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Central-Verein-Zeitung · 1938-01-27 · 4 (27.1.1938) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
4 (27.1.1938)
Date
1938-01-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 C-V.-Zeitung Nr. 4* 27. Januar 1938 Elegie von der Vergänglichkeit „Und jeden Morgen . . Die Wirkung der vorgetragenen epischen und lyrischen Stücke hätte sich zweifellos noch wesentlich erhöht, wenn Picard dem gesprochenen Wort mehr als die anheimelnde mundartliche badische Färbung hätte geben können, wenn er das Wortgefüge klarer und kunstvoller gegliedert und dem Ganzen mehr Gestalt verliehen hätte. Aber es ist eine alte, vielfach bestätigte Erfahrung: Dichter sind nur in den seltensten Fällen ideale Dolmetscher ihrer eigenen Werke. ' H. L. Wort und Ton fügten sich gut zueinander, und so wirkten die Darbietungen des Trios Helene L a c h m a n s k i - S c h a u I, Godfried Z e e 1 a n - d e r, Hansjürgen R o n i s keineswegs nur als Rahmen, sondern vielmehr als den Abend mitgestaltend. Die drei Musiker sind im jüdischen Kulturleben zu bekannt, als dass man die Qualität jedes einzelnen und die Güte ihres Zusammenspiels, von neuem hervorheben müsste. Man hörte zu Anfang Mozarts beschwingtes G-dur- Trio, zwischen den Vorlesungen einen ausserordentlich wirksamen Tschaikowsky-Satz und als schönen Ausklang Andante und Finale aus dem Trio d-moll von Mendelssohn. In dem herzlichen Beifall der zahlreich erschienenen Zuhörer kam der Dank für einen erlesenen Kunstgenuss zum Ausdruck. _ E. G. L. Gesellschaftsabend der Berliner Wirtschaftshilfe Die Wirtschaftshilfe der Jüdischen Gemeinde (Abteilung Aerzte) veranstaltete zugunsten notleidender jüdischer Aerzte und Künstler einen Gesellschafts abend. Die Säle des Jüdischen Brüdervereinshauses waren nicht nur stark besucht sondern überfüllt, und es ist deshalb mit Sicherheit zu -erwarten, dass dem Hilfsfonds beträchtliche Mittel zur Unterstützung bedürftiger Menschen zugeflossen sind. Wena auch dieser «Abend, was den Zeitverhältnissen widersprochen hätte, kein rauschendes Fest war, so bot er doch ein schönes, buntes und dazu würdiges gesellschaftliches Bild. Für Unterhaltung warr abgesehen davon, dass zum Tanz, zu dem drei Kapellen aufspielten, reichlich Gelegenheit geboten war, bestens gesorgt. Der Chor des Jüdischen Kulturbundes Berlin unter Leitung von Intendant Dr. Kurt Singer und Kapellmeister Berthold Sander sowie als Solisten Paula S a 1 o m o n - L i n d b e r g , Charlotte S a 1 o - monski-Rosen (Violine), Rudi Lehman n (Klavier) und Hedi H a a s e (Chansons) hatten sich zur Verfügung gestellt und fanden mit Erna Klein und Dr. Arthur W o 1 f f, die sich in die Begleitung teilten, grossen Beifall. Worte der Begrüssung sprachen Dr. Adolf Me t z .als -Leiter der veranstaltenden Organisation, Direktor Josef Schm eidler vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin sowie Dr. Kurt Singer. E. G. L. Konzerte und Vorträge KALENDER Jüdischer Kulturbund Berlin Wochenplan Theater in der Kommandantenstrasse 57. 