Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 9 (27.2.1936)
- Date
- 1936-02-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Einwanderangsmöglichkeiten in der Welt Einer Darstellung des .y> j lf s v e r e i n s d e r Juden in De u t f ch 1 an d entnehmen wir folgendes: Tie wanderungspolitifchc Lage steht zurzeit im Zeichen mehrfacher Gegensätze. In wirtschaftliche^ Hinsicht besteht vor allem der große Kontrast zwischen der svrtschreitenden Erholung der wichtigsten überseeischen Einwanderungsländcr, wie -Ludafrifa, Brasilien, aber auch Argentinien, Australien, Kanada und nicht zuletzt den Bereinigten. Staate,; und der fast unverändert schweren Wirtschaftskrise in vielen europäischen Ländern, die. noch 19.66 dqs Ziel Tausender von Juden aus , Deutschland iparen. Ter Bericht geht aus die Lnge jn den einzelnen europäische» Ländern ein, um. sodann ausführlich über die. Uebersee-Sitnation zu referieren. Im Gegensatz zu den Wirtschaftsnoten und geringen Einwanderungsmöglichkeiten fast aller europäischen Länder bieten wichtige überseeische Staaten das Bild schneller Erholung, ja teil* weise, völliger Ueb'crwindung der Wirtschaftskrise. Bor allem steht Südafrika augenblicklich in einer Periode der Hochkvnjuüktnr, wie sie das Land kaum jemals erlebt hat. Diese Tatsache hängt mit der Ausgabe des Goldstandards durch den Pfundblock zusammen, wodurch die südafrikanische Goldproduktion (infolge des gestiegenen Goldpreises) zu außerordentlicher Aktivität angestachelt wurde. Insbesondere der Baumarkt ist zurzeit ungemein lebhaft, so daß gelernte Handwerker in diesen Branchen leicht und zu verhältnismäßig hohen Löhnen Arbeit finden: aber auch in der übrigen Industrie wirkt sich der Aufschwung des Landes stärk aus. Diese Tatsache ist für die jüdische Einwanderung aus Deutschland von um so größerer Bedeutung, als ja Südafrika für die in den Grenzen des heutigen Reiches geborenen Juden verhältnismäßig leicht zugänzlich ist.'d, h. es wird im allgemeinen nur ein Borzeigegeld von mindestens 100 Pfund Sterling bei der Landung verlangt. Tatsächlich ist auch in den letzten Monaten die Einwanderung nach Südafrika (die schon bis Ende 1935 mindestens 2000 deutsche Juden ins Land gebracht hatte), sehr stark gewesen; doch bietet die Immigration der letzten Zeit sehr große Schwierigkeiten' der Unterbringung, weil trotz aller Warnungen eine große Zahl von Kaufleuten, für die im Lande Betätigungsmvglichkciten kaum vorhanden sind, neu eingelvandert ist. Jnsolgedessen--Ind die Löhne für kaufmännische Angestellte stark gefallen, und die Aussichten, bald Arbeit zu finden, sind schlecht. Dagegen ist für Handwerker, qualifizierte Arbeiter und Ingenieure Südafrika nach wie vor ein ungemein aussichtsreiches Gebiet. In den großen Staaten Südamerikas, besonders in Brasilien und Chile, besteht zurzeit ein starker Kontrast zwischen dem schnellen Wirtschaftsausschwung auf der einen Seite und den noch fast unverändert sortbestehenden rigorosen Einwanderungsbeschränkungen auf der anderen. Fast alle südamerikanischen Länder sind zurzeit ' vom Tiefpunkt der Krise schon weit entfernt;, von Brasilien — dem aus