Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1936-05-22 · 21 (22.5.1936) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
21 (22.5.1936)
Date
1936-05-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2277379-2278137-2278158--10895-2291061
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

brr 'ciflnirn Persönlichkeit flrfnh'ff. um das diene, -bno-• ciitiut .UOv-nuK-- mm Ideen ,innfj>anm\n, aitividjion nnll, anüsagen ztt könne''.. Vergeblich dnrchsniht Niahler bio gartze Literatur mich Worten seiner Einpsindnng und mnj} [id) bann seine Texte teilweise erst seit er ablanscheu. Ptusitalisch wagt Mahler noch einmal äußerste Konsegnetiz (und wir fühlen imd - wissen heute, daß es dann keine ^Steigerung mcijr geben konnte): schon äußerlich, in der äußersten Weitung der Form, der quantita» twen, Ausdehnung, der Entfesselung eines riesigen Orchesters, dem.die Stimme eingeordnet, wird. in der Freiheit der Rhythmen, der Saüanordnnng, VUf das gehört im Prinzip der Zei t zn. die n n bla hier nur einen i hrer strengsten Vollstrecker fand. Au'Eigenem gibt er: Tie Ekstase, die Wendung zum Uebersinnlichen. den Hang zu mystischer 'Versenkung. Tamit dieser ..Blick hiimnelan" nicht zur Verstiegenheit werde, gab cs unenträtsel'bare Begnadung als Ausgleich: die Naivität, die allen Großen'eigen ist. die tiefe Naturverbundenheit: ..Alair ist sozusagen selbst nur eilt Instrument. aus dem das Universuin spielt", schreibt er an die Lahr-Mildenbnrg und an Richard Batka: ..Sie (seine Musik) ist immer und überall nur Natnrlaut." Ein bedingungslos hingegebenes, aber ganz nitsentimentales. reflerionsloses Gefühl spricht unS hier an.. Und wieder ift nichts bezeichnender ■für die Bindungen, das Verhaftetsein des Musikers Vlahler an seine Zeit, als daß Mahler im milsifalischen Altsdinck seiner Lieder nicht zu der hvlzschnittartigen Ernsthaftigkeit der älteren Kunst findet, daß er nicht „naiv", sondern in der kompositvrischell Fassung nur „sentimental" sein kann. Weil das all der Zeit lag. sind Parallelen zu andereil. die als Hieaktion auf ttebersteigerung „volkstümlich" schreiben wollten, in Fülle gnszeigbar. Ans diesen zlvei ertrem gegeneinander stellenden Z'lnsd.rncksbereichen ergibt sich die Zerrissenheit vieler Mahlcrscher Sätze. GS sei nicht verschwiegen, daß man bei ünS vielfach hieraus und aus manchen Mahler eigentümlichen Melodiewendnngen „jüdisches", ja Chalsidisehes in seiner Verzückung. in der schwankenden Unsicherheit der Gefühle ablaS. Telitnngen. die sich jedes Beweises und damit der Widerlegung entziehen. Bon „Vollendung" zu sprechen, ist kaum möglich. Sie blieb llieht nur der jähen, suchenden Natur NiahlerS vorenthalten, sie konnte unseres Erachtens der ganzen Epoche nicht zuteilwerden. Also auch hier nicht „Tragik" des einzelnen, sondern Geschick aller, . welche das Neue erahnten lind ersehnten, aber nicht mehr anfrichtell durften. Tic Zeit ließ als Wahl: erhitzte Nebertreibung. die ins Aeußerliche stoßen mußte, oder lailgsäme und von Resignation umschattete Abrnilduilg. Und hier scheinell liilS aitd) bei Ntahler die »Gegensätze all vereint", im festlichen, vielleicht zum erstenmal ganz problemlos dahinrauschendcn Hymnus der Achten Sinfonie, stärker noch in dem