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Central-Verein-Zeitung · 1938-01-13 · 2 (13.1.1938) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
2 (13.1.1938)
Date
1938-01-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Palästma«ümscliaii der C.-V.-Zeitiing Das neue Weiss-Buch Inhalt und Widerhall Die ersten Nachrichten über das neue Palästina-Weissbuch, die wir bereits in der vorigen Nummer zu veröffentlichen in der Lage waren, haben in dem in der Zwischenzeit bekanntgewordenen Text ihre Bestätigung erfahren. Die Botschaft des Kolonienministers Ormsby-Gore an den High Commissioner von Palästina Sir Arthur Waucbope bringt zum Ausdruck — und das ist zugleich ihre entscheidende politische Bedeutung —, dass ungeachtet der allgemeinen ' Zustimmung, die die Regierung hinsichtlich des Planes der Peel-Kommission seinerzeit zum Ausdruck gebracht habe, sie in keiner Weise auf die Billigung dieses Planes festgelegt sei. Nach dieser weittragenden Erklärung befasst sich das Weissbuch im wesentlichen mit dem Arbeitsplan der neu zu ernennenden sogenannten technischen Kommission, die Palästina besuchen und Vorschläge für einen detaillierten Teilungsplan ausarbeiten soll. Hierbei ist wiederum die wesentlichste Neuerung, dass die Kommission in ihren Vorschlägen den Teilungsplan zwar zu berücksichtigen hat, dass'sie aber volle Freiheit erhält, Aenderungen dieses Planes vorzuschlagen. Unter den einzelnen Aufgaben wird zunächst die Grenzziehung genannt. Richtlinien dafür sind u. a. die „Möglichkeit der schliesslichen Errichtung selbständiger arabischer und jüdischer Staaten, mit entsprechender Sicherheit" und der „Emschluss der geringstmöglichen Zahl von Arabern und arabischen Unternehmungen im jüdischen Gebiet und umgekehrt". Unter den wirtschaftlichen und finanziellen Aufgaben der Kommission werden Verwaltung»-, Währung»-, Zoll- und Budgetfragen sowie eine Reihe anderer Gebiete einzeln aufgezählt. Unter dieser Rubrik ist auch von der Prüfung der „Möglichkeiten des freiwilligen Austausches von Land und Bevölkerung" die Rede, ein Problem, das besonders im Zusammenhang mit der im Weissbuch ausgesprochenen Ablehnung einer gewaltsamen Umsiedlung von Bevölkerungsgruppen an Bedeutung gewinnt. Für die Aufnahme, die das Weissbuch auf jüdischer Seite gefunden hat, legt die im Hauptblatt wiedergegebene repräsentative Aeusserung der Zionistischen Vereinigung und der Jewish Agency in Deutschland Zeugnis ab. Aehnliche Gesichtspunkte wie die in dieser Resolution entwickelten, kehren in einer Reihe von Protesten aus allen Teilen der Judenheit wieder. In einem Telegramm an das Kolonialamt in London brachten die amerikanischen Zionisten ihre schärfste Opposition gegen die neue Verzögerung der Entscheidung zum Ausdruck und forderten, dass zunächst bezüglich der Einwanderung auf der Basis wirtschaftlicher Aufnahmefähigkeit allein das Mandat massgebend bleibe. Auch der Leiter der Politischen Abteilung der Jewish Agency in London, Professor S. Brodetsky, erklärte anlässlich einer Pressekonferenz, dass die Verzögerung nutzlos und gefährlich sei. Da sie aber nun einmal eingetreten sei, so sei es die Pflicht der Mandatsverwaltung, dafür Sorge zu tragen, dass in der Zwischenzeit das Leben und die Arbeit im Lande möglichst in normaler Weise fortgeführt werden. Auch hier wird daran erinnert, dass die Massnahme der politischen Einwanderungshöchstzahl nur als ein Provisorium gedacht war, und es wird die Bitte ausgesprochen, dass in Zukunft wieder die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit als ausschläggebender Faktor für die Einwanderungsziffer angesehen werde. Dass die Stimmung der Juden in Palästina