Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 33 (13.8.1936)
- Date
- 1936-08-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Wann und wo finden Sie Rat? mtteideutschland XagdebiirK XordwcM- «leutachland A'ordenOst fr. Hess.-üVaswau und Hfiwf n Frankfurt a. .11. Xätnx «. Hb. Klirhhaln (Bc*. Karntcl) Herrn Aäclii'iidor/f jun. •1». AugusH 16-18 Uhr, Roma ■ Stciinveg ■ _!i, Znnnipr 75—77. Ti'l.: •j;,4 b:;.. Montag«,' Mi.tr- >vorhS:Und' Freitag, 11—13 Uhr. Alhinistr. 12.. II. Tel.:" 31857. Montags. Dionslags, Donnerstags und Freiings, 16-18 Uhr. 13. . August. 14—16 Uhr. Oe. meinrlehairs, Cr. Itosenstr. 22, I. 19. . August, •11—13 'Uhr. Oe- ■ iiictudcziinuicr. t>bcr zu wissen braucht, was Monsieur liebt. Tisch steht an Tisch, gerade für vier Personen ausreichend, mit karierten Tafeltüchcrn und wundervoll französischem Weißbrot. französischer Wein und. französische Küche leben hoch, man hört wenig Englisch, aber alle übrigen Sprachen der Erde. es könnte eine Weinstube in Marseille. Kairo oder im Hafen von Hongkong sein. 6. Für die in London lebenden jüdischen Frauen gehört eS schon fast ztun güten Ton. wenigstens einen Tag in der Woche als Helferin im Woburn- House, dem Hilfskomitee für jüdische Einwanderer, zu verbringen. Arbeit gibt es hier immer, jeden Tag um halb ein Uhr beginnt die Mittagsschlacht. Junge Rabbinatskandidaten. berufstätige junge Leute, und solche, die es brennend gerne werden möchten, strömen herein. Am Eingang des Saales löst sich jeder einen Bon, je nach dem momentanen Tiefstand seines Geldbeutels. Bon zwei Pence bis' zu einem Schilling kostet ein Mittagessen. Sieben bis acht lauge gedeckte Tische warten auf Gäste. Bor jedem Plast liegt gleich eine Schnitte Brot und eine zierlich gefaltete Papierserviette. In der Mitte des Tisches stehen Blumen. Freiwillige Helferinnen servieren, und meistens sind es ältere Damen, die . sich in den Dienst der guten Sachestellen. Dabei ist der Dienst sehr anstrengend. da sich alles in zwei Stunden abspielt. Suppe, ein so« genannter Mittelgang, bestehend aus Fisch oder Eierspeise. Käse mit Butter oder Obst und dann noch eine Tasse Kaffee, das alles kostet höchstens einen Schilling/ Auch auf Magenerweit.eruug wird Rücksicht genommen: es ivird eventuell auch zweimal serviert. Eine besonders Eßlustige ließ sich dreimal die Käseration reichen. — In den oberen Regionen des Wvbnrn-Hvnses findet die Berufsheratnng. Umschulung und Stellenvermittlung statt. Bis spät abends fisten die Referenten und empfangen das Publikum, um helfend einzuspringen. Es ist fast ausgeschlossen, junge Leute in kaufmännischen Bernsen unterzubringen, selbst wenn sie nur Lehrstellen suchen würden. Handwerkliche Lehrstellen sind eher zu bekommen. Aber auch die verbriefte Lehrstelle nützt nichts, wenn, man nicht die Arbeitserlaubnis erhält. Leider,ist die Aussicht, nach der Lehrzeit eine Anstellung zu finden, sehr gering, da die jüdischen Geschäftsinhaber fast ausnahmslos ihre zahlreichen Verwandten im Betrieb nnterbringen. Ein Fabrikant aus der Metallwärenbranche hatte allein zwei Schwäger und drei Brüder in sein Geschäft ausgenommen. Immerhin