stillen, zarten Abgesang des „Liedes von der Erde". Nicht Vollendung, wie es . die Ungestüme Jugend Mahlers erträumte, aber Abschluß und Abklärung. Wir glauben Mahlers Gattin: „Tie Vorliebe für sentimentale Künstlerlebensläufe hat verflicht. Gustav Mahler zu einem großen Unglücklichen zu stempeln.''Tas ist Jrrtliin. Er war heiter. aktiv. .. eitergiseh. Selbst das schwerste Leideil des Künstlers, der Zweifel Späte Ernte ir bleiben nicht am Anfang stehn. Wir fügen uns dem Weltgeschehn in schweigendem Begreifen. W ir wachsen in die Zeit hinein. Mag unsre Frucht äuch bitter sein: . Wir reifen. Wir reifen. Unsres Samens Spur ist ausgestreut in Feld und Flur Vom Wind, der ihn verwehte. Wir richten Herz und Haupt empor untF flüstern dicht an Gottes Ohr, Wir beten, dass die Saatgedeih* und dass die Erde fruchtbar, sei in unsres Herzen«? Garten. Wir ranken hoch zur -Ewigkeit. In uns die Zeit. Wir in'der Zeit. Wir warten. Wir warten, bis wir herbstlich spät dem Eine 1. der uns ausgesät, als Frucht zurückgegeben. Wir reifen in die Zeit hinein. Und mag sie noch so bitter sein: Wir leben. Edith L. Meyer NN seinem Genius, befiel ihn Nur höchst selten tmd gab ihn bald wieder frei. Er glaubte an sich. Und er mußte an sich glauben ..." - Und-die Zeit hat Gustav Mahlers Glauben an sich recht gegeben. Ein unbekannter Satz aus Mahlers„Klagendem Lied" Tie Literatur über Gustav Mahler enthält die Bemerkung.-daß der Siebzehnjährige die Sage v o n d e m s i n g e n d e n Knochen als ein dreiteiliges Märchenjpief für die Bühne geplant hatte. In Jglan. dem Aufenthaltsort feiner Jugendzeit. sollen die Erzählungen einer Küchenmagd au?'dem Nachbarhause das größte Interesse des Knaben gefunden haben. Vielleicht ist hier schon die Bekanntschaft mit dem tragischen ctoff erfolgt, doch wird zweifellos die spätere Lektüre von Bechsteins Märcheniammlung erst die endgültige Anregung zu jenem Werk gegeben haben, das unter dem Namen „Tas klagende Lied" bekannt wurde. In feinen beiden Sätzen wird.erzählt, wie ein Spielmann einen kleinen Menschenknochen findet, ans dem er eine ry(üte schnitzt. Als er zu blasen beginnt, ertönt die Klage eines Erschlagenen, den sein Bruder wegen einer Blume getötet hat. mit der man Königin und Thron gewinnen kann. Ter wandernde^-Musikant erscheint zur Hochzeitsfeier im Schloß des funqvermählten Paares, die Flöte wiederholt ihr furchtbares Lieh und beschuldigt den König des BrndermordP», bjs der Bau versinkt und das Vergehen bestraft ist. Am I. November 1880 konnte Mahler dem Rechtsanwalt Tr. Emil Freund den Abschluß der Komposition, mitteilen: „Mein Märchenspiel ist endlich vollendet — ein wahres Schmerzenskind, an dem ich/ -schon über ein Jahr arbeite. — Dafür ist es - aber etwas Rechtes geworden. Mein nächstes ist: Tie Ausführung desselben mit allen nur erdenklichen Mitteln zu betreiben." Von seinen.Frühwerken gehörte die Partitur zu jenen Arbeiten, die Mahler stet-? der Verössentlichung und Darbietung iür würdig hielt. In den biographischen Notizen. die er im Dezember 1806 dem Berliner Komponisten und Musikkritiker Mar Marsck)alk übersandte', entschied er selbst über die Bedeutung des Stückes. -' > ..Mein erstes Werk, ln dem ich mich als Mahler' gesunden, ist ein