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Central-Verein-Zeitung · 1938-01-06 · 1 (6.1.1938) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
1 (6.1.1938)
Date
1938-01-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seifet C.-?.-Zelfung Nr.l * 6Jönüör193S genügen. Die Gegenden, in denen sich das Schicksal jener Menschen abspielt, liegen immerhin in Europa, und was sich dort zuträgt, steht im Lichte der Welt Die ausserrumänischen politischen Kräfte, die das Hecht der rumänischen Juden auf ihre Existenz garantieren, werden sich der Frage stellen müssen, was aus der jüdischen Minderheit in Rumänien zu geschehen habe. Denn dass dort die sozialen Mittel nn& die gewohnten Wanderungsmethoden, die bei ruhiger Abwicklung für uns ausreichen dürften, völlig ungenügend blieben, bedarf keiner Begründung. Fast automa: fisch haben sich die an Rumänien grenzen- Was wird $• 9 aus lüiimaniensi «in Die erste Massnahme des neuen Ministeriums — Die Nachbarländer schliessen die Grenze — Die Minderheitenverträge ■ KAFFEE ■ 3tibH3ums-MischiMS, J/2 Kilo 2.40 Znsendung von 1% Kilo an portofrei! Bitte verlangen Sie die Preisliste EUGEN SCHWARZ ^mm^emsm München, Dornfreih eil mm 'den Länder gegen eine plötzliche lieberüurung mit Juden aus Rumänien geschlossen. Man kann das begreifen. Denn "ivie kämen diese Länder dazu, der rumänischen Regierung die eigenen Absichten zu erleichtern und ihre eigene Lage und die ihrer eigenen Juden zu erschweren? Je klarer die Konturen der rumänischen Entwicklung sind, um so unübersehbarer und zwingender wird die Notwendigkeit, dass die Garanten der jüdischen Lebensrechte dort sich mit ihr beschäftigen. Niemand gibt sieh Illusionen hin, aber mitunter ist es auch schon bedeutsam, auf die Folgen ihrer Zerstörung hingewiesen worden zu -sein. Unser eigenes Schicksal entwickelt Bich darum nicht weniger beschattet von dem neuen und umfangreicheren Ereignis, sondern die grosse Schicksalsfrage nach, dem Wohin der Juden wird in greiler Beleuchtung neu gestellt. Und an ihrer Beantwortung sind wir5 bei alier Unterschiedlichkeit der Problematik, brennend interessiert. TL Es wäre sinnlos, wenn wir gebannt nach Rumänien starrten und. wegen der dort undurchsichtigen und noch völlig ungeklärten Lage hier unsere Hände resignierend in den Sehoss legten, oder Entschlüsse und Pläne mit einem Seitenblick nach dem Südosten fasstem Yv enn etwas uns helfen kann, so ist es die Festigkeit, mit der wir gegen Schocks und Panikstimmungen bei den grundsätzlichen Verabredungen bleiben, die für die Bewältigung unseres Schicksals iwischen unseren Jüdischen führenden Stellen getroffen worden sind. Wer innerhalb dieser Arbeit steht, weiss, wie sehr der Erlolg von Inponderabiiien abhängt und wie eine auch nur kurze Welle seelischer Depression die sachliche Arbeit stören kann, Bs ist keinem leicht, die Nerven zu behalten, aber es ist sehr leicht, durch gesteigerte Nervosität die Arbeitsfähigkeit der Menschen, auf die es ankommt, auf das schwerste zu beeinträchtigen. Niemand verlangt eine willen- und bedingungslos schweigende Geduld von unseren Menschen, aber es darf verlangt werden, dass in den Fragen, deren Bewältigung nur von uns abhängt, nach beiden Seiten hin ein Vertrauensverhältnis besteht Die Menschen, äi<=; für die Masse arbeiten, müssen wissen, dass und bis zu welchem Ausmasse sie auf sie rechnen können; und die grosse Menge muss wissen, dass das Mögliche und Erreichbare in sachlicher, uneitler und zuverlässiger Weise geschieht. Wir wiederholen unsere Forderung nach einer möglichst grossen Publizität der jüdischen Arbeit Bs darf nicht sein, dass über neue Pläne oder neue Organisationen nach dem Gründungs-Communique nichts mehr in die Oeffentlichkeit