Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 27 (2.7.1936)
- Date
- 1936-07-02
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 27 *3. Beiblatt Glanz undLUnglück des Hemdes Bemerkungen zu einem Buch. Von Dr. Fritz Friedlaender ' In einer soeben erschienenen Publikation bat Weltmacht Nom -mit■■■mnlimnv zü erwebren nerv E ma nu e l b in Go r i o n seine ertragreiche Bemochte. Wa'arend de- Tlfrvunvisle- .zwisweu zwei nüihung fortgesetzt., den großen jüdischen GeschichlcE . Erben der inedergehenden baemon.aiichen Tyuastle schreiber Flavins I o s e p tz u s im- und unserer > batte der Römer —- e? war Pompepis — kure sieg- Zeit vernehmlich zu machen. Nachdem er bereits gemobnte Hand aus da-? Land gelegt. Zn dieser in einem früher erschienenen Bande die Möglichkeit Wendezeit sührte realvotirncher Instinkt den einer Beurteilung jener vielumstrittenen Person- .. Herodes in die Höhe. Er erkannte, daß ein Widerlichkeit geschaffen hatte, indem er aus den eigenen stand gegen die Weltmacht Rom an-sichts!onud . Schriften des Josephüs eine ungemein reizvolle dahA eine freiwillige Unteriversung der sicheren Selbstbiographie zusammenstellte (Nr. 9 der Vernichtung vorzuziehen sei. Ties war der große Schoeken-Bücherei). ist er nunmehr in ebenso frucht- und glüekliche Leitgedanke feiner Politik. Tnrch die bringender Weise darangegangen, aus den beiden mcichtjge 2Pnüenhilfe-der Römer, als Schützling des . großen Geschichtswerken des Iosephils — der „Ge- Antoniu-, gelangt er auf den König-tyron. Noch schichte des Jüdischen Krieges" und den „Altereinmal droht ihm Verderben. Teu'n in dem Kamps tümern" — eine Lebensgeschichte des Judenkönigs um die Weltherrschaft zwischen .An ton in? und L Kätzerodes und seiner Familie herauszuheb'en und zu vian steht er auf der Teile des untergebenden Aneinem einheitlichen (Samen zu verbinden: Flatonius. seines einstigen Beschützers. Aber wiederum vius Joseph us „Das Buch des Heist das Glück ihm hold. Lktavian. der nachmalige r o d e s " (Bücherei des Schocken-Berlags. Nr. 58). Kaiser Augustus. gewährt ihm nicht nur Ver- Es Erübrigt sich fast zu sagen, daß der schmale Baud zeihung, sondern wendet sogar seine Gunst in übermit derselben wisfenschastlichen Sorgfalt gearbeitet reichem Maße ihm zu. Das gute freundschastliclie worden ist, die wir als ein Kennzeichen der literari- Einvernehmen mit dem allmächtigen Kaiser wird schen Produktion hin Gorions im allgemeinen fest- - zum Rückgrat seiner eigenen Machtstellung. Nun zustellen, erst kürzlich Gelegenheit nahmen. Ter steht er aiif der Höhe der Macht. Glanzvolle Uebersetzung darf das höchste, wenn auch etwas ge- Bauten — der Tempel de- Herrn ersteht von - - meiuplätzige Lob zuteil werden, nämlich, daß sie sich neuem, verfallene Städte wachten wen audem wie ein Original liest: allenfalls wird man durch Boden —. reiche Spenden, Weihgeschenke, so auch einige ungewöhnliche Wendungen — ..Tochtermann" eine dauernde Stiftung zugunsten der Llnmpischen (statt Eidam, „Ursächer" statt Urheber oder Ber- Spiele, geben von der Pracht seiner König-herrurfacher — daran erinnert, daß man es mit einer schuft Kunde. Aber da- Volk steht murrend bei- Uebersetzung zu tun. hat. Die literarische Gattung. feite: es. mißtraut dem Emporkömmling, dem blnr-- unter deren Begriff die angewandte Methode bin befleckten Beseitiger der rechtmäßigen und votl's- Gorions fällt, möchten wir