Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 19 (7.5.1936)
- Date
- 1936-05-07
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Pension, Arzt, BSder. Kurtaxe In I _ Wodienpanscbalef. RM 56.-. Reisescheck durch sof. Anmldg. beim Plstyan-Bflro, Berlin W 15, PasanenatraSe 61, J 2 4006 Mimikry wirksam verhindert.wird, erscheint, durchaus zweifelhaft. . ' VI. ■ Das „33 c f eint t n t s"prinz'ip der estnischen Regelung mit seiner säst völligen Abkehr von objektiven Nationsmerkmalen — durch einergänzendes Gesetz von 1934 sind allerdings gewisse Einschränkungen erfolgt.^- stellt Len Höhepunkt der liberalen Nativnsausfassung dar. Älinoritätenrechtlich au per st bemerkenswert ist nun, 'daß das deutsche Recht, das weltanschaulich ans dem entgegengesetzten Rassestandpunkt beruht, ebenfalls dem Willen des einzelnen, Jude zu sein oder nickst, in gewissem Umfange Bedeutung beimißt. Die Verwaltungspraxis des Reiches hat nämlich der-inneren Abkehr vom Judentum gegebenenfalls Rechnung getragen, indem sic den „N i ch t a r i e r n' ch r i st l ich e r Konfession" den Zusammenschluß zu einer kulturellen Vereinigung gestattet hat. Tie deutsche Gesetzgebung hat das „Bekenntnis" zur jüdischen Gruppe anerkannt, indem sie unter Umständen gewisse rassebiologische Nichtjuden nach deren Willen als Inden, wertet. Naturgemäß unterscheidet sich das „Bekenntnis" nach deutschem Recht scharf von dem der Regelung Estlands. Während sich in Estland juristisch jeder der jüdischen Gruppe znrechnen kann, darf es in Deutschland nur ein abstammungsmäßig mit den „Inden" verbundener „Mischling ersten Grades". Während ferner in Estland das Bekenntnis in einer formlosen äußeren Erklärung besteht, muß es in Deutschland den gesamten inneren Menschen erfassen und demgemäß durch jüdische Religionszugehörigkeit oder Eheschließung, mit einem Juden zum Ausdruck gebracht werden. Im Kern geht aber die objektivistische deutsche Regelung au der subjektiven Willensrichtung des einzelnen nicht ganz vorüber. ' , Berichtigung. Tcr-Tdite Tvl; tum?(bfeilt TI bc« Artikels . Wann mib Itui fiut»;)nbcn SMiiibrrhcit" in 9lr. 18 der ($.=iö.=,'5citunn iinis; mit den Worten beginnen: „Troll öeS BersuchH der Minoritatcnabkommen. mit dieser Prärie, zu brechen . . ." . ' An der Zeitschrift „I 11 fl t n b u nd R e ch t" (Ar. 4 vom 10. April 1080. ©. 92) macht Bernd M. Serbe ans die Bestimmungen über den Schutz der Minderlieiten des am 15. Mai 1022 in Genf zwischen Polen und Deutschland abgeschlossenen Abkommens über Lberschlesien aufmerksam. Im Teil III des Abkommens über den Schutz der Minderheiten findet sich die Vorschrift des Artikels 71: - „Die Juden dürfen nicht gezwungen wer- -"tien, irgend welche Handlungen norzunehmen, die eine Verletzung ihres Sabbat in sich schließen, und sie dürfen keine Entrechtung erleiden, ivenn sie sich weigern, am Sabbat vor den Gerichten zu erscheinen oder Ncchtcchand- - lnngen Vvrzunehmen. Diese Bestimmiing befreit die Iupen nicht von den Pflichten, die allen deutschen Reichsangehörigen im Hinblick auf die Rvtwendigkeiteii des Heeresdienstes, der nationalen Verteidigung oder der Ainrechterhaltung der öffentlichen Ordnung obliegen. Deutschland erklärt. ' daß es nicht l>eabsichtigt. allgemeine oder örtliche Wahlen an einem Sonnabend vorznschreibeu oder zn gestatten: es. darf keine obligatorische Ein- . schrcibung in Wählerlisten und dergleichen an ' einem Sonnabend stattfiiidcnZ Scrvö meint, daß eine derartige Bestimmung in dem Abkommen nichts zu suchen habe, und führt die Ausnahme der Bestimmung darauf zurück, daß der Bevollmächtigte des Deutschen Reiches, damals Reichsminister a. D. Eugen Schifier gewesen sei und daß unter dem Abkommen neben der Unterschrift Eberts die Unterschrift des Juden Raihenau stehe. Schiüer habe es verstanden, in einen