20 Uhr: ., V i e 1 L ä r m um n i c h t si( : 29. Januar (Abt. 7, 17), 31. Januar (Abt. 21, 31), 1. Februar (Abt. 9, 19); „Kap der Guten Hoffnung" : 2. Februar (Abt. 23, 33), 3. Februar (Abt. 42, 52). Kulturhundsaal, Kommandantenstrasse 58/59: 29. Januar, 20V4 Uhr: Kleinkunstbühne; 3. Februar, 20 Uhr: Orchesterkonzert. Im Klubheim des Frauenbundes in Berlin sprach Justizrat Dr. Dr. h. c. Julius Magnus über Heinrich Heine. Man nahm aus diesem klug und neuartig aufgebauten Vortrag den. Vorsatz mit nach Haus, sich von neuem in des Dichters Werk zu versenken. Denn was der Redner zu sagen hatte, war mehr als eine Uebersicht über die religiösen Stimmungen Heinrich Heines, der zwischen den Zeiten, zwischen den Konfessionen stand. — Mit besonderer Liebe verweilte der Vortragende bei dem Familiensinn Heines, bei seinem Verhältnis zur Mutter. Die Verse, die -er auf sie und über sie gedichtet hat, seien das Höchste und Tiefste, auch in der äusseren Form. So gestaltete sich diese abendliche Veranstaltung im Klubheim des Frauenbundes zu einer wirklichen Begegnung mit des Dichters Kunst, für die das zahlreich erschienene Publikum dankbar war. Dr. Olga Bloch. Die Veranstaltung in der Synagoge Fasanenstrasse „Die P s a"l m e n in der Musik" hatte eine beträchtliche Hörerzahl versammelt. Rabbiner Dr. S w a r s e n s k y gab eine Einführung und verbindende Worte, die den unterschiedlichen Kompositionen als Rahmen sehr zustatten kamen. Da die Auswahl infolge der reichen musikalischen Psalmenliteratur nicht leicht war — die empfindungsstarken Gesänge haben von jeher jüdische und nicht jüdische Komponisten angeregt —, hatte man sich eine -Beschränkung der Art aufgelegt, dass nur selten zu hörende Vertonungen herangezogen wurden. Der Psalm von Liszt und die balladeske Gestaltung Hans Herrmanns fügten sich mit für den Gottesdienst geschriebenen Arbeiten Manfred Lewandowskis und Emanuel Kirschners zu einem Gesamtbild, das den Inhaltsreichtum der Psalmen anschaulich werden liess. Interpret des musikalischen Materials war mit feinem Kunstsinn und gewohnter warmherziger Wiedergabe Oberkantor Magnus D a v i d s 0 h n. Richard A 11 - m a n n wirkte als verdienstvoller Begleiter an der Orgel, und Ilse Inkator erzielte als Sprecherin eine ungewöhnlich starke Wirkung. Kai. Der Kreis, der Dr. Fritz Eisenberg (im Hause Weil) seine Aufmerksamkeit schenkte, wussle, dass ihm nicht nur Ablenkung, sondern mehr: geistige Mitarbeit, geboten und zugetraut wurde. Literarische Gourmands konnten mit der Wiedergabe der Verse von Ludwig Strauss, Bialik und Ringelnatz und einer preziösen Szene Hofmannsthals ebenso auf ihre Kosten kommen wie philologisch Interessierte, die „Sokrates Tod" in der Bearbeitung G. N. Felkes (nach Piatons Criton) bereitwillig aufnahmen und dem temperamentvollen Uebermittler freundlichen Dank zollten. H. Angel. Bei den Jüdischen Tonkünstlern Frankfurts kamen zwei Cello-Vortragsstücke der Frankfurterin Rosy Geiger-Kullmann zur Uraufführung. Die sangbare „Romanze", eine liebenswürdige, von der Romantik befruchtete Tonschöpfung, und ein sehr quickes, dankbares Scherzo trugen der Komponistin wie dem noch sehr jungen, zweifellos musikalisch begabten Spieler Erich H. Meier, dessen klarer schöner Ton bei weiterer Entwicklung noch stärkere Ausdruckskraft annehmen wird, freundlichen Beifall ein. Das Programm bot weiter Cello- und Klaviermusik; neben Erich H. Meier, der von Margrit Oppenheim ejr sehr geschickt begleitet wurde, spielte diese im Verein mit Martel Sommer, die auch als klangsinnige Solistin hervortrat, leichtflüssig und "abgestuft Kompositionen zu vier Händen von Respighi, Mendelssohn und Schubert. —tt. Es war der Gesellschaft für jüdische Volksbildung zu danken, dass Edith Herrnstadt-Oettingen in Frankfurt am Main rezitierte. Sie hatte für diesen Abend das Motto „Von irdischer und himmlischer