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Central-Verein-Zeitung · 1936-03-19 · 12 (19.3.1936) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
12 (19.3.1936)
Date
1936-03-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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von Klei ngemeindcn beigctragen.'?l>ich diese Binnenwanderung ist »m Herbst stark angcwachscn. Die Rückwanderung schließlich hat eine gerade »imgckehrtcEiitwicklung genommen. Tie Wanderfürforgestellen, die im Lause der ersten neun Monate des Jahres in ziemlich gleichbleibender Zahl von Rück- und Turchwanderern in Anspruch genommen wurden, haben im letzten Vierteljahr 193', eine.gewisse Entlastung gespürt. Denn hier haben sich nicht so sehr die Nürnberger Gesetze ausgewirkt, wie die schon früher ergangenen Verordnungen über ausländische Arbeitnehmer,. dicLVerweige- : rung. der Arbeitserlaubnis an ausländische Staatsangehörige und die Zurücknahme der Einbürgerungen naturalisierterJuden. Immer- - hin wurden im Jahre 193.'» 5621 ausländisckie Juden znn» größten Teil in ihre -Heimatländer und 4377 inländische Inden innerhalb Deutschlands ans Kosten derGesaintheit befördert. Tie Gesamtzahl der Inden, denen in den Jahren 1933 bis 193.', aus Mitteln des Zentral-Ausschnsses die Wanderung (Auswanderung, Paläftinawandernng, Binnenwanderung und Rückwanderung) ermöglicht tvvrden ist, ist 65 -144, wobei nochmals wiederholt sei, daß in dieser Zahl die finanziell potenten Auswanderer, Palästimnvanderer und Binnenwanderer nicht enthalten sind. Eine starle zusätzliche Arbeit trat im letzten Jahr durch die Notwendigkeit der Errichtung der Winterhilfe ein. Sie ist von jedem einzelnen Juden in Deutschland als Spender oder als Empfänger so stark mitcÜebt worden, daß es an dieser Stelle nicht notwendig ist, eingehender über sie zu sprechen, zumal nach ihrem bevorstehenden Abschluß dazu Gelegenheit sein wird. Aber n»er macht sich'wohl-ein Bild von den regelmäßigen Wvhlfahrtslastcn, die die einzelnen Gemeinden, die Zentrale für Wohlfahrtspflege und) die Landesverbände dauernd zu tragen haben! Gerade die Binncnwandernng wirkte sich in Wohlfahrtspflegerifrl)cv Hinsicht gelegeiitliel, katastrophal auS, »veil sie die völlige Verschiebung der sozialen Struktur der betroffenen Gemeinden zur Folget l,at. Denn die Fortziehenden sind in der Regel nicht die Bedürftigen, für die ja die Zuzugssperre in den Großstädten besteht, sondern gerade die Zahlungskräftigen der Gemeinde! Der Besitzer einer Fabrik oder eines Kaufhauses, der in vielen Fällen die Kosten der Gemeinde fast allein trug, und der nun sein Geschäft in andere Hände gibt und aus der Klein- oder Mittelgemeinde fortzieht, hintcrläßt die Bedürftigen, die alltin weder die Gemeinde noch firij selbst erhalten können. Beschäftigte dieser große Steuerzahler-auch noch jüdische Angestellte in seinem Betrieb, die mit dem Unternehme» ihre Stellung verlieren, so fallen diese, arbeitslos, entweder der Wohlfahrt zur Last oder sie müssen die Gemeinde Verlässen, nn» wo anders eine Stellung zu suchen, oder »»»»»schichten oder auswandern. Der Bericht gibt eine interessante Statistik. über den prozentualen Anteil der Soziallasten am Gesamtetat der Gemeinden. Ans ihn» geht hervor, daß die Gemeinden selbst.. bis zu 38 Prozent ihre gesamten Ausgaben für Wohlfahrtszivcckc verbrauchen. Iu absoluter Zahl ansgedrückt heißt das, daß auf den Kopf der jüdischen Bevölkerung allein von den Gemeinden bis zu fast 40 NM aufgewendet werden. Dazu kommen aber noch die Beiträge der Landesverbände und anderer Organisationen, so daß tatsächlich für die Bedürftigen viel höhere Summen ausgegeben werden. Tiefe Fürsorge für die Bedürftigen beschränkt sich aber nicht nur auf die Sorge für Obdach und Brot. Der