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Central-Verein-Zeitung · 1936-05-27 · 22 (27.5.1936) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
22 (27.5.1936)
Date
1936-05-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Wann und wo finden Sie Rat? Linksrhein - Agrippiuahaus, Broit«:slra.-.sf! hj Mnuta« bis Preiwg.JÖ—13 Uhr.’ dfUDMiidehans am U und 'S-'.. Juni. JfJ-rlKi-j Uhr. (>r-rn-ir.dphaii8, TcmpclRtras?«*, am 15. .Juni, 17*/i—1017 IV»,f SprcßsiuDde. am 1. Juni .Taut Koblenc Krenxnacb - Hntel Continental, am 2 uii-i .: Ifi. Juni, 131,7— m-i Uhr: '■ Gomeindhhaus, Adolf - Hitler- - Ularz 1J, am 10. und 24 Juni," ' . J»r. Vorcmhorg, Addlf Hiti-r-. j-rrasr»- ji.*rn ün-d/(7. Jon;, Hess.-.Yassau und Hessen Frankfurt a. It. woch, Kreiiag, l?-!:^Uur.^'"' )”•*“ Älbiniatr. 12, Ii (Toi : 318!>7), Montag big Freitag, K>—lHXlir. Horel^Kaufherr, i Juni, 10 bis Bad Ems Braubachorstr. 17 hei Rabbiner Or. Lauph-imer, .10. Juni, 10'4 Aus tler C.-V.-Bewegung Brandenburg lieber das Thema „jüdische- Schicksal — Jistst. sche Ausgaben" sprach Amtsgeridilsrat n. T. Tr. rfrit? G v ldschmidt «Berlin! in den Orlsgrnppen Fr a n k f i: r t a. L.. F o r ft N.-L. und B r a nd e n b u r g, (*t beleuchtete da? Wechselnde . und sinn staute int Ablauf jüöifdjcr Geschichte und jüdischen Schicksals und behandelte von den Gegen- .nartsaiiigabeii sowohl die Fragen der .'lusivande. rmtq als auch die fragen der rechtlicljen und ivirlschattlichen Betreuung der in Tentschlaitd lebenden Tnden. Tie drei Veraiistaltniigeii inaren recht gut besucht: die Aiisiiihrtliigcn des Refeceitlen wurden mit großem .chtercsie auigenmnmcii. Bb<einIand->VestkaIen Zn Begiiiii der sommerlichen Jahreszeit hat der Landesverband feilte Versäumt liiiig-tätigkeit mit dem Ergebnis abgeschlossen, daß im vergangenen Winterhalbjahr in allen großen Ortsgruppen und in einer Reihe kleinerer, jeweils mindesten? eine E.-B.-'Jicranitaltiiiig stattgesunden hat. . Tr. Finit P I a u t . Even. sprach noch über „Gegeninarl-anigabcii des E.-B." am '28. April in einer von 3 r. ch r v in b a ch ' geleiteteit, den großen ' Saal des. 7(iigeildheiins bis auf den leisten Platz' inllenden töeineiiideverimnniliing ut E s s c n und am I.!. Bibi über das gleiche Thema in Düffel- Jjxi..,_Jtm -H. '.Uint tn Bl. . G l a d b ach, am 1 -H. ’j'iai; in einer Blitgliederversammlung' ..in W n p p e r t a l. Sämtliche ' Be.raiistaltniigen. die unter :iiiin der Lrisgrnvvenvorsipenden Philipp P r e n ß ,- Tii'seldvrs. - Bichardb ch a n f m a n tt, 1 .«^(nOtedj/ . iliechtsanwalt 'Häns. G o 'l d-sch in i d t. .