natürlichen Gründen weitaus zukunftsreichsten Lande des südamerikanischen Kontinents —wird man ohne Uebertreibung sagen können, daß die Krise vollkommen überwunden . ist. Leider ist aber eine Ausnutzung der durch den Wirtschaftsausschwung dieser Länder gegebenen Arbeitsmöglichkeiten (ihr deutsche Juden zurzeit nur in sehr beschränktem Umfange möglich, weil die strengen Einwanderungsvorschriften nur einer kleinen Zahl von jüdischen Einwanderern die Landung gestatten — praktisch gesprochen fast nur denen, die entweder drüben nahe Verwandte (in Brasilien können auch Freunde die notwendigen Anforderungsschreiben ausstellen) oder erhebliche Geldmittel besitzen; Es steht aber zu hoffen, daß die fortschreitende Erpänsion der Wirtschaft zu einer Lockerung der Einwanderungsbestimmungen führen wird; ist doch insbesondere in . Brasilien bereits ein. ausgesprochener Arbeitermangel in manchen Zweigen fühlbar. (Trotzdem ist in Brasilien augenblicklich, wie das ausgezeichnete neue Informations-Bulletin der HICEM mitteilt, infolge der letzten politischen Ereignisse sogar die Ausstellung von Anforderungsschreiben für Einwanderer sehr erschwert worden; doch handelt es sich hierbei jedenfalls nur um eine kurzfristige Ausnahme.) Im ganzen wirkt sich in den f ü d a m e r i konisch e n L ä n d e r n jetzt die Tatsache aus, daß diese früher fast ausschließlich Agrarprodukte erportierendcn und Jndustriewaren einführenden .Länder gerade durch die Wirtschaftskrise zur schnelleren Industrialisierung gezwungen wurden: denn bei dem niedrigen Preisstand solcher. .Standardprodukte, wie Kaffee, Weizen, Wolle usw. reichten die Erlöse nicht zur Bestreitung der üblichen Jndustrie-Einfuhrmengen aus. Durch diese Entwicklung, die durch die Zollpolitik der meisten Regierungen zielbewußt gefördert .wird, werden zweifellos die wirtschaftlichen Aussichten für eine so überwiegend' städtische Einwanderung wie die der Juden aus Deutschland außerordentlich vergrößert. Im einzelnen scheint es, als ob zu den bisher schon in größerem Maße von der jüdischen Einwanderung berührten südamerikanischen Ländern Argentinien, Brasilien und Chile neuerdings auch einige wenige fortgeschrittene, aber ebensalls sv ist'in letzter Zeit die schon vorher nicht leichte Einwanderung eher noch mehr erschwert worden: jedenfalls zeigen sich die amerikanischen Konsulate' bei der Erteilung der Bisen zurzeit außerordentlich zurückhaltend. Sv aussichtsreiche und dünn bevölkerte Länder wie Kanada. .Australien und Neuseeland bleiben nach wie vor jüdischen. Emigranten aus. Deutschland fast ausnahmslos verschlossen. v. ’ . Sind also im Augenblick die Einwanderungs- Möglichkeiten noch sehr beschränkt, so darf man. insbesondere im Hinblick auf die rasche Erholtiiig dergroßen Aüdamcrikanischcn Länder, eine Besserungder Lage sür eine - nahe Zukuiiit. erliosfcn. Unverändert''bleiben freilich die aus der 'Berufs, gliederung der Juden in Deutschland erwachsenden answandernngspolitischen Schwierigkeiten; denn während sür Handwerker. qualifizierte Arbeiter und Laitdwirte imd vielfach auch sür weibliches Personal in Südafrika wie in den meisten süd- . amerikanischen