dringt. Unsere Menschen sind misstrauisch geworden und könnten auf die Vermutung kommen, dass Kornpetenzfragen und Organisationsprestige hemmend dahinterstünden. Die Masse hätte kein Verständnis dafür, wenn eine Stelle die andere daran hinderte, wichtige Dinge zu tun oder wenigstens zu planen, lediglich, weil diese Dinge nicht in ihre Kompetenz fallen; aber die kompetente Stelle tut selbst in der Sache nichts. Soll etwa eine neue Art jüdischen negativen Kompetenzkonüiktes entstehen? Es interessiert die grosse Menge sehr wenig, weshalb diese oder jene Stelle eine bestimmte Tätigkeit ausübt! Was sie interessiert, ist die Frage, ob diese Tätigkeit gut, zuverlässig und nach Lage der Dinge erschöpfend ausgeübt wird — sachlich erschöpfend und nicht die Ge- '&uld und die Nerven derer, die sich an sie Die Regierung Goga hat unmittelhar nach ihrem Amtsantritt die Judenfrage zu einem entscheidenden Kernpunkt ihres Programms gemacht und ist dabei, es Zug um Zug zu verwirklichen. Dabei werden all die Grundsätze herangezogen, die die Regierung bildende Christiichuationale Partei Goga—Cuza aufgestellt hatte. Die Regierung hat sofort nach ihrem ersten Ministerrat drei liberale Zeitungen, „Lupta", ,.Dimineatza" und „Adeveru 1", weil an ihnen viele Juden mitarbeiteten, verboten. Die Verbotsgründe geben dies auch ausdrücklich an und fahren fort, dass die Regierung die Hindernisse zu beseitigen wünsche, die sieh gegen die christliche und nationale Idee erhöben. Einen Tag später wurden sämtlichen jüdischen Journalisten die Freifahrtausweise auf den rumänischen Eisenbahnen entzogen. Die Absetzung des jüdischen Direktors der halbamtlichen Nachrichtenagentur Rador, K u r t i g, folgte. Weitere Massnahmen im Pressewesen werden vorbereitet. Es wird geplant, dass weder Juden noch Angehörigen anderer Minderheiten erlaubt sein soll, an Zeitungen mitzuarbeiten, mit Ausnahme der Blätter, die sich an die betreffende Minderheit selbst wenden. Der als Judengegner bekannte Unterstaatssekretär im Innenministerium, Hodos, dem die Pressezensur unterstellt worden ist, arbeitet ein Pressegesetz aus, das demnächst in Kraft treten «soll. Auch eine Verfügung gegen die Beschäftigung von christlichen Bediensteten unter 40 Jahren in jüdischen Haushaltungen ist inzwischen ergangen. Als Begründung wird angegeben, dass Juden rumänische Jugendliehe als Dienstmädchen angeworben hättenum Mädchenhandel zu betreiben. Weitere Massnahmen werden gegen die Juden in den freien Berufen und im Wirtschaftsleben ergriffen werden. Die Juden werden, soweit sie als Angestellte in staatlichen Betrieben beschäftigt sind, entlassen werden, jüdische Staatsbeamte gibt es nicht. Für jüdische A.erzte, die ausserhalb Rumäniens studiert und sieb im Lande seit 1919 niedergelassen haben, wird eine nochmalige Ueberpronmg angeordnet die feststellen soll, ob sie ihre Prasis zu Recht ausüben. Sie müssen ^on einer besonderen Kommission im Gesundheitsministerium neu zugelassen werden. Aehnüche Anordnungen seilen für jüdische Ingenieure und Architekten ergehen. Besonders einschneidend müssen die Massnahmen wirken, die gegen die Juden in der Wirtschaft getroffen werden sollen. Eine Rumänip.ierung der Wirtschaft wird von den verschiedenen Recbtsgruppen schon seit Jahren angestrebt Man kennt hier u. a. die Propaganda, die der Führer der Rumänischen Front der ehemalige Ministerpräsident Vaida-Vcevod, für die Durchsetzung eines „Numerus valachicus" getrieben hat. Die Zahl der Juden in den grossen Unternehmungen war stetig zurückgegangen, weil schon seit langer Zeit Regierungsaufträge nur an. Betriebe vergeben wurden, in denen Juden und Angehörige anderer Minderheiten höchstens ein Viertel der Angestelltenschaft ausmachten. Nunmehr werden Massnahmen erwogen^ um jüdische Fachkräfte in der Wirtschaft so schnell wie möglich zu ersetzen und die Unternehmungen, die .