befähigt manchen jungen Mann die Ausbildung, welche ihm das Woburn- House zuteil werden läßt, sich in der weiten Welt irgendwo einen passenden Arbeitsplatz alS gelernter Arbeiter zu suchen. Zum Wochenende erhielt ich von einer jüdischen Familie eine Einladung aufs Land. Selbstverständlich ging es im eigenen Auto durch Geschäfts- . straßen. Parks und endlose Arbeiter- und Reubansiedlungen hinaus in dieenglische Landschaft. Hügel, saftig grüne Rasenflächen- Baumgruppen. Hühnerfarmen und .Kuhherden wechselnmit* einander ab. In einem kleinen Fischerdorf ander Lstküste Englands, liegt daS wunderschöne alte Hausim 19. Jahrhundert erbaut. Es ist mit modernstem Komfort eingerichtet.'Man. hat jede Art von Heizungsmöglichkeit: Zentralheizung, offenes -Feuer und elektrische.Lesen. Je nach Gewohnheit und Belieben des Gastes. Den Rasenflächen sicht inan die jahrzehntealle Tradition an. .Aber an ihnen arbeitet nicht nur der Gärtner — Dater. Mutter. Tochter und Sohn ziehen jeden Tag hinaus auf ihre Scholle mit einem kleinen Korbwägelchen und einem besonderen Instrument, mit dem unbarmherzig jeder Halm, der nicht reinrassiges Gras ist. herausgezogen wird. Wenn man nicht im Entdecken dieser Grasschmarotzer geübt ist. geht's nur mit der Lupe. Mit jedem Besuch wird an Hand praktischer Beispiele über Obst- und-Gemüsegärten disputiert, über Hühnerzucht und natürlich immer wieder über das Wachstum des Rasens, diesem englischsten Fleckchen Erde. Aus den Gemeinden Tie Jüdische Gemeinde in Chemnitz umfaßt gegenwärtig 1844 Seelen. Unter Berücksichtigung der Zuzüge hat die Gemeinde seit dem 1. Januar 1930 um 114 Personen abgcnom.meu. . Lberrnbbiiier Tr. Carlcb ach. . der vor kurzem das Amt des Obcrrabbiners in Hamburg angctreten hat, ist in dicstr 'Eigenschast - zugleich Ehacham - der kleinen portugiesisch-jüdi. schen Gemeinde in. Hamburg. - Die Jfraelitsche Knltnsgemeinde An g s b u r g hat aus Mitteln, die ihr durch eine Stiftung, zugefallen sind, ein modernes Haus-mit großem' -Garten käuflich erworben. Das Haus soll, als Altersheim' eingerichtet werden, während. für den- Garten die Errichtung eines Turn» und Dersammassaals, sowie von Wirtsck>astsräumeu vor- >en ist. - Lehrer und Kantor Josef Klein. Rhaunen, feierte am 12. August sein svjähriges Amtsjubiläuin. » Ter Hilfst»«»«» der Juden in Deutschland teilt mit. daß seine in. Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Lchrban? eingerichteten Sprachkurse für Englisch. Spanisch und Portugiesisch im Augenblick überfüllt sind, so daß Meldungen bis. aus Weiteres nicht angenommen werden können. Schachaufgabe Rr. 73 von D. Przepiorka „Zürcher Illustr." 1.934) Postschlüsse nach Uebersee Vorbemerkung: Diese Uebersicht erscheint wöchentlich. Sie Ist ohne Gewähr. Postschluss für Luftpostsendungen ist in Berlin beim Postamt C 2, In Frankfurt'Main beim Bahnpostamt 19 oder Flughafen. Eiawurf bei anderen Postämtern oder, in anderen Orten bis zu 1 Tag früher als hier vermerkt. Nordamerika a) Seeweg 13.8. ab Berlin; 13. 8. ab Hamburg 19 Uhr („Bremen“ 14; 8. ab Bremen): 20. 8.. an-'New-York •, 17. 8. „; 17.8. „ 19 Uhr („Queen Mary“ 19. 