Ländern sehr besriedigendc Aussichten vorhanden sind, ist die Unterbringung von Kaufleuten, selbst wenn sie ausreichende Sprachkenntnisse haben, schwierig, und die von Akademikern (mit Ausnahme der Ingenieure und Chemiker) ein noch viel heikleres, ja oft unlösbares Problem. Tie sich, hieraus ergebenden Forderungen für die' Berufsausbildung der jüdischen Jugend liegen auf der Hand. Ein neuer HICEM-Bericht Tie Leitung der .Ausivandercrhilssgesellschaft IUCEM in Paris veröffentlicht in ihrem Februar- Bulletin Mitteilungen über Einreise- und Niederlassnngsrnöglichkeiten in einer großen Reihe enropäischer und außereuropäischer Länder. Dl"» Berichten aus Nord- und Südamerika sind zum Teil Aufstellungen über die von den. dortigen Hilfskomitees und Organisationen ' im vergangenen Jahr zugunstender Einwanderer geleistete Arbeit angefügt. Sic Hebrew Sheltering and Immigrant Aid Society of America (HIAS) f)at von den 5986 Juden, die vom 1. Januar bis 60. September 1965 in die Vereinigten Staaten eingewandert sind, 2726 Personen Hilfe geleistet, bevor sie mit ihren in Amerika bereits ansässigen Verwandten in Verbindung getreten waren. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hat das Auskunftsbüro des Verbandes 76 055 Anfragen beantwortet und das Einwanderungsdepartement hat 2292 Affidavits oder Visa-Anforderungen zum großen Teil für Juden aus Deutschland vorbereitet. Die Einbürgerungsabteilung hat 3701 Personen die Erlangung der amerikanischen Staatsangehörigkeit ermöglicht.. Neben einer umfassenden Wohlfährtsarbeit in den Vereinigten Staaten selbst hat MAS für verschiedene Arbeiten im Ausland Beihilfen im Gesamtbeträge von 697 480 Dollars gewährt. In enger Verbindung mit IIIA8 steht die Gesellschäst J1AS (.Jewish Immigrant Aid Society of Kanada). Diese Gesellschaft leitet zentral die Auswandererhilfsarbeit in Kanada. Sie hat 1965 in 3243 Fällen zugunsten von Einwanderern in Rechtsangelegenheiten interveniert, 296 Personen materiell unterstützt, 140 Personen das Visum ' nach den Vereinigten Staaten beschafft, 584 Visa für Neucinwanderer besorgt. 12 OOO Anfragen beantwortet und bei 498 Einbürgerungen mitge- Sehr aufschlußreich ist der Bericht der in Argentinien arbeitenden Gesellschaft SOPROTIMIS (Societe de Protection aux Immigrants Israelites). 1935 wurden von der Gesellschaft 954 Einwanderer. um 260 mehr als l964, ausgenommen. Am stärksten ist die jüdische Einwanderung noch' immer aus Polen. Sie machte 8l Prozent der von der Gesellschaft betreuten Personen aus. Ans Polen kämen 779 Einwanderer, aus Deutschland OO, aus Frankreich 36, aus Rumänien 18 usw. Tie Gesamtzahl der Einwanderer aus Deutschland ist jedoch höher, da ein Teil von ihnen direkt vom Hilfsverein der Inden in Deutschland abgefertigt wurde. Nach der Statistik des Staatlichen Einwande- . rungsamtes sind 3159 Juden, davon 2522 polnischer und 272 deutscher Staatsangehörigkeit, - 1965 in Argentinien angekommen. Hierzu müssen jedoch noch als Touristen eingetroffene Personen gerechnet werden, die nachträglich die Aufenthaltserlaubnis erhielten. Ein Beschluss des norwegischen Parlaments In einem Cvmmunigue des Londoner