Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 33 (13.8.1936)
- Date
- 1936-08-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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r Aaslandsnackrichten Griechenland . Tie Einsetzung 'einer. autoritären Regierung in Griechenland, die Auflösung des Parlaments und die Verkündung des Kriegsrechts berührt, wie aus Saloniki gemeldet wird, nach der Ueberzeugnng der maßgebenden jüdischen Kreise in keiner Weise die Stellung der griechischen ' Juden als gleichberechtigte Bürger. . Tem nach -Auslosung. des Parlaments umgebildeten griechischen Kabinett gehört als neuernannter Vizekanzler Minister Zavitsano-s, an. Sowohl Ministerpräsident General Metaxas - als auch Vizekanzler Lavitsanos haben -ihre judenfreundkickie Einstellung rviederholt durch die Tat bewiesen. Zavitsanvs, der schon früher 'griechischen Kabinetten angehört hat,- htzt-als Innen- , minister eine Untersuchung über die Lage und soziale Entwicklung der Salvnikier Juden veranlaßt und sich ihrer wiederholt warm angenommen. Anläßlich eines Blutbeschuldigungsfalles in Zakynthon hatte sein Vater vor 40 Jahren ein bedeutsames Buch gegen die Ritualmvrdlüge geschrieben. Ministerpräsident General Metäras hat einen Nundcrläß an alle Staatsbeamten Herausgegeben, in dem es heißt: „Ich verlange von allen ' Beamten, daß sie stets ihre Arbeit mit Gerechtigkeit und Unparteilichkeit gegenüber allen Bürgern ohne Ausnahme leisten." Irr jüdischen Kreisen wird betont, daß durch diesen Erlaß die Auffassung bestätigt wird, daß auch unter dem neuen Regime der jüdischen Bevölkerung gegenüber eine aus dem Grundsatz absoluter Gleichberechtigung ausgebaüte Politik verfolgt werden wird." Italien Das Mitglied des Rates des Verbandes der jüdischen Gemeinden Italiens, Adv. Carlo Alberto V i t e r b o , hat sich nach Addis A b e b a be- - geben, wo er sich längere Zeit zwecks Gründung einer jüdischen Gemeinde in der abessinischen Hauptstadt Und einer zweiten in Tire Dana, wo mehrere hundert jüdische Familien wohnen, aufhalten wird. Adv. Viterbvwird in Abessinien in engen Kontakt mit den' Fallascha-Sicdlungen treten. Vor seiner Abreise aus Rom wurde er vom Kolonienminister L e s s o n ä empfangen. Der Minister beauftragte ihn, dem Ergebnis seiner Reise entsprechende Vorschläge für die Lrganisation des jüdischen Geweindewesens in Abessinien zu machend ' Polen ■ \ ' Das Appellationsgericht in Warschau hat - ein erstinstanzliches Urteil, durch das 'Angehörige eines nationaldemokratischen Jugendvereins „Zur Mißhandlung von Inden" zu Gefängnisstrafen von einem bis zwei Jahren verurteilt wurden, . bestätigt und darüber hinaus einen Privatkläger, den 69jährigen Viehhändler Feiwel Ma l a r. der ein Opfer der Bande geworden, war, die ihm von der ersten Instanz verweigerte Entschädigung von 200 Zloty zugesprochen. Malar war von' Mitgliedern des Jugendbundes, die in der Woiwodschaft Bialystok ihr Unwesen trieben, bei einer Fahrt über Land überfallen, schwer mißhandelt und beraubt worden. In der Verhandlung vor dem Biälystoker Kreisgericht wurde auch festgestellt, daß die Angeklagten einen Ueberfall auf eine in der Nahe von. Bialystok gelegene Chaluzfarm geplant hatten. Das polnische Bildungsministerium