-Wuppertal, standen, crsrenleii sich, eines sehr guten . . Ter. Pebner gab einen'Abriß der Geschichte der Inden in Deutschland und l.n» dann' gussührlich aus cdie-!a iiachtiche. Ua ge. 11nd die chechtsfragen zu' sprechei«. . die . firi) den .stiden iiinerhaliv Tcv ein- ’ zelneu Berusslntegorien steilen. An einer ,Tülle von Beispielen entivictelle er die viclialtme Tatigleit des G-B. auf allen in Trage kommenden Gebieten. Tie Bersammluiigsleiter gedachten in ivarmen Worten des Heimgegangenen Ludwig Holländer und verliehen deit alle beseelenden Gefühlen angesichts der Lage der Juden in Palästina herzlichen Ausdruck. Am 20. ‘JJifli sprach Tr. Kurt S t e i n b e r g. Esien. in einer Gemeindeversammlung in Recklinghailien unter Leitung des Ortsgruppen- und <5e-. ineiiidevorsitzendeii Ludwig Hirsch über E.-B.» Arbeit in «Lrundsatz und Praris." Auch diese Veranstaltung war von den Gemeindcmitglicdern stark besucht. : Südwestdeutschland Unter Borsiß von Rechtsanwalt Tr. Elbert fand am 20. Biai in ‘JJin it nhei m eine Versammlung der Ortsgruppe Pcannhcim des E.-B. statt. Tr. Alfred H i r s dj borg sprach über „Jüdisches Sd)icksal— jüdische Ausgabe". Am -'1. Mai versammelten sich in Karlsruhe die Vertreter der badeni'chen Lrtsgruppen des E.-B. Rechtsanwalt Hugo Ste i n. der Landesverbaiidsvorsttzeiide, gedachte einleitend Ludwig H » l l ä n d e r s. lieber „Tie Arbeit des E.-B." berichtete Tr. Alfred H i r s ich b e r g. Tin Rahmen einer Plitgliederversammlung stellte sich der neue Vorsitzende der E.-B.- Ortsgruppe Stuttgart. Llto A e N, vor, auf der Tr. Rudolf H. H e i ran ii i n-li n und Tr. Alfreds i r f d)- berg über „Tie -Arbeit des E.-B." berichteten. Während Heimaniohn einen instruktiven Einblick in die Kleinarbeit gab und die aus ihren Erfahrungen beruhenden - allgemeinen Grundsätze ableitete, nellte Tr. Hirschberg die E. -B.-Arbeit in den großen Rahmen der allgemeinen jübndien Tätigkeit im Ti'nticliland und arbeitete die geistige Position heraus, von der wir aus- und zu der wir hinstreben. Zur Lage der jüdischen Rechtsanwälte Bei Rücksprachen in den Sprechstiuiden der Iiiriitisdi-Wirtschaftlichen Beratungsstellen des E.- B. ist immer wieder die Erfahrnng zn mad>en, daß in jüdischen Kreisen die Anisassiing zn finden ist, der jüdische 'Anwalt sei vor -Gericht oder sonstigen Behörden nicht in der Lage, in gleicher Weise ivie sein arisclier Bernisgenosic die Parteien zn vertreten. To kommt es. daß jüdische Menschen glauben, ihren bisherigen -Anwalt/' wenn dieser Jude ist. nicht mehr mit ihrer Bertretnng betraue,i zn dürien, und bei den .Beratiingsstelleii nadi einem geeigneten nichtjüdisdien Anwalt nachs ragen. hlad> der im Teptember ll'",.', erlassenen ..Tilden- . berordnung der Teutichen Rechts'ront" ist es sogar — tnibe'chadetder für die dem Bund AationalsozialiNisdier Tenlsdier ^tirHtcn und der Teutichen Reccht-srvnt angehvreiideiiMitglieder der/ATTAP. gellenden Be'timimingen —- allen Amtsioaitern des Bundes 'itationaliozialistiicher Teutihcher Tu^i'Gu und-der Tenlidien illeditsiront ioivi-e denienigen - Mitgliedernder -Reidis'adigrnppe- Rechtsanwälte des Bundes 'Aalioiialiözialiilischer Teutsche'r .inri'ien. die zu Leitern von RT-Red>r-sbetrennngs-' stellen bestellt und. auch in'oweit als iie der UlTTAP nicht aiigehören. bei Bermeidiing ehrens gericlglidier Ttra'en verboten.