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Central-Verein-Zeitung · 1938-01-13 · 2 (13.1.1938) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
2 (13.1.1938)
Date
1938-01-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 g.-V.-Zeitung Nr.2 * 13. Januar 1938 Polen Durch 'die Tagung des ostpolnischen Legionärverbandes in. Lemberg und durch die Bildung eines demokratischen. Clubs innerhalb des : Sejm schien zum erstenmal seit vielen Jahren die innerpolifische Auseinandersetzung in Fluss zu geraten. Nun ist auch aus Gesundheitsrücksichten der Rücktritt des Obersten Koc von der Leitung des Lagers der nationalen Einigung erfolgt. Sein Nachfolger wird Krankenversicherung - PhiiippUcko Günstigste Mögfichkeiten Bln.-Wilm., B randenburgische Str. 22 Huf 92 74 43 Divisionsgeneral Sk warzynski, dem man besondere Verbundenheit mit den Gedankengängen Pilsudskis nachsagt. :: In der aussenpoliiischen Rede, die Minister Beck am 10. Januar im Sejm hielt, finden sieb auch einige Hinweise auf die jüdische Frage. Er sagte, unter dem Auswanderungsproblem nehme die Judenfrage die erste, Stelle ein, da sie heute über den lokalen, Rahmen hinaus zu einer europäischen Angelegenheit geworden sei. Auch der Palästinafrage messe er europäische Bedeutung zu, woraus sich di-i Tätigkeit der Regierung auch auf diesem Ge- biete ergäbe. Wie bekannt wird, findet am 15. Januar in Warschau eine Zusammenkunft der Rektoren aller polnischen Hochschulen statt, in der die: Frage der ..Ghettobänke" und die Antwort auf die von uns bereits erwähnte Kundgebung des ..Instituts für internationale Erziehung in New-York" in erster Linie erörtert werden dürfte. Es verlautet, dass diese Antwort in kurzer Form sich die Einmischung des Auslands in innerpolitische Angelegenheiten verbitten werde. Inzwischen kam es an der W i 1 n a e r Universität zu neuen Ausschreitungen gegen jüdische Hörer und zur Forderung der Einführung von Ghettobänken auch für. die jüdischen Schüler der Mittelschulen. In der gleichen Stadt hat als erster polnischer Journalistenverband die Vereinigung der Wilnaer Journalisten ihre Satzungen mit dem Arierparagraphen versehen. Die Nationaldemokraten haben sich an die Warschauer Behörden mit der Bitte gewandt, eine Hochschule für' Erforschung der Jüderifrage; gründen zu dürfen. An der Spitze der Petenten" stehen der Pater Trzeczak und der Vorsitzende der hationaldemokratischen Partei, Rechtsanwalt K o w'a 1 s k i. Die Studienzeit soll zwei Jahre umfassen, und die Absolventen der Hochschule solleirden Titel „Spezialist für'Juden* fragen" erhalten. 'Die Abgeordneten R u b i a'stein und Schorr sind beim polnischen Innenminister,: M. Korsak. vorstellig geworden, weil man Jüdisches Facliigreschäft Ssez. Röntsrer,- und Elektro-Müdiiin Bedarf für den "Arzt Auswanderer-Beratunc. Anu. Verkauf Röntgen-Ingr. Kurt Marcsise Berlin N. 4. Chausseesirasse 5. Telefon 42 60 68. die jüdischen Händler in Rawa-Mazowiecka gezwungen hat, auf den Märkten gesonderte Plätze" einzunehmen. Zum Protest haben die Betroffenen beschlossen, drei Wochen von den ■ Märkten fernzubleiben. Senator Professor Schorr begab sich sodann nach London, um an einer Kampagne für die Juden in Polen teilzunehmen. Auch auf innerjüdischem Gebiet herrscht eine gewisse Aktivität. Der von uns wiederholt erwähnte Plan, einen „Jüdischen Kongress Polens" einzuberufen, scheint man fallenzulassen, nachdem es unter Führung von I. M. Lewin, Dr. Kahane , Emil Sommerstein und Josef Ton gelungen ist. eine Exekutive der polnischen Judenlieit zu bilden, in der agudistische, misrachisüsche, zionistische und revisionistische Gruppen vertreten sind. Man hofft, auf diese Weise unüberlegte Schritte einzelner jüdischer Personen und Gruppen zu vermeiden sowie das Verantwortungsgefühl der Gesamtheit der polnischen Juden zu stärken. Zur Lage in Österreich . Im Vordergrund des Interesses steht eine Erklärung, die der Bundesführer des österreichischen Jungvolks Graf Thurn-Valsassina auf einer "Arbeitstagung der vollzählig versammelten Unterführer" dieses staatlichen Jugendverbandes am 7. Januar in Wien abgab, und die praktisch den Ausschluss der jüdischen Jugend aus dem Jungvolk bedeutet. Der Graf führte aus, dass die jüdische Jugend in einem besonderen Jugendverband zusamrnengefassi werden würde, . der dann seinerseits geschlossen der Vaterländischen Front beitreten "könne. Die Bestellung des jüdischen Jugendleiters werde unter seiner Einiiussnahme erfolgen. Begründet wurde dieser Beschluss damit, dass den jüdischen Eltern nicht zugemutet werden könne, ihre Kinder in einem .Verband erziehen zu lassen, der deutsch und ■ sozial geführt werde. Indieser Aussonderung liege weder eine Diskriminierung noch eine Verletzung der Verfassung. Während der zionistische Teil der jüdischen Bevölkerung Oesterreichs, an ihrer Spitze der Präsident der Wiener Kultusgememde Dr.. Desider Friedmann, dazu neigen, dieser Argumentation zuzustimmen, und dabei auf die Sonderstellung hinweisen,, die die katholische, altkatholische und evangelische Jugend in ihren Organisationen einnehmen, ist ein anderer Teil der jüdischen Bevölkerung durchaus - nicht geneigt, den Vorgang unter gleichen Gesichtspunkten zu betrachten. Der Präsident der Union österreichischer Juden, Oppenheimer, erklärte im „Wiener Tag", er werde bei der Leitung des österreichischen Jungvolks, die sich aus dem Bundeskanzler Dr. S c h u s c h n i g g. dem Unterrichtsminister P e r n t e r 'und Staatssekretär Zernatto zusammensetzt, Protest gegen die angekündigte Massnahme, da sie verfassungswidrig sei, einlegen. Diese Kreise vergessen dabei keineswegs, dass schon bisher nur wenige jüdische Jugendliche Aufnahme in das österreichische Jungvolk gefunden haben, da sich auch dort, wie in zahlreichen anderen Organisationen die judenfeindlichen Strömungen stets bemerkbar machten. So wird z.B. jetzt ein Artikel bekannt, den der Landeshauptmann für Niederösterreich und Frühere Landwirtschaftsminister Reith er in den ..Mitteilungsblättern der Vaterländischen Front" veröffentlichte. Im Zusammenhang mit scharfen judenfeindlichen Aeusserungen verlangt Reither die Ausschaltung der jüdischen Konkurrenz aus der Wirtschaft. Die Gleichheit aller Staatsbürger lehnt er ab, weil man nicht nur ein ständische?, sondern gemäss Artikel 1 der Verfassung auch ein christliches Oesterreich aufbauen wolle. Auch an anderen. Massnahmen erkennt man. wie stark die jüdische Bevölkerung benachteiligt wird. So hat die Gemeinde Wien im Jahre 1937 insgesamt 545 000 Schillinge als Subventionen an Kunst- und Wohifahrtsinstitulionen vergeben.. Unter den bedachten Verbänden befinden sich einige, die den Arierparagraphen durchgeführt haben, doch keine jüdischen."obwohl diese Subventionen aus den allgemeinen Steuern bezahlt werden, an deren Aufbringung die Juden Wiens in erheblichem Masse beteiligt sind. Vereinzelt steht dem gegenüber eine Massnahme der, österreichischen ,'.ü u i o n für Blinde" da. die die „Gesellschaft der blinden Musiker", welche den Arierparagraphen eingeführt hatte, aus dem Gesamtverband ausschloss. Erwähnt sei ferner, dass der „Oesterreichische Antisemitenbund" sein Faschingsfest in diesem Jahr unter der Parole .,Eine Nacht ohne Juden" durchführt. Der ..Bund jüdischer Frontsoldat e n 0 e s t er r e i c h s" verteilte an 450 Kinder Kleider, Wäsche und Schuhe. In-seiner Ansprache ermahnte der Bundesführer Hauptmann Edler von Friedraann die Kinder, aufrechte Oesterreicher und gute Juden zu sein. — Die Wiener Zeitungen veröffentlichen eine pressegesetzliche ""Erklärung, wonach die (von uns in der Nr. 52 . der C.-V.