Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 12 (19.3.1936)
- Date
- 1936-03-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Minsk 2× ep/1000754
- Odesa 1× ep/1000834
- Ukraine 1× ep/1001131
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Russland Die Zerstreuung der Juden über die Erde (XXIX.) . ~ r Nachdruck verbotenrussischen Provinz bereit* bem asiatischen Erdteil zugerechnet wird. Besonder* interessant ist, daß die amtliche russische Statistik in ihrem Votks.zählmigswerk ' sür da* fuilir I!>.'(» diejenigen jüdischen Stäinmes- ^gmpperi-hesoilderS aiifgezählt hat, die versprengte 3. Ukraine ii. Bei der statistischen Betrachtung de? jüdischen Sektors-in der Ukraine*) muß man sich Hinsichtlich der GrößenverHältnisse stets vor Augen halten, daß das Staatsgebiet.bet Ukraine nur um ein weniges kleiner ist alsdas Deutsche Reich, daß aber seine Einwohnerzahl weit weniger als die Hälfte beträgt, während die Zahl der'ukrainischen Juden säst viermal größer ist', als' die der Juden in Deutschland. Für 'das Eigenleben dieser großen Minderheit in der Ukraine ist es charakteristisch, daß ihre Sprache auch heute noch überwiegend das Jiddische ist. Die amtliciie Statistik beweist es. Bon der Gesamtheit der ukrainischen Juden haben (1926) 76 Prozent das Jiddische als Umgangssprache angegeben; hierbei zeigt es sich, wie stark das Leben in den Städten assimiliert, so» gar in der Erhaltung sprachlicher Eigenarten. Bon hundert Juden, die in ukrainischen Städten lebten, hatten nur noch 70 Prozent das Jiddische als täg, liehe Sprache; dagegen geben 95 Prozent der auf dem flachen Lande lebenden Inden an. daß sie sich des Jiddischen als ihrer Umgangsspräche bedienen. Je stärker die moderne Jugend in den Städten yeranwächst, je mehr die älteste Generation aufdem Lande langsam abstirbt, desto mehr tritt die jiddische Sprache gegenüber der Landessprache der Umwelt in den Hintergrund. Auch dieses beweist die Statistik mit Klarheit: Von den jugendlichen Juden bis zu 20 Jahren bezeichneten niir noch 70 bis 72 Prozent das Jiddische als ihre Muttersprache. sür die älteren Leute über 60 Jahre schwankt der Prozentsatz noch zwischen 96 und 96 Prozent. Wenn eine Generation vorüber sein wird, dann wird auch in der Ukraine die jiddische Sprache, die man nicht mit Unrecht als die zweite Sprache der Juden bezeichnet, soweit zurückgedrängt sein, daß höchstens noch die Hälfte des dann vorhandenen jüdischen Bolksteiles jiddisch sprechen und verstehen wird. Die Geschlossenheit des chdischen Bevölkerungsteiles der Ukraine ist in Richtung auf die Eheschließung noch ziemlich weitgehend. Bor dem Kriege waren Nt i s ch eh e n außerordentlich selten. Allmählich haben sie stärker Eingang gesunden. Besonders jüdische junge M ä d ch e n sind es, die sich m i t n i ch t j ü d i s ch e n Ak ä n n e r n verheiraten, während mit Rücksicht aut die Grundsätze ihres Glaubens die Zahl der jüdisciren Männer seltener ist, die nichtjüdische Mädchen ehelichen. Diese Erscheinung der Mischehen in dieser Form ist genau entgegengesetzt derjenigen