Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1938-01-13 · 2 (13.1.1938) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
2 (13.1.1938)
Date
1938-01-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2277379-2278191-2278193--12540-2291393
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 2 * 1. Beiblatt CYZeitung 13.Januar 1938* Seite3 Synagogenweihe in Oporto Zum fünfzigsten Geburtstag des Hauptmanns Barros Basto Von Ismar Elhogen Die Gemeinde Mekor H'aim in Porto lädt zur Einweihung ihrer neuerrichteten Synagoge ein, 'die am 16. Januar 1938 stattfinden soll. Porto und Synagogeneinweihung — der Atem stockt, wenn man die beiden Worte nebeneinander setzt. Seit 440 Jahren hat es keine Synagoge in Porto gegeben und keiner bedurft. Die letzte wurde in eine Kirche umgewandelt,'in dem. sie erweiternden Umbau der Igreja de S. Bento da Vitöria ist sie noch heute deutlich zu erkennen. Bezeichnenderweise heisst im Volksmunde die Treppe, die von der Strasse, in der sie gelegen ist, zum Duro führt, noch heute Escadas da Esnoga (Synagogenstaffeln). In einer Seitenstrasse sieht man ein ,/ imner Ludwig Steinmetz \ Nürnberger Str. 56 (neben WoolworthJ V altes Patrizierhaus, in dem wahrscheinlich Uriel da Costa geboren wurde und aufgewachsen ist. Auch in den heute zur Stadt gehörenden, aber früher besondere Kommunen bildenden Vororten "wie Baixa findet man noch Spuren alter Synagogen und Judenstrassen. Man liest auch viele Kamen, die einem aus der Geschichte der Juden in Portugal bekannt sind; zum grossen Teil stammen die Träger wohl auch von solchen ab, aber es sind vielfach in Portugal sehr verbreitete, von Oertlichkeiten hergenommene Namen und daher keineswegs untrügliche Zeichen jüdischer Herkunft. Dass wir heute Spuren jüdischen Gemeindelebens in Porto kennen, verdanken wir den Forschungen des Mannes, der sich die Wiederbelebung der Gemeinde Porto zur Aufgabe gemacht hat, des Hauptmanns Arthur Carlos de Barros Basto, der in diesen Tagen sein fünfzigstes Lebensjahr vollendet. Er wurde am 18. Dezember 1887 in Amarante bei Porto geboren und wie seine Eltern im katholischen Glauben erzogen. Er trat in die Armee ein und erregte als Offizier durch seine Tüchtigkeit rasch die Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten, brachte es in jungen Jahren bis zum Hauptmann, führte als solcher eine Kompanie im Weltkrieg und wurde für Tapferkeit vor dem Feinde wiederholt ausgezeichnet. Sein jugendliches Herz war für die Jugendbewegung entflammt, er führte den Bund der Pfadfinder in Portugal ein. Auch die Politik zog den Feuerkopf früh in ihre Bande, er schloss sich dem antimonarchischen Flügel an, hisste als junger Offizier 1910 als erster die Fahne der Republik in Porto. Als er aus dem Weltkrieg zurückkehrte, tat er einen ungewöhnlichen Schritt, er zog sich nach Tanger zurück, um in aller Form seinen Eintritt in das Judentum zu vollziehen. Seine Bekehrung erregte berechtigtes Aufsehen, ihre Geschichte ist wiederholt erzählt worden, U: a. in dem viel zu wenig bekannten Buche von Marcus Ehrenpreis „Das Land zwischen Orient und Okzident" (Berlin 192S). Dem aufmerksamen Jüngling fiel es schon im Elternhaus auf, dass sein Vater sich regelmässig zu bestimmten Zeiten, meist an Freitagabenden, in ein besonderes Zimmer zurückzuziehen pflegte. Nach