Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 25 (18.6.1936)
- Date
- 1936-06-18
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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T r Der Dank der Landesverbands- Vorsitzenden des C.-V. Um den helmgcgangenen Führer des C.-V. trauern in tiefer Wehmut alle Landesverbände und ihre Ortsgruppen, die zahllosen Männer, Frauen und jungen Menschen* die in Stadt und Lund, überall wo jüdisches Schicksal für die Gemeinschaft und den einzelnen zur Entscheidung gestellt, am C.-V.-Werk teilhaben und es jetzt .nicht fassen können, dass dieses, WeAk fortan ohne seinen Meister fort geführt werden soll und muss. . — \ v Nun, da er nicht m(dir^^uns^KQ|>)Mitt,e steht, da'wir in Ehrfurcht , und Ergriffenheit, die abgeschlossene -Lebensarbeit bewundern, begreifen wir erst, was Julius Brodnitz . der jüdischen: Gemeinlchaft gfowesen ist, und wdr verneigen uns in dankbarer Verehrung: vor der Grösse ehes.ci|_tnyiüdischeui und menschlichem Streben , ausserordentliehen . Persönlichkeit. V Was war eigentlich diese Grösse, die seine Person und sein Wirken immer wieder ausstrahlten? Es war nicht allein, dass hier ein Führer das ihm übertragene hohe Amt mit voller Hingabe —- mit seinem ganzen Herzen, mit seiner ganzen Seele und mit seinem ganzen reichen Können — ausgefüllt hat, dass er die ihm -anvertraute lebenswichtiger Organisation in unermüdlicher Betreuung zu hoher Blüte geführt hat —^insbesondere gerade auch durch die lebendige Fortentwicklung der Landesverbände und ihrer Ortsgruppen —- was diesem Lebenswerk den Glanz des Grossen und Ausserordentlichen verleiht, ist der willensstarke Drang zur uni.vorsitas, der, aus edler humanistischer Lebensauffassung •strömend, sich vor allein der Gesamtheit verpflichtet, weiss, immer .wieder das W o h l d e s Gau z e n als.oberstes Gesetz verwirklicht und einen'-Partei- und Gruppenegoismus auf Kosten des Bestandes der Gesamtheit nicht gelten lässt. Seine stete Arbeit diente der Zusammenfassung des. Ganzen zu geschlossener Stärke, unter scharfer Ablehnung der Enge des zum Selbstzweck sich entwickelnden Gruppengeistes. Diese Weite seines Erkcnnens und Strebcns machte ihn stark und aufgeschlossen, .um gegenüber den Wandlungen dieser Zeit in die neuen Aufgaben hineinzuwaehsen und sie mit, jugendfrisHior Bereitschaft . in Angriff zu nehmen. So wurde Julius Brodnitz auch gerade in der jüngsten Zeit die zen t r a 1 e P e is ö n 1 i ch'ke-i t jüdischer Verantwortung, überall dort als Garant des Gemeinschaft sgedankens tatkräftig zur Stelle, wo es galt, jüdischer Gesamtarbeit den Weg frei/umaclimi. Darf man die Grösse eines jüdischen Führers daran messen, was er als T r o u-hän.- d e r d e r Ges a in t li e i t gewirkt undgebaut, hat, so können wir Julius Brodnitz zu den Grossen in Israel rechnen, dessen Andenken in unserer Mitte zum Segen ge- ■: reichen wird. . Die Landesverbände werden aus dem Vorbild ihres entschlafenen Führers die Kraft ziehen, in dem gleichen Geist der Gesamt Verantwortung .das Werk segensvoll fortzuführen, das uns allen als Vermächtnis'anv erlraut ist. Rudolf Apt Walther Brock Erich Bry Rudolf Callmann Kurt Cohn Bruno Glaserfeld Rudolf Herzberg Willy Katzenstein Josef Koburger David Krombach Albert Mainzer Max Mainzer Leo Pollnow Martin Salomonski Rudolf Samson Jakob Skalier Hugo Stein pflegte er zu sagen, und nicht