Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 22 (27.5.1936)
- Date
- 1936-05-27
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Paula Neufeld: Bomholm Fot. Abraham Jahre kann man es ablesen. wie fragen rgnq und ringt, die ihrer ku -^ewisseiihaßiqleit am Herzen liegen. Paula--Nenield hat gerade in der letzten Zeit indische Menschen beobachtet. Ihre liebenswürdiqen Schilderungen nom Leben und Arbeiten auf Hut Winkel hiid in einer Ausstellung des Sekre- 'ariats -für Bildende Kunst lKnltürbnnd Berlin) zu sehen gewesen. Die Berbindung mit.der Zeit der Maschine, die den jungen Meii'chen, die dort nir die landwirtschaftliche Arbeit vorbereitet'werden. helfen soll, dem Handwerker ebenso wie dem Bauern auf der Farm, ist in diesen Gemälden gut erfaßt. 'Zn ihnen hat die Malerin zur Gcgeiy- . wart gefunden wie auch in dem damals' preisgekrönten „Dies ist das Gesetz". So begleiten fie„ unsere bellen Wünsche auch für ihre künstlerische Zukunft über den Ozean. Dr. f>. B. „Wer“ macht „was Die Eignungsfrage im Haushalt «p Bei der Arbeit in einem Betrieb gibt es zweierlei Tinge, die ihr einen immer neuen Antrieb verleihen. Auf der einen Seite ist es die besondere Eignung des Arbeitenden für eine ihm zugewiesene Tätigkeit, bei der er seine Anlagen entfalten kann und die Befriedigung hat. eine Arbeit vorwärts zu bringen. Aus der anderen Seite sind es die Ausblicke auf Erholung und Entlohnung, die der Arbeit zahlreiche. Lichtblicke geben. Was bedeutet beispielsweise die Frühstückspause. Feierabend und Lohntag für den Arbeiter! Besteht der gleiche Wechsel von Anspannung und neuem Antrieb auch im Haushalt? Zuerst wäre die Frage der Eignung zu beantworten, und eine oder, sie?" 2. „Welche verrichtete Arbeit erscheint an sich überflüssig?" 3. ..Wie kann das betrefsende Mitglied überhaupt zum Haushalt beftragen?" — Tie Antwort auf die erste Frage wendet sich gegen, die vielen zeitraubenden Arbeiten, die durch das bloße Weg- und 'Nachräumen benutzter Tinge entstehen. Sie wendet sich auch gegen -die Nichtbeachtung der im Haushalt üblichen Zeiteinteilung,'an das unvorhergesehene'Mitbringen von Güsten und Hindernisse aller Art, die den regelmäßigen Ablauf des Tages stören, und zwar nicht aus irgendeiner Notwendigkeit heraus, sondern aus bloßer Verkennung einergerechten Kräfteverteilung im häuslichen Betriebe. Tie überflüssige Verrichtung von Arbeiten macht sich überall dort bemerkbar, wo der Aufwand an Zeit und- Kraft spätere Aufgabe wird es sein, die andere Seite - ^m Verhältnis des Bedarfs nicht mehr entspricht. eines neuen Antriebs: Entspannung und Erholung zu beleuchten. Eignungsprüfungen für den Haushalt sind des- .halb'erschwerend, weil sich die Arbeit in keinem .. . anderen Betriebe aus so vielen verschiedenartigen Tätigkeiten , zusammensetzt, die jede für sich eine getrennte Lehrzeit beanspruchen könnten und von. einem einzigen Menschen ansgesührt. naturgemäß sehr unterschiedliche Leistungen zustande bringen. Wirkt sich schon diese Tatsache erschwerend bei der Führung eines Haushalts aus, so vielleicht noch mehr, weil in der gleichen Person die Arbeit?