Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 1 (6.1.1938)
- Date
- 1938-01-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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C.-V.-Zeitung Seite 7, GeheimratMoritz Borchardt 70 Jahre alt Am 6. Januar feiert Geheimer Medizinalrat h'roiessor Dr. Moritz Borciardt seinen siebzigsten Geburtstag. Borcbardt gehört zu den Ersten seines Faches. Was ihn besonders auszeichnet sind nicht allein seine überaus grossen chirurgischen Fähigkeiten. Sondern seine vielseitige, klinische Durchbildung, seia.'Iateresse .für alle Gebiete der Medizin und vor allen. .Dingen die hohe Auf- [a*?.«>iing, die er vom ärztlichen Beruf selbst bat. — Leuchten der Medizin, waren seine Lehrer. - Frankel und Körte legten den Grundstein für :-eine medizinische und wissenschaftliche Entwicklung. Aber ausschlaggebend Jür ihn war seine AssLsientenzeit in' der Klinik des chirurgischen Meisters Ernst, v. Bergmann, dessen Oberarzt er bis zu dessen Tode war. Die v. Bergmannsche Schule wirkte bestimmend auf seine -weitere Entwicklung. . Ihm war es vergönnt, hier den Aufschwung der modernen Chirurgie mitzuerleben und bahnbrechend für sie zu "wirken. Schon als. Neununddreissigjähriger wurde Borcbardt auf Grund seiner "Leistungen und wissenschaftlichen Arbeiten zum Leiter der chirurgischen Abteilung am Rudolf-Virchow- Krankenhaus ernannt, die sich sehr bald zu einer der bedeutendsten der Berliner Ansialten entwickelte. Im Jahre 1919 wurde ihm die chirurgische Abteilung des damaligen Moabiter Krankenhauses übertragen, und im Jahre 1920 erhielten er und der damalige Leiter der inneren Abteilung. Geheimer Medizinalrai Professor Dr. Georg Klemperer, den Lehrauftrag, eine Anerkennung seiner vorbildlichen Leistungen und Forschungen. Hier entwickelte sich trotz der bescheidenen Mittel ein Lehrbetrieb, der es mit allen anderen Kliniken aufnehmen konnte. Die gründliche Ausbildung der Studenten und die Fortbildung der Aerzte lagen Borcbardt besonders am HerzenT Ihm genügten nicht die zwei Stunden des Kollegs für seine/Schüler; er führte als Erster auf seiner Abteilung die Torrn dee medizinischen Seminars ein. die es den Studenten ermöglichte, die Kranken den ganzen Tag zu 'beobachten, Zwischenfälle kennenzulernen, Unfälle zu behandeln. Die zuerst kleine Zahl der Hörer erkannte bald die Gründlichkeit Borchardte, die klare Art seines Lehrens, sein unerschöpfliches Wissen, und immer mehr und mehr Hörer fanden sich ein. So entwickelte sich auf seiner Abteilung eine chirurgische Schule, die weit über Berlin und Deutschland hinaus einen besonderen Klang erhielt. Borchardis wissenschaftliche Arbeiten erstrecken sich auf alle Gebiete der Chirurgie. Sie zeigen eine Klarheit und Gründlichkeit, die nicht über troffen werden kann. Grundlegend sind seine Arbeiten au? dem Gebiete der Hirn-, Rückenmark- und Nervenchirurgie. Seine ungewöhnliche Sorgfalt, seine grossen anatomischen Kenntnisse, seine Gründlichkeit und Ruhe beim Operieren haben die schönsten Erfolge gerade auf diesem Gebiete gezeitigt.- Manch Blinder, manch Gelähmter verdankt heute Borcbardt seine Arbeitsfähigkeit. Von hohem Verantwortungsgefühl sind seine Indikationen. Wie er sich mit. jedem Krankheitsfall beschäftigt., wie er alle Möglichkeiten erwägt, ehe er an einen Eingriff herangeht, alles nur zum Wohle der ihm anvertrauten Kranken, das ist wahre Auffassung vom ärztlichen Beruf. So streng Borcbardt sich selbst gegenüber war. so streng ist er seinen Assistenten und Mitarbeitern gegenüber. Sein eiserner Fleiss. seine Gewissenhaftigkeit, seine überragenden medizinischen Fähigkeiten halfen diesem Meister seines Fachs ein Ziel zu erreichen, wie es nur wenigen vergönnt ist. Aus allen Ländern kamen Aerzte. um von ihm zu lernen. Kranke, um von ihm geheilt zu werden. Was Menschenkraft und Arbeit vermag, hat er geleistet. Wer der Borchardtscben Schule angehört, hat Lehren auf den Weg mitbekommen, die nie. vergessen werden können. Das danken ihm heute seine Schüler, die — zum Teil selbst in leitenden Stellungen — seine Schule weiter fortpflanzen. Dr. .T. Fafeius Schach 70 Jahrö Am 10. Januar wird Fabius Schach, einer der vielseitigsten und prodiiktivsten jüdischen Journalisten 70 Jahre alt Schach wurde in Wekschne bei Riga geboren. Er studierte bei Steinlah Lazarus und Giczyki. Von 1893 bis 1.900 war er in Köln und gründete dort die ..Nationaljüdische Vereinigung", aus der die ..Zionistische Vereinigung für Deutschland" hervorging, deren Sekretär er von 1895 bis 1899 war. Von Köln ging der als Sekretär der ..Vereinigung Badischer Israeliten" nach Karlsruhe und redigierte auch deren Monatsschrift. 