Maschinen — und das selbst dann, wenn diese Eigenart für ihn recht unbequem war. Da gab es so ein besonderes Kapitel: die Leitartikel. Er Hess sich jede Woche in grossen Zügen informieren, was wir in der fälligen Kummer dringen wollten. Die Leitartikel wünschte er meistens zu lesen. Nun ist es Journalistenart, erst dann zu schreiben, wenn die Maschinen schon warten. Justizrat Brodnitz hatte aber den berechtigten Wunsch, die Artikel so frühzeitig vorgelegt zu bekommen —r womöglich 48 Stunden vor dem Umbruch —, dass er, der Vielbeschäftigte, sie in Ruhe lesen konnte. So ging denn meistens von Montag an die Hausleitung von Apparat 45 zu Apparat 28: .„Wo bleibt der Leitartikel?“ .Niemals verlor. er den Humor, wenn ich ihm wieder einmal sagen musste: „Der ist schon fertig, aber erst im Gehirnkasten des Autors, ich soll ihn morgen früh bekommen, dann schicke ich das Manuskript gleich hinüber,“ Und er wurde niemals böse, auch wenn trotz aller Versprechen doch der Mittwoch kam und wir ihm wieder einmal zumuteten, zwischen all seinen Konferenzen noch im Redaktionstempo mit uns zu arbeiten. Nur selten, nahm-Julius Brodnitz in der C.-V.-Zeitung selbst das Wort. Wenn er es tat, war es aus besonderem Anlass: dann galt es meistens seiner Lieblingsidee, der Zusammenfassung der verschiedenen Richtungen im Judentum zu gemeinsamer praktischer Arbeit, wie denn er es auch war, der in der C.-V.-Zeitung bei aller Klarheit der Stellungnahme jede Schärfe dgr Polemik vermieden sehen wollte. Und er, der immer Rücksichtsvolle, lieferte stets seine Beiträge pünktlich ab. Nur in einem Falle machte er uns Schwierigkeiten: wenn wir ihn einmal baten, sein Bild in unserer Zeitung bringen zu dürfen.. Da bedurfte es vieler Bitten, und — da er ja immer den Frauen gegenüber auch in der Arbeit der ritterliche Mann war, ...— auch mancher weiblicher Ueberredungskünste. Als er vor . jetzt erst zwei Wochen dem Photographen endlich die Aufnahme der Bilder gestattete, die dieser zu dem 70. Geburtstag des lebensvollen Mannes vorbereiten wollte, sagte Justizrat Brodnitz zu seinem Sohn: „Dass nur die C:-V.-Zeitung mir da nicht eine grosse Sache macht.“ — Ueber dieses gütige Veto hätten wir uns bestimmt zuni erstenmal hinweggesetzt — nun können wir es nicht mehr, und die Bilder, die den Lebenden ehren sollten, müssen uns Trauernden jetzt sein äusseres Bild erhalten. Margarete Edelheim. Von den Quellen seiner Kraft mittelbar auch die Voraussetzung unserer freien Arbeitsentfaltung im .■Rahmen des gemeinsamen Werkes, und unsere freundschaftliche Verbundenheit mit dein ältesten Sohne mag zu einem guten Teil seine Ursache in der dankbaren Empfindung für den gleichen verständnisvollen väterlichen Wegbereiter haben, dessen Aufgeschlossenheit uns den Generatioiientiiilerscliiecl nie als störendes Spannungsmonient, sondern stets nur als Erhöhung der geistigen Spannweite erscheinen Hess. Es ist begreiflich;-dass ein solcher Mann unabhängig in -seiner Persönlichkeit, verhaftet der Gemeinschaft, verpflichtet der Tradition und aufgeschlossen der ganzen Welt, innerhalb'.des jüdischen Lebens unserer Tage eine besondere Stellung erhjelt. Er errang sie nicht. Denn er hat .nie um Stellungen gerungen. Die Arbeit kam an ihn heran, und indem er sie billigte und sich ihr verband,-führte er sie. Je .schwieriger die Zeiten wurden, um so mehr gewöhnten sich ■ die. Männer, die - sich um