selbst, über die in anderem Zusammenhang ausführlich berichtet wird, der neue 3 Prozedur nicht gerade erfreut entgegensieht, ist um so verständlicher, als die Abkehr der englischen Regierung von ihren ursprünglichen Intentionen sichtlich im Zeichen arabischen Einflusses vor sich gegangen ist. Um so erwähnenswerter ist "es gerade aus diesem Grunde, dass auch die Araber dem Weissbuch keineswegs zujubeln, sondern ihm meist ablehnend, zum Teil zurückhaltend gegenüberstehen. Die meisten stossen sich daran, dass der Gedanke der Teilung überhaupt aufgenommen wird, und es fehlt sogar nicht an Stimmen, die schon wieder einen völligen Boykott der neuen Kommission ankündigen. Nur „Feiestin", das Organ der Nashashibipartei, schlägt eine andere Note an und verfolgt damit einen Kurs, den wir in letzter Zeit schon mehrfach registriert haben: Die Zeitung beklagt es, dass die Regierung die Gelegenheit verpasst habe, den Wunsch führender Araber und einiger einflussreicher Juden nach Verständigungsverhandlungen zwischen den beiden Gruppen zu erfüllet. In gleichem Sinne spricht sich auch der Jerusalemer Korrespondent des Londoner „Observer" aus; ein besonderes Hindernis für die Friedensschliessung sieht er allerdings darin, dass sich die Juden ebenso wie die Araber auf das unlösbare Problem Mehrheit — Minderheit versteifen. Auch die übrige englische Presse kommentiert das Weissbuch nicht übermässig freundlich. ..T i m e s" ist der Ansicht, dass eine so starke Verzögerung, wie sie vorgesehen ist, nur dann gerechtfertigt wäre, wenn noch irgendwelche Hoffnung auf eine jüdisch-arabische Verständigung bestände. .,E v e n i n g S t a n d a r d" bezeichnet das Weissbuch als ein „Meisterstück der Verdunkelungskimst", und in der Wochenschrift .,S p e c t a t 0 r" verlangt Prebendary Wilson Cush, dass keine jüdische Einwanderung mehr zugelassen werde, um so den Weg zum Frieden freizumachen. Das Echo der neuen Regierungserklärung in Palästina Von unserem *-P a 1 ä s t in a - B er i c h t er s t a 11 er Tel-Aviv, den 0. Januar. Die Erklärung des britischen Aussenministeriums, in der die Entsendung der neuen Kommission verkündet und ihrAufgabenkreis umrissen wurde, hat manche Befürchtungen zerstreut, aber auch neue Befürchtungen geweckt. Vierundzwanzig Stunden bevor sich das jüdische Publikum Palästinas vor den Lautsprechern auf der Strasse, in den Cafes und in Privathäusern versammelte, um diese so lange erwartete Erklärung zu hören, hatte der ..Aussenminister" der Jewish Agency M 0 s c h e Shertok vor einer tausendköpfigen Versammlung geladener Vertreter des Öffentlichen Lebens auf die Gefahren und die praktischen Schwierigkeiten einer endlosen Uebergangszeit und einer so lang dauernden Ungewissheit hingewiesen. Die Erklärung des britischen Kolonialminislers hat dem jüdischen Palästina die Gewissheit gegeben, dass die Frist, an deren Ende auch diese sogenannte Uebergangszeit beendet sein soll — wenigstens bald zu laufen beginnen wird. Man soll diese, wenn auch sehr bescheidene Klärung gewiss nicht unterschätzen. Die Gerüchte, dass die Entsendung der neuen Kommission ad calendas Graecas vertagt werden sollte, hatten sich in letzter Zeit erheblich verdichtet, „^und gelegentlich wurde daraus auch die Schluss- "* folgerung gezogen, dass die Mandatarmacht beabsichtige, das ganze Peel-Programm fallen zu lassen. Die Erklärung des Kolonialministers hat den Eindruck hinterlassen, dass nach wie vor eine Lösung auf der Grundlage des Peel-Planes im Vordergrund der Diskussion steht und dass in absehbarer Zeit die Kommission zur technischen Durchführung dieses Gedankens;hre Arbeit aufnehmen wird. Als dritter positiver Faktor wird schliesslich