Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 32 (6.8.1936)
- Date
- 1936-08-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2278137-2278169--11082-2291265- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 32 4. Beiblatt Palästina-l in schau der C.-V.-Zeitung 6. Augnt 1 Sc6 Die beiden Kriegsschauplätze Je mehr”das ..Ob noch“ oder „Ob' n i ch t mehr“ der Aufstandsbewegung in Palästina zur entscheidenden politischen Frage wird, von der die' .Entsendung der Königlichen Kommission und die drohende Gefahr der Einwanderungs- Sperre abhängen, desto, stärker scheint das „Wie“ der Unruhen in den Hintergrund zu treten. Als der eigentliche Kriegsschauplatz, auf dem .über die Zukunft der jüdischen Heimstätte,entschieden wird, tritt immer stärker die Downing Street in London in Erscheinung. Trotzdem ist es mehr als Chroriistenpflicht das" Auf und “Ab der palästinensischen Ereignisse nachzuzeichnen. Die gefährlichste Waffe der Unruhestifter ist die Gleichgültigkeit der Welt gegenüber einem Zustand, an dem man sich zu gewöhnen im Begriff ist. Aych in der vergangenen Woche ist wieder Blut in Palästina geflossen, Werte sind vernichtet .worden, und der zähe Durchhaltewille der jüdischen Bevölkerung wurde aufs Neue schweren Kraftproben ausgesetzt: Wir verzeichnen nachstehend die Tatsachen. Am 28. Juli entwickelte sich gegen.Mittag im Gebirge von Samaria und Nablus ein grösseres Gefecht, das zu den blutigsten seit Beginn der Unruhen gehört. Es sind insgesamt 16 Araber und ein englischer Soldat gefallen. Eine Gruppe von etwa 200 Aufständischen griff eine aus zwanzig Soldaten bestehende Patrouille an, als diese auf' Lastkraftwagen eine unübersichtliche Steilkurve auf der Strasse Jerusalem—Nablus herauffuhren. Die Engländer erwiderten das Feuer aus Maschinengewehren, gerieten jedoch infolge der grossen Uebermacht der Angreifer in starke Bedrängnis. Erst nach 1% Stunden traf eine Abteilung von 200 Mann zur Verstärkung ein, die die nun flüchtenden Araber zu umzingeln versuchte.. , Für das je 500 Meter breite zu beiden Seiten der Strasse Jerusalem—Nablus umfassende Gebiet wurde der Ausnahmezustand verkündet. ln der Aehwa-Strasse an der Grenze zwischen Tel-Aviv und Jaffa wurden durch eine Boinhenexplosion der aus Polen eingewanderte 25jährige Arbeiter Elijahu Käplanslii und ein vierjähriges Mädchen verwundet. . Auf dem Balkon des Hauses, das der Sekretär des britischen Residenten in Amman bewohnt, ist von Unbekannten eine Bombe geschleudert worden. Die Explosion verursachte eine Panik in der Umgebung des Hauses. Als der Tat verdächtig wurden einige palästinensische Araber und Syrer verhaftet. Am gleichen Tage spät abends wurde auf die jüdische Siedlung Newe Jacob.ein heftiger Angriff von den benachbarten Äraberdörfern aus unternommen. Der Angriff wurde abgewiesen. , Ein grosser Holzlagerplatz in Abu Kebirq wurde in Brand gesteckt. Militär und Tanks trafen an der Brandstätte ein, nachdem die Löschmannschaften von Arabern aus den umgebenden Pflanzungen beschossen worden waren. Der bisher festgestellte Schaden beträgt 10 000 Pfund. Der Gesamtschaden wird von der Zeitung „Haarez“ auf 50 000 Pfund geschätzt. Besonders schwer hatte in der vergangenen Woche auch die jüdische Bevölkerung von Tiberias zu