Märchen für. Chor, Soli tmd Orchester: Tas klagende Lied! Tiefes. Werk bezeichne ich als opu- I." Tiefe gedruckte Fassung des „Klagenden Liedes". die für sämtliche bisherigen Aufführungen verwendet wurde, besteht aus zwei Teilen, mit dem . erwähnten Inhalt. Ter angeblich . geschriebene, aber fehlende Abschnitt hat verschiedene Ansichten über Umarbeitungen des Werkes verursacht., bis vor einigen Jahren die .Entstehungsgeschichte durch neue Vtahler-Manuskripte geklärt wttrde. die der Brünner Musikschriftsteller Hans Holl an d e r publizieren.durfte („Tie- Musik", Berlin... .10-28) Jahrgang XX, Heft'11). Unter diesen Jugendbricfen an Anton Krisper, einem Studienkollegen am Wiener „Konservatorium, befand sich, midi eine ..Ballade "vom blonden und braunen Reitersmanu" — nenn sechszei li ge -Strophen, die den Tert jenes vermißten nutzes bildeten. Tie handschristliche Partitur war im Besitz, von Mahlers Schwester. Jnstine Mahlcr-Rosö. welche die. Welt-Uranssührung in einer tschechischen - tmd deittfchen Sendung der Rnndftlnkstation Brünn gestattet hatte. , Bon den drei vollendeten Abteilungen....Waldmärchen", „Ter Spielmann" lind „Hochzeitsstück" betitelt, hatte Mahler nur die beiden letzten Sätze — Bericht der Flöte und Untergang des Mörders — für den Druck bestimmt. Im Gegensatz zu der balladesken Form, die in der überlieferten Ausgabe zur Kenntnis der Vorgeschichte gewählt wurde, bot die ursprünglich vorgesehene Einleitung den Grund und Verlauf des Mordes. Zwei Brüder ziehen in die weite Welt, um jene rote Blume zu suchen, deren Besitzer die schönste Fratl ztt erringen vermag. Der Jüngere findet bald die ersehnte Blume, legt sich unter einen Weidenbaum zur Ruhe und wird im Schlaf von seinem Bruder erschlagen, der nun. die verheißene Braut erhält., die bei Mahler zu einer stolzen Königin wurde. Mit Ausnahme eines marschartigen Fanfaren- Motivs, das als.Hauptstimvol des Satzes erscheint, hat das „Waldmärchon" thematisch-feinen autfallenden Zusammenhang mit den folgenden Teilen. Aber der musikalische' Grundcharakter beruht auf jenen Stimmttngswerten. die im „Klagenden Lied" und in anderen. Kompositionen als tvpischer Mahter-Stil 'bezeichnet werden. Glanzvolle und mystische Bläser. Mahlersche Triolen. Jnstrumentation und Harmonik, dtimpfe Marschrhpthmik und äußerlich-dekorative Tramatik. volksliedhaite Wendungen und zarte Melodik. Tonmalerei, wagnerisclie Chöre und Ensembles sind die wesentlichsten Merkmale der' Partitur, die eine für die Mahler-Forschung wichtige und wertvolle. Studie mit einzelnen genialen Mvmentett ztt nennen ist. Tie Frage, ob der neue Satz bei künftigen Ausführungen des „Klagenden Liedes" berücksichtigt tverden foff, wird durch Mahlers eigene Entschei- . düng überflüssige Die strenge Selbstkritik und der unabänderliche Wille des Komponisten erlattben nur die Darbietung dieses einzelnen Teiles für einen.Kreis von Interessenten, denen die No- ...vität.hoffentlich lwld im Truck erreichbar sein wird. Dr. Gerth-Wolfgang Barueh, Prag. Tie englische Zeitschrift ,,M u s i c a 1 T i m e s" bringt zum M a h l e r - G e d e >t k t a g . einen längeren. Aufsatz von Moseo Carner. der. die Beziehungen Mahlers zum Londoner Musikleben .zusammenfaßt. Rühmend wird schon