in Mittel- und Westeuropa, wo die Zahl der jüdischen Männer. die nichtjüdische Frauen heiraten, viel höher war, als umgekehrt die Zahl der jüdiscl)en Frauen, die eine Ehe mit einem nichtjüdischen Mann eingeheri. Ein wesentlicher Erklärnngsgrund ist der abiiorine jüdische Frauenüberichuß: die Ehe mit einem Nichtjuden wird der. svnsl erzwungene». intgewollten ' Unsrnchtbarkeit vor- . gezogen, die dem natiirlidjci, weibliclien Enipiinden aller Menschengrltppen zuwider' ist. —; Trotzdem darf man die. Erscl)einung der Mischehe iw der Ukraine nicht überschätzen,- sie ist viel geringer als tu DJüttel. llnd Westeuropa. Gemessen an den rein jüdiscl)en Ehen betrug die^Zahl ddr^Ntischehen, ,n . Per Ukraine 1924 4 Prozent, 1927 allerdings bereits 5 Prozent; die Tendenz zur Steigerung, ist erkennbar. ' Die st ü d t ische K o n z e n t r a t i v n der Inden Osteuropas ist, wie bereits erwähnt. zivar sehr groß, dennoch ist aber die absolute Zähl der auf dem flachen Lande lebenden Familien sehrbeachtlich. Es kann bei den historischen Gegeben-', heiten nicht verwundern, daß etwa ein Drittel der : ukrainischen Juden in vier Großstädten des Bundesstaates leben: in K i e w wohnten 1926 140 000 Juden, das siitd mehr als 27 Prozent der Stadtbevvlkerung. in Odessa fast 155 000, das sind rund 66 Prozent der Bevvlkerting dieser bedeutenden Stadt am Schwarzen Meer. in Charkow wurden über.60 000 Juden gezählt, etiva .20 Prozent, der Bevölkerung, und schließlich in I e k a t e r i n o s l a w über 62 000/ d. h. mehr als 26 Prozent der Bewohnerschaft dieser großen Stadt des Ostens. Leider ist sür die berufliche Struktur der Gegemvart lind jüngeren Vergangenheit kein statistisct)es Material vorhanden. Bor..der rnisischeu Revvllltivn war etwa ein Drittel der jüdischen Bevölkerung in Handwerkerberuien tätig, ebenso waren in der Ukraine Htlnderttausende in Arbeiterberufen, über hunderttausend arbeiteten als Batiern, weit mehr als ein Viertel der Bevölkerung waren in Angestellten- und Beamtenberufen. ein hoher Prozentsatz im Handel tätig. Die Abschaffung der Privat,virtschast im heutigen Rußland hat die Juden besonders stark betroffen. Das'geht daraus hervor, daß nach neueften Angaben für Gesamtrußland die Zahl der unterstütningsbedürstigen Juden mit ihren Familien rund 1 200 00«» beträgt. Illustriert diese Tatsacl)e das wirtschaftliche Elend, so spitzt sich diese Sitnation für die jüdische. Jugend des Landes dadurch noch zu, daß es immer schwerer ist und wird, für sie Allsbildungsmöglichkeitenin wirtschastliciien Berufen ztl finden. Da in der Ukraine weit mehr als die Hälfte der Jtiden von Gcsamtrußland leben, wird es deutlich, wie tiefgehend die Rot , dieses .breiten jüdischen Sektors ist. Dabei ist nicht aus dem Auge ztl lassen, daß die jüdische Notlage größerFls.die der nichtjüdischen Unnvelt ist. weil die Juden in besonderer Weise in. den Städten als Handwerker und Händler ihr Brot verdient haben, also in Berufen, die durch die Neuordnung der Wirtschaft in Sowjetrnßland in besonderer Weise unterhöhlt worden sind. 4. Weissrussland