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Central-Verein-Zeitung · 1936-07-02 · 27 (2.7.1936) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
27 (2.7.1936)
Date
1936-07-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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barouf bin. baß ’>irp .flulturpnltfif. bi* h-5§ jubiidip Weien m>t rrr hellenistischen (flriecfjiid)- TDmiid)?ni tfuifur nfjldimd^eii wollte, am Wider; staub be? q?'epe5tre>:en Judentums, gescheitert sei. Tie gleiche Feststellung trikst Ranke in seiner ' 25sIfCjP(cf)irjitc'. dagegen billigt er nachdrücklich Die. Mariwe'der ','11jC?pn pnI t11£ be? Herobes: ben?ln-' - schluß an Rom. Pi n m m s r n zollt in seiner Römischen . <n^schi'sj-,»e eer ' politischen. Geschicklichkeit , unb .staaakr-mannlsehen Ausbauarbeit be:- IudenT konig? Beifall, aber mit-Abscheu gleitet er überd,e . blutig? Familientehbe hinweg. Cbiiard Mey er ichfreßlich vergleicht in seiner : Ent. stehungsgeschichte bp-> : l> hrnfpnhim? ilin ' mii ben Gewaltmenschender - Revaissancep ein.-.' geschicht- - sicher Vergleich. Der in .'lnbetracht ber öoi'Dol- ' tiere-Nätnr be? riicksichlslosen Ulurpalors vieles: - -für sich/hat. :Inloiern bestätigten bie/angesührienI Urteile ber großen H,Noriker bas Hervbes-Vilb d.etz Iosephus, als'sie ben Staatsmann sehr hoch stellen, bie Privatperson Dagegen einstimmig preis- Neben der Tarstellung des Geschichtsschreibers behauptet die Gestaltung be? Dichter? ihr eigenes Recht. Man muß bin Gorion auch bainr dankbar sein, daß seine Publikation uns die bequeme Möglichkeit gibt, ba? Verhältnis zwischen bem Herodes- Bilb und Iolephus und ber He bbe Ischen Tragödie .'.Herobes und Mariamne" nochmals zu überprüfen. lTer Herodes,. der in Wildes „Salome" autiritt. ist nicht Hervbes ber Große, sondern sein Sohn Herodp? Dlntipas.' Man Nord zu dem Grgebni? kommen. baß Hebbel? gemaltige TraLödie mit Iosephus nichts mehr gemein hat als den Stoff: im Gphalt ii'nd in Der Auüassung ' des Eroiischen ist.-sie grundverschieden. Nio'st He.ro? bes....sondern Mar-igiiinc 'ist Des Hechbel-Hauptfigur:, , TifpnS—des euiaiiziplerte.n ...sreien,Weibes". Das /ist -uorbisch/ faustisch'- im Sinne Spenglers: eine' E bda-Welt i-m judaiilli-orientalischen Kostüm'. Ter ' Herobes Des Iosephu? /wirkt aber 'trotz aller Lchavbkaten dadurch - ergre-ifeub/ baß et; ber ein Leben lang für den Bestaubr,iinD bas Glück seines . Hauses arbeitete und kämpfte, gerade am eigenen Hause unglücklich wurde. Darin liegt seine eigentliche Tragik. Kleine Bildergalerie Im In bi scheu Museum werben, bie Meuerwer- - bungen unb Leihgaben ausgestellt, bie in ber letzten Zeit ben Besitz Der Sammlung bereichern konnten. Nicht nur die Berliner Kunst gibt ihre 'Visitenkarte ab. der Nahmen ist weitergespannt: unter Einbeziehung moderner Künstler im Reich werben bie Fäden weiter und weiter gesponnen., die die jüdische Kunst in aller Herren Länder miteinander verbinden. Ans diese Weise lernt der Desucher des .Gemeinde-Museums die Zusammenhänge kennen, die den europäischen Kulturkreis ausmacheu und gestalten, bie sorwgebend und oufbauenb am Werk sind und bieSvnthese der jüdischen Kunst niib ihrer Fragen erleichtern Helsen. Wie stark Paris in den letzten Jahren der Brennpunkt jüdischer Künstlerschicksale geworden, laßt sich aii verschiedenen Arbeiten in der --Tranienburqer Straße ablesen. Ta hängt vor .allen Dingen -Marc Chagalls „Jude im Gebet". voller Vision, voller Mystik, voller Gebärde. Josef Bato: Gärtner und Gärtnerin Wie viele ostjüdische Begabungen konnte die Seinestadt samnieln und prägen, die meisten von ihnen blieben trotz allem Päriseri'ichen der jüdischen Note treu, im Gegensatz zu jenen Künstlern, die in Frankreich das gefunden, um dessentwillen sie hingezogen: die Erfüllung des Künstlertraumes. de§ Künstlerruhmes, der sie zu jenen., über allen / Grenzen stehenden Phänomen wachte: Man4 Kotz malte jenen „litauischen Bocher", der in Der?lu?