Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 5 (30.1.1936)
- Date
- 1936-01-30
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2278137-2278142--10625-2290760- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
verwaltet hatte. In dieser Einmütigkeit lag eine Vcrtraucnskundgcbung besonderer Art, die sicherlich auch dem umfassenden Bericht galt, mit dein Moses Rechenschaftsbericht über seine Amtsführung gegeben und die Absichten künftiger zionistischer Politik innerhalb der Juden in Deutschland dargestellt hatte. Man darf daher in dem Bericht zualeich auch das persönliche Programm von Dr. Moses erblicken. Und dieses Programm ist kein Oppositionsprogramm gegen das bis-' her Geleistete und Bestehende, — wie könnte das auch sein bei dem maßgebenden Anteil, den Moses und seine engsten Freunde an dem haben, was ist. : Es ist ein fachlicher Aufriß der Arbeitsnotwendigke.iten, die im Judentum innerhalb der deutschen Grenzen zutage liegen mit zionistischer Begrün» Unsere Stellnngnahnw zum S a ch l i ch e n kann und muß daher anders lauten als zu den Eugen Fuchs Eugen Fuchs, der schöpferische Gestalter der Idee, auf der unsere Arbeit sich aufgebaut hat. wäre am 6. Februar 80 Jahre alt geworden. Unvorstellbar, diesen feurigen Menschen als Patriarchen Heilte innerhalb der Juden Deutschlands sich wirkend zu denken, und alle die Kvnscynenzen zu erwägen, die aus der Tatsache seines Da-Seins in dieser Zeit entsprungen wären. empfinden gerade in diesen Tagen als beglückend, daß er unsere Grundgedanken vorgedacht und den Maßstab jüdischer Lauterkeit geschaffen hat, den wir an alle jüdischen Ereignisse und Entscheidungen legen sollen. politisch - personellen Ansprüchen des Zionismus, wenn wir die zionistische Begründung weder als richtig noch als notwendig anzusehen vermögen. Nur hierauf kommt es ail. Denn niemals würden wir eine jüdische Arbeit nur deshalb nblehnen. weil sie von Zionisten gefordert wird. Aber wir »verden uns dagegen zll wehrell haben, daß eine allgemein-jüdische Arbeit darlun llur von Zionisten gemacht werden kanil. Denn damit, wird sie sehr oft,zu ilur zionistischer Arbeit, also zu weniger, als wir wollen und Uns vorstcllcn. Nirgends in der Geschichte ist ein Urheberrecht an politischen Ideen, wie an Ideen überhaupt bestätigt worden, weil geschichtliche Ideen nicht in Patentrollen eingetragen werden können. Nichts spricht dafür, daß deshalb, weil eine bestimmte jüdische Forderung einmal zuerst von ei »lern Zi onisten hohen geistigen Ranges ausgestellt worden ist, heute ihre Verwirklichung n»lr einem Zionisten a l s Zivilisten überlassen werden soll. Diese Forderung wurde von Dr. Fr redenthal in einer Diskussionsrede erhoben, die deshalb eine Paradorie darstellte, weil nach Kurt Blumenfel d s feiner Ansicht Zionismus nur Niveau Haft denkbar ist. Die Rede konnte also bei ihrer bemerkenswerten Niveaulosigkcit trotz ihrer zivilistischen Radikalität keine zionistisch-legitime Kundgebung sein. Fricdcnthal meinte, zweitrangige Zionisten seien ihm lieber als erstrangige Nichtzionistcn. Nun, jeder sucht sich die Gesellschaft, in der er sich am wohlsterl fühlt. W i r werden auch in Zukunft Wert darauf legen, daß wir als Koalitionspartner nlir e r st k l a s s i g e zionistische Persönlichkeiten vorfindcn. Eine um vieles nivcallhaftere Ansicht vertrat Franz Meyer in dem Schlußwort zur Tagung, wie ein feines Ohr überhaupt auch ohne große Personalkenntnis