hat ein neues Verzeichnis der "Mittelschulen, . Lehrerseminare, theologischen Anstalten und Hochschulen veröffentlicht, deren Hörer die Begünstigung eines Aufschubs der Erfüllung ihrer militärischen Dienstpflicht genießen. Von jüdischen Lehranstalten sind in dem Verzeichnis die Tachkemoni- Schule und das Judaistische Institut enthalten. Dagegen fehlt in hem Verzeichnis die Ieschiwa Chachme, Lublim deren Hörer bisher die gleiche Begünstigung genossen haben. In einem Dorf bei Z i e l e ch o w wurde der jüdische Einwohner Jacob Li li Power, als er das Abendgebet sprach, durch mehrere Revolverschüsse, die durch das offene Fenster abgefenert worden waren, schwer verwundet. Am.folgenden ' Morgen ift er im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Zu jüdenfeindlichen Ausschreitungen ist es anläßlich des Markttages in dem Städtchen D l u g o s z o d l o . gekommen. Nach anfänglich ruhigem Verlauf des Marktes erschien ein gut gekleideter Mann, um den sich'die Bauern sofort sammelten. Nachdem er sich provozierenderweise an einen der jüdischen Händler mit der «Frage gewandt hatte, warum er auf einen „christlichen Markt" .gekommen sei, reizte er die Bauern zu Gewalttätigkeiten gegen die jüdischen Markt- ' Händler auf. . strebungen, für die slowakische Kunst und Literatur Verständnis aufbringen und diese auch unter stützend Ich versichere, daß es dann nie zur geringsten Störung unterer friedlichen gemeinsamen Bestrebungen zur Erbaltung der sittlichen, sozialen und staatlichen Ordnung kommen wird und darf. Prälat Hlinka erklärte noch zum Schluß, das Notwendige zu veranlassen, damit feine . Parteiwrcsse jedwede antisemitische Auslassung ein stelle. . - ' - . USA Im Anschluß an Gerüchte über eine antisemitische ^Acußerung des Vorsitzenden der Republikaiu'chen Partei und Leiters der Wablkampagne für den republikanischen Praüdentschatts- . kandidaten, Alfred L. L a n d o n . John H a m i l - t o n, batten zwei führende jüdifche Persönlichketten aus Kansas City mrt Gouverneur London eine Rücksprache. Sie gaben darauf die Erklärung ab. daß der republikamsche Präsidentschaftskandidat. frei von Antisemitismüs und sonstigen Vorurteilen religiöser oder anderer Art sei. Im übrigen wird in der Erklärung gesagt, daß beide- Kandidaten der großen Parteien der Demokraten und der Republikaner. Roosevelt und London, von Juden nach den gegenwärtigen, die amerikanische. Nation bewegenden Fragen beurteilt werden müßten tmd dementsprechend auch eine Wahl erfolgen sollte. In einem kürzlich verhandelten Prozeß gegen die „Schwarze Legion" von Detroit batte der Staatsanwalt bekanntgegeben, einer der Angeklagten habe ihm mitgeteilt, die Terroristen bätten gep laut, Juden in Detroit mit TvPlinsbazillen zu infizieren. Nunmehr bat der SanitätsauSschuß von Detroit den Bakteriologen Charles T. MacCutcheon. an den ein boher Funktionär der „Schwarzen Legion" mit dem Vorschlag herangetreten ivar. die. Tiiphuskultnren .anzulegen. auS dem Dienst entlasten, weil er -seinen Vorgesetzten von. den-Plänen-der „Schwarzen Legion" nicht Mitteilung geinächt hatte. ' Das neue E i n w a n d c r i i n gs ge i e tz für Zn p e r n . > das bisher nur im Entwurf vorlag. ist nunmehr . zum Gesetz erhoben worden und ,n Kraft