Liebe" gewählt. Ergreifend und mitreissend zugleich war die Gestaltung des „Briefes der Frau Fönss*' von Jacobsen, wundervoll gesprochen und erlebt waren die „Gedanken zum Kaddisch eines alten Rabbi" von Zimet. Mit Stefan Zweigs wundervoller Novelle , Rahel rechtet mit Gott"' schuf sie den Höhepunkt des Abends. Die Zuhörer waren mit Recht begeistert. A, H. J. An einem Gemeindeabend in Saarbrücken vermittelte Edith Herrnstadt-Oettingen den zahlreichen Teilnehmern einen besonders hohen künstlerischen Genuss. Der Abend bot nicht nur meisterhafte Beherrschung einer Kunstgattung, sondern auch Lehre und Erhebung in reichem Masse. — Im Rahmen der von der Synagogengemeinde veranstalteten Bildungsvorträge sprach Julius Bab über den „Widerhall der Bibel in der europäischen Dichtung". — Einen weiteren Vortrag hielt Rabbiner Dr. Lothar Rothschild über „Die Entwicklung des jüdischen Gottesdienstes" und forderte neue Belebung und Verlebendigung im Sinne eines aufgeschlossenen religiös-liberalen Judentums. R. Elsa Caro gab kürzlich im Breslauer Kulturbund ihren ersten Tanzabend — und hoffentlich nicht den letzten. Sie ist eine ungemein vielseitig begabte Künstlerin, die die inneren Gesetze des Tanzes an den besten Vorbildern studiert und die schliesslich, auf solidester Technik aufbauend, sich mit natürlicher Anmut und wirklich schöpferischer Phantasie einen eigenen Darstellungsstil geschaffen hat. Die Skala ihrer tänzerischen Ausdrucksmittel ist gross, aber weit bewundernswerter noch die starke körperlich-seelische Durchdringung jedes einzelnen Motivs, die der Uebertreibung und dem billigen Effekt keinen Raum gibt. Der sorgsame Begleiter Rudi Lehmann erwies sich auch als ein Pianist von Rang. . Hff. Die Synagogen gemeinde Breslau veranstaltete zugunsten der Jüdischen Winterhilfe in der Neuen Synagoge eine Aufführung von Händeis „Judas Maceabäus". Ihr künstlerischer Sachwalter war der Musikverein, dessen Chor unter Werner Sanders Leitung einem immer höheren Niveau zustrebt. Intensivster Kleinarbeit ist es zu danken, dass die vielen im Vokalsatz verborgenen Feinheiten restlos erschlossen wurden und dass man etwas von jenem Hauch, antiker Grösse zu verspüren meinte, der gerade diesem Werk das charakteristische- Gepräge gibt. Auch die Leistung des Orchesters war sehr zufriedenstellend. Unter den Solisten ist an erster Stelle Susanne Loewenstein (Berlin) zu nennen, die die Altpartie ausserordentlich schön und beseelt zum Vortrag brachte. Der Sopran von Lotte Kohn (-Schlesskow) entwickelte stellenweise viel Wohlklang. Kantor Alfred R 0 s - b a s c h, ein bedeutender Könner auf liturgischem Gebiet, war trotz der Einfühlung in den Händeischen Stil kein idealer Maccabäus. Leopold Alexander sang die ihm geläufige „ Basspartie mit aller ihm eigenen Tonkultur.' Zum Gelingen des Ganzen trugen die Orgelbegleitungen Erich Schäffers wesentlich bei. Hff. Im Jüdischen Kulturbund für Ostwcstfalen und angrenzende Gebiete, dem sich jetzt Februar 1938 Schewcrt 5698 1. Dienstag 30. 