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Central-Verein-Zeitung · 1936-04-23 · 17 (23.4.1936) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
17 (23.4.1936)
Date
1936-04-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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ist die Zeitschriften Vom Wert der Bibel Im ^riiiimp.Mtireit über die Bedeutung des Alten Testaments für den christlichen Religionsunterricht bringt der Verein Deutscher Evan- ' -gelischcr Lehrerinnen in Nr. 4 seiner Zeitung Sie Evangelische Lehrerin" Gedanken über den - Wert der Bibel, nach Darbietungen von Tr. Kil-." linger (Kaiserswerth). In älter Kürze sollen! hier - die wichtigsten Tatze sestgehaltcn werden. „Tie-Angrisic./ die man gegen das Alte Testa- . ment erbebt, und Angrn'ie an» Gott und ieiu Woht.. Es gibt auch schoii' -seitlangenZeiten' An-/ griste,-die unbedingt ernst zu ncbincn sind. Tie richten sieh nainlicb gegendie Art. die Menschen des Alten Testaments als Zeitige zu sehen. Aber auch für diese Art sindet Killinger /Verständnis: sie entsteht ans dem frommen, jedoch unbedingt 'gefährlichen Bedürfnis, die Menschen nicht so darzustellen >vie sie sind. Tägegen darf man aus Jakob und Josef k. ine Heiligen machen. Tie Bibel beweist ihre Echtheit und Wahrheit eben gerade dadurch, das; sie Menschen zeigt, wie sie sind — mit ihren Fehlern und Schwächen. Tann zeigt sie jedoch, was Gott aus diesen Menschen mit schlechten Anlagen macht. Man kann beruhigt sagen, dieses „jüdische" Wesen steckt in allen Menschen. Wozu sollen wir. etwas ver- . hüllen, was Gott selbst aufdcckt? Es ist trostreich zu sehen, wie aus Jakob ein Israel wird. Wir können den .Kindern sagen: jawohl. Abraham hat gelogen. Aber darin erschöpft sich nicht sein ganzes Leben. Tenn Hagen können wir auch nicht nur nach seinem-Mord an Siegfried beurteilen. Das Alte Testament will gar nicht in den höchsten Höhen schweben, es will »ur Menschen schildern. Trotzdem ist es noch etwas Besonderes, zwischen ihm und den Mnthcn besieht doch ein gewaltiger- Unterschied: Gott hat Menschen herausgegriisen. hat mit ihnen geredet, sie wurden vom Heiligen Geist erbrüten und mutzten sprechen, was Gott ihnen gesagt hatte. Wie das aber, geschah, ist das ewige Geheimnis. Weil Gottes Wort in ihm wirkt und sein Geiit es bezeugt, merken wir auch seine Wahrheit. Tiefes Got'tesivvrtbezieht sict, nicht ans die Zukunst, was mir unter „Prophezeien" meist verstehen. Tie Propheten'sprechen in die Gegenwart hinein. Turch ne spricht Gott zu den Völkern.-mitten in das politische Leben. Jeremias wird von Gott ergriffen, er mutz zum Geschehen seiner Zeit Tteltung nelunen --- unverstanden von der Volksmassc. Aber glich zur Vergangenheit spricht Gott, die Geschichtsbücher sind Gottes Wort ans der Vergangenheit. Tie Schöpfungsgeschichte zeigt uns. nutzer Gott steht keine andere Macht am Anfang.'Wenn das Weltbild der Bibel anders aussicht als unser Weltbild, wissen wir denn, ob unser Bild nnbcdingt richtig ist. vielleicht hat eine spätere Zeit eine andere Schau! Gott spricht zu den Menichen so. wie sie ihn '^verstehen lönnen. Abram und seine Umgebung verstanden ihn. Gott hatte also für sie gesprochen und deiinoch sind die Worte ewig, sür die damaligen und heutigen Plenschen haben sie denselben Wert. Tie Abrainsgeschichte 1. .Roses 1 l gehl von denselben Voraussetzungen aus, die-auch-für. unsere. Zeit wichtig sind. Turch ihre 'Ahnentafel beweist sie den Wert des eivigen Blntstromes. llubedingt.