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Central-Verein-Zeitung · 1938-01-20 · 3 (20.1.1938) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
3 (20.1.1938)
Date
1938-01-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seife 2 C.-V.-Zeitung Nr. 3» 20. Januar 1938 ihm bei der Ausreise wieder zurückgezahlt werden. Aehnlich wie die Touristen werden die Durchreisenden behandelt, die Mexiko nur als Uebergang benutzen. Sie dürfen sich nicht länger als einen M/mat (30 Tage) im Lande aufhalten. Als kurzfristige Besucher werden Personen betrachtet, die im;kleinen Grenzverkehr ins Land kommen oder von einem Schiff an Land gehen. Sie können sich drei Tage auf mexikanischem Boden aufhalten. Als Besucher werden die Personen betrachtet, die sich aus anderen touristischen Gründen in Mexiko aufhalten, die also etwa ihren Geschäften nachgehen. Sie können bis zu sechs Monaten im Lande bleiben. Es ist ihnen gestattet, eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Einwanderer dürfen höchstens fünf Jahre im Lande bleiben. Während dieser Zeit dürfen sie jeder Beschäftigung nachgehen, müssen aber nach dieser Zeit das Land verlassen oder die endgültige Aufenthaltserlaubnis erhalten. Als Eingewanderter ist zu betrachten, wer Krankenversicherungen Martin Goldbers & Co.. Bln.-Wilmersdorf, Babelsberger Strasse 52 «. Ruf: S7 10 42/87 60 42. nach Ablauf dieser fünf Jahre die endgültige Aufenthaltserlaubnis in Mexiko erhält. Dazu ist erforderlich, dass er sich während dieser Zeit nicht länger als zwei Jahre ausserhalb Mexikos aufgehalten hat. Das landschaftlich schöne Land wäre geeignet, ein Zielpunkt jüdischer Auswanderung aus Deutschland in erheblichem Masse zu sein, wenn die erwartete Erleichterung der Einwan- 'derungsbestimmungen Tatsächlichkeit wird. ms. Zur Lage rder Juden in Rumänien Vom Ministerpräsidenten Goga und dem Minister ohne Amtsbereich Professor Cuza sind "wiederholt Erklärungen zur Judenfrage abgegeben worden. In einer dieser Erklärungen wird die Zahl der Juden, die auf Grund derstaatiichen Massnahmen ausgeschaltet werden sollen und in Rumänien als unerwünscht bezeichnet werden, auf etwa 500 000 angegebeu. Die Revision der Staatsangehörigkeiten zugewanderter Juden wird durch besondere Kommissionen, die aus Beamten des Justizministeriums besteht, durchgeführt. Von der Ueberprüfung ihrer Staatsangehörigkeit werden alle Juden eriasst, die nach 1918 rumänische Staatsbürger geworden sind. Die meisten rumänischen Juden sind erst na-eh 1918 auf Grund der Friedensverträge eingebürgert worden, nachdem nach 1878 die Forderungen des. Berliner Kongresses nach Einbürgerung der Juden nur in Ausnahmefällen erfüllt worden waren. Es heisst, dass mindestens 40 0O0 Juden ihre Staatsangehörigkeit verlieren werden. Weitere 50 000 werden schon heute als staatenlos bezeichnet. Die Verordnung, die die Beschäftigung christlicher weiblicher Hausangesteliter unter 40 Jahren in jüdischen Haushalten verbietet, wird nunmehr in Kraft treten, nachdem sie im Gesetzblatt erschienen ist Die Verordnung, die zuerst vom Arbeitsminister Cuza erlassen worden war, hatte ursprünglich nicht die Zustimmung des Ministerpräsidenten gefunden. Nachdem die Bukarester Anwaltskammer einen Antrag, 1500 jüdischen Anwälten die Berufsausübung zu entziehen, auf Wunsch der Regierung abgelehnt hatte, sollen die seit dem Jahre 1918 erteilten Erlaubnisse für die Praxisausübimg jüdischer Anwälte nachgeprüft werden, um festzustellen, ob die Lizenzen nach falschen Angaben über die Staatsbürgerschaft ausgestellt worden sind. Die Anwaltskammer behält sich vor, den Antrag auf Entziehung der Berufsausübung für jüdische Anwälte nochmals zu erwägen, wenn die angegebene Untersuchung durchgeführt sein wird. Die Vereinigung rumänischer christlicher Anwälte hat daraufhin einen Antrag an die Anwaltskammer gerichtet, die Eintragung jüdischer Anwälte ins Register sofort zu löschen, wenn der Disziplinarausschuss