1. Tag Rosch Chodesch Adar Rischon 5698 2. Mittwoch j. 2. Tag Rosch Chodesch 5. Sonnabend 4. Wochenabschnitt : Trirma 2. B. M. 25—27,19 Haftara: 1 Kön. 5,26—6,13 12. Sonnabend 11. Wochenabschnitt: Tezawwe 2. B. M. 27,20—30,10 Haftara: 1 Ez. 43,10-27 15. Dienstag 14. Purim Katan 19. Sonnabend 18. Wochenabschniti: Ki tissa 2. B. M. 30,11-34 Haftara: 1 Kön. 18,1-39 26. Sonnabend* 25. Wochenabschnitt: Wajakhel 2. B. M. 35—38,20 ParschatSchekalim: 2. B. M. 30,n-i6 Haftara: 2. Kön. 12,1-17 Neumondsweihe auch lEschwege angeschlossen hat, sang Paula Salomon(-Lindberg) Lieder und Arien. Begeistert dankte das Publikum durch herzlichen Beifall. Erna Klein begleitete wieder sicher und einfühlend; als sie plötzlich erkrankte, sprang Hans Neumark, ein ausgezeichneter und kultivierter Begleiter, ein. W. H. Starken Eindruck hinterliess ein im Rahmen des Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr von Paula Salomon-Lindberg und Wilhelm Gu11mann bestrittenes Konzert. Die Sängerin fiel durch ihre gepflegte Gesangskultur und ihr reifes technisches Können erneut auf. Ihre prachtvoll tönende, samtweiche Stimme passte. sich angenehm der Stimme ihres Partners an: dieser wiederum ist als grundmusikalisch empfindender Gestalter ein packender Arieninterpret und ein vornehmer Liedersänger. Ein ganz besonderes Wort der Anerkennunggebührt dem die Künstler durch seine meisterhafte Begleitung unterstützenden Dr. Willy Salomon. — yo. Lilli Schlesinger -Ellreich konzertierte im Kulturbund Nordhausen Rameau, Glazounow und vor allen Dingen Chopin und fand mit ihrem verständnisvollen Spiel grossen Beifall. F. Unter dem Motto „Vom köstlichen Humor'' liess Alfons Fink im Kulturbund Düsseldorf die Quellen seiner heiteren Vortragskunst springen. Seine launige Ansage verband ihn sofort mit dem sehr zahlreich erschienenen Publikum. Bei all dem reichen Beifall, den Fink erntete, wenn er seine gut beobachteten Szenen aus dem Alltag mit origineller Komik hinstellte, sei ihm denoch angeraten, sich auf ein gediegeneres humoristisches Gebiet zu begeben, weil er dazu bestimmt das Zeug hat und dadurch nachhaltigere Eindrücke vermitteln würde. Jedenfalls: man dankte am Schlüsse sehr herzlich für die Stunden entspannender Erholung. J. C. Alfons Fink, der im vorigen Herbst sein SOjährigcs Bühnenjubiläum hätte feiern können, wurde am 15. Januar 50 Jahre alt. Er gehörte zu den beliebtesten Conferenciers der grossen Kabaretts. Jetet ist er durch die schöne Besinnlichkeit seiner Heiteren Abende dem jüdischen K u 11 u r - bund publikum, besonders im Spielbezirk Rhein- Ruhr, ans Herz gewachsen. graphie eines bedeutenden Mannes als seine Funktion in der Gegenwart. Der Redner versuchte das "Wesen dieses Politikers zu erklären, der als Mann der Synthese das jüdische des Ostens mit der universeilen Bildung: des westlichen Gelehrten vereine. Die Darstellung des arabisch-jüdischen Gegensatzes in der Auseinandersetzung mit der Maadatarmaelit bot das Material zur Erklärung des eigentlichen Wesens dieses jüdischen Staatsmannes. Im Jüdischen Lehr haus sprach Dr. Alfred M a y e r - Wiesbaden an vier Abenden des Monats Januar vor einem immer grösser werdenden Zuhörerkreis über „Das Zeitalter des Barock, Bilder aus der Europäischen Kulturgeschichte'*, Er schilderte, gestützt auf eine tiefgründige Kenntnis des vielseitigen Quellenmaterials, zunächst die Gestalt und die Ideenwelt des Ignatius von Loyola, besprach das Werk des Greco und-endete mit der Darstellung des Weltbildes des Giordano Bruno. Der zweite Abend war der seelischen Haltung des Barock gewidmet. Hier wurden u. a. Hamlet, Don Quixote und Don Juan gegeneinander gestellt und an ihnen die seelischen Probleme der Zeit erörtert. Der dritte Abend galt dem Geist des Barockmenschen. Ausgehend von Galilei brachte der Redner mit der ihm eigenen Klarheit die Lehren des Descartes und des Spinoza zum Vortrag und wies, die Architektonik dieser