als „Dokiimenten-Biotümlichen ha-monaischen Dynastie. Ueberdielallen graphie" bezeichnen. Denn im Gegensatz zu der die großen Geldausgaben des Königdem Volks mondänen ...Zitaten-Biographie". die ein buntes zur Last. Und vor allem ist dieser gewalttätige Mosaik von 'Allssprüchen des Dargestellten und Usurpator kein vollbürt'ger ,,udc: denn er eatseiner Zeitgeliossen in die biographische Erzählung stammt den ^dumäern (Edomitern >. einem Bottshineinverwebt. also eine Mischform aus Zitat und stamm, der erst vor geraumer Zeit unterworfen eigener Zutat herstellt, läßt bin Gorion den antiken und gewaltsam zum Judentum bekehrt worden „t. Historiker uneingeschränkt sprechen, er selber be- Aber nicht von dort her droht ihm Unheil. Denn schränkt sich aus eine einführende Vorbemerkung und. fest ist sein Sinn,-stark seine Hand.' schlagfertig auf'ein kurzes teils deutendes, teils rechtfertigendes seine Kriegsmacht und geordnet.die.Verwaltung des . Nachwort. Jedenfalls hat seine unbestechliche Staates. Die Schläge des Schicksals trafen ihn tn Methode weit eindringlicher, als die gefallsüchtige seinem eigenen Haine. Um den vom Volk emp- Zitaten-Biographie es vermöchte, es bewirkt, daß sundenen Ntongel an Echtbürtigkeit zu tilgen, hatte ° der Lebensroman des Königs Herodes des Großen, er eine Prinzessin aus dem hasmonäischen Königs¬ und insbesondere seine Familientragödie, zum Hause, Mariamne geheiratet. Das war ein bedenkersten Male in seltener Geschlossenheit und tragilicher Schritt, kennzeichnend für den waghalsigen scher Wucht zu dem Leser spricht. Und das neupolitischen Spieler. Tenn durch List und Gewalttat gewonnene Bild der problematischen Persönlichkeit auf den Thron gelangt, mußte er auf der eindes bedeutenden Judenkönigs fetzt uns wiederum geschlagenen Bahn sortschreiten. Als echter Tyrann erstmalig in den Stand, die tragische Verkettung um die eigene Sicherheit stets besorgt, von Argwohn seiner Lebensumstände zil durchschauen, die einheitumlauert, von Mißtrauen gequält, schreckt er nicht Ische Linie des Geschehens zu erkennen und danach . davor zurück, den Großvater und Bruder der eige- Schuld und Schicksal voneinander zii scheiden. neu Gattin ermorden zu lassen. -So hestig war seine Die Jugendzeit des Herodes fiel'in jene Epoche. Furcht vor den Ueberlebenden deshasmonä'ichen in der das kleine jüdische Reich.' der selbständige -Hause-. Wie hätte Mariamne, obwohl der König ( Judenstaat' der Makkabäer, (auch Hasinonäer ge- - sie leidenschaftlich liebte, die Erw.ordüng ihrer nännt) sich der drohenden Umklamnieruug dnrch die Blutsverwandten gleichmütig hinuehmen können! Der Bruch'war unvermeidlich: .die Mutter und Schwester des Herodes. wegen.ihrer niedrigeli"Ab- ,- kunst voll MgriaUine verachtlicl, behaudeu.femirten den Brand: Folgende Veriv.icktuiig führlechir Kirta-z .sl.rophe:' als (Herodeserjtm.al? - zii iAiigiiüiireiste, in lliigewißheit.. .obex,: wegen, ''einer .Früheren •.