-- stellunq Des-Berliner Jüdischen Pinicums zu sehen iift.-em Bild, da? eine andere Ekstatik almet als ' die von Chagall.. Und Moische Kieling. Sohn eines kleinen Schneiders aus Krakau, der ebenfalls / in. Paris^arbeitet. schuf voll Selbstsicherheit,den - , Mann mit der Pseise". eine Erwerbung. Die Die Mttglieber Des Miiseumsvereins ermöglichten. . E? .ist. ein farbig erregendes Werk.-das.vor. uns steht.- besonders die Skala der Bloutone ist von-unsagbarer Kühnheit. Tann halt man weiter Umschau und freut sich an der Berliner Kunst. Ter ganze Zauber des Biedermeier tritt in dem Tamenbildnis von - Eduard Mo g n ii s zutage, einem Aquarell, das ebenfalls aus Mitteln Des Museumsvereins erworben'würde. Bisher war dieser Künstler, der in der Natioualgalerie mehrmals vertreten ist und auch in der Graphischen Sammlung des Krvnprinzenpalais, im Gemeinde-Museum nicht vorhanden. — Im selben Raum hängt L i e b e r - manns .Bauer mit der Kiepe", ein Geschenk von Lotte Fürstenberg-Calsirer. bemerkenswert, weil damit im Museum däs Werk Des großen Führers der neuen Malerei ergänzt wirb: neben den Porträts und dem Spätwer^ „Heimkehr des Dobia?", der Leihgabe der GaNii, des-toten Meisters, nun auch ein Beispiel au? diesem Stoff- 'gebiet. Nebenan dann Th. v. Gosens Heine- Statuette. ein Bronzewerk, dos in Thieme-Beckers Künstlerlerikon erwähnt est. Ter Tichter ist in - diesem Bildnis in dunklem Werkstoff ein wenig genrehast ausgesaßt. wie wir ihn uns eigentlich weniger gern denken. Auch dies ein Geschenk an die Kunstsammlung. Es bleibt.das besondere Verdienst sür die Vpranstalter heutiger Ausstellungen, njvnn sie imstände' sind, neue Ziischreibungen z» machen. In diesem Sinne ist man errreut, von der Muleumsleitung zu hören, daß der Berliner Maler Julius Jacob zu den unfern zählt. Was hat er doch nicht alles zu Papier gebracht! Als vor ein paar Jahren das Märkische Muleum eine Gedächtriisailsstellung veranstaltete, war es nnmöglich. alle Bilder von 'Julius Jacob auszustellen. Vieles blieb in den T-epots. Als dann 1932 das Ermelerhaus. Die Zweigstelle des -Märkischen Museums, erössnet wurde, konnte man aut Grund vieler Jacobschen Berliner Schilderungen mit besonderem Verständnis für die alten Werte das Treppenhaus und die Zimmer, die Stukkaturen und mancl>e andere Einzelheit in der Innen-' - dekovation des friderizianischen Hauses erneuern. - Im Eingangsraum grüßten die hübschen Aquarelle Jacobs die fürPllt-Berlin interessierten Menschen. — Professor Landsberger stellt jetzt ein Aquarell vom 'Ephraim-Palais aus. das der, Maler. Den viel« vielleicht noch gar nicht kennen, von der besten Seite zeigt. Nicht unerwähnt dürfen in der Reihe der Schenkungen zwei Sabbatleuchter.bleiben, die Hed- ' wig und Felieia Isaac der Silber'ammlung überließen. Sie standen in dein bekannten Haus ihrer bisherigen Besitzer in wöchentlichem Ge- - brauch, sie vererbten sich von Geschlecht zu Geschlecht, und dies allein schon gibt ihnen ihren Eduard Magnus: Damenbildnis< Wert. . -Darüber t-r-ii vermögen sidazu an- -zur-gen.- den Spnr-n.judi'cr>7r Gold'Ämiedekunst depNeuzen etwas naher vachzugehen. 