dem frühen Tode des Vaters Hess ihm sein bohrendes Gewissen keine Ruhe, bis er hinter dieses Geheimnis gekommen und zu der Ueberzeugung gelangt war, dass sein Vater zu jenen „Neuchristen" gehörte, die in ihrem Innern dem jüdischen Glauben ihrer Väter treu anhingen und in dem von ihren Ahnen ererbten Ritual ihren Gott verehrten. Der junge Mann, dem die katholische Kirche innerlich fremd war, folgte nun der Stimme des Blutes, versuchte in die jüdische Lehre einzudringen, besuchte in Lissabon die Synagoge (die einzige, die es damals in Portugal gab), fühlte sich durch die Laute des Gebets und den Klang der Melodien innerlich angezogen und in seinem religiösen Empfinden immer ruhiger und klarer. Er lernte Hebräisch, vertiefte sich in die jüdische Tradition, sein Entschluss, sich der jüdischen Gemeinde anzuschliessen, befestigte sich. Nach ausgiebiger religiöser Vorbereitung in Tanger liess er sich dort in den Bund Abrahams aufnehmen, legte sich den hebräischen Namen Abraham Israel Ben- Rosh bei und heiratete die Tochter eines angesehenen jüdischen Hauses. Er hatte nunmehr nicht nur seinen religiösen Glauben wiedergefunden, sondern fühlte in sich Eine Kadoorie-Synagoge die Mission, seinen zahlreichen Brüdern, die sich in der gleichen Lage befanden, den Weg ins Freie zu weisen, Erlösung aus ihren religiösen Nöten zu bringen. Gleich seinem Vater gab es in Portugal Zehntausende von Christen jüdischer Abkunft, die ein Doppelleben führten, sich äusserlich dem Zwang der katholischen Kirche unterwarfen, in ihrer Gesinnung aber und in ihren religiösen Uebungen dem Gott ihrer Väter, anhingen. Wie es entdeckt wurde, dass sich grosse Gemeinden von Marranen bis auf unsere Tage erhalten haben, ist noch in aller Erinnerung. Der aus Lodz stammende Ingenieur Samuel Schwarz, der in Lissabon arbeitete, kam 1917 in den Bergwerksdistrikt von Belmonte im Norden Portugals. Ein dortiger Krämer, der sich seine Kundschaft sichern wollte, warnte ihn vor einem Konkurrenten mit den Worten: „Ich brauche nicht mehr zu sagen, als dass der Mann ein Jude ist." Er konnte nicht ahnen, welche Wirkung diese Bemerkung ausüben und welche Reaktion sie in dem treuen Juden Schwarz auslösen musste. Für ihn war diese staunenswerte Nachricht der Anlass, den gekennzeichneten Mann aufzusuchen und über seine Herkunft zu betragen. Er liess sich von ihm als Glaubensgenossen in seine Familie einführen, stiess aber dort, insbesondere bei der greisen Mutter, auf gewaltige Skepsis, da man sich einen Juden solcher Art gar nicht vorstellen konnte. Erst als Schwarz nach zahllosen vergeblichen Bemühungen gelegentlich das „Schma Jisrael" sprach und dabei das Wort A d o n a i hören liess, war die alte Mutter von seiner Zugehörigkeit zum Judentum überzeugt. Nunmehr trug sie kein Bedenken, ihn mit ihren Capt. Barros Basto Fot. (2) Archiv Bräuchen und Gebeten vertraut zu machen, von anderen Familien und anderen Gemeinden zu erzählen. So erfuhr Schwarz und durch ihn die Welt die erschütternde Tatsache, dass in der nördlichen Provinz*von Portugal zahlreiche Gemeinden von Marranen oder Neuchristen lebten, die wie ihre Väter und Vorväter im stillen die. jüdische Lehre beobachteten. Welch ein Heroismus dazu gehörte, durch vier Jahrhunderte einem von den herrschenden Gewalten verbotenen Glauben die Treue