Zcntral-Anssehnß kann von Kulturfahrten berichten, die von ihm zusammen mit dem Preußischen Landesverband jüdischer Ge-. meinden in die Klcingenieinden veranstaltet werden. Wie hungrig -die Kleinstadtjnden. auf solche Stunden der geistigen und künstlerischen Erhebung sind, beweist. daß der Besuch dieser Abende nie unter 60 Prozent, häufig aber fast 100 Prozent der Gemeindeuntglieder 'betrüg. Umfassend ist das Hicfswerk des Zeutral- Ausschnfses für die durch die Ereignisse betroffenen Berufszweige.. Ta sind die Wirtschaftshilfe und die Kredithilfe. das Tarlehenskasseiuvesen und der Bermittluugs- " dienst, die im wesentlichen daun einzugreifen haben, wenn Kausleute, Einzelhändker.-Groß-- händler.' Handlverter oder Vertreter in Schwierigkeiten'geraten oder bei der Weitersühruiig oder dem Verkauf ihrer Geschäfte berate»» sein »vollen. Ihre, Bedecitnug steigt, je stärker. der Lebeusraum für die jüdische Gemeinschaft schrumpft, und es wird immer »vichtiger. gerade diese kleinen m»d kleinsten Eristenzforinen zu erhalten und produktiv zu - gestalten. Da sind die Arbeitsnachtveise. deren Popularität bei Arbeitnehmern uild Arbeitgebern in erfreulicher Weise zugenommen hat, .die aber trotz altern, besonders was die männliche»»- kaufmännischen Angestellten betrifft, bei »veilem nicht so viel Stellen vermitteln können, »vitz es Arbeitsuchende gibt. Ta sind .Hilfsmaßnahmen für besondere Berufsgruppen: die Selbsthilfeaktionen, die Aerzte, Tierärzte, Zahnärzte, Apotheker und Hochschullehrer durchführen konnte»», und die ein schönes Zeugnis von den» Gemeinsinn derer ablegen. die »»och in» Berus stehen liitb a»»s ihren Berdiensten derien abgebeu, die ihre Zülass»»i»g verloren haben. Naclidenklich stimmt hier die Altersstatistik) die zeigt, »vie der akademische Nachwuchs bei Ben Juden Deutschlands in» Zuge der Zeit 'atlfhören »vird., Bon 2145 Aerzten sind nur 191 unter - 35, 272 bis 45 Jahre, 411 bis 55, 422 bis 65 und 349 über 65-Jahre alt. In den 0,9 Pro-, zent, die unter 35 Jahre alt sind, si»»d noch ei»»ige Aerzte enthalten, die noch »»icht approbiert sind, und ähnlich sieht es bei den andere»» akademischen Benisen aus. Tie Arbeit der Jüdischen. Künstlerhilfe und des Neichsverbandes der Kulturbünde ist der Oeffeutlichkeit bekannt, soweit sie sich ans die Beschäftigung der Künstler durch Konzerte »nid anderes bezieht. Aber ihr wahrer Umfang »vird erst deutlich, »veur» »nai» erfährt, daß sich bis Ende Juli'1935 1881 Künstler bei der Küiistlerhilfe gemeldet hatten. In 38 Fällen wurden Ansbildnngsznschüssc zur Berufsllmschichtung i»»nerhalb künstlerischer Berufe gewährt, »nid häufig »vlirden Darlehen für Jnstruillente Und Unterricht bewilligt. Je »veniger »nan diesen zurückgehenden Berlisen helfen fiiiin, imt so »vichtiger ist es, für die Heranwachsende Jugend zu sorgen. Die Reichsvertretung hat deshalb die Schnlabteilung immer als eins ihrer wichtigsten Gebiete aufgefaßt. Sie konnte sich allerdings in» Berichtsjahr 1935 im »vesentlichen auf den zslusba»» der schon vorhandelten Schulen, auf die Schulung der Lehrer, die Allsgestaltung und Planung des neunten Schuljahres beschränken, da die Dnrchführnngsbestimmungeii über die von der Ncrchsregierung geplante Neuregelung der Schulversorgung der jüdischen Kinder noch ansstehen. Daß die ' Schulversorgung in den Kleingelneinden, die häufig recht versprengt liegen, besondere pädagogische und fürsorgerische Aufgaben stellt, die dein Schuletat zur Last fallen, '»lögen wenige Zahlen zeige»». Es wurden in dem Berichtsjahr 50 Schulen mit laufenden Sllhventioilem und einmaligen Sonder» belvilligr' .» "!? bedacht. Fahrgeldbeihilfen für die Kinder »vurden geloährt, und auch Sprachkurse »nächten ErtrabelviUignngen notlvendig. Tie Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung. die