-etwas Wahres, ohne daß wir'-in deit dämonischen Feister verfallen dürfen, diesen Bliilslrom zu vergöttlichen. Ans Gottes Wort lernen die -Kinder die Bedeutung der Ahnen. .die sie auch 'einmal' werden sollen, verstehen. sie begreiieu den Zn'ammenhaiiip nach vorwärts und rückioärts. sie -wissen:/, dahinter steht-Gott! Tas jnd-.ichc Familienleben hat den Zusaminenhaiig mir den Ahnen bis in ynsere Tage gerettet, sronnne Inden haben den Segen .in'die Zeit des Fluches mit hinnbergcnommen. Tie Berufung Abrains! Aus einem Lande höchster Kultur zieht er iveg. er trennt sich von seinem Blut, von seinen Stämmen, er will im „Glend" sein, in — wie es im. Deutschen ansgedrückt wird — ..aliante" . im? Auslande. - Und warum? Mur weil er Gottes Ttimme hört und .ihr gehorcht» wagt er. was da auch kommen, mag. ' Ihm wurden keine Reichtumcr versprochen, er glaubt nur und handelt. . . - -In Aegypten sehenwir .wieder den fündigen: Abram. .Grverzweifelt. an Gott. sn-cht bei:Men-- - - scheuseine" Hilfe. Aber bald kommt wieder 'das Große: Gott hilit 'dem sündigen-Abram, der cm Mensch ist »wie wir. - - In .seinem-Verhalten gegen Lot können wir den Kindern zeigen, wie hoch er über jedem materiellen Vorteil steht, wie Abram *nux" durchdie Eottesverheißung glücklich ist. Tie Rettung Lots, eine echte Kriegsgeschichte, für Jungen, das wichtigste daran aber: die innere Haltung Abrams. Tas größte Wort Gottes an uns und Abram ist die Opferung Isaaks. Abram hat nichts mehr in seiner letzten Mot als die Gcsolgschaitstrcue dem unsichtbaren Gott gegenüber. Nicht .die schauerlichen Einzelheiten brauchen wir den Kindern auszumalen, sie verstehen Abram-. der Gott . nicht versteht, der nur weiß: ich mutz gehorchen! „To ist die Morisageschichte eines der grötzten Gottesworte, nicht nur aii Abram, sondern, auch an uns. Tenn , wenn es nicht auch an uns gerichtet wäre, so brauchte die Geschichte nicht in der Bibel zu stehen." Oer Jude im Anbruch des werdenden Staates Zn diesen Blättern haben wir sehr oft Gelegenheit gehabt, ans die erheblicheBedeutung hinzuweiscn. die die nationalsozialistische Geschichts» anschauung der Judensrage beimißt. Im gegenwärtigen Prozeß der Umwälzung der bisherigen Anschauung der deutschen Geschichte erfährt demnach auch die Beurteilung der Rolle der Juden in der deutschen Geschichte eine vollständige Der7 schiebung. die geeignet ist. unsere Aufmerksamkeit . in Anspruch zu nehmen. Für heute ist zunächst von zwei Abhandlungen nationalsozialistischer Historiker zu berichten, in denen jener Revisionsprozeß der bisherigen Anschauung an zwei besonders wichtigen Abschnitten der deutschen Geschichte vollzogen wird. (Beide Anffassnmzen sind an gemeinsamer Stelle niedergelcgt. woduxch ihre innere Uebereinslimmnng betont wird: „Nationalsozialistische Monatshefte", 7. Jahrg., Mr. 71.) Der Regiernngsrat im Reichskriegsministerinm. Tr. Walther K a y s e r . veröffentlicht einen Aussatz „Marwitz und die unvollendete preußischdeutsche Erhebung", eine Vorstudie zu einem größeren Werk „Marwitz. Ein Tchicksalsbericht aus dem Zeitalter der unvollendeten' preußischdeutschen Erhebung", das demnächst in der Hanseatischen Vcrlagsanstalt, Hamburg, erscheinen wird. Kayser geht von der Grnndtyese aus, daß die neuere deutsche Geschichte durch das bis zum Durchbruch der nationalsozialistischen Revolution unerfüllt bleibende Ringen um die endliche Volkwerdung der Deutschen gekennzeichnet sei. Vom Zeitalter der Reformation und des Bauernkrieges bis zum Zeitalter des Nationalsozialismus stehe schicksalhaft hinter allen Ereignissen und Gestalten der deutschen Volksgeschichte die unerfüllte' Sehnsucht, der unvollendete Kamps um die deutsche Volkwcrdung. Zweimal hätten diese Tchiisncht und dieser Kampf die deutsche Nation mit der Natnrgewalt einer das deutsche Leben in allen seinen. Tiefen erfassenden Bewegung ergriffen: einmal im Zeitalter der Reformation und des Bauernkrieges, zum anderen im Zeitalter der preußisch-deutschen Erhebung. Beide Male sei das Endziel der revolutionären völkischen Bewegung infolge einer verhängnisvollen Zwiespältigkeit unerreichtgeblieben. Kayser wendet sich sodann gegen die Auffassung der. bisherigen zünftigen Geschicht- 'schreibung. die ienen schicksalsschweren Zeitraum zwischen;l 805 unb 1815 überwiegend nach den national-liberalen Gesichtspunkten der Reichsgrnndungszeit im 19.- Jahrhundert betrachtet habe. Jene unvollendete preußisch-deutsche .Erhebung müsse alseine unerfüllt gebliebene völkische Auibruchsbewegniig gewürdigt ' werden. Man minie die Menschen und Kräfte jener Zeck danach unterscheiden.! 'ob " sie Freunde - oder FWide -. des neuen, völkischen Staatsdenkens waren. Tie Unter», fcheidnüg der politischen Kräfte des Erhebunas- ' Zeitalters nach ihrer'.' völkischen und ' nichtvölkischen Tendenz führe zu folgender neuer Gegenüberstellung. Man sehe auf der einen Teile die Idee der völkischen Ttaatsreiorm. verkörpert in der Gestalt Scharnhorsts, in den Gestalten Steins. Marwitzens und Jahns, in den Gestalten Fichtes. Arndts und Kleists. Und man sehe auf der anderen Seite den Staatskanzler Hardenberg als Gegner und Zerstörer der völkischen Staatsresorm: man sehe das die gesamte innerdeutsche Entwicklung von 1810 bis 1933 schicksalhaft bestimmende bürokratisch-kapitalistische „System Hardenberg", das die verschiedenartigsten liberalistischen und reaktionären Triebkräfte in sich vereinige, von dem Wirtschastsindividuallsmus Schvns'rmd dem Bildnngsindividnalismus Humboldts bis zur Polizeistaatsdespotie Metternichs. „Welche Darstellung des Zeitalters der preußischen Reformen", so fragt Kayser. in.diesem Znsammenhang. .-.untersucht die Stellungnahme der führenden Männer zum Judentum, zur Freimaurerei. zum politisckxm Katholizismus? Diese Fragen existieren scheinbar nicht. In Wirklichkeit bewegten sie die Männer der Erhebungszeit tiefgehend und leidenschaftlich. Wer hat uns bisher zur Darstellung gebracht, daß Stein sowohl wie Marwitz und Jahn überzeugte und entschiedene Gegner der politischen und wirtschaftlichen Gleichberechtigung der Juden, des unsichtbaren Einflusses der Freimaurerei, des geistigen Herrschaftsansprnchs der römischen Kirchenpolitik waren? Und wo ist entsprechend znm Ausdruck gekommen, daß. in schroffem Gegensatz zu Stein,.Hardenberg in