- vor Gericlit. oder vor anderen naakliclien oder privaten Ttellen-die . Bertretnngx von Tuben, vder jiidiidieii Tlrmen gegen einei^deutidieii Bi'lksgciiviien oder eute deutidie Tirma zn iibernehmen-. Anderer'eits ul eine Anssdialiung jiidiidier'Anwälte lediglid, iiir die Erbhvigeridile geießlidi angeordiiel. T» der?,!veilen Berordnung zur Turdi'uhruiig des Geießes über die ,'Iula'iimg zur illedil-aiiivaltidiaii und Paieiitauwalii'dia'I vout f. Ltiober I'.tllll uRGBl. I. T. »ll'U! ist ausdrucklidi beiimmiti '..Teder Redilsamvalt und Palentanivalt.. der aui «hrwid der Geieße vom 7.Und JJ. 'Apr>l in seinem Berus verblieben in. bleibt iiidit nur. im vollen Genuß ieiuer. Beru'sredite. ioudergi liat and, Au''prudi äu' die Adiluug. die ,bin als,Angehörigen, ''einer Beruisgeuieiuid;git zu'omni!.- »lviii chlediisaiiivalk oder Patent- - amval: dar' in der geießmäßigen An-c-nbung ''eines Beru'es gebindert oder benilra-dhigi Tie-e Boria-ri'! gilt nicht nur nir die chivilui'd Tica'aernine. 'ondecu.iin.ii ncr die Berwalruiiasaernine und Berivaltnngsb.ehordkii. Eiuz-Ni'? ArbeU-'-gerivote bal'.rn .-zn'ar judiichc 'Auivalle als B-rlrerer .-.baelelmt. Tie'e' Enriclietgeri.iilen ,n uberw-.e.'.eadcr .-zahl zuginiheu. der BezugliU' der Peru.: eruugs- und Ber'o.rguugs- - beborken :n durm m:>e kurzum eraanaene Emichc-it-nva klaraeßell! norden, daß jnhi'-che Anio alte >u. iß almelehnr n erden können. 'And, vor walte, l-idi'-.ue Bartete:- oe.rirelen. ' Terner "nd .iudl'che A ii walte aau Grand liodinrillaer! icher Red',i'prrd-'.i:'.g 'ar -ad-.-aa Panete!'. 'zu Bo-r- - bonellt' morden. - - B-". - de: Bertretimg vor den und den zu'.annngs.-eborde:: der Aerzte llmd di-thnarzte haben nch teme Tchivicrigkenen ergeben. Tas. Gesetz . zur Verhütung von Mißbräuchen ans dein Gebiete der Rechtsberatung vom Tczember 1 Mö tR«ivBl. I S. 1478» schränkt die- Tätigkeit der Amvälte — also auch der jüdisd)en Anwälte — in keiner Weise ein. Tie jüdischen Anwälte haben sich den jüdischen Gemeinden zur unentgeltlid>en Beratruia unbemittelter «.vemcindc-angehöriger zur 'Derstignng gestellt. Jedes Gemcindemitglied, bei dem die Boränssehungcii inr die T"ouspr»chnahine einer >vld)en Hiltc vorliegen. in in der Lage, ftd) biirrfj Bermittlnng des^z»stä11digen Wohlsahrtsamts an den jüdiidien Anwalt zu wenden. Es ist ztr honen, daß die-so oft Hervorgetretenen irrigen Auiiassnngen über die Blöglichkeit, sid) der Hilfe enie? jüdischen Reditsaiiivalts zu bedienen,, sid) nid)t weiter aitibreiten werden. 1^2.886 Unä Volk Bom >6^ bis III. Blai wurde in Leipzig.der T e u t i di e ix r i it e n 1 a g I ll ll avgchalten. VI ii Pie feietItdre Eroiinuugskiindgebnng 'schlossen firi) in uuumerbrvdiener usolge Beranstaltungen 'an. darunter Boriräge über „Tas Recht in der Vvirti'diait". ..Recht und Gemciiiichast". „Partei, und Ttaai".u!id uoc-r das Thema .ailaise und Volk".- Hierzu inh-rt-e der geicl'.