- > technik eines zu exakter Arbeit erzogenen Arbeiters und die großzügige und 'weitschauende Führung feines Leiters vereinigt sein müssen. Spricht man nun von der Eignung für eine bestimmte Arbeit, so scheinen die amerikanischen Untersuchungen auf diesem Gebiete deshalb beachtenswert, weil keine Lehre gegeben wird, ohne das aus ihr sich entwickelnde Glücksmoment ausgiebig in Betracht zu ziehen. Bei dem Fehlen eines solchen GlückZmomentes würde die Lehre ihres wichtigsten Antriebes entbehren. Ich glaube, man irrt sich nicht in der Behauptung, daß sich dieses Glücksmoment bei dem . gegenwärtigen Stand der Hausfrauenarbeit nur selten und wie unter einer Anstrengung einfindet. Die Schuld daran trägt vorwiegend der Mangel eines Systems, das die Arbeit wie in einem Betriebe entwickl-üngssähig erhält lind ihr neue rmd wechselnde Aufgaben zuteilt. Ebenso Schuld trägt die ungestellte Frage nach der. Eignung, die sich aus die Arbeit selbst durch eine sich steigernde Leistung, .und auf die Entlastüng von dieser Arbeit durch rechtzeiiige Unterbrechung oder Ablösung bezieht. Plan weiß, daß in jedem. Betrieb; — schon um seiner Rentabilität willen — der rechte Mensch auf den rechten Platz gestellt wird. Plan weiß mich, daß die Berufsberatung mit ihren arbeitsiechuischen und psychologischen Untersuchungen dal,in strebt. Mißgriffen in dieser Richtung vvrzubeugen. die das Leben eines Menschen zerstören können. Bei der Führung eines Haushaltes, der einen Betrieb darstellt wie jedes andere ^Miternehmen. müssen deshalb neben den gegebenen Hilfsniitlelii auch die Hilfskräfte einer Prüfung unterzogen werden. Fe des Mitglied eines Haushaltes ist zugleici, Erzeuger imd Verbraucher. Was nützt, einer Hausfrau der beste Arbeitsplan, wenn sich hier unüberwindbare' PUßstäude auf.stellen. Da? Produzieren.- das heißt der Beitrag zum Haust,alt. kann auf , sehr verschiedene Weise geleistet werden: Fn Form von Geld, in Form von Hilfeleistung, in Form von Belehrung und llnterlialtuug, in Form einer Aufbauarbeit, die einer späteren 'Entlastung den Grund legt. Soll ein Haushalt nicht nur in seiner „Ab'ivicklunlZ, sondern auch in seiner ..EntHvrckluiig. verstanden werden, so ums; da? Verhältnis zwilchen Beitrag und Nutznießung der' ihm zugehörigen Personen "in rechter Weise ver» teilt sein. Es,bedarf keiner Frage..daß sich dieser Grundsatz auch aut die Hausfrau selbst-'bezieht, .-die sehr -oft nur au den Lasten hundertprozentig beteiligt ist, - ' Frau Gilbreth. die überall, wo e§ sich um .Klärung und!!eber'ic!,t liandett. die Anlegung eines Plaues cmp'ie!,ll. stellt bei. diesem Problem drei Fragen aus: 1. „Welche Arbeit verursacht er Dazu gehört vieles, was aus alter Gewohnheit beiöehalten wird, obwohl die Umstände inzwischen völlig andere geworden sind. Die dritte Frage, die sich um den Beitrag zum Haushalt dreht, wird die-jüdische Hausfrau hauptsächlich in der Form der Hilfeleistung interessieren. Hier ersteht ihr ,die Aufgabe, die Eignung jedes Hanshaltsmitglieds einer liebevollen Prüfung zu unterziehen. Feder, die Hausfrau einbegriffen, hat eine bestimmte N'eignng, aber auch gewisse Abneigungen , für die im Haushalt vvrkommcnde Arbeiten. Eine Hausfrau muß 'dieses Für und Wider genau ken-. neu. In den meisten Fällen deckt eine Abneigung Fehlerquellen der Arbeitsmethode auf, die sich beseitigen, laßen. Einwände anderer Art müssen nach der Meinung von Frau Gilbreth nach der physischen. der geistigen und emotionellen Seite hin untersucht werden, wodurch der Hausfrau mancher wichtige Einblick in die Natur eines Menschen erschlossen wird. Sehr oft wird eine Mlrtveit als bitter empfunden, die man allein erledigen muß, und