( Parteinahme für 'Antvniiis' - die- Verzeipai'ng ' des (.. . Siegers erlangen, werde, gab er. den -Gebeunbefeht.. . im Falle seni'e- Tode- Ntariamne ebenfalls zu toten. Mariamne. ohnehin argwöhnisch., erfahrt von dem ' Plan: fetzt steigert sich ihre Feindsetigfelt zu un» . .versöhiitichem Haß. Dalluvermeidciche geschieht: Herodes heiße Liebe schlägt iu ivitde hput um: Zoriieiitbraniit leiht er einer Verdächtigung, die seine Schwester Salome ihm zuträgt. Gehör. Ptari- . ämue haben ihii vergiften lassen wollen, Er macht der Gattin den Prozeß.. Stolz stirbt die Königin, Im zweiten Akt des düsteren Trauerspiels sind. die beiden Söhne, die Mariamne ihm hiiiterließ. die leidlragendeii Akteiire. Sie konnten nicht uni-' hin, in der Person de- Vaterden Mörder ihrer' unschuldigen 'Mmter zu verabscheuen. Zu dieser begreiflichen -Eiitsremdiiiig kam ein Bruderzwist im Haute de- Herodehinzu: ein dritter Sohn des Herodes, naiuen- A'.itipater. der ihm. in friihercr Ehe vor der Königszeit geboren worden war. von Neid und Haß gegen die legitimen Prinzen verzehrt, läßt, keiiie Gelegenheit verüreickfeu. die Brüder beim Vater .wegen angeblicher Antchch^e zu verleumden. Ein Bruder des Herodes sowie seine Schwester, schalten sich in das Jntriguenspiet. ein: einer hetzt gegen 'den andern:, es ist ein Familienkrieg aller gegen alle. Herodes. von jeder Seite Betrug und Verrat witternd, kennt in seinem Rachedurn uiid seiner Verbitterung keine Mäßigung mehr. Noch ziveimal vermag eine Eiiiwirkung von außen her das Verhängnis. das sich über den Häuptern der Söhne Mariamues .zusammen,zieht. aufzuhalteii. Einmal bringt Kaiser August»? selber.- znm Schiedsmann bestellt, eine Versöhnung .zustande, sodami gelingt dem Schwiegervater des jüngeren Prinzen, ein gleicheznm zweiten und letzten Male. Aber die. Umtriebe eines frechen und niederträchtigen Schwindlers und Schmeichlers, dem Herodes Vertrauen schenkte, ließen das Rad des Schicksals über die unglücklichen jungen Prinzen hiuwegrollen. Aus Befehl des eigenen Vaters endeten sie durch Henkershaud. Antipater, der überlebende Sohn, der am meisten zur Vernichtung seiner Brüder beigetragen hatte, durfte nun triumphieren. Aber er sollte feiner Missetat nicht froh werden. Sein böser Sinn verleitete ihn, Ränke zn spinnen, um mit Hilie Roms zur Herrschaft zu gtilzkugen. - Herodes vereitelte den hochverräterischen' Anschlag:, und -obschon selbst tödlich erkrankt, bchahl er unverzüglich. den verbrecherisehen Sohn hinziiriehten. DannE«Terteilte er an die übrigen Kinder da- Erbe, bestellte sein Haus und starb danach, fast sieozig-ahria. ' Es -ist . eine unheimliche und schaurige Ge« - seheheus'ülle. b:e .üch in der Tragödie des. herodianischen H.iir'es vor uns ausbreitet, verivirrend durch die Vielfalt der J'iitrigueu' uiid Verivicklungen. beklenuueiid durch den Aiisbruch. ineufchlicher Juli 1934 :ü. Leidenfchast uiid Niedertracht. Diese? dunkle Ka« - pikel der jiidiscben Geicliickue stellt in seiner hiitp-, tiidien Tätsächlichkell - nnler aiiderem eine kaum .-glaubwürdige . Vorwegualmie ieijer... diäflerifclien . GestaNung. dar-, dies -das sPhäi'omeu des- Brud.eV Hanes iin"Trauerspiel Shakespeares und Schillers ^esNi'deu hat. VLmii ' aber bmauuel b:u Gorion' -'...in', seinem'-Nachwort .mit voUch» Recht herporlfcm,- -JosepbuS habe .sich., mit 'feiner- Schilderuug des Herodenncl, als einer der große» Erzähler der ngeltliteratur dokmueutlert. so .hatte -er - liiuziifugen.diirienc-daß die peistung'des Piucliöloge» — da- Maß de- Einblicks iu die Verstrickiiugeü der Menscheufeele ---. nicht minder bewuiideruiigS- Würdig ist. Bist einer Anschaulichkeit und. Kraft der Eii'sühluug/ dce geradezu au . Plularck, gemahnt, hat er die ioellgeiclfichtliche Figür de? Herodes vor «ns hingeslellldieie-r JudenkönijZ,. den die Gesclnehle mit dem Beinamen .