getreten. Es sieht vor. daß kein Ausländer einen unbcdingten Anspruch ans. Znlassung nach Zypern bat. und daß die Erlaudnis zinn ständigen Aufenthalt von einer besonderen seyriftliclien-Bewilligung der Einivanderungsbebörden abhängig ist. Gewisse Kategorien von Personen dürfen überhatipt nicht nach Zypern einwandern. Gleichzeitig mit dem neuen EinwandernngSgesetz ist ein Ausweisnngsgesetz in Kraft getreten. Blich in die 'Eeitschrifien Englands Stellung im Mittelmeer Mit der durch die Außenpolitik Italiens im Mittelmecr neu geschaffenen Lage besaßt sich ein (M signierter) interessanter Beitrag: „Die Verschiebung der Machtverhältnisse im Mittelmeer" (erschienen in der Zeitschrift „Daz Volk". Jahrgang 1936, Nr. 7). So wenig — erklärt der Verfasser — zunächst Frankreichs unmittelbare Interessen beeinflußt sind, so sehr wird sich England mit der neuen Entwicklung zu beschäftigen haben, die Integrität des Reichsweges zn-den so wichtigen orientalischen Besitzungen ist gefährdet, wenn nicht schon verloren. Der weitere stetige Ausbau' von Gibraltar sowie die energisch betricbencu Verstärkungen der Lrtsstützpünkte in: operativen Sperrdreieck Alerandrien—Haifa— Zypern beweisen jedvch. daß England keineswegs seine Mittelmeevormachtstellung auszugeben beabsichtigt. sondern lediglich den Schwerpunkt seiner Kräftegruppierung in den Osten verlegt, wo spätere Entscheidungen zu suchen sind. Freilich ist im Kriegsfälle der Sandelsweg zwischen Gibraltar—Suez gesperrt: und hier treten die nächsten Verknüpfungen mit der allgemeinen europäischen Politik klar hervor: Der kürzeste Licktuiid Landweg nach Bagdad—Indien führt über ein Vertragssystem und Freundschaften, an denen Mitteleuropa und der Balkan stark beteiligt sein dürften; mit Italien befreundeten Ländern fällt hierbei die schwierige, in diesem Fall jedoch sicher dankbare Aufgabe einer Vermittlung zu. Daß der Seeweg Um Afrika trotz der erheblichen Verlängerung gegenüber der raschen und kurzen Verbindung durch den Suezkanal bereits ins Auge gefaßt wird, zeigen die letzten Nachrichten über eine beabsichtigte. Befestigung von Kapstadt. Hier spielt eine maßgebende Nolle die Stellung Aegyptens: Wenn auch Italien erklärt, „nun in die Reihe der territorial befriedigten Mächte ein-' gegangen zu sein", so muß doch seine wesentliche Aufgabe sein, den Weg zu seinen neuen Kolonien zu.sichern.- Noch beyerrschen Englands Truppen den Suez und Aegypten und beeinflussen erheblich die ständig wachsenden Unabhängigkeitsbeslrebungen dortiger nationaler Kreise; diese anderseits sind sicher nicht abgeneigt — gerade unter italienischem Truck von Süden, und Wellen —. einen Nichtangriffspakt mit ihrem neuen Nachbar zu schließen, schon um dadurch -England den Vorwand zu der längst als lästig empfundenen starken Truppenbelegung zu nehmen. Auf der anderen Leite des Suez bedrohen die arabischon II n a b h ä n g i g k e i t s b e st r e b n n g e n in P a l ä st i n a mit den augenblicklich sehr heftigen Unruhen die Haurstversorgungsplätze der englischen Flotte im ostwärtigen Sperraum: doch erscheint die Bewegung mangels Einigkeit und Organisation vorerst noch nicht reis. um.entscheidend die englische Politik zu beeinflussen. Chinas Wiederaufbau politische und