zu wahren und seine Lehre von Geschlecht zu Geschlecht weiter zu überliefern, braucht nicht betont zu werden. Es ist eines der erhebendsten «..k^lllA.imMAN ROBERT WOLFERS, W 15 ASpndltierUnSCn Kurfürstendamm 48/49 Pflasterungen, Bürgrerstelgre, — Telephon: 92 4/56 Zeichen von der Stärke und Kraft, welche die jüdische Religion auf ihre Anhänger ausgeübt hat. Seit 1536 war die Inquisition in Portugal eingeführt und, wenn sie auch anfangs auf harten Widerstand stiess, doch ständig am Werke und bemüht, ihre grausame Aufgabe durchzuführen. Von nicht weniger als 40 000 Inquisitionsprozessen bewahrt das Arquivo National da Torre do Tombo in Lissabon die schaurigen Berichte, die zeigen, mit welcher Niedertracht Menschen nachgestellt wurde, die nichts anderes verbrochen hatten, als dass sie in dem Glauben ihrer Väter zu leben wünschten. Zahllose Opfer schmachteten jahrelang in den Gefängnissen, zahlreiche andere bestiegen standhaft den Scheiterhaufen. Man wusste in den Kreisen der Marranen von diesen Verfolgungen, aber weit gefehlt, dass sie den Mut der geheimen Juden gebrochen hätten, bestärkten sie sie nur in der Festigkeit ihres Glaubens und ihres Gottvertrauens. Auch nach Aufhebung der Inquisition (1821) und der Staatskirche (1910) haben die Neuchristen, obwohl jede Gefahr für einen öffentlichen Gottesdienst ausgeschlossen war, ihre Gebete und ihre Bräuche nur im Geheimen praktiziert, sie kannten nur diese Form des Judentums, wussten und glaubten nicht, dass irgend eine andere möglich war. Nun brachte ihnen Samuel Schwarz gewissermassen aus der Fremde die neue Lehre, erstand Barros Basto aus ihrer eigenen Mitte als Apostel. Mit dem ganzen Enthusiasmus, der ihn beseelte, bemühte er sich um die Marranen, er wollt© ihnen einen einheitlichen, geschlossenen jüdischen Glauben und den Anschluss an das Gesamtjudentum mit seinen Lehren und seinen Hoffnungen wiederbringen. War es den Bemühungen von Samuel Schwarz gelungen, die portugiesischen Gemeinden im Ausland, besonders in London und in Amsterdam, für ihre Glaubensgenossen in der alten Heimat zu interessieren, so war die Mitwirkung von Barros Basto von unschätzbarem Werte. Er kannte das Seelenleben der Marranen, er redete ihre Sprache, war in ihrer Begriffswelt heimisch und fand Zutritt zu ihrem Innersten. Nur ein Mann, der aus ihrer Mitte kam, konnte sich in ihre Eigenart hineindenken, die Urteile und Vorurteile verstehen, welche die Sonderart ihrer Vergangenheit ihnen eingeprägt hatte, den Weg finden, auf dem sie zu /f^ÄfW, /\Mm^°mkf y§ßfCßoM^^ Novelle von Moritz Kaswan Schluss Auch Jossei Gradner verbringt die Zeit bis Tagbeginn mit einer Unruhe des Herzens, aus der er, so deucht ihm, sich nur befreien könne, indem er Debora über seine Person aufkläre. Das ist auch sein Gedanke, als er am Vormittag nach ihr auf der Promenade Ausschau hält. Er trifft aber nur ihre Tante und erfährt von ihr, Fräulein Lefkoy ziehe es vor, im Zimmer zu bleiben, als auf der sonnenbestäubten Strasse spazieren zu gehen. Mit rascher Entschlossenheit begibt sich der Mann in Deboras Pension, wo er die junge Schönheit blass und vergrämt vorfindet. Da schwindet ihm die Kraft zu einem Geständnis, von dem er nicht weiss, ob es ihr bekümmertes Antlitz aufhellen würde. Doch ehe er dazu kommt, eine weitere Ueberlegung anzustellen, hat