-.der wroße fchmückte, istein hervorrage:ider Staatsmann, ein tapferer Krieger, ei;i Förderer der '.Kultur gemeseu. Aber ^das böse Gewissen de- Tnraunen ließ ihn zum' sinslereu Iluhold iverdem der die Bande der Natur lnißachlete und dadurch „sich selber schlug. Jofeplmerweist .sich iu seiner Reiche Erfahrung in Ausstattungen jeder Ausführung! '•Unverbindliche Beratung DORA APFEL « Wäsche-Atelier BerlinW15.Kurfürstendomm210,a.d.UMonditr. J1 613» Eharalleristik des Herodes aber' nicht mir als. glänzender Erzähler, sondern amst als t,esbv!,reu-' der Denker, der dem Siuu der Gesclielinisie »achspart. An einer sehr bedeutsamen Stelle wirst er die Frage aiii. ob unverdientes Sctiicksal oder eigene Versehiilduiig das Uiiglnck d-e- Herodes bewirkt habe. Als aufgeklärter Skeptiker distanziert er'sich deutlich von. der' ,'iaiven Volksiueimmg. Herodes sei wegen seiner Ilngläiibigseit mit Iliiglück gestraft worden: aber andererseits spricht er ihm in lleberemslimmung mit der stid-ischeu Satznng^ die die sittliche Beraiitinortliehkeit de- Einzelnen lehrt, von einer Sclpild i'ic!>t frei. Ter ällgemkinen llelning. die Handliiiigsweil'e des Herodes aus der -Zwiespälligleil seines öharakters zw erklären, widerspricht er. Plaßlose Ruhmbegierde, habe-vielmehr Herodes'verblendet und auf eine abschüssige Bahn gelenkt. Er sei unglücklich geworden, weil er ..ei» Sklave seine- Zvrnes. ein Selbstherrscher über da- Recht", das heißt eil, Thranii ivar. Im Baiiiie dieses Endurteils steht das Charakterbild. das die neuere Geschjclftsschreibuirg 'von Herodes eiilworfeu i,at. Bin Gorion veriveist auf die breitaugelegte Schilderung. die Emil Schürer in seiner „Geschichte des jiidischen Bvlkes im Zeitalter Jesu Ehristi" non der Regierun'gszeit des Herodes gegeben hat. Aber neben dem vortrefflicktz-n Spe.zialfvrs.eher verdienen einige Urteile, weil sch von 'Meistern der bsesä>ict>l-sctirelbung herriihreii, be>iclftet zu werde,,, '.fohaiine» v. Müller rühmt in inner an tie'e,, «chnsichtei, reiehen )>üe>!gescliicl,te Herodes als .(einen ungemein tätigen niid. weltkliigen Herr», .dessen Gott bald Antonius, bald Angusius war". Er weist auch Um WolfskeM imd Gundolf Von Jakob Picard Als wir die ersten Gedicht-bucher Stefan Georges in die. Hände nahw.cn. wie seltene Blumen -zuerst, deren Aufblühen wir doch längst, erwartet hatten', und ihre gLheimnlsvolle Wirkung verspürten, unter ihnen aber vor allem „Ta- Jahr der Seele", dawohl die reinste.Lyrik diese- Dichter-.enthält, begegneten wir darin unter jenen Widiuung-gcdiü'itcn. den „flüchtig' geschnittenen schatten" der -Freunde, wenigen Zeilen, die überfchricben waren mit den Initialen A-. L. und so begannen: „Ihr ahnt die linsen unsrer wetten die bunten Halden mit den. rebenkroueu". . . . damit offenbar einen Fremden ansprechend. ( Und dawaren, wie wir bald und mit dem Erscheinen.deweiteren Werkede- Meisters, den Nachdichtungen anden fremden Sprachen, ..Zeitgenössische Dichter", erfuhren, die Anfangs-'. buchstaben de-sttamendeholländischen Dichter- A l b e r t B e r w e p . den sm gut wie niemand' damals an Deutschland gekannt hatte. — NMn ist er uns heit langem vertrant geworden aus dem Berkehr mit den Publikationen des ..Kreises".