Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 22 (27.5.1936)
- Date
- 1936-05-27
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Don Max Loewenthal cfe/' v''- I. Sage „Es rausche wie der Libanon seine Frucht“- Als in den Tagen der Sintflut die Wasser immer höher stiegen. Menschen und Tiere, außer denen in der Arche Noah, hinweggerafft wurden, beschloß der Allmächtige, auch Bäume und 'l^iiin^en zu vernichten und erst nachdem die Wasier sich verlaufen, ihre Keime in der frischen Erde wieder Wurzeln schlagen zu lassen. Tie Halme des Getreides, die Blumen des Feldes, die Moose. der Wälder, Gräser und Kräuter der Wiesen wurden schnell hinweggespült, -und auch die-Sträucher schwammen rasch entwurzelt in den Fluten. Bon den Lbstbäumen fegte der Sturm Blätter und Früchte herunter und knickte ihre beraubten Kronen. Tie Trauerweide, an soviel Wasser doch nicht gewöhnt, ließ ihre Zweige hängen und wurde schließlich wie die Birke, die ihr Laub immer tiefer senkte, fortgetrieben.' Linde, Ahorn, Pappel, Nüster. Erle und viele anderen Bäume versackten im Schlamme. Tie Palme bog sich wie ein Rohr und kämpfte verzweifelt gegen die tobenden Wellen, bis auch sie unterging. Die großen Buchen- und Eichenwälder versanken im Wasser, und auch die Kiefern- und Tannengehölze konnten sich auf dem unterspülten. Boden nicht mehr halten. Tie^ Fichten klammerten sich verzweifelt an Felsblöcke, bis sie samt diesen fortgeschwemmt wurden. Tie Lärchen auf den Gebirgen glaubten noch immer nicht, daß das Wasser , bis zu ihnen hinauffluten könnte. Doch auch sie mußten sich am Ende ihrem Schicksal ergeben. Zuletzt trotzten nur noch die Familien der Zedern auf den hohen Bergen den Wässermassen. Als aber die Sintflut nicht Nachlassen wollte, erlahmte eine Zedernfamilie nach der anderen: die im Atlasgebirge, die im Taurus, die auf Cypern und auf vielen anderen Bergketten. Entmutigt ließen auch sie ihre Häupter sinken und verschwanden wie alle anderen Bäume im Strudel der tobenden Elemente. Nur die Zedern auf dem Libanon hielten unentwegt im Vertrauen auf Gott ihre Kronen hoch, so sehr auch die Wasser steigen mochten. Ja, als schon die meisten Gebirge der Welt überschwemmt waren, glaubten sie noch immer an die Güte und Allmacht Gottes und hoben den Stürmen trotzend ihre Aeste wie betende Arme immer höher empor. Zuletzt ragten nur noch die Spitzen der obersten Zweige, die den heiligen Namen bildeten, aus dem unendlichen Meere heraus. Und wie am Anfang der Schöpfungsgeschichte der Geist Gottes über die Fläche der Wasser schwebte, so strahlte jetzt, am 40. Tage der Sintflut der Name des Ewigen im magischen Glanze über dem Gebirge des Libanon. Ta sprach der Allmächtige zu den Zedern dieses Waldes: „Weil-ihr auf mich vertrautet, als, alle anderen Bäume schon verzagten, und weil 'ihr meinen Namen getragen habt über dieses unendliche Meer, so sollt ihr nicht sterben. Ich werde euch einen Geist einflößen, der eure Kräfte nicht schwinden läßt und euch.ewige Jugendfrische verleihen soll: auch nicht das kleinste meiner Wesen soll euch je ein Leid zufügen. Heilig , sollt ihr mir sein, und aus eurem Holze soll einst der weiseste aller Menschen mein Heiligtum erbauen. Wenn Menschen aber die mit eurem