Systeme auf, um schliesslich in dem vierten Vortrag über die Architektur der Zeit auf die Synthese des barocken und des lateinischen Geistes zu gelangen, der sich in dem Stil des Zeitalters Ludwigs XIV. dartut. Er schloss mit einer Darstellung des Lebens Karls XII. von Schweden als einer letzten grossen Barockfigur und mit einem Ausblick auf das musikalische Schaffen der Zeit, das er in Relation zu der Architektur des Barock stellte. Die grosse Teilnehmerzahl, die von Anfang bis zum' Schluss durch die auch rhetorisch auf besonderer Höhe stehenden Vorträge gefesselt war, spendete dem Redner den wohlverdienten Beifall. P.L. Frankfurt a. M. Im Jüdischen Lehrhaus beginnen im Februar folgende Kurse: Am 7.: Merzbach: „Einfluss von Klima und Witterung", am 10.: Strauss: ..Leser der Heilisen Schrift'* und „Dantes Göttliche . Komödie1', am 20.: Merzbach: ,;Pessach-IIagga- . da", Nähcies durch das Sekretariat, Unter-, lindau 47, II. Theater* Musik9-Film ..Kap der guten Hoffnung' von Ladislaus Bus- Feketc, die nächste Novität des Berliner Kulturbundes, seht Mitte Februar d. J. am Akademietheater in W i e n, der Filiale des Burgtheaters, in Szene. # Das palästinensische Theater „Hnbima", das sieh so.it einigen Wochen auf einer Europaturnee befindet, kommt auch in die Tschechoslowakei und wird in Prag und Mährisek-Ostrau gastieren. * Der Sender Floren z bringt am 28. Januar, 2(1 lA Uhr, Franz M o 1 n e r s „Liliom" zur Aufführung. * In der neugegründeten Vereinigung der Freunde neuzeitlicher Dramatik in W i e n wird Ferdinand Bruckners Schauspiel „Napoleon der Erste" zur österreichischen Uraufführung kommen. Am Deutschen Volkstheater in Wien erzielte das Lustspiel „Liebesheirat'" von Hans Jaray, mit dem Verfasser in der männlichen und Lilli Davas in der weiblichen Hauptrolle einen grossen Erfolg. Die Regie lag in den Händen von Wilhelm Chmelnitzky. * Das Neue Deutsche Theater in Prag konnte in Anwesenheit des Präsidenten der tschechoslowakischen Republik das Jubiläum seines 50jährigen Bestehens feiern. Das Theater wurde im Jahre 1888 von Angelo Xeuraann begründet; der derzeitige Leiter der Bühne ist Dr. Paul E g c r. In Bukarest wurde eine jüdische dramatische Gesellschaft gegründet, die die Absicht hat, ein jüdisches Theater in Rumänien zu schaffen. * Im Rahmen einer Sendung „Grosse Meister der Musik" sind vom Brüsseler Rundfunk am 28. Januar, 21 Uhr, Gustav M a h l e r s „Lieder eines fahrenden Gesellen" zu hören. * Der Sender" Brüssel überträgt am 29. Januar, 22.20 Uhr, den zweiten und dritten Akt von „Hoffmanns Erzählungen" aus dem Kgi, flämischen Theater Antwerpen. # Mitte dieses Monats hat sich der Cellist Emanuel Fe u ermann nach Amerika eingeschifft;'' •* Lieder von E. W. K o r n g o 1 d gelangten bei einem Festkonzert des Liszt-Orchesters in Budapest, an dem die höchsten Persönlichkeiten der Budapester Gesellschaft teilnahmen, zur Aufführung. * Budapest überträgt am 31. Januar, 20.10 Uhr, ein Konzert der Philharmonischen Gesellschaft unter Leitung von Isar D o b r o w e n. * Lieder von Mahlcr und ein Streichquartett von Arnold Schönberg gelangten im Rahmen der Londoner Adolph-Hailis-Kohzerte zur Aufführung. * Das Wiener Musica-viva-Orchester unter Seherchen bringt im 3. Konzert seines Mahl er¬ Zyklus, das am" 27. Januar stattfindet, die 1. Symphonie, das Adagio der 10. sowie vier Orchesterlicder, die von Alexander K i p n i s gesungen werden. * Gustav Mahlers Neunte Sinfonie gelangte im 