0r. 0. B. KunstnachricHlen stalretin ihren Z stell ung -ranzostid' 1400 bi? 19'-". Im Vlai-Hest h e i'm - Rel ch e n b e ausführlich vorbkria i?.?& 'S e l r a m ann verana r i f e r Räumen eine Aus- Pcrrra:? aus der Zen von r ..Gaz^ite d**? B&au>. Arfs*‘ Maker Eduard Einich! ag ein 'Bildnis von 'Nähum bn'.s Der Auknon L voenub-er b:e ieinerzeit' eurte. vetragl .über katra zil ''ein. Wohnkultur/ ' von Viktor Ti'ch. schafren. ..Erinn-runlichst" erwähnt. E ö'kerreichr'chen judrst Mayer- M o 11 o _: Alerander Korda Rewvrandrs zum . wird von Lanaston :q? Innenarchitekt PaustBry ', vornehmliai feine Landfp'nps Köpfchen beste-ben'". Künstler? in «vouache'und laücer'lüte" - als auch von -ndkn. b-'on.bere Beachtung, ust unter der Regie von -alt ' hat. - - Tis -Hauptrolle des Kribgos. den Verwest zitiert, worin der jüdische Dichter, diesem französischen tKeift. der llster die ichliimne Verwirrung stimveg die Geineinichait der Vcenschen nicht stergesien wollte, entgegcnstielt. dei- Krieg sei von Hott, in einem stcsonderen §inn,. und George haste istn. warnend vorgeahnt./ Jetzt erst wird e-r-uns. klar, wie scstr Wolsskelil in tragischer Weise recht statte sti? heute: DelN' was damals iw Lllncksal der Völker öegaun. hat in dielen Tagen seine Folge, die den jüdisä)en Tiaiter dahin rnruckgeinhrt hat. wo sein neues scharfen ihn zeigt. M? mag freilich wohl anders'gewesen sein, daß er es sich einstens dachte: die Ahnung aber hat :hn nicht betrogen.. — Tieies heutige Tchaüen aber oisenharl .die Vedingungslosigkeit der geistigen -Haltung und jener großen Form, die die gemeinsame Arsteit derer um den Meister. auch^K"rwests/ allen anerzog mit ihrem Ttreten immer - iiach einem Höchsten, das nicht mehr.' ästhetisch, soiidern sclion ethisch gcioertel werden-innsz. Ja. non liier au-?'ist auch der neue Wolfske.lü zu verstehen, sein Ausörnch.' ja Äusstruch znm. Jüdischen und Religiösen, -wie diese letzten schweren unerbilllichen und doch troltreielien Strophen ihn zeigen und keinem tonst in dieser Zeit gnädig deichieden.worden sind. Und ivie notwendig inncrlicti idicint das alles gegenlihec dem Geschreibe.- das uns tonst in unseren Kreisen ..über' die'e. ..Stoifc" in den.letzten Jahren begegnet ist! Was Woltskelil in jenen fernen Jahrzehnten mit Verwest und den anderen lehre, ivar Vorbereitung inr seine Vtiiston: und, zuin ersten Vtale.' i'o scheint es. hat dieies große Formitrel'en hei ihm nun seinen gdaauaien Inhalt gesunden über alles hinaus, noas er Brüher, geschaffen hat.. Ter holländische Tichter wird der letzte sein, der dieses, des Gemein'amen denkend, das 'nun erst recht gerade zwischen diesen beiden besteht. nicht anerkennen wird.- - Erklarliclt ist es. daß VermeN über G u.ndolf weniger zu berichten weiß: denn dieser viel Jüngere hat erst später seine Stelle im Kreis eingenommen und ist bei George in man-ellem an die non Wölfskehl getreten, und zwar zu einer Zeit erst, als sich schon die Entsremdung zinischen ilmen und dem ausländischen Freund zu-zeigen'begann. George ist bewußt als ein Mahner'und Prophet den Weg seiner letzten Tichtungen geschritten — deu nun LLoliskelil für uns ihm gefolgt ist! —. stom Ziele des Holländers sich entfernend, der immer Tichtung um ihrer selbst willen nur Aut diesem Wog hat Guudölf den Meister 'begleitet.--Fs kam der treuuende Krieg. Immerhin erhielt der alte Freund über die geschlossenen Grenzen hinweg von Gundols auf Weisung des gemeinsam Verehrten zum fünfzigsten Geonrtslag ein Wnnichgedicht in den .geivvh'nlen feierlichen Mhhthmen. das in dem Buch ganz abgedruckt ist und diese Zeile entlii'Ut: „Tu unverlierbar uns durch Sinn und saug..." Gundols' hak früh .sterben müssen.