leiden. Es wurden auf sie immer wieder Ueberfälle verübt. Die Unruhen breiteten sich auch auf ganz Untergaliläa aus. Eine me’hrhundertköpfige arabische Menge bewarf jüdische Häuser und Passanten am Morgen mit Steinen, zertrümmerte Fenster und Türen, steckte zwei jüdische Läden in Brand, plünderte sie und vernichtete die Einrichtung. Die arabische Polizei verhaftete statt der Angreifer zwei Juden wegen angeblich verbotener .Selbstwehr, minderte Juden verliessen fluchtartig die Altstadt. Erst . nach mehreren Tagen trat wieder Ruhe ein, die Geschäfte wurden nach und nach wieder geöffnet und die geflüchteten Einwohner kehrten allmählich zurück. Der 30. Juli brachte das 50. jüdische Todesopfer der Unruhen: Der von arabischen Terroristen verwundete Jechiel Haimovitz ist seinen Verletzungen erlegen. Die Verluste der Araber am selben Tage bei Kämpfen in der Nähe von Dscheiiiu betrugen 15 Tote. Trotz schärfer Vorsiehtsmassnahmen seitens des Oberbefehlshabers des transjordaniscben Grenzkorps, der im Hinblick auf die wiederholte« Anschläge auf die Oelleitung der Irak Petroleum- Gesellschaft die Scheichs der Beduinenstämme des Kreises Adschlun zu sich berufen lind ihnen erklärt hatte, dass bei einer Wiederholung der Anschläge den Beduinendörfern Kollektivstrafen auferlegt werden würden und trotz einer entsprechenden ’ schriftlichen Verpflichtung der Scheichs ist am 30. Juli die Pipe-Line der Frak Petroleum Co. zum fünften Male beschädigt worden. Die Gesellschaft stellte sofort eine Summe von 150 000 Pfund für die Bewachung der Oelleitung bereit. Das konntejedoch nichts daran .ändern, dass am 1. August die Oelleitung aber: mals, und zwar zwei Meilen jenseits des Jordan- Ufers beschädigt und angezündet wurde. Die Regierung hat daraufhin den Ausnahmezustand für ein je 200 Meter breites Gebiet zu beiden Leitender Pipe-Line in ihrer ganzen Ausdehnung vefE&ßgt. .Auch am 2. August kam es erneut in verschiedenen Gegenden des Landes zu Schiessereien und Zusammenstössen zwischen den Aufrührern und Militär. ■ ” Am. 3. August wurde der 30jährige jüdische. Hilfspolizist Mendel Bäranowski aus“-Kfar Ezio« schwer verwundet, als er jüdische Arbeiter zu. ihrer- Arbeitsstätte-begleitete. Vonden Arbeitern wurde Jakob Cohen -leicht' verwundet. - - r- Die Kampflage bat eine verhängnisvolle Wen- "dung zuungunsten der jüdischen Verteidiger und -zugunsten der arabischen Angreifer dadurch erfahren. dass der Oberste Gerichtshof Palästinas die Verhängung von Kollektivstrafen für unzulässig erklärt hat. Dadurch, ist eine gegen die Stadt Gaza verhängte Kollektivstrafe von 1000 Pfund Sterling,und weitere 18 KollEktivstrafen gegen verschiedene Städte und Dörfer, die Sabotageakte sühnen sollten, aufgehoben worden. Auch eine weitere Massnahme der Verwaltungsbehörde,-die bisher auf Grund der erlassenen . Notverordnungen getroffen wurde, ist vom Obersten Gerichtshof für ungesetzlich erklärt .worden, nämlich die Internierung politischer Agitatoren in Konzentrationslagern. . . - Da die.AVPitere Bekämpfung des Terrors durih diese Gerichtsentscheidungen. ausserordenllich-er- - schwert wird, hält man mfnmehr die Verkündigung des Stand rechts: für unvermeidlich. Durch das Standrecht würden die Massnahmen, die die Regierung bisher ohne eine ausreichende rechtliche Grundlage verhäng! hat, diese Grundlage erhallen. ■ . ' Nach der Emennung der Königlichen Kommission In der Sitzung des■ britischen-Unterhauses vom 2!