Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1936-06-18 · 25 (18.6.1936) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
25 (18.6.1936)
Date
1936-06-18
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2277379-2278137-2278162--10973-2291146
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

7 Polen Die Zerstreuung der Juden über die Erde (XXXXl) '■ - (Nachdruck ottboicn.) In der Rangordnung der selbständigen Staaten steht Polen innerhalb und außerhalb Europas -.mit dem prozentualen Anteil seiner jüdischen Bevölkerung an erster Stelle. Mehr als drei Millionen Juden leben in diesem Lande, nahe bei 10 .Prozent liegt die Quote seines jüdischen Volksteile-:-. - - Diese/ Größenordnung ist dass Produkt einer Geschichte von mehr als acht Jahrhunderten. Ein Herzogs von Kalisch ließ die Juden zuerst eine Zuflucht findein als sie, aus deutschen Landen -in Massen flüchteten. In ihrer Sprache haben sie als bleibendes Merkmal.bis auf die heutige Zeit und weit über die Grenzen Europas hinaus die Grund-. formen deutscher Sprache in ihrer damaligen Gestalt erhalten. Die zahlenmäßige Entwicklung des jüdischen Vvlksteils läßt sich mit einiger Sicherheit wenigstens vom Anbeginn des vorigen Jahrhunderts an verfolgen. Man schrieb das Jahr 1815. als das Großherzogtum llüarschau als Königreich Polen Unter Wahrung seiner .Autonomie mit Rußland vereinigt wurde; damals bezifferte sich die jüdische Äolkszahl auf etwa 210 000 Menschen, das waren etwa 8 Prozent der entsprechenden Gcsamtbevölkcrung. 1831 ist die Zahl auf rund 375 000 angewachsen. die Quote auf dicht an 10 Prozent, 1846 lebten in Kongreßpolcn rund 540 000 Juden.' 1880 hat sich diese Ziffer auf-über eine Million fast verdoppelt, 1883 hat sie nahezu eineineviertel Million erreicht — und 1897 bezifferte sich die Zahl der jüdischen Menschen nach amtlichen Quellen auf 1316 000, das waren etwa 14 Prozent der- Gesamtbevölkerung. Stach dem Kriege wurde Polen selbständiger Staat-, als es 1921 eine Volkszählung durchführte, ergab sich eine Gesamt-- bevölkerung von über 27 000 000 Menschen, unter ihnen waren 2 845 000 Juden, d. h. 10.5 Prozent. 1931 wurde wiederum ein Census veranstaltet, aber die Ergebnisse für das ganze Staatsgebiet.war nicht greifbar, so daß man bei der Betrachtung des jüdischen Svzialkörpcxs in Polen noch auf die Zahlen von 1921 angewiesen ist. Zur die Zeis nach der vor fünf Jahren erfolgten letzten Volkszählung liegen halbamtliche-Schützlingen für die einzelnen Minderheiten und religiösen Bekenntnisse vor. Danach ist für die G p g e n w art ( 1936) mit r u n d 3 150 000 I u d e n in Polen zu rechnen, das find bei der auf etwa 33 500 000 angewachsenen Gesamtbevölkerung rund 9.5 Prozent. Dieses außerordentlich starke Ansteigen der Zahlen innerhalb eines Zeitraumes von eineinviertel Jahrhundprten ist trotz einer starken Auswanderung eingetreten, die einsetzte, als nach mehr als einem halben Jahrtausend einer relativ ruhigen Entwicklung und Entfaltungsmöglichkeit die' Periode der Verfolgungen im zaristisckzen Rußland begann: Millionen russischer und polnischer Juden flüchteten damals nach den Vereinigten Staaten (hinsichtlich der zahlenmäßigen Größenordnung vgl. Abschnitt XXIX/1 dieser Serie), diese Juden aus Rußland und Polen sind es. aus deren Schoß die weit überwiegende Mehrheit der 4!