aus Art und Stil der zionistischen Reden heraushören konnte, mit lvie gearteten Nichtzionisten sie in Gemeinschaftsarbeit zusamnlensitzeu. Es gibt eine Selbsterziehllilg durch Gemeinschaftsarbeit und es gibt etrvas, >vas man vielleicht titivcauiufektion nennen könnte. Auch deshalb linser Wunsch, daß, wenn necic Atünner in Koalitionsgremieu hineinkommen, sie z»l»n e r st c n ■' Range gezählt werden" können. Franz Meyer beklagte nicht, sondern stellte nur das geschichtssvziologische Gesetz fest, daß der' Zionismus natnruotwendig mit feiner eigenen Intensivierung zugleich eine Intensivierung der Gegenpositivn Hervorrufe. Aber er übersieht, daß sich auch Gegenpositionen zu echten eigenwertigen Positionen entwickeln können, daß ans einer guasi Opposition pur Imitation, die er uns vvrwirft. eine getstig-ulld jüdisch durchdachte und fundierte Anschaullng von deil Rtöglichkciten jüdischen Seins in der Welt geworden ist, die ans vielen Gründen weiter, elastischer und Umfassender sein muß als die zionistischer Der Gedanke, den Meyer sich zu eigen machte, ist Von Ranke schon einmal so zu Ende gedacht worden, wie die Geschichte ihn regcl» mäßig zu Ende geführt hat. Ranke stellte fest, daß mit der Entwicklung einer Idee auch solche Richtungen sich entfalten, die mit der Idee in Widerspruch stehen: „Tenn es kann nicht anders sein, daß in dem allgemeinen Fortschritt auch diese wachsen und gedeihen/ Wir wissen von uns, daß in unserer jüdischen Idee Keime jeder jüdischen Möglich, keit enthalten waren, und wir halten es für eine müßige Betrachtung, ob der Zionismus oder die Entwicklung der Außenwelt uns auf dem Wege nach innen die stärkeren Impulse gegeben hat. Wir wissen-aber unverrückbar, d a ß wir aus diesem Wege sind, mit dem schweren Gepäck an geistigen und moralischen. Gütern, die uns Judentum und Welt nutgeben. Und wenn unsere Menschen die Spitzengruppe bilden, dann wollen sie nicht eine. Jüdische Par tei führen, sondern Juden. Schon um dieses Zieles willen ist es wichtig, daß wir mit an der Spitze marschieren — um des Zieles im konkreten Sinne des „Wohin*, wie in der Bedeutung des jüdischen Daseins sinnes willen. Man warf uns mit Unrecht Ressentiments vor, wenn es sich um Palästina handelt. Die Einzigartigkeit und Vorherrschaft Palästinas innerhalb der jüdischen Wanderungsmöglichkeiten ist unbestritten, und wir möchten, daß auch die jüdischen Lcbensmöglichkeiten ebenso unbestritten in Palästina wären — jetzt in den aktuellen relativ kleinen Konflikten und , hoffentlich auch niemals gefährdet durch weltpolitische Entladungen an dieser weitpolitischen Wetterecke. Aber wir wollen innerhalb der allgemeinen Auswanderungsplanung deshalb keine ausschließlich zionistische Führung. weil, der Zionist eben Zionist, also Parteimann ist, sei es auch in umfassender Bedeutung, aber doch Parteimann, Wir möchten nicht, daß Möglichkeiten übersehen werden, weil die Sonne Palästinas, wenn man das Auge von ihr wendet, den Betrachter für eine ganze Weile alles andere mit dunklen Flecken bedeckt sehen läßt. Das ist physikalisch so, und es ist psychologisch so. Aber es darf praktisch nicht so sein, um der Menschen willen, die in eine Helle wollen. Wir haben auch keine Ressentiments gegen Hebräisch, weder als Sprache noch als Kultur, dort, wo Hebräisch Umgangssprache sein, und dort, wo hebräische Kultur wachsen soll, im Lande, das einmal das jüdische Land werden möge. Dort und nur