8. „ Cherbourg); 24.' 8. „ ., 20.8. : 20. 8. „ 19 Uhr („Europa“ 21.8. „ Bremen): 27.8. „ „ b) Luftweg - 14.8. ab Berlin: 15.8. ab Köln (Flughafen) 10 Uhr: 15.8. ab Cherbourg (Schiff); 20,8. an New-York 10. 8. „ Berlin 11 Uhr: ab FrankfurtiMain 18 Uhr Luftschiff „Hindenbburg“'19. 8. an New-York (Zutchlag auf Auslandsporto für Nachbringe}lug 15 Pf. für je 20 g, für Luftschiff 50 Pf. für je 5 g) Südamerika a) Seeweg 13.8. ab Berlin: 13.8. ab Hamburg 19 Uhr (Schiff 1.5.8. ab Boulogne); 31. 8. an Rio; 4.9. an Buenos Aires 17.8. „; 18.8. ., „ 9 Uhr (Schiff 20.8. Genua): 1.9. „ .,; .5.9. „ „ 20. 8. „ 20.8. „ .. 19 Uhr (Schiff 22. 8.;> Cherbourg); 7. 9.; 11.9. „ b) Luftweg 1.5.8. ab Berlin 9 Uhr; ab Frankfurt'Main 13 Uhr (Französische Luftpost), Laufzeit 5 Tage 19.8. „ „ 21 Uhr: ab. ' „ 24 Uhr (Deutsche Luftpost), Laufzeit 3 Tage (Zutchlag auf Auslandsporto nach Brasilien l,25 R\1 für je 5 g, nach Argentinien 1,50 RM für je 5 g) Südafrika a) Seeweg 18. 8. ab Berlin 16 Uhr; 19.8. ab Frankf. Main 19 Uhr: 21. 8. ab Marseille (Schiff): 5: 9. an Kapstadt 19. 8. „ 16 Uhr; 20.8. Köln 21 Uhr: 21.8.. „ Southampton (Schiff); 7.9, ' „ . (Von Kapstadt m 30 Stunden nach Johannesburg und Pretoria) b) Luftweg 14. 8. ab Berlin 22 Uhr 15 Min.; 14. 8. ab Münehen (Bahnp. Amt 1) 24 Uhr: Laufzeit 8—9 Tage 18.8. „ „ 22 Uhr 15 Min.: 18.8. „ .. (Bahnp. Amt'l) 24 Uhr; Laufzeit 8—0 Tage (Zutchlag auf Auslandsporto 35 Pf. für je 5 g) Palästina a) Seeweg 17.8. ab Berlin 13 Ihr: 18. S. ab München 9 Uhr (Schiff 20.8. ab Piräus): 22.8. an Haifa 18.8. „ .. 13 Uhr; 19.8. .. 9 Uhr (Schiff 20. 8. „ Brindisi); 24. 8.' Jaffa b) Landweg 14.8. ab Berlin 13 Uhr: 15. 8. ab Münehen 9 Uhr (über Belgrad—Istanbul); 19. 8. an Haifa 16. 8. .. .. 13 Uhr; 17.8. ,. „ 9 Uhr ( .. „ „ ); 21.8. .. Haifa (Leitvermerk: „via Belgrad—Istanbul?') c) Luftweg 14. 8. ab München (Bahrip. Amt 1) 18 Uhr Laufzeit bis Jaffa 2 Tage 15.8. Berlin 6 Uhr; 15. 8. ab München 18 Uhr; Laufzeit bis Jaffa 2 Tage 16. 8. „ Berlin 10 Uhr Laufzeit bis Jaffa 2 Tage 18. 8. ., München (Bahnp. Amt 1) 18 Uhr; Laufzeit bis Jaffa 2 Tage 19. 8. „ Berlin ‘ 6 Uhr Laufzeit bis Jaffa 2 Tage 20. 8. „ Berlin 10 Uhr; 20.8. „ München 18 Uhr; Laufzeit bis Jaffa 2 Tage (Zutchlag auf Auslandsporto 10 Pf. für Je 5 g, mindestens 15 Pf.) Matt in zwei Zügen IVcissl Kf3, DH, Ldl, Ld4, Sc4,' Sdfi. Bl«5. d2. rll. 12 ■ (10 Schwarz: Kd3. Dht, Tal, Lei, Bb6, c5, »2. b2, f5, g6 < . (10) Ein tiicht schwieriger, aber origineller Zweisiigec des bedeutenden Warschauer Problemkompoüist-n. * Schachaufgabe Skr. 74 - von B. Riemzöwitsch - („Rheinische Volksmacht" 1922)! i WEM Matt in vier Zügen Weiss: Kg8, Tc7. Te8, Lc8, Ld2, Shß. Bi 3, c3, I>2 >9 Schwarz: Kd5, Da“, Lei, Bb”, bö, d6, Iß,- Ter Autor dieser Aufgabe ist ein Bruder des im vorigen Jahre vorstorbeiieu Schach-Großmeisters. Weitere richtige Lösungen der Aufgaben Nr. 70 und 71 gingen ein von: Rechtsanwalt Ludwig Malier, Regierungsbaumeistcr a. D. L. Hirschfeld (Berlin) und von Nr. 70^vom Tr. .Herbert E. Hirfchberg (Berlin). Ferner-' von (Nr. 72 von Nechtsänwält Ludwig Mayer und Günter Rvsenslvck (Berlin). Am 16. Dlai ist in sttew-Zork daS amerikanische Nativnaltüruier;u Ende gegangen, in welchem Samuel Re shewsky Erster wurde und damit den Titel deS Chess-Ehampion von USA errang, nachdem der langjährige Titelinhaber Marsball aus den Titel , versichtet halt». Reshewsky, der etwa 27 Jahre alt ist, ist das frühere. Schachwuitderkiiid aus Lodz. Zu der Notiz in der E.