Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 1 (6.1.1938)
- Date
- 1938-01-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 6 C.-V.-Zeitung Nr.] * 6Jgnuqr193f saut zu erzählen vermochte, wobei er niemals vergass, ergötzliche Anekdoten einzustreuen. Man bat daß Gefühl, der Verfasser könnte noch stunden lang so-'weiter uns unterhalten und belehren, ■v^ie es auf diesen Seiten der Fall ist, und -wir würden ihn aufmerksam zuhören. Donath Trus-ste in allen Provinzen und!Winkem. seines bunten Reiches Bescheid wie kein Zweiter. So hören wir hier aue den Revieren der alten, der neueren Kunst und des edlen Gewerbes zahllose bezeichnende und sonderbare Geschieh len. Von den Fälschungen, die schon im 1837 1937 Srnst lochner & Horkheimer Prankfurt a. M., Liebfrauenberg 39. L Stock. TeL 292SS HerrenstQife in den altbekannt ersten Qualitäten Born der Kaiserzeit an der Tagesordnung: waren, als die reichen Leute auf griechische Kunstwerke fahndeten, bis in die Blütezeit des gewerbmässigeo und organisierten Fälschertums im 1.9. und 20. Jahrhundert führt der Weg. Merkwürdig ging es in der Renaissance zu, wo sich die Grenzen der Moral ja ein bisschen verwischten, und wo auch die berühmtesten Meister gelegentlich auf der schmalen Linie von Erlaubtem und Unerlaubtem binscbwankten. Man darf nicht den Fall des jungen Michelangelo vergessen, der auf den Rat eines geschäftstüchtigen Medici (aber nicht etwa Lorenzos!) mit einem marmornen Cupido allerlei Manipulationen vornahm, um der Skulptur ein verwittertes Ansehen zu geben, sodann das Werk als ausgegrabene Antike auf den römischen Markt transportieren lies«, dort wirklich einen Käufer dafür fand und dazu noch die Keckheit aufbrachte, seinen Mittelsmann, der der Künstler beim Verkauf betrogen hatte, gerichtlich zu belangen — es war der Anlas* zu Michelangelos erster Reise nach Rom! Wie oft haben alte Meister selbst Verwirrung dadurch angestiftet, dass sie aus Gutmütigkeit oder zu bestimmten Zwecken Arbeiten ihrer Schüler mit der eigenen Signatur versahen. Wenn Phidias eine Venus seines Lieblingsschülers Agoracritus mit seinem Namen bezeichnete, wenn Reinbrandt mehrfach Radierungen seiner Schüler signierte, fO waren das eigentlich brave Fälschungen. Aber auch unter denen, die keineswegs aus Edelmut und Freundschaft vorgingen, befanden sich rechte Künstler und Könner. Die erstaunliche Erscheinung des 1937 verstorbenen Aiceo Dossena ist noch in aller Gedächtnis. Er hatte 'den Stilausdruck der italienischen Renaissancemeister so sehr in den Fingerspitzen, dass er vollkommen im Geiste dieser Männer arbeiten, sogar von einem Maier, dem Sienesen Simone Martini, von dem überhaupt keine Plastik erhalten ict5 eine nun/natürlich doppeltes Aufsehen erregerxie Hoizskulptur anfertigen konnte, und imzählige, darunter einige der besten Kenner, sind auf ihn hereingefallen. An künstlerischer Phantasiekraft wurde aber Dossena noch übertreffen von Giovanni Bastianini in Florenz: von ihm kaufte sogar der Louvre als echtes Quattrocento-Stück die Büsie eines italienischen Dichters der Zeit, zu der, wie sich dann herausstellte, ein Tabaksarbeiter seinen Kopf als Modell bergegeben hatte. Natürlich ist bei Donath auch ausführlich von der berühmten ..Tiara des Saitaphernes" sich zufrieden scheint. ..Nachher kommt eine Arbeit .auf die ich mich schon sehr freue: ein betender Jude --'* und er erzählt mir ausführlich, wie auf diesem Blatt die Haltung der FTände sein wird, das Neigen des Kopfes, die Falten im Gebe iinantel. So sehr mich am-b die technische Seite dieser Arbeit interessiert: noch viel wesentlicher a> alles ist die Persönlichkeit vor mir. Cnrt Hepoer ist