Debora schon begonnen, mit leiser, zager Mädchenstimme von ihrer Hochzeit mit dem Jeschiwabachur zu erzählen. „Niemals", so sagt sie, „werde ich dem Mann angehören." „Niemals!" Jossei wagt vorsichtig einen Handkuss und die Frage: „Aber wenn er Sie mehr als sein Leben liebt?" Entgegnet die ihn verzückt anschauende Debora: „Auch dann nicht", und wiederholt: „Niemals!" Jossei wagt noch einen Handkuss und hält ihre Hand fest, sagt: „Aber wenn er Ihnen zuliebe von der Jeschiwa fortginge, als ein moderner Mensch vor Sie hintreten würde und sprechen: Ich lasse nicht von dir, du bist mir und keinem anderen anvermählt!" Die Tochter Awner Lefkoys erhebt sich und stösst unter Tränen hervor: „Warum quälen Sie mich, sehen Sie denn nicht, dass ich eher umkommen will, als dem Jämmerling sein WTeib sein!" Jossei, dessen Herz bei diesen Worten zusammenzuckt, verwirft die Antwort, welche ihm um ein Haar von den Lippen gesprungen wäre und ruft, statt dessen eich gleichfalls erhebend: „Debora, ich will Ihnen helfen, von dem Manne loszukommen!" Wie zwei Träumende schreiten sie sich entgegen, ihre Hände umschiiessen sich, und während draussen ein strahlender Mittag die Menschen zu Scharen hinauslockt, hocken drinnen zwei beieinander und besprechen einen Plan, wie Debora Lefkoy in Bälde eine Scheidung von Jossele Gradner erzwinge, um dann — die beiden frohen Gemüter schauen sich munter in die Augen und sprechen es nicht aus. Der vermeintliche Herr Josef Krummer erzählt der aufhorchenden Freundin, in WTien habe er einen Rechtsanwalt, zu dem er jetzt fahren werde, einen Mann, der gleich stark bewandert sei im Toragesetzt wie im Bürgerlichen Eherecht. Dieser Advokat werde einen Weg zur Freiheit finden. Als mitmalen jeder Tag kostbar geworden sei, drängt Debora ihren Beschützer zur Reise nach Wien, und dieser, obschon gerne noch länger in ihrer Nähe geblieben, bittet sie, in Marienbad solange zu weilen, als bis er wieder aus Wien hier eintreffe. .Mit dem Versprechen, alles zu tun, um eine Lösung zu finden, nimmt er von der ihm mit flimmerndem Blick nachstarrenden Debora Abschied und fährt nach — Szadony. — Dem harrenden Lefkoy teilt er mit, dass die Aussprache mit seiner Tochter jede Hoffnung auf eine Vereinigung zerstückt habe, und er nun willens sei, den Get zu geben. Der alte Mann, der seinem Eidam längst verziehen und ihn liebt, wie ein eigen Kind, zerrauft sich seinen Bart, als er Josseies Rede vernimmt. Wenig fehlt, und er will eher auf die Tochter als auf den Schwiegersohn verzichten. Obgleich es Jossei selbst bitter ankommt, kann er den Schmerz des alten Lefkoy nicht mildern, sondern muss darauf bestehen, dass Debora von seinem Schritt sofort verständigt werde. Bleibt dem Vater auch nichts anderes übrig, als nach Marienbad zu telegraphieren. Dort löst die Nachricht im Herzen der sehnsüchtigen Liebe eine ungeheure Freude aus, und als erstes schickt sie, ebenfalls durch den Draht, an Josef Krümmers Adresse in Wien, den Bescheid aus Szadony; dann einen Brief mit der Einladung, nach vierzehn Tagen sie dort im Hause ihres Vaters zu besuchen. In ihrem Geburtsstädtchen ruft ihr Einzug ein grosses Geraune unter den Leuten hervor. Vater Lefkoy wird von allen bedauert, und die reichen Väter der Stadt äugen bereits wohlwollend nach dem frei werdenden Jossele. Doch