>. Juli wurde die endgültige Zusammensetzung der Königlichen Enlersuchungskommission für Palästina von dem - Kolonial-' minister Ormsby Gore bekaimtgegehen. Die Kommission besteht aus ,den folgenden Persönlichkeiten: Earl Peel. Sir Uorace Rumbold. Sir kaum llammomi, -Sir Morris tarier. Sir Harold Morris. Professor Reginald (’oupland. Vorsitze n d e r der Kommission wird Lord P e e 1. stellvertretender Vorsitzender Sir Horacp Rum- .bold sem. Der Kommission wird J. M. Martin vom ('olomaLOffice als Sekretär beigegeben. Die Aufgaben der Kommission werden sein: die tieferen Ursachen der Unruhen festzu-. stellen, die Mitte April in Palästina ausbrachen; die Art der Durchführung des Palästinamandats in bezug, auf die Verpflichtung der Mandatarmacht gegenüber Arabern und Juden zu untersuchen; festznstellen, ob auf Grund richtiger Auslegung der Mandatsbestimmungen Araber oder Juden gerechtfertigte 'Beschwerde» wegen der Art haben, in der das Mandat durchgeführt wurde oder wird; und. falls die Kommission der Ueberzeugung ist. dass irgendwelche solcher Beschwerden begründet sind, Vorschläge für ihre Beseitigung und die Verhinderung ihrer Wiederholung zu machen. Einwanderungsfrage noch nicht entschieden Auf die' Anfrage, zu welchem Zeitpunkt die Kommission nach Palästina abreisen werde, erwiderte der Minister, dass n ich t geplant sei, die Kommission ihre Arbeit aufnehnieiv zu lassen, bevor die Ordnung in Palästina wieder hergestellt sei. Auf weitere Anfrage, wie es mit der vorübergehenden Einstellung der Einwanderung steht, von der im Zusammenhang mit der Entsendung der Kommission die Rede gewesen sei, erklärte der Minister, seiner am 22. Juli auf diese Frage erteilten Antwort nichts hinzufügen zu können. Auch als am folgenden Tage der Minister wiederum über diesen Punkt befragt wurde, verwies er auf die unter diesem Datum abgegebene Antwort. Als der Abgeordnete Sir Nicolas Grattan Doyle daraufhin den Minister nochmals eindringlicher darauf aufmerksam machte, dass gerade dieser Verweis auf die frühere Antwort geeignet sei, schwere Besorgnis innerhalb der Judenbeit zu erreichen, antwortete der Kolonialminister Ormsby Gore: „Meine Erwiderung machte deutlich,' dass ich keine Antwort geben konnte. Die' Angelegenheit ist noch nicht entschieden worden“. Die unter dem 22. Juli erteilte Antwort hatte dahin gelautet, dass die Entscheidung der Regierung rechtzeitig e nach wesentlichen Gesichtspunkten getroffen werden würde und dass man sich durch Gewalttat oder Einschüchterungsversuche nicht beeinflussen lassen werde. Die Aufnahme der Ernennung Ueber die Aufnahme der Zusammensetzung der. Kommission und der Erklärungen des Kolonialministers kann zusammenfassend gesagt, werden, dass die Araber im allgemeinen zufrieden sind, während die Juden und die zionistenfreundlichen Kreise Englands den neuen Tatsachen abwartend bzw. skeptisch gege.nüberstehen. Zwar sind die arabischen Kreise Palästi- ■ nas nach wie vor enttäuscht darüber, dass die . Beendigung der Unruhen vor Entsendung der Kommission abgewartet werden soll und dass eine Einstellung der Einwanderung