die Zeit für wertvollere Tinge e mit den ,'ortnimmt.' Ter Segen der Gruppenarbeit wird 'tierischen . in allen Büchern über Hanshaltsreivrm besonders eindringlich empfohlen. Sie ist gewiß nrancher Vornrieile wegen bei uns noch wenig erpro-N worden. Kann man sich in manchen Familien überhaupt einen Mann in der Küche verstellen?' U'nd doch ist die Gruppen arbeit nicht/ nur der schnellen Erledigung einer Arbeit förderlich, sondern sie bildet meist eine Ouelle der Fröhlichkeit lind Anregung. Während der einzelne mit der Arbeit hadert.-: machen viele sie.zumUnterha.ltungsspiel.- Arbeiien wie.Geschirrabwaschen.cStauhivischeii eignen sich besonders dazu. . - - ' V : Kennt aber, die Hausfrau die Eignung euiesch Hausgenossen' für eine bestimmte Arbeit, so-ist es ' selhstvcrständlich,..daß dem Betreffenden die Arbeit ■ ziigewieselw wird, . die '.ihm, von der Hand' geht. Doch auch damit darf sie. sich noch nicht, zufrieden' geben. Liegt es doch an ihr. die sie Zeit.Md Kraft eines Menschen ihres Betriebes in Anspruch nimmt, sie nicht nur zu verbrauchen, sondern entwicklungsfähig zu erhalten, gleichgültig, ob es sich dabei um einen Erwachsenen oder um ein kleines ' Kind handelt. Der erste Schritt dazu ist die An- Weisung zur schnellsten . Verrichtung. Wie das geschehen kann, wurde bereits in dem Artikel über die -..Normalisierung" der Arbeit im Frauenblatt der C.-V.-Zeitung Nr. 17 ansgesührt. Eine falsche Arbeitstechnik würde Eignung und Freude bald zugrunde richten. Aber eine Arbeit soll nicht nur beendet werden, sie soll auch die Leistungen-des— Arbeitenden steigern. Wenn Frau Gilbreth erzählt, daß sie der Tochter, die das Strümpfestopsen übernommen hat. auch den Strumpfeinkauf des Hauses überträgt, weil sie sich inzwischen genügend Ntaterialkenntnis erworben hat, — daß der im Garten beschäftigte Junge nicht nur das Unkraut jäten, sondern die Blumen abschneiden und in die Vasen verteilen soll, so erkennt man. wie stark auf das gestaltende Moment einer Arbeit Wert gelegt wird. Nicht .nur die Verteilung der Arbeit, sondern auch die Tauer der Eignung für sie muß von der Hausfrau überwacht werden. Es gibt zwei verschiedene Arbeitstypen: Die einen bleiben bei einer Sache lind hängen an ihr, die anderen brauchen den Wechsel und werden um so bessere Arbeiter, je häufiger man ihnen die Möglichkeit gibt, neue Pflichten zu übernehmen. Der richtige Mensch auf dem richtigen Platz! Dazu gehört auch, ihm die Freude -und Spannung für die Arbeit zu erhalten. Mit aller Selbstverständlichkeit. schassen dieamerikanischen Haushaltführe, rinnen mit ihrer Glücksphilosophie allerhand immer neue Aufmunterungen, z. B.: eine geldliche Entlohnung, einen arbeitsfreien Tag. einen WettbewerbFeine Stunde allgemeiner Aussprache über Ärbeitserleichtornngen. Wirklich, sie sind im Ausdenken dieser Glücksmomente erfinderisch, und das ist gerade ihr Geheimnis, daß diese. Freuden immer nur klein'und fast unwichtig erscheinen. Aus ihrem Mosaik aber schasst sich das Leben seine wertvollsten Erinnerungsbilder. , Nets Samson. Sehreibtafel her ... Es ist einige Jahre her. da lancierte USA einen neuen' Frauenberuf: den des „Social , Diroctors“. In Steven? Hotel, dem größten und modernsten Ehikagvs und wohl Amerikas überhaupt, saß in Zimmer 'Nummer Zweihunder'tsoi-mdsvviet eine junge Dame, hübsch, elegant lind mit sehr viel Eharme, und ließ es sich angelegen -sein, sämtliche Wünsche der Gäste des Hauses zu erfüllen. Sie hatte, die gesellschaftliche Routine einer Herzogin und das strategische Talent eines Generals. Sie wußte, wo man 'das süßeste Spielzeug kaufen konnte. und wo die Werke alter Meister, und sie. wußte die Adresse des Friseurs, der die bezauberndsten Wasserwellen machte, ebensogut, wie die des Veiten Vridgeipielers der Stadt. Sie kannte alle Künstler von Rang, deren Ateliers man besichtigen konnte. und alte, vornehme Damen, die junge Mädchen an? der Provinz in schicke „spoak easvs" begleiteten. Sie arrangierte partys und vermittelte rondozvous. sie kannte Roaus. die die phanraNiichsten Wagen batten-und immer Zeit, und sie batte eine Li-ste von Kunsthistorikern. die bereit waren und imstände. Freinden die Schatze der Stadt zu zeigen. „Kommen Sie zu mir", schrieb sie in einem sorgfältig faksimilierten Brief an - den eben an- .gekommenen Gast, „wenn immer Sie etwa? brauchen, ich bin vom Hoiel eigens für Sie bestellt. Ich will versuchen. Ihnen alle Wünsche zu erfüllen. Ich erwarte Sie, lieber Gaß, und hrenne darauf. Ihnen behilflich ftin zu können.F Sie hatte einen Stab von Helfern um sich, und da? Telephon ans ihrem Tisch stand niemals iull. Denn immer war in dem großen Haine jemand, der ihrer bedurfte. Eine Frau, die sich langweilte, wahrend ihr Mann Geichäßsbeniche mackste. Eine alte Dame, die einen Bridgepariner suchte lind niemanden kannte. Ein Fremder von Neber'ee. der ins Theater gehen wollte und keine Gesellschaft fand. Ein Mann. der feiner Frau ein Derföhnungsgefchenk mitbringen wollte und nicht wußte, was. Sie. alle kamen zu ihr. Und allen hat sie geholfen. Ich weiß nicht, ob sie heute noch im Amt ist. diese--junge Dame, und ob sie Nachahmer gesnnden hat in der Welt. Vielleicht erwartet einen beute genau wie in Bombay auch schon in Oslo ein „Social Director“ — aber ich weiß es. wie getagt nicht,- und habe auch keine Ahnung, ob dieser Frauenberuf..der-in Amerika den J-dealtyp der arbeitenden Lady darstellte, nun wirklich so etwas wie ein allgemeiner Beruf geworden ist. - Ich weiß mir. daß wir ihn uns als Vorbild dienen lassen sollten. Wir brauchen, werden Sie gleich einwenden, keinen solchen ..Social' Director", und uns bewegen heute anders Fragen, als die nach einem geeigneten Bridgepartner oder einem Dergnügnngslokal. in dem man einen Abend nett verbringen kann. Richtig! "Aber wir brauchen, heute mehr denn se. Menschen, die versuchen wollen, uns zu helfen, und die ein offenes-Ohr für uns haben, für unsere Wünsche und Nöte. . '.' Ta hat z'nm Beispiel jemand ein Zimmer zu vermieten. Oder eine Schreibmaschine zu .verkanten. .Und eine Sekretärin, perfekt spanisch und mit --00 Silben in der Minute, sucht eine Stellung. Das lesen wir täglich in der.Zeitung. Und wir und gewohnt, es da zu finden, wie etwa den Leit- '.rrike! öder die Sv'ortecke. . Aber manchmal geschieht es — und es kommt ja heute -faß täglich vor — daß man Persönlich um etwas Derartiges,angegangen wird. Um eine Gefälligkeit, um eine Empfehlung, um eine Vermittlung. Faß immer ßeckt hinter derartigen Bitten, hinter dem-schüchtern vorgebrachten „Wenn Sie mal was hören . . eine ernste Sorge. Die Sorge um einen geliebten Menschen, um eine Existenz, um das tägliche Brot, Und nicht immer reagieren wir daraus so. wie wir es müßten. ' Wie wir heute die Verpflichtung haben, es Wir lassen eine ganze Menge unter den Tisch fallen. Vergessen, können ims nicht mehr auf das Gesägte besinnen. . - . Wie oft hört man: „Warten Sie mal. ich hafte doch..da eine Adresse . . .