der einzige jüdische Kupferstecher, der noch hier lebt. Besser gesagt: der aus einer ganz anderen Zeit in diese herüberragt. Das einzige, was nicht zu ihm passt. K dass er erst 59 Jahre alt ist. Zwar haben seine Augen in ihrem blauen. Leuchten und seine Hände in ihren sanften, geschmeidigen Bewegungen eine unvergängliche Jugend an sich, aber die Ruhe und Weisheit, die von dem Manne ausgehen, gehören in meiner — vielleicht engen — Vorstellung zu eipero Menschen von 70 Jahren. Ruhe aus dem Beruhen in einem starken, wurzelschweren Grund; die Zeit mit ihrer Hast und ihrer dauernden Lust zu Veränderungen scheint spurlos an ihm vorübergegangen zu sein. Seine Ideale sind hoch und sind die gleichen geblieben, seit er sich ihrer bewusst wurde. Seine Religion, ist das Leber., ein Leben, das für ihn erfüllt ist von seiner Kunst und von Musik, Seit den letzte« Jahren neu, aber von starker Forderung getragen ist für ihn das Bewusstsein seines lebendigen Judentums, um dessen Erkenntnisse er ringt und für dessen Gehalte er auf seinem Gebiet nach immer neuen Ausdrücksniöglichkeiten sucht. Vielleicht wird ibm eines Tages der Gedanke kommen, ein Selbstporträt zu schaffen und darunter zu schreiben:. Jude. Dieser .Kopf mit dem. melierten Haar, das feine Gesicht mit dem vollen Bart und den Augen, die über Jahrzehnte wegschauen und ihr Leuchten von innen heraus durch die Welt tragen — und die Unterschrift, dazu: das könnte ein schönes Blatt werden. Hilde Marx. An der Volkshochschule Aisergrund in Wienbricht in diesem Winter Universitätsprofessor Dr. Karl Ö e 111 a g e r , Wien, über „Lehen und Werke >ier Grossen. Meister". di« Rede, <üe wiederum 'der Louvre als ein kunsthandwerkliches Meisterstück aus dem dritten Jahrhundert v. Chr. für 200 000 Francs in Gold erwarb, während sie von dem Goldschmied I. Rouchomowski in Odessa mit allerdinge beispielloser Kunstfertigkeit getrieben und gehämmert war. Mit Interesse liest man in Donaths Darstellung wieder von den grossen Prozessen und Gelehrtenkämpfen, die an Kunstfälschungen anknüpften. Die van-Gogh-Gericbtsverhandlung, der Streit um die Flora-Büste des Berliner Museums, der noch heute nicht erloschen, werden eingehend behandelt. Dazu dann einige der wunderbaren Fälle. m denen Wilhelm v. Bode durch seinen Scharfblick wertvollste Stücke als echt erkannte, die andere noch bezweifelten. Man lernt eine Menge aus den Schilderungen Donaths, wie die Fälscher alter Holzbildwerke sich Holzwürmer züchten — früher schoss man gern mit Schrot in das Holz, aber das gab schnurgerade Gänge, während Würmer sich in gewundenen Linien durchzufressen Das reizvolle (an dieser Stelle schon besprochene) Bändchen der „Siebzig Briefe Mas Liebermanns", das Franz Landsberger in der Bücherei des Schocken-Verlags herausgegeben hat, lockt nun aus allen möglichen' Ecken und Winkeln bisher unbekannte Proben der reichen Korrespondenz des Meisters hervor. Das nachfolgende kurze Schreiben, das mir von der Tochter des verstorbenen Adressaten freundlichst zur Verfügung gestellt wird, nimmt eine besondere Stellung ein. da es an einen Schulkameraden des grossen Malers gerichtet, ist. der ihn an gemeinsame Freuden und Leiden auf den Bänken des Friedrich-Werder sehen Gymnasiums erinnert hatte. Es war E m i 1 W o l f f, ein Bruder des Begründers uud Leiters der einst vielgenaun "en Konzertdirektion Hermann Wolii, der zu Beginn der achtziger Jahre mit Franz Wüllner die Berliner Philharmonischen Konzerte ins Leben gerufen hatte. Albert W o 1 f i, der in dem Brief erwähnt wird, war von seiner rheinischen Heimat frühzeitig nach Paris übergesiedelt, wo er schon zu Zeiten des zweiten Kaiserreichs einer der glänzendsten Feuiiletonisten der französischen Presse und der berühmte Kunstkritiker des „Figaro" wurde; ©r hat. neben Zola, für die aufstrebende Generation der jungen Impressionisten gekämpft, Edouard Manet hat ihn porträtiert Wannsee, 24, Grosse Seesir., 31, 5. 