weder er noch sie lassen sich vor den hämischen Mitmenschen blicken. Debora empfängt nicht einmal ihre Freundinnen; und Efraim Feiber, der es unternimmt, sie aufzusuchen, wird gar nicht ins Haus gelassen. Die Begrüssung zwischen ihr und dem " Vater hätte herzlicher ausfallen können, wenn der alte Mann nicht mürrisch ihre Liebkosungen zurückgewiesen und sie mit ehernen Vorwürfen über ihre zweite. Torheit überhäuft haben würde. Die Tochter nimmt seinen Groll ohne Widerrede hin, weiss sie doch, dass der Mann ihrer Wahl auch sein Lob finden werde. Inzwischen hat Jossei beim Rosch Jeschiwa, seinem früheren Lehrer, Unterkunft gefunden und lässt Debora an dessen Tisch zur Entgegennahme des Scheidebriefes laden. — Awner Lefkoy und seine Tochter finden sich zur festgesetzten Stunde bei Raw Mordechai ein. Im Zimmer erwarten sie bereits eine Anzahl Männer, darunter die Zeugen, der Schreiber und zwei jüngere Rabbiner. Eine bedrückte Stimmung schwingt im Raum: Awner Lefkoy sitzt, gedankenversponnen, am Fenster, sein abwesender Blick schweift hinaus, und aus der Brust reisst sich von Zeit zu Zeit ein tiefes Seufzen, wie ein starker Ast von einem mächtigen Stamme los. Die als Zeugen dienenden Juden flüstern untereinander, als ob es verboten sei, laut zu sprechen; schauen dem' Schreiber über die Schulter, wie er bedächtig Buchstaben für Buchstaben mit dem Federkiel auf das Pergament malt, bis der Get vollendet sei und dem Raw übergeben werden kann. Die zwei Rabbiner greifen sich vom Büchergestell einen Folianten und summen leise einen Satzanfang \or sich hin, lediglich Debora dünkt es unerträglich, hier noch länger den Blicken der einem kleinen Gerichtshof ähnelnden Versammlung ausgesetzt zu sein. Mit grosser Ungeduld ersehnt sie die Ankunft Josseies, damit die leidige Zeremonie steigen könne. Beim Gedanken an seine Erscheinung unter dem törichten Baldachin packt sie ein solcher Schauer, dass ihr Vater erschrocken aufschaut und sie traurig fragt: „Was ist dir, Kind?" In dem Augenblick öffnet sich eine Seitentür und der Rosch Jeschiwa tritt ein. Er begrüsst die Anwesenden durch ein Kopfnicken und bedeutet seinen Gehilfen, dass sie ihren Platz an seinem Tisch einnehmen sollen. Danach vergeht noch eine Weile, in der nichts zu hören ist, ausser dem Kratzen des Gänsekiels über die letzte Zeile des Gets. Die Spannung und Ungeduld hat allmählich in alle Gesichter ein Unbehagen hineingetragen, weiches in dem Moment wie eine lästige Salbschicht fortgewischt wird, als der alte Lefkoy aufatmend verkündet: „Endlich ist er da!" Und Jossei in der offenen Tür erscheint. Er geht mit einem Lächeln auf die ihn mit grossen Augen anstarrende Debora zu und wartet, bis 6ie wieder Atem schöpft. Doch bevor er zum Reden kommt, stösst sie mit einem halb unterdrückten Freudenschrei aus: „Aber ... wie kommen Sie hierher.., Herr? ... Und mit einem zweiten Blick und einem zweiten stärkeren Aufschrei: „Du bist ... Sie sind?" ... „Jossei Gradner!" hört sie seine Stimme sagen. Hört: „Und gekommen, um mich von dir zu scheiden." „Vater", fährt die in ihrer Verwirrung wie eine liebliche Braut errötende Debora herum, „Vater, ist es wahr, ist er wirklich Jossele, der Jeschiwabachur?" ■ „Wirklich und wahrhaftig", bestätigt der ver-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.