unsere Gemeinschaft sorgen, zu- . nächst den Weg zum „Juslizral" zu finden. Denn hier war nicht nur ein freundlich gesinntes Ohr, eine liebenswürdige Geste, liier war strenges Auf merken und, bei Zustimmung, Wille und Kraft zur Tat. Im Laufe der letzten Zeit wurde unser Justizrat eine - Art Spezialist für komplizierte Erkrankungen des jüdischen Organismus.; Er setzte den klassischen Heilmethoden des llippokrates hinzu: lind was Härle nicht heilt, das heilt Vernunft und Güte! Unser Julius Brodnitz ,erfüllte eine Funktion im jüdischen Dasein unserer Tage. Weil seine Persönlichkeit bei keinem ausser Frage stand, war.sein Hat von allen gern gefragt.- Er stand hinter seinen Worten, und hinter, ihm stand seine Schöpfung, der C.-Y.; indem er ihn weiterführte,- schuf er ihn neu für diese Zeit. Er hatte jenen Mut, von dem Perikies in seiner grossen Grabrede einmal sägt, dass er darin bestehe, sich zunächst einmal klar zu machen, was man zu hoffen und was man zu fürchten hat, und dann zu seinem Entschlüsse zu stehen. . Auch dieser Mut soll unser Erbe sein, damit die Leere, die er hinterlässt, durch den Willen derer ausgefülltWerde, die berufen sind, sein Werk förtzuführen. Wir werden uns seine unermüdliche Beständigkeit vorstellen, wenn im Verändern der dein emere Ausweg scheint. Wir werden seine Treue, als Massstab nehmen, wie wir uyns mit Menschen und Dingen verbinden. Wir haben versucht, \on dem zu reden, was unser Herz und Gedächtnis erfüllt. Nur von unserem Schmerze.. und unserer,, trauernden Liebe haben wir geschwiegen. Demi hier endet unsere Pflicht \or der Oeffentlichkeit. Ihr sind wir nur schuldig, dass in uns aus Schmerz lind trauernder Liehe die Kraft zum Werk von Julius Brodnitz sich erneuert. Alfred Hirschberg. Unser ..alter Herr“ Es war inr Hochsommer des Jahres 1Die C.-V-Zeitung erschien noch im kleinen Format. Da beschlossen wir, Justiz—- rat Brodnitz, der einige Wochen im Gebirge verbrachte, zu überraschen: ln der Nummer. die vor seiiier Heimkehr erschien, brachten, wir > die Ankündigung: von der nächsten Woche an U.-V.-Zeitung im Gross-- Irgendein anderer: „Chef“ hätte ob solcher Ueberraschung losgepoltert: warum wir nicht seine Entscheidung abgewartet hätten, er hätte uns vielleicht desavouieren, im letzten Augenblick ein Veto einlegen können. Als unser verehrter und geliebter Chef von der Reise zurückkam, sagte er nur: „Habt Ihr das nicht ein bisschen überstürzt getan? Das? Ihr für eine Nummer genüg Material habt, vielleicht äuch für zwei Nummern, glaube ich schon; aber jede Woche im Grossformat?“ Und auf meine zuversichtliche Antwort nur die Ermunterung:' „Also daun los!" Und wir'legten-dos’und'waren seiner Hilfe nun sicher. Denn, einmal überzeugt, das wussr teil wir und darauf batten wir gebaut, würde er uns mit seiner ganzen optimistischen Schwungkraft helfen, unseren Plan zu verwirklichen. So war er immer. Niemals kehrte er uns gegenüber den .'