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Central-Verein-Zeitung · 1936-09-16 · 38 (16.9.1936) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
38 (16.9.1936)
Date
1936-09-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Edmond fylrfl . birfitct jübifcfic Literatur in slnnzöuicher Sprache. wie in englischer Sprache Zangivill znin Dichter des Londoner Gliettvs wurde: und Lewisvhn behandelt die Inden frage in amerikanischen 'Tioinnm'ii, nur früher H.eijcrm.ins in holländischen. Nathanse» in dänischen Drainen. Gar nicht zu reden nun der jiddischen Weltsprache. nun der in Iiddiicl, versaßten. Literatur, in der da-; Leben der.Glnckel nun Hameln um 1700 gefeinieden ist. wre die klaisisch geivordenen -Er-zäl)lnngen nun Rcendele. Pcrez. Schwein Vlfcd)cm und die lientige Dramatik der stiem- Porker Ghettc,.-Theater. Dazu kommt nun die nenliebräische Literatur iin gegenwärtigen Palästina. ('--in Iahresrückblick über jüdische Literatur müßte also eigentlick) alle« umfassen. was in aller iZstelt von Inden für Inden in Hebräisch. Jiddisch und allen Sprachcm der Welt produziert lvnrde. Selbst wenn der zn überdlickende Bezirk als sogenannte ..schöne Literntnr" eingegrenzt würde, wäre die- Rienge der Werke kann, faßbar. vo,l Deutschland ans nicht üderselchar. Hier kannte allenfalls der Ue-l'erdlick eingeschränkt werden aus jüdische Werke-der schönen Literatur in denkscher Sprache, und auch van diesen /müßte das außerhalb des Deutschen Reiches Erschienene vielfach-unßer Betracht dleiden. ^Ias im Lauf des lechenJahres an jüdischer schauer Literatur in deutscher Sprache übrigbliebe. lväre ivenig — und nach weniger sicherlich,, was davon überhaupt bleiben würde. Das liegtnicht, oder nicht nur an dem Wangel literarischer Produktivität der in Deutschland lebenden Inden, sondern mehr an dem Pt äuge l van Möglichkeiten. diese Produktion an die Desfentlicl)keit zu dringen. Gerade van den jüdischen Verlagen, die sieh vorwiegend der. zeitgenössischen jüdischen Literatur lvidmeten. linden einige ilire Produktion varläusig eingestellt. Mindere lassen die Drueklegring der gegenwärtigen schauen Literatur rveit znrücktreteii gegen Publikationen theologischer. wissenschaftlicher und historischer Art. Fragt man sie nach dein' Warum, zeigen sie ilire Ansliefernngslistei, var. - - dann zeigt fiel), daß die Ziffern der in, letzten Ialir adgeseßten schönen Literatur erschreckend niedrig sind, Fragt man nun die jüdisrlien Leser, warum sie so lvenig zeitgenössische jüdische Literatur kaufen, sa antworten sie.- ihre Margen zielten auf anderes, .und sie rührte» die schöne Literatur sa wenig an. -tveil sie van--ihr sa wenig angerührt würden.' Die jüdischen Schriftsteller stehen alS Leidtragende in der Mitte zwischen'den Ablehnungen beider Elemente, van denen die Produktion ihrer Produkte adlningt.- Vielleicht aber sind auch die Schriftsteller an dieser Ablehnung nicht ohne Schuld: durch überzeugende Leistung vder zumindest durch kühnen'Versuch müßten sich beide Elemente gewinnen lassen. Literarische Notizen I» dein neuen Verlag B e r in a » n - ,"v i s rf)C r . in ststieii. der einen 7eiI der Werke de-:- S. Fischer- Verlages. Berlin, icbericommen hat. ist soeben T Hainas 'Vl.mns Bartrag über Siegmnnd F-r e n d.erschienen, den er a»S Anlas; des s». Geburtstages aan Freud in t!Be» und Budapeik gehalten hat. - —^ , d rn £l -—m rn - T*~rn'» ' £ dien heit: dabei kannte man die g'.ue „Das Lied von Mose von Max Ettinger ■ ' Uraufführung