der Kammer festgestellt hat, dass die Eintragung irrtümlich auf Grund falscher Angaben erfolgt sei; die Entscheidung der zweiten Instanz solle also nicht abgewartet werden. Die Vereinigung christlicher Anwälte hat auch beim Justizminister gegen den ablehnenden Besehluss der Bukarester Anwaltskammer auf Streichung der 1500 jüdischen Anwälte protestiert. Der Justizminister hat daraufhin den Entwurf einer Verordnung fertiggestellt, wonach die Streichung jüdischer Anwälte aus dem Anwaltsregister entsprechend den Forderungen der Vereinigung christlicher Anwälte sofort nach Erlass des erstinstanzlichen Disziplinarurteils erfolgen solle; gleichzeitig wird in diesem Entwurf das Recht auf Berufung gegen das Urteil des Disziplinargerichts eingeschränkt. Der Justizminister hat eine Abordnung jüdischer Anwälte unter Führung des Vizepräsidenten der Jüdischen Partei, Dr. Samuel Singer, empfangen, die ihm eine Denkschrift zur Lage der jüdischen Anwälte in Rumänien überreichte. Das Kultusministerium hat von den Theaterdirektoren eine Aufsteilung über die Abstammung ihres Personals angefordert. Eine Gesetzes Verordnung über die Entfernung von Theaterangestellten jüdischer und fremder Abstammung wird vorbereitet Die Ausgliederung soll sowohl das künstlerische als auch das technische und Verwaltungspersonal umfassen. Sie wird in den staatlichen und kommunalen Institutionen und in den aus öffentlichen Mitteln subventionierten Theaterunteraehmungen erfolgen. Die Regierung hat eine Anzahl jüdischer Theaterunternehmungen verboten. In der Provinz Bessarabien sind jüdische Lesesäle, Buchhandlungen und Kulturhäuser geschlossen worden. Die 'Leitung der Sozialversicherung hat die Angestellten ihrer Anstalten aufgefordert, Erklä- A. msiundsmuehriehtem England Im Zusammenhang mit der 400. Wiederkehr des Tages, an dem durch eine Verordnung Cromwells die englische Bibel in den Kirchen eingeführt wurde, veranstaltet das Britische Museum in London im Februar.eine Ausstellung, in der ein besonderer Raum der Bibel in ihrer vielfältigen Form gewidmet sein wird. — Der König von England hat ein Exemplar der Bibel mit eigenhändiger Widmung einem 14jährigen Schüler seiner Besitzung Sendringham, der als bester aus einer Religionsprüfung^hervorgegangen war. geschenkt. Frankreich Der Kapitän des jüdischen Schulschiffes „Sara I" hatte einen Vortrag über „Jüdische Berufsumschichtung in der Marine" vor den jüdischen Organisationen in Tunis angekündigt. Vor Beginn der Veranstaltung kam es zu antijüdischen Demonstrationen der mohammedanischen Bevölkerung, so dass der Vortrag und die Vorführung eines Propagandafilms verboten wurden. Japan Am 11. Januar fand die erste Konferenz der Jüdischen Gemeinden von Mandschukuo, Nordchina und Japan statt, die von Delegierten aus Tientsin, Da Iren, Kobe, Osaka und Mugden besucht war. Ger Oberkommandierende der japanischen und Mandschukuo-Truppen, General H i g u c h i, hielt aus diesem Anlass in C h a r b i n eine offizielle Ansprache. Er begrüsste es, dass die versammelten Vertreter ihre Loyalität gegenüber dem Kaiserreich zum Ausdruck gebracht hätten. Japan wisse die grossen Fähigkeiten und den Fleiss der Juden zu schätzen. Die jüdische Religion, die die Grundlage für Christentum und Islam gelegt habe, unterscheide sich zwar vom japanischen Glauben, das hindere Japan jedoch nicht, die höchst positiven Leistungen, die das Judentum in seiner vieltausendjährigen Geschichte vollbracht habe, anzuerkennen. Wenn sich die jüdischen Menschen nicht assimiliert hätten, so liege das im Genius ihrer Religion und in ihrem starken nationaeln Bewusstsein. Hier treffe sich die jüdische mit der japanischen Gefühlswelt, die ebenfalls eine Assimilation ihrer Bevölkerung ablehne. Hieraus erwachse die . Feindschaft vor allem der europäischen Völker gegen Japan, ein Vorgang, der im Antisemitismus seine Entsprechung fände. Japan hege keinen Rassenhass, es sei ein Freund des jüdischen