-; Millionen jüdischen Menschen stammt, die heute in USA leben. Die Juden Polens wohnen innerhalb einer überwiegend (zwei - Drittel) katholischen Bevölkerung. sie haben sich durch die Jahrhunderte inmitten der Polen und der vielen anderen osteuro» päisclien Nationalitäten ein sehr - ausgeprägtes Eigenleben erhalten, das an den meisten Lrten heute noch das Jahrhunderte alte Ghetto erkennen läßt, und äußerlich und innerlich daran anknüpft.. Hier liegt die Quelle des jüdischen Lebens im Liten. . hier wachsen die Zehntausende jüdischer Kinder auf, die in jedem Jahr geboren werden, hier wurzelt die große, ostjüdische Fruchtbarkeit. die bis in. - die neueste Zeit hinein die jüdischen Massen anwachsen ließ — trotz der Not und des wirtschaftlichen Elends. das leider auch das Merkmal der lebenden Generation der Polnischen Jsiden geblieben ist. trotz der Auswanderung, die nur in seltenen Fällen die Hoffnung auf eine innere Befreiung erfüllen konnte..., FürH h o he Fru ch t b'a rke i t der Juden Polens liegen in neuester Zeit erakte Angaben vor. Geburtenverfalls sichtbar erkennen lassen. Der Bevölkerungszuwachs bei den Juden steht überall in engem Zusammenhang mit dem der Umwelt, io auch in Polen, aber hier war er bei der nichtjüdischen Bevölkerung stets noch höher. Nur im Vergleich mit den südi'chen Volksteilen anderer Länder steht der Geburtenüberschuß in Polen auch setzt noch in dpr ersten Reihe. Vor etwa 50 Jahren (1889), kamen im Warschauer Bezirk aut' 1000 jüdische Einwohner 31 Geburten, bei der christlichen Bevölkerung dagegen etwa 44! Diese Zahlen sind beide stark abgesunken. 1934 kommen nach der amtliüien polnischen Statistik aut 1000 Personen der Gesamtbevölkerung 26 bis 27 Geburten, 'oei den Juden allein nur 20 bis 21. Einen gewissen Ausgleich schasst die verschiedene Häusigkeit der .Todesfälle, die bei den Juden lwuierkeiiswert geringer ist als im Durchschnitt der Bevölkerung, . Dadurch liegen die Ziffern des natnrlict)e,i Bevölkerungszuwachses des jüdischen Sektors nicht in so weitem Abstande unter dem allgemeinen Niveau, ivie dies sonst der Fall gewesen Ware. Im Jahre 1934 kam aus 1000 Menschen ein Geburtenüberschuß (über die Todesfälle nämlich): bei der ganzen Bevölkerung Polens von 12,1, l»pt den , Juden von.nur 10,4. Entscheidend für die giinstigere Sterblichkeit in der jüdischen Sphäre ist vorwiegend die v i e l n i e d r i g e r e - S ä n g l i n g sft c x b 11 d) t-e i t: Innerhalb der Gesamtbevölkernng kamen im Jahre 193« über 14 Todesfälle von Säiiglingeu auf 1000 Atcnschen, bei den Juden nur weniger als 5! Imponierend im Vergleich zu dem ^fortschreitenden Sterbeübersäuiß der westeuropäischen Judcnheit bleiben die absolut c n Geburtenzahlen im iüdiscl>en Volksansschuitt Polens. Im Jahre 1923 ,wnrden noch 68 000 jüdisctzc Kinder geboren. 1925 »och 03 000. 1929 59 500. 1934 ist sogar wieder eine kleine Erhöhung alls 63 000 festgestellt, die sich jedoch teilweise aus statistisch-technischen Gründen erklärt: die Stngaben der früheren Jahre sind nämlich für Mittel» und Qstpolen teilweise unvollständig, weil die Registrierung dort lauge auf Schwierigkeiten stieß. Dieser Mangel ivird allmählich behoben, und so ergibt sich daraus eine etwas höhere Zahl für die neueste Zeit. Seht man die Zahl der Todesfälle von den Geburtenziffern ab. so ergeben sich für 1929 fast 40000 Juden als natürlivl)er Zinvnchs. 