-Zeihmg von 1937 auszugsweise wiedergegebene) Erklärung des Bundes, die sich gegen "eine Diffamierung "der jüdischen Frontkämpfer Oesterreichs wandle, insofern von falschen Voraussetzungen ausgegangen sei, als die ihr zugrunde liegenden judenfeindlichen Aeusserungen in dieser Form nicht gefallen seien. Es werden statistische Angaben über die Zahl der jüdischen Lehrkräfte in Oesterreich veröffentlicht. An der Wiener Universität sind unter 15 ordentlichen Professoren der juristischen Fakultät kein Jude, unter vier ausserordentlichen Professoren zwei Juden, unter drei Honorarprofessoren ein Jude, unter 54 Dozenten drei Juden. Für die philosophische Fakultät lauten die Zahlen so: unter 39 ordentlichen Professoren kein Jude, unter 21 ausserordentlichen zwei, unter 155 Dozenten sieben Juden. An der med i z i n i s c h e n Fakultät gibt es einen ordentlichen Professor, unter den ausserordentlichen Professoren und Dozenten befinden sich eine grössere Anzahl, die etwa dem Prozentsatz der" jüdischen Bevölkerung entsprechen. Unter ihnen sind zahlreiche Männer, deren Leistungen den Ruhm der Wiener Medizinersjchule begründet haben. Ausserhalb Wiens gibt es nur einen jüdischen ordentlichen Professor, den Nobelpreisträger Otto L o e w y in Graz. Auslandsnachrichten Aegypten Die jüdischen Gemeinden in Kairo und Alexandrien haben dem König Faruk von Aegypten zu seiner Hochzeit am 20. Januar ein wertvolles Geschenk gemacht. Es besteht aus einem künstlerisch ausgestatteten Kästchen, das die Initialen des Königs und der zukünftigen Königin trägt, und das mit Rubinen und Smaragden besetzt ist. In einer in arabisch, und hebräisch verfassten Inschrift wird dem König die Ergebenheit der Juden Aegyptens versichert, und auf die bei Hochzeiten und Krönungen rezitierten Psalmen 21. 72 und 128 Bezug genommen. In dem Kästchen befindet sich eine kunstvoll angefertigte Rolle, auf der' arabische Texte und . Psalmen stehen. England "Der durch Vermächtnis von Sir Albert L e vy; begründete Fonds für wohltätige Stiftungen, über1 desseh Ausschüttungen-wir eebon mehrmals berichteten,■'■hat'wiederum 10 000 Pfund au zwanzig Krankenhäuser und ähnliche Institute, darunter fünf jüdische, verteilt. Im Befinden Lord M e 1 c Ire 11 s . über dessen Erkrankung die C.-V.-Zeitung in der vorigen Nummer berichtete, ist eine wesentliche Bssserung eingetreten. Zum Hilfsrichter beim Beth Diu wurde auf piner Versammlung der jüdischen Repräsentanten Londons der aus Deutschland stammende Dr. I. Grünfeld gewählt. Schweiz Am 8. Januar wurde in Zürich das ..Seminar für jüdische Kultur" eröffnet. Das Programm enthält Vorträge von T. Aktuarius über ..Jüdische Künstler", von Rabbiner Dr. Z. Taubes über ..Die Aufgaben der jüdischen Jugend der Gegenwart", eine Bibelarbeitsgemeinschaft unter Leitung von Dr. Abraham H e s c h e 1. ein^n Kulturabend zum Thema ..Dichter und Wegbereiter" unter Mitwirkung von Edith H e r r n s t a d t - O e 11 i n g e n. Ausserdem werden hebräische Sprachkurse abgehalten werden. Tschechoslowakei Der Abgeordnete Dr. Angelo Goldstein leistete einer Einladung des Ministerpräsidenten Dr, Milan. Hodza Folge. In der über einstündigen Unterredung wurden alle Probleme des in- und ausländischen Judentums berührt. Dr. Goldstein hatte Gelegenheit, den Ministerpräsidenten über eine grosse Anzahl aktueller jüdischer Probleme Informationen zu erteilen. — Das Aussenministerium hat am 7. Januar den kosten, losen Visumzwang zwischen der Tschechoslowakei und Rumänien, der vor zwei Jahren abgeschafft worden war, wieder eingerührt. .In Mukacevo fand in Gegenwart von 150 Delegierten die Gründungsversammlung einer sozialen Hilfsorganisation für das karpathorussische Judentum statt. Türkei Der frühere Ackerbauminister Sabri Toprak fordert in der türkischen Presse im Zusammenbang mit dem Umschwung in Rumänien eine Einschränkung der Zulassung ausländischer Juden in der Türkei. Vereinigte Staaten Gouverneur Hebert H. Lehman