Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 21 (22.5.1936)
- Date
- 1936-05-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Die Sammlung Oppenheim Zur Münchener Versteigerung vom 18. bis 20 Mai Tie Kunsthandlung Julius Böhler in Mäiicheit veranstaltet vom 18. 'bis 20. Blai die Bullion der' Sammlungen von Bk a r g a r e t h e -O p p e n - h? l "l. die d a s >v i dj t i j-j st c (s r eignis d r s d i es fa h r i g'e u de u t s-rh c u K u n st in a r f .• t c § zu Werden verspricht. 3teilt doch diese Knlistgetvcrbekollettivn svivvhl zahlenivie gnalitätsnnnßig vielleicht die letzte große Berliner- Sammluiitz aus der Bern Wilhelm v. Bvdes dar,' tragt .che doch^ deistlich genug den heute selten geworbenen Stempel dieser Saminelepvche: nicht. historische Vollzähligkeit und Spezialisierung'' sondern Breite des Blickes, hvchentivickeltes Geschinäcksgesnhl und jenen, Sinn für/ künstlerische Qualisat, -der auch dein unscheinbarsten Stück anl,astet. Bkit Nccht weisen die Pu e s se stimmen des In- und. Buslandes in ihren' Borberichten dieser denkivnrdigen . Versteigerung ans zwei frühere .(Ereignisse des internationalen Knnstmarktes hin: der Name der Sammlungen Lnnna (Prag) und Goldschiuidt- Nothschild (Berlin) ivird da genannt. Tie verstorbene Sammlerin Margarethe Oppenheim -geb. Neichenhcim in Berlin-Walinsee sammelte bereits in den 70er Jahren des vergangeiien Jahrhunderts, und Geheimrat Tr. Otto v. Talke, der für das Hans Böhler in Bkünchen ein Borwort zum Katalog geschrieben, hält es für lvichtig, festzustellen, das; der kostbare Besitz „aus eigenem Antrieb des/kunstsinnigen Ehepaares entstand, durch selbständige, vorsichtig wählende Fachkunde zu beträchtlichem Umfang gedieh, noch bevor sich der später durch Bode im Kaiser-Triedrich- Bknseumsverein verbundene Lammlertreis gebildet hatte." Nicht alles, was im Wannseer Heim der kunstfreundlichen Lppcnheims beheimatet geivescn und zuletzt, im Berliner Schlvßmiisenm als Leihgabe zu sehen war, kommt in Btiinchen unter den Hain- , wer. Tie eindrucksvollen Jamilienporträts zum Beispiel ans der Palette der bekanntesten, für die alte Berliner Gesellschaft tätig gewesenen Maler, sind im Besitz des Schwiegersohnes von Margarethe Oppenheim, des Staatssekretärs Tr.'v. Simson, verbliebeii, manches ist auch nach Köln gegangen,andererseits sind dcrschönen Gemäldesammlung gerade in der letztereii Jeit Noch Werte von Blattet und Eäzanne, zum Teil ans dein Besitz von Titln T n r i e n r - E a s s i r e r, angereiht worden, die sich e'Misalls anr l8. Bkai dem internationalen Knnstinartt stellen werdcit.- Hält man Umschau, so, erfreuen unter den in seltener Bielfältigteil zusaiumengekvmmenen, Erzeugnissen des .Nunstgeiverbes fliarikaien aus der Jrühzeit des europäischen Pnrze l-I aus. Gerade auf diesem Gebiet der Pvrzellantuust ist das. Material./ das dem Sammler und deur viebhaber zur Verfügung stein, durch die starke Konliirrenz der Museen/Europas in,den beiden, letzten Jahrzehnten stark' beschnitten ivorden. Wirtliche Julunaveltt i des Porzellans und nur in ganz seltenen Jällen anzutrefieu, -die Jat>l schlechter Ausformungen oder späterer N'achahnlungen, des Meistener Porzellan? zum Beispiel beginnt bei iveneiu. die ivirllich ivertvolleu Stileke zu iibe.r- >wiegen.Jit der Smninlnng'Oppenheim begegnen wir Inkunabeln, Geschirreii mit^mnsnralrrennrch— die andersrvo in dieser.Bollstandigkeitnicht mehr. anzutressen sind. .. . > ' Wälirend. die getriebenen S i I b e r n r beite n - ei»/giites -Bisch Vvii dein Jorine-ureichluin der deute., . scheu Goldschiniedekunst des 10/ .und 17. Jahrhunderts .geben, findet .man:' doch unteril>>,eu auch die selteneren Arten der flie'nainanee-.Pokale, setze Aleleibecher, einen Apotlzekerbecher in- Mörserform, die nur selten noch als echt vvrkvinmendeu Sturzbecher in Jrauenform. Tas Vielerlei an kleinen und kleinsten, teils kostbaren, teils seliljchten Kuustgegenständen. die in dieser Sammlung unter dem Sammelnamen -?j,G a. l a n t e r i e n" in -neun Gruppen vorgesührt werden, bezeichnet;Olto v. Talke als deit interessantestvn Kern des Oppenheimschen Besitzes, lieber hundert Tosen, als Niechsläschehen benutzte Tlakons. 