- ehe die große Gntickfeidung kam: eben, in diesen T ä g e n - s i n' d e s f ü ii s I a h-.r e .s e i t - -d-'e m. Sein Ltzerk spricht sür ihn. das. mehr nls-W'olfsk-ehls. bald schon über den . Kreis liinans ivirkte. Fs ist zu bekannt, als daß es notig wäre, hier ans einzelnes zu verweisen, nicht mir. das; das den Nahmen dieses Berichtes ubeeielfreiten wrirde. Hier sollte nur' die Seile seiner Beziehungen zu Albert Beriven erwähnr werden, der ihn einmal' mit deutlicher Zuneigung ..schlank, liebenswürdig und l'ckilictst' nennt, jo auch ihm ein Tenkmal fetzend: es ist ltzlü. damals, als er ihm ,gerührtnalch der langen Zeit in Heidelberg aus der Höhe seines Gelehrtcnruhmes wiederfiehk. und stell dort von ihm zu George bringen läßt — zum letztenmal. Wie Gundols sich gewandelt hatte inunserer schweren Wandlung, wer will es entscheiden: iver will auch. nur tragen, ob er Wolfskehl gefolgt wäre. Wie müßig wäre -es vor dem Schickial.. das über uns gekommeif ist. und unter dem keiner -weiß, wohin es ihn 'elstst snllren wird. Nach allem darf es aber nicht den Anschein behalten, als verleugne Wolfskehl nur ganz seine, unsere Vergangenheit und.seinen Weg bis hierhin. Wie sollte ein Mensch.'ein Dichter wie er. alles vergessen haben und wie gar nicht mehr wisl'l'n wollen, woher er kam und I'o geworden ist. wie wir ihn heute sehen. Albert Derweh wird auch die folgenden Worte ans einem der ..Aufbrnch'RGedichte des jüdischen Dichters lesen und ihren inneren Klang bewegt hören: ' ..Doch keiner, keiner von uns/allen Vergißt, zieht er gen Morgen fort. Was einmal'.ihm. ins Herz gefallen: Ter Liebe Tn. der Worte Wort. Ter Worte Wort, vom Meister stammend. Der Liebe Tu aus junger Zeit —7 Ihr beide, heilig in uns flammend. Seid Stern und Stärkung und Geleit." - Heinrich Hersch -Criguiaie werden bekanntlich - immer seltener. Ilm io lebhaftere Aiismerksamkeit verdient anläßlich feines 75. Geburtstags am ll. Juli dank seiner urwüchsigen Art und Vielseitigkeit Heinrich Her'chi Eine Stunde im-Biedermeier'alon de? keiner Jahre spottenden. Geist sprühenden Feuerkovses bleibt dem Besucher unvergeßbar. Von den Wänden des an llrväterhausrat reichen Gastzimmers grüßen träuineriiche Landschaften. Silhouetten. äusdrucksvolle Schauspielervortraks u. a. von Friedrich Hanse mit persönlicher Widmung, vor allem zahlreiche Bildnive von Friedrich dem Großen, d-r sich in einer der brieflichen Kostbarkeiten Hersch? durch eine Berufung ap den Schutz Gottes durchaus nicht als .Freigeist" oüenbart. Vitrinen zeigen nur befchaulichem Ltolz ihre Porzellan gestalten. Glasfiguren, goldumränderten Tassen, elsenbeinernen Relief?. Fächer. Medaillon? und manch andere zärtliche Erinnerung an idyllische Tage. Eigenhändig aus Schutthalden ausgegrabcne und " liebevoll wiederhergestellte Taschen, sowie Spiel- und Standuhren kicken rinasum ihrem Retter Tank und erzählen der Stille den Lebensroman eines ausnahmsweise liebenswürdiae-n E-a-nbrodl-r?. der sich als Sobn 'des B:wnend,2';-rs der ..rcnnÄ:sst" bereit? durch ke-ne '-eli'chs Ero''chast zu den'Alu'en hangezpgcn vuoria*-" - ..Ta? Lob der Torheit"' au? vsrdsin'chte. - Tarn vero'stmltm:? der Dierund-;wanzigiak.r:ae -r-ev'alls in einem Bändchen der Rsc.'am-Brhl-othek st:n? N-berstriung aus dem Carlo?".' der Sm:u?r oekrnnt.ich den SroG zu - Aribur SiNierxleir.

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