Volkes, mit dem es zusammen für Friede und Eintracht unter den Völkern wirken wolle. Der General schloss mit dem Wunsche, die Juden möchten weiter ihre historische Mission erfüllen und für Frieden und Eintracht auch im Fernen Osten wirken. Die Tagung wurde von dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Charbin, Dr. Abraham Kauiman, der auch der zionistischen Organisation der Stadt vorsteht, geleitet. Der Eröffnungssitzung wohnten die höchsten Beamten der Verwaltung sowie der Präsident der weissrussischen Gardisten, Generai Bakshiew, bei. Jugoslawien Der jugoslawische. Innenminister Kcroschetz, ein hoher Geistlicher der römischen Kirche, veröffentlicht in der Zeitung „Slovoneck" einen Artikel, in dem er die Massnahmen der rumänischen Regierung gegen das Judentum verteidigt und den Einspruch Amerikas, Frankreichs und Englands, der sich auf das Minderheitenstatut stützt, gegen diese Politik zurückweist. Oesterreich Der Gewerbebund setzt in seinem Organ „Das Wiener Gewerbe" seinen Kampf gegen die jüdische Kaufmannschaft fort. Er verlangt ein neues Fremdengesetz, das die Ansiedlung ausländischer Juden unterbinde. In diesem Zusammenhang* wird eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs, der die Beschwerde eines Juden, welcher wegen der Uebertretung der Hausierordnung ausgewiesen worden war, bestätigt hat, besonders begrüsst. Die „Reichspost" verlangt strenge Einreisebeschränkungen vor allem für Juden aus Rumänien, damit Wien nicht zu einem „Vor-Madagaskar" werde, bis Palästina sich wieder für die jüdische Einwanderung öffne und die Insel Madagaskar den ostjüdischen Emigranten erschlossen sei. Das Bundeskanzleramt hal seine diplomatischen und konsularischen Vertretungen in Rumänien angewiesen, bei der Erteilung von Sichtvermerken für die Einreise nach Oesterreich sehr streng zu verfahren. Während die jüdische Bevölkerung Wiens vor wenigen Jahren noch auf über 200 000, im Jahre 1936 auf 176 000 Seelen geschätzt wurde, ist jetzt ein neuer Tiefstand mit etwa 168 00Ö Köpfen zu verzeichnen. Im Jahre 1923 wohnten in Oesterreich noch über 220 000 Juden, die amtliche Zahl für 1934 lautete über 190 000. In 11 Jahren ging die jüdische Bevölkerung Wiens um 12,6 Prozent, in den übrigen Bezirken des Landes um 17,3 Prozent zurück. Die Zahl der jüdischen Zensiten in Wien ist von 60 000 im Jahre 1929 auf 45 000 im Jahre 1936 zurückgegangen. Noch deutlicher wird' die ständig fortschreitende Verarmung, wenn man hört, dass im Jahre 1937 etwa 65 000 Mitglieder der jüdischen Gemeinde Unterstützung erhielten. Polen Der Kampf um die G h e 11 o b ä n k e ist mit der Wiedereröffnung der Hochschulen nach den Weihnaehtsferien von neuem aufgelebt Im Mittelpunkt steht nach wie vor die Universität Lemberg. Wie' wir bereits wiederholt berichteten, wandte sich der derzeitige Rektor Professor Kulczynski gegen die Forderung der nationaldemokratischen Studenten und liess, als es daraufhin zu Exzessen kam, die Universität vorzeitig schliessen. Nach den Ferien blieb er in einer Sitzung des Senats mit seiner Forderung auf Ablehnung der Ghettobänke in knapper Minderheit. Er trat daraufhin zurück und veröffentlichte in der Presse eine Erklärung, in der es u. a. heisst: „Ich habe meine Unterschrift für eine Aktion verweigert die scheinbar als eine „Verordnung des Rektors" bezeichnet wird, in Wirklichkeit aber eine Erpressung unter Terrozwang darstellt, eine Aktion, welche das Ansehen der Universität herabwürdigt, ihr Prestige und ihre Lebensinteressen schädigt."' Mehrere Mitglieder des Lehrköroers der Universität haben sich mit dem zurückgetretenen Professor solidarisch erklärt Sofort nach dem Rücktritt Kulczynskis wies sein Nachfolger die jüdischen Studenten auf die linke Seite der Hörsäle. Auch an der tierärztlichen Hochschule wurden die Ghettobänke eingeführt. An den Hochschulen Warschaus, W i 1 - nas und Posens haben 55 Professoren gegen die Einführung der Ghettobänke protestiert