nicht proklamiert wurde, aber im allgemeinen kommt in den arabischen Stimmen Genugtuung zum Ausdruck. Zwanzig englische Parlamentarier richteten, an die „Times“ eine Zuschrift, in der sie erklärten, dass sie für die Durchführung der-Vorschläge, die die. Königliche Kommission im Sinne der arabischen Forderungen erstatten würde, einzutreten-bereit seien. Auch die-in London weilende inoffizielle arabische Delegation begrüsste die Kommission infolge ihrer „Unparteilichkeit“. Gleichzeitig jedoch erklärten die Delegationsmitglieder, dass die Araber ihre Forderung nach vollständiger Einstellung der jüdischen Einwanderung nicht aufgeben würden und dass vor Erfüllung dieser Forderung der Streik nicht beendet werden würde. Die führende konservative Londoner Zeitschrift ..Spectator“ schliesslich erklärt offen int Gegensatz zu ..Times“. „Manchester Guardian“, „Daily "Telegraph“ und ..Mormng Post“, die sämtlich die unparteiische Zusammensetzung der Kommission loben, dass vor allem die Araber mit ihrer Zusammensetzung zufrieden sein können. Alle Kommissionsinitglieder seien, so stellt die Zeitschrift fest, völlig frei von jüdischen Verbindungen oder Einflüssen und es liege nunmehr durchaus im arabischen Interesse, den Arbeitsbeginn der Kommission durch Wiederherstellung von Frieder. und Ordnung so-schuell wie möglich herbeizuführen. ' Zuschriften än dert „Spectator“ Bemerkenswert ist eine Zuschrift von Israel Cohen im Namen der Zionistischen Organisation Grossbritanniens, die der „Spectator“ im Anschluss an ein .offizielles „Dankesvotum“ d.es Obersten Arabischen Komitees abdruckt. ' liier •werden Zahlen und "Tatsachen w iedergegeben, die eine eindrffiglichere Sprache sprechen als ein Appell um „Sympathie für die Sache“. Die A r g u :u e »tat i o n von jüdische > Seite wird m den folgenden Punkten - in ihrem Wesentlichen kurz zusammengefasst: 1. Nur 5 Prozent des Bodens Palästinas ^sincl in jüdischem Besitz. 2. In zwölf jüdischen Siedlungen allein werden 8000 Araber beschäftigt. In manchen dieser Siedlungen bilden sie die Mehrheit, und ihr Lohn ist doppelt so hoch als der. den. arabische Arbeitgeber bezahlen. 3. Von dtyi 656 arabischen Familienoberhäuptern, denen mit Hilfe eines Regierungsfonds von '250000 Pfund neuer Boden für den an Juden verkauften angeboten wurde, haben nur 43 von diesem Angebot Gebrauch gemacht, da die übrigen in besseren Verhältnissen lebten als die Araber auf dem Lande. 4. Die Ausgaben der Regierung für das . arabische Schulwesen betragen 168 000 Pfund, diejenigen für das jüdische Schulwesen 34 000 Pfund. 5. Die Juden, die- 30 Prozent der Bevölkerung bilden, zahlen 50 Prozent der Steuern. 6. Die Entwicklung des Genossenschaftswesens bei den Arabern ist durch die Juden gefördert worden; 70 arabische Korporativgesellschaften sind entstanden. Die letzte Zuschrift innerhalb dieser Diskussion stammt von-William Blumberg. Dieser hatte früher an gewissen Seiten der zionistischen Politik Kritik geübt. Jetzt erklärt er, dass die Zionisten auf seinen Vorschlag eingegangen und einen Verzicht auf den im Oktober fälligen Arbeitereinwahderungsschedule angeboten hätten. (?) Nach dieser Ge&te der Verständigungsbereitschaft solle die Mandatarmacht mit Entschlossenheit das Mandat durchführen, in