Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 21 (22.5.1936)
- Date
- 1936-05-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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brr Oöcmnlifäf- und 5RiiIjtinfcit des cingcschkngcncn Wc'gcs z,i rrschiitlrrii luibnlid) wäre cs-, schon. Demi Tr. Hirschsild ist erüchllich' in das von ihm „ortcrenc Ltectenpferd völlig i>rrnnvrt. 'JJJit scincr •snrfjt, nl(o-? .'J{rur „mivifiniiuim", ift rr in cinrm r nvuiiMrflrnbrii lu'iminni. üi'i’il rr in t>om. lUiiliru nut Lu'iuaubrvt i|t, irl;t rr luimiiö, bnf*-am'l) brtt Lcrueiidcii bic große Schar von sicirgvn-Zfliisdrüclcm, an dir rr vornehmlich anlnüpst. „a!>- bekannt" sri. Tas ist ribrr leiuesivegs brr Bielmehr iit ifire in - diesen Dingen noch großer als limn auiidjntcm muiljtr. . 5icmüßten sich dir fragliche» Ausdrücke. dir - il)nrn. vir jnliHHH'r und fiilfdjcr Aussprache rntrtcqcntrt’lrn, luie auch ihre Bedeutung erst ein- - präge». »m sich schließlich daran etwas anderes ZII -inerte». Wahrlid,. ein besd)wer sicher. UN- / gewisser und nicht ungesahrticher Ilinweg. Auch in. dicsei» 2., liaiiptsächlich drin Zatsilvort und einigen .Konjungativiiim : gewidmelen Teil. - finbci fid) eine ^ljllrmm Absmiderlichteiien. ('irut-- : reicfjolcieit nnö inifreiivilligen ÜLlilim. ilit-j ihrrr iirofern’^nlfr lunllrii wir nur einige Belege nn- - fuhren. Autnüpsung: ..Biele mm uns werden bn-3 palnstiiieusische VirD l'<> I,',>,«>/. clnMniIat awot kennen, das man in der Galat statt mit mit ,.^-k>.'iiu" beginnt, nämlich entweder „hier" oder „dort" „im Lande des Begehrs der Bäter". ,12 I>o heißt liier und Lut' m-limn dort. Wer das l'icb nicht kennt, wag darüber „Lcham" empfinden und ferner au den Tluß „Pv" denken." Uebungssätze: l>9ir werden die ,'ckiwarze Dame bitten, das; sie Wüsche und Kleider für die Taub- . stummen sammeln möge. — Tas S\rmit ift grün und die Asche grau, aber.dieser Aschbecher ist blau. — Hüte dich, dich deines kleinen Schnurrbarts zu rühme». svnder» des Berslaudes und der Weisheit rül,me-sid,, iver sich rübmen mag. / Lallen wir »ach diesen Beispielen livch etwas an dem ilencii Lehrbuch „clihine>i"k Wie Tr. "Abraham W n n b , brr Herausgeber der Lehrist ..Nenl>ebräisd,e Gespräche" (Uebrm Verlag. Berlins in dein kurzen Begleitwvrt mitteilt, ist diese Znsammenstelsiuig aus der Praris der Abendkurse der zivnislisebeu Bereiiiigniige» in Tranksnrt a. Bl. und Tarmstadt hervorgegaiigen. Lie ist als zusätzlicher Uebungsiwff neben dem auf ■ Grund der benutzten Lehrbücher erteilte» llulerricht gedacht. Lie satt die Lprachsertigleit üben und die Redesreiidigkeit weeleii. Tie sidee ist nicht neu. Aehnlidies'habeii bereits gsak Herzberg in feinem „Trage mich!" . - und Tr. Emil Bernhard b als» i» seinem „Neuhebräisch schnell gelernt" gebeten. Tas vorliegende B, Büchlein unterscheidet sich mm feinen beiden Bvr- J gäiigern durch folgendes: Es gibt siel, iiielit wie' diese als das eigentlielie Lehrl'iie!, mit Lelbstzweck. Ter i» il,m verarbeilete'Bövrtschatz wird nicht als J B>el, nicht einmal als Teilziel bezeichnet. Tonn und Inhalt kennzeichnen es in weit höherem Grade - als jene als ein ausgesprochen elementares Lernuiid Ileblingsmittel. Trage und