewegungen ist vollendet schön und elastisch, ihr Ausdruck so majestätisch, dass sie den Namen „König der Tiere" wohl verdienen. Ein grosser Baboon steht schreiend vom auf der Strasse und macht gestikulierende Bewegungen mit den Armen. Er bat anscheinend keine Angst vor den Löwen, Sonst wäre er schon weggelaufen.. Riesige blaue Wolken tauchen vor uns über dem Busch auf, als wir uns dem Camp „Lower oabi'' nähern. Ein Waldbrand von riesiger Ausdehnung schickt seine Rauchwolken schon viele Meilen voraus. Wir wollten zur „Crocodile bridge", nahe an der portugiesischen Grenze, aber der Brand versperrt uns den Weg. So fahren wir über den Sabi-River hinter dem Camp weiter nach Norden. Zebra- und Büffelherden grasen einige hundert Yards abseits von der Strasse, und wenige Meilen entfernt zieht sich ein Höhenzug hin: die Grenze von Mozambique. Kaum von Bäumen zu unterscheiden, gigantisch wie Tiere der Urwelt, erkennen wir durchs Fernglas sieben Giraffen. Sie sind so gross und majestätisch, und doch, ihre Farbe wie die alier Tiere, denen wir begegnen, passt sich derart der Umwelt an, dass man sie mit Bäumen verwechseln könnte. Eine Reifenpanne unterbricht die Fahrt für eine halbe Stunde. Ich liege im tiefen Staub unter dem Wagen und winde den Heber hoch. Mein Kamerad wechselt die Räder. Glühend steht die Sonne über dem Busch. Schweiss mengt sich mit Staub, und nach wenigen Minuten sehe ich aus wie ein Bergwerksarbeiter. Das Badewasser am Abend im Camp hatte eine dem Kaffee nicht unähnliche Farbe. Eine Negerin, fast ganz nackt, mit einem Baby auf dem Rücken, scheint sich um irgendwelche Raubtiere, die ihr begegnen können, nicht aufzuregen. Ais ich eine Aufnahme von ihr machen will, beginnt sie in einem Negerdialekt auf uns einzureden und wird erst durch einen Sixpence besänftigt; sogleich stellt sie sich lächelnd in Positur. So fahren wir viele Meilen durchs Reservat und kommen am Abend wieder nach Skukuza. Einige Löwen hatten vorher gerade ein paar Impalas überfallen, die auf der anderen Seite des Flusses zur Tränke kamen. Die Neger deuten erregt über den Fiuss und erklären die Geschehnisse in einem schwer verständlichen Zuludialekt. Wir Weisse stehen mit Ferngläsern und versuchen, ob wir von dem Ereignis noch einen Blick erhaschen können. Einige Hyänen, wie grosse Hunde aussehend, umschleichen unseren Wagen am nächsten Morgen, beschnuppem und begutachten die Motorhaube, Reifen und Kotflügel, und nachdem sie uns auf diese Weise Ade gesagt haben, trollen sie sich von dannen. Als wir aus dem Park heraus sind, überholen wir einen nackten Neger — auf dem Fahrrad! Kontraste Afrikas! — Die Rückfahrt geht über drei Pässe, immer wieder durch Täler und Berge hinauf, Gebirge, Flüsse, Farmen, durch eine herrliche grüne und blühende Landschaft. Eindrücke und Bildausschnitte, Perspektiven wechseln von Minute zu Minute, nur ein Film, ein Farbenfilm könnte diese Eindrücke wiedergeben. Bi3 hinter Schoemanns Kloof steigen wir über Kehren und steile, geröilbedeckte Strassen bis zur Höhe eines Kamms; nach drei Seiten schweift der Blick, der Wrind pfeift uns um die Ohren, bis Täler, Schluchten, Einschnitte in ihrer Faltung weicher werden und sich ebnen. So sind wir dann wieder auf der Hochebene von Transvaal angelangt, und der Rest der Reise verläuft ziemlich eintönig. Achthundert Meilen sind wir gefahren, und was wir gesehen haben, die