mit der Schulabteilung der Reichsvertretung in engster Verbinduilg steht, hat ihre pädagogischen A»»sgaben erlveitert und vertieft. Sic veranstaltetein allen Teilen DeutschlaildS Lernzeiten für Erlvarhsene und hat, um einem Mangel abzuhelfen, einen fünfmonatigen Kursus zur Ausbildung hebräischer Lehrer für Erwachsene und Kinder eingerichtet. Für die Schulentlassenen gilt es, Lehrstellen zu finden. Obschon es nicht - nlöglich . ist. alle Jugendlichen, die zur Erstausbildung nach Schlilabschlliß gelaitgeu, statistisch zu erfassen, da viele Elter»»_ihre^Kiiider_im eigenen Geschäft oder bei Freuilde»» oder Berlvandten vhile Berinittlllng der Berllfsberatlingsstellen »liiterbringen koniltei». kann der Bericht für 1935 doch über 2587 I»»- gendliche Ausk»»»»ft gebe»». 1302 Ncädchen ui»d 1285 Knaben. Diese Zahl ist deshalb interessant, »veil die Serualproportion hier nvrlnal ist. »vie sie dem allgeiileinei» Zahlenverhälti»is vo»» Knaben lind Mädchen entspricht, während in der Berufsnnlschichtllng, die in. den letzten Jahren die jüdische Oesfeiltlichkeit iinlner lvieder beschäftigt die Zähl der »llännlichen. Betreuten im Inland 69 Prozent, nämlich 2508 der gefaulten Uinschichtler (3637) »»nd in den. auslälldischei» Unlschicht»l»ngsstellen für Juden a»»s Deutschland sogar 74,6 Prozent, näiiliich 843 von 1131 Ulnschichtlern, alislnächt. Auch die Verteilung der Berufe ist bei den Jugendlichen, die zur Erstausbildullg kvnlinci», eine andere als bei den lln»- schichtlern. Während bei den Aelteren fast drei Viertel sich der Landlvirtschäft. und Gärtnerei zinveildeu. ellvählte.n 18,1 Prozent der- Ncädchen und 16,6 Prozent der Kilaben in Erstausvildullü kauflnännische Berufe. Allerdings »vohl »veiriger aus Neigliug als aus dein Mailgel an Stelleiz für die hand- »verklickie und laildivirtschaftliche Ausbildling. Die Schwierigkeit, solche Lehrstellen zu fi»»- den. hat in den» Berichtsjahr z»»r Schaffung von kollektive»» Ersiausbildungsstätten in Die7 Punkte des Councils Kurz vor dem Beginn des „Appeal" hatten am 13. Mürz Sir Herbert Samuel, Lord B e a r st e d und Simon Marks einen Ausruf an, die Juden Englands erlassen. In ihm gehen sie von der Feststellung aus, daß man für die jüngere Generation der Jllden Deutschlands eure Zukiulft außerhalb Deutschlaiids vorbereiten lilüsfe. Sie unterstrichen sodann.die Notweiidigkeit einer aus mehrere Jahre berechnete»! Aktiondurch die eine endgültiges Lösung des Problems in seine»»» ganzen Umsang oder wenigstens für einen' großen Teil der Betroffenen herbeige- - führt tvcrden soll. Diese ernste Angelegenheit — so heißt es in den» Ausruf — nnrß bei alle»» jüdischen Ntenschen S»i»npathie und Sorge erwecken, dener» ein besseres Geschick beschieden ist.' Sie »verden erkennen, daß es sich hier nicht mehr bloß um Wohltätigkeit an einzelnen Ans- »vallderern handelt, die sich in zeitweiliger Notlage befinden. Getviß wurde schon - brsher viel konstruktive Hilfe geleistet. Doch diejenigen, die an der Spitze der in jeden» der drei letzten Jahre in England zugunsten der AuStoandcrer ans Deutschland unternou»- n»enen Aktionen standen, sind überzeugt, daß es an der Zeit ist, Maßnahmen grundlegenderen Charakters in dieser. Sache zu treffen. Bvllständige Uebereinstinlmnng mit den Führern aller Teile der Judenheit Ainerikas »vurde angestrebt und erzielt. Unter ihrer Ätitloirkung »vnrden die folgenden Vorschläge ansgearbeitet, die nnnrnehr der Öesfentlichkeit unterbreitet »verden. „1, Ziel der Aktion ist die Erwöglichung der Ans»va»»derung von J»»den aus Deutschland in so großer Zahl wie es durchführbar ist. Die qegen»värtig in Aussicht genvnlrnene Zahl betrügt 20 000 bis 25 000 'ährlich während der nächsten vier oder ünf Jahre. Es »vird sich bei diesen hauptsächlich nm j»u»ge Leute und Kinder handeln, doch »vird vorausgesetzt, daß viele ältere Männer und Frauen später nachfolgen werden. 