dun das Versprechen der Errichtung eines National-- heims für die Juden unzweideutig festgelegt ist. Sollte England diesen unzweideutigen Verpflichtungen zuwiderhandeln, so würde dies zu einer ernsten Bewegung der Judenheit und der öffentlichen Meinung der Welt zugunsten der Uehertragung des Mandatsan eine andere Grossmacht führen. Hoch dürfe England nicht seine bindenden Verpflichtungen gegenüber den zwölf Millionen Juden derjenigen Länder vergessen, die im Krieg nuf derselben Seite wie England gelochten haben, einschliesslich der viereinhalb Millionen Juden in den Vereinigten Staaten. Zurückhaltung in jüdischen Kreisen Gegenüber diesen im ganzen freundlichen Stimmen ist die Stellungnahme der jüdischen Kreise und derer, die in dem jüdisch-arabischen . Streit jüdischen Interessen nahestehen, wie schon erwähnt, zurückhaltend Und eher kritisch. Die hebräische Presse Palästinas erwähnt lediglich mit Genugtuung, dass die jüdische Einwanderung nicht eingestellt werden solle." Sie bezeichnet jedoch .die letzten Erklärungen des Kolönienministers, als unklar und besorgniserregend. Die zionistischen Kreise Englands nehmen etwa denselben Standpunkt ein. „Manchester Guardian“ warnt in einem Leitartikel die englische Regierung vor einer zeitweiligen Einstellung der jüdischen Einwanderung nach Palästina. Das Blatt meint, dass ein solcher Entschluss die Schlussforderungen der Königlichen Kommission vorwegnehme Letzte Nachrichten Am 1. August ist. der 20jährige sephardischp Jude Josef .K;fleh in Haifa von Einem arabischen-' .'Terroristen schwer .verwundet worden. Der Angreifer entkam. In Bajit Wegan bei Tel-Aviv winde ein jüdischer Wächter leicht verwundet, als siel, .1.1- "Gewehr eineengl,-dien Polin »teil durch Zufall entlud..'Der Wahl von KfarJIak'oro wurde, in Brand, gesteckt. Abteilungen des, tr-ansjordanischen,Grenzkorps und der Palaslmapoli/er 'haben; mit Unterstützung von ' Ehigzeugen die ■ ■Verfolgung einer Araherhamle ausgenommen, die ans dein Dort Saiiira eine Herde von 63 Schafen fortgelrieben hat.. Die beiden-jüdischen Mil f s - po 1 i z. i st e n Jehoas.h Zoller und Jizcbak Kalischews.ki .w urden am 2. August m der Wäebterbütte von Jeknean t o t aufgefunden. Der Kopf des einen "Toten war durch ein Du.m-Dum-Ge'schöss in furchtbarer Weise zerschmettert. Die beiden Hilfspolizisten hallen, am Abend zuvor einen Inspeklionsgang unternommen.' von dem sie -nicht mehr zurürkgekehrt sind. Zoller, der 22, und Kali.sehew-ski. der 23 Jahre alt wnf, stammten In Haifa wurde der durch sein besonders energisches Ein-ct,reiten gegen" die "Terroristen bekannte arabische Polizei Inspektor Achmed- N.-lif, als er i„ Begleitung eines arabischen Polizisten den Stndtgarlen passierte, erschossen.. Kr wurde ohne religiöse Zeremonien, jedoch unter militärische,, Ehren beigesetzt. Das religiöse Begräbnis war von inoliammedani-rber Seile verweigert, worden. Sämtliche Moscheen blieben geschlossen. Der ihn begleitende Polizist _is! schwer verwundet', worden. Die "Täter sind entkommen. Bei einem Zusaumienstoss zwischen einer Araberbande und Militärwurde ein Engländer verwundet..ein'Araber getötet und ein zweiter'-.Araber verw undet. und.den Arabern den Eindruck vermitteln würde, dass die. britische Regierung wenn nicht überredet, so doch immerhin gezwungen werden könnte. Was auch immer die Kommission feststen.