in N e w - York hielt eine öffentliche Ansprache, in der er u. a. sagte, dass nur das Festhalten an der Tora und an jüdischer Tradition den Juden die Möglichkeit gebe, sich in ihrer Selbständigkeit gegen alle Angriffe zu behaupten. Man solle sich frei und stolz als religiöser Jude bekennen, dann werde man auch in nich{jüdischen Kreisen Verständnis und Anerkennung finden. In New-York fand die Jubiläumstagung der ..Freundschaffskonferenz der Christen und' Juden" statt, an der Geistliche aller Konfessionen teilnahmen. Präsident Roosevelt sandte ein Begrüssungstelegramm. Gesetz über die Aenderung von Familiennamen und Vornamen Die Reichsregierung hat ein „Gesetz über di? Aenderung von Familiennamen und Vornamen" vom 5. Januar 1938 (RGBl. I, S. 9) beschlossen. Danach darf ein Familienname nur geändert werden, wenn ein'wichtiger Grund die" Aenderung rechtfertigt. Zur Aenderung eines Familien- Briafmarken - Fritz Lewin Berlin W 35, Lüfzowsf rosse 91 A. namens ist die höhere "Verwaltungsbehörde, zuständig. Der ^Reichsminister des Innern kann sich die Entscheidung vorbehalten. Eine'Namensänderung, die vor. dem 30. Januar 1933 genehmigt worden ist, kann bis zum 31. Dezember . 1940 . widerrufen werden, wenn diese Namensänderung nicht als erwünscht anzusehen ist. Durch den Widerruf verlieren ausser den Personen, deren Name geändert worden ist, auch diejenigen Personen" den Namen, die ihr Recht zur Führung dieses Namens von jenen Personen ableiten; die von dem Widerruf betroffenen Personen dürfen nur noch den Namen führen, der ihnen oder ihren Vorfahren vor der Namensänderung zustand. Der Widerruf wird wirksam mit der Zustellung der Widerrufsverfügung an denjenigen, dessen Name durch den Widerruf betroffen wird. Zum Widerruf einer Namensänderung ist der Reichsminister des Innern zuständig. Ist zweifelhaft, welchen Namen ein deutscher Staatsangehöriger oder ein Staatenloser, der seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Deutschen Reich^hat. zu. führen berechtigt ist. so kann der Reichsminister des Innern diesen Namen auf Antrag eines Beteiligten oder von Amts wegen mit allgemein verbindlicher Wirkung feststellen. Der Reichsminister des Innern kann Vorschriften über die Führung von Vornamen erlassen und von Amts wegen die Aenderung von _ Vornamen, die diesen Vorschriften nicht' entsprechen, veranlassen. Das Gesetz tritt mit Wikung vom 1. Januar 1938 in Kraft. In der Ersten Durchführungsverordnung vom 7. Januar 193S (RGBl. I S." 12), werden die zuständigen Verwaltungsbehörden bezeichnet und Vorschriften über die Gebühren für die Aenderung oder Feststellung des Familiennamens erlassen. Im Ministerialblatt des Reichs- und Preussischen Ministeriums des Innern (Nr. 2 vom 12. Januar 1938, Sp. 69 ff.) ist ferner em Runderlass des Reichs- und Preussischen Ministers des Innern vom 8. Januar 1938 über die Aenderung und Feststellung von Familiennamen veröffentlicht worden. Diesem Erlass sind als,Anlage Richtlinien für die Bearbeitung der Anträge auf Aenderung des Familiennamens beigegeben. Unter VII der Richtlinien werden J u'd e n - n a m e n behandelt. Führen deutschblütige Personen jüdische Namen, so kann Anträgen auf Aenderung dieser Namen stattgegeben werden. Welche Namen als jüdisch anzusehen sind, bestimmt sich nach der Auffassung der Allgemeinheit. JEß gebe zweifellos zahlreiche Familiennamen, die ihrem Ursprung nach deutsche. Namen seien, in der Volksanschauung aber als Judennamen gelten (z. B. Hirsch, Goldschmidt usw.). Es gebe weiter zahlreiche biblische Samen, die ebenfalls als typisch jüdische Namen angesprochen würden, aber sowohl bei Juden wie bei Nichtjuden vorkämen (z. B. Salomon, Israel, Moses usw.). Zu den Judennamen würden häufig auch diejenigen Namen gerechnet, die von. dem Herkunftsort abgeleitet seien (Krotoschiner, Hamburger. Darmstädter usw.). Dagegen könnten hierher nicht Namen gerechnet Otto Warburg Professor Otto 'Warburg, früher Präsident der Zionistischen Weltorganisation, ist am Abend des 10.