und das ^europäische Zentralrussland Wei ßrußla nd ^ist derjenige russische Bundesstaat, der den höchsten jüdiscl)en Bevölkerungsanteil. aufweist, wenn auch nicht die absolut höchste Zahl der Inden. In LÜeißrußland lebten im Jahre 1926 mehr als 400 000 Jttden, also annähernd ebensoviel — oder nicht viel weniger — als gegenwärtig im Deutschen Reich. Da das tveißrussische Staatsgebiet eine Einwohnerschaft voll rund 5 000 000 Menschen hat, so bebeutet dies eine jüdische Quote von 8,2 Prozent, die höchste von den Staatseinheiten innerhalb der Sowjets Tie Se r ua Ip r o p o r t i o n bei den Juden Weißrußlands ist günstiger als in.der Ukraine: auf 1000 jüdische Männer entfallen 1122 jüdische Frauen. Bei der Gesamtbevölkerung Weißrußlands ist die entsprechende Proportion 1000 zu 1043. Ter absolute Frauenüberschuß bei den Juden beträgt etlva 20 000, das ist weniger als bei den sonst ähnlichen allgemeinen Größenver- ' hältnissen des jüdischen Sektors in Deutschland, wo er gegenwärtig zwischen 24 000 und 28 000 liegt. > Die Mehrzahl der jüdischen Bevölkerung lebt im südlichen Weißrußland. Hier liegt auch die Hauptstadt Minsk, die unter 161 000 Einlvohnern über 53 000 Juden die Heimat gibt. Das sind über 40 Prozent der Minsker Bevölkerung. Mit dieser hohen Quote nimmt diese Stadt jedoch keine Spitzenstellung ein, denn es gibt in Gesamtrußland im Kreise der Städte mit mehr als 20 000 Juden — das sind in Gesamtrüßland 18 Städte — 5. in denen die jüdisclie Quote noch höher ist als in Minsk. Dazu gehört in Weißrußland zum Beispiel eine sonst weniger bekannte Stadt., B o b r u i s k. wo unter .rtiud 50 000 Einwohnern über 21000 Juden leben, das sind 42 Prozent. In Witebsk, im Norden von Weißrußland, leben 37 000 Juden unter 99 000 Einlvohnern. das sind 37 Prozen) der Stadtbewohner. Es sei am Rande bemerkt, daß sich ähnlich hohe Quoten jüdischer Menschen in außerpalästinensischen Städten nur noch in einzelnen Hafenstädten Nordasrikas, insbesondere in denen ^drs AtlmMschen Ozeans, aber auch am Mittel-" meer finden. — Weit nach Osten und nach Nordosten, beginnend an Oen Grenzen von Weißrußland und der llkraine, dehnt sich das unendliche Gebiet Innerr u ß l a n d s . des größten Rätefreistaates der Sowjetunion mit der Bezeichnung RSFSR (Rlisfische Sozialistische Föderalistische Sowjet-Republik). Reste einer weit zurückliegenden Bergangenheit sind, ihr Ursprung ist kaum inehr eiinvandfrei auf-- - zukläreil und ihr vvlklictier Znsäminenhaug mit der Hailptmaiie Oer Juden Rußlands bleibt im Dunklen. Nebeil 567 l>0<» aschkenastschen Juden 'in europäischem Snme lebe», aus dem Gesamtgebiet des zeiitralrussilchen Bundesstaates rutid. .15 60«» sogenannte B e r g j u d e n. 6200 K r i m juden und etlva 6D0 K a r a e r. . . Sv klein.diese Miiiderheiten Splitter sind, lo . gesicherterscheinen sie jedoch für die Zukunft ,n ihrem zahlenmäßigen Bestände. - . > Was den B i l d u n g s st and der zentralrussischen Inden anlangt. so. iß ans der anitlichen Statistik festznstellen. daß der Prozentsatz der Aiialphabetkn unter ihnen kleiner