Uebereinstimmung mit Humboldt die geistige - und wirtschaftliche Vorherrschaft des Judentums in Preußen-Deutschland begründete, den Vor» stellungen freimaurerischer Humanität folgte und sich durchaus unbefangen und unbeschwert im Zeichen der Restauration mit dem politischen Katholizismus Metternichts verbündete, während Metternich ebenso leichten Sinnes die Vorstellungen der römischen Kirche in praktischer Bnnde'sgenossenschaft mit Freimaurern und Juden vertrat?" lieber Marwitzens Kampf gegen Hardenberg bemerkt Kayser: ..Er bekämpfte in der Person des Staatskanzlers das System volksfremder Regiernngsdespotie und volkszerstörender Geldherririjatt, und er erblickte hinter Hardenbergs System -bie; unheimlichen anonymen Gewalten des internationalen Finanzkapitals im Bunde mit Judentum ünd Freimaurerei, der verderbönbringenden allgemeinen Verstädterung und Verjudung Preußens" Geistes wende in Frankreich In einem Aufsatz „Französische Jugend" („Deutsches Volkstum". 18. Jahrgang, Nr. 1) hat Karl-Heinz Bremer eine vorzügliche Studie über die Entwicklung der Geisteshaltung, die bei der gegenwärtigen jungen Generation Frankreichs hervortritt, veröffentlicht. Die französische Jugend,dcr Vorkriegszeit — so führt er ans —kannte vor allem politische Pärteienkämpfe: die Probleme der Drchfns-Asfäre bestimmten auch ihr Gesicht. Sie war in zwei. Lager gespaltenk Laizismus, Demokratie und Republik geg^n Katholizismus. konservative Reaktion und Monarchie. Ter Antiklerikalismns siegte, und mit dem Kriegsausgange wurden Demokratie und Republik fester denn je konsolidiert.' Indessen tauchten Probleme ans. denen die alten Parteien. Trennungen und Schlagworte nicht mehr gercckit , werden konnten: Krieg oder Frieden (Nationalismus und Internationalismus), die Wirtschaftskrise (Krise des Kapitalismus, Liberalismus und . Marxismus), die soziale Not der Jugend, die sie in allen Kreisen traf ünd allmählich.zusammen- - schmiedete. Weil nach dem Kriege keine Ernencrung-' durchjüngere Männerund keine Aufsrischnngc durchjugendlichen Geist, erfolgte.'begrisf die sran- -zösische Jugend seit 1l>19:-langsgm, daß das -alt-e System blnilcet und ohne wahre idealistische Welt-. anschännng war. Gemeinsame Not führte sie zur. " gemeinsamen Aktion gegen , das alte System und -den individualistischen''-Liberalismus, und sie bedingt auch die hier und dort anftretenden.Zeichen eines wachsenden Antisemitismus (besonders bei den Studenten). Ter gesamten Nachkricgsjngend war daher die Entwicklung zu antibürgerlichen, antikapitalistisch-sozialistischen Gedanken und zur Kampsstellung gegen den Opportunismus gemein: 'bie Jugend wollte bewußt revolutionär sein. Seit 1003 besteht der ..s>leosozialismus". den viele als „Faschismus der Linken" bezeichnen. Der Neosozialismns versucht, dem . Sozialismus seinen marxistisch-internationalen. klassenkämpferischcn und "volkszerstörerischen Charakter zu nehmen, lim aus ihm eine volksvcrbindende. national ansbauende Weltanschauung zu umchen: Orckrs-^utorite-Nation sind seine Schlagworte. Alle Jungen — fährt Bremer fort — sind antikapitalistisch und fordern eine neue speziale Gerechtigkeit, die meistens ans ständischen und korporativen Gedanken begründet werden soll. Sie sind sozialistisch, aber gegen