- Januar im 79. Lebensjahr in Berlin gestorben. Seit dem Tode seiner Gattin und Mitstreiterin vor etwa Jahresfrist, war dem geistig unerschöpfbar regen Manne anzumerken, dass sein Körper die Last der Jahre stärker verspürte. So hat sein Ableben nicht überrascht. Und dennoch trifft die Trauerbotschaft bei seinen näheren Freunden und innerhalb der grossen jüdischen Welt, in der er so lange an bedeutsamer Stelle gestanden hat, auf ein starkes und bewegtes Echo. Warburg war der Vorgänger Weizmanns an der Spitze der Zionistischen Weltorganisation und hat, als die Nachkriegszeit eine Intensivierung der zionistischen Arbeit nach der politischen Seite hin erforderte, sich in stärkerem Masse der Förderung wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und pädagogischer. . Probleme in Palästina gewidmet. Seine besondere Fürsorge in den letzten Jahren galt der. Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität und Bibliothek Jerusalem, in der er den Vorsitz führte. Die wissenschaftliche Laufbahn Warburgs begann mit Forschungsreisen in Süd- und OstasienJ 1S91 wurde er Privatdozent an der Berliner Universität und 1892 Professor. Von seinen Werken seien genannt: „Kautschukpflanzen und ihre. Kultur" (1900), „Kulturpflanzen der Weltwirtschaft" (1907), „Die Pflanzenwelt", 3 Bände (1913 bis 1922). werden, die zwar auch von Juden, häufiger aber auch von Deutschen gebraucht würden (Meyer usw.). Anträgen von J uden und Mischlingen, ihren Namen zu ändern, wird grundsätzlich nicht stattgegeben, weil durch die Aenderung des Namens die Abstammung des Namensträgers verschleiert würde. Dagegen kann solchen Anträgen entsprochen werden, wenn der Antragsteller zwar einen geringfügigen jüdischen Bluteinschlag aufweist, aber nicht Mischling ist. F. Gdt. Ausschluss der jüdischen Aerzte aus der Ersatzkassenpraxis Die Kassenärztliche Vereinigung Deutschlands (KVD.) hat die mit den Spitzenverbänden der Ersatzkassen geschlossene!! Verträge dahin geändert, dass die KVD. bestimmt, welche Aerzte zugelassen werden und wann das Recht auf die Zulassung erlischt. Die KVD. hat danach u.a. folgendes angeordnet: „Die Zulassung der im Sinne der Nürnberger Gesetze jüdischen Aerzte, die bisher zur Ersatzkassenpraxis zugelassen waren, erlischt mit dem Tage des Erlasses dieser Be- Uhren HERBERT KATZ Goldwaren Ankauf O.B.II. 48548. W.30, Barbarossastr. 14. Tel. 262132. Stimmungen, gleichviel, ob diese Aerzte zu den PfHchtkrankenkassen zugelassen sind oder nicht." Diese Ausschaltung bezieht sich nicht auf die Pflichtkrankenkassen (Allgemeine Ortskrankeaikassen, Betriebskassen, Innungskraokenkassen usw.) und auf die Mittelstandsversicherungen. Bei den Mittelstandsversicherungen richtet sich die Frage der Zulassung jüdischer Aerzte nach den Satzungen und allgemeinen Versicherungsbedingungen der einzelnen Organisationen. Auch erhalten bei den Mittelstandsversicherungen jüdische Versicherte die Rechnungen jüdischer Aerzte erstattet. Chefredakteur: Dr. A.U re d Hirschberg, stellvertretender Chefredakteur: Dr. Margarete Edeliieim. Verantwortlich für den Sport: Dr. Emst G. Löwenthal; verantwortlich für die Aufnahme von Bildern: Dr. Margarete E d e 1 h e i m; sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Freinmschlag beizufügen. Leiter der Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: F r i e d r i c b Nathan'. Berlin. DA. IV. Vj. 37 095. PI. G. Verlag: Jüdischer Central ■ Verein e. V., Berlin W 15. Em?er Str. 42. Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH.. Berlin SW10. Klauber- Wäsche In allen führender» Wäschegeschäften Damenwäschefabrik Rosa Klauber / München Klauher- Wäsche

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