änsiiilirende Tirektvr des :sreidtsänssdn>''es 'tur Bolksgcnindheit. Tr. R u t t - ke .lBeriiin. uad, dem Boridit der „Frauksurter .'icitimchsvom U>. Biai I'.'ll'l aus., die Zielsetzung des 'Vlanonal-ozialismus tilr seine bieditsgestaltung Pi. ständige T illiernellung einer ausreichenden Zahl erbgesliuder. 'ur das deutse!,e Bvlk rassisch wertvoller, lmderreicher Hanulien.: tßachdem Rechts» auwalt Tr. Bioßmer «Blünchens das: Thema ..'li-aüe und Tamil,e" behaudeil hatte, spradz Prose'ior Tr. Laug? «Breslau> ul'er „biasse und Erbe". Er betmlie, uad, jeßigem Erbrecht' sei-der Erbläßer al,mäd,tig. die Erben ohnmächtig. Ter P»ri,d, mit -cu -au uverNeigerten Zndividualismus und Blaterialismus nnniie and) dem Erbredit neue Grundlagen und 'Wertungen. Tie Willkür des «»rblaüers mu''e ihre Grenze im Pilidilniid Gemeim'diairsgedai'ki ii iiuden. Tann behandelte der Ttrairediller Pro'e''or Tr. Ta hm «Kiel) das Ü.ema: „R i-'h-nverrat. Bolksverrat, Trenbriidi". '-Rassenver-rm «ez Bc-rra't am ''deuN'dien Böike. iveiler-bie blnrrvaßige Grundlagedes.-volki-ichen. Lebens, zernore-und danut den Beiiand . der arlglentien Gemeüiidja'! :r Trage Helle. Ein Tenticher. der sein. Bolt deschnup'e. vder. verleunide. mache sich des Bvlksvcrrats 'llm'dig', ebenso wer die Ehre amd das V!i-.ie!n':i dedcmichcn Bolles vor der Wclr herabietze. 'Alle.'ll-Ab-rcchen des.Bolksverrats als solche konnten m>r von T o n t s di e u begangen iverden. d-ciiii ein Ausländer könne sich, nicht als Verräter ans einer ."'-emeriticha'-t ans''d,ließen, der er von vornherein nidit angehore. Landgeii.lusrat Barth ivrach daraus über ..Rech'rs'i'che:l.-:r und ^Gerechtigkeit". A'ach der »tri'.eriierf um d-e 'Ui-.iIum: und Gewährleistung' ordnnug m.i'-e ,m Einklang mri 5em Bolksgeiviiien gestaltet nn.?co. Gereaitigken bedeutete den Einklang .mit :!'ol!nll>en 'Rc-chtsgewissei'. Willkür. Reditsbiua. und -!,rgere.v:rakeit mürden das Bertränen des b-ol!sgc:n--"'. u zur Anhrimg erschüttern. Ten .ab'dil:eßc/.den Bor'.rag hielt Ttaatsiekrerär Tr. Ittei s . e r -Berlin, über „Rasse als Träger lind Ziel des denridicii Bolksredites". Veranstaltung der Kinder- und Jugend-AlijaK Zn enier vielseitigen Beranstaltimg. die unter dein Btvttv „ II nsere Z n g e n d h a t e i n e Z n - kunft" stand, legte die Vlrbeitsgelneim'diast inr Kinder- und Ti>gs>idaliiah Redienschatt ab über ihre Tätigkeit. Rabbiner.Tr. Leo LaeckZeigte in einer einleitenden Ansprache den tiessten im« der Zngendaliiah ans, indem er den Glanbcn.au die Kinder dem' Glauben an. die Zukunft des Znden- . - tnms gleidistellte. Tie Tatiadie. daß.wir-, unsere c Kinder hiuansschickcn: sei -zugleich ein Beweis dafnrh'daß. unsere alte Gemeinsdiast -die Kraft hat. ( nocheinmal -zu beginnen: indem dre Kinder-drüben das Land'ausbaiien.' bauen sie so a-ndpiins selbst aus. . Tr. Edgar ssrenud spradi sodann „lieber unsere Tugend --- hier". Er schilderte Umfang und.Bedentnng der Kinder- und Tiigendalijah. Tedes Zahr können von den 6000 schulentlassenen Tugendlichen im allgemeinen 1000 Kinder von der Tilgenoalijah ausgenommen werden. Zn einem vierwödiigen Borbereitnngslager