-ich in jüdischen Händen befinden, entsprechend zu überwachen. Sie sollen nach einer Ankündigung des Ministerpräsidenten durch Regierungskommissare geleitet werden, solange sie noch nicht in rumänische Hände übergeführt worden sind. Eine besondere Abteilung im Handelsministerium wird sich mit der Durchführung di&ser Massnahmen befassen. Schon jetzt wird den Juden die Schankerlaubnis entzogen. Auch die Lizenzen für den Vertrieb staatlicher Monopolerzeugnisse (Tabak usw.) werden ihnen genommen. Darüber hinaus soll das flache Land von Juden entblösst werden. Die Juden sollen keine Erlaubnis für eine weitere Ansiedlung in den Dörfern erhalten. Einige Zeitungen wollen wissen, dass sogar eine Enteignung des gesamten jüdischen Grundbesitzes erwogen wird. Schliesslich werden Vorkehrungen getroffen, um die seit Jahren von autijüdischer Seite geforderte Nachprüfung der seit 1918 erworbenen Staatsbürgerschaften von Juden durchzuführen. Entsprechend dem chrisiliehnationalen Parteiprogramm sollen Juden, die die Ordnungsmässigkeit des Erwerbs ihrer Staatsangehörigkeit nicht nachweisen können, die rumänische Staatsbürgerschaft verlieren und ausgewiesen werden. Es ist nicht zu zweifeln, dass die Regierung die ernsteste Absicht hat, diese Massnahmen auch durchzuführen. Die Regierung Goga ist im neugewählten Parlament zwar nur mit 39 unier 387 Abgeordneten, vertreten. Aber sie beabsichtigt, das Parlament, das verfassungsgemäss im Februar zusammentreten muss. sofort aufzulösen und bis dahin mit Verordnungen zu regieren, so dass sie vom Parlament und seinen Mehrheitsverhäitnissen völlig unabhängigist. Sämtliche Präfekten im Lande sind sofort nach dem Amtsantritt der Regierung entlassen und durch Angehörige der christlichnationalen Partei ersetzt worden. Ais Präfekt in der von Juden sc zahlreich bewohnten Stadt Czernowits ist der christiichnationale Führer in der Bukowina. Robu. ernannt worden, der im "ergangenen. Jahre bei einem tätlichen Angriff Äsphaüieryngen "SSÄSfiÄ." PflssSeraneen, Rürgferstelgr©, — Telephon: 92 47 58. auf den Bukarester Oberrabbiner Niemirowe? führend beteiligt gewesen ist Robu ist auch zum Führer neu su bildender christlichnationaler Korps („Lanzenfräger") berufen worden, die auf eine Stärke von 200 000 Mann gebracht werden sollen. Die Regierung hat auch? die vor einigen Monaten gewählten Bezirks- und Gemeinderäte aufgelöst und an ihre Stelle Regierungskommissare eingesetzt Der Auflösung des Parlaments im Februar sollen Neuwahlen folgen, die unter Leitung der neuernannten Präfekten vor sich gehen werden. Einige Zeitungen berichten aber auch, dass Goga beabsichtige, das Wahlgesetz zu ändern. Diejenige Partei, die als die stärkste aus den Wahlen hervorgeht soll danach 50 Prozent der Abgeordnetensitze als Prämie erhalten. Wiederholt hört, man allerdings auch die Ansicht, König Carol habe mit der Berufung Gogas verhindern wollen, dass C o d r e a n u, dem Führer der aus den Wahlen siegreich hervorgegangenen Partei ..Alles für das Vaterland", dem Führer der extrem antijüdischen Eisernen Garde die Macht zufalle. Zwischen den Chrisiliehnationalen und den Anhängern Codreanus bestehen starke Spannungen. . Die Eiserne Garde hat sich immer gegen die christlich-nationalen Politiker gewandt. So hat sie gegen den jetzigen Aussenminisier Micescu im. Wahlkampf Stellung gewenderu Wir zweifeln nicht, dass die Menschen an der Spitze der Arbeit sich dieser Sachlage und der mit ihr verknüpften Aufgabe und Verantwortung in jedem Augenblick bewussx sind, und dass sie ihrerseits bereit sind, auch Rechenschaft über