2. Es wird erkannt, daß die Auswanderer in der Hauptsache solche Ber»»se und Eignungen haben sollen, durch die sie sich für die Bestiinnntngsländer als nützlich erweisen können. 3. Ein großer Teil der künftiger»-Aus- »vanderer und viele der bereits Ansaewanderten werden eine besondere Schulung oder Umschüllrng in Handwerk oder Land- »virtschaft dnrchmachen müssen, wozu Gelegenheit geboten werden soll. 4. Ueber 30 000 Ausgervanderte aus Deutschland haben sich bereits in Mll'ästina niedergelassen, »rnd man hofft, daß cs einen» große»» Teil der Ausrvandcrer der nächsten Jahre ebenfalls »nöglich sein wird, nach Palästina zu gehen . .. 5. Die zeitweilige Unterstützung, die gegemvärtig jener Ntinderheit der Ausgervanderten gervährt wird, denen es noch nicht »nöglich »var, einen Erwreb zu finden, und die in Not sind, kann nicht eingestellt »verden. Biele Einzelpersonen und Farnilie»» sind in verschiedenen Ländern gestrandet und in verzweifelter Lage. Ihnen muß man helfen, ein ständiges Heim zu finden und m»»ß sie inztvischen vor Elend belvahrci». 6. Der Council for German Jewry ift jetzt zur Erfüllung dieser Aufgaben geschaffen »vorden. Die amerikanische Judenheit »vird in ihn» voll vertreten sein. Er »vird ge»visse F»»nktionen bei der Auswanderer- -hilfe zu übernehmen haben, die früher dem voin Völkerb»md eingesttzten Oberkon»- inissar znge»oiesen waren, denn die Tätigkeit des neu ernannten Oberkornrnissars ist in stärkerem Maße aus die politischen und rechtlichen Seiten des Problems beschränkt. Der Goum-il »vird die bisher von dem Ceniral British Fund for German Jewry geleistete Arbeit rveiterführen u»»d sich dä» bei seines Apparates bedienen. Es ist nicht beabsichtigt, eine neue große Organisation z»l schaffen. Die Körperschafte»», die seit langer Zeit ans verschiedenen Teilen dieses Arbeitsgebietes tätig sind, behalten ihre Autonomie und setzen ihre Arbeit fort. 7. Es ist klar» daß weit größere Sun»- men als bisher benötigt »verden. Eine gewiffe Zahl von Auswanderern wird vielleicht in der Lage sein, eigene Atittel mitz»r» bringen oder bei Angehörigen und Freunde»». die bereits in anderen Ländern ansässig ge»vvrden sind, vorübergehend Gast- ." freundschast und Hilfe zn'sinden. Unter Bcrücksichtigllng dieses Umstandes wird die für die Durchführung einer Bewegung in . dem beabsichtigten. Umsang erforderliche 'Summe aus mindestens drei Millionen Pfund geschätzt. Die Führer der amerikanischen Judercheit schließen sich dieser Schätzung an und si»»d bereit, die Verant- »vortung für die Aufbringung von zwei Drittel»» des Betrages z»» übernahmen, »vobei ei»» Teil davon bereits in vvrhaltdenen Fonds zur Verfügung steht. Von den» Betrag von eineß Million Pfund, der in Großbritannien und im britischen Reich sowie in anderen europäischen Ländern aufgebracht werden soll, ist »»ngefähr die Hälfte schon in Sicht. Darin inbegrissen sind die erheblichen Summen, die bereits von gervissen Stiftungen zur Unterstützung von Juden aus Deutschland bereitgestellt'»vurden. Die noch übrig bleibe»»^ Ailfgabe aber ist außerordentlich groß. Die noch a»»fz»lbring»'nde halbe B!»llion entspricht der Gesamtsumme des Ertrages sämtlicher drei Aktioue»», die von dern Gentral British Fund kor German Jewry durchgeführt »vurden, einschließlich der Zeichnungei» der größten Spender. Daraus ist zu ersehen, daß eine außerordentliche Anstrengung notlvendig ist. »venn das angcstrebte Ziel erreicht »verden soll. Der Keren Hajessod (Falestine Foundation Fund of Great Britain) »vird, »vie in den letzten drei Jahren, von seinen üblidien Sammlung Abstand nehmen und schließt sich