wird eine außerord'eittlich verantivortnngsvolle Anstva-Hl nicht nur nach kvrpcrliä)er Gesundheit, sondern vor allen Dingen nach der pshdiiichen Eignung für da? Leben im Lande getroffen. Bei dieser Auswahl ivirkt die Jugend. selbst maßgebend, wenn auch natürlid) niefjt eutfd.)eibeub mit. Die Jugend der Tugendalijah kommt meist ans den Bünden »nd stellt eigentlicii eine Fortsetzung der chal.nzisd)en Idee dar„ so wie sie vor in den zionistisäM Bünden geformt wurde. Die Hilfe, die ihr die »Trennde imd Göitner der Ingendalijahznkommen lassen, wird'von der Jugend selbst nicht als Ilnterstütznug in irgendeinem philanthropischen Sinne empfunden. Die Jugend wächst frei und glücklich heran, und rechtfertigt so vielleicht den Ansspruch Martin Bnbers. daß sie eine „Glückäiance der Blenschheit" ist. . - Eva Stern ergänzte dieses Referat durch eine Schilderung der Jugend in Palästina. Da sie selbst eben erst von einer Palästinareise zurnckgekehrt ist. war ihre Schilderung besonders lebensvoll und wirklickikeitsnahe. Der unmittelbarsten Sorge aller Eltern, deren Kinder drüben leben, begegnete sie mit der Fesisiellnng. daß die Tugend, die mir in festen jüdischen Siedlungen nntergebrädsi sei, ungefährdet lebe, und daß unter der Lbhnt der „Ntutter der Ingendalijah". Miß Szo ld. für ihre Sicherheit llnbedingt gesorgt sei. Bon den Sorgen der , letzten unruhigen Wochen ging Eva Stern zu einer Sckiilderung des Lebens bis zn dieser Zeit über^ von dem sie ein außerordentlich eindrucksvolles und erfreuliches Bild entrollte. In starker und ernster Beziehung zur Arbeit imd zum jüdisckien Wissen werden aus den Kindern, die hinübergeschickt werden, sehr rasch reife, nachdenklickze und selbständige Mensäien. Rach der zweijährigen Ausbildungszeit werden die meisten von ihnen von den landwirtsäiaftlichen Siedlungen mit größter Freude ausgenommen, da es sich um ausgezeichnete, gut gusgebildete jiinge Menschen handelt. Gegenwärtig werde auch der Versuch einer Kollektivsiedlung der Ingendalijah gemacht, aber in keinem Fall werde daraus die einzige Form der Unterbringung dieser jugendlichen Menschen entstehen. Im Unterschied zu der Einwanderung der Alten,, die das. Land brauchen, und die nur unter Anspannung, vieler Kräfte des Jischuws drüben zu absorbieren sind, sei die Ingendalijah eine Gruppe, die nicht nur ihrerseits das Land braucht, sondern die auch das Land .selbst braucht. Tie Erfolge seien so befriedigend, daß sie zu weiterer umfassenderer Arbeit ermutigen. ' Rack^i den Referaten, gelangte der Jugendalijah-Film „Aufbruch der Jugend"-, zur Ausführung.. der von geschmackvollen Rezitationen von Edith Herrnstadt-Lettin gen eingeleitet wurde. Ter Film, der von Lou Landauer gesäiaffen und. von Eva Stern be- . arbeitet wurde, zeigte ohne falsck)e künstlerische Prätentionen das Leben der jüdischen Jugend aus. Deutschland, wie es sich in Palästina gestaltet. In ungekünstelten, schönen Bildern führte er in bunter Folge ernste Arbeit auf dem