-,, mög-, so sagt das Blatt, das letzte Ziel muss die das sich heraus znsiamlegekommem» und frei beschlossene Aussöhnung de; beiden Völker ... er. .muss eine Beilegung des Konfliktes erfolgen, die" beiden TeMen die Furcht nimmt, eine von dem .anderen beherrschte Minderheit zu sein, und die dem Naiionalhpim die Möglichkeit gibt, sich an der Seile einer aufblühenden ..arabischen ...Gemeinschaft zu entwickeln. Dieses sollte nicht jenseits der Macht von britischer, und jüdischer sfuulsmünnisrher Kunst liegen. Der jüdische Standpunkt Schliesslich lässt sich noch, der frühere Staatsanwalt von Palästina, Professor Norman Bentwich, in „Great Britain and the East“ folgendermassen vernehmen: Palästina sei als natürlicher Treffpunkt von Ost und West immer von verschiedenen Völkerschaften.- bewohnt gewesen. Der Anspruch des jüdischen Volkes, dem Palästina'zweitausend. Jahre lang die geistige Heimat geblieben ist, auf dieses. Land wurde im 111. Jahrhundert.;.von den europäischen Mächten, insbesondere England, anerkannt, und dieser AifSpruch wurde als eines der Friedensziele aufgpstellt. Die; Aratier bildeten zwar bei der-Ucbergabe des Mandats fast 60 Prozent der Bevölkerung, aber es war in dem Land Raum für eine vielfach so grosse Bevölkerung, Palästina könne gleichzeitig für die Juden. und für seine gegenwärtige arabische Bevölkerung -ein Nationalheim sein. Der Verfasser schildert sodann die Vorteile, die die Entwicklung ' der letzten fünfzehn Jahre beiden 'Teilen der Bevölkerung gebracht hat, und kommt zu de», Schluss,', dass die arabischen Einwohner des Landes und die jiidiscbeTT'FSinwolmer und Nr-nein wandere,- in gleicher Weise sich ein blühende.-, Nationalheim schaffen, ihre Sprache und Kultur pflegen, ihre Schulen und Universitäten 'entwickeln und in steigendem Mass an jeglicher .wirtschaftlichen, sozialen und politischen. 'Tätigkeit teilm-hmen können: Dieser friedlichen Entwicklung stehe mir 'die Furcht vor politischer Herrschaft des Hhen über das aridere Volk im Wege. Diese Furcht könne durch das von der Mandatarregierung gegebene und von der Jewish Agency bekräftigte Versprechen beseitigt werden,-, dass beide Völker vollständige Gleichheit der bürgerliche,, und politischen Rechte geniesseh sollen. Von den Juden werde mit Ausnahme einer kleinen Gruppe anerkannt, dass Palästina ein binationales Land sein' muss, in dem die Juden mit den Arabernin Frieden und Freundschaft .-.leben müssen. Anderseits müssten die. arabischen Führer und das arabische .Volk die liefe Verbindung anerkennen, die Erinnerung, Geschichte »nd Glanb'e zwischen dem jüdischen Volk und dem Heiligen Land geschaffen haben. Inwieweit die Araber zu dieser Anerkennung kommen werden, hänge teils von der "Unterstützung der Regierung, teils von der Einsicht und Grossiiiiit des jüdischen. Volkes in Palästina ah, das jederzeit neben seiner eigenen Wohlfahrt auch die der Araber an-tieber, müsse.“ Die Zeitschrift kündigt an, 'las diesem den jüdischen Standpunkt darlegenden Artikel noch eine Beleuchtung-des -Problems unter arabischen Gesichtspunkten folgen werde. ^r0s0o0ojJmewv^ ’ttRNER o^PAL£STINI<tORIENT IIOYI) PALÄSTE BERLIN W 15, ME INEKE STRASSE S!