ist al* tu der Ukraine. Dort war der Prozentsatz derer, die nicht lesen können, etwa 30 Prozent. Inder R8l-'SR betragt er etwa jedoch »nr 20 Prozent. Das'ist mit den natürlich viel besseren Schnlverhältniüeil - ui,d Ilnkerrichtsinöglichkeite» in den Weltstädten .z» erklären, die nicijt imv den Bildungsstand der Jliden, svnderil aller Bolksschichteii diese* Gebietes Natürlich in e*. daß die A >l a l p.h n b e t e n it utf t den Be r g > >i d e n , die völlig abseits der Städte in der 26ildnl4 ranher Berge leben. erl,eblich zahlreicher sind. 75 Prozent-der Bergsliden sind de* Leien* nicht kundig, wie. die Statistik feststellt. Im Gegensatz dazu ist iiiuerhälb der kleinen Sekte der Karne r der Anteil , der Analphabeten .besonders niedrig, er betragt weniger al* 15 Prozent? Es »ei auch hier hervor-- gehoben, daßdiese -Zahlen sich dlirchiveg auf das Jahr. I!>26 beziehen: der Kamps gegen das Analphabetentiim im letzte,, Jahrzehnt wird bei. den ittdiiche» Bvlksteilen >vie bei allen anderen die Ail*bild>,„g verbessert und «»»besondere die Kiii,ü des Lesens und Schreiben* in weitere Volksschichten getragen haben. 5. Die asiatischen Gebietsteile Das Staatsgebiet dehnt sich weit über die Erenzeu Europas bis -nach Asien, bis hinüber nach Kamschatka alls. Allein der europäiscl)«-Teil hat 82 Alillionfn Einwohner, voll denen 475 »0«) Juden, sind. Tie Gefamteinlvohnerjcl)ast des Zentralrussischen Freistaates bezjfsert sich 0926) auf über 101 Millionen Einwohner, die Gesamtzahl der Juden darunter auf 600 000. Dadurch erklärt es sich, daß in dem Gesamtgebiet des zentralrussisi-tieil Blindesstaates nlir 6 Juden a,if 1000 Einwohner kommen, gleichmäßig auf dem europäischen und asiatiscl-en Gebietsteil. Um einen Begriff von dem Größenausmaß zu geben, der allein den europäischen Teil Zentralrußlands umfaßt, sei sestgesteltt. daß er fast zwölfmal so groß ist wie das Gebiet des Dentsci)eii Reiehcs, mit einer Einwohnerzahl, die aber rnir lim etwa ein Viertel größer ist als die delitsche und mit einer Zahl von Inden, die., um rllnd 50? bis 60 000 höher liegt als die Zahl der gegenwärtig in Deutschland lebenden Inden. . Im Zentrum des innerrnssischen Bundesstaates liegt die Hauptstadt Svwjetrußländs. Ä v s k a n , eine Zweimillioneiistadt. mit einem jüdischen Bevölkerungsteil von ruild 162 000 Kopsen, so daß dort die jüdische Quote 6.5 Prozent beträgt. Sie ist damit erheblich großer als in den Haupt- und Weltstädten Mittellind West-Europas. Der absoluten Größe nach ist die Zahl der in Moskau ledenden Jliden etlva ebenso groß wie in London, sie ist niedriger, als in Berlin, jedoch, größer als der jüdische Bvlksteil in Paris. - Tie zweitgrößte. Stadt Zentralrnßlaiids, Leningrad (i ruh er Petersburg» mit einer Gesamtbevvlkernng von fast iu; Millionen Mensche», hat etwa 85 000 Juden in ihren Mauern, das sind 5.2 Prozent. In sämtlichen der weit über das ganze Land verteilten Regierungsbezirken des Bundesstaates leben Juden, selbstverständlich in deit früheren Ansiedlungs-Nahvns am meisten. Im W o l g agebiet, und zivar sowohl im