Felde, bei den Büchern und fröhliche Feierstunden vor. Znm Beginn der Veranstaltung und während der Vlnfführnng sang der Sä) ulchor der Schule R v ke st r a ße. ergänzt durch einige Kinder der Kaiserdamm-Schule, unter dem .Chorleiter Sck) rer ber hebräische Lieder, die jeweils Hissend zn den Bildern ausgewählt waren. ' KALENDER Juni 1936. Ssiwan 569^ 6. Sonnabend 16. Wochenabschnitt: B’haalotcha 4. B. M. Ö—12 Haftara:. Sach. 2,i-1—4,7 Pirke Awoth II 13. Sonnabend 23. Wochenabschnitt: Sch’lach l’cha 4. B. M. 13—15 Haftara: Jos. 2 . ' Neumondsweihe - Pirke Awoth III , 18. Donnerstag 28. Jom Kippur Katan 20. Sonnabend 30. Wochenabschnitt: Korach 4. B. M. 16—18 Haftara: Jes. 66 1. Täg Rosch Chodesch Pirke Awoth IV Tammus 5696 21. Sonntag 27. Sonnabend 1. 2. Tag Rosch Chodesch . 7. Wochenabschnitt: Chuk» kath 4. B. M. 19—22,1 Haftara: Richter 1.1,i-88 Pirke Awoth V Neues Leben auf dem. Balkan In Bulgarien, wo. ungefähr 45 000 Inden leben, deren Gesdiichte bis in die Frühzeit des Lau»' des zurückreicht. Haber, sich neue bedeutsame Ent- Wicklungen vollzogen, '-über die Adalbert F o r st - reute r in einer Studie „Bulgarien und seine kulturpolitische Zeitivende" („Nationalsozialistische Monatshefte",- 7. Jahrgang. Nr. 74) berichtet. Kaum jemand — erklärt Forstreüter — weiß zum Beispiel, daß Bulgarien eine echte und rein nationale Banernrevoliition hinter sich hat, die nur deshalb scheitern mußte, weil unter dem Einfluß bolsd)ewiftischer Störungen vonr Osten her ein gesdiichtlich notwendiger Prozeß umgefälscht wurde. Der gewaltsame Tod dos Banervführers Stambuljiskh war nur das Gleichnis eines zu frühen und darum rmzeitgemäßen' Versuchs. Bulgarien seine vom Völkerschicksal vorgesehene Form zu geben. Bezeichnend ist. daß. der Fasdiismns gerade in Bulgarien nickst recht hat Fuß fassen können. In den praktisckien Dingen ist der' Bulgare sehr nüchtern. Das positive Beispiel entscheidet. Die Vorbereitungen und Planungen für einen nationalen Rundfunk sind weit vorgeschritten. Eine reiche Literatur über Volkstum und Brauchtum' wird im Lande verbreitet. Die Wirtschaftsfragen untersucht man nicht mehr allein vom Standpunkt der gängigen Wirtschaftslehren, sondern mehr, und mehr' unter steter Berücksichtigung, der gesamten Leistungsfähigkeit des Volkes. Kurzum, überall geht man vom Eigenwertigcn aus und vergleicht mit den großen europäischen Zeitideen. Sehr fesselnd ist es. die heutigen Urteile über ehemalige politische Führer zu hören. Man sucht Stambuljisky gerecht zu werden. Heute erst ahnt man, daß er.-abgesehen von der russischen Ideologie. in seinem Handeln artgerecht war. Dian kritisiert die autoritäre Form nur nach dem Blaßstab der großen Führerpersönlichkeit. Im Gefühl des Volkes wird die Zeitwende deutlich empfunden. I In den Gedanken der intellektuellen Schicht wird noch mit Spitzsindigkeiten gespielt. Dort, wie überall, zeigt es sich, daß der im ausgehenden Zeitalter befangene Mensch nur scknver die ganze Freiheit des Denkens und Nenordnens gegenüber alten Dingen gelvinnt.. Männer machen di'e Geschichte überall, und ein jugendliches-Volk mit schöpferisdhen Kräften begabt, prüft eifersüchtig. . wo die starken Führernatllren heranwachscn. Der Balkan braucht sie. 