dem jetzt erlassenen gemeinsamen Ausruf an. Seine normalen Einkünfte aus England, vor» denen ein großer Teil für Zlvecke in Palästina verwe»»det »vird, die direkt oder indirekt den sich dort niederlassenden Inden atis Deutschland zug»ite kommen, »vird ihn» ans de»» Erträgnissen dieser Aktion garantiert." An» 15. Januar hatte die „Atajestic" die Anker gelichtet, nm Sir -Herbert Sa n» u e l, Viscount Bear st cd und Simon Marks 'nach Amerika zu führen. Genau zwei Monate später, am 15. Atärz, hat nun der Drive begonnen. Nachrichten aus London besage»»', daß nicht nur Geldsanunlnngen anfangen, sondern daß man eine konstruktive leitende Tätigkeit in Ergänzung und Abrundung der mehr die rechtlidienund politischen Probleme behandelnden Arbeit des Völkerbnndskoli»- »nissars Sir Malcolm entlvickeln wird. Eii» Arbeitsgrelninm ist bereits eingesetzt worden, dessen Mitglieder die hier in Frage kommende Arbeit anfs genaueste kennen. und die, »vie »vir hoffen, nicht von Onoteirgesichtspnnkten beherrscht sein »verden, sondern die, »vie »vir es kürzlich gelvünscht haben) »nit den Äcitteln und dort Hilfe leisten »verden, »vo sie am aussichtsvollsten und a»»ch am . ökvnvmischsten geleistet »verden kann. Die Tatsache, daß ein lveitrcichendcr könstnlktivcr Plan vorhanden ist, »vird auch ans die Stimm»lng der Juden in Deutschland positiv »virken. Entschlüsse/die man für die eigene »»nd die Juk»mft der Kinder bisher mit einem übertriebenen Unsicherheitsfaktvr gefaßt hat.- »verden jetzt mit größerer Sachlichkeit und Ruhe vorbereitet und dnrchgeführt werde»» können. An leitender Stelle unseres Blattes kommt znm Ausdruck, »velch ungeheuren Umfang die jüdisdie- Selbsthilfe innerhalb der delltschen Grenzen ängenvmmen hat. Geiviße Wendungen in den Verlantbarnngen des Gonneil kor German Jewry machen dir Ansrechterhaltlmg dieser Selbsthilfe ans den eigenen geistigen und »virtschaftlichen Kräften der i n Tentschlm'ld lebenden Inden zur Pflicht, »veil sie eine Art Voraussetzung für die Lebensvorbereitung a »»ße r h a l b der de»»tschen Grenzen bede»»ten. Land»virtschaft und Gärtnerei an elf Orten für insgesamt 330 junge Menschen geführt. Mitunter traten Sd)wierigkeiten in der Aufrechterhalt»»ng der Ilmsdjichtungsstellen ein. Aber in» »vesentliäien gelang es, »ve»»n a»»ch gelegentlich unter Wechsel der Ausildungsvrte. die Ansbildnngsmöglichkciten zu erhalten. Ein Teil der Betreuten hat die Ausbildung abgeschlossen, nämlich 1628 in inländischen und 505 in ausländischen Ausbild»mgsstättcn. Sie »vurden durch neue ersetzt, so daß jetzt »vieder 4768 Personen in Ausbildung sind, davor» 3637 im Inland und 1131 in» Ausland, während am 1. Dezember 1935 nur 4005 Bernfsumschichtler in Ausbildung waren.. Tie altersmäßige Zusammensetzung dieser Nmschichtler hat sich interessanterweise insofern geändert, als früher hanptsächlich ältere Menschen den Beruf wechselten, im Jahre 1935 aber im »vesentlichen Personen zwischen 18 und 25 Jahren in diesen Ausbildungsstätten untergebracht »vurden, »vas ei»»e gelvisse Erleichterung der Arbeit zur Folge hat. So steht das jüdische Leben in seiner Mannigfaltigkeit und in seinem Lebensdrang ans den Seiten dieses Berichtes auf. Eine kritische Untersuchung der einzelnen Teile, die »vir uns noch für Einzelabhandlungen vor-. behalten, »vird vielleicht sestzustellen haben, ob der Erfolg-den» Aufrvand an Geld und Arbeit in allen Teilen gleichmäßig entspricht, oder ob es gelegentlich,not»vendig ist, die Kräfte an anderer Stelle einznsetzen. Aber es bleibt der .Gesamteindruck eines starken Willens, jüdisches Leben aus eigener Kraft zu formen. KLAUBER-WWSCHE IN ALLEN FÜHRENDEN WÄSCHE-GESCHÄFTEN WÄSCHEFABRIK ROSA KLAUBER / MÜNCHEN KLAUBER-WÄSCHE

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