1910 kam er als Geschäftsführer der „Freien jüdischen Vereinigung" nach Berlin. Hier betätigte er sich bis zum"Kriegsausbruch vor allem auchals freier- Schriftsielier; Von 1915 bis 191S war er ..Redak-.' teuf 'am ..Israelitischen" "Familienbiatt'" in, Hstjv* .• buxc. Besondere .Freundschaft .verband ihn mit _ XathVn Birnbaunv Les- Motzki-n und. Sch/uary* Lewin. Von seinen Schriften, wurde vor allem die 189t. erschienene Broschüre über die neuhebräische Literatur „Eine auferstanden* Sprache-' bekannt. Schaeh lebt- -jetzt in- Berlir. . und ist unseren Lesern als Mitarbeiter :d*r , CVV.-Zeitung bekannt. Aus den Familien Frau Lina Bernstein geb. ^aezina ^Bertis- Wilmersdorf)- feiert nm i>. Januar ihren TO. Gehurtstas. — Frau Johannna- S e b. i q ch a n er seh. Hirscüfcfd (Berlin NO) vollendet am .10. Januar ibr 90- . Lebensjahr. - —.. Manfred Spie? e ] -.Berlin lo< wirdatn-12. Jan dar ~l> Jahre alt. — Julias Obs-' stein (Sommerfeld N.-L.) begeht am lt. Januar sein SO. Lebensjahr.-— Willi Baruch'(KösluD. Unsrjübriger stellvertretender Repriisentajrrenversteber, Warb im 83. Lebensjahr. * Die Beiscuun*: vnn Sanitälsrat Dr. Frilz B-'aro x; aufdem- Alten Jüdischen Friedhof in München fand, unter ausserordentlich grosser Beteiligung statt- Rabbiner Dr. B a e r w a"'i <1 hielt die Gedenkrede, Justizrat Dr. Carl Ö e s t r e i c b rühmte ira_ Namen des Gemeindevorstands Barons Mitarbeit .im Gemeindevorstand und in der Vertretung der .Mii.r-cb.eper Kultnsgemeinde. Für die Fachkollegen sprneb Zahnarzt Dr. C a Tri n i t z e r . für den engerer. Freundeskreis Dr. med. K a a ra b e i m e r. Am'22. Dezember starb im 68. Lebensjahr Sanitär?- rat D r. M-a x G r ü n e b e r c. ein tätige? Vorstandsmitglied der Ortsgruppe- Lippstadt d«s .Midiseben Centra.!-Verein>s. Der Verstorbene erfreute sich durch . seine Arbeit für die jüdische Synagogengemeinde al.« R.epräsenianten-Vorsteher und Leiter «Je« Jüdischen . Winterhilfswerks ■ sowie durch seine frötiere ehrecnmrüehe Tätigkeit im. Roten Kreuz eines grossen Ansehens. Der Central-Verein verliert Put dieser als Arzt und Mensch besonders beliebten Persönlichkeit einen treuen Freund. ~ ^~-3r -^■^ ^H?~~ > - ^&i^^^./-^^S!^SS^tS? ::%*tzi? ^^^^^S^ff^^^^^^^^ ■■Bffi^HHMHHiHiH ^^ft f^^^MMif^A Wmmt$m ^^ßWm^$£ ~"r Nur für Jüdische Arbeitgeber und Ärbcltaehn a e v 1 ANGEBOTE Für SSöbelrertrieb (Stilmöbel) in München erfahrener jfid. Fachkaufmann für .Bürou. Kundendienst g'esncbt. Ansfhhriiches Angebot nuter O. 6798 an die C-V.-Zeitungr. BerSin W15. Besonders tüchtiges .Iüd. Mädchen ©der Frey für s/i Tagesstellung von hernfl. t-ätiger Hausfrau hei sehr gutem Gehalt sesneht. Off. M. SSS.*. CT.-Leitung. Berlin W 15. { Junge Stenotypistin N 1 Jftd., absolutperfekt, alle Büroarheiten. sncht in | $ Berlin, neue Dauerstellung-. J \ I>. 6744. C. - V.-ZeUong, Berlta W *5- TEXTIL-vERTRETER seit 20 Jahren m ßhgfnfaiid^Wesffalen bei Konzernen, Grossisten, Detaületireu ' denkbar bestens eingeführt" feig. 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Zeugnisabschriften, Lichtbilder .usw. sind auf der Rückseite mit Namen «nd Anschrift de3- Bewerbers zu versehen, damit Verwechslungen . vermieden, werden und ordnungsmässigs Rücksendung der Bewerbungsunterlagen erfolgen kann | In der C.-V.-Zeitung I 1 inserieren, soweit es 1 I sich um deutsche 1 I Staatsangehörige han- | i deSf, nur Juden I Perfekt englisch sprechende üebildete jüd. tCOrschnerlehre für grossen, kräftigen, repräsentahlea Sohn, jüd., Gymnasialbildnng, 1. Anril g-esacht Postiaqerk.OSQ, BerUR-HaiQnse«2 Dame zur Beanfsioliügiing zweier Kisder 3 and 8 Jahre, mögliehst per sofort gesucht. Angebole mir Bild, ßeierenzen, Zengnisabechriften und Gehaltsansprach unter K.'6?»4,.€.-V..Zeituugr. Berlin W »5. Jyrsgas jüd.-Ehepaar (kinderlos) arbeitsfreudig, gewandt, beste Umgangsformen, sacht Stellang als - Hauswart Beste . Referenzen. B. 67S8, C.-V.-Zeitung, Berlin 15. Junge? Mann jüd, SO Jahre, verheir.. von Beruf kanfm. 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