in Berlin . gibt zwei Arten. Teil und -tau der Bibel nin’ifnli’ci> zu formen: Die" eine komml ooni Dc-- klaiiialariiel>en, Tei'krwtiaen. sie wird mr*iui)cii, dein 2,-vr'leund der Handlinig i» alle» Enlw'ck- Iinnieii . und t<>egeiisaf!e» r»u'adiich -zu 'algen. - Dieus wäre die diiretikanwauiereude-. muiifaraiiia. NUtie. tauiiialeiiae Aiehtuiig. Ihr gegenüber - die -andere Blagliehkeiti izlachenliail Lt-i»iin»iigen und l^einhle euiziiiangen, um sie -dann in gebundene», den .»unitaIn'ehe» srarinen znia»iinenzu'a"en und ,'iv neben Lhrache und Inhalt auel, der Biunk ihre bigen.ge'ehlichleit. zu erhalte», ltvir ''eben eineiig allerlieiiten 'Sinn in der histariiaieu TatiaNie'. daß die Aeivrin des M»i>ktheaiers. die -"tbandlniig van der Auniinernaver zum 'reigcikalteten Biniik. drama. auf das Erbiet'des biblneheu L ratariniiiS - iiu1>t Übergriff, daß die abeu erftgeuäiinte tbcaretiietie Bivglichleit praktisch nicht ivirksam -wurde, bbensaweiug ist es Iinall. daß die h»»derttau'eud. failieu musikalifcheu sraüuiigen der Bibel immer ivieder zu strengeu und mnfikalisch in sich lagiielien Iarmen fanden lind mau daran »»bedingt »nb iiiitinlria iesthielt. Wir suel^n die Begründung:, eine -Nniist bindet siet, leicht eine andere, d. h.. ein Tert. der ,.geiiiacht". erdacht und erdichtet ist. wird sich ahne weiteres der musikalische»^Behandlung fügen, ,'aiveit er nur der Btinaspliare des Gefühls zugehärt. .Aber ist die Bibel in diesem Sinne Tert. Staff, fleht sie nichr außerhalb aller übrigen Litrralu'r. ist sie überhaupt bei aller kunstvollen chestailung im einzelnen als .Nunst schlechtliiü a»z»spreet)en? lZVauu sühlte» wir mehr den» heilte das elementar, ungeheuerlich A'aturhastek Das ist es: die Bibel wirkt wie eine unerfchöpsliche tttaturkraft. -die darum zu ihrer Wirkung der .Nuust nicht bedarf. Ihre Bertoiuiiig untersteht eigenen besehen, sie spottet einer Musik, die ihr im einzelnen »achgeht. -.nachspürt, ihre Worte aiisdentet, sinnfällig machen -will,- als handele es sich um einen beliebigen Lperntert, sie überreniuit solche Bersuäle einfach mit ihrer Gewalt. '-Wir glanben»»d lernen es von der MnsikgefchichN. daß erst und nur durch Stilisieruiig in »uiükalische. Ivrineu diele biblischeu Bvrgäuge einer Bearbeilnug durch die Toukuust zugänglich werde». ' A> a r b't t i u g e r hat in seinen, .^Lied von . A!efe" von dieser einzigen A!bgliel,keit keinen vwbranch gemacht, er reihte -vielmehr Npi'vden ineinander, fügte, musikalisch gesehen. Teilchen an Teiläpui und kommt daher, troß einigeriviederkehrender-Motive,'zu einem künsNerisiM'n ^rgaiiisnuis niir da. >vo schön sein stofflicher Vorwurf zu lhrischer'Beschanlich'keit oder hhiiini'chem Veriveilen -'ansetzt.- Das großangelegte Unternehmen l^ttingers mußte so von vornherein scheitern. und daS zu bekeiinen. ivird n»S schwer,'weil nach dttiiigers ganz persönliche» lind nienschlich shiiipathisch berührende» Aborte» der Einsührniig niemand au der Echtheit und Lauterkeit seiner Gefühle zweifeln kann. Stilistisch fiendelt sein Werk zwischen dem Abendland mit seiner rvinaiitisci>en. von vielen Ateisterii i'iberiivmiiieiieii Sinsonik, mit seine» Toiilnalereien nnd zwischen dem A!vrgenland mit der Verwendiiiig jemenitischer Melodien. Dieser Aivie'pälligkeit der Anlage nnd des Stils . entspricht die der L.nalität.'Dröhnende Liiiärtfenakkorde. zahllo'-e Geigentremvli, übermäßige Dreiklänge zür Suinbolisierliiig des Säireeklichen.'die'e Atiltel besagen in einem neneii iftzerke heute nicht mehr viel. Di,s Stärkste steht in der ersten -sdälste des zweiten Teils, liier Hak-Etlinger eu>e >vuiu>richöne 'Bi-nstk geiä'r'iebem '.'l-näi 'en'i 'indet sich un eiiizelnen , mmer^nueder" We r I voUesi Namentliche das Vor'piel z»m, dritte,, Teil hat euie eigne ".'ltinvibhäre >i»b iväre als iinroiiifche Ei'iizelniimmer auch 'elbiiandig bei mannuIadien Gelegenbeilen z» verwerten. - . . Ter Bkiil zu iinbekannle»' 'B-erken in bei Ehoreaiii,d ihre» Leiter» gewöhnlich nicht groß. De/to mehr ,i't. Lev .