Büros des Lberkommissariats für Auswandcrerfürsvrge wird mitgeteilt, daß der norwegische Storting .dem Oberkommissariat einen Beitrag von 5000 norwegischen Kronen (250 Pfund) bewilligt imö den Wunsch geäußert hat, daß das Geld Vorzugsweise zugunsten nichtjüdischer Fonds für die Ansiedlung nichtjüdischer Auswanderer zugeführt, der durch eine von den Kirchen organisierte Sammlung aufgebracht wird, zum Teil den -Organisationen der Ouäcker und dem Internationalen Gewerkschaftsbund für Zwecke sofortiger Not- Hilfe für christliche und politische Flüchtlinge in . Paris und Prag. Im Sommer vorigen Jahres hat. die schwedische Negierung dem Lberkomminariat einen Beitrag von 500 Pfund bewilligt. -nunq. Simon Marks, an Bord der- ..Bereu- .ga'ria" in Southampton eingetroffen. Die beiden anderen Mitglieder der Abordnung. Viscount B c a r st e d und Sir Herbert S am n e l,, sind, wie wir berichtet hoben, schon vor einer Woche. ' nach England zurückgekelin. Bei seiner Ankunft äußerte sich Simon Marls kurz über die Ergebnisse der von den englisch-jüdischen -Führern miteriwmmenen Amerikareise. Die jüdische Gemeinschaft "Amerikas, erklärte er. folge geschloffen aus dem von England, gezeigten Weg. Tie Juden-.. Amerikas und Englands.seien einig in. der Beinühung fl'ir die Inden -Ddiiti'ckstaiids. um sie in Pa l äst i na nn d a ndc re n Länder» anzusiedcln. Die Mitglieder-der Abordnung seien befriedigt -über. die "Ansnahme. die.sie in 'Amerika gefunden haben. Ihr Besuch--.fei* für die dortigen Inden sicherlich - ein - "Ansporn gewesem „Wir find überzeugt". - sagte Sünvn Marks, ,.daß sie ihre Ausgabe erfüllen, d. h. zwei Rill-, livnen Pfniid in den nächsten, zwei bis drei Jähren für den Plan aufbringen werden. Selbstverständlich ist zu hoffen, daß in England und Eilrvpa eine weitere Million aufgebracht wird. Wir haben Beratungen mit den zionistischen Organisationen lind dem Joint Distribution Evmmittee abgehalten und in St. Louis sprachen wir zu den Vertretern der jüdischen Interessen ans den 'bedeutendsten Städten der Bereinigten Staaten," . Ter Sckjatzmeister der Erelntibe der .lewish . Agpncyi Elieser K a p l a n , und der Generaldirektvr der Anglo-Palestine.Bank. S. H o v f i e n . . sind bereits nach London abgereisl. um als Mitglieder einer Delegation der .Jewish Agency an den "Verhandlungen über die Sct>aniliig des t'onnesl kor (.lernian .lewry, der. von Sir Herbert Samuel.- Lord Bearsted und Simon Marks geplant wird, teilzunchmen, Am 29..Februar reisen der Präsident der .Jewish Agency und der zionistischen Organisation Dr. Ehaim Weizmann und der Leiter des Kolonisations-.' departements Tr.. Arthur R n P p i n gleidiialls zur Teilnahme an diesen Verhandlungen nach London ab. -aussichtsreiche Staaten.- wie vordem Kolumbiei^-^ Hiervon wurde der größere Teil für die Er- Professor Arnold Netter Präsident der Alliance Israelite Universelle Znm Präsidenten der Alliance Israelile Universelle ist als Nachfolger des verstorbene» Professors Dr. Shlvai» Levi der bisherige!t>izepräsident der Alliance und Mitglied des Verivaltungsrates der .lewish Eolonisalion Association (IOA), Professor Dr. Arnold Netter, gcivählt worden. Professor lli etter, der einer orthodoxen elsässischen Familie entstammt, wurde 1855 in Straßbnrg'geboren. 