und erklärt dass sie gegen Rechtsbeschränkung aus religiösen, nationalen oder rassischen Motiven seien. Sie bezeichnen das Vorgehen der nationaldemokratischen Studentea als ein schweres Unrecht an der polnischen Kultur und als eine grosse Gefahr ihrer künftigen Entwicklung. Die Beamten der Polnischen Akademie der WissenschaJten in Krakau beschlossen auf ihrer Generalversammlung die Einführung des Arierparag t a p h e n. Die jüdischen Journalisten sind inzwischen nicht nur aus ihrer Berufsvereinigung in Wilna, wTas wir bereits gemeldet hatten, sondern auch in Posen und Pomereilen ausgeschlossen worden. Diese Verbände kündisen im übrigen an, dass sie dahin wirken würden, sämtliche jüdische Journalisten aus dem allpolnischen Journalistenverband zu entfernen. In Wilna wird der offene Brief der bekannten polnischen Journalistin. Helena Roma veröffentlicht, in der sie wegen der Einführung des Arierparagraphen ihren Austritt aus dem Verband erklärt. Auf dem Markt in Rawa-Mazowiecka, wo die jüdischen Händler nach Beendigung ihres Proteststreiks, von dem wir in der vorigen Nummer der C.-V.-Zeitung berichteten, ihre Plätze wieder eingenommen hatten, kam es zu schweren Ausschreitungen, in deren Verlauf 12 Juden erheblich verletzt und 100 jüdische Stände zerstört wurden. Alle jüdischen Läden sind geschlossen, die jüdischen Einwohner wagen nicht, ihre Häuser zu verlassen. Im Jahre 1937 wanderten 3514 Juden von Polen nach Palästina aus. Türkei Der von uns gemeldete Antrag des früheren Ministers Sabri Tobrak, die Einwanderung von Juden zu verbieten, wurde von der türkischen Nationalversammlung abgelehnt. Ungarn In den Bergen bei Budapest überfielen etwa 30 junge Burschen, die teils grüne Hemden, teils die Abzeichen der Pfeilkreuzler trugen, jüdische Sportler, beschimpften und verprügelten sie, drangen in die Skihütten ein und beleidigten dort auch Frauen und Mädchen. Die so angegriffenen setzten sich zur Wehr, so dass es zu einer Prügelei kam, die erst durch das Eingreifen der Polizei beendet wurde. Eine sofort vorgenommene Razzia ergab die Verhaftung von 13 Tätern. Zum Vizegespan des Pester Komitats wurde Dr. Vitez Ladislaus E n d r e gewählt, einer der Führer der rechtsradikalen Bewegung in Ungarn. In zahlreichen öffentlichen Erklärungen hat er sich früher und jetzt zur judenfeindlichen Rassenschuizbewegung bekannt. Die judenfeindiichen Organisationen „Nationale Front" hat ein Verzeichnis der ungarisch-rassischen Kaufleute herausgegeben. Einige Firmen, die ohne ihr Wissen in diese Liste aufgenommen wurden, haben gegen die Vereinigung geklagt. Diese fordert im übrigen auch die Schliessung der jüdischen Geschäfte am Sonnabend und an den jüdischen Feiertagen, die Deklarierung der Juden als rassische Minderheit und eine gesetzliche Regelung der Judenfrage. Durch Stiftungen von Hofrat Samuel Stern konnten in Budapest drei jüdische Notstandsküchen eröffnet werden. Sonderaktionen wurden zur Ausstattung armer Bräute und zur Bekleidung von 1000 unbemittelten Schülern durchgeführt. Im kommenden Jahr soll >eine Tetiigewerbeschule in vier Jahrgängen eröffnet werden. Vereinigte Staaten Der Senator von Pennsylvanien David brachte im Senat eine Resolution ein, in der Präsident Roosevelt aufgefordert wird, seinen Einfluss zur Abwendung der den nationalen Minderheiten in Rumänien drohenden Gefahren geltejad zu machen. rangen über ihre bekermtnismässige und nationale Zugehörigkeit abzugeben. Nach einer Forderung der rumänischen Ingenieure soll auch' der Ingenieurberuf rumänisiert werden. Der Oberbürgermeister von Bukarest hat das Schächten von Vieh in öffentlichen Schlachthäusern verboten. Ein Kabinettsrat hat die Monopolisierung der Verteilung des Salzes für den bäuerlichen Konsum beschlossen. Gleichzeitig ist beschlossen worden,*ein Amt zur Verteilung der staatlichen Monopolerzeugnisse, das auch den Verkauf von Tabak übernehmen wird, zu begründen. Dieses Amt tritt an die Stelle