wirtschaftliche Organisation, trotz mancher offensichtlicher Fehler des chinesischen Systems; denn selbst wenn die Form der chinesischeu Rcaierungs- und Sozialorganisation antokratisch ist. so erweist sich doch der in ihr herrschende Geist als stark demokratisch. Der Grundsatz der Souveränität des Volkes, die Funktion der wirtscl-aftlichen Vorsorge des Staates, die Idee der Welteinheit, die in-der Zivilisation ihre Grundläge findet, alles das ist — wie T'ang Leang-li fest, stellt — -ganz wesentlich chinesisch. F.. F. Mus die Probleme des gelben Reiches der Mitte geht T'a ng Lea n gl i. bevollmächtigter Gesandter der chinesischen Zcnlralregierung, Nanking, in-einem Aufsatz „Chinas Wiederankbau" ein („Europäische Revue", 12. Jahrgang. Nr. 8f. Das. T&h*rhn*Tnu}ahei ' was die Welt beute an ungeheuren sozialen und i scnecnosiowaRei , , politischen Umwälzungen in China beobachtet, ist äe sich wiederholenden antisenutckchen Anmie Crzcllenz T'ang ausiuhrt — nicht der Niee der der Slowakischen Volksvartci naye- Hergang ' der Nation. sondern der Prozeß hrV griffe der der Slowakischen Volkspartci nayestehcnden Presse haben Tr. NtÄtej Weiner, den stellvertretenden Vorsitzenden der Jüdischen Partei in der Tschechoslowakei, veranlaßt, den Vorsitzenden der Slowakischen Vollspartei. Prälaten Andrei Hlinka.um eine Unterredung zu bitten, beider sich Prälat Hlinka u. a folgendermaßen äußerte: Der Antisemitismus gehört nicht zu unserem. Programm. Als katholiscker Geistlicher bin ich mir voll bewußt der großen sittlichen, religiösen und geschichtlichen Bedeutung des Judentums iür die ganw Kulturmenschheit, insbesondere iür das Christentum, solange das Judentum sich im Geiste der durch seinen Propheten überlieferten Religion leiten läßt, an dieser festhält und von den dort niedergelegten ethischen Prinzipien sich nicht ablenken läßt, hat das Iuden- . tum in der Slowakei von dem slowakischen Volke, dessen Führung mir anvertraut ist. nichts zu befürchten. Wir betreiben keinen Antisemitismus, weder als politischen noch als wirtschaftlichen Zwe-T, ^.rfi fnn.n dpn ifn:r>,tfn<fipn Fuder, iedoch nicht den Dorwurr ersparen, daß ihre, Jugend mit den ertrem-radikalen Parteien liebäugelt. Dies ill die Ursache und Erklärung der heftigen Angriffe unserer Vrcöe und der Demonstrationen, von welchen auch die slowakischen Juden nicht verschont blieben. Ich erwarte von den slowakischen Juden, daß sie für unsere kulturellen Be- Wiedergeburt, den das Land, wenn auch unter großen Schmerzen, durchzumachen hat. um sich von den alten Lebenseinrichtungen wirklich zu be- 'Feien. Für lange Zeit galt China als das konservativste Land der Erde, niedergehalten durch die Verehrung, seiner Vergangenheit, un'ähia einen, Wechsel vorzunehmen' und sich den neuen Verhältnisten anzuvaüen. Man glaubte es deshalb zum Tode verurteilt, wenn es einer aggressiven fremden Zivilisatwn gcgenübergestellt wurde. Intellektuelle Initiative, "neiheillicher und fortschrittlichcr Unternehmungsgeist und Freude an nicht immer gefahrlosen Erperimenten — diese Eigenschaften glaubte man allein den. Europäern Vorbehalten. In Wirklichkeit aber zeigen sich diese Eigenschaften in der Geschichte im allgemeinen lediglich während gewisser UebergangsZeiten und