Holze geweihten. Hallen entheiligen, so will ich im Feuer euren Geist zu mir emporsteigen lassen." Ta rauschten in den versunkenen Gipfeln der Berge die stolzen Wipfel der geheiligten Zedern des. Libanon. Und es schlosien sich die Schleusen des Himmels. Als sich die Wasser verlaufen hatten, und die Erde wieder sichtbar ward, begannen Blumen, Kräuter. Sträucher und Bäume sich wieder neu zu formen. Die Zedern des Libanon aber ständen stark und ungebeugt wie am dritten Schöpfungstage aus ihren von Gott angewiesenen Höhen und rauschten beseelt vom Geiste ihres Schöpfers . majestätisch über allen Bäumen der Welt. Wie Wächter eines verlorenen Paradieses schauen noch, immer wie vor Jahrtausenden „Libanons Zedern, die Er gepflanzt", aus unS hernieder. II. Wissenschaft Für die gottesgläubige Menschheit, besonders aber für uns Juden, dürfte die Libanon- oder shrische Zeder der bekannteste, für viele andere aber ein recht unbekannter-Baum fein. Jedes Kind, das von König Salomon gehört hat, weiß schon, daß er den Tempel, der Juden aus Zedernholz bauen ließl. Aber damit ist es auch meist mit der Schulweisheit aus. Schlagen wir in Schulbüchern nach, so finden wir über die Zedern nur Wenige Sätze; viele wissen nicht einmal, daß es sich bei ihnen um Nadelbäume handelt, die mit den Lärchen verwandt sind, aber im Gegensatz zu ihnen auch im Winter Nadeln behalten. Tie Zedern sind auf den Höhen des Atlas bis zum Himalaja heimisch und von ihren vielen Arten hat keine so viele gute brauchbare Eigenschaften wie gerade die Zeder des Libanon. Sie besitzt ein helles. harzarmes. uiivenvüsil'.ches Kernholz, ist .sehr geradiaser'ig und leicht spallbar. Im Gegensatz dazu in ,z. B. die Himalaja Zeder i.aiuii Gotterbaum ge- . uaunl> sehr barzrein, und hat gelbbraunes oderdunkles Kernholz. Beide Zeder na rlen haben dieselben, pnrainidalen Kronen--mir abspreizcnden Aesten. aber wahrend bei dieser au: Ende die Zweige herabhangen. >si dies bei ,ener nichl der Fall. - . . - < - Man spricht im allgemeinen nur von der Libanon-Zeder. alr sei diele Bezeichnung der Sam» melbegrisf aller Kitter Bäume.Tar -Holz, der rvirklickzen Zeder des Libanon aber siehe.ri heute zucken größten -Sez-telihettew---jind^-koüi'ast ■ läniu. auehr in ■ -dem Handel. . -Hol zer anderer Ze-dernarten.. beion-' --,.dersh-die.-r>om,-.nochvö!l.lichdn. -isig.iiaza-ia--.si'udH,,nö.ch heute in Indien ein w.icküiges Material iurBauten und Brücken, .Auch dies Nenuboose tt/r.-beideu,1'Iir.i-. versitäten Tnörd und -Eambrid.ge-sollen.aus.diesem Holz gebaut ''ein. Man rindet natürlich einen so geßttaNteu Baum wie die Libanon-Zeder kultiviert in vielen Lar dern. etwa in England, in Frankreich und in günstigen Lagen Westdeutschlands. Titte Eremplare .haben aber keinen dicliten Kern und. sind . niriit dauerhaft. Mäh mau sie auch als'Libanon-Zeder, als Cedrus lihani oder (Virus Uh.-uulira sauch libanotira) oder soinnvie bezeichnen^ so sind sie doch keine echten Zedern des Libanon, von denen unsere ^ibel spricht, auid die .mau am treffendsten mit den hebräischen Worten i'px arse l'wonaun bezeichnet. Im Altertum benutzten Aegvplen und Melopötamieu für größere Bauten ausschließlich Zedernbalkeu. da die in bitten Ländern vvrkommeuden Bäume lAkazie, Lyköuwre. Tättelpälme und andere! hierfür ungeeignet ivaren. Alle Inschriften .berichten, daßsich schon um "Oiui vor unserer Zeitrechnung ein altbabyloui''e!