Antwort bzw. Antworten stellen nicht untereinander, sondern einander gegenüber. Lie sind in ibrem sinhalt -H und il,rer Tiktivn möglichst einfach >>nd schtiüit. Ter Beriasier bofst auf sreinidliche Anfnabme! von feiten der Voll rev und Lchüter: - mir glauben: mit i>ieel,t. Tenn Anlage und Allsfübrung taffen das 'Aöerkel,e» geeignet erscheinen, der Ausgabe des liebräischen bu'genwartsnnterriel>ts förderlich zu dienen, ttbir erlaube». >,us aber einige / W-üuielie oder Borschläge ausgisprecheu, die auf seine Bervolllomuinuug abzielen. Letbstverstäiidlich müssen die bei der >lorrektur übersebemrn Trmksebler aus Leite >l und/-'-! getilgt werde». Wir batte» eine sorgsamere Beobachtung der Aegeln des Tageseli gal tür unerläsgich. Einige Tbcinen könnten eingebender bebandelt. andere neu aufgeuomiiien werden. Tie Tarbietung der auf Leite » aiisgesübrteu Bedensarteu dünkt uns verfebll, weil diese weder die notwendigsten, noch in ihrer,'u'im die gebräuchlichste» sind.. Lchlief;- tich noch dies: die Ausstatti'ng des Hettcs iü her.» vorrageud und ängenerfreuend: an Baum ist nicht gespart. 'Aber es geht auf .Uotten des Beziehers. Ter Baum nnii; beüer ausgenuht werden, manch"? Ueberilü''ige vermi-'den werden kvgl^ Hebung '2 und kl, wo die Ueberlchrift 'alle Traget; er'eUen könnte). Lo könnte entweder ohne Wehrkosten der Stofferweitert oder .der Breie verringert iverden. ttönnte beides^ zugleich geschehen, dairn .loürde um io eher erreichtiverden. was der Ber'a'ier erho'tt: eine freundliche und willige Aufnahme durch Veh- ^Vexwe!8er ^urelr8 ^uiientuin Manfred Swarsenaky: Da* jüdische Jahr. Jüdische Religion — gestern und heute. (Verlag Ernst Kosten? bäum, BerlinvSW 19.) Tie „Bräktifchc Tudentiiinskunde" von i'ct> Hirsch hat rasche.Aachsrage gesunden. Audi 'JJia ii - f r'e 0 . L.w a'r s e >, s t u hat nunmehr eiiie); zu- Bischen .äalender gesd)asfen. der. -- wie konnte es anders sein ----- im T t o s s l i d> c n faft haargenau mit dem Bild) Hirjchs konkurriert. Tas religiöse Tahr des g>rbcn entrollt sich im Ahulhmlis 'enier traditionellen Gesetzlichkeit. Werk- und Teierlag im Tienst halachischer Heiligung. Trotzdem macht das eine Buch das andere nicht überflüssig. Nur das Thema ist das gleiet)e. verschieden ist der Ltaiidvrl beider Auloreu. Hirsch spricht als Tkaie. Lein Ltil i't bei der naive» Erzählung. Tcm Naiven ift nichts unwichtig. Nicht das Wertvolle, sondern das Besondere erhöht das Wunder. Dom'Llandpnnkt der Aiifchanlichkeit wird alich die' minlitiöfe Anizählniig der Nitenfvlge begreiflich.. Tie Anordnlliig ergibt sich aus der Nlaterie selbst. Anders Lwarseiiikh. Hier spricht nicht der Theologe nur. hier spriM der Pädagoge. Lwarseiisky hat keinen Midrgsch zu erzählen: es geht ihm )iid>t um die Bermit.tlung des Wisiens, es. geht ihm um feine B er b i u d l i ch k e i t. Niit Üiabbi Akiba, deüen Wort er zitiert,, ist ihm die Lehre um deswillen wiclsijg. weil sie zur Tat führt. „Lich mit den Pfaden dieses Weges, die zu Gott lind seinem Bolk, unserer jüdischen Geme.iiisdiaft führen, vertrant zu mad>en. will die vorliegende Lichriit denen helfen, die ihn Bisher nicht kaniiteii und nicht fanden. Lie wendet sich daher.nicht an die. die schon wissen