offiziellen Ltaatsvertrag Vorteile für feine Raffegenosien auiznnehmen. Wenn im Jahre 1087 ein neues Abkommen zwisci>en Polen und dem Deutschen Reich geschlossen werden sollte, dann solle das „Dentschpolnil'ctie Abkommen über Söeruhlesien" künftighin seinen A'amen; mit Recht führen und nicht eine von Inden für Inden getrogene Vereinbarung darstellen. Oer Negus in Palästina Der A'egus ist mit seiner Begleitung im Hafen von Haifa gelandet. An Bord des Kreuzers ^Enterprise" ivurde er. im Aufträge des .High Eommiffioner. Dir Arthur Wauchope, vom Diftriltskommifsar Gordon begrüßt. An Land schritt der A'egns die stront einer Ehrenkompanie ab. Dabei wurde die abeninische 'Aativnalhhmne gespielt. Ani dem im Hafen von Haifa liegenden italienischen Dampfer „bariiarv", der ans Anlaß des italienischen Einmar'ches in Addis Abeba geflaggt hatte. wurde gleichzeitig die italienische Rativüalhhmne gespielt. - des British Empire" zusammengeschlossen und gelten nun daran, alle früheren jüdischen Soldaten in England, den Dominions, den Kolonien und üHandatsIändc.rn im Rahmen des Verbandes zn organisieren. An der Spitze des Verbandes stehen Lord Atel che tt, Oberst I. Levey imd Oberst Gvldrich. Ziele des Verbandes sind: 1. Schutz der Interessen der früheren jüdischen Soldaten im British Empire. 2. Konstruktive -Hilfe für die . Soldaten. -3. Errichtung eines Denkmals für die. gefallenenjüdischen Soldaten. 4. Kampf gegen gntisüdische Propaganda. - . In der jüdischen Leffentlichkeit erwartet man, daß der Verband sehr aktiv sein und eine wichtige Nolle, spielen wird. ' " ' . . - Onterhaltsrusohüsse kür ehemalixe jüdische Beamte .Im Ministerialblatt des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern <Nr. 22 vom J8. Main 1036, Sp. 618 16, wird ein Runderlatz des RuPrMdI. vom 4. Mai 1086 — Val 2550,36 veröffentlicht. Danach sind die Richtlinien des Neichsfinanzministers vom 3. März >936 über die Gewährung von Unterhalts znschnssen an jüdische ehemalige Beamte, die Frontkämpfer gewesen sind, auch für die Gemeinden, Gekneindeverbände und Körperschaften des öffentlichen Rechts verbindlich, lieber die Richtlinien haben nur bereits, in Nr. 13 der C.-V.-Zeitung berichtet.. Auf der sirrifrn Donnersfag-VcransIgUvng da crlincr jüdischen Lehrhauses sprachen E .v c c. i c. h m a n n ■ J u n g m a nn vnd P a u )> p s l c t » über ,.Organisches vnd orgahi Klärung oder Richtungsstreit? Zum Zwiegespräch im Berliner Jüdischen Lehr haus ser Vereine sei, so meint Eppstein, ein charakteristisches Zeichen für die individ n a l i st i s ch e Grundhaltung^ des j ü d i s ch e n Bi c nschc tt und sein Streben nach „Des-Anonymität". Von Bedeutung für die Unterhaltung seien lediglich die j ü d i sch - p o l i t i s ch e n Organisali o n e N.Was meinen diese Organisationen, so fragt er. wenn sie daS Wort „wir" gebrauchen? Diese Frage wäre überftüfftg, wenn es eine organische Basis für alle jüdischen-Gruppen gäbe; denn dattn hätten alle Gruppen das gleiche Recht, sich ans dieser gemeinsamen Basis in möglichst großem Umkreise. durchzusetzcn. - . Eva Rcichmänn wendet sich zunächst gegen die von Eppstein vorgenommene Zweiteilung zwischen weltanschaulichen und sonstigen Organisationen. Beide Organisativnsformen seien für das. jüdische Leben Die jüdischen Frontsoldaten . des British Empire Die in London und in einer Reihe anderer Städte Englands bestehenden Bereinigungen früherer indischer . Frontsoldaten haben sich unter dem Namen „Verband früherer jüdischer Soldaten Wenn die Diskussion über das Thema „Organisches und organisiertes Judentum" besonders lebendig, verlief, so hat dies seine letzte Ursache darin, daß das ztrr Behandlung stehende Problem der allgemeinen Sehnsucht nach Rückhalt an einer echten jüdischen Gemeinschaft entspringt. Die Auseinandersetzung ging