5. W i e n e r Philharmonischen Konzert aui 16. Januar unter Bruno Walter zur Aufführung. * Alexander K i p n i s , der bis zum 25. Februar an der Wiener Staatsoper als Rocco, König Philipp, Sarastro und Mephisto auftritt und am 19. Januar seinen einzigen Wiener Konzertabend gab, wird auf zwei kurzen Abstechern je einen Liederabend in Florenz, Basel, Zürich und Genf geben. Ende Februar begibt sich Kipnis zu einer 22 Konzerte umfassenden Tournee nach Australien. In der nächsten Saison ist er für 45 Konzerte nach USA verpflichtet. * Nach Alexander Kipnis wird auch Richard Tauber in diesem Frühjahr eine Konzertreise durch Au s t r a 1 i e n antreten. * Das erste Konzert Toscaninis in der National Broadcasting Company New-York mit Vivaldi, Mozart und Brahms war ein seltenes künstlerisches Ereignis. Zu dem neu zusammengestellten Orchester von höchster Qualität gehören übrigens zahlreiche jüdische Musiker, unter ihnen das frühere Mitglied des Klingler-Quartetts, Ernst S i 1 b e r s t e i n. * Der Pianist Arthur R u b i n s t e i n ist im Begriff, einen Rekord hinsichtlich der Zahl seiner Konzerte zu erzielen. Er hat in einem halben Jahr 98 Konzerte in E u r o p a gegeben. In den Monaten Mai, Juni und Juli 1937 trat er insgesamt 44mal in Argentinien, Brasilien, Uruguay und Chile auf. ,Von Ende August bis Ende Oktober konzertierte er dann 24mal in Australien mit verschiedenen Vortragsfolgen. * Werke von Ernest Bloch gelangten in Birmingham,: Cardiff, Glasgow und Manchester zur Aufführung. Als nächste Novität des Wiener Stadttheaters kommt Offenbachs „Schöne Helena" in der Reinhardt sehen Bearbeitung und der musikalischen Einrichtung von -E. W. K o r n g o 1 d heraus. * Der bekannte Cellist Gregor Piatigorski hat sich nach New-York begeben, um in den Vereinigten Staaten eine Reihe von Konzerten zu absolvieren. * In Lissabon fand ein Gastspiel der Wiener Opernsänger unter Leitung von Paul Breisach statt. * Aus Anlas> eines Kongresses der italienischen Chirurgen in T u r i n gelangte die Tragödie „S a u 1" des italienischen Klassikers Alfieri zur Aufführung. * Elsa B a z z a i n e , eine junge Komponistin, liess in Paris ihre „Six chants juifs" aufführen, deren drei erste nach hebräischen Dichtungen von Bialik (übertragen von Edmond F 1 e g) verfasst sind. Die berühmte Sängerin Madeleine Grey setzte sich mit sensationellem Erfolge für das neueste Werk der sehr begabten Tonsetzerin ein, die an demselben Abend auch mit sinfonischen Arbeiten Aufmerksamkeit erregte. * In Wien fand die Uraufführung des jiddischen Films die „Purimspieler" statt. * Demnächst erscheint unter dem Titel „Das unbekannte Mädchen" ein neuer Metro-Goldwyn-Mayer- Film, der die Verfilmung des gleichnamigen Bühnenwerkes von Franz Molnär'darstellt. * In Wien gelangte der Lustspielfilm „Die entführte Braut" mit der Musik von Paul Abraham zur Aufführung. Es wirken u. a. mit: Rosi Barsony, Tibor v. Halmay, Olkar Dennes. * Die Fox-Film-Gesellschaft bereitet einen Film „Aufstieg D i s r a e 1 i s " vor. * In W i eii läuft zur Zeit der amerikanische Revuefilm „On the Avenue" mit der Musik Irving Berlins, deren Melodienreichtum allgemein bewundert wird. Neue Schallplatten Emanuel Feuermann spielt mit Myra Hess Beethovens Cellosonate op. 69 auf Columbia-Platten (LX 641-643). Alexander Kipnis singt auf Columbia-Platte (LX 6t»j) ,-,Erikönig", „Ungeduld" und „Heideroslein" von Schubert.

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