den Klassenkampf, sie kämpfen für einen neuen Idealismus, gegen den Materialismus. Wesentlich ist es jedoch, daß das Ringen der Jugend um französische weltanschauliche und Politische Erneuerung, trotz des steten Blickens nach dem Auslande, nie zum Rufe nach einem totalitären politischen System geführt hat: auch die politisch-weltanschauliche Einheit glauben sie allein durch Aufrechterhaltung der Freiheit für die verschiedenen politischen Kräfte erreichen zu können. Die französische Jugend be- - tont stets die Achtung und Wahrung der „libertes äömocratigues", den sie erkennt in den Grund- Freiheiten . die Grundwerte des französischen Denkens, die ein politischer und weltanschaulicher . Neubau nicht außer acht lassen darf.- Das allgemeine Sträuben gegen Totalität erklärt sich ans der Tradition des französischen Geistes, die auch von der Jugend anerkannt wird, besonders ans der Tradition des Humanismus und des Christentums. Gerade die Forderung nach einer Er^ Neuerung des Humanismus ergreift immer weitere Kreise der Jugend aller politischen Färbungen^ Er-ist eine Weltanschauung, die alle durch Ataterialismus. Kapitalismus, Kommunismus und' politische Auflösiing zugeschütteten Werte des Menschen wieder freilegen und den wirklichen Menschen, die freie Persönlichkeit, als Grundlage sür Denken und Handeln erziehen will. F. F. Zum Andenken von George A. K o h u-t haben 44 namhafte jüdische Wissensck)aftler, ImH allem Amerikas, einen BayL. „Jewish Studios" mit 727 Seiten englischen, 148/Seiten hebräischeck Materials aus den verschiedenen Gebieten jüdischer Wissenschaft in New-Dork heraus^ gegeben. Den Anfang macht S t e p h a n S. Wise mit einer Biographie, den Schluß die 411 Prosaarbeiten, 208 lyrische und 16 hcrausgebcrische Arbeiten des Verstorbenen umfassende Bibliographie. Konzerte und Vorträge in Berlin und im Reich Snm-.ing aöcnd sang B e a t v i c e T r endent h a I - W a i, li n 1 t c r pmi crnen Male vor dem Vcrlincr .Unllnrl'nnd Pnölitmn. Man lveitz nicht recyt: ist sie eiaenrli.'ii eine Bpynemäugerin oder eine 'Elia'nion.eile Tic 1>cinrr'ciil. onenoar. alle Variationen - des >li:iiiincsanaes. 2öas inan sicher weiß, i't: sie in er ne nun'l-.'erin von -gryßeni Format iii'd eure Trau von n'-rrlneni Geiiihl, klugem Verstand, und g'epst-egler Scnonyeil: Sie singt zu.-' na-vst" Volt-:lieber ans allen moglickien Landern Beatrice Freudenthal-Waghalter in tt.ili.t'r.i'dirr. ':-.r::i'"c!icr. t'chcchiickier und auch deillschcr Sprache, und inan wunickNe manchmal, daß ne dienwieder euoas cinrackier-und weniger, dranrarisch näyme. Ern uu--zwerten Teil-bei Ehansvns und Operctleutiedern, s.a::d .sic den vollen Kontakt mit dem 'Publikum, das auch hier die Vielseitigkeit-.ilircs sprachlichen 'Könnens neben der sehr schönen Stimme und dem temperamentvollen Vortrag bewundern konnte. Hier vlienbarte sic einen köstlichen Humor, besonders in den drei Chanions „Xmis resterons chez nous“, ..Tu r paßt so gut zu mir" und ,.I raiseil nivhat“, in Ädem sie gich bis zu burlesker Komik lockerte. Tie Jnüerlrchkcit iyres Weiens aber kam önt stärksten im dritten Teil znmAnsdruck: Indischen Liedern nird -zwar besonders in dem Gyetteticd.