Tiere, die nächtlichen Campfeuer, der in der Ferne verhallende Gesang der vom Waldbrand heimkehrenden Neger, ausgetrocknete Fluseläufe, Schluchten und bizarre Felsen, die üppige Vegetation der Flusstäler, die Eintönigkeit der Hochpässe, der blaue Winterhimmel, — das war einmal ein Stück „Real Afrika"! Ernst Jacobs. Veränderung im Luftpostverkehr nach Südafrika. Wie das Reichspostministerium bekanntgibt, findet" der Flug I der Luftpostlinie London—Durban—Kapstadt nicht mehr, wie bisher, jeden Dienstag, sondern neuerdings jeden Mittwoch ab London statt. Infolgedessen verschieben sich auch die Postschlusszeiten in Berlin, München und Brindisi sowie die Ankunft um je einen Tag. Für den zweiten der beiden wöchentlichen Postflüge nach Südafrika bleiben die bisherigen Postschlusszeilen unverändert bestehen. Die Neuregelung ist in unserer Rubrik ..Po<?f steh Hisse nach Uebersee" bereits berücksichtigt. Berlin W 15, Ludendorffstrasse 20, kostenlos abgegeben wird) erschienen ist, die die jüdische Oeiientlichkeit mit dem grossen und schweren Aufgabenkreis des Hilfsvereins vertraut macht In drei Abschnitten werden Aufgabe, Arbeit und Organisation des Hilfsvereins dargestellt und durch eine Reihe von bedeutungsvollen Ziffern unterstrichen. Im Jahre 1938 wurden mit Hilfe des Hilfevereins 5543 Personen zur Auswanderung gebracht, in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 3471, die sich zumeist nach Üebersee gewandt haben. Die Zunahme der Ueberseewanderung gegenüber den Jahren 1933 und 1934 haben auch "die pro Kopf des Auswanderers aufzuwendenden Ausgaben beträchtlich ansteigen lassen. So betrugen die Auswanderunsszusebüsse im Jahre 1934 68 RM, im Jahre 1935 140 RM pro Kopf. 1936 und 1937 stiegen sie dagegen auf 285 RM bzw. 330 RM. Der" Hilfsverein hat also in etwa lVs Jahren die Auswanderung von weit über 8000 Menschen finanziell unterstützt Nicht eingerechnet ist dabei die Zahl derjenigen, die sich nur zur Beratung an den Hilfsverein .gewandt haben und die ihre Auswanderung dann aus eigenen Mitteln bewerkstelligten. Durch vielerlei "SonderakHonen hat der Hilfsverein darüber hinaus die Auswanderung zu fördern und in geordnete Bahnen zu lenken versucht. Stichwortartig seien erwähnt: die Unterbringung von Kindern in USA; Informationsreisen nach Süd- und Ostafrika; die allgemein bekannte Sonderfahrt der „Stuttgart" nach Südafrika; die Einschaltung des Hilfsvereins in das Transferverfahren für Auswanderer usw. Daneben sieht es der Hilfsverein als eine seiner Hauptaufgaben an. jede sich bietende Einwanderungsmöglichkeit zu ergreifen und die dafür geeigneten Menschen auszuwählen. Hierher gehört z. B. die Unterbringung von Handwerkern in Australien, von Spezialisten in einigen südamerikanischen Ländern, die auswanderungstechnische Beratung und Betreuung der für die Ica-Siedlungen in Argentinien in Frage kommenden Menschen und noch vieles andere. Ueber alle diese Fragen unterrichtet die er wähnte Broschüre; daneben behandelt sie aber auch allgemeine auswanderungspolitische Probleme und gibt schliesslich einen interessanten Einblick in den Neuaufbau der Organisation des Hilfsvereins, die durch die dauernd wachsende Beanspruchung notwendig geworden ist. Dass die Arbeit des Hilfsvereins auch in weitesten Kreisen der jüdischen Oeffentlichkeit Anerkennung fand, ergibt sich daraus, dass der Mitgliederbestand trotz der