.Chef'“ ‘heraus. Er sah in' uns die Mitarbeiter am gemeinsamen Werk, dein wir ebenso wie er, das fühlte er,, mit ganzem Herzen und mit ganzer ‘Seele . gehörten. Niemals verlangte, er die Priorität eines Vorschlages, stets prüfte er nur seine Zweckmässigkeit. Er wollte nicht diktieren, sondern er stand als Anreger, als Berater und skeptisch abwägender Mahner hinter uns — aber gerade dadurch weckte er unseren Ehrgeiz, unser Bestes zu geben, um vor ih m zu bestehen. Wir arbeiteten nicht nur für das Werk, sondern auch für ihn, wie denn die Arbeit für ein gemeinsames Ideal menschliche Beziehungen schafft, die dem gemeinsamen Werk aber auch dem Verstehen zwischen Mensch und Menschen dienen. Und unser „alter Herr" — wie wir von ihm in herzlicher Verehrung zu sägen pflegten — bemühte sich ja auch, unsere Eigenarten, zu verstehen — er-wollte eigenwillige Mitarbeiter, Es' ist kein Zufall, dass in dem Augenblick, wo Abschiedsempfinden Wor (gestalt annehmen will, Worte und Massstäbe der deutschen Klassik sich .aufdrängen. Prägten sich ih. der äusseren Erscheinung von Julius Brodnitz „Anmut und Würde“, so steht sein Wesen „ruhig, tief und klar, und alles zeigt dje schöne Gleichheit des Gemüts, aus welchem alles geflossen ist.“ Wer zu ihm kam, heftige, laute Kritik zu üben an der Bewegung, die er führte oder gar an seiner eigenen Haltung, der wurde massvöll, wenn er ihm gegenüber sass. Es war eine olympische Heiterkeit um ihn, man spürte die Wesenheit eines geläuterten . Menschen, man konnte sich dem Gesetz nicht entziehen, unter dem er stand. Wo je die Meinungen hart und disharmonisch aufeinander schlugen, da stand er überlegen lächelnd zwischen den Streitenden und hinderte mit einem humorigeti Wort, Blossen aufdeckend, aber nicht verletzend, den allzii harten Anprall. Diese Technik der Entwaffnung war nicht Routine;'sie war der Ausdruck seiner kämpferischen Humanität, des geaderten Kampfes*Mer seinem ritterlichen Ideal entsprach. Nur drei oder vier Szenen stehen in der Erinnerung auf, in denen Zorn ihn erschiiterte. Wenn er dann das Wort „sittliche Entrüstung" aussprach, dann war es in seinem Muiide ein zwingender Appell, der die Aufbrausenden dämpfte. ‘ Wo immer er stand, er wirkte wie ein „rocher de bronce“ in seiner würdevollen Selbstsicherheit, in seiner harmonischen 'Ganzheit. Nicht erst, als es galt, von ihm Abschied zu nehmen, schürften wir den Quollen nach, aus denen seine Kraft floss. Dieses Leben war so vorbildhaft, er hatte „das höchste Glück der Menschenkinder“, die Persönlichkeit so beglückend in sich vollendet, dass es uns trieb, das Gesetz zu suchen, nach dem er angetreten war. Es vermählten sich in ihm ohne Widerspruch eigenes Wesen und die Idee, unter der es' stand. Weil er so war, wie er war, musste er der Idee dienen, deren Bekenner er in (Ion kraftvollsten Jahren seines Gebens führen durfte. „Wir Frankfurter Patrizier hielten uns immer dem Adel gleich“, hat Goethe von seiner Familie gesagt. Die adlige Haltung, die Julius Brodnitz eignete, wurzelte in einer ähnlich sicheren Tradition, die in seiner Familie und in der bürgerlichen Kultur des 19. Jahrhunderts ihre Pflegestätte gefunden hatte. Der Urgrossvater schon gehörte zur Delegation jener Posener Juden, die vorn König den Eintritt jüdischer Freiwilliger in das Hefer der Befreiungskriege erbaten. In der. Geschichte der Stadt Posen erinnert sein Familienname an mafichen Brodnitz, der das Geschick der Stadt führend beeinflusst hat. Schon der Vater dachte im Geist deutscher Klassik; Schiller und Goethe waren ihm nicht blasse Schulerinnerungen, sondern lebensnahe Führer. In solcher Atmosphäre wuchs Julius Brodnitz auf. Die Verbundenheit mit der Umwelt, ihren geistigen Dokumenten, ihrer allgemeinen Entwicklung und ihrer Natur war der fruchtbare Nährbodeti seines Menschentums. Sein Heimatbewusstsein war ihm