« o p i dainr zn pauken, daß er einen Nidi'chen Noiiivoniireii durch die Tat. forderte. Die Aniilihrnng stand unter einem gliieklutiei, Stern, von den paar' 3cluuiücii abgesehen, klappte dar Ganze nberraichend gut, es ivar sicher die beite Geiamtlcistiing Nopis' in den letzten Jahren. Dies erkeiiiie» wir in» io inehr an. als er icine eigentliche Stärke, den Ailfban ziisammenhängender Ehvrpartien hier nicht ii,s Tressen'führen konnte. Aiistühreiide waren die Jüdische Ehor- . ,i ii d Li r ch e st e r v e r e i i, i g » » g . die sich ivaeker hielten. Der Glücksstill für den Uomponisten war die Biilwirkniig von iöermann S ch e p. der seine ganze Partie mit herrlicl)cm. überströmendem Nlange änsstatte. Paula S a l v m o n. die Viclbeivährte, gab iviedl'-r ihr Beites. Schmärlier die andern Solii'len: Anim M v l i, a r l>esitzt Bliisikalität und Blaterial. zerstört sich at>er durch zil offenes, breites Singen viele LLirkinigen. und die hübsäze Teiwritimme von. Benno ll ck o reichte für Partie nnd Saal nicht aus. Eiugaiigs sprach De. Joachim'-P r i u z über Moses, scuie Geschichte ,'iid ihren Sinn. Der Abend war von der Biviiisti'iliei, Bereinigung arrangiert. ' Imst« ix .^Itmauo Theater und Konzerte Der Iüdi'che N n l t u r b u u d Dresden hat für die Spielzeit u. a. vier Theatervvr- .stelliiugeu .mit dem Hamburger Nulturpuiideui'emble vorgesehen. Leider hat sich das zuerst anfgesührte Lustspiel von A>codemi-..<tahn „Tages-, zeite» der Liebe", iür das Dresdener Publikum als Ielil'chlaa erioi'e'ein statt Erlieiteruiig erregte die^ anspruchslose Liebes-Nauserie mir Berärgeruug: iiiemaud.schien in Stimmung, sich für die Lauueil eines jungen Biädäieiis. auch iveUu es so reizend au'siah. und spielte wie Liselotte Evln, ('Ko-cu, zu iuleressiereu. Iür de» Thdaterpshchologen ist die Beobachtung iukeressaut. wie ein. svlctzes Ifnterhaltinigsstück. das früher >ogar im Wiener Burgtheäter und im Dresdener Albert-Theater ein gutes Vublikum nett amiisierte. allerdings - an 'einen,'' iilbeiid unter IN», anderen, in iinserer'drüekenden Ieit keinerlei erheiternd-besreiende Wirkung aiisübeu konnte. - . K. B. Das Spiel „Tageszeiten der Liebe" wurde auch vom Leipziger .Nilltnrblindpnblirnm einmütig abgelehnt. D>e künstlerische Leitung hätte besser daran getan, ein solches Stück ohne Inhalt nicht herausznbringen. X. S. Auftakt znr'Einweisinng des iienei, Heims des Jüdischen K » l t n r b uii d e s Mannheim („Liederkranz") bildeten -zwei Sätze ans dem Eoncerta Grosso von Grnest Bloch, von der Instrnmentalgemeinschaft unter Leitung von.Napetlmeister Mar 2 i n z h e i m e r zil Gehör gebracht. In einer. Iesta»spräche gab der erste Vorsitzende des Liederkränz, Aechtsanwalt Dr. Hecht, n. a. dem Wunsche Ausdruck, daß das neue Heim stets eine Pflegestätte der äiliist sei. Der Psalm von H. Schütz, vvrgetrage» vom Geinischten Chor des „Liederkranz". erklang in seiner ganzen melodischen . rr'tcn -'hiesigen äonzerls. Auch - diesmal - iinvoinerlen ihre-gesiingliciicn inib ivrastilichen : taten ebenso'f'nr ivie die aewiniiende -Art i'b-res i!si'rtrac>s.