unter besonderen Umständen. Im übrigen zeigt eine vergleichende. Geschichtsbetrachtung, daß der Weiten sich in seiner Geschichte oftmals genau so traditionell'^und"konservativ verhalten'bat wie China. Unter d^m Truck der .Lot yat 'i.tz der chinesische Geist ebenso erfinderisch und beweglich erwiesen wie der eurvpäische. Auch bewein die Geschichte Chinas, daß die Chinesen höchster Kulturleistungen fähig sind. Auf dem Gebiet individueller und gefellschastlichcr Moral hat China sehr wenig, vom Westen zu lernen. Aehnlich verhält es sich in bezug auf Die Zahl der Juden in London Bekanntlich wird bei der englischen Volks- Zahlung nicht nach dem Religionsbekenntnis gefragt. .Tie »englischen Inden sind daher ans Schätzungen angewiesen, lim die Zahl ihrer Glaubensgenossen festzustellent Aus der kürzlich in der Zeitschrift der Englischen Königlichen Statistischen- Gesellschaft veröffentlichten Arbeit von. Tr. Miron K a n t o r o >v i t s ch ist zu ersehen," daß es gelungen ist, eine vom statistischen Standpunkt aus durchaus annehmbare Zahl der jüdischen Bevölkerung in Groß-London zu erhalten. (Eslimate of the Jewish Population o! London in 1929—1933. By Miron Kantorowitsch, Ph. D. Journal of the Royal Statistical Society. Vol. XCIX, Part 11, 1936 p. 372.) Demnach leben in Groß-London 234 000 Juden, das sind 2.8 Prozent der Bevölkcrung der Stadt. Tie jüdische Bevölkerung der Grafschaft London bemißt sich auf 184 000 oder 4.2 Prozent der. entspreck)erkdcn Bcvölkernng. Auf Grund der in der Nummer 29 der C.-A.-Zeitung veröffentlichten Zahlen über die jüdische Bevölkerung iy Großbritannien (340 000) können wir also ersehen,- daß rund 69 Prozent der Juden von Großbritannien in Groß-London leben, während der Prozentsatz der Inden von Deutschland, die in Berlin leben, rund 38 Prozent beträgt. Ferner hat der Verfasser der oben genannten Arbeit festgestellt. daß der Anteil der älteren Altersgruppen bei. den Juden stärker ist, als bei^ der Gesamtbevölkerung. J)r. E. K. Von der „Ort“-Arbeit Mit Genehmigung der Behörden eröünet das Zentralkomitee der Gesellschaft „ORT" in Polen demnächst in Warschau einen neuen .Kursus zur Vorbereitung jüdischer Fleischer-''Arbeiter und Ntotzgergesellen zu den' amtlich bvrgeschrieb-.uieu Ateister- und-Gesellenprüsiingen. Auf Grund dieser behördlichen Genehmigung, diewon wichtiger prinzipieller Bedeutung ist. N'ird es der polnischen Organisation „ORT" möglich sein, in nächster Zeit ein Netz weiterer Borbereitunge-n zu errichten, um den jüdischen Handwerkern verschieoener Fächer.in Warschau und in der Provinz zur Erlangung der für ihre wirtschaftliche Eristenz unerläßlichen Meiste» und Gesellen-eugnissc zu verhelfen. Bis Ende 1936 werden Kurse für etwa -8y>) bis luoo Handwerker und Gesellen, die ohne die vorgeschriebene Prüfung ans. ihrem Berus hinänsgestoßen werden würden, durchgesnhrt werden. Tie von „ORT" in Polen seit 1935 errichteten fünfzehn Vorbereitnngskurse haben bisher etwa 1000 Teilnehmern die amtlich vorgeschriebene Prüfung ermöglicht, so daß sie gemäß dem polnischen Industriegesetz als Handwerksmeister in ihrem Arbeitszweig unter^günstigercn- Perspektiven als bisher verbleiben können. Tie Erecntive der ..LRT'-Union hat für den 7. September sämtliche