Mahlers Leistung in Btidapest gedacht, wo er einen veralteten Betrieb auf „erstaunlich hohes Niveau" gebracht habe. In London leitete Mahler 1802 die Scason der deutschen Oper und brachte als HatiPtwerk Wagners „Ring". Begeisterte zeitgenössische Presseurteile werden zitiert. Besonders Finger der linken Hand ausströmenden Erregnngs» wellen direkt die' Saiten ergreifen und das iögenannie „Beben", alio den der menschlichen Singstimme ähnli«.1ien Geiangstvn. hervorhringen. tvährend beim Klavier die starre Tastatur dazwischeiijieht: ..Bet den Bivltitiftett ist iidcrlicmvt die Birtiwfitöt nicht itan; unt» cmv .'Hciultnt medtaniidter- ■ - '.vntiiift'it und l-1püev lahmt. Tie Bivline in ein . - Jiistrumei'u. welche-:- satt menichliche saunen hat ' und mit der ^tintmuna des 2l'u'K’v-> 'iauiiaacn in einem synipalhisclieit Naphert itelst: das geringste Mißbehagen, die leife'-te EieiinNserschiilterung. ein (UseUihlsIiauch. Undel hier einen nniititteldaren ' Widerhall, und das fan,unt wehl daher, weil die. . Binline. so' ggn-, nahe an nn'ere Brust gedrückt, auch unser EerNN'N'eü veniiinm!.. 2u-j ist jednUi mir hei- Künstlern der ,'vall die nnrfhct) ein New, in der Briist traac.it,. weähes fli’p't. die iiderhaunt ' Neher ' Sinn und ttöeri einer ' v i r t n o i e n 'Technik leien wir in einer allerdings ipaiet nt die Bucha iisgabe n:-.'n alifg'ennn.tineneii Befpreduing eines Lttzt-uiavierabends: ..Es ist hnirctdic,u\ daß der Mn'cker ie:n Instrument ganz in der Gewalt habe, daß man des materiellen Bermitte.Ins ganz nergeüe und nur der G e: st vernehmbar werde." .. Bkan 'beacnie-cheit geintge.it Tiechlick an einer Bemerlnng über die innere Ir e i h e i i des Btr- 1 u v \ e ltiui r t r a g es: . 2'2-a - in in der KunN das Eaai'ie? Tas was auch inalten anderen -Mgitisestarioneit des Gebens das Enchn.e... i'l: die >-.'!diihewnßte -Freiheit des Gettzes. -Ruht nur ein Musikstück, das an der Fülle zenes Teld'tdewitßi'eiits kmnvt'niert werden, lendern auch der dheße Vertrag desselben kann als das tur.’hitu'ih >an.h«:e'hetrawiet werden. UTr.n uns daraus ,ein > wunder'ame Nnendlichteiishainn an« weh! der üttmitterear.bekundet., daß der Erekulant mit dem Keu-.n.-i'.i'ieu an' der'elden t'reten Gentes- Hi'he nein, daß e«. eben'alls ein freier iü". Wenngleich «Heine offenbar wenig Gelegenheit hatte, llatfifche. od> r zeilgenöfsttche neuere Mutik zu hören, io flöße:! :: :r doch bei der Erwähnung'von Kont'.'vn:'te!:ver'.".nichke:ten aüE sonderbar erleuchtende llrtene. r-.-u 'eer dein Tieiner beifpielswei'e die ~ Euzennunn.lilenen de-- „ letzt e n B-e e t H o-v e n" unu:!:'.' e.ufgegaiigeu waren.- bezeugt nun er:.:::::::: 'ouzender Pa"tt-5: den Kops schütteln. jZür mich ist. es ein sehr bedentiingsvoller llmstand. d.aß Beethoven am Ende .seiner Tage taub ward, und sogar die unsichtbare TvNwelt keine klingende Realität mehr tür" ihn Hatte. Zeine Tone waren nur noch Eriiinerungen eines Tone«. Gespenster perschotlener Klänge, und seine lebten 'Produktionen tragen an der Stirne ein unheimliches Totenmal.' Zu einer Zeit, in der die problematische Musik eines Hektor- Berkioz,- besonders in seinem Vaterlande. nmkampst und iimstritten wurde, sindet Heitirtch Heine in seiner seither berühmt gewordenen