oder gar besier wisse», sondern an die, die suchen und erst wiöen wollen." Mutet HirschS Tä>beiitnms-,.ttlllide" wirklich wie ein Märchen ans uralten Zeiten an, so farbig und selt'am zugleich, 'v schildert Lwarseiisku Wirklichkeit. Er verzidsict darum bewntzt auf die JCruamentif der,Tabel und verlailgt nicht nur die Ausinertsamkeil des Leiers. lviidern feinen periöiilidien Einbezug nnd aktiven Beitrag zur Berwirklichniig. Teschnwoh und baal teichuwoh Tlind Lwarseiiikv gleich wc'cntlich, ja., um des ' letzteren willen ift fein Buch recht eigentlich nur ge'dirieben. ' " Ter Tarftelleiide spricht in der dritten'Person. Bon den Tingeii. die er beidireibt: hatHirich desl,alb die- Andacht des Betradsienden. Andadsi sdiail't Tislanz. -geboten durch Ge'dsichte imd Pielät. - Ter Beteiligte spricht in der erben Person. T>H ihn gilt nid»: „Es war einmal . T. für ihn gilt: „Wir nnd!" Lwar'ensln wählt,, wörtlich oder dem Linn nach, die.-direkte 'Anrede. Er beschreibt nidsi Bergangenheit. Ta- Gestern gewinnt seine Bedentnng ern in der Wirklichkeit des Heute. Als Bieusch unserer Tage erhält selbst die Tradition ihre zeitgeiiiäße Teutnng und ihraktuelles Luiteui,. Ticie Aktualität rettet Lwariensku vor dem Berdacht, einen neuen Lchulchan Arnch zu verkünden. Eine Rückkehr zlir Trthvdorie iü ihm iv wenig möglich, wie ein rückhaltloses Bekenntiiis zu dem überponitierten Liberalisiiius der vergangenen Zahrc. Trotzdem wäre dä-» Buch in der Treizügigkeit und Bewegt- "he.it feiner religiösen äonzeptivn iclbst dann noch ein liberales zu nennen, wenn der Berianer nicht ausdrücklich Borichläge zur gottesdienülichen... und!- zur religivien Reiorni.nberhaupt geiiiaclit'Hätte. Heber anauches kann rnan änderet Ansicht! iei-n. Tie negative -Einstellung .z-u,!be.stj.nlmte:l hislvrildyen .Erldielniliigen erinnert urtzu stark an die . Tialektik lind .Ploti.ve. zeitgenö'sischer. chr.itik. die ,:-iiid>t inneren Kreisen entflammt. Ter.-. Stil nicht der Gehalt nur - - weichet sich »ritttnter -etwas , zu betont aus.- dem lehrhaft.Pädagogischen nis vredigthakt Thcotvgi'che. Trotzdem-.miit? eine originelle. Leinung als geglückt bezeichnet werden,- die es initcrn.iinint, dem,Tliden vvil heute fein Tlidentlim an ^anö einer 'neuen Plethvde begreiflich irnd — teuer zu machen.. Tas scheinbar so starre und den meisten seelisch und geistig ciitrückte Lckiema des-jüdischen Zahres wird zum inneren Gerüst des jüdisckien Geistes. Lhne willkürliche Konstruktion - gelingt Lwarsirniky der '.Nachweis, daß. die gesamte Problematik der jüdischen Erisienz, der .sinn des Ber-.rns, Gesitz und Gemeinschaft, Galut und Goliis. Assimilation und Tinimilation. Palästina lind Tiaipvra. Religion und Bollstiim, Lü!iye-.uiid Erlösung, Ta» niilie und Gemeinde. Erinnerung. Wanderniig, Geilt und Macht lind so fort, im Kreislauf des jüdischen Zahres befchloffen liegt. Tiefes Buch ift ein großes Verdienst um die jüdische Tugend- und. Erwadsicnciibildling. Egehört neben Plachsvr und Liddur. wenn auch nicht an ihre Ltetlc. Gertie und Julius Stern: Das jüdische Jahr. (Schocken-Verlag, Berlin.) Hat Lev Hirsch -einen konservativen und Manfred Lwarienikh einen liberalen Kalender ge'cha'- sen. so ist dieles achte der unter Mitwirkiing der Reichsvertretung von Advtt Leichnitzer herausgegebenen sÄ>ulheite der v v l k s t ü m l i ch r. ‘Kein äußerlich tvmmt dieier Zug zum Bolkhairt-n bereits in der Tiihalls'olge zum Ausdruck. Zm Gegr-n'atz zu den beiden ^rstgeimnureu Bilchern beginnt das jüdische Zahr hier nicht . im Nisi'an iPeßachl. dem 'Anfangsmonat des religiösen Teüi"hres. sondern im Tischri lRoicki haldianas. dem Ansangsmvnat. des b ii r « g e r l i ch e n jildischeii Zahres. EntiprechenS haben die Ilebersetzer kTrau Gertie Ltern hat leider das Eridieinen des He?tcs nicht mehr erlebt» bei der Auswahl ihrer Betrachtungen. Lchilderlingen und Erzähliingen mit Bedacht weit iveuiger auf den geiitig-religiösen als ans den natürlichen Eharakter der Te'ki'-^kzug geiwminen. Lchvivuans zum Beispiel i't nicht das Lifenhariingssesi. sondern das Teü der Ersilinge. Zm Biittelplinkt der Be'chreibling fleht die Lchild-ernng einer Lchowiiansleier im hc-uligen Telt'Iviv. Bon ganz wenigen Erzähluilgen abgesehen, zu denen u: a. die bekailnte „Taneks Gebet" von Lchalvm A'ch und i'vld,e von Per eg, Lcholem Alechem und Mendele Mvcher Piorim gehören. . erslaunt immer wieder die absolut säkulare Znterpretation dxr jüdiidien Teiertage, die fiel) mehr oder weniger als palästinensische Volksfeste ent- . puppen. Bei aller rjrrifdje und Tröhlichkeit. die die'es teils von. teils für Kinder geschriebene Heit ansurahlt. bleibt doch die Trage offen, ob dieie Einseitigkeit der Taritellung und Teutnng nicht den Rabmen einer objektiven Pädagogik fprengl. wie ne inititririonell durch den Herausgeber and; fachlich durch'das Thema selbst geboten erschein!. der schwirrenden Propeller uielit an'Tlä>verdriuks Cl)v siedruiipeli. „Tu . . . de» vonr purclcm. Lie Pijß Hartmaim ■■ )>i'er iuus;te seine ganze Energie znsamineiineliiueu, um Lelpstpelierrseliung zu belvalzreu. Leutas flehende Blicke üdersah er und erluiidigle >id> fpottisdi. in einem TEu.-als vb sie sich gestern ziilelck geselieu Ichtlen: „Ra. iwd> immer, .oder seiwu wieder auf MäliuerpfadeuP 'Böas füInt Lie denn nach dem Teruen Lften k Lder handelt es fich.nm ein strenges Bernfsgeheimnis!. Zn diesem Tall möcksie ich natürlich nicht neugierig sein." Leine ironisch überlegene "Art verletzte Lenta und trieb-.ihr "Tränen, in die Augen. -Lie nestelte an ihrer .Handtäsche herum, um ihr Tasclientndi hervorzulwlen. Tavei entfiel ilir das Bild, das Lidorra ihrrvährend-der Bahnfalzrt anfgedrängt hatte, liier-T-lvwer-, Print bückte sieh, es anfzulieben. 'Als er der Pliotograplsie des Biaiines anticlitig wurde, der ihm irgend woiier bekannt vorkam. ftulzte' er.. ' Ein -dnrckchringellder Blick .traf feine Rarlsi'arin. Tabei kiel ihm plötzlich ein. ivo ihm das Eieiicht dieses Biannes. toenn auch durch einen Lchnnrbart ein wenig verändert, be.gegn'et war. Es war in eitler älteren^englifichen Zeiknng gewesen, die ilun dieseE'Tage ziisällig in einer Ecke seines Kvfsers in die -Hand geialleil war. ...Zeh mus; srlwiwtagen, einen sckiönrn tzieisegesährlen ligben Lie tickt da ausgesuclU. Mifz Hurlmaiin! Tas alic*_ift die Lvrke vvn '.uienicuen. mit denen Lie sich in der 'Wsi'll lieruinlreiven t! Ein gerissener Hochstapler, der 'ick, unter den vericksiedenfteu . Rawe.n. verbirg! uue uni de''eii nälwre Betauntsckm'tein.sae Polizeibehörde!! rellsineu--, gierig sind! L:el, mal einer an. was ans fv einer kleinen sensiilionslitsiigen Journalist in alles werden kann!" „Ein Horii . . . ” ' Leula.blieb das Wort in der Kelsie sieden. Blitzartig ionrdd-ihr mit eiuemmal alles klar. die'Lzeue im Berliner Rettebiirv. die Berinchd. sie ansznholcn. -das Berschwiltden ihrer Reisenolizeu. Lchltlchzend erzählte, das Bcädchen den Berlatif der Reise. „Ta könneit Lie voll Gluck sagen. Bcisi Hartmaim". betonte er belustigt, „daß Lie jetzt iu bessere Gesellschaft gekvuunen sind.! Ziu Ernst, Lie sind einer großen Gefahr entgangen, nicht zuletzt, wie ich zugeben mtlß, durch ihre kluge Vorsicht." Lenta lvar mit allem ansgcsöhnt. und nun hreitele sie vor dem gespannt zuhörenden Engländer ihre "Absichten in allen Einzelheiten aus. Er griff nach den Tokmnenren und den Bollmachten Henoch Hartmaims. blätterte sie durch und meinte dann nachdeuklick,: „Ich glaube, ich habe Ihnen viel abznbitten. Len . . . Bciß Harlmann. ".Reine Hvchacksiuiig vor dem. ivas Lie ansführon wollen. Es wird nidsi leicht lein: aber ans mich können Lie rechnen." "Alsbald war 'ein Plan ge'a'si. ..Kansn ift eine der am wenigsten er'chlos- 'enen chinesischeii Provinzen." belehrte er sie. „Eine. Weiße Tran erregt dort noch heute lieitiges -'Aussehen. Hm die ganze Lacke zu vereinfaclien und zu be'dsiennigen. schlage id. Ihnen vor: Lie gehen als meine tai-iai mit!" Ein Lächeln um die Lippen, blickte Tlowerbrint mir blitzenden 'Augen in Lentas verständnislo'es l<iesiclsi. „Als meine lleiue. taubsilimme Treundin werden Tie überall bockigcehrr 'cm. Ihr bräunlickier Teint wird mit geringer RacksisiEe die Hauliarbe Ihrer neuen Landsmänninnen ansiehmeri. .die übrigens auch in Lant'chen schon hälllig Bubiköpfe kragen. Wir kleiden Lie-sireng nad, cknnesiick'.em Bciisier cm. ziehen mitdem Ldwuntsi:si—IwrwWtaigeit m den äußeren Wmkelu io nackid daß sie fchräg zu liehen sclieincn. und ich weiß auch sckion. lvie ick, Lie nennen mcrV: mang - kleines Bcäddieii." ' Ein A.usdrnck von ZarNickikell ersilgen m den grauen 'Angen des Biaimes. 'Wahrend scenln frei, hopf senkte, um ihre Tränen zu verbergen, fuhr-er fort: „Teukeu Lie noch an die .nngerlanguagcß mit dcr wsir uns früher einmal versländigtcn. Bciß Hnrtmannk Tie märe für unseren Zweck ausgezeichnet!" In ,.Wan-Euls Lchönheilssalon" in Peiping. das schon langst nicht mehr Pekiilg hieß.' und auch keine ..Berbotcne Ltadt" mehr war. wurde ^Leitta Hartmann drei Tage daran, chinesisch umgemodelt. Zwei zierlickze Töchkcr des Teruen Lsiens bemühten sich mir hingebungsvollem Eiier um sie. Lentas schweres, blau'chwarzes Haar wurde umständlich behandelt. um ihm jede Lvur von Naturtranie zu nehmen, und pagenartig verschnitten sollte cs in die Ltirn fallen, wie die Mädchen des Landes es lrugen. Gesicht und Wimpern, iowie-die Bögen über den dunklen Augen wurden ,'olange präpariert, bis airs Lenta Hart» inaim talsächlich die waschechte Ehinesin T'chün geworden zu ,'ein schien, denn neben dem hofenämen „niang" mußte sie selbstversrändlich auch einen Nzlsnamen.führen. , Wan-Eul. die Ticuerin. der LchöNheit. paßte in ihre Zeit. Aui Lchönheilsakadcmlen in London und Paris harre sie gelernt, daß origincl! fein'alles bedeutet. Lbgleich. sic genau wußte, wie iiberholt die blumenreiche Lprc-chweise ihrer Landsleute in mvderucu -Krei'en war. hielt sie dennoch streng daraus. daß rmr ihren Kundinnen nur io verhandeil ivurde, g!eick,vie1 ob auf englisch oder.franzö- . si'di. und Lcurä mußte laut auflachen, als die ' tlcinc Wan-Eül. sieplötzlich fragte: .Turf ich Unwürdige wohl erfahren, ivicp.c! urn!:äk' Teulsimige die rosige KoraUenb.me zanll. und weslialb sie abiolut auszu- 'eben ivmi'cht. lvie ioir Töchter des Teruen T siei'.s k £ t, eri abeues Blädchen^ a,is dem B-enen — .'wie perblan'en die Tarben der . '.uon'ten meiner Landsmänninnen gegen den Ltralit dcmcr Augen, das falte Lchwarz Elias Biokormann: Die Makkaliäer. Eine I)ai>teIJu,iir ihrer flexhichte (Kelwekent eria-, Berlin.) Jiei?« 47. der ^chocken-Bändchen ift für den Hsiwnler. aber num nur. dir isin nußerordciitlicl, lesi.'iswcrt. Tie Gijschicsile vom Aufstieg und Nie-' deraang ciucr Tvnä'kie -- so ivedisilvoll wielaum eine -weite — gibt dabei mehr die farbig«' Kulipe ab. sim Bordergnind-vollzieht si.n. in die Zeitspanne eines Iahrhimderts gedrängt, die Tragödie der uiicnoiOerten Liebe Israels zum politisch-.m Berns mitdem versöl,nliclr.m Ansklan.g seiner tn^- tnrellen Lelbsibehauptung. ..die - messianisihe Periode der jüdi'd)en Geschichte" einleitet.. Ter 'Nachweis wird erbracht an dem graiidivsen -Zulammell'tvf; des- Helleiiismns.mit dem Judentum. Polnisch, auf das Haupt geschtagel,. hat sich.-das Judentum geistig behauptet. .- Tas Zeitkapitel. dieser: ersten großen -und,- gefährliche-n 'Assimilation wird - von dem Verfasser-- pölitisih nnd kulturell durcksiendsiet. Leine knappe ' -prache und.fachliche B.eträchtnngsweise-.snidet,ür die Wunder dcr'makkäbäisehen Erfolge höchst rcalisii'che Erklärungen. Ter nüchterne Tatsachen-, bericht iß bisweilen bis zur geschichtlichen Tcsillu- -sioiiierung Eei von aller Mvralisierung und Romantinernng. - Tanakisinns und Zähigkeit sind die Eigensch.ist?n der Nlakkabäer. denen sie-vor allem anderen ihren märchenhailcii 'Ausstieg von Bandensühreru zu den höch'ten 'weltlichen imd geistlichen Machtstell'.inae.i in Judäa verdankten. Die Lage hat ihre Liege sd,mciche!hast übertrieben. Nach dem Bericht Bickermanns. war ihre anfängliche militärische Taktil die des Gnerillnkricges. Tie selenzidischen Truppenmassen unterlagen — wenncklberhanpt -- dersivpographischeii Hebetlegenheit Judas und einiac-n salalcn volitische-K Zivischei'sällen. Tie gleiche Taktik übertrugendie. Makkabäer, einmal zur llsladsi gelangt, vom rein militärischen lvebiet ans das politische. -Tnrch' gesclsicktes Lavieren zwischen-den jeweils bestinunenden Aläd:- ten im Innern . .zwi.sd,e>i Ladduzäern und Phari'äern—- oder in der 'Außenpolitik -- zwischen den fekensidiidzen Thronprätendenten — l,ieltrn sie sich nicht nur im Lattel. lviidern vergrößerken sie täuächlich das politische 'Ansehen Judäa- und iein . Gebiet. Tie Makkabäer im Anfanghatten eine impoi-ielendc -sirasi und Geschicklidikeit in der Bewäliiauna der pokitischen Tchwierigkeilen. Unter ihrer Regienina war silbsi die mationale Anwnvmie glaubhast. Thre fd,u>.drf,Itdien Epigvirnn. waren diesem Bermächtninidsi gewachsen. Lie versdierzien sich die anßenpvlltiidieii Lhmpathieu. die die. nationale Lelb'tändigkeit garantierten. Judäa wurde römischer Basalleiisiaat. Politisch blieb die Erinnerung an eine Glanzzeit von inslativ:iistisd,er Tauer. Kulturell vlieb mehr. Ter politische Kamps der Makkabäer entsprang religiösen Impulsen. Mit den Hellenen wurden sie nicht fertig, aber mit den Hellenisten. 'Nicht daß der Hetlcnismns von ihnen vertilgt wurde. Helleuismiiwar eine kiiltnrelle Großmacht. vergleid,bar heute dem euroväisdieii Geisi. der sich zu entziehen, mit einem Nückiall..in die Barharei gleichbedcn'tend gewesen wäre. 'Aber bei der Begegnung von griechischem und jüdischem löeisi erwies sich der jüdische als der reuiteulere und daher als der stärkere. Es ging dem Hellenismus wie jedem besiegten Gebiet: er wurde aimeklicrt. Tas Iudentlim schmolz ihn, soweit es ging, seinem eigenen Wett- und Knlturbild ein. Tzis Rei'ümee der Bickermannscheii Betrachtung gipEkf j„ der Erkenntnis: Ter Kampf.der Plaklabäer i't nicht »insonst gewesem-Ter Assiinilationsprvzeß hat eine grandiose Unikehrimg erfahren, '.'licht das Indcntiiin assimilierte sicsi der Welt, die Welt assimilierte sich ihm. - - H. K-n. In :»■ n i 1 n n ö wurde die Ansücilnng von Gemäldeii dreier j>idj'd,er Künstler. h,enzo Luii n D a, l'icüo E a st e l b o l o g n c s i und Emma Ti-,zi. deiner köstlichen Haarflukeit und das Grdnatrol deiner Lippen. Wohin führt dein Weg. und' was hasi du iu unseren, schlechlen, erbärmlichen Lande vor, du Kind aus einer anderen Wellt" „Wenn sich Wan-Eul mit Ihnen unterhält. Äliß Hartinann. sprechen Lie rtihig mit ihr andeutungsweise von unserem Vorhaben." hatte "Aer ihr geraten. „Lie kennen doch das alte Wort: Bon reden kommt.reden!" Lenta. die verschnörkelte Ansdruckswei'e Wan-Euls für bare Älünze nehmend, bemühte., sich.- im be'Hu Tranzösiich, das sie anfbrachte. eben'o geziert zu antworten, lvie sie gefragt worden war. Tie Augen der.jungei, Ehinesin weiteten sich immer mehr-, nnd mit einem Male rief sie ganz einfach und schlicht ans: „C, Madcmoifelle. wie merkwürdig, daß Lie gerade zu mir gekommen sind. Ich bin nämlich mit einem Kaufmann iu Lautschvu verlobt. Er ist keiner aus der alten Lcliute." fetzte sie eilig hinzu. „Lin hat. wie ich. europäische Erziehung -genossen und handelt mit Getreide. Ich gebe Ihnen seine Adresse init. er wird sich , eine Ehre daraus machelt,. Ihnen nützlich zu fein! Rotieren Lie sich genau seine Anschrift. üRademvifelle. -er kann Lie vielleiebt bei irgeifdeiner Gelegenheit beraten." Taranf lud sie Lenta ein. in die "Ankleidekabine -zu gehen, wo bereits eilte vollständige Garderobe für sie bereit lag. Tas Bmkleiden des sungeit Mädeheus kam unter viel Ge!äck,ter zusiav.de. Tabei entging es Lenta nicht, daß Tsian-Enls Blicke wie gebannt auf den, -Rcagen-Tavid ruhten. Man fah der Ehinesin an, daß sie über etwas nach- . '.>sio. babe ich ein solches Zeichen^ nur in ganz groß, schon einmal gesei!en k" meinte sie ^ick-ließlich. „Rem nicksi im Atislande." beanrworlele sie Lentas nnausge'procheiie Trage.'..Hier, in meiner Heimat, iveim auch nicht in Peiping!" (Torlsetzung folgt)