>er Pries,er- . ckönig Zedernbalkeu für ieine Tempelbedachung von der Dlittelmeerkütte holen ließ. Zum Bau großer Fliißfahrzeuge wurde in /ältesten Zeiten mit Vorliebe das Holz der . fnrifdie.n Zeder bentitzt. Snosru, der Erbauer, der äUesien Pvramide (mn ll'.>00 vor unserer Zeitreeliiiuiigi. besaß bereits Schisse au-s Zederuholz von r>0 Nsittern Länge: scheut sein Vorgänger sandte eine. Flotte von -td Schissen nach der phöufzisihe» Küsle. um vom Libanon Holz iür die Bauten in..Memphis zu holen. Um 1-tuo brachten die ‘Aegppter aus dem von ihnen eroberten Shrien eine ganze Ladung ausgesuchtes Holz für die heilige Barle ihres Gottes.Amon nach Theben, und B»> Jalire spater ließ Ramies III. ans ungeheuren syrischen Zedernbalken ans seinx» eigenen Wersieu Schiiie von mehr als 60 Nieter Länge bauen. In friedlichen Zeiten fuhren seine großen seetüchtigen Fahrzeuge bis nach Eypern.. um eiiiheimisilie Erzeugnisse gegen Zedernbalkeu iimzutaiischeii. Ter Grieche Theophrast erzählt, daß aus den Gebirgen Syriens gewaltige hohe und dicke Zedern wachsen, die von drei Männern nicht umspannt werdenkönnen. Ter ältere Plinins berichtet, daß aus dem Holz eines, solchen . Baumes' Teßietrins ein Schiss mit elf Aieihen Ruderbänken überei»- ander bauen ließ. Zur Zeit des Königs Hiram von Tyru? fioni bis 067), des Bundesgenossen der Könige Tavid und Salomon, warder ganze Libanon noch mit ausgedehnten Zedernwäldern bedeckt, mit deren Fällen nach der Erzählung der Bibel zehiilauieude Phönizi'cher Zimmerleute und jüdischer Fron- . mannschaslen jahrelang, beschäftigt waren.. Tie .Stämme kamen aus ‘AVer und lourden. zu Flößen verbunden an den ALcrkplatz gebracht, wo >ie zu DIE MARKE FÜR STARKE 'Zalkeu,'Bcl'leu.und Brettern verarbeitet ivurden. h-ielleul-r wärees beg.uemer und vvrieilhalter geu-eieii. au.-h vöü den...umtausend Meter niederen / Hösieii desTaurus oder der.Insel- Eypern Zedernhäiiiue . zu / holen, aber SalKnion /ließ durch von - .ihiu'-b-eßiwiMe Aiis'eher/ darüber -ivache'ii,. daß. mir , .,L-i-baiionH.ß'dep.-.ckür igzue.- Baiiteu gttallk-/Murdeii/ . .Wsiliißüd-^.ÄIeTaiitzerp.näB-ötk.e.r - der-- rmrialpnio-.,^ Kuchentzs'Zedoriüjokz,ttürsi Batten,-. Schiütt lind . -'Götzeub.ilder'-; ltz'.nüsirdn-,. erlaüuie-'..Sa!viiivi.i älse - erßer - in den breiien. -and -lußnui Bretlerfläehen.. auch ein ausgezeichnetes - A'iaieriäl. uni die ./riesigen Wände der L.uade,r>iei»e von unten dis oben da- "irt zu vermeiden. Iliid siehe! Tie-Bretter dieser u^->. Jgire alle» Zedern, die mit eiiiem eigeugrngei, Tel durckilraiift >vurdeu.,bl,-eben kon- Ilaiil. uubeiveglich. inaie'lätiK-I'Tvtinlvn durch Jahrliiiueerie. n/irgeiid.? mm Ais,' Airaeiid-s eine siv.ul-iiie! . Kein W-iirm. keine Molle kam in die Aiiiie. der ivoblriechenden Hölzer. Tie in Truhen li.