1934 ist der entsprechende Wert immer noch 32 350. Diese Zahlen illustrieren die guautitativen Reserven der jüdischen Menschen zahl, sie beweisen das Gottvertrauen einer gläubige» Judcnheit — trotz unbeschreiblicher Verelendung in physischer Richtung. Diese wirtscliaftliche Not ist um jo größer, je stärker die städtische Ma s s i e r u u g Ist. Iu 22 großen und größeren Städten Kougreßpölcns und in 10 Städten Galiziens allein lvohnen etwa ein Drittel aller Inden Polens,; dabei ist zu beachten. daß es in Polen insgesamt mehr als 600 Städte gibt, in denen fast durchweg Juden in einer Quote wohnen, die über dem Landesdurchschnitt liegt. Die größte jüdische Gemeinde ist die in W arschau , wo gegenwärtig rund 320 ooo Inden lvohnen. Da die polnische Landeshauptstadt eine Einwohnerzahl von rund 1,2 Milliviien hat, bcdeiktot dies eine jüdische Quote von über 26 Prozent. Warschau hat die größte jüdiscl-e Gemeinde Europas, es gibt mir zwei Städte der Erde mit einer höheren jüdisclxm Menschenzahl: die eine ist New-Pvrk. die andere Chicago; die letztere liegt jedoch hinsichtlich der jüdischen Einwohnerzahl in ihrer absoluten Höhe-nur wenig über Warschau. Der Gesamtem,vvhiierzahl nach übertrisft Chicago . die polnische Landeshauptstadt um mehr als das Doppelte. Außerordentlich ist das Anwachsen dieser Stadt. 1856 stellt die Statistik weniger als 3000 jüdische Einwohner fest. um die Jahrhundertwende sind es 220 000, und seitdem ist ein weiteres Hunderttausend dazugekommen. Eine» großen Stadtteil für sich bildet die Judenheit llvar'chaus. von der nur ein ganz kleiner Bruchteil sich bis zum wirtschaftlichen Mittelstand eiupvrarbeiten konnte, während das Gros dem ärmsten Großstadt- Proletariat angehört, dessen Lage immer uchwieri» ger wird. Assimilation und jüdischer Nationalis- »ins. religiöser Liberalismus und Qrtlsodvrie, körperstählender Sportgeist und chittelaltcrliche Ghettvcuge. alles lebt in dieser Stadt. llr. E ll-r. (Fortsetzung folgt.) renz angemeldeten Negierungen erwartet — vor-' aussichllich schon im Monat August beginnen. In einer unter dem Vorütz von PauJPerr i ,i abgehalleiicu internationalen Konferenz fiir Ainlrcchl wurden mehrere Resolutionen gefaßt,.in denen die Sicherung »ud Erweiterung des Aiülrectits gefordert: ivird; Tie Resolutionen entlialien Vorschläge zur Regelung' des Recht,sstatus Aus-' , gen'andertcr. Der srnnzonsclle Geiverkichaiisickretar Löon I o» li « u.r■ bcviriitot.c über den politischen Status - der Ausgewanderten und dievon der Konsereiiz vorgeiclilligenen. gesetzlichen. Ni'aßiialuneu zu seiner Verbessern,ig- Ter. bislier inr das A ml recht maß* gelinde Begriff des ..politinhen. FlnäfNiugs' solle -eriveitcrt-werden, und niich dieieingeir iiinfanen, d-e ans Gründen-der Rasse oder-Religion ansgeivandclt sind. ll u t e-r st a a t s s e k r e t ä r L a g r a n g c ererklärte, die sranzoniche Regierung, werde die engherzige Auswanderer, und Amtpolitik der Regierniig Laval von 'Grund auf revidieren. llatlze ALLIGATOR UNSERE VERKAUFSGESCHAFTE. ßcrllD, Tauanttlenatrafc« 16 Hamburg. )uugfcrnatieg 43 Köln a. Rh?