Besprechung unerachlet echt Heinescher Hyperbeln...innigst' verständnisvolle und icharitresiende Worte lind Bilder! Er spricht von einer „kolossalen 'Nachtigall", einem ,.Sprosser von Adlersgröße', er entbeeft etwas Urmeltliches. Antedlduvianisches in Berlioz Sinfonien, fühlt sich an Babylon, an. die hängenden Gärten der Semiramis. die Wunderwerke von Mi.zraim. erinnert. „Seine Geistesrichtung ist das Phantastische. nicht verbunden mit Gemüt, sondern mit Senttmenlalitat. — wenig Melodie. — wertig Schönheit.' Man könnte es heute in allem Wesentlichen nietit besser tagen.'— Das Blerkivürdigste aber folgt, immittelbar: es ist-das k'uhne. harte, fast provhetiich vorausschanende Urteil über Heines hochgeseierten. gerade (1844)' im Jenith ietnes Mtihmes stehenden Stanrmesgenvi'eii F e l i r A! e n d e l s i o h n , in dessen Berliner Elternhati'e ja der junge Dichter öfter zu Gast war. Nachdem der Nlnnkretereitt die „echte Schönheit' der ^.-moll-Sinionie gerühmt, führt „Mendelssohn bietetuns immer Gelegenheit. - über die höchsten Probleme der Acnhctik uachzudenken. Nanientlictt werden wir bei ihm immer au die große sZrägc erinm!l-l: ivä» ist der Unterschied zwiscltcn Kunst und >'iige?. 2>2-ir beiviiiidern bei diesem 'Meiner sein großes Talent für Jorm. siir -Ltitistik. seine Bcgabnis. nät das Ülnßervrdentliäie anziieigiicn. -seine reizend schöne llaktii'r. sein seines Eidectiienohr^ feine zarten Fühlhörner und, seine ernstha'te. iw' möwte. 'aß - sagen Zudnscrenz. Sn wen wir in eincr Scliwenerkniist nach einer analogen Ericheinniig. io iindeii wir sie diesmal in der Dtchtkiiiist lind sie heißt Ludwig Tieck, Auch diele.r Meister wußte immer das B-orzüglichste revrvdnzierei'.. und — und er hat doch nie etw> geichaf'en . ums die Blenge benvang und lebend blieb ui ihrem "erzen Tem begabteren Biendel lolni N'üide e- Nt.on ,her gelingen etwas Bleibe näeb't Weuno-.:t und rvideufchan verlangt wir - Gewiß, an der Erkenntnis der durchaus vriginalen schöpferischen Persönlichkeit eines Aecndelsföhn, mußte Heine Vorbeigehen, wohl schon mangels einer ausreichenden Bekanntschaft mit dessen Werken, und mit Recht erscheint uns heute die Parallele mrt dem schwächltch-epigoualen Tieck verfehlt. s2lbcr die eigentliche Tragik -und Begrenzung der Kompönistenerscheinung Mendelssohn. die es auch für uns trotz allem berechtigten Stolze auf., ihn und aller hohen Berehrrmg und Liebe, für ihn. heute zu erkennen — richtiger erst anzucrkennen — gilt, ist: der Mangel echten, tieien Erlebnisses bei allein Adel und aller.Schönheit der Form, die Abwesenheit einer wahren Knnstbesessenheit. einer tiefer in die Ntustkerseele eingreitendeit Leidensckxtfk die allzueuge, an ein allzu kurzes, allzu glückliches Leben gebundene Entpsindnngswelt. Und daß aus solchen innermenschlichcn Gegebenheiten niemals die Leidenschaft und Glut einer dramatischen Bühlteitschöpsung entspringen konnte, das hat der hellseherische, ganz „nnmusikalisck)e" Dichter schon drei Jahre vor dem Tode seines großen Zeitgenossen, ausgesprochen.