-B.-Ztg. vom 6. August über das Schachmeister-Turnier in Podiebräd sei berichtigend Hinzugefügt: - Zwar gewann F k o-b r mit 13 Punkten ans 17 Partien den ersten Preis.' während der E r - Weltmeister Tr. 2l lech in Zweiter wurde, doch wurde die Partie zwischen den beiden Genannten remis. — Inzwischen ist in ' Za» d - v o o r t (Holland) ein anderes Schachmeister-Turnier beendet worden, an welchem ». a. der jetzige Weltmeister. Tr. E u w e. und die Großmeister B v g o 1 - jubvw, Spitz Im an n. Grünfeld und Tr. Tartakower teilnahmen. Hier gewann der junge Amerikaner Rüben Fine mit 81- Punkten aus 11 Partien den ersten Preis. — Flohr und Fine werden, wie mehrere andere jüdische Meister^ an dem großen Turnier zu Nottingham teilnehmen, das am 17. 2lugust beginnt. Im Künstlertheater in Budapest wird demnächst Franz Mvlnürs „Liliom" in einer völiigeiiNeuinszeuieruug zur Aufführung gelangen. In der Freilichtbühne in B ü d a p e st^giug Pucciuis „Tosca" mit Rose Waller in Szene. Im Freilichttheater in Hollywood ivird Otto K l e m p e r e t demnächst einige Konzerte ' dirigieren. . Emmerich K » l m ü n s Operette ..Der Teufelsreiter" ging bei de» Speretteu-Festspieleu in Abbazra mit großem Erfolg in Szene. ' * Der Pianist Haus Baer. jetzt'Leiter des „Circ-oio musieale lottoruno“ in Mailand, befindet sich gegenwärtig auf einer Kouzertreise durch. Lb'eritalien. Joseph S z i g e t i gab ans seiner Südanierika- ' .Tournee sein erstes .tzonzert in Montevideo. Die a-merikanische Presse spricht von-einem ungeheuren Erfolg. Der Tenor Paul F e h ö r , der eine zeitlang auch dem Speruensemble des Berliner Jüdischen Kulturbuudtheatcrs angehörte, ist anläßlich der vor kurzem in Wgm abgehalteueu Festspiele, bei denen er in einer Bvrstellüug als Hauptdarsteller mitwirkte, von dem Inteudauteu Schmied-Bloß als erster lyrischer Tenor au die Z ü r ich e r Oper verpflichtet worden. In Hol lhw ood werden demnächst zwei neue Shakespeare-Filme gedreht: „Wie es Euch gefällt" mit Elisabeth Berguer in der Rolle der Rosalinde, und „Julius Eaesar" mit Ronald Colrpau in der Rolle des BrutuSZ Ernst L u b i t s ch verpflichtete Ferdiuand" B r u ck iicc als Filmautor nach Hollhwvvd. Wilhelm Thiele, der Regisseur des Films „Die drei von , der Tankstelle"« dreht in Hollywood, für die' Parainouiit .,vl i s I of tho .lunglo". Aus P aris ivird bericittet. daß dort Film und Theater zurzeit für - biographische Themen Interesse zeigen. Sv ist. bereits das Drehbuch zu einem Film sertiggeslcllt. der das Leben der Tragödin Sarah B e r u h a r d t behandelt. Eine andere biographische Revüe betitelt sich: „Hein* »jÄ Lrins und jerne Mönch,'. Literarische Notizen Der dritte Band von Thomas Manns Trilogie „Joseph und seine Brüder" wird als eine der ersten Pnblikativueu des neuen Wiener Berlages Bermanu-Fisckier im -Sktvber dieses Jahres erscheinen. EiiU etwa 600 Seiten starkes Arbeitsbuch zur Iüdisck)cn Geschichte und Literatur wird der Berlag des Keren Tvrah We Awoda in Hamburg aus der Feder von Bernhard S. Jacobson Ende des Jahres herausbriugeu. Macmillan in London brachte soeben unter dem Titel „Essence o( Ju-iaism“ eine Uebersestung des Lverkcs. „Wege im Judentum" von Ral'biner Tr. Leo Baeck (erschienen .1988 .bei Schocken) heraus.