> Hohcatrafca 115 E a a a n, Llmb«diatra6a 10 Eaaau. Am HauptbahnhoMO Bochum, Kortumatraia 67 Prankiurt a.M.. Roimarkt 15 Zentral«. OH.nbach a. M : WuppertaOElberield. Henogatrata 36 Arbeitslosenpolitik in USA und Holland Die WPA (Arbeitsloieiihilfsverivaltnng) teilt laut '..Frankfiirter Zeitnug" mit, daß etwa 120000 Ausländer, die zur Zeit Arbeitslofennnterstntznng erhalten, .demnächst von den Unterstntznngslisteii gestrichen und viele von ilnien ansgewieseii werden. Diese Maßnahme stiinint mit einer Forderung des Kongresses nach völliger.Neugestaltung der Uuterstützuiigspvlitik überein. Bisher wurde» auch alle Ausländer ebenso, ivie die Bürger der Vereinigten Staate» von der 2LPA iiiiterstntzt. Ter erste Schritt soll die Ausstellung einer genauen Liste aller betroiseiien Persviien sein, die zweite die-Streictinug von deu llliterstiitznngsllileir . alter zener Perioneu' die nullt b,s zum l-\ ,v)iih' , beantragt Naben. Burger, der 'Berciiiigten Staaten.-, zu lverde»-Bon onizieller Seite wird erklärt, daß che 'Oletirzalil der Belr-oiieue» 11, »»d um 3,'e>v. Pork und a» derürerikaiufchci, Grenze wvhnt. Das Gesetz zur Regelung der Arbeit durch Aiisläuder in Holland ivgt. den Artikel .Das liolläiidli'che Freiiidelirectit" in Rr. 25 der ..C.-V.- Zeituiig"». das bislier »nr für bestiinmle Berufe galt, ist jetzt auj. alle Berufe ausgedehnt worden. Bo» der 2trt'eitsgen.el>»iig>iug. die dauael, erforderlich li'l. find nur lioch Arbeituehiner befreit, die aus Seeschiffe» oder aus , den RI,ei» oder andere i»ter»atio»äte Geiväß'er besalireuden .Schissen besäiastigt sind. Turch diese Ansdehnnng wird besonders, das Hanspersonal betroffen, das »ninneNr. ioioeit es vor dein 5. Juni im Dienst ioar. spätestens bis znin l. Qktpber eine. ArNeitsgeneliiiiigniig braucht und. falls nach dein 5. Jmii der Tieiist aiigetceten ivordei, ist. die Geiielnnignng bis znin 26. Jnni erhalte» haben innß. Auslandsnachrich ten Das Asylrecht Rach den bisher vorliegenden Anmcldniigen werden, ivie die ..>)ta" ans Genf meldet, an der am. 2. Juli 1936 in Genf znsninmciitrctcnden Reglern,,gskonferenz zur Festsetzung des Rechlsstatus ans Dcntschlaiid Ausgewanderter'Vertreter und Beobachter von ctiva zwanzig.Regierungen cnro- - päischer und. einiger - übersecisclzer Staaten teil-- nchmen. ,)»I Riittelpiinkt der Beratiiiigcii der Konferenz ivird die AUsarbeitmig — und. wie an- ..genommenivird. die. sofortige Uiitcrzeichiruiig — eines provisorischen Abkommens über den Rechtsstatiis der Personen stehen. Ans Grund dieses vorläufigen Abkoinniens. das bis zur Untcrzeichnung einer ciidgültigen internationalen Konvention in Kraft bleiben soll, würde ans dein Wege administrativer Maßnahiiicn den ans . Deutschland Ausgewanderten von den Negierungen der Länder, in denen sie sich augenblicklich befinden, cm .znnüchst für ein Jahr gültiges und dann z,i crnciicrndes Jdcntitätszertifikat ausgehändigt werden. Tiefes Zertifikat würde als provisorischer Paß dienen: seinem Inhaber könnten iAiisrciseuiid Rnckreiievisa erteilt werden. Tie Aus-svlgung der Jdcntitätszertisikate wirb in den Ländern, die das provisorische Abkvni'men schon während der Genfer Konferenz unterzeichnen werden — was mau von den meisten zur Konse- Algerien Anläßlich einer Kiindgebiing der Volksfront ist es in Sidi Bclabbes zu hestigcn jiidenscindlichen Ausschreitungen gekoinnien. Inden wurden -inden Straßen angegrisfeii - »ud jüdische Geschäfte verwüstet. Polizei und Vkilitär sorgte für -die Wiedcrherstelliing der Qrdnung. Verivundete wurden nicht gemeldet. England Tie