von der hiesigen Presse hervorgehoben, dass die Araber von einer für sie sehr wesentlichen Sorge befreit werden: Von der Sorge, dass eine zwangsweise Aussiedlung der im jüdischen Staatsgebiet verbleibenden Araber beabsichtigt sei. Nur die technischen, räumlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Möglichkeiten eines freiwilligen Bevölkerungsaustausches sollen untersucht werden. Auf der anderen Seite aber besteht die allgemeine Empfindung, dass die britische Regierung wiederum jede endgültige Festlegung vermeidet. Sie erklärt, dass sie zwar am Peel-Programm festhalte, dass sie es aber nach wie vor ablehne, sich endgültig darauf festzulegen. Sie erklärt, dass die neue Kommission zwar nur die technische Aufgabe habe, die Durchführung des Peel-Plans vorzubereiten und die Möglichkeiten zu untersuchen, aber trotz dieser beschränkten Befugnis kann sie auch zu anderen Ergebnissen kommen, wenn eben diese technische Untersuchung negative Resultate ergeben sollte. Besonders starken Eindruck aber hat es gemacht, dass der Wortlaut der amtlichen Erklärung geradezu darauf, abgestellt ist, jede Hoffnung auf eine* schnelle Lösung im Keime Vom Werden eines Jugend-Dorfes Der Jude, der von der Diaspora aus mit Liebe und Bewunderung den werdenden Aufbau in Palästina verfolgt, hat oft den begründeten Eindruck, dass er zu wenig tatsächliche Vorstellung von dem Entstehen der dortigen Lebensgegebenheiten besitzt. Leicht liegt deshalb die Gefahr nahe. Gewordenes als Zufall, Gewachsenes als Willkür zu empfinden. Selbst der Tourist gewinnt begreiflicherweise im Land kaum einen rechten Einblick in die sogenannten „kleinen" Dinge des täglichen Lebens, und selbst, wenn man einen Hauch vor allem Grossen und Schweren, das der „heroische" Aufbau mit sich bringt, verspürt, so müeste man doch auch die Widrigkeiten und Kleinlichkeiten des Werktages erfahren'haben, um die Probleme jenes Lebens sehen und beurteilen zu können. Darum ist es dankenswert, dass der Architekt Ben- Uri (Dipl.-Ing. M. Wasswuzki) in einer hebräischen Broschüre von 14 Folioseiten über Planung und Gestaltung des K'far Noar Dati Rechenschaft ablegt. Das ebenso ansprechend wie vornehm gestaltete Heft enthält über 20 Pläne und Skizzen, die viele Einzelheiten sowie das Projekt im ganzen anschaulich machen. Das Geleitwort schrieb Dr.' Ernst Simon. Das Kinderdorf, dessen Grundstein am 1. Tammus 5697 gelegt wurde, soll zur Aufnahme der gesetzestreuen Jugend-AIija vor allem Deutschlands dienen. Seine Finanzierung .wurde durch Gönner in Palästina und Deutschland, durch die amerikanische zionistische Frauenorganisation „Hadassa" und die nationalen Fonds durchgeführt. Der K. K. L. hat dafür Boden im Umfang von 360 Dunam zur Verfügung gestellt. Das Jugenddorf ersteht in der Nähe von K'far Chassidim am Eingang des Emek Sebulon. Das Landschaftsbild ist dort besonders anziehend und romantisch, und Ben-Uri betont, dass er bei Inangriffnahme des Projekts seine erste Aufgabe gesehen habe, hier nicht störend einzugreifen, vielmehr die Naturverbundenheit zu sichern, um die Siedler bald und fest verwurzeln zu lassen. Das Gelände liegt auf den Hügeln, von denen aus sich ein weiter Blick von der Haifa-Bai bis Jagur öffnet Ein alter, malerischer Park, der mehr Schatten spendet, als man in Palästina gewohnt ist. bleibt unberührt erhalten. Vom höchsten Punkt des Geländes wird man alle Anlagen der Siedlung übersehen können, was die strategische Verteidigung wie die Arbeitsplanung und Unterrichtseinteilung wesentlich erleichtert. Dort steht auch der Wasserturm. Ausser den üblichen landwirtschaftlichen Anlagen wird noch das Pflanzen von Weinstöcken und Obstbäumen erwogen. Im