— Die im Borjahre bei Erich Reiß erschienene Waimouides- Biographie von Abraham Heschel hat Germaine Bernard ins Franzö, fische, übertragen: die Uebersestung ist neben einem Vorwort von Bernard Chapirä bei Pahvt in Pari? erschienen. - Im Verlag der ..Xunvollo Uevue Francaise“ erschien ein neuer Roman von James E a i n : „Le kßeteur sonve toüjours äeux kois“ mit einem Vorwort vom Irene Rem i r o w s k y. In der Bücherei des Sch o ck e n - V erlag? erscheint dieser Tage „Da? Hau? meiner Großeitern", aus den Memoiren Jecheskel K o t i k? , zusammengestellt und aus dem Jiddischen übersetzt von Leo Hirsch. Im Jüdischen K u I t u r b und Berlin erzählte Dr^ Arthur Eloesser in zwanglos-anregender Plaudersorm von Stto Brahm, dem bekaunteu Berliner Theaterleiter, der eigentlich Abrahamsvhu Hieß^-Aus persönlichen Eriiwerungcn. mancherlei amüsanten Anekdoten und charakteristischen Einzelzügen formte er das Gesamtbild des Btannes, der .nach ..einigen -bcachtensivortcn?luläufen—ais- Kriliker und Literarhistoriker — zwei Dezennien auf da? Theaterlebcn der Reichshauptstadt starken Einfluß geübt hat und dessen Andenken sich gerade in diesem Jahre, wo er ein Achtziger geworden wäre, pietätvoll erneuerte. Brahms Stunde kam >— wie der Redner ausführte — als die europäische Literaturbcwegung von Frankreich, Rußland und Skandmavien in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts nach Deutschland vordrang und die neugegründete „Freie Bühne", deren Stabschef man Brahm nannte, sich in einer Zeit liter-arischer Leere die Anregungen der Zola. Tolstoi, Ibsen, Bjvrusvn für ihre eigenen Zwecke zu nutze machte. Der wirkliche Erfolg aber, der seine materielle Existenz sicher stellte, ergab 'sich für Brahm erst aus der Auführuug der „Weber" am Deutschen Theater, das er von tt'ldvlph L'Arrouge im Jahre 1890 übernommen hatte. Von-da ab verfolgte der zähe und mütige, noch in seiner -starren Einseitigkeit achtunggebietende Verfechter deS Naturalismus unbeirrt die Bahn, auf der er seiner Idee, das Leben auf der Bühne in seinen Höhen und -Tiefen zu erfassen, konsequent dienen konnte, und so boten seine Aufführungen, in denen er selbst nur eine Art stiller Regisseur war. das Bild einer . Vollkommenheit vor allem im Atmosphärischen'und in der Kunst des Znsammenspicls. wie es seitdem nie wieder erreicht worden ist. Die goldene Zeit ging für Brahm zu Ende, als neue „Richtungen" in der Literatur und neue Männer anfkamen. Ta wurde der ehrgeizige Kämpfer bald theatermüde und trat vom Schauplatz ab. Auch darin zeigt sich, wie Eloesser abschließend bemerkte. der ungeheure Ernst und -die Strenge, die sich in allen Lebensäußerungen Brahms'stets als-Treue bewährt-hat. H. L. die