antisemitischen Provokationen von Mitgliedern faschistischer Bereinigungen in dem.von Juden dicht bevölkerten Londoner- East End hilbeten am 16. Juni abermals den Gegenstand^ einer Anfrage im Unterhaus. Der Uuterstnatssckretär in, Jiiiienmiiiisterium, Keostrev L l v r, d. gab den Abgeordneten JameS H.a l l. Sir Percg H a r r i S und Laus b u r die Versitheruiig ab. daß man entsprechende 'Maßnahmen gegen svlciic Vorfälle treffe» iverde und daß auch beleidigende Reden unter gewissen Ilniständen als Verbrechen aiigesrhen werden ivnrdcn. Jiineinninistrr S i m v n habe ein-persönliches Interesse au dieser Frage bekundet und iverde geiviß weitere Schritte erivägen. iveuii er entsprechende Jnsvrmationcn er- Estland -Karl) der neuesten Statistik leben in E st l n 11 d 4381 Inden, die ii.4-Prozent der Gesaintbevöllcriiiig ausinachen. 59.5 Prozent der ji"idis,heii Bcvölkerliiig sind 'Männer. 50.5 Prozent F-rauen. Tie estiiisihe Staatsängchörigseit besitzen 9-8,8 Prozent der Juden.- Zn 97 Prozent lebe» sie in den Städten. Dem Berufe »mH sind 31 Prozent Knns- - lente, 21 Prozent Angehörige der freien Berufe. 14.5- Prozent Handwerker und 14 Prozent Arbeiter. Griechenland „ Die Parlameiitskvmmlssioii für Verfassung-?- resvrm hat einstimniig beschlossen, in die neue Verfassung eine Bestimmung aufzuiiehmen. die den Rcligivnsübertritt wesentlich erschwert. Der ReligivNsioechchl Minderjähriger unter 21 Jahren ivird überhaupt verboten. Wer einen Religions- Übertritt vvrzniiehmen gedenkt, ist verpflichtet, vorher ein Blnskrittsgesnch an das sJberhaupt seines bisherigen Religivnsbeke»ntnisseS zu richten, damit ein letzter Versuch gemacht iverde» könne, deii Gcsnchsteller znin Festhalten an dem alten Glänbcn zu bewegen. Man glaiibt. daß durch diese neuen Perfassuiigsbestiinmungeii der niiisangreiche» Tansprvpaganda der katholische» lind protestantischen Kirche, der in letzter Zeit jüdische Knaben und Blädchen i>, erheblicher Zahl--erlegen sind, ein Riegel vorgeschoben iverde» ivird. König Georg 11. von Griechenland hat mährend seines Vesuches in Saloniki den Qbcrrabbiner Dr. Zivi K 0 r e tz empsangen und mit ihm eine längere Uiiterrcdnng iiber die Lage der Inden in Griechenland' und der griechischen Inden in Palästinä geführt.' Der König bekundete außer-' ordentliches Interesse für die landivirtschasttiche Lotütignng griechischer Inden in Palästina und , erknndlgte sich angelegentlich ngch Einzelheiten dieser Arl'eit. Premierminister .Mctaras hat eine -jüdische Abvrdnniig empsangen und ivohlwollende Behändlung. der von ihr vorgebrachten Wünsche zugesagt. * Im Alter von 63 Jahren ist in Rom Senator Ugo Ancona, der ivahreud des Krieges italienischer Vcrkchrsiiiinister war. gestorbcn. Senator Ancona, der einer angesehenen alten jüdisthen Familie aus Jerrara entstaminte. hat sich um den italienischen Ssaat bcde> 1 te, 1 de-VerLsriiiie---krai0 ben. Als Delegierter der italienischen Regierung nahm er an zahlreichen internationalen Konserenzcn teil. Oesterreich Bei den Musternngc» »ach dem ncucn östcrreichlichen Ee'-etz über die Buiidesdienitpflicht wurde als erster der Wiener Adolf A b e l e S „tanglich' beiniideii. Tie Wiener Zeitungen' verössentlicliteu das. Bild des ersten vsierr-eicliiichen Soldaten der Rad,kriegszeit. der 1» Erlüllmig seiner Bürgerpslicht!» das neue Bolkstjerr. eintritt. Polen