'Bulgarien mittendrin, getragen von einer fühlbaren Welle großer Frühgeschichte. wird sich immer mehr lind mehr bewußt. daß eine neue. Ordnung der Dinge Personlid)kciten großen Maßstabes nötig hat. F. F. Im 14. Bande der neuen, mit Unterstützung des Kantons Zürich erscheinenden Ntonumentalansgabe von Gottfried Kellers Werken vervffent» licht der Herausgeber, der langjährige Schweizer Universitätsprofessor Jonas- F r ü n k e l, zum ersten Male Gedichte Kellers in ihrer ursprünglick)en Fassung. Postschlüsse nach Uebersee Vorbemerkung: Diese U.ebersieht erscheint wöchentlich. Sie-ist ohne Gewähr. Postschluss _für Luftpostsendungen ist in Berlin beim Postamt C'2. in Frankfurt-Main beim Bahnpostamt 19\ oder Flughafen. Finwurf bei anderen Postämtern oder in änderen Orten bis zu 1 Tag früher als hier vermerkt. Nordamerika a) Seeweg _ 1. d. ah Berlin: 1. 6. ab Hamburg 19 Uhr st,A<,uitänia " 3. fk ab Cherbourg) 9. 6. an New-York 5. ß. .. .. 19 Uhr („Bremen" 6.8. „ Bremen) 12.6. .. ,8.6. .. 8.6. „ 19 Uhr („Normandie" 10.6. „ Le Havre) 15.6. b) Luftweg 29.5. ab Berlin; 30. 5. ab Köln 'Flughafen-) 10 Uhr; 30.5. ab Cherbourg''Schiff): 4.6. an New-York (Zuschlag auf Auslandsporto 15 Pffür je 20 g; Leitvermerk „Mit Luftpost ab Köln zum Dampfer‘ ) Südamerika, , a) Seeweg 29.5. ab Berlin: 30. 5. ab Hamburg 8 Uhr -Schiff 2, 6. ab Lissabon) 15. 6. an Rio: 19.6.-' an Buenos Aires . 1.6. ..; 2.6 .. 9 Uhr 'Schiff 4.6. „ Genua) 16.6. „; 19.6. „ 3.6. .. ... : 4.6. „ 19 Uhr (Schiff 6.6. Boulogne) 22.6. .. .. . 26.6. b) Luftweg 30.5. ab Berlin 9 Uhr; ab FrankfurtlMain 13 Uhr (Französische T.uftposD, Laufzeit 5 Tage 1.0. .. .. 21 Uhr: .. „ 21 Uhr 'Deutsche Luftpost), .. 3 (Zuschlag auf' Auslandsporto nach Brasilien 1,25 RM für je 5 g, nach Argentinien 1,50 RM für je 5 g) Südafrika a) Seeweg 2.6. ab Berlin; 3.6. ab Köln-2.1 Uhr; 5.6. ab Southampton (Schiff), Laufzeit ca. 15 Tage b) Luftweg 30.5. ab Berlin 10 Uhr 15 Min.; ab München 13 Uhr, Laufzeit 8—9 Tage •3.6. „ „ 10 Uhr 15 Min.: „ 13 Uhr, ,. '-ß—9 (Zuschlag auf Auslandsporto 35 Pf. für je 5 g) Palästina a) Seeweg —29. 5. ab Frankfurt Main 19 Uhr; 30.5. ab München 9 Uhr (Schiff 31. 5. ab Neapel), 5. 6. an Jaff 30.5. „ Berlin 16 Uhr: 31.5. .. 9 Uhr 'Schiff 2.6. „ Piräus!. 6.(5. 2.6: .. Frankfurt Main 19 Uhr; 3.6. „ „ 9 Uhr (Schiff 4.6. „ Brindisi!. 6. b) Luftweg 2‘.‘. 5. ab München 18 Uhr Laufzeit bis Jaffa 2 Tage 25a 5. .. Berlin - 6 Uhr: 30.5. ah München 16 Uhr, „ Jakfä 2 „ 31.5. .. Berlin io Uhr „ .. Jaffa 2 „ 2. (5. .. München 16 Uhr . „ „ Jaffa 2 „ 3.6. „ Berlin 6 Uhr - Jaffa 2 „ 4.6. „ Berlin 10 Uhr: 4.6. ab München 18 Uhr. .. .. Jaffa 2 „ (Zuschlag auf Auslandsporto 10 Pf. für je 5 g, mindestens 15 Pf.)

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