üd /g-aa-ickru zageriiden Prieiterkleider. Seiden- und -W-o'.lzeivebe. Teppiche, Vorhänge und . Tecken l'UelYii vollilaiidig iiiiversrhit. Seil st die gefürck,- leie» Termite» besahen das iveiche Holz der Libaiivuzeder iii-sit. Während der, beiden Tempelperipden von U7> und Vf, Jahre» lind nirgends sil>ad!i,l:e Eiiiflil.ise au Ballen und Täseliuigen ' beoback-l-el: ivordeu. Salomon muß dies alles tvohl Wir ivii'eu, daß beide Tempell'.uilen der Juden Iliid mii.I) das Han» -ihrer, Könige in Jerusalem durch ,Teuer vernichtet ivurden. Aber auWe 'b:inilbauie» anderer -vm-iilu’v, die nach salviiivinßlieni s-orlild. iiiil .Zederuholz gebaut oder gel.i'e-l! iv.iieu., iieleu ebenso ivie ,l>re Sckii'isl'aüsen und i-!-,re -iü!>p.M>l'ilder dei» ' Jener zum Spier. Selbst von deir Sparren vieter-leiypel aus helleni'tißl-.er ui7-d"g,,.-h au-s rlpistluher Zeit im Lrieut HS-u ,deu ivenigen slalttiiheu Ereiiiplaren. die heute iii'ch ans den> Lil'unou N'ael;ieii. heißt es - in >i> ü'.'eler llahi. Ilaisaiig bis , Meter, starke Aeße und breite La,he Krone. Zpi'eiae inckit über» bäu.-.eno. Aller sieglick,. 'Sei du-ien -Bäinuen -d>,rite es u.li um die I.chtei, vorüiil'iii.lliäie» Arse I ivoiiau» handeln." Die Lotterie Erzählung von Micha Josef bin Gorion ( Berdyczewski) Ter Jüngling Meschullam-Jakob wurde nach dem Namen seiner Ntutter „der Sohn Saras" genannt. Tie Mutter war Witwe und ernährte .ihren Sohn, der noch als Kind seinen Bater per-- loren hatte. Ter Sohn Saras war ein hübscher, hochgewachsener Junge, nicht ungebildet und ein Stück .Rechenmeister, aber er liebte es. müßig zu sein und nicht zu arbeiten. Er verbrachte die meiste Zeit im Hause'des Rabbiners, wv er. wie man so sagt, dem Studium oblag, ohne sich im übrigen. viel anzustrengen. Er war, wiewohl er die nötige Anzahl der Jahre schon hatte, noch, unvermählt und trieb daher kernen Handel und kein Geschärt, was in Israel Sache der verheirateten Männer ist. Beim Rabbiner war er wie zu Hauie: er aß dort öfter zu Mittag, und wenn der Rabbi eine Reise machen mußte, so begleitete ihn der Sohn Saras und machte für ihn Gänge und Besorgungen. Eines Tages-nun war im Hause der Mutter die Knappheit schlimmer denn jo. und das Pessachfest nahte heran. Meschullain-Jakob sah ein. daß er diesmal seiner Mutter Helten und zum Unterhalt beisteuern mußte. Ex überlegte hin und h-r. was er unternehmen könnte, überlegte und dachte nach — und kam auf einen Einiall,.. Er kaufte in einem Laden auf Borg iür einen Rubel feine Tabakblätter in eine «-chachlel eingepackt — es war Tabak, wie ihn nur reiche Gutsbesißer und nicht arme. Juden rauchen und gab im Bethaus bekannt, daß jeder das Päckchen erlangen könne, der bei ihm 'ür eine Kopeke ein Los kauite und die rechte Nummer zöge. Ta ttlogen dem Svhn Saras die Kopeken nur. io zu: er gab aber jedem einen Zettel mit einer Zahl daraick und hatte mit Eins augetangen. Tie Neuigkeit, verbreitete sich in der Stadt, und alle fuchtezr ein Los zu bekommen. i- Im Anfang hatte Mefchiillam-Jakob vprgebabt. nur vierhundert Lv'e äuszugeben. Tann aber rechnete er sich aus. daß fünfhundert mehr seien als vierhundert, und schrieb noch hundert Zettel dazu. Viele von den Kunden kamen und bedrängten ihn. daß er-.nun mit der Ziehung beginnen möchte: manche kauften mehrere Lose, um .die Sache zu beschleunigen, und als gegen Schluß noch fünfundzwalizig Ntimmern übrig waren.