15. Sehr geehrter Herr! Besten Dank für Ihre freundlichen Zeilen, die mich an meine, ach! so lange vergangene Jugend erinnerten. Zwar geht es mir — dem lieben Gott sei Dank — "ganz gut und ich darf mich nicht beklagen, aber ich würde mit Freuden die ganze sogenannte Weisheit des Alters für die Thorheit der Jugend geben. Doch, was vorbei ist, ist vorbei, und wem die Aufnahmefähigkeit geblieben ist, der ist auch im Greisenalrer glücklich. — Ihren Onkel Albert Wölfl" habe ich in Paris sehr gut gekannt: er sprach und schrieb Französisch, als ob er in der Rue Lafitte geboren sei und nicht, wie er mir erzählte, in Ehrenbreitstein. Dabei, fällt mir ein, dass ich. Mauricy Minkowski Vor fünf Jahren starb Mauricy Minkowski, der zum Kreis der aus dem Osten stammenden Pariser Maler -eebört. Das Urteil über seine Kunst ist schwankend, aber in dieser Vielfältigst 2'prad^ interessant. Wahrend Kar] Schwarz, der jetzige Leiter des Museums in Tei-Aviv, jonpg Monurnentalgeinäide Mmkov.^is ..Dt-' Einweihung der jüdischen Universität auf dem Skopus" als rein repräsentative Kunstäusserung bezeichnet, schildert der belgische Kunstkritiker Robert de Benders eine Ausstellung von Werken Selbstporirät Fol. Grete Kv-rplvs des Künstlers in der Galerie Le Roy in Brüssel im Jahre 1926 besondere einfühlend und anerkennend. Dieser Katalog, ein schmales Heft mit sechs gut gelungenen Photos, ist heute selten geworden. Das Vorwort von Robert de Bendere ist in französischer Sprache geschrieben. Mauricy Minkowski ist ein Maler des Schmerzes gewesen, ein tragischer Schilderer des jüdibelieben —, wie prächtige Ledertapeten «dt alt hergerichtet wurden, indem man sie mit Syrup bestrich und dann ein Heer von Schwaben darüber laufen liess, die sich eifrig an den Leckerbissen machten und die kleinen Tüpfel absetzten, die das beste Zeichen für hohes Alter abgeben! —, wie Elfenbeinschnitzereien, um ihre ..echte alte" bräunliche Patina zu erhalten, mit Tabaksud oder Lakritzensauce präpariert oder gar (es ist kein Scherz) in Schalet gekocht werden. Aber auch, wie man nun die Fälscher zu bekämpfen weiss, namentlich durch die Röntgenphotographie, die dabei in letzter Zeit glänzende Dienste leistete. Das alles sind nur ein paar Proben und Hinweise auf die erquicklichen und aussichtsreichen Spaziergänge durch das unendlich weite Gebiet, zu denen Adolph Donath den Leser einlädt. Man wird das Buch, dessen Abrundung und Drucklegung ihm die letzte grosse Freude seines Lebens und Wirkens bedeutete, noch lange mit Genuss und Vorteil studieren. Max Osbom. ihn sogar einmal — gefordert habe, und als wir uns 10 oder 15 Jahre.später wieder mal begegneten, haben wir beide über den Dummen-Jungen-Streich herzhaft gelacht und uns' versöhnt Tout est bien qui finit bien. üebrigeus war er mir in seinen Kritiken stets sehr wohlgesinnt auch nach dieser Affäre geblieben! Mit dem wiederholten Ausdruck meines Dankes und freundlichen Grössen Ihr sehr ergebener Max L i e b e r m a u n. Dass Mas Liebermann auch einmal jemanden zum Duell gefordert hat. ist sonst wohl kaum bekanntgeworden. Als Emil Wolff mir seinerzeit von dem hier wiedergegebenen Brief und dem Hinweis auf diese eigenartige Episode aus der Jugend des Künstlers Mitteilung machte, fragte ich bei der nächsten Begegnung Liebermann, was denn das für ein Zusammenprall mit Albert Wolff gewesen sei. .,Det war eine dolle Jeschichte! Der