1898 wurde er Professor an der Pariser medizinischen Fakultät. Er hat . eine Reihe bedeutsamer wisseiisdmltlid>er Werke über Kinderkrankheiteii. die Schlafkrankheit und ' die präventive Tiphtheric-Jmpfiing verfaßt. In Anerkeninmg seiner wissensd>istlichen Verdienste nmrde er zum Kommandeur der Ehrenlegion er- Lencken 5ie mir- bis out Widerruf die C.-Y.-Zeitung 33 Pfennig zuzüglich einer einmaligen Verspätungsgebühr von 20 Pfennigen zahle ich für den Monat März bei Vorlage der Postquittung an den ßriefträger. Ort: Datum: , Ao«»ä>n«iden und mit j; Pfgi «ranWiert .enden on* C.-V.-Zeilung. Vertrieb, Berlin W 15, Em.er Sfr. Ai J 2‘ Oliva 8U1.- und Peru treten würden; sind doch in Kolumbien die Einwanderungsbedingungen für die in Deutschland geborenen Juden verhältnismäßig leicht zu erfüllen (es wird nur ein Vorzeigegeld von 100 kol. Dollars verlangt), und die bisher vorliegenden Berichte sind aus beiden Ländern überwiegend günstig. Was die Vereinigten Staaten betrifft. forschung von Niederlassungsmöglichkeiten in Südamerika verwendet. Ter Rest wird in ähnlicher Weise ausgeteilt werden wie die neue norwegische Subvention. Der dritte Mann Am 21. Februar nt da? dritte Mitglied der nach Amerika entsandten englisch-jüdischen Abord- Üm die Schechita in Polen Dein polnischen Sejin liegt ein Aiitrag der parlamentarische» Landivirtschaftsgruppe ans Erlaß eines S d) ä d) t v c r b o t e s vor. In der Begrnndiing des Antrags ivird behauptet, die Sd^chita sei kein Ritnalgcsetz. Es genüge, das Fleisch zu reinigen, um es kvsdier zu madfen. Am Freitag, den 21, Februar, fand die erste Lesung des Gesetzentivurss statt. Den Besliinniimgen der Geschästsordnnng des Sejm zufolge .fand keinerlei Debatte im Anschluß an die erste Lesung statt. Der Sd)iverpnnkt der Verhandlnngen über diesen für' die Judenheit Polens so tolgensctiiveren Entwiirs wird in der Berwältungskvmmissivn liegen, der das Gesetzprvjekt nach seiner ersten'Lesung iin Plenum des Sejm zu- ' gewusen wurde. Einem ' Aussatz der halbosfiziellen „Emzetta Polska" ist zu entnehmen, daß die polnische R e flj e r n u g keinesivegs über die Eiiibringimg des Sct)äd)teverbvtsa>itrages im Sejm erirent ist. daß aber die Regierung geneigt zu sein scheint, das Sd)ächten allmählich zu beschränken, Bor einigen Tagen stattete KnltiisniiniNer Sivietvilaivski in Begleitung des Warichaner Stadtpräsidenten und Bizesladtpräsidentcn sowie Pner llieihc von Sad)verständigen dem lWarsd)ai>er S d> l a ch t h a u s cincn ü per r a s ch e n d e n B cf u ci) ab, um sid) persönlich von dein Unterschied zivischen ritnellem und „medianischein" Sdilachten zu überzeuge». . Indische Angenzeiigen ' des Schlachtpersiidis erklären, die ganze Kommission habe den Eindruck gehabt, daß unter hu- .inanitaren (">>efiri)tepunftcn gegen, die. rituelle Schächtincthodc kein E i n w a n d erhoben werden könne. Tie anläßlich der Einbringung des Ge'etzentivurss am 16. Februar nach Warschau eiuberiifene allpolnische R ä b bin c r k v n s e - r e n z, an der 70 sühreude