ebensowenig problematisch wie seine Einordnung in das Schicksal der Weit um ihn. Er hätte diese selbstverständliche Zugehörigkeit . gern unreflektiert gelebt. Die Umwelt zwang dem geistigen Menschen die Ueberpriifung seines Standorts auf. Er nahm sie voraussetzuiigslos auf als Mann von wissenschaftlicher Schulung und fand seine natürliche Haltung bestätigt, auch als er historische,.politische und jüdische Mässstäbe anlegte. Neben den geistigen Strömungen Deutschlands und der Welt, denen er aufgeschlossen war, floss ruhig und tief der Kraftstrom jüdischer Tradition und jüdischer Entwicklung in ihm. Dass er sich zur Gemeinschaft seiner Art und seines Stammes stolz bekannte,- entsprach seinem selbstbewussten, geraden Menschentyp. Ein Formalbekenntnis allein aber konnte den Fragenden, und Suchenden nicht ausfüllen; es zog ihn zur inhaltlichen Bindung und der religiös gestimmte Mann fand sie in der Verankerung auf jüdisch-prophetischem Urboden. Die Kraft, die ihm von dprt zuströmte, mischte sich, iin Ursprung kaum noch . unterscheidbar, mit der Macht, die ihm die Welt Goethes gath Goethe und seine Gedanken von Welt-und Menschentum leiteten sein Leben. Unser letztes Gespräch kreiste um Goethe und die Arbeit der Gesellschaft, die sein Andenken pflegt. Im Goethischen Streben nach Erkenntnis war Julius Brodnitz bis in seine letzten Tage ein Junger, ein Lernender, der sich in innerster Teilnahme den musischen und wissenschaftlichen Dingen der Welt erschloss. Obwohl die Fragen der jüdischen Gemeinschaft, in deren Dienst er sich verzehrte, ihn fast bis zum Rande der Leistungsfähigkeit ausfüllten, wurde er nicht müde und nicht stumpf. So sali er die Fragen des Tages nicht vom Tage her. Er stand auf hoher Warte, die Erfahrung und Erkenntnis der jüdischen und der Menschheitsgeschichte unterbaut hatten. Dieser Humanität diente sein Geist aus innerer Berufung. Er glaubte - aii seine Herrschaft und die Macht des Guten und er Wusste um die Weisheit, die . aus Goethes Wort an Zelter spricht: „Es ist nicht immer nötig, dass das-Wahre sich verkörpere, schon genug, wenn es geistig umherschwebt und Uebereinstimmung “bewirkt; wenn es Wie Glockenton ernstfreundlich durch die Lüfte wogt.“ Hans Reichmann. Aus der Ansprache von Julius Brodnitz vor der Erstaufführung des „Jeremias** ... Wir haben es immer als unseren Ruhm betrachtet, dass wir als das Volk des durch die Geschichte gezogen sind. Wir-i es deshalb ganz besonders schmerzlich empfinden, wenn Wir geistig und künstlerisch ver- .. armen müssten. Der Ort, an dem wir uns heute versammelt '"haben,' lind die Aufführung, die wir hier erleben, zeigen, dass wir uns auch in dieser Hinsicht unserer Pflichten bewusst - sind. Wie oft war auf unseren Lippen das Wort des Propheten Jeremias, das einem Bilde .des dichterischen Werkes voraüsgestellt ist: „Es will Abend werden, und die Schatten werden gross.“ Aber der Dichter setzt dem letzten gewaltigen Bilde seines Werkes auch die Worte des Propheten voraus: „Denn ich weiss wollt, was für Gedanken ich über Euch habe, spricht der^ Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Leidens, dass ich Euc So wollen wir i trauen. Was Mer ] . zeigt sich darin, v Unglück lebensvoll e So möge jetzt d; Feierstunden schafft. Stunden und Stunden des Gelöbnisses.“ L- (C.-V.-Zeitung v-dm 11. 10. Si) s Ende, dessen Ihr;r göttlichen ens'ch :lche Kräl wachsen.