Mitglieder Der Zelitralverwaltung der Union nach Paris zu einer Plenarsitzung einbcru''eiu Auf der Tagesordnung der Session stehen.die Fragen der konstruktiven hilfsarbeit der. „LRT'-Lrganisationen in den verschiedenen Ländern, sowie die Ausarbeitung des Arbcitsprogramms für das Jahr 1937'. Magister Kirsch der gut« Likör, Hagl»ter MünchenVIl allzu große Fehlschlüsse zu ziehen, aimehmen könn.n, daß' ein setzr großer Prozentsatz der dabei gezählten Auswanderer Inden waren. Es scheint allerdings, daß die Untersnäning lediglich solche Auswanderer einbezieyr, die über die Nordfecyafen Hamburg. Bremen. Rotterdam. Amstcrdam und.-Antwerpen Tentichlandcverlassen haben, - wobei für das erste Vcertetiay.r 193>'- znnäctist sogar—nur die Auswanderung über die drei erstgenannten, Haien verarbeitet, wurde. Es fehlt also, anielieineiid die PalnNina-2r.Lindernng., nne tvohl . auch diejenige Auswanderung; die über andere als die vorgenannten N'ordieetzasen. z. ,B. nach Liid- , afrika und Südamerika, criotgt. i't. Trotzdem tzictet/dicser' Ansschnitt ans der LEandernngS- Ivivegung einige interessante Ziffern und Ergeb- In der llntersnchnng wird zunächst festgestellt, dtiß die überseeische ÄnSivandernng Reiciisdentscher (einschließlich der bisyer im. Ausland Ansässigen. über reichsdentsche iind fremde Häfeii) sich im November wieder belebt hatte, und daß sie auch im ersten Vierteljahr 1936 gegenüber der gleiclien VorjahrSzeit etwas-zunahm. .Vorläufig wurden (ohne L'lusivanderer iiber Amsterdam und Antwerpen)- '-'l>22 Auswanderer, gezählt gegen 2362 ii.it ersten Vierteljahr 1935. Diese Zister sck^int aber mit der erstgenannten nicht voll vergleichbar -zu sein, - weil in ihr offenbar auch die Auswanderer über Aiiisterdam und Antwerpen, entyalten sind, die in der Zalil .snz-!Dns erste Vierteljahr ,1936 noch fehlen. So ivanderten. wie ans,einer , anderen Tabelle hervorgeht, von,den 2362 Auswanderern des ersten Vierteljahrs 1933öö über Antwerpen gils. Es ergibt sieh also, daß der Abstand, zivisci>en der Ziffer für,das erste,Onartal 1936 und dem Vergleichszeilranltt eyer noch etivas größer ist. >vie er zniiächst sdieint. In dem Ialir-voin 1. April 1933 bis zuin 31. Rlärz 193i> ivanderten inSgesamt 12 386 Rciclisdel-itsehe -ans gegennber 1-1 021 in den vorangegangenen 12 Nlonaten. d, h. 12 Prozent weniger. Tie Ziffer - für 1933 36 dürste aber anS den gleichen Gründen ivie oben — auch liier fehlennatürlich die iin letzten Vierteljahr über Ainfterdain und Antwerpen AuSgeivanderten -- etivaS zn iliedrig s-eiil. . Die Znnayme der ÄnSivandernng. die trotzdieses etivas niedrigen Iahresergebnisfes im ersten Vierteljahr 1936 wieder zu beobachten ist. ist ' hauptsächlich auf Prclißcn beschränkt (plus 23U. DaS ist 'ebenso von Interesse wie die Tatsache, daß sie zu l>3 Prozent allein ans Berlin entfällt — wo sich die AiiSwändererzahl mehr als verdoppelt , hat <297 gegen 123) — und H e s s e n - N a s s a n einschließlich Fr a u k s il r t a. M. (173 gegen 111). Eine' gleichgerichtete Entivicklnng zeigt sich in H a m b u t g. In anderen Ländern, so in Bayern und W ii t ttc,n bet g , mit einer, wie in der Untersuchling festgestellt wird, sonst starken Answaiideruiig.