- Der Beifall galt nnt Aectit and, dem .vortresslichcn Begleiter Leg S ch cf^v a ch. Hff. ■' Im Gedenken an Paul Dukas ‘ Bährere iranzosische' Biusikzen'äirifteii besetiäsligrii sich -mit der eigcnart,gen Persönlichkeit des in die'cm- Jahre versiorbeneii .gomvonisieii .Paul Dukas. Dnkas war ein Schweiger, einer der ganz Stillen, der »lier sich, iein lttzerk, ieine Blaue ine'iprach. Besannt ist'..seine stren.ge Selbilkrnik. er gab nur e,neu sehr kleinen Teil seiner 'Werke zum Druck. Edouard Düiardlii. der mit »hm Jahre intim besrelindet war. berußtet, daß er crft' beim Tode von Dukas rriahrei, habe, daß Dukas der Schwager von' Läon Biilin war. Unter den Dankadrest'en, die in der IluVenW verösieiitlicht wurden, beiigden sich Iiiichriiten von Bruno Walter. Malipiero. Szumanoiviki. .Thomas Beecham. Ein Tviiivcrk. bcsiehend aus neun Stücken, .genannt Toml»», <l> Paul Dukas' wurde eigens komponiert. _U. a. nenrrte der bekannte Biannel de Ialla ein Stück bei. Eine entziickendc Tiikas-Aiiekdote. die den jüdischen Ing des Bieiiichen zu enthüllen icheinl. berichtet „k<l,o «Ifl’Kcole lsi sar I'raiick': Eines Tages sagte Vicki<,rd Strauß zu Tukas: Biir gefällt Ihre Instriimentativi, des „Iauberlehrling". Iweiiellvs-haben Sie die Idee, die Violinen in der höheren Lage durch Holzbläser verstärkei, zu lassen, von meinem ..Till Ef>lcin'piegel'. Tukas antwortete mit einem Lächeln. (Ter ...Pinbcrllsi'irling'vvar nämlich drei Jahre vor dem „Till Enieiispiegel' komponiert.> Später fragte einer, der das gehört hatte: Warum haben Sie sich nicht zur Btehr gesetzt I — imd bekam zur Antwort: WB rum das Leben komplizieren? Jsa gremer, die iveltberühmte jüdische Vortragskünstlerin. wird erstmalig im Aahmen des I ü d i s ch e ii u l t n r b u » d es Berti ir nii'-. trete». Die Gastl'pusie finden im Oktober statt. Näheres wird in gürze bekanntgegeben. Der Jiidische Kulturbund für Ost-Westfalen und angrenzende (gebiete eröffnet die Spielzeit mit - „Der Barbier von Bagdad", ausgesührt von der G a st s p i e l v p r r der .ßüiisllcrliilie der Jüdischen Gemeinde Berlin, unter Mitivirkiiiig von Hildegard Lippstadt lLindti. Nichard Dresdner. Edgar Lißner, Marianne Schosland-Lvich, Heinrich gor», -sturt Nahmer. Wäldemar Liachowikn nnd Dr. Iranz Mirauer. Im Oktober spricht Iiilins B a b . im November gibt es einen Heiteren Abend mit Alsvns Iink (Berlin). In den späteren Monaten hört man Grete Nvsonbaiim (Sopran), Düsseldorf, nnd ftnrt H eine in n n n (g lavier). Köln, und Rezitationen von Otto B e r »stein (Dresden). Eamilla S p i r a . Wilhelm G n t t m a n n (begleitet von Erna ft 1 c i n), ftainmcrmusik mit GottirieE Icelander (Bioliiieellv) nnd Joses Sch w a r z lftlavicr). Zum Abschluß der Spielzeit sind ein Lichtbilder-. Vortrag von Dr. Mar Osbvrn und. ein Abend mit drr Chansense Marion ftögel (mit Werner Seelig-Baß am Itngel) vorgesehen. Die Künstlerhilf« der Jüdischen (gemeinde teilt mit: Es ist gelniigen, einer Anzahl Mlisikschüler Studienmöglichkeiten in Palästina zu erösfuen. Eine iveitere kleine Anzahl kann unter vvrteilhaf- -ten Bedingungen Alisnahme'sinden. Interessenten melden sich l»ngel)end schriftlich unter Beisiigung eines Lebenslaufs, einer anssührlichen Darstcllniig des bisherigen Studienganges lind sachlicher Referenzen bei. der ft'ünstlerhilfe der Indischen Gemeinde. Berlin-Eharlottenburg 2. Kantstraße ,58. gesclielien