-ihres Vaters Ignatz Waghalter (von dem sämtliche jüdischen Lieder überarbeitet waren). .Es-war nicht mir die Verbundenheit mit dcm Jnyalt. die das Publikum hie.r begeisterte, sondern die Innigkeit des Vortrags, die BeseeUheit des Ausdrucks/ die die sröylichc Stimmung förmlich''in 'Andacht wandelte. Leo S chon back, begleitete Beatri'ee Freudentyal-Waghalter mit sehr seiner Einnihlimg. Wir wünickien ihr. die nur vielen Bühnen des Auslandes schon Erfolg gehabt hat. daß sie denn nächsten Ptale ein größeres Püplikum in Berlin voriinden möge, das sicherlich ihre Freude. . in ihrer Heimatstadt Berlin zu singen,-durch die Freude am Genuß ihrer Kunst erwidern würde. vr. M. E. . Tas Programm' ' eines Konzerts von Paula Salomo n » L i n d b e r g und Wilhelm G ii t t - m a n n,muß als vorbildlich bezeichnet werden, weil es künstlerisch'kompromißlos und'apart iind dabei publikumswirksam, war und südisckicn Komponisten Raum gab. Tie große Wirkung ergab sich nicht ans der klanglichen Harmonie der beiden Stimmen, sondern im Gegenteil aus ihrer Verschiedenheit in Thp und Cljaraktcr.. Paiila Lindberg brachte als Wesentlichstes Schumanns „Franenliebe und Leben". Subjektive Auisannng mochte sich da manck)es leidenschaitlicher, üt'er- . schwänqticher denken, aber jedenfalls wird man den Znklns kaum edler, stiller, kammermiisikalischer hören können. Ten Wols-Liedern war die Künstle.- rin.cine vertiefend gestaltende Interpretin. Wilhelm Guttmann war besonders bei den Rumänischen Volksliedern von Sektes in seinem Element. Lüas-' er ans diesen an sich ganz übcrlebren Stücken machte.- war außerordentlich. Hier wurde ein Höchstmaß an dramatischer Verve eingesetzt. " Beim lusnge.n Kehraus (Ka.nv.ns von Kahn) hatten . die Künstler ein entzücktes Publikum vor sich. Am Flügel der ausgezeichnete Rudolf S ch w a r z. -' > . : ' l. a. In einem Hanskonzcrt in Wannsee spielte BaPa P v t i s ch u i die zweite Violinsonate von Brahms, mil sauberem Ton. vortraglich mit ruhiger, beherrschter Geste, so daß m hohem Mäße das Klas- 'tiTcIk >» Brahms betont wurde.'.Eine, .erfreuliche Leilinng. Als sicherer Spieler' rmd Begleiter betreute Waldemar L i ach ow's k i den wichtigen Klavierpart. Alice ' H a n n e s - C a s s i r e r hat eine hübsck^, sympathisch klingende Stimme und könnte sich ruhig eine freiere, ungehemmtere Gestaltung zntrancn. Auch Susanne K n z n i tz k i hat Material: Technik und Darstellung sind aber noch .völlig'unzulänglich. Ter Rezitator Fritz Eisenberg hatte mit allerlei Ernstem und Heiterem Beiiall. Es wirkten noch Regina J o n a s (Pesiachbetrachtung,. Kantor W e ch s e l m a n n . der Cellist Ä a n e r y k und der Pianist Sabel mit. L. A. Ter erste „B n n t e A b e n d" des Kulturbundes B r c s l a n gab .einer Reihe einheimisckicr Künstler Gelegenheit, wieder vor das Publikum .zu treten. Ter erfolgreiche Abend war der heiteren Muse gewidmet und sollte ein Ansporn für weitere ähnliche Veranstaltungen sein. Leo Leuner las aus eigenen Dichtungen, die dem Rahmen eines Kabaretts gut angepaßt waren. Auch Erich G u t t st ä d t steilte sich mit zwei launigen Szenen als Dichter vor. In der ..Ballbekanntschait" (mit Ursel Berliner) als flotter Abenteurer. im „Antrag" (mit Joseph Ha l per n) als'Pallcnbergtype verhalf er ihnen zum darstellerischen Erwlg. Ursel Berliner brachte noch eigene ..Kinderszenen" und war darin originell und reizvoll. Lotte Schwarz (Rosenbaum) , stellte ihre wertvollen künstlerischen Fähigkeiten auch in den Neumannsclien Parodien, die viel Heiterkeit hervorriefen, unter Beweis. Lotte L a u fers klarer und mit voller künstlerischer Feinheit dnrchgebildeter Koloratursopran konnte sich in einer Arie aus dem „Barbier" und einem 'Walzer ans der „Bohörne" gut entfalten. Rosel Jbr ./Wiener Bilderbogen" war im Ausdruck und im Geiang von bekanntem Temperament und echtem, künstlerischem Leben. Egmont P o l l a k begleitete am Flügel mit verständnisvoller Sorgfalt und holte sich mit Solovorträgen lebhaften Beifall. Tie Tanz-Kapelle „CIO" musizierte diszipliniert und war sehr vielseitig. Joseph H a l p c r n conserierte gefällig und mit intauf» "dringlichen; trockenen Humor. 8chw. Der Jüdische Musikverein Breslau hat mit der Berpflichtung , Chemja W i n a w e r s und seiner Sä ng'er abermals bewiesen, daß er sich seiner verantwortungsvollen Aufgabe. Altes und Neues, Allgemeines und Jüdisches zu pflegen, wohl bewußt ist. Winawer hat die schönsten ihm verfügbaren Männerstimmen zu einem Gau-, zen vereint, das in Bezug auf Reinheit der Intonation. auf Modulationssähigkeit und rhythmische Eneegie — trotz gelegentlicher Heber- „ spitzung ins Artistische —. nicht so bald ein Seitenstnck aufweist. im Bezirk unseres jüdischen Knnstlcbens aber ohne Zweifel eine einmalige Erscheinung ist. Das Programm nannte synagogale Gesänge sowie Volkslieder der Chassidnn ünd aus Palästina. Manches davon kannte man auch hier, aber erst setzt lernte man es wahrhaft kennen. Denn Chemja Winawer ist ein Nteistec der Chorerziehung: alles, stvas er. vom gehauchten Pianissimo bis zum brausenden Forte, ans seinen Sängern herausholt, dient nur dem einen Ziel: die tiefe religiöse Weihe, die oft unergründliche Mystik und die lebensbejahende Kraft dieser Gesänge dem Hörer nahezubringen. Uff. Im Jüdischen K u l t u r b u n d. Königsberg (Pr.) spielte das K r oy t - Q na r t e t t (Boris Kroht.. Charlotte Salomonski-Rosen. -Werner Lywen, Gottfried Zeelander) herrlich aufeinander abgestimmt und eingespielt. Haydn. Schubert und Borodin. Wer vermag es. den Charakter jedes einzelnen Komponisten so klar heransznbringen wie diese vier Künstler? Für viele Hörer wird das Nvtturno-Andante aus Borodins Onartett v-ckur der Höhepunkt des /Abends gewesen sein. Das, Publikum hörte mit andächtigem Entzücken zu. und der spontane Beifall kam jedem aus dem tiefsten Herzen. l.lck. Der Jüdische Kulturbund Rhein-Ruhr bot seinen Mitgliedern unter anderem einen Abend „Kleins Kunst großer Leute", der von den Erlebnissen des Tages zu harmloser Heiterkeit wegfntzrte. Milli Präger ver.zicktete_in seiner Conference allerdings nicht auf die phllosophischbefinnliche Note, die ihm „seinem" Publikum seit langem wert macht. Mit immer gleicher Freude und Herzlichkeit wird im Rheinland Alfons Fink begrüßt, der in einer lustigen Szene, die er schrieb, und mit Alfred Berliner (Balthoff) frisch herunterspielte, großen Beifall erntete. In ihren Struwwelpeter-Szenen und Chansons hatte Gerda Koeppler Erfolg. , die indessen in ihrem Programm das parodistische Element stärker bs,

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