-, und wir finden es fast selbstverständlich/daß in diesen Tagen lein Buch erschienen ist: „M e i n B e r h ä l tni s zu Stefan George, Erinnerungen aus den Jahren 1S95—1928" (Heitz & Eo.. Leipzig. Straßburg. Zürich), weil wir immer das Gefühl hatten, als gehöre dieser . ausländische Dichter wie nur einer mit zum -Kreis. Das Buch, schon vor Georges Tod geschrieben. ist, nicht eben umfangreich: und doch müßte es, genauer, einen Titel trägen, aus dem man entnehmen könnte, daß es mit derselben Eindringlichkeit 'die Beziehungen dieses holländischen Freundes zu den anderen Gliedern der Schule darstellt., wie zum Meister selbst. Tenn, wer darum überhaupt weiß, kennt auch die enge Verbundenheit aller aus dieser — mag man dazu stehen wie man will — einem hohen. Ziele nachitrcbenden (Lcmeinschaft künstlerischer Menschen, die inuner in sich eine Mission fühlten und sich danach führten. Zii ihnen-gehörten Kart W o ls-s t c'h l au vorderster Stelle und Friedrich G n n d o l i. die jüdischen Dichter, neben den andereii. Und gerade sie erwähnt 'Bcrnoen 'sehr ail-sü'hr:ich. ja er mußte es. weun er Anspruel) dm.aut erheben .'wollte, histo-risch wahr zu sein: fpriciit er doch selbst von Wolss-teh! als von ..«sieorges äitestem und,treuestem 'l'iuav.'-e-tcv". Und Gundolf. der in seinem Schaffen über den Kreis hinandie große Rolle später spielen, sollte, ist George durch den alteren Wols-kehl zuge'sührt worden, wie wir gerade andielen Aufzcichnnngen erfahrcit. ' Zunächst fei die allgemeine Haltung dieses' Ausschnittans den '.Lebenserinnernngen des nun greisen Holländerbetrachtet. Al-'Ganzeoffenbaren sie siel) als eine menschlich würdige, ja gütige Nechtfertigiing des Berfaners vor Zukunft und Geschichte, lnsbe'pnderc gegenüber der Darstellung.' die 'der eigentliche Gefchi'chrs-. schreiber des Kreiies. Friedrich Wolters, in .. seinem.-oorlänUg umfangreichsten. Werk'über' dieie.geistesge'-chichtliche Episode, die heute noch fortwirkl,- „Stesiru' George und sein Kreis", schon 1929 gegeben hat. Ja, sie. wirkt iort. obwohl sie schon Geschichte, wtd d:e Zeit über. die Vtenichen hingeschritten ist. die damals so gewirkt haben: tot sind manche, und über andere haben die Ereignisse, den Schleier ge- . breitet, als sei. was damals war, ein anderes -Leben geioefen. . ' Benvey.' der vor zioei Bcenscheitalkern wieder erkannt und erschöpfend begrünöet hat: ..Niemand, der nicht- Großes in seiner Seele hat, ist Meister über die Sprache geworden", und George, den das niedrige Getue der Naturalisten und Epigonen zugleich anwiderte, fanden sich, als sie über, die Grenzen hinweg nach Gleichgesinnten suchten, die genau wußten. - weshalb sie höchste Zucht der- Sprache und dabei Geheimnis innerer Munk vom Dichter forderten neben dem Bewußtsein einer Nciision. Es war jene Zeit, da der vor einigen Wochen gestorbene traitzösische Dichter Henrh de Nägnier m:t. seinen -Kameraden an icincr Stelle lieh zu. ähnlichen Zielen verband, die sie-Symbolismus nannten: vor allein war es der.nun beinahe achtzig,ährigejüdische Dichter' Gustave K o. h n . der Beriaücr der ..(.' o n t <> s suis >:nd o v v cci ’ 1 > ,i- :i e I". der dort mit ihm siihrend war. (Niehl' znsällsg aber hat -Stefan (sieorge aiich von Strophen Heu ns de tlst-giuers N'aelidichtimgen. geietiasfen, wenn es -.'aucha-s leichtsertig bezeichne: ,verden'muß.