zunächst von einer Begriffsbestutmuing organischen und organisierten Judentums.aus. Beide Begriffe, so stellten die Gesprächspartner einheitlich fest, bilden keine Gegensätze zueinander. Die Frage, wann organisiertes Judentum organisch sei. hängt nach Eppstein davon ab, ob die Organisation den P o st u laten des Jude n t it m s entspreche. Eva Reichmann schält die Begrisssbedentnng entwickl n n g s g e s ch i ch t l i ch heraus: organisches Itidentnm bestehe dort, wo ein alle L e b e n s b e z i r k e umschließendes jüdisches Gemeinschaftsleben vorhanden fei, also etwa unter den Inden des Piittelälters, in den jüdischen Piassensiedlnngen des Ostens und in Palästina; organisiertes Judentum entstehe, sobald dieses tunfassende Gemeinschaftsleben sich auflockere und der einzelne jüdische Rlcsisch nicht mehr ans allen Lebensgebieten seiner jüdischen Gemeinschaft verhaftet, sondern in seine Umwelt eingegliedert sei. Dann blieben für den eigentlichen jüdischen Bereich nur einzelne. Teilsunktionen übrig, und dieses ' „T e i l i n d e n t tt ttt" müsse sich „organisiere it", wobei man etwa an die Gründung des Berliner jüdischen ..Ktrltnrvereins" unter Zunz und^Gans zur 'beginnenden Emanzipatiosiszeit denken könne. Das so entstandene organisierte Indcntiun stelle aber auch nur eine UebergangSerscheinnng dar, die ihre Onellen aus dem gewachsenen „organischen" Ittdentum herleite,, und deren Einmündung Gegenstand'des Gesprächs sei. Eppstein stellt als'Zielsetzung die Einord-- niutg in die jüdische' Gesamtheit, die er als v o l k h a f t - r e l i g i ö se G e rne.i nschaft anfieht, dar. Er erhebt die Frage, ob eine derartige echte Einordnung durch die Organisationen vermittelt werden könne, oder ob sie nur durch die einzelnen Menschen vorzuitehmensei. und präzisiert das Problem dahin: „Wie versuchen sich die Organisationen organisch zn erfüllen?" Ein knapper Aufriß des jüdischen^ O r g a n i s a t i o n s tv e s e n s in Deutschland, den Eva Reichmann durch Verlesung repräsentativer Meinnngsäußernngen der jüdischen Großorganisationen gibt, leitet .die Beantwortung dieser Frage ein. Hierbeitverdcn Stellungnahmen der weltanschaulichen Organisationen (Eentral-Berein. Frontbnnd, Zionistische Vereinigung^ sowie der Indischen Gemeinde und des Kulturbundes angeführt. Allen Indien Organisationen wohne, so lautet die Schlußsolgernng Eva'Rcichmanns. da s S tre-oen nach v ü l l i g e r Erfass u n g der ihnen zugehörigen Pienscheninne. Dieser Behauptung stimmt Eppstein nttr bedingt zn. da diejenigen Organisationen, die ati ß e r h a l b de s P o l i t i s ch - W e l t - a n s ch a tt 11 cli e n lägen, aus der Tiskttssion a tt s z u s ch e i d c tt wären. Denn das Streben des. Kulturbundes nach Totalität sei dem Totalitätsanspruch einer weltanschaulichen Organisation deshalb nicht gteickiznsctzen.- loeil der Kulturbund die jüdischen Ptenschen zwar in ihrer Gesamtheit, aber nur anf.eincm bestimmten T e i 1 gebiet, nämtich dem der kulturellen Betätignng. erfassen rvolle: ähnliches gelte für die Jüdische G e ttt e i nde. . die ursprünglich nur mehr oder tveniger vertvaltnngstnäßige tmd kultnSmäßige Sachani- - gaben gehabt hätte und erst in der allerletzten Zeit politisiert worden sei. Schließlich seien atich diejenigen Organisationen auszuschalten. die die Menschen zn Teil zwecken bernflichcr. sozialer oder gescUschastlichcr Art stLoKLnT-QLHt^-zurckst sonstigen bestntdercn Gesichtspunkten IAlter. Geschlecht. Heimat nsw.) znsammensaßte. Die große Zahl d i c - Nun gab Eppstein dem bis dahin „organisch" verlaufenen Gespräch eine Wendung in s „O r g a n i f a t o r i f ch'e". die im Interesse einer sachlichen, undemagogischen Betrachtungsweise deS Lehrhauses außerordentlich bedauert werden muß. Er hielt nämlich eine ziemlich populär gefaßte Rede gegen