immer vom Ebarcktcr des Beschaulichen und Innigen getragen sind, entzücktest dttrch ihren seinen Humor. Ter Beifall war überall ehrlich und große Musikstudium in Palästina Das unter dem Protektorat des Oberkvnnnifsars stehende K o n | c r t> a tori n m i st J e t u sa le m („The Paleslinc Conservatoire of Musi? and Dramatic Art in Jerusalem") ist in der Lage, einer Anzahl besonders talentierter Schüler aus . Deutschland unter vorteilhaftesten Bedingungen Studienmöglichkeiten zu eröffnen. Das Konservatorium verfügt über 31 hochqualifizierte Lehrkräfte und hat Unterrichtsklassen für sämtliche I n st r u m e n t a l» g r n p p e n eingerichtet. Die Aufnahmeprüfung wird voränssichtkich noch im Laufe dieses Monats in Deutschland stattfinden. Interessenten, möglichst unter 20 Jahren, nwllen sich nur schriftlich unter. Beifügung eines Lebenslaufes,- einer ausführlichen Darstellung des bisherigen Stndienganges und fachmännischer Referenzen bei der K ü n st le r h i l s e der Jüdischen Gemeinde in Berlin. Berlin-Charlottenburg 2. Kantstraße 158. Gth.. melden, die über Lrt und Zeit des Vorspielen? Mitteilüngeti ergehen lassen wird. ' kulturelle Veraubtaltunsen in Berlin und im Reich Earlo EalIman n trat erstmalig im Kultnrbnnd Rhein-Ruhr auf. Bis 1933 war er Eharaktertänzer an. mehreren deutschen Bühnen, später trat er wiederholt bei jüdischen Kulturveranstaltungen ans, vornehmlich innerhalb der Essener jüdisck)en Künstlerhilse. Im Kulturbund tanzte er leider keine Tänze jüdischen Charakters, sondern einen zeremoniellen Tanz, einen bulgarischen und eine spanisäie Straßenserenade. Ahirftfnn dci- .SpicJ.ze.it veranstaltete der Kulturbund sür Ost-Westfalen Und angrenzende Gebiete. (Sitz Herford) in den Anschlnßorten Bielefeld, Detmold, Hamm, Herford, Minden, Münster. Oldenburg. Osnabrück, Paderborn und Rheda einen „Heiteren Abend" mit Karl Etilinger (..Karlckjen''). Ettlinger fand mit seinen eigenen Lichtungen von Anfang an den Kontakt mit dem Publikum. Seine heiteren Darbietungen. Der Berliner Kulturbund bringt im September die dramatische Dichtung von Per ez: ..Die goldene Kette", das Drama einer chassidischen Familie, zur Aufführung. Die berühmte Dichttmg wird in Berlin zum ersten Male gezeigt. „Der schiefe Spiegel", das Gastspiel-Kabarett der Künstlerhilfe, wiederholt seine Ausführung der „P fändnngso per " von Leonard Heinrich zum letztenmal am 26. August. 20 Uhr, im Gartensaal des Logenhauses, Kleiststraße 10. Die jüdische privat« Musikschule Hollaender veranstaltet am 25. August, 20 Uhr. in der 2lula der Ioseph-Lehmann-Sdmle. ZoachimZthaler Straße 13, einen Werbeabend unter dem Titel .Musik im alten Wien". Mitwirkende Lehrkräfte: Susanne Ländsb e r g (Hollaender). Paula S a l r> in o n (Liudberg)'. Gertrud W e 11 h c i m . Werner Fabian. Wilhelm G u t t m a n n , Werner L h w e n . Wottgana Rose. Einleitende und verbindende Worte: Tr. Anneliese Landau. Begleitung der Gesänge: Hermann Ludwig Schlesinger.. Die Jüdisch« Buchvereinigung gibt bekannt, daß ihr neuer Dierteljahrsband „Abraham" von Ernst Fürstenthal erst Anfang September den Mitgliedern zugeleitet wird.