der Diskont-Gesellschaft, die den Tabakverkauf bisher besorgte und zahlreiche jüdische Angestellte hatte. Die Angestellten jüdischer Abstammung sollen entlassen werden. Die Entziehung der Schank- und Tabakverkaufserlaubnisse in den Dörfern erfolgt nicht JUSTIN OETTINGER S auf Grund besonderer Gesetzesanordnungen, sondern im Rahmen der bestehenden Gesetze nach Gesundheits- und anderen Gesichtspunkten. Es wird bekanntgegeben, dass von insgesamt 39 450 Konzessionen für den Alkoholausschank 31S0 in jüdischen Händen sind. Die Abwanderung der jüdischen Bevölkerung vom Lande ist sehr stark. Tausende von jüdischen Berufstätigen sind in die Städte geströmt Man schätzt in jüdischen Kreisen die Zahl der von den Massnahmen betroffenen und auf dem Lande wohnenden Juden auf etwa 100 000. Nachdem die Nachbarländer Rumäniens fast sämtlich ihre Grenzen gegen den Zuzug von Juden gesperrt haben, hat auch Ungarn Massnahmen zur Verhinderung jüdischer Einwanderung getroffen. Der Innenminister teilte mit, dass er die Grenzbehörden angewiesen habe, die Einreise von Rumänen streng zu überwachen; in Budapest werde eine strenge Kontrolle der Ausländer durchgeführt werden. Der Führer der Partei „Alles für das Land**» der früheren Eisernen Garde, Codreanu, hat eine Erklärung abgegeben, in der er die Durchführung des antisemitischen Programms der. Re~ : gierung begrüsst. Von üeberaler und nationalzaranisti scher Seite wird gegen die antijüdischen Massnahmen des Kabinetts Goga 'kein Einwand erhoben. Am -18. Januar wurde das ' Parlament aufgelöst. Die Neuwahlen sollen am' 20. Februar stattfinden. Die Tagung des Völkerbundsrates, auf der auch die Judenfrage in Rumänien zur Sprache kommen sollte, ist vom 17. auf den 26. Januar wegen der französischen Regierungskrise vertagt worden. Unter Bezugnahme auf den Min-, derheitenvertrag vom 9. Dezember 1919, in dem Rumänien den Schutz seiner Minderheiten zugesichert hatte, sind beim Völkerbundsrat zwei . Petitionen eingegangen, die sich mit der Lage der Juden in Rumänien befassen. Die Königinder Niederlande, Prinzessin Juliana und Prinz Bernhard haben als Anerkennung für die Arbeit des „Joodsche Invalide*', dem Vorsitzenden des Komitees in Amsterdam, grössere Spenden übergeben. Im Haag wurde am 13. Januar im Bezuidenhoutviertel durch Oberrabbiner I. Maarsen eine neue Synagoge eingeweiht. Zahnärzte und Ersatzkassen In den „Zahnärztlichen Mitteilungen" ist eine „Anordnung des Reichsführers der Kassenzahn- . ärztlichen Vereinigung Deutschlands" (KZVD.) vom 8. Januar 1938 veröffentlicht worden. Danach ist die vertragliche Tätigkeit der-im Sinne der Nürnberger Gesetze jüdischen Zahnärzte für die Mitglieder des Verbandes der Angestelltenkrankenkassen und des Verbandes freier Krankenkassen mit Wirkung ab 20. Januar 1938 beendet. Der Reichsarbeitsminister hat eine „Fünfte Verordnung über die Zulassung von Zahnärzten und Dentisten zur Tätigkeit bei den Krankenkassen" vom 12. Januar 193S (RGBl. I, S. 29), erlassen. Durch sie ist die Terminologie der Zulassungsordnung vom 9. Mai 1935 der der Nürnberger Gesetze angepasst worden. An die Stelle der Worte „arischer Abstammung" sind die Worte „deutschen oder artverwandten Blutes" getreten. Einzelne Vorschriften sind neu gefasst worden. Die Bestimmungen der Zulassungsordnung sind aber nicht grundlegend geändert worden. Chefredakteur: Dr. Alfred Hirschberg, stellvertretender Chefredakteur: Dr. Margarete Edelheim. Verantwortlich für den Sport: Dr. Ernst G. Löwenthal; verantwortlich für die Aufnahme von Bildern: Dr. Margarete Edelheim; sämtlich in Berlin. Für Bücksendung unverlangter Ein« Sendungen ist Freiumschlag beizufügen. Leiter der Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan, Berlin. DA. IV. Vj, 37 095. PI. 6 Verlag: Jüdischer Central Verein e. V., Berlin W 15. Emser Str. 42. Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH., Berlin SW19,

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