'Nadelbüchsen, Necessaires und Stvckgriffe sitid aus den verschiedensten Werkstossen gearbeitet, ans Gold, Porzellan. Aechit. Jaspis. Ameklmst-und anderen Halbedelsteinen. Tazu kommt eine stattliche Anzahl von tvertvvlleii Schauiuüuzen. Taler mit biblischen Szenen, eine Seltenheit ist das Bkedaillvn mit dem Bildnis Albrecht Türers aus der Hand eines iiürnbergischen Bkeisters. Tie Bkajvliken nnd Jaheneeir sind nur 'ein kleiner Teil der teramischeu Sammlung im Hause Oppenheim. Ein italienischer Teller kommt nur »och einmal im Berliner Schloß vor, er stammt aus dem Jahre t.'ckst. Arbeiten wie der Judith-Teller aus tlrbino haben höchstens noch in der Münchener Sammlung Alfred Pringsheiin ihr Gegenstück. Tie Zahl und die Lnalität der Kunstwerke-aus der Sammlung Oppenheim ist so großartig, das; in diesem Nahinen nur kurz daraus hingeiviesen werden kann. Tas Schloß-' mn s e n in i it' B er [in, in ivelchem seit etiva 1-"> Jahren die lvertvollslen Sammlungen der Trau Bkargarethe Oppenheim als Leihgabe standen, hat sich bereit erklärt, den Ivissenschaftlich durchgearbeiteten, Katalog zu versauen. Tas Hans Böhler dankt auf der ersten Seile des prachtvoll ansaestatteten Werkes dafür mit den folgenden Worten: „Wir möchten an dieser Stelle de» Herren^ des Museums - sonne Herrn Geheimrat Otto v. Talle für die au dem 'talalog geleistete tvertvolle ivin'eu- .seliastliche Arbeit auirieluig danlen mit> sind iiberzengt, dai; dieser Katalog eine über den, Ziveek, eines Be-rsteigerungsverzeichnine's, . iveit hinausgehende, Bedeutung als toiüeniel-astliches Hiiss'ioer k für den Kenner .und Sammler geivinnen ivird." lir. 01x» Professor Hans Kelsen Ter.. Staats- unE.'. Volk erreckst sl eh rer-,- Hans / Kel'en ist von -der t>eoeeh-.'ei-en-', ''•!egiernng zum vrdeullielieu Prose'sor au de'r deutschen Universilal Prag ernaittit ivorden/ Brosei'or ztel sen,. der "seit ' >!».">:> vkii der Ilinverstlar Gern letirte^ ivar kns zuni . politijckieu llinbruel, au der - >kol-ner Hoeliielmie tätig. I!'-!N ivurde er ani Grund nuuer indisetieu Abstammuug beurlaubt imd-später, in den Nnhesland versetzt. In der Staats- und Bölferrechtsivineniehaii stellt Oelien eine Persönlichkeit dar. deren liervorragende ivissenickiastlielien Verdienste unbestritten sind, deren Lehren aber desto heiliger nmläinpsl iverden: NNr beispielsweise seien seine /st-grke „Ter soziologische und - der juriniiehe Staatsbegriff". „Oritisikie Untersuchung des Verhältnisses von Staat niid Neelit" und ' „Tas Problem der Souveränität" genanuti Wie die Titel schon andeulen. erstrecken sicki die Arbeiten.'Keiselis ans die snudamentalstei, Grnudbegrisse der Neehtsivelt. k'lin bekanntesten ist ivol,l Keliens Grundansfassnng über das Verhältnis von Staat/nnd /stecht geivvrden. Kelsen gellt davon ans, daß die Lst'rsuche von Speneer. Tönnies. Spann. Simmel und anderen, den soziologischen B/egriis des Staates festznstellen, nieht restlos überzeugen könne». Tie These, zu der Kelsen gelangt, bestellt in der Identität von Staat und Neel>t. Ihm erscheint „der Staat als Boraussetzuiig des Nieelils" und „das Necht als Voraussetzung des Staates". Bei dieser scharfen Znspitnnig verwirft, er einen Gesamtwillen des