Zentralmolgagebiet »vie auch im Unteren Wolgadepartcment leben zusammen etiva 36 000 Jude»,, in der Region d e r Sch »v (ft',} en Er v e säst 2«7M107" in der selbständigen Krim-Republik fast 40 000. in der Westregion, die unmittelbar an Weißrußland grenzt und deren Hauptstadt Smolensk ist, sind fast 73 000 Juden gezählt worden. Im Uralgebiet. was heransznheben von Interesse ist,, leben" etwa 12 700 Jude», wobei zu bemerken ist, daß der größte Teil dieser zentral- Das asiatische Staatsgebiet der Sowjetrepublik gliedert sich in fünf Staatseinlieiten. Den Hauptteil beansprucht der asiatisihe Gebietsteil der riissisct)e,l Rüte-Föderation (RSFSH), es folgt weiterhin der selbständige Staat Transkaukasiender siä, seinerseits in drei selbständige Unterrepubliken anfgliedert, dann die tlirkmenische Repliblik. ferner die usbekische Republik „nd schließlich Tadschikistan. Die Gesamtzahl der Inden im asiatischen. Rußland beträgt ruild 225 <»>«» innerh«Ab einer Einwohnerzahl von etwa 62 Millionen Mensä^n. Es kommen also, ebenso wie im enropäisclien Teil der Räte-Föderation, im Dnrclischliitt ans 1000 Elnivvhiier sechs jüdisct)e N.enschen. Der weitaus größte Teil des asiatiscixn Staatsgebietes gehört -- wie bereit* erivähiit - - zum innerrnssiscl^n Rätestaat (RSFSR). Nuri) dieses Gebiet enthält eine große Anzahl selbständiger Ilnterglicdernngen. Hart an Ellropa, an den Kaukasus, stößt die R e g i o n N o r d - kaiikasien. >vv mehr als 42«>«>0 Juden leben. Daran schließt sich bis zur Küste des Kaspischen Meeres die R e p n b l i k D a g i st a » mit etiva - 3>»«><> Inden und iveiteren etiva 11 6>>0 ,'vgenannten Bergjiiden, diesem besonderen j»dii'ct»en Sektor, der vor etiva eillem Jahrtausend .in'. Kallkasien eingewandert sein ,'vll und im wesentliäien in Dagistan lind im l^enachbarten Georgien lebt. ' ... . ' Tie Republik Georgien gehört zum Rätefreistaat Transkankasieil, der z>visä>en dem Schwarzen Meer und dem Kaspisct^n Meer gelegen ist. Im Norden ist or von Nordkaiikasien und Dagistan begrenst. im Süden stößt er bereit* an da* türkisct)e Staatsgebiet. Dieser Rätefreistaat T rä n « k a l, k a s, e „ faßt drei selbständige Republiken zilsammeii: A r m e n i mi G e orgie n. A s e r b e i d s ch a n. Insgesamt leben in Tran*kaiikasien etwa 60000 Juden im geivöhnlichen Sinne dieser Bezeichmmg, 10 500 Bergjnden, weiterhin mehr als 21 o«x> sogenannte g e o r g i s che I n d e „ und schließlich als ein heionderer jüdischer Stamm noch etiva 200 z e n t r a l a s i a t i s ch e I u d e n. Die Gesamtzahl der Jliden aller verschiedenen Stämme hezisfert sich aUv im trail*kankasischen Staate alls 62 00» Menschen unter rund 5.9 Millivnen Einwvhnern. Die jüdische Quote liegt also mit etiva 1 Prozent etwas höher al* im Dnrchschnitt des asiatischen Rnßlaild. Faßt man die Berg.