erheblichen Verminderung der jüdischen Bevölkerung allein 1937 einen Zuwachs von über 50 Prozent zu verzeichnen hatte. Eine wertvolle Ergänzung zu den Darlegungen der Broschüre bildet die Ansprache, die der Vorsitzende des Kuratoriums des Hilfsvereins, Max M. W a r b u r g, auf der Jahresversammlung am 14. Oktober 1937 gehalten hat. Sie ist am Schlüsse des Heftes im Wortlaut abgedruckt und befasst sich mit allen Einzelfragen der jüdischen Wanderungspolitik. H. W-I. Offene Auslandssteilen Zur Vermittlung genehmigt durch das Landesarbeitsamt Brandenburg. Ge s u c h t werden: nach Bogota, (Kolumbien): a) jüdischer Bauzeichner für Arefaitektnrbüro mit mindestens dreijähriger Büropraxis, möglichst mit spanischen Kenntnissen; Familienväter "bevorzugt: b) jüdischer Gewerbelehrer für Spinnerei mit Unterrichtserfahrung an Textilschulen; spanische Kenntnisse erwünscht: c) jüdischer Gewerbelehrer für Weber e i und Dessi-n-ation mit Ujateirichtserfabrtmg; spanische Kenntnisse erwünscht: d) jüdischer Gewerbe!eh rer für Textilweberei mit Unterriehtserfahnmg an Textitschulen: spanische Kenntnisse erwünscht: e) jüdischer Gewerbelehrer für Maschinenbauschule mit Unterrichfserfahrung; nach Rom ausgebildeter jüdischer Optiker. für die Philippinen Nationalökonom als Lektor und Repititor für das Finanzu n d Bankwesen. Es kommen nur Akademiker in Frage, die bereits nachweislich eine ähnliche Tätigkeit ausgeübt haben; nach Curacao (i»fittelamerika1 für Warenverkaufsgeschäft allgemeiner Art jüdische junge Leute mit guten kaufmännischen Kenntnissen, die in einem Im- und Exportgeschäft gearbeitet haben und englisch und spanisch sprechen können: nach der Türkei für Zentralbüro eines Unternehmens jüdische "Maschinen-, Elektro- und Bau Ingenieure zur Anlage von Kraftzenoralen, Transportanla.gen und Werkzeugmaselünen für Bergwerkshetricbe. Monatsgehalt 400 türkische Pfund brutto. Bewerbungen usw. - sind in doppelter Ausfertigung einzureichen: für Cafe in M a n d s c h u k u <> jüdischer Geiger, Pianist, und Cellist. Während der zwei Sommermonate werden die drei Mnsiker in einem Badeort in Japan beschäftigt. Gehalt 200 Yen nebst Abendbrot; nach Südafrika jüdischer Fliesenleger, der vor allem die Fixierung von Glasbelag auf «enkrechten Wänden vornehmen kani: nach Honduras < Zentraifimcrika > junger jüdischer selbständig arbeitender Uhrmacherg e h i 1 f e mit guten F.mpfehlunspn: ■ von einer nach N e ti - ,S e o 1 a n d übersiedelnden Dame jüngere jüdische Kraft zur vollständigen Führung des Haushaltes und zur Uebernahme aller häuslichen Arbeiten. Da die Hansfrau leidend Ist, wäre eine in der Krankenpflege erfahrene Dame, wie Aerztta oder Schwester, erwünscht; na/m Provinzstadt- Englands für nicht rituell geführten 12-Zimmer-Tfa.nshah bei sr-tom Cehalt ganz perfekte jüdische Köchin. Alter bis 40 Jahre. Hausgehilfin vorhanden. Arbcitserlaubnis wird besorgt: von Finna in Italien zwei jüdische Ingenieure oder Techniker, die Praxis in ~$?r Herstellung von Autoteilen. Zündkerzen, Dynamos haben. Arbcitserlatibnis wird besorgt. Ausführliche Bewerbungen nur auf Luftpostdünnpapier. Lebenslauf. Zeugnisabschriften sowie Pas?- photn werden weitersroleitcf rlureh die Jüdische Ge. meimle. FW!in SW 19. Lnndepsfraw 13-50. Re "er' »ngen nur auf gewöhnli'-hem Postt»:ipi>r wo-den ni fot mit Luftpost befördert.

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