Rabbiner aus dem ganzen Lande teilnahnien. legte feierlich Derivalirnng gegen dieses Geietzvrojekt ein. das als ein direkter A n g r i f f a n f 'ö i c j n dische Re-, ligion bezeichnet wurde, der Entrüstung und Beitürzimg unter der polnischen Judenheit hervorrufe. In der Resolution wurde auch zmn Ausdruck gebracht, daß dieses Gesetz ein Unglück ^-siü-r—&4-e - p v l ii i i il, e - L älTBWi r t s cksa s t sei. Sollte das Gesetz im Sejm beschlossen iverden. so wird dieser Taa als Fasttag proklamiert werden. Die Rlehrheit der Verianimlimg trat auch für die Einhaltung eines Trauermotiats bei Enthaltung von Fleischgenuß eiu. "Aus Beschluß der Konierenz wurde der vergangene Donnerstag als Bet- und Bußtag begangen. ' "Auf einer von der W a r s ch a u e r G. e - meinde einberusenen Protestkundgebung, an der 250 führende Persönlichkeiten des, Pv/nisiMn Judentums .teilnähmen, wurde eine Resolution^ gefaßt, in der .-schärfster Protest gegen das geplante' Verbot der Schechita erhoben »nd an die Regiernng und die öfsentliche Ple.innng pvlens der Appell gerichtet wird.' die,c Berletznng der jüdischen Rechte nnd-Beschimpfung-der indischen Religion nickst znznlassen. . . Die Tagung setzte ein ans 50 stntglledern l estehendes Aktiviislvmitee. mit einer I5gl,edrigen Erekiitive zur 'Führung des /Abwehrkampfes gegen die Gesährdimg der Schechita ein. In Poien hat der -tadlpra,ident fnr sem Berwallniigsgebiet ei» ^diactstverbot erlassen. Eine Avordunng der Po ener ,"n>discl>eii 0>emeinde traf in Warsclian ei». "nEbe, der Regieriliig hiergegen z» intervenieren^ -nc Abordnnng erzählt, daß die gesamte Gemeinde von Posein die iiber 1000 Seelen zälilt. Orthodvre' und aren - .sinnige.'zum Protest gegen das cchachlvervol sich jcden Fleischgennifes enthätt. * Verurteilung nationaldemokratischer Terroristen in Polen Das Kreisgcriclst vo» üladom hat den Borsitzenden der natioiialdemokratifchen Partei >m Distrikt Przistpk. wo.es i» der letzte» Zeit wiederlio'lt zu schivere» jiideiiseindlichen "Ansfchreitungen gekommen ist. Vinzenz Korczak, zu i»»! Älvnaten Gefängnis verurteilt, weil er terroriMche Uebersälle ans Bauer» organisiert hatte.- die sich geiveigert liatten, den von den Nationaldemo» kräteii geforderten Bvhlvtt.der Inden initzumachrn. Zwei andere iiationaldemolratiiche Rädelsführer wurde» zu je drei "lAonaten Gefängnis verurteilt. Das Zeiigenverliör ergab, daß die Terroristen fnr ihre Tätigkeit Bezahlimg erhallen hatte». Vereinigung thoratreuer Juden Ticjenigei, gcscln'stre»en Persönlichkellcu wnd Gruppe» in Tclllfchlaub, die in n e r h a l l> der 0un hrilsaemrinden wsrten.. treten-in diesen Tagen einem Ansrns an die indische Qcsfcnllichleit dem sie zur Gründung einer V e r.r.i » i g n u « Ist » t a - treuer Z", n d e „ i n D e u t.s ch l a » d anlfmdern. illls Hanvtanigade der Vereinigung wird n a. deicirli-. net: ...Teslignng und Vertielnng des «fforatrene» Veden« und würdige und wirksame Vertretung des thoratrenen - Zndeninms in den iiidifäien Nörverschasten." stur.Erreichung dieses Zieles lallen ennicine. Vereine nnd sch an deskehende LaiideSargüni« salivnen, die ans dem Baden dcS gesestestrenen Zndentums stehen, znsammengeschlassen iverden. Der -Ansrus schließt mit den Warten: ..Vli'gcn viele»»seien, Ruse. Dn'lge. leisten! . -".Mägen-viele mit uns. ihre .cirall einsei'.e» sür die Sl.irknng des Il,aia>renen Z,»dentnms»aü> innen nnd innl, außen! Vasnng sei »ns das Psalmwart: .Genaise bin ich allen, die lich sürchlen und leine "Ausgabe hüte».'" 