-ebeliso in S a ch s e n , hat dagegen - die Aiisivaiideriiiig im, Ber'gleich zum ersten Bicrteljahr 1933 nachgelassen. Im Nlärz 1936 war. so heißt es tveiter, die Zahl der Ausivaiidercr in den meisten Reichsgebieten und auctz im Reichsdurchschnitt (mimis 1231 geringer als im März, 1935, während sich in Berlin. HessenMassan und Hamburg weiter eine Zunahme ergab (plus 104 Personen>. Wohin liabeii sich inin die in dieser Statistik - erfaßten Aiiswandcrer in erster Linie geivandt? 2lnch hierüber erhalten >i>ir in der llntersnchnng , Aiisknnft. Tie B e r e i tt i g t e n S t a a t e n v o it 2l merika standen auch in diesem Vierteljahr bei weitem an erster Stelle, sie nal,men 1744 oder 70 Prozent aller Ailsivanderer auf. Außerdem fiel mir-noch die Auswauderimg nach '?l r gen ti » ien - n»d L" r a s i l i e n - wenn ancli in viel geringerem Pl.iße -- ins E3ew'id>1 i-'U3 und 2'.«: Answandererl. Es folgen dann das übrige Siidamcrika mit- <17. Asien mit 42, Rleriko und Nlittelamerika mit 14 '.'lusivanderern. Wir verweisen dabei auf das einleilend (besagte, daß offenbar eine Reihe Aiiswandcrimgsziele nicht ersaßt loerden. Ein interessantes Spezialergebnis ist noch zu erivähnc». Der seit 1932 recht hohe Frauenanteil imter den reichsdeutschen AnSivanderern hat sich , im Berichtszeitraum , iviedcr elivaü gefeiikt. Ec beträgt 33,2 Prozent gegen 53.3 Prozent im ersten, -66,9 Prozent im dritten und 56.6 Prozent gm vierten Vierteljahr 1933. - Zahlen zur Auswanderung Vor kurzem hat die Reichsvertretung der Juden in ^Deutschland einige Ziffern über die jüdische Auswanderung -verössentlicht. die seit 1933 eine Gesamtzahl, von fast 100 000 Auswanderern ergaben. ''Eine interessante Ergänzung zu dieser iüöiidyeix Ge'-.mtzählung liefert eine Untersuchung über den überseeischen Wanderungs- und Reiseverkehr im ersten Vierteljahr 1936 in Heft 11 von „Wirt-chcckt und Statistik". Tiefe Statistik umsaßt zwar die ge'amtc überseeische Aus- Wanderung Reichsdeutscher, man wird, ohne F!agg«nführung . bei Wassersport-Fahrzeugen - Im ..Ministerial-Blatt des Reichs- und Pren-' ßckchen Ntlnisterliims des Innern" i'Rr. 33 vom ' >27 8 1936, S. 10-87, wird ein iltimderlaß des Reichs- und preußischen Rlinisters des Innern vom.4. 8. 1936 verössentlicht. In ihm ivird u. a. jvlgendrs bestimmt: ' . Seegehende Wasiersportsahrzeuge, deren Eigentümer oder Benutzer unter den ß 5 der I. Verordnung zum Reichsbürgergeietz vom I I. I I. 1935 fallen und in der Flaggen'ühruügsomit den Beschränkungen des § 1 des Gesetzes znm Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre unter, liegen, dür'en bis auf Widerruf die Hakenkrenzilagge, jedock) nur mif See und mit der See im Zusammenhang - stehenden Seemasserstraßen. führen. Binnenwassersportfahrzeuge. deren Eigen, tümer oder Benutzer Juden im Sinne der oorerwähnten Vorschriften sind, dürfen die -Haken, kreuzilagge nicht .führen. - - _ Bildern: Dr.‘ Msreuete E d e 1 h e 11 m . In Berlin. PHr Rilckfienduri" unv-rrläurj-ier. Einnpen Ist Freium-rhls« beizufUeen Letter der Kn- ) Abtetluna ond »erentwortlt'-h Mr den Inhalt der zen K r i » d r t e b N » t h a.n Berlin DA II VJ. PI. 5. Verlad: Jüdischer C'-ntr.-iI-Vercin r. V .. v W 15. EmRer Strasse 42.- Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH. Berlin SW II ■M«