muss ick Ihnen erzählen!" rief er mit vergnügten Augen — aber dann erschien neuer Besuch im Atelier, und. wir wurden von dem gewiss amüsanten Thema abgelenkt. Später sind wir leider nie mehr darauf zurückgekommen. M. O. •Georg Gronau Erst jetzt wird bekannt, dass am 26. Dezember in Florenz der ausgezeichnete Kunsthistoriker Dr. Georg Gronau, der frühere Direktor der Gemäldegalerie in Kassel, gestorben ist. Gronau, der im Februar seinen siebzigsten Geburtstag hätte feiern können, war in der internationalen Gelehrten weit bekannt als einer der besten Kenner der italienischen Renaissancekunst, namentlich der venezianischen Malerschule. Seine Studien und Werke über die Künstlerramiii e der Beilira (man darf sagen, dass durch ihn Giovanni Beilini heute die ihm gebührende kunstgeschich tltcb-e Stellung einnimmt) und über Tizian haben bleibende Bedeutung: das Buch über Tizian wurde ms 'Englische übersetzt und geniesst in Grossbriianoien hohen Ruhm. Hinzu kommen Gronaus Bücher sehen Lebens in Polen. Sein Kritiker nennt ihn europäischer als die gleich strebend en belgischen Meister Laermans oder Jakob Sanis, weil er gleich Rembrandt oder Jozef Israels an die tiefsten Quellen menschlichen Empfinde» rührt. Er war ja von frühester Jugend an vertraut mit dem Leiden: im Atter von drei Jahren ereilte ihn tu Warschau ein tragischer Unfall, der ihn taubstumm machte. Schon der Knabe zeichnete, im Alter von. sieben Jahren kam er in die Taubstummenscbule, bereits mit elf Jahren beweist er seine grosse koloristische und zeichnerische Begabung. Er arbeitet nicht nur Porträts, sondern , auch Landschaften, und 1901 wird er in Krakau in die Akademie der Schönen Künste aufgenommen. 1905 erhält er die Befähigungsreife. Es geschieht sehr oft, dass Fern erstehende einen klareren" Blick für das Wesentliche an einem Künstler besitzen als die nahe Umwelt. So konnte Robert de Bendere in jener Brüsseler Ausstellung von Minkowski sagen, der Maler habe wie einstens Breughe! das Leben Brabants in seinen Bildern, das Leben der Juden Polens mit allen Einzelheiten eingefangen. Er legt in seine biblischen Gestalten, die Königin Esther, die alte Rabbinerfrau, die "Mädchen im Ghetto zu Wilna, die Züge der jüdischen Menschen seiner Umwelt. Plastisch fast muten Minkowskis berühmt gewordene Bilder an. die unter dem Kamen „Nach dem Pogrom in Kischinew" oder ..Woher soll Hille kommen" bekannt wurden, und die auch in jene Brüsseler Ausstellung gelangten. Dast „Waisenhaus" kaufte der französische Staat an, und das Bild „Hunger" der französische Minister de Monzie. Manche Kritik hat dem Künstler nachgerühmt, dass er weder darauf sah, dekorative Arbeiten zu schaffen, noch Anekdotisches als Anekdote im Sinne eines Ausschnittes künstlerischer Art zu geben. Vielfach rühmt man Minkowskis ehrliche, farbig gelungene Werke, immer wieder sieht man seine typischen Bilder. Robert de Bendere findet in ein paar Mädchenporträis die Grazie der florentiniscbeo Meister und die Zartheit gewisser französischer Stilisten Die Verlassene Hirsch Dawid Nomberg (1876—4927T L Brettclien will ich kaufen mif* Sie zusammenschlagen: Bau ich mir ein Schiffchen draus, Soll aufs Meer mich tragen. Mach ich mich dann auf den Weg In die wilde Weite, Spann ich mir ein Segel aus, Dass ich schneller gleite. Spann ich mir das Segel ans, Blasen drein die Winde. Wind, o Wind, nun trag* mein Schiff Hin ans Land geschwinde. Dort, in Jener Stadt am Meer, Wohnt der Ungetreue, Geht umher und denkt nicht mein, Fröhlich, sonder Reue ... Geht umher und denkt nicht mein, Kann noch lachen, singen ... Fühlt er nicht, wie mir das Her?; Will vor Gram zerspringen"? II. Lege ich