- Weite eineL Künstlerpersönlichkeit. Erlebnis- -krast und geistieger-Tieiblick avcr-sind Gaben lind Besitztümer, an denen es gewiß dem strengen Kritiker im Dichter Heine nicht gefehlt, hat. - (Dir Vniiffatflichung riurs ztedten. >»it <irv rnr- .I,if-ni-n ..Iirine viul .vnnr K'imptmisltV' a:cnJ tlcmifr hst im. ,.M o > g c «'' erfolgen.) '- Text und Lied Ausgehend von der Tatsache, daß bei der deutschen Tichtcrakademie eine Anregung eingcgangen ist. deit alten ins Volk cingcdrungenen Vertonitngcn vieler-Gedichte des jüdischen Dichters Heinrich Heilte, die von deutschen Atetstcrn geschasseit worden sind, „neue Lieder aus deutscher.Feder und dciitsehein Herzen" unterznlegen. erörtert Börries v. Bi ü n ch h a u i e n in der",. Deut s ch e n Z u - l u u st" vom 8. A!ai 1086 diese Frage. Er erivähnt dabei einen Artikel von Georg Spandau im .. T e u k scheu P o d i n in ", der dieselbe Forderung vertritt und der meint, eilt „nichtdeutscher Dickiterling Iiat liniere Sprache zu solch gemeinem Zwecke benutzt und herabgeioürdigt, ein jüdischer Sndelkoeli. dem deutsches ^lpeseu uisd dentiche b. Sprache nickns weiter - waren-"als ein' Rock, den man ^beliebig ivcchsclt". wie auch „aus den reichinteressant der Bericht des Kritikers von day Times“, Herntan Klein, der fj?ine_ Mahler« Eriititerungen auch in einem Buch „Das goldeng Zeitalter der Tper" niedergelegt hat. Klein be-»." schreibt ein Interview mit Mahler, bei dem dig große Bescheidenheit des schon Berühmten cnif-, fiel, wie ihn Alahlers unermüdliche Begierde, nur Englisch zu sprechen, um möglichst viel voll der Fremdsprache zu prositiereu, amüsierte. Klein war auch bei einer. Probe zu „Tristan". Hiev ging ihm das Geheimnis, von Mahlers „magnet,^ scher Macht und .seiner technischen WeisterschailJ auf. Schließlich wird noch Mahlers „Fideliv"^ 'Ausführung gedacht. Das Werk wtwde hier,ziinr ersten Nlale in Deutsch gegeben, da es bisher nur in Italienisch gesungen, wurde. . . . ' Max Ettinger Nach persönlichen Gesprächen Ter feit Jahren in der Schweiz lebeube öster-rcichlschc Kvmpoiiist'Blar E 11 in ,z c r . dekaniit durch seine früher i» Tcutschland viel gespielten Lpern ..Juana", ..Judith", „Elaviezv", ..sZriihlinqs Erwachen" wurde für seine neue «Üver ..Tolvrcs" mit dem T Peru Preis her E m i t - H e r tz k a - Stift u n fl aiiskzezeichiiet. Preisrichter waren Wellesz. Zemlinsky,. Rankl, Wallcrstcin, Krcnek. Tr. Selzcil. Mar. Ettinger. als Lestcrreicher in Lemberg geboren und seit 1080 in Ascona ansässig, stammt ans religiösem. Hatis und genoß als Angehöriger einer altbekannten jüdischen Familie eine.streng orthvdore Erziehung. Von früh an galt seine Neignng der Musik. Llnvohl ein schweres inneres Leiden, das ihm den Verlust des einen Lungen-. flügels braute, in den Jugendjahren keinen regelrechten Unterricht erlaubte, hat er doch schon als. reiferer Knabe in der Hauptsache autodidaktisch das G e i g c n s p i e l soweit erlernt, daß er Werke wie das Becthovensche Violinkonzert oder die Bachsche Chaconne beherrschen und vortragen konnte. Erst iniidiimiirfmiirimifmiimimiiimimiiimnifiifiiiifriiiiiimiimmna Veranstaltungen zum Mahler - Gedenktag Aus Anlaß der Wiederkehr des Todestages von Gustav Mahler veranstaltet der Wie ne« R'u n d funk ant 22. Mai (20 Uhr 20 Min.l einen Gnstav-Mahler-Abend. Rosette Anday singt „Lieder eines fahrenden Gesellen". Tie Wiener Sinfoniker bringen unter Leitung von Bruno Wa lter die 9. Sinsonic von Gustav Alahler zu Gehör.. Ter . Prager Sender überträgt am 26. Mai. 20 Uhr."