Mittelpunkt des K'far Noar liegt der grosse Saal für gemeinsame Veranstaltungen, zum Gottesdienst und zu den Mahlzeiten. Die Errichtung eines eigenen Betsaales neben dem Gemeinschaftsraum wurde bewusst vermieden, da es dem Charakter der Einheit von Tora und Awoda, der Giese Schöpfung geweiht sein soll, widerspräche, zwischen dem täglichen und religiösen Leben eine äusserliche Trennung herbeizuführen. Die übrigen Räume für kulturelle Arbeit, in die auch Bibliotheken und wissenschaftliche Sammlungen kommen werden, der Park, das Amphitheater und der Saal sollen gleichzeitig Stätten der Fest- und Feiergestaltung werden. Die künstlerische Erziehung wird einen beträchtlichen Raum im K'far Noar einnehmen: Orchester und Theater, Chor und Pflege des Volkstanzes sind ebenso geplant wie Ausstellungen und andere Formen künstlerisch jüdischen Gemeinschaftslebens. Die Wohnhäuser, die von dem Architekten Dalkmann aufgeführt werden, sollen einen vollkommen neuen Typ darstellen. Die Verbundenheit mit einem Werk wird gesteigert, wenn wir sehen, dass es nicht nur von Liebe und Hingabe, sondern auch von Sachverständnis und kluger Planung getragen wird. Dass wir bei dem erstehenden Jugeriddorf der religiösen Kinder-AIija hiervon voll überzeugt sein dürfen, ist das Verdienst der prächtigen und instruktiven Schrift Ben-Uris. Hans Lamm. Herbert Sidebotham: Grossoritannieit und Palästina. Verlag von Macmillan. Bericht von Dr. S. Jehner. Wie die Palästina-Frage von gebildeten Engländern angesehen wird, ist für uns von höchster Wichtigkeit. Denn schliesslich hängt davon vielleicht mehr für die Zukunft von Palästina ab als von Juden und Arabern. Hierüber belehrt nun vorzüglich ein soeben erschienenes Werk von Herbert Sidebotham, „Grossbritannien und Palästina". Der Autor ist besonders qualifiziert, liier eine massgebliche Meinung auszusprechen, denn das Thema ist seit 20 Jahren sein mit Erfolg und Bedeutung behandeltes Spezialgebiet: schon" 1917, als sich das Schicksal des Heiligen Landes entschied, erschien Sidebothams ganz ähnlich betiteltes und gehaltenes Buch ..England und Palästina". Der Verfasser, der natürlich in erster Linie die Belange des Empire wahrt, bringt für die jüdische Zionsehnsucht-von jeher ein feines Verständnis auf; ebenso kennt er die Araber und will ihnen gerecht werden. Er entwickelt zunächst historisch die beiden entscheidenden Kräfte, die das moderne Palästina geschaffen haben, die englische Politik und die zionistische Arbeit, die sich schliesslich gefunden haben und in der Balfour-Deklaration gipfelten. Mit grosser Offenheit und Entschiedenheit erhebt sich der Verfasser zu deren Kritik. So klar und unzweideutig sie nämlich 'auf den ersten Augenblick der Welt erschien, trägt sie doch die ganze Problematik Balfours selbst an sich, die sich so folgenreich, ja katastrophal ausgewirkt hat. Es war ihr Unglück, dass sie die Schwierigkeiten der Lösung eher verdeckte als freilegte, dass sie einen schönen, trügerischen Blumenpfad über Abgründe spannte, dass sie im Grunde nur ein Versprechen war, aber nicht das erlösende Wort, als das sie sich gab und als das sie missverstanden wurde. Die Araberfrage, so führt Sidebotham weiter aus, liege nicht in der Rasse, sondern in Religion und Kultur: Die arabische Kultur sei „statisch", das heisst primitiv und seit den Kreuzzügen verhältnismässig nur wenig verändert, die Juden bringen dagegen ihre unruhige europäische Gesittung mit. Vorzügliche Bildbeigaben illustrieren die jüdische Arbeit in Palästina. Besonders wohltätig berührt die Versicherung des englischen Autors, dass England sein Palästina-Versprechen halten werde, was auch kommen möge, trotz aller Fehlschläge