- jliden, die.in den dortigen Landstrict)e,i leben, zusammen, so ergibt sich insgesamt für Dagistan lind Traiiskaiikasien eine Zahl voi, etwa 22 000 Menscln-n dieses Siamines, die (üesamlzahl der sogenanntei, g e o r g i s ch e n I u d e n beläuft sich ans etwa 61 0»<». Die Ansiedlniig dieses Slamme* soll vereits bei Zerstörnng de* selbständige» Reiches Juda, also vor mehr als zwei Jahrtansenden erfolgt sein. Jenseits des Kaspjscl)en Meeres beginnt das Territorium des Rätesreistaales Tiirkmenistau. Hier »sind unter-rund einer Million Einwohnern nur etiva 1 so»» Inden beheimatet, deren demvgr.iphi'ciles t' hnraftcriftifmu ein ii'.isgesprc'ci^ner Hinuliernberschnß ist. Daneben leben etiva 200 zentral, nfintifcijc Inden in Tiirmenistan. dagegen keine Bergjnden. die sich allein auf das Gebiet östlich d-S Kaspischen Meeres konzentrieren. Weiter nach Qsten. im Süden durch Persien begrenzt, folgt in der Reihe der selbständigen Staats gebilde Svwjetrnßlands der Rätefreistaat U * b e - k i »st a n . >vv fast 20 00«» Jtiden im geivöhnliciten Sinne diele* Begrirsc* und weitere IS imm) zentralaiiätische Jlrden leben, also insgesäintetwa 38o<»0 Menschen jndiictieil Glauben? innerhalb einer Bevölkernng von annähernd .'nineinhalb Millionen . Men'chen. Da der B i l d „ n g * st and der Gesamtbevölkerling sehr niedrig ist. kann es nicht rerwnndern. daß auch bei den jüdischen Bolksstämmei, all dieser großeil Land'cl)afte-n tellivei'e 7o tu* ^'» Prozent Analphabeten sind. Das gilt natürlich beivnbers für die zentralasiatischen Stämme, die abseits der Städte und der großen Killtnr- und Handelsivege weit verstreut über die ansgedehnlen Steppen- und Bergketten ivohnen. Der Räkerreistaat östlich von Ilsbekistan ist Tadschikistan, das bereits an China grenzt. »'ahnt ,vorbei, sind.- Bon den sell'ständigei, Ge. biete,, ist die Zahl der Inden in der Republik S i b i r i e » am höcl>slen. Hier lebcn 62 7«»«' Jmde». deren Sernalpropvrtion völlig ansgeglit-lien ist: dieder jüdischen Männer und Frauen ist dort genau gleich hoch. Al* Besonderheit sei testgestellt, daß in ganz Sibirien sich hi* zur Gegemvart noch einige 20 Karäer erhalten liaben. daneben noch eine geringere Zahl von Bergjiiden. die dorthin an*,p'. wandert sein müssen. Die ^jahl der Analpha, beten unter den sibirischeil Inden beträgt etiva 25 Prozent, sie ist bei den Franen etiva* größer als bei den Männern, wie die» im allgemeinen für die asiatischen Gebietsteile zntrisst. - In der weitgeslreckte» ll r a l r e p >> b l i k ernähren sich etwa 12 7«»» Inden, die einen kleineil Mäiuierüt'ersclmß ausweijen. In der K v i a cf e ure »u b 1 i f östlich de» Ural hinüberreictlend bi-s zur M-ongolei, leben etwa 6i',oo Jude» unter 6.5 Niillivnen Einwohner». Prozentual noch iveit geringer ist die jüdische Schacht in der K i r g l» i s e n - R e p >> b l > k; unter eineV Millivn üiilivvlinern fristen, hier 6«»0 Jliden ihr Leben. '.»In die Küsten des sil'iriscf>cn Eismeere* stößt - die I i f .o ii t e ,, > R e p >> b l i k. In diesein ierneii vstastatiichen Lande leben 6<>ooo«> 'iliienidjrti und unter ihnen nicht mehr als »««>0 Jl>de>i. Die großen Landstreckeil. die sich z>viscl»en Berings». meer, Lchotsslsilles Meer im Qiten und den Norden' von China schieben, bilden die Repn» blik Ferner Qsten. mit. der Halbinsel Kanlictialka. llnter