-fand,. sich ein freigebiger Mann, der alle fünfundzwanzig Lose kaufte. Es war ein großes Ereignis. -Nun gab es keine Ausreden, um den Ziehungstermin hinauszufchieben, und so wurde in der Stadt verkündet, daß am- Tienstag der "kommenden Woche, um vier Uhr nachmittags, im Bethaus die Verlosung stattfinden werde. Ter hohe Tag kam heran, da? ganze funge Volk strömle ins Bethaus. Bier Mann stiegen auf die Kanzel und blieben zu beiden Seiten des Tisches stehen, von dem aus man die Tora zu verlesen psiegte: zwei. ' Knaben, beide, dreizehnjährig, stanken vor dem Tilch. Nun wurden rechts ünd-lincks zwei Mützen aui den Tisch gelegt: in die eine wurden fünfhundert Zettel mit Zahlen, von eins bis fiinfhundert beschrieben, getan, in die andere vierhundertneuniin'dneunzig weiße Zettel und noch einer, auf dem in zierlicher Schritt das liebe Wörtchen itand: Gewonnen! — Tie Zettel -wurden in beiden Mützen gut durcheinander geschüttelt. " Auf den Sruttn vor der Kanzel und auf den Banken slankc.:i die Knaben. Jeder hielt krampf- Haft sein Los in-der Hasid und tagte leise feine Nummer vor sich her. Ter Küsier schlug mit einem Holzta'elck'.en auf den Tn'ch und gebot Schweigen. Alles versiummte in feierlicher Erwartung. Ein noch nie gekanntes, nie dageweienes Schauspiel! Nun zog der Knabe, der links stand,-- einen Zettel aus der Mütze und gab ihn den zwei ..ANännern. die link? sianden. Dasselbe tat der Knabe zur rechten- Seite. Die,.zwei Zeugen, von der einen Seite umm» „Nummer Bl!" Tie von der andern antworteten: „Leer!" Und *o wurde ein Los nach dem andern gezogen, und immer erscholl die Antwort: „Leer!" Tie Spannung wurde großer und arößer. ANanche glaubten, -die Zahl Aäü ,n::''e -k-i? glückliche Zahl lein, aber auch - die war e:ne Aciete. Tann wurde dasselbe von der Zahl erwartet: aber auch die tollte es nichtfein. Und auch die letzte Zahl, die Zahl 500. erwies sich als leer. Eine Beklemmung legte sich auf die Herzen der jitngen Spieler. Alllo-nauch die höchste Zahl barg nicht den Gewinn? Aber unentwegt wurpen weiter Zahlen ausgeruien. Tie ‘Augen derer, die noch nicht verloren hatten, leuchteten wieder auf; manche Stirn war feucht von Schweiß: manch? Lippen flütterten ein Gebet: „Mein Gott, mein Gott, .laß niicki doch geivinueii — Und plötzlich horte ma» risien. ..177!-' Und auf der anderen Seite ertönte da-. Wärt, an das man bald nicht mehr glaiible: .Gkwoniien!- Gewonnen!" ‘Aber iver ivar der Gewinner? Welcher war der Gliickliche^ Alle sahen sich ivie.der ihre Zettel an. obioohl jeder seine Z.alil auswendig li-ußte. Und nun war am LolterietHel, das Werl voll-, endet: das. Ziehen 'und--Ausrufen hörte auß Vi'-- bald wagten -sich die kleineren Knaben huiaufzusteigen und die Papiersitzen zu sanimeln. Und ein achtzehnjähriger, schücksierncr Ziang. ling. Jonathan, der Sohn Rebekkas-,.- stand an der Seite und hielt feinen' Zette.l^ganz zerknii:!! - in der'.Tausi, Ein andrer schlug ihm aus die Schulter und sprach: „Avas hätt kn f» der Händ. A.'arr Ter Alngeredeke öttnete die Faust, und der auk>-renahm den Zettel,' faltete ihn auseinander., intd siehe da. es' siaud darauf die Zahl 177! Er ritt: ...Schaut her. schaut - he.rl ' Titter hier i>l>-, der geivonuen hat. ' Jvnaihän!" und legte il,m de,, Zettel ivieder in die Hand. ANan umringte /den Glücklichen von allen Seilen, .entriß ilu„ den Zettel uud