Staatsvolkes svivie desteu teleologiselie Einheit nnd erklärt, daß durch ,einen rein juristischen k'lkt die verschiedensten Elemente-.Alm Staatsvolk vereinigt würden. - Gerade in diesem Punkt hat, inan Keliepl - stn-.rot-ponierl. ,Biau lzäl daraus -lnugeiviesenU'-. das; Be ..rein ertennluislbeoreliselie Behaiidlnng eines i-oii Burlluliteil nnd Veben gesättigten Prable'inversagt" und daß ..das Ben'nßi'ein der Zna'aminengeligrigkei.t,. ... das Strebe,! »»Ul g"neiniamen Jaeienund die Opierivilligkei! bei wemlireiz elementare ratsaelien der -'BJeltgeseineine sind, ivelelie uieht,ignvr.ie'rt werden-diir'e»". Aber auch die Gegner'der Keli'enselien Aniiassnng betonen, daß du- Irili'elsen'lliiteriii'elmngen des Gelehrten ini''ensel,äillielie Verdiente von bleibeirdenr Wert darneNen. I»r. Kurt Et>U>eIi^ air:. Oberrabbiner beopolü Low Zu seinem 125. .Geburtstag am. 22. :Mai .. Z,ir gstneheii Zeit/' als v'eot'bld/ Z»» z dnrei, / s'ei >res.,gln >, zendeN 'Tor»'el»i»ge>i. ni>d.,S ehri ile» d.it-, /W'>.i-s'enstifir'iL' de-'-' Jude nt n ins begründete, gab es-f,ch s -den' Te>>l.setilaii'd benaelibarlen rändern eine An-', -zalil jndi'elirr. Gel'eliri'er. die nnler. seinem Eins.Inß , - als Bahnbrecher der siidiselien 'J*'*ifieuidiitft ioirlten. Um d,e Mine devorigen Jalirlninderls ivar es der in der mähriielien Ortielia'N Ezernaliora am B»ai l >'I l. geborene Leopold ' Löiv.' der als O b e r r a b b i >i e r der jüdiiilien. Gemeinden' in den niigaristheu Städten Gr. 0>iiiizia. Papa'nnd von is:.n. ,ui in S z e g e d i ,, als Gelehrter knid -N-aii zelreduer: die traditionellen 'Gel'ränelie in 'li-hernlein i'u'iit ansbanend nnd innsormeud, eine vi.elseilige Tätigkeit ansübte. Tie von ilnn l*s begründete ,-seit sehrist „He ii C h;i m m ii j a" N'ar iväl,rend ilires fast zelnisalirigen Bestehens das einzige wissens eh a i.t l i eh e Organ-^ Jndeiitinns in Mittel-' enropa. In dieser Zeitietirist legte - Löiv die Trnelile ''einer llieologi>ck,en. geseliiilillietien und nrchaologiieiien Studie» nieder. Einer großen Berbreilnng erirente sie!,, l'eiondersin OeslerreielE Ungarii. sein volkstiimliches. t't'-erk ,.lhimiHmvi-ii, Einleitinig in die Heilige, Seliriit und Gesihielile der Set,rzit,inslegnng". 'Von seiner iimsassenden Gelelirsamkeit zeiigten nneln'l seiner „Geseliiehte dev Inden in Ungarn" die ioerlvollen '/! e i t r a g e z n r Al t e r t „ in - k >,, » d e. von denen der erste Band „Tie gragNiilikie» /liegii-isilen". der znn'ile „Tie Lebensalti-r in der indijilien Literatur" de- 'Iiandell. Seine geiaminellen' Jiliriilen nnirden naei, seinem 1*7.'. erfolgten. Tahiiilcheiden von feine», Soli» imd-Naeliiolger, dem Oberrabbiiier ,z I» »I a''.II II e! Löiv. einem der erneu Seliiilev, der Berliner Leliranslalt snr die-Wijseiiseliajt des Indent »ins. herniisgegeben. It. iä’MANDAUER^#, ÄME'ÄWMi STUTTGART, Marktplatz 17/18 | WOLLWARENHAUS | SAXONIA BEKANNT FOR BILLIG UND GUT D I DRESDEN BRESLAU I I I IIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIllllllllllllllllllllllllll ■ I Ara tot WaLBERSHEIM FRANKFURTA.M. GEGR.1092 [ÜBERALL ERHÄLTLICH~] Sauer: 1«. Sanatorium Grunewald llum Vorm. Frau Halene Meyer Hagenstrasse 39-47 | Tel.: H 9 Schmargendorf 7751 Streng klinisch ärztliche Versorgung der Kranken. Modernisierung der Elektro-Hydrotherapie. — Böntgen- Untersuchnngen mit modernster Apparatur durch anerkannte Fachärzte, «rundumsatxhestimmnngen, Elektrocardlogramui, Kurzwellen usw. - Errichtung eines Pension»- hauses für besonders Erholungsbedürftige zu vereinbarten billigen Sätzen — Möglichste- Reduzierung der Preise. Unverändert bleibt der Grundsatz, dass jeder Kränke sich v. d. 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