-nun eae-ino ihn und'.leine Freunde ichleeisthin Shmdolisten;n nennen, wie es oft geschah. - Der ältere Freund schildert, sich erimternd. Mit rührender Drei:e-das. was sie verband und -was insbesondere' jhn" leitete und i'iber das G-rab dort im Süden hni-aiiheute noch. eint, .bei allem Beim-ißtsein. der volkhaiten Bersthiedenarrigkcit. Es .wird dabei deutlich, daß 'Berivey wohl.' obgleich er in seinem Schassen an sich selbständig geb,reden ist. aus dem Erlebnis dieser 'Fpe-indichalt' mehrgehabt hat als die andere Seite, einer Freundschaft des Lebens, -die .er änet, heute nockl so. nennt., obwohl'er. oon drüben am- Ende ans' einem 'Nci-ßverständni-' heraus Ablehnung erfahren hat. Tiefezn klaren, ist da- -otfensichtliei,e Hauptziel .des Bruchessi es ge'chieyt - überzeugeud' mit bewoiskrä'"igen Doturnenten,. indem durch diese ein B o vw u v f von Wo'terin -seinem oben, erwähnten -mn'angrcrchcn Werk sehr deutlich, ja 'mit lzarten Lvortcir widerlegt wird, ebenso-wie- .'in c.nein Briet, den Wwls-kehl nach. Kriegsende im Auftrag (äcorges an ihn geschrieben, hat, den. des geistigen Lstrrats während 'der nngeheuren Pritst.'na der vier Jahre und später. - - Dar Buch von Berwey-muß als das aiissehliiß-- - reichste beze-chuet werden, dafeit Georges Tod in diograpin'cher Art über den Kreis erschienen ist. übrigens auch als das Sympathischste, wenn w:r es vergleichen enva mit den Auszeichnungen von. Sabine Lepsin- und' anderen. Und wir erkennen'daraus wieder die kstri'mde. weshalb allein das Ta- und So-Sein emo? Meufch-n :v:e <äcorge und der Besten lim ihn erziehen'ch - und als Vorbild wirken mußte auch auf solclie ans lener J>egend, die nicht zum -Kreis" aellörleii. . . Vor allem aber ist di'eies Buel, für »ms: besondezs'wielilig. we:! es. nue schau.augedeulet. über- -Karl Walsslehl und lsiimdols Bedcnisames berichte!, ja melzrals über andere aus der Ge' meinst!la>t. Ergreiiend nun f'.ir uns. das; diese Eri'uuern'ngcii gerade iu den Tage-n eejcheulen ninsill». da,zugleiell em andere^llüerk neu und erweitert in sorgsayistei Alifmaclpmg lleracisgefymuieit. ist. Woli-lehls eigenes «siediehlviich „Die S'lunme spricht" «Schockeii-'TK'rlagi. das mehr ist als nurem Buch, eine Dichtung, nm e-s gleich zu sägen:, ein Tolunceut in die (Zeilen. Auch Llerwey wird, eben des geni'einsa'.n (Gelebten densend. gerade von diesen Strophen besonders gerührt''werden. - r-Z-nyerfieh!!ic!i glaubenwir.--' d>iß er sie nicht ohne lllntivort laiien inicd, diesem ----- Bcnvayrer ber heiligen Fl.annne..gegenüber, die über die lärenzen lsin oerbind.e-t; und wir - ne-ihnten es als einen Trost. Denn ivie-viel non einer Änlivorl stc-Ist' schon, vorweg ge- -' nonlinen-. iit seinein' «rrinneru'ngsbiuh, von der er-lc n austicifr!!cl)en - Erivälinnng- "des .-jüdischen Dichteran. wobei er so lg ende? Bild von -ihm gibl: ..Doch war anel, Wolfskehl-. . . ein Niitiinvnnder." Und aus einem Brief-über il,u: „Seine Fia.ur und sein.Kops sind die eiin-s grieckstiUsi-tk. llkeigentänzers. ' eines: Bacchanten, eines von -D ionyivs- Besessenen. mit großen wie Edelsteine spiegelnden ßAugeu und eiinuu großen, roten Ncund. Er ist lang, schl.nif und geschmeidig, hat einen (leinen Kopf-mit einem seiurotbloudeii Bart und schwarzen au'ichla,igelnden. Locke c . aii der ^lirn. GeiUreirl) und-1iebeiisivurdig, lvird er dies letzte, muh inryr durch ein plötzliches ungeduldi-gi'-s Stvllern. I't . ift fhr kurzsichtig. Seine Verehrung tnr Eworge ift grenzenlos." Das ift nur eine der Stellen, an denen Berwey von Woliskehl spricht, die zahlreich sind. Erwähnen mnsien wir jenen Brief Kart Wolt-kehls an tsioinain Molland . in der „Frankfurter Zeitung" ans den ersten Tagen