einer Bevölkerung vv.l 1.9 Millionen Menschen lebe» hier 7750 Juden, die ebensalls einen Mäiliierllberschliß zu verzeichnen Zn erwähne» ist säiließlich. daß die jüdisclie Repliblik B > r o - B i d j a » in dieie» öiHichei« leite» des asiatrsclien Rußland* gelegen ist: ein Land, ii, deni versucht wird, cilie jüdische Kvloliilätion diirchzutühren, trotzdem hier sogar ein« geborene sibirische Bvlk*ict,jchle>i vergeblicl, zu siedeln tx-gvimen haben, iveil die kli»,atisct>en Bkrhältnfsse insbesondere der menschliche» Siedlnng übergroße Schivierigkeiten eiitgegenfetzen. An der Grenze der M a n d s ch„ r e t liegt dieses Gebiet, in denr Ijeiite trotz aller Schivierigkeiten über 100<»> Juden unter schwersten natürlichen Bedingungen Fuß zu fassen snct)en. Bei Znsanlnienziehnng aller dieser Einheiten ergibt sich l>92«.> eine Gesamtzalil von 225«>«»» Juden aus dem asiatischen Gebiete der Sowjet- , mm»!.;>,ur rin Teil dieier Inden ist ihrer Herkunft nach mit den hei.tigen Jude.» Europa*, und Asiens verwandt: große Teile haben sich-mit den iimliegeiide» Bergvölker», aiidere mit »longol!- schen Volksscl>ichlen verinischt: andere iviebernnc lind Gruppen, die il,re .'lbknnft nicht von eine», der zivölf Stanime ableiten köiiiien. sonber»-bie erst zum jüdlschu-n Glaiilvn lvkehrt w»cde» und die religivieii «rzlaubeiissätze Und die -j»discl,en. Religion*bräuche im Laute der Jai,rl,underte »beriioniirieii l,abe». Es bleibt festzuhalte». daß die Juden im astatiset>eu hlußlanb. zumal sie teilweise diirch Zuwandermig nschkenasischcr Juden au* dem europäischen, Rußland verstärkt woiden sind, den größte» Teil aller Judeu de* asiai:>ei,e» Erdteile* iibethaupt darikeilen. Es wird im Rat,- men dieier Anfsatzreihe noch gezeigt loerdeii. daß -- iiatürlich rillt Aiisiialime von den alten, »herfommenen Lebenszenlren in Kleinasieii das. sonstige astatische Geluet nur zahlenmäsrig ie»ic , geriiiglüglge jüdische Siedluiigeu aniiociit. Z>i»l Teil handelt e* sich dabei allerdings um Siedlungen, deren Geschichte inh viele .iahrhiinderte lang ziiniifverivlgeli laßt und dereu .'llter daraus hindentet. daß bei Beginn der Zerstremnig einzelner indischer Stäinniesglieder ihren Weg-ab»!eils des Mittelinerbeifens 'hinüber über mnvegl'ame Gebirgskvmplere hindurch durch meiischeii- »ernichtelide Wüsten und Steppen, hiniiber über damals uiuiberskhbare Rieere in Länder genommen liaben. wo sie trotz der hnndertsachen und taiisendfachen lleberzahl der kiiigeborenen oder einivandernden Stamme ihre religiöse Eigenart bis in die lebendige Gegemvart erhalten haben. I)r. K. R.-z. ~JDiet lil'dir-Zahl der Jliden nur gering, es stiid^ wenige Talii'end. auch die Hauptstadt Sta» linabad hat nur eine geringe jüdische Bevölkerungsquote. Das ganze übrig? asiatische. Rußland gehört z»m Staatsgebiet der russischen, Rätesvderalivn <R8F8R>. von der ans astertischem Gebiete bereits die Ziffern für Transkaükäsien llnd Dagistan cr- : hi e < 40 bi), t'i 5 V»r juHnrhe« fi!»ub»n O/utk d*r Bii > r h X»th* n . Berlin DA ■ V . Berlin \V 15. Emwr S:r •jri'l Tnfdrn- Oeidlsf infl i