ist lind wie es. nach den ^Ui* kündistnngen. a»cl> iveiterliin geschehen soll, nnvermitlelt Stücke ans klasstsclier und', jüdisctier Literatur vorletzt, zn denen sie anS .. Bkanstel an Bpldnng oder wegen der anscheinenden Ireindartigkeit des Stoffes keine reihte -Vezielning haben. BI er erinnert' sich nicht ans feiner eigenen Schulzeit an jei,e trostlos langiveiligen Abende, an denen er mit leinen Mitichü'ter'n in eine Tlieatervorstellnng al'föiinnandiertrunde, über die da-niz drei 'Tage später der nnperineidliche Lchrssenänilatz geschrieben wurde? ..Wer aber " eriunertsich nicht anch zugleich, mit welch unendlichen, Eifer in der Schule oder inn Bund Stücke ciustndiert imd dann später bvr den . begeisterten Kameraden ausgesührt U'iirdeir. zn dem», man. durch eigene Arheit. allinäl)lich den Schlüssel des Verständnisses gefunden hatte? lind mit welcher Lust oor altem .ging man »üt einen, I-reund in die An'Nührniig eilies Schauspiels, von dem man wußte, .daß, in, ihin I-ragen behandelt tvnrden. mit denen man sicls selbst gerade anseinanderseßte! ... - Dies alleii, ist. der Weg. der beichrittei, .werde-»'-muß. um die Jugend dein Kulturbund znznführen. . Indem. ml,n aiis den Viuiden und Schulet, ,nit den Problemen der 'Jugend vertrante Menschen zur Vcitarbeit - 'heranzieht, mit ihnen geineinsam Stücke ansmälill. - bearheilel oder neu znsammenstelltI und. indem man diele Stücke, nnd sei es in heielieidenslem Ralnnen. anisülirt und . io der Jugend das Gefühl giä'l: um eure Sarlie gellt es hier, eure Iragen beichästigeu aircks-^sus. erweckt .mau' ihr ° Iuterefse. gewinnt man ihr Vertrauen, schasst man in ihr atlmälitich die Vereit- N'itligkeit. auch Dinge aniznuehmen. die sie bislser äus ihrer eigenen Situation heraus vernachtäüigen zn dürien glaubte. Die jüdische Jugend-in Deutschland ist heute in ihren Iieten verivirrter denn je. sie steckt in einen, allgemeinen lind radikatei, ttinsvrnningsprozeß. in den, sie in einem besonderen. Vc'aße l)alt- und führi'u,gsbedürftig ist. Diesen Halt und diese Führung zn gelvähren. sollte der Kulturbund als eine eiltscheideude knltnrelle g-unktivn aiisehen: zugleich sollte er'darin-die'Möglichkeit - lind die.einzige! —- erblicken, über einen begrenzten Ieitrann, hinaus schöpferisch und hesrnchtend. den Grietzew eines echten- Kvnltnrbnndes gemäß, zu wirkeil. Als das Schofar nicht tönen wollte Irl) würde diese Geschichte selbst nicht als ivahr geltet, lassen, wenn nicht >,och zwei Aciterlehende. deren Anssage.in der Tat als sticanneslvort gelten uniß. die Echtheit ihres Erlebnisses bezeugen könnten. Viele Vekaunte liaben von diesen, Ereignis ans den, -Vc'nnde ilmT Eltern gehört, und ,venn ein Berichtjahraus, jahrein von so vielen Seiten vlme. Variationei, , erzählt ivird. damr loird nicht nur der. Kern, sondern auch die ..I-rncht" ivalir sein. - . Es ivar in den achtziger Jahren des ,vorigen Jahrhunderts an einem stivsch Haschana I-este. Die Dorfgemeinde P. war iü ihrer Velstnbe. versammelt. Das feierliche lZsteiß gab dem. sonst so schlichten und c'insachen 'icaum festliches Gepräge.'— Alle waren da. .Wie hätte' auch an. einen, so. holien Feiertage, einer fehlen kölliien! Selbst Seckel. der ivegen Diebstahl gerade ans der Hast enllassen Avar. lind von dein mall Sctlosetheileil vlme Ende zn erzählen'wußte, auch erzahlte hellte III den Vetenden. Sonst keill I-rennd voll Dhvra. -von Tallis nnd Desiliin. -heute stand er in. sein Sargenes geliüllt. in.'sein-.Machsor vertieft. Warum auch nicht? Sind doch gerade stcosch Haschana- und Jom Kippur dazu angetan, jedem Reuigen den Weg zu Gott zn bahnen. Sicher wollte' auch Seckel durch Teschmvoh und Desillvh. durch stcnckkehr nnd Gebet/äc,s böse Verhängnis ablvenden. Gerade ging der Schofarbläser znm Diin'd. ststit feierlicher Stimme', lobte er Gott, der befohlen, die Stimme' des Schofars zn hören.