*' Und dann ist die Adresse weg. Nicht mehr zu Das ist beschämend.' finde ich:'Denn irgendwo wartet ja jemand darauf.-daß wir ihß empfehlen. . daß wir bei vorkominender FGelegenheib an ihn ' denken. - - -. ' -' .' - . / Nehmen' wir 'das. alles: doch eniinal ein -bißchen ernster. ... - '- - ' -' Nehmen wir unsere.Pflichten als' Nebennrenich '. zumindest so ernst, wie der „Social Director" die seinen. Und lernen wir einsehen,. daß es-nicht weniger verdienstlich iß, einer alten Freundin zu einer Tätigkeit zu verhelfen, als einem Gänschen aus Oklahoma -zu einem Atelierbesnch bei irgendeiner Malerberühmtheit. Versuchen wir es mal! Und notieren wir uns vor allem solche Adressen so. daß wir sie bestimmt, über -cwch ganz bestimmt wiedersinden, Vera Ernsner. Weiss-Blau kariert In der Koch- und Haushaltungsschule der Berliner jüdischen Gemeinde Weiß-Blau kariert — das fällt mir ein. wenn ich an die Besichtigung der Köch- und Hans-' haltungsschnle der Berliner Indischen Gemeinde in. der Auguststraß'e denke: ivie,nett die vielen Ptädels in ihrem weiß-blan karierten Kitteln doch anssahen, mit den blauen Kopftüchern über den vv:n Eifer geröteten Gesichtern! Und noch viel anehr fällt mir ein. Da ist zuerst Frau Hammörftein. die Leiterin der Schute, die Wissenswertes und Erfreulickies zu berichten hatte: daß 77 junge Mädchen jetzt an den Kursen der Hanshaltungsschule teilnelstnen. die mi-t 32 bis 36 Wochenstnnden arbeitet; daß an den Nachmittagen 250 Kinder aus den jüdischen und teilweiie auch den össenllichen Volksschulen zum Kochunterricht kommen, für den sie nur einen Essensbeiirag In der Koch- und Haushaltungsschule der Berliner Jüdischen Gemeinde Fatodienst Kikoler von 10 Pfennigen zu zahlen haben; dafür gibt'? dann auch Noten im Schulzeugnis! 38 Schüler der Mittelschule lernen ebenfalls hier, und abends kommen die Erwachsenen zu Kursen in Kochen, Schneidern, Nähen und Plätten, zirka 150 Menschen. . In den Räumen der früheren Waschküche des Ahawa-Heims versteht man sich geschickt einzn» richten. -Drei große Küchen sind. vorhanden, in denen ans elektrischen Herden, aber auch auf Gas, Kohle und Petroleum gekocht wird, selbstverstand-!ich rituell. In einem anderen Raum wird gewaschen und geplättet, auch dies auf alle nur inöglichen Arten, und nebenan ist die Schneiderei ansgeschlagen. . lind noch etwas: einen Bräntekurs gibt es. auch., in dein man in kurzer Zeit so viel lernen kann, um den jungen Ehemann mit den hausfraulichen Kenntnissen in freudiges Erstaunen zu versetzen. Es wurde ziemlich einmütig von den Besuchern bedauert, daß dieser Kurs gerade nicht stattfand — denn wer sähe nicht gern einmal so viele Bräute — strahlend, wie' man"sie sich vor- , ziistellen pilegt — in einem Raum zusammen?! Einer der Anwesenden malte sich bereits au?, wie d<rs wohl wäre, wenn sie nach Schluß der Stunde alle von den jeweiligen glücklichen Zukünftigen abgeholt würden. Doch das gehört ja eigentlich schon nicht mehr zur Haushaltungsschule — doch inan sieht, daß auch bei einer so durchaus realen und prosaischen Arbeit die . verklärende Poesie nicht fehlt, , H. M. -_Wilhelm Jahn PrivatwHscherei und FeinplStterei r. O. B. H . N 31. 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