diese Arbeit zu legen. UL Berufs- und Bildungsi ragen werden mitunter in der jüdischen Oeffentlichkeit so behandelt, als ob sie ausschliesslich unter dem Gesichtspunkt ihrer unmittelbaren Nützlichkeit für die Auswanderung beurteilt werden dürften. Wir unterstreichen „unmittelbar"; denn dass für die Lebensmöglichkeit eines Menschen in der Welt das, was er kann, von entscheidender Wichtigkeit ist, versteht sich von selbst. Aber es bedeutet nach unserer Meinung lediglich eine räumliche Verlagerung der Existenzfragen unserer auswandernden jüngeren Menschen, wenn man ihnen einen Bildungsstandard aufredet, der kaum für ihren akuten Berufsgang ausreicht, sie aber in keinem Falle qualifiziert, in ihrem Beruf und über ihn hinaus zu wachsen. Bildung in sorgfältiger und fundierter Form ist der beste Transferwert, den wir unserer Jugend vermitteln können. Es ist psychologisch falsch, zu meinen, dass es dem gebildeten Menschen schwer fällt, innerhalb *iner sozialen oder beruflichen Situation zu. leben, die nach überkommenen Begriffen unterhalb seines Bildungsstandes steht Die Erfahrung zeigt das Gegenteil' der gebildete Mensch erfüllt auch einen primitiven Beruf mit produktiven Inhalten, und er findet sich in Verhältnissen menschlich gut zurecht5 in denen der ün „gebildete" an allen Ecken und Kanten sich stösst. Es wird damit keine gewaltsame Auipfropfung von Bildungselementen auf Menschen gefordert, in denen sie keine echten Triebe entwickeln würden. Wir haben genug von einer halb gewaltsamen Verbiidung formaler Art, aber der Ausfall auch nur einer bildungsfähigen Menschenschicht ist für zahllose geistige und kulturelle Fragen, die nicht erlernt, sondern die nur überliefert werden können, uneinbringlich. Wir pflegen ja auch sonst bei unseren Arbeiten von dem Wunsche geleitet zu sein, dass sie keine vorübergehende Augenblickshilfe darsteilen, sondern in sich die Elemente einer dauernden Hilfe tragen möge. Es wäre nicht zu verstehen, wenn man nicht mit diesem gleichen Willen an das uns eigentümlichste und wichtigste Objekt heranginge: an die geistigen Fähigkeiten unserer 'Tugend und deren Entwicklung. nommeni, der im übrigen als Präsident der -Bukarester Advokatenkammer vor zwei Jahren einen heftigen Kampf gegen die jüdischen Anwälte geführt hat. Der neue Innenminister und der Justizminister haben bezeichnenderweise erklärt, dass jeder Terrorismus, der Eisernen Garde schärf st ens unterdrückt werden würde. Alle bisherigen und geplanten Regierangsmassnahnien sind vom Ministerpräsidenten in einer Neujahrsansprache und in ^einem Interview mit der englischen Zeitung „Evening Standard" als Verwirklichung des Grundsatzes ..Rumänien den Rumänen" gedeutet worden. Dabei erklärte Goga, er sei nicht prinzipiell antisemitisch. „Wir haben keinen Hass gegen die Juden, aber wir sind entschlossen. Industrie. Handel und freie Berufe von dem ausländischen Monopol zu befreien, dass unsere eigeuen Volksgenossen beiseite geschoben hat. Ausländische Juden kontrollieren heute fast alle Schlüsselindustrien, z. B. Eisen, Kohle und Oel, und sie überfluten in ganz Rumänien die freien Berufe." Goga betonte weiterhin, dass es keine jüdischen Staatsbeamte in Rumänien gebe, so dass man sie auch nicht zu beseitigen brauche. Es ist versländlich, dass die politische Lage bei den rumänischen Juden eine schokartigö Wirkung hervorgerufen hat. Man denkt sn Auswanderung! Aber inzwischen vollzieh' sich jenes nicht neue jüdische Schicksal; Juden stehen da und. richten ihre Bücke in die Ferne; aber sie. sehen nur verschlossene Grenze:.!. Brief marken - Fritz Lawin Berlin W 35, LQtz^strasss 91 A. Bulgarien hat sofort die Einwanderung von Juden aus Rumänien verboten; eine ähnliche Verfügung