am Ufer an, Bleibt mein Schiffchen stehen. Seh' ich den Geliebten mit Einem Mädchen gehen. Da, er stutzt er ruft mich laut. Kommt herbeigesprungen. Hüpft zu mir ins Schiff hinein, Hält mich fest umschlungen. Hält mich fest und küsst mich Vor den Leuten allen . . . Doch das Mädchen läuft herbei, Stösst uns um — wir fallen, Sinken, und das tiefe Meer Nimmt uns auf gemeinsam. Und das leere Schiffchen schwimmt Traurig fori: und einsam. Schiffchen schwimmt nun Tag undNadit Böse Winde jagen ... AVer dereinst mein Schiffchen sieht, Soll mir Kaddisch sagen . . „ Nach dem Jiddischen von Dr. Rabinoixiiz (Leipzig) über Gorreggio, über Leonardo und, 3äs war efß. Ausflug in die neuere Zeit, über Leibi. Dls letzte, erst vor zwei Jahren veröffentlichte Arbeit Gronaus galt der künstlerischen Betätigung der Herzöge von TJrbino. Von 1910—1924 -führte der Dahingeschiedene sein Kasseler Amt; aus dem Zusammenleben mit den Schätzen dieser grossartigen Sammlung ging die Schrift „Meisterwerke in Kassel" hervor. Seit 1924 lebte Georg Gronau in und bei Florenz, wo er schon vgl1 Kassel ein arbeitsreiches Jahrzehnt verbrach!: hatte. Sein schönes Heim in S. Domenico unterhalb Fiesoie war in dieser glücklichen Schluss* zeit seines Lebens eine Stätte emsigster Forschertätigkeii und zugleich ein Treffpunkt der Kunstfreunde, Sammler, Gelehrten, Museumsmänser aus aller Welt, die Florenz berührten. Es gab keine Frage aus dem weiten Gebiet seines Wissens, das er mit reifstem Urteil und bestem Auge beherrschte, in der man nicht seinen Rai einholte. Die Liebenswürdigkeit und Vornehmheit seines Wesens hatten ihm einen .grossen Kreis von Freunden und Verehrern gewonnen. -Q, MM«ü«HmMiHW^^ Am Ende seines kurzen Lebens — Minkowski wurde nur eimmdiuufzig Jahre alt — malte der Frübvolleudefe auch den Minister dfi Monzie. ein Bild, das in dem Katalog der Galerie Le Roy abgebildet ist Er malte ihn, wie er den Talmudisten malte, die polnische Großmutter, oder jene fromme Jüdin, tief und dä'.ibig ins Gebet versunken. Olga Bloch. Kunstnachrichten Die berühmt« A ustriaca-Sammluns cie.- Kürzlich in Wien verstorbenen Sammlers Dr. Aususl Hey mann ist soeben von der Stadt Wien" srworben Tvorden und soll im Städtischen Musen« ihre Heimstätte faulen. Die S.-immlims: -umfasst etwa 40 000 Stiebe _ und 300 gerahmte Bilder und stellt die vollständigste $arj)mlung österreichischer Veduten und Bildnisse dar. i£ Im Convegnc d i A u t ort, F i 11 o r t. Sealtori in Mail a a d stellten Michael und Peter Fingesten aus Berita ihre neuesten Arbeiten aus. Das Vorwort zum Ausstellungskatalog aus der Feder von 0. G. Targioni-Tozzetti würdigt das Mahverk von Michael und die bildhftuerfecbe Arbeit von Peter Fingesten. Architekt Manfrede D'Urbino führte die zahlreich ersebieoenen Besucher durch die Ausstellung. In die L o n d oner N a t i o n a t O alle r y kamen vier kleine Tafeln, die Dr. Gambrick "o.m Warbarg-Institut als Werke des Giorgione um 1500 erkannt bat und die bei der Seltenheit gesicherter Arbeiten dieses Renaissa-neemalers von b ob ein We rt sind. -y. PauJ Graupe, Paris, versendet einen interessanten Biidkatalog, der von der Vielseitigkeit des Hauses Rechenschaft ablest. * Das Kunstmuseum iu Kopenhagen stellt die weitvollen Bestände der Sammlung H i r s c h s p r a e g aos. Das Sekretariat für bildende Kunst eröffnet am Sonntag, 9. Januar 1938. vormittags zwischen 11 und 14 Uhr eine Ausstellung in der Marburger Strasse 5, Berlin, in der folgende Berliner Künstler ihre Arbeiten — Gemälde. Aquarelle. Zeichnungen — zeigen: Hans Micbaelson. Käthe Schufta.il, Georg Wo 1 ff. Einlass gegen Ausweis. Liebermaim an ein „Kind aus seiner Klasse*4'