dort allein ist es Mittel zur^Weit^überall sonst ist die Ausschließlichkeit des Hebräischen Deren g u n g, auch in den materiellen Lebensnotwendigkeiten. Der. Nichtzionist konnte aus den besten Diskussionsbeiträgen und den Referaten gerade der Männer, die aus der Führung der Juden in Deutschland in palästinensische Positionen hineingekommen waren, mit stiller Freude feststellen, wie sehr die geistigen Güter der Umwelt von ihnen als Faktoren gewürdigt wurden, denen sie ihr Bestehen auch für ihre jüdische Arbeit mitverdankten. Ter Telegiertentag vollbrachte damit nicht etwa eine Rehabilitierung einer ewigen geistesgeschichtlichen Kraft und.Erscheinung wie der Assimilation, sondern in erster Linie eine Ehrenrettung der zionistischen Propaganda, die sich so häufig mit ihrer flachen Ablehnung dieser Erscheinung selbst belastet. Viele Redner beklagten die oft niveaulose zionistische Propaganda im Reiche. Es war uns eine gewisse' Genugtuung, auch in diesem Punkte mit den besten Zionisten das gleiche Leid getragen haben, wenn auch mit verschiedener Empfindung ... Kurt Blumenfeld war es vor allem, der an die allgemein anerkannte These des westeuropäischen Zionismus als _pvsta s s i m i l a t o r i s ch e Erscheinung er-, iimcrte. Tainit ist zweierlei ausgesagt: der Zionismus selbst ist ohne die westeuropäische Assimilation nicht denkbar, aber so»vohl logisch-theoretisch als auch praktisch muß etwas wie eine pöstzi o n isti sch e Assimilation möglich sein. Denn wenn wir zugestehen, daß der Zionismus ein wichtiger Weg zum Judentum ist, ans der anderen Seite aber rcalpolitisch nach zionistischer Auffassung nur in Palästina eine Art dauernder Lösung der Judenfrage erfolgen kann, so muß der Zeitpunkt eintreten. in dem die zionistischen Menschen aus ihrer zionistisch bedingten jüdischen Isoliertheit in der Galuth zur neuen Berührung und schöpferischen Verkiiüpfnng mit fremden Kulturwerten kommen. Auch der neueste Weg des Zionismus ist.ohne die Umweltsaktoren nicht denkbar. In der Epoche des Der Delegierteiltag der ZVfiD Auftakt mit Kurt Blumenfeld Am Vorabend bei 25. Telegiertentages der Zionistischen Vereinigung für Deutschland veranstaltete die Berliner Zionistische Vereinigung eine Kundgebung, deren Redner Kurt Blumenseid war. Die Umrahmung bildeten einige voyr Opern-Chor des Kulturbundes unter Leitung von Berthold Sander zum Vortrag gebrachte hebräische Lieder. Kurt Blumen selb stellte sein Referat in den Dienst einer Rückschau auf die bisherige' Geschichte der zionistischen Bewegung in Deutschlands . Dieses Thema, dessen Wahl keinem Zufall, entsprang, sondern das der Belehrung der neu in die Reihen des Zionismus getretenen Anhänger diente, wurdc -vön Blumenfeld mit der an ihm rühmlich bekannten Weite des Geistes und Wärme des Gefühls behandelt. Er verweilte im Anfang' seiner Ausführungen bei der schweren Krise der zionistischen Bewegung, die mit dem Tode Herzls und mit der Absplitterung der Territorialisten eingetreten »var, und entwickelte, daß gerade diese Zeit nicht zu einer Verzweiflung an der Idee, sondern zu erhöhtem geistigen Aufschwung geführt habe. Er verfolgte sodann die Probleme der Vorkriegszeit mit ihrer Entwicklung von der Philantropie zur Volksbewegung, sprach über Krieg, Bälfour- Teklaration und Nachkriegszeit, um schließlich die Schilderung der Gegemvart zu einem starken Appell an die'heute der zionistischen Idee verbundenen Menschen zu benutzen.