und unausbleiblichen Enttäuschungen. Es denke nicht daran, sich wirklich aus Palästina zurückzuziehen, obwohl solche Stimmen oft genug in letzter Zeit, als die Schwierigkeiten bis an den Rand zu steigen drohten, laut geworden sind. England wird nicht resignieren, sondern seine Sendung im Heiligen Land, die ihm schon Disraeli seherisch vorgezeichnet hat, erfüllen. Wie schon aus zu ersticken. Die neue Kommission wird angekündigt, aber noch nicht ernannt. Wir werden weiter darauf vorbereitet, dass nach der Ernennung ihre Arbeiten viele Monate in An-, spruch nehmen werden, dass alsdann erst ein langwieriger Instanzenzug bis zur endgültigen. Genehmigung in London und in Genf nötig sei und dass nach der endgültigen Beschlussfassung Schweiss-Apparate „Jupiter" auch zum Löten und für Benrtal-Arbeälen Dr. Ernst Moritz & Co.. Berlin W 30, Schwäbische Str. 11 zunächst nur eine provisorische, experimentelle Lösung, möglicherweise ein zeitlich begrenztes Kantonalregime, in Frage kommen werde. Diese auffällige Betonung des langsamen Tempos wäre höchstens geeignet, die Furcht vor gefährlichen Uebereilungen — die aber schon nach den bisherigen Erfahrungen kaum aufkommen konnte — zu zerstreuen. Sie trägt aber nicht dazu bei, das Vertrauen auf baldige Klärung und Stabilisierung der Verhältnisse zu stärken. Nachdem aber diese Worte nun einmal gefallen sind, zieht man hier gewisse Konsequenzen daraus. Schertok hatte in seiner erwähnten Rede schon gesagt, dass es für die Palästina-Regierung zwei Möglichkeiten gibt. Die eine Möglichkeit ist die grösstmögliche Abkürzung der Uebergangszeit und die Rückkehr zu gesicherten Verhältnissen. Erweist sich dieser Weg als ungangbar, müssen wir den Schwebezusland für geraume Zeit als Dauerzustand ansehen, so muss die Administration eine Politik des „Als ob" befolgen, das heisst, sie muss mit voller Aktivität diejenigen Massnahmen und Entscheidungen treffen, die man auch bei einer normalen Krise zur Förderung der Wirtschaft und zum weiteren Ausbau des Siedlungswerks von ihr verlangen würde. Indiskutabel aber ist der dritte Weg: Auf der einen Seite eine unabsehbare Dauer des Schwebezustandes in Kauf zu nehmen, auf der Gebrauchte Mer*°Sl anderen Seite aber alle durchgreifenden Massnahmen und wichtigen Entscheidungen zurückzustellen, wie wenn es sich nur um eine kurze Zufallspause handelte. In derselben Kundgebung, in der auch Shertok sprach, zeichnete Elieser Kaplan, der Schatzmeister der Jewish Agency, die Massnahmen auf, welche die jüdische Selbstverwaltung auf diesem Gebiete ergreifen müsse und teilweise schon ergriffen habe: die erweiterte Kreditgewährung an Industrie und Kleingewerbe, den Ausbau der neuen- Siedlungspunkte und die Pflege der vorhandenen Landwirtschaftsbetriebe und mancherlei andere grosse Aktionen, für die der jüdische Fiskus an den freiwilligen Steuerzahler, den Zeichner des Keren Hajessod, appelliert. Es liegen auch gewisse Anzeichen dafür vor, dass die Regierung selber — nachdem sie auf dem Gebiete der Sicherheit ja schon eine lebhafte Aktivität bewiesen hat — auch auf wirtschaftlichem Gediesen wenigen Andeutungen hervorgeht, ist Sidebothams Schrift auch für uns höchst lesenswert, sie verdient unser ernstestes Studium. S. A. Senden Sie mir bis auf Widerruf die C-V«-Zeitung 66 Pf e n n i g für Februar, und März zahle ich bei Vorlage der Posrquirtung an den Briefträger. Die beiden letzten Januarnummern erhalte ich kostenlos. Name:__, _ Ort r_______ Strasse:_.________ Ausschneiden und mit 3 Pfg. frankiert (oder unfrankiert) senden an: C.-V.-Zei»ung, Vertrieb, Berlin W]5, Emser Strasse 42. Telef.- 92 81 41/

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