1 er «kirnndnngsauf ruf sür die ..Vereinigung tharatrener Znden in Deutschland" trügt die lliitcrfcfjtiftcn salgender Ra ln "'xr. 91-1' c r , Bremen: Tr. A l I in a n » , Üvier; Tr. Alerander VI I I m a tin , 'Onlin; Tr. Selig A n e x b a ch . Recklinghausen'. Tr. B 1 a ch , "Aschassen durg: Xr. B I n in , Eniden, Tr. B a lyr e r , iaailingen; Tr. Earl e d a <1) . Altana: Tr. a v r i m n » » . Ber^ Iin; Tr. Z re » » d . Hannaver; Tr. H a n a v e r.. Böürst'urg: Tr. v a s s in a n n . Breslau; Tr. H off» m a ii ii , a.ranfhirt am "Alain; Tr. H a ravi l|-, Zranksnrt am Alain; Tr. Z a k a bavit « , Verl in; Tr. K e lief, Benil,en; Xr. K ü I) Irr , Schweinlnit; Tr. V a n c r , Alaun he im; Tr. 6! e n h ans. srüber Aliilbeim-Rnbr; Tr, Cd)?;. Gleiwiß; Ra g a s - . n i ß k i . C'eivsig: Tr. R a s e n t h a l . Kaln; Tr. 'S i m o n j a l, n , Vhcelau; Tr, S t e i n . Jrankh.rt am Alain; Tr. Il n n a , srnher Alaiuiheun; Tr. 29 e i n b e r g . Berlin; X r V9 i n t er, Cnbeck. . Vlnßerdem haden den "Ansrns unt.erschriebeii: Vlns Berlin: ,Zrih l' a h n . Tr. Erwin G a l c >v s k i , Walter K v p s sl ein. VIlsred Al a r c ii 4 , Zsaak "A ii f| b (i n m , Regier»»gsrat i. R. T r. R a j e n - b e r g . Vldi'ls S ch a per. Zetir S t r n rf, T >, Vll e rlj f c I in a n n. Vln* Benlben Z .-Z.: «ftnftfvii-f» VI l t m a n ui Vln* Bremen; Recht-anwalt Tr. R <> s e . n a k, "Aus Tinslaken: Tirektar Tr, 9. R a t b s ch > l d. Aus Jrankinrt am Alain: Pralellar Tr. Vlran Z r e i - m ami, Xr. Ernst ,'t x c i m a n ir . Rechtsanwalt Tr. (5 r itn c b a n in . Rechlsanwalt Vldraham O a - r a n i I,. Väilli, Al a in;, stellr Al eh e r . Rechl-'- -amvalt T». S d, ä n b e r g. 'Aus Gtr'iwih: Paul E a h n. "Ans Hainbnrg: Zakad £i c rf f ri) e >-. Vllerander Lev». Vln- Köln; Vlatban Kal,». Universitäispralesi'ar i. R. Tr. Kisch. Tireklar Tr. Kliba». s k i. Tr. AI. L i s s a u e r. Tireklar Tr. P , at v. . "Ans Liegnii; VUired S e'i d e n d e r g.. Vlii's Alaiin-; heil»; "tzrafeiiiir Karl X a r in ft ii D t e r. Ans CÜerade Cltpr.: Lelirer Al a n n l> e i m. Vlns ckllürst'iirg: Tr. Rat l, a n s e n . Tireklar S .t a I I. Verein zur Erhaltung des überlieferten Judentums, Berlin. Jiidifch-Konfervativer Gemeindeverein. Breslau. Konservativ Jüdischer Gemeindeverein, Frankfurt am Main. Konservativ Jüdischer Verein, Köln. Verein jüdischer Religionslehrer und Kultusbeamten Ostpreußens. Viahere Vlurknnfle über Grniituing »der Znsainiiieiischlnß van Crtsgriippe» saiaie über in\cllalienbiirg I. 'AIvmmseiiitraßc 5 I f .1. u f,;f Ji r i f i:«• i te r: i: K r i <■ d r i --)i V a i h .r i. H.-rün. ll.\ I V. Vj. ’l '> Vr-riag: Oiuralvrrrin 'ii iii-i lirr Siaa^hilrr-'r •i liliu'-n- V, Koriin W 1F.iii«t Sira«^ 42.; der - Buch, und TiuMru.-k (.iricJschift mbH, Berlin SW 18.