hat die jugoslawische Regierung getroffen. Polen hat seine Wachen längs der rumänischen Grenze verstärkt, um einen illegalen- Uebertritt zu verhindern. In einer Verlautbarung des Auswärtigen Amtes in Warschau heissi es, dass die polnischen Konsulate* angewiesen worden seien, Juden aus Rumänien keine Visa zu erteilen. Oesterreich bereitet sein seit langem geplantes Fremdengesetz vor und verweigert inzwischen rumänischen. Juden den Grenzübertritt. Ungarn hat seit jeher und gerade in den letzten Monaten gezeigt, dass es einer Einwanderung aus dem Osten ablehnend gegenübersteht Das Schicksal der rumänischen Juden beschäftigt naturgemäss weite jüdische Ereise- Es wird dabei die Frage aufgeworfen, welche Rechtslage sich für die Juden Rumäniens ergebe. Die Frage der rechtlichen Stellung der Juden Rumäniens ist seit dem Jahre 1878 Gegenstand von Erörterungen gewesen. Bis zum Berliner Eongress von 1878 wurden die Juden in Rumänien als „Ausländer** ohne ausländische Staatsangehörigkeit behandelt. In einem Vertrage wurde Rumänien damals verpflichtet, den Juden das Staatsbürgerrecht zu gebsn, was aber niemals geschah. Im Verlaufe der Friedensverhandlungen des Jahres 1919 wurde dann die Frage eines Minderheitenschutzes für die Juden in Rumänien und Polen erneut aufgeworfen. Am 24. Juni 1919 richtete der französische Ministerpräsident Clemenceau im Namen der alliierten und assoziierten Hauptmächte an den polnischen Vertreter Paderewski einen Brief, der zur Grundlage aller seither abgeschlossenen Minderheitenabkommen geworden ist In ihm betonte er die Notwendigkeit einer überstaatlichem durch den Völkerbund ausgeübten Kontrolle, da die Erfahrung gezeigt habe, dass die Grossmächte in der Minderheitenfrage nichts haben ausrichten können. In dem mit Rumänien am 9. Dezember 1919 abgeschlossenen Minderheitenschuisvertrag, der auch für die jüdische Minderheit Rumäniens gilt sind der Völkerbund und vor allem Frankreich und England als Garanten eingesetzt worden. Die Exekutive des Jüdischen Weltkongresses hat unter Bezugnahme auf diese Rechtslage nach einer Reuter-Meldung aus Genf die Regierungen Frankreichs, Englands und der Vereinigten Staaten sowie das Generalsekretariat des Völkerbundes auf die Lage der rumänischen Juden aufmerksam gemacht. Die Juden Rumänien? hätten auf Grund des Mmderheitenabkommen*- auch das Recht, sich mit einer Petition an d?n Völkerbundsrat zu wenden. Es verlautet, da^s insbesondere Frankreich nicht, abgeneigt w8r«\ die Frage auf einer' Tagung des Völkerbundsrates, deren nächste am 17. Januar beginnt, tu erörtern. Ob aber von Genf ans ein entscheidender Einfluss auf die Gestaltung der Verhältnisse ausgeübt werden kann, bleibt offen. Der Kommandant der Ehreniesion. di»r ehrenamtliche Generalinspektor für öffentlichen Unterricht, das Vorstandsmitglied der Alliance Israelife Universelle und Professor am Rabbinerseminar in Paris, Albert Gaben, ist in diesen Tagen verstorben. Gaben war als enger Mitarbeiter des ebenfalls vor kurzem verstorbenen Sylvain Levi in besonderem Masse für die aus Deutschland ausgewanderten jüdischen Intellektuellen tätig. Chefredakteur- Dr. Alfred Hirschberg, stell vertretender Chefredakteur: Dr. Margarete Edeifa e i m. Verantwortlich für den Sport: Dr. E r b s i G. Löventhal; verantwortlich für die Aufnahms yon Bildern: Dr. Margarete Edelheim; sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Freiumschlag beizufügen. Leiter der Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan. Berlin. DA. IV. V-j. ■ 17 095. P!.!i Verlag: Jüdischer Central Verein e. V.. UerJiju W15. Emser SLr 42. Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH., Berlin S"W .19.

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