kryg i!m zu denen, die ans der Kanzel waren. U.nd.der. der.das Ka'rckp-!,. Fchbak ben-aiirle. rief laut: „Kommher. -Jvnnihan,- mmii’v in ' Empfang!' Ter ' Jüngling trat , voller Scham herzu- und ließ sich das" gewonnene Gut geben. Von allen -Seiten er'cho'len Summen: „Graruliere! Glück aus!' Alber auch Acerd mn'chte' 'ich.in die Alusruie. Ein flinker .Knabe rannte siracks zu der Mutter des Jonathan und -verkiindete ihr k:e Trohe Botschaft. Und bald verbreitete sicki die Atachricht ivie ein Lau'siuer. Jonathan war der Ge'prächsheld und in aller Munde. All? er -ngch Haii'e kam. ivnrde er -w>e Bräutigam empfangen.'Er 'aß bei Tische, vl-ei-an-. Acachbarn und Nachbarinnen drängten sick' ihn. und alle Herzen waren, -ihm -zugetan: '.mm: rochen alle auden, mittigen -Kattchen. Ta- >- rp wo er ivohuie: war jetzt der Acgbe! der Stakt Und nun ivttl ich noch ein 'Geheimnis n Plaudern, das eigentlich den Kern der Ge'-h:ll:v-. ausmacht. Jonathan uaiulich. dieser 'schückit!".:>? und uii''chl!ldrvolle Jv-ngl-iia. l,atte schon -uw einiger Zeit 'eine Aluaen zu einem Mädchen m-. hoben, dar' in der Atawbarfchaft wohnte. S'e war - hübsch und war immer reinlich gekleidet, und .Jviialhan gi'ii'ann sie lieb und. dael>te bei sich, daß es diicki feliöii ivare. ii'euii er' sie zur F rau beloiiinie» löiinte. Seine ANntter aber hatte die ‘Augen einer AUuttrr.-und auch ihr getiel das ANadihe». Und s,e lintte sie gerne als Sulinesfräu grielien. Z.u il>rein Schiiierz al'er miisite sie die -ALahriiehiiniiig machen, daß das A>,adck)eii den Attick,-n Jonathans keine Beaä,t>i„g' schenkte. Fcmnotf) I,!-.ttie sie. daß sie ,I>rei, Sinil „och äiiderii iiiid /,oi>al>,aii-s Aittrt.. der es doch fv elirlich weiiite. erkennen.ivnrde. Aäiii U'ar amh sie a» dem Fe''ttl-ig erfckiienen. Sie k.iiu au den Aiick, und. tragte: ./Jonathan, ist < ■-' irtaijr. daß du ducker -fckiöiie Kä'tckieii geivonuen 1 i■ i’J '■ ” ’ Ter Jniigting' errötete.' .»rid auch ' das A>l>id,!,en ivnrde rvt. Tie Um'iehMiden satien die beiden an und .tliisierten unierein,inder- ..Aßelch schöner Baar!" Tie Asiutker wehrle al, und sagte: „Lie sind dvi!> nvä) Kinder.'. lind nach drei Tage» würden sie miteinander -A a.-- iu:n Vbiaivhen ü:-, i!;! van K.chK bin In -.'.ttiil'r'ka iit -ein A:tt--rkliher H e r in n n n. G" h'e u -er/.t/iMU v. in der -Haltung-: und Al,i>. 1 ech'a Klatzkuis in ei.iieni AAande gesamweltrr Ei>a:r' über das Jlidttche. der 'tü>,!vwphen eiilttId/ der Tariteiluug aller breiter und r:.c:r: i-_-i..ri lof Ib-rmanr, C-.h-r:-, ^nt If ■ •!i;)]r,u - l’Iil In-np!, v“ UOll T. Au eiß . -n n s w a r t n . Bloch B»b! I'!,ing Eo.. A!k-w.Zvrk I'A'eriasier i'k eine Frau, eine aus Trulsi-hlaiid ttnaewn,werte Jüdin, die Evhens 'sif!-:g'mispb!:,"!;!•!(' n>:-kk-ar-em. .kompaktem Engli'i-! zuna-lsik r.-siriert. gim schlikßlt-.!, auch Eohens ..! ragisihes Berliältn's zum.' Teurichlüm' zu er- Zwei neue Schockcn-Bändcheii: Eumriisil bin E> r r G' „ har die Tragödie der Heiodes aus den grsih-ttk. In tnefer Konzenirätivn il-irtt .sie' mit J a u - v -- V . r o d'e s'"',' - Werner K?a'Vt I u-tet p:i1 c i' Nde!, zlvie und..darum menschlich - be- -ouders imrt'ame Auisivahl':aiis Heiner Lnrik. vro>a und Brie'en. «Bd. 57: „G e 0 t cfj t u u d G e-