daS Beharrungsvermöge n d e r O r g a n i s a t i o n e n . die den sachlich längst überholten Gegensatz zwischen Zionismus und Nichtzwnismus künstlich ansrechtcrhielten'. um ihre eigene -Position nicht zu verlieren. Es sielen Worte wie ..Lyndikuswirtschast", die deir Weg zur längst reis - gewordenen organisatorischen Einheit versperre. . Für diesen Weg zu einer neuen, . parteibefreiten EinheitI gab -.Eppstein ein ' überraschendes' Rezept: die- E i n.g-l i e d e - . . r ti n g i n d i e. z i o n i; ft i sch e B e w e - g u n g da sich alle sachlich noch',bestehenden Unterschiede ' „innerzionistisch anflösen , ließen". r Ans diese weder sachlich noch logisch ge- ' rechtfertigte Attacke erklärte Eva Reichmann mit Ruhe und Würde zunächst, daß sie in der Bewertung, vereinsegoistischer Motive durchaus mit Eppstein einig gehe und sich insoweit in keiner Weise durch seine Angrifjc getrossen. fühle. Sie wies ans den W i d e rs p r u ch hin, daß Eppstein' am Anfang des Gesprächs das Postulat der Einordnung in die volklich-religiöse Gesamtheit gesehen habe und nun diese' Forderung in eine Einordnung in den Zionismus einenge, nachdem er in anderem Zusammenhänge dessen Totalitätsansprnch' abgelehnt hätte, -sie betonte nochmals eindringlich, daß sie Gegen-- s ätz e nicht aus e w i g f e st l e gen wolle, sondern gleich ihm von einer jüdischen Grnndstimmung ansgehe." Bon diesem gemeinsamen Ausgangspnnkt aus seien jedoch verschiedene Wege möglich, nämlich der stärker aus Palästina und der stärker ans die Diaspora gerichtete. Schließlich bezweifelte schon Vereins,ebens sei eine E h r e n r e - ^11ÄSr MnüL ÄÖ t tt tt fl d.e s indrfchen Organt - f tr t i o nswe | c tt s nottvendig. Denn die zahlreichen jüdischen Organisationen hätten den Alenfchen einen starken Rückhalt gegeben und einen wirksamen Damm g e g e n die gemeinschaftsgefährdeitden „z ent r i f u g a - len" Kräfte gebildet. Dies bestreitet Eppstein. Die D i -f e r e n z i e r t h e i t des jüdischen Bereinslebens habe eine zn starke Austeilnng der jüdischen Gemeinschaft zur Folge gehabt, was er am Beispiel der Logen darzulegcn versuchte. Gegenüber der Skepsis gegen: den jüdischen Organisationsausbau weist Eva Reichmann darauf hin, daß ja auch der Zionismus iy OrganisastiHNsform in die Welt getreten sei. Das Gespräch geht nun von einer Erörterung über die Struktur jüdischen Gemeinschaftslebens zu einer Unjersuchung der j ü d i s ch e n I n h a l t e über. Wie verhindert man, so fragt Eppstein, eine Erstarrung der Orgauisationett. was kann man dem einzelnen Menschen geben, für den ja die Bindung an die Organisation nicht letzter Maßstab sein soll, sondern der sich dem jüdischen Ganzen zn verbinden trachtet. Daß die religiöse Betätigung im Sinne einer „Orthopr ari e", wie. sie im Lehrhäusgespräch der vergangenen Woche anempfohlen worden war, keine A l l g e m e i n l ö s u n g bringen könne, wird von beiden anerkannt. Auch für eine inhaltliche religiöse Bindung sei, wie einzelne Lehrhausgespräche des Winters gezeigt hätten, die Zeit nicht reif. P ä d a g o g i s ch e A n s a tz p u n k t e bildeten, meint Eppstein, Elternhaus, Schule und Bund. Tie hierfür, denkbaren Erziehnngsgrundsätze ließen sich -nach zwei Begrifsspaaren scheiden: orthodox-liberal, zionistisch-nichtzionistisch. Zwischen den Vertretern der beiden erstgenannten Gruppen sei eine Verständigung nicht denkbar, da die Orthodorie von.vornherein, die Legitimität ausschließlich für sich in Anspruch nähme. Zu untersuchen sei daher nur die Frage einer gemeinsamen Basis von Z i o n i st e n u tt d N ichtzio nt st e n. In der Praxis sei man bereits zn einer K o v p e r a t i o tt dieser . beiden Richtungen.vorgestoßen: Nichtzionisten arbeiten mit großer Einsatzbereitschaft am Palästina-Ansban mit, während andererseits aiif