> Nein., eilt Sinfoniekonzert der Tschechischen Philharmonie unter Leitung von Alerander 'Zemlinsky. Aus dem Programm steht die 8. . Sinionie von Gustav Mahler. . Im Nahmen der unter dem Ehrenschutz des . Bundeskanzlers von Schuschnigg stehenden Feierlichkeiten ans Anlaß des 28. Todestages Gustav Atahlers, spricht Bruno Walter ani 17. Mai in Wien über „Gttstav Mahler — Erinnerung, Betrachtung tmd Bekenntnis". Konsselvitzky brachte mit dem Sintviiievrchester Boston das?ldagiv der Neunten - Sknsonie von Atahler,. .Jlusicnl beade,-" schreibt: „Tie ge» sammelte Rtihe, mit der das Publikum namentlich den Schluß horte, ivar ein Ehrentribut fite Mahler." Bruno Wo lter dirigierte in Wien Gustari - Mahlers VIII. Sinfonie. lich gesühlsduseligen Text'der Loreley körnten wir gern' verzichten". Münchhausen äußert sich über den möglichen Erfolg dieses Vorschlags zumindest sehr skeptisch. Zwar gibt er den Anregern recht im Hinblick aus die menschliche Werttmg HeineS, indem er ihn be-' tont einen „Schweinehund" nennt und sich dabei insbesondere auf Briefe stützt, die dieser an Meyerbeer gerichtet hat, aus denen hervorgehe, daß er ein „niederträchtiger. Erpresser und käuflicher Zeittingsschreiber" gewesen sei. tmd er sagt auch: „die Rasscnfrago als solche steht hier nicht zur Aussprache": aber vom ästhetischen Gesichtspunkt tmö aus der Erfahrung werde man teststellcn können, daß „das Unterlegen neuer Gedichte unter alte Weisen zu den schwierigsten Ausgaben der Dichtkunst" gehöre. Für ganz unmöglich hält er es freilich tticht: es könne aber „nur echten Tichtern gelingen, niemals aber denen, die so ans Begeisterüng die Sache auch mal vernichen ivollen": man, müsse „hier dringend vor uuziiläüglichen Versuchen warnen". Börries v. Münchhansen meint, es liege so. daß das ursprüngliche Gedicht „wie die Wurzel tit, aus der sich der Vertoner Kraft. Stimmung, ja. alle Lebenssäfte zu dem S t a m m seiner Weise holte, und daß dann in der Bereinigtmg beider, der Blüte des vertonten Liedes, sowohl die Kräfte und Säfte der Wurzel wie die des Stammes vereinigt erscheinen", und daß „eben ein echtes Gedicht immer ant mehrere Arten anizttfassen" fei. woraus sich die verschiedenen Vertonungen-durch anders geartete Tonsetzer erklären. Börries v, Münchhausen also hält die Ausführung des Plans für schwer, wenn nicht unmöglich au-» ästhetischen, Gründen, aber auch aus einem anderen: er glaubt. 'jeder Fretmd der Dichtung und. weildiese Lieder auch im Ausland gesungen werden. ..darüber hinaus jeder, dem an unserem Ansehen in der Welt da draußen liegt, muß hier bringend vor ttuzulänglichcn Bersuchen warnen". "ru Uebrigcns schließt sich mit einer Glosie -..Tert und Melodie" in der Ausgabe vom (0. Mai der ..Dentschen Zukunft" Arthur Luther .dem Dickster v.'Münchhausen an, indem er eine Reihe von anderen Beispielen nennt, wo sich die Ntanaef guter deutscher Torte bei de»tsehen Musikwerken zeigen: io'erwähnt er'Mozarts ..Ton Giovanni", denen Terlbüch ja italienisch ist nitd von dein Inden. Ta Ponte stammt, und meint schließlich, man müsse eben das geistige Cpfcr bringen, die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.