- der Leben und Erhaltung gegeben und diese^ Ieit hat erreichet, lassen. Delio wurde angesagt, aberdas Schofar gab nur einen., heiseren Ton von sich. Ein ziveites und drittes Vcal hörte.'man den Ansatz — vergeblich! Keiner wagte- Zl> atmen. Mit Vebcn ,vartete inan ans die Schofärtölle. die Gott besohlen, aber nicht, erschallen ließ. Das hatte, noch keiner .erlebt! Die Angen der Iranen füllten sich mit Dränen. Sie dachten. daran, daß ein iiichttvln'lldes Schofar ein böses Jahr -ankünden will, nnd blickten sorgeiiboll in die-Iiikniist. Da — in der ersten Rlännerreihe regte - -sich...etwas.'- Es war Seckel. Niemand traute feinen Augen. Wie konnte er feil, Sargenes. sein ' Toteiiheind, anszichen wollen, gerade jetzt, wo doch ällcs' auf den Schvfarton wartete.- Die Weiber rallgen die Hände, die Vcänner starrten nach vorn. Was hatte er vor. .er. der schon so oftdie Gemciilde in Erregling gesetzt? . . . nild zlvischei,durch ein heiserer Schall , des Schofars, aber kein Toi,, kein Tekio. - Eilig lvarf Seckel Tallis nnd Sargenes aiis sein Plltt und lief dem Ansgang zn. Und lnit dem glliet'scheilden Dessl,cn der Tür bereinte sich ein röchellMwPTvn des schlveigsainen Widderhornes. Aber kann, siel die Tür ins Schloß, da schallte es lvie Vefreinng durch den Ralim: Tekio. Scheworiin. Tern'v und alle Schofartöne, die Golt geboten. Wie rein und klar, sie klangen, die Voten des ncnei, Jahres, die Künder des hohen Gerichtes, die erschüttern und erinnern wollen! kvdwig Aron Joseph Rosenberg 75 Jahre Am 21. September feiert Kapellmeister Je so pH Rvsenöerg. der laiicstähricze mnsikalisclie Mitarbeiter ThevEvr L v e wes.' in Breslau, seinen 75. Geblirlslag. Rvsenbcrg. der „Vater der Breslauer Operette", hat über >°K) Jahre im Kunstleben gestanden. Zwei Jahrzehnte dirigierte der liebe'iisivürdige Wiener jede Nelianfsührung am Lvbetheatcr und ,0 Jahre istar er Erster Dirigent, an Dr. Loewes Lperetten-Schauspielhans. Tie Lvcwesck^n Iuszenicruugen/standcii den Berlinern und- Wienern Premieren/ nicht nach: jedes .von Rvsenbcrg einstlidierte Werk zeichnete sich durch höchste Vorzüge geumler ^Dirigierkuust aus. Hier ward nicht gleichgültig Takt geschlagen, sondern Mnsik. meist echteste. Wiener Vcusik. hergczanbert. Oft hängt der Ersmg eines Stückes einzig von der Darstellniig ab. Kapellmeister Rosenberg dark durch ausgeprägteste Gesamtleistung, die er mis Lrellester, Solisten und Ehor hcranshvlte. . solche Ersvlge für sich buchen, und gern wird man sich heute stiner überdiirchschnittlichen Köimersc-lmst -und seiner liebenswerten Persönlichkeit erinnern. j„ijU8 Sachs. Musiknotizen Dskar Straus und Richard Tauber wurde die Ehre u l e g i v n verliehen. . Hermann Feiner inszeniert Leon Iessels neue Operette „Einbruch ins Herz", die mit Fritz -Schulz in der nlännlichen Hauptrolle in Wien zur I! rauf f ü h r u n g gelangt. Frcmz Osborn spielt im Siiisoniekonzert des ^holländischen Senders Hilversum. I am l7. September. 21.25 Uhr Berliner,Zeit, das Kla- Vierkvnzert L-5IoII von Beethoven. . .L. Wohnhäuser ender Immobilien

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