Im Zuge eine? Revirements bei der poliiischen Botschaft in Paris ist der erste Botscl,astsrat und bevollmächtigte 'lllinister Vinatol Bl , l l st ei», der Schwiegersohn Baron :jloll,icl>ilds. von seiiiem Posten abberusen worden. -Ter Tiplo»i>it wird ein hohes Amt im Anßenminijteriuin in Warschau übernehmen. Rumänien In Bukarest ist e? am 21. Jnni zu schiveren Erzessen antisemitischer Studenten gekonimen. Bei .den Unruhe» wurde eine Person getötet und acht schwer verletzt ins KrankeiihanS gebracht. Zahlreiche Studenten ivnrdtii verhaftet. Schweden Tas fchii'edische Parlament hat inehrere Anträge iw,1 .Vertretern der tlleclite». die Einwäiiderniigsbe-stiininnngei, zwecks Feruhaltnng von Ei»- wandererii ans Teulschland^zn verscl>ärsen, abgeleliiit. Eiitsprecheiid dem Antrag der jnristisct,en Koiiiiiiission. keinerlei Vvrsrliläge ziuweiterer Einsctiräiiliiiig der t'-imoanderiiiig anzniiehmen. liat da-- Parlaiiieiii die. -Regierungbloß beanitragt. .'Nsogtict,seiten mr. eine Verbesserung der tecliniscl>en Kontrolle über die Eimoandernug von Ausländern z» prüfen. , Tschechoslowakei In U zlivrod ii'nrde der Grundstein znm Bä» einer liel>räiscl,en Volksschule, und eines :>,ealgt>>nuasiums gelegt: dies wird das zioeite hebräische Glimiiasiui» in der Tschechoslowaliiclje,, lllepiiblik uü». Tas erste befindet sicl> in 'Mukacevo mit» steht unter . der Leitung des Abgeordneten drs tschechosloivakischei, Parlaments Dr. El,ai»i Kugel. Der ti'cheihvslowasjirlie Jiiiieniiiinister Dr. Joä's Eerni, hat dieser 2age enieJIleiie dnrcl, Karpatho-Rußland unternommen. Bei dieser Gelegenheit enipsiug er beim Landespräsidente» ' Rvzslipal die Vertreter der einzelne,, Beoölkeruiigsgruppeu.' Für die jüdische Nlii>derl,eit ivar der Abgeordnete Tr. El>aini Kugel erschiriicn. ivelcher i» seiner Begrüßungsansprache die Stellung der Inden in der T'cl>eel,oslv>vafe> gegenüber - ihrer Lage iu anderen Kündern hervorhob. Er betonte den linsridiligen '-Wille,, der jüdisch-natiana len 'Miiiderlikit zur Blitarbeit milden übrigen - staatserhalleudeii Gruppen an dem slaatlichen Anfbaniverle. In seiner Aiilivort begrüßte der Miiiiiler diese Erklärnngen mit Genngtnnng und veriic!,erte dein Abgeordneten Tr. Kugel, daß die liidi'ch.natioiiale 'Minderheit in der Republik auch in Znlniiil ebenso Elehor sinde» iverde wie d>e anderen 'Minderljeite». ' Tie Regierung l>at dem Senat eiiiei, Ge'etzentwurs vorgelegt, der die Lrgaiusatioi, der jüdijchwn Religio,isgcnieinslhast ni de» Ländern Böh- . men und 'Mähren-Schleiien ergänzt. Tas rorgeichlage»e.<'-5e'etz icl>ließt in den erwähnten Landecn die jüdiiclixii Üleligivnsgemeiiiden. z» einer -Ge- ' inein'chait. zusainme». Tie Stellung dieser :>leligionsgemeiiiden ivird. soweit es sich tun ihre äußeren Recl!tsoerhä.l.t»i''e nach den, Gesetz ooiu 21. .'März I-V.»o Händelt, mdji bei-ührt. Türkei Ter in Pari? lebende Prin'eb'or 2! e n t u r a ist' zum Lberrabbiner der'Tiirkei als '.Kaclisolger deS verstorbenen Großrabbi,1er? Ehaim Pedjeranv krna mit ioordeu. ... HaupiicliffiTlfMii-: - Dr . A . t r - J •-“-H-n— S'i-i! verir ui.d v--:.,ntwort|jcb lur die Alifiiatun Jliidern: Dr. Slufiryr Ed-Ihuim "-"A i*JdiscD-n f.iaul.en» r V ' »er!in'"IV b',! n-.-.a 42. D.-uck d*T -.11.» 1.- - und 1 jvfdruck Gesell- S'-liaft mbH, SW l'J.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.