zionistischer Seite die Wichtigkeit der Diaspora nicht bestritten und ein Totalitätsanspxnch nie!)t erhoben, werde. Eva Rcichniann warnte davor, in dieser praktischen ^Zttsaminettarbeit gleichzeitig ein Verschmelzen der Grundansfassungen zn sehen. ES sei davon anszngehen. in welchem Umfange, uns die Gesetze unseres Handelns durch unmittelvare Levensfragen vorgefchriebcn würden. , und d.atz daher die Möglichkeit einer ideenmäßigen Entscheidung nur bedingt bestehe. Bei einer F r c i h e i t d e r E n t s ch e i - d 'u'n g würden auch die Unterschiede wieder denttickier in Erscheinung treten. Selbstverständlich vestche eine letzte Verbundenheit zwischen den verschiedenen Aussassungen durch, das Bewußtsein, i m--tZ-eZ-st-em^cine E i n h e i t zn bilden. nennen. Daß aber das Bemühen zur Einheit durch das FormalbckenntniS zum Zionismus nicht einen Schritt weiterkäme, te sic. an einer besonders scharfen Krii'i, .in revisionistischer Iugendbund an. -v*u> der Palästina-Unruhen an der Haltut. ">rolnin?nter Zionisten geübt hatte. „Die rganii:-- tionen und die Idern werden bleibe, s wird zwischen ihnen kein Kampf sein um 'rine Kirchhofsstille herrschen, sondern sie Ux?'-*-. sich miteinander, getragen von einem gen ' samen jüdischen Lcbensgefühl im gest i g e n Wettstreit messen^" Der Abend hatte dadurck) eine besondere Prägung erhalten, daß eine Verbindung zwischen den aktiven Partnern des Gesprächs und den Zuhörern in neuartiger-Weise her» beigesührt worden war, indem den Ztchörern bei Beginn der Unterhaltung anheimgestellt worden war, schriftlich niederzulegen, was sie sich unter diesem Thema vorgestellt hätten. Selbstverständlich konnte der Abschluß des Gesprächs keinen Abschluß der Anseinandersctzung selbst bilden. Es war jedoch ungeheuer reizvoll, wie im ersten Teil des Gesprächs versucht wurde, die E i g ent ü m - lich leiten jüdischen Gruppenlebe n s zu durchdriugen. Es gilt hier,^ in Ermangelung einer jüdischen Gesellschaftslehre, noch viel Neuland zu erobern, und die soziologische Untersuchung des jüdischen Orgaxtisationsausbans bildet einen wertvollen Beitrag hierzu. Vielleicht kommt man dem Problem noch näher, wenn man von allgemeinen Grundformen menschlichen Gruppenlebens ausgeht und von hieraus zu den besonderen Tatbeständen der südischen Gesellschaft verstößt. Auf die Schlnßdarlegungen Eppsteins läßt sich , sachlich schwer etwas erwidern: versteht man unter Zionismus eine Bewegung, in die alle Strömungen südischen Gegenwartsgeschehens eingesangen sind, so spitzt sich das Problem zu der rein terminologischen Frage zu. ob man einen, derartigen denaturierten Zionismus noch als Zionismus bezeichnen soll. Ta doch aber Begriffe dazu da sind, um als Unterscheidungsmerkmale zu dienen, so versteht man unter Zionismus im allgemeinen eine besondere Art jüdischen Gemeinschaftslebens, nämlich diejenige^- die den Schwerpunkt einseitig auf den Änfban Palästinas legt. Einer derartigen Anffassnng steht eine andere Konzeption gegenüber, die tt c b e n d e r s e l b st - v e. r st ä n d l i ch c tt j ft d i scheu G e b tt.n - den heit und Pa l äst i nabe j a h N N g die Existenz des Diasporajudentnms mit seiner W e l t o f s c n h c i t für gleichermaßen lobenswert hält. Es war unklar, warum Eppstein die äußerliche Tatsache daß.cs für diese nichtzionistische Konzeption keine positive Bezeichnung gäbe, als erheblich anzusehen schien. Wenn'Eva Reichmann ans. die Richtnngsunterschiede hinwics. so tat sic dies nicht, tun „Gegensätze" zu vcretvigen. sondern um die Problemstellung sauber und unverfälscht herausznarbciten. Diese intellektuelle . Redlichkeit wurde leider .nicht so gewürdigt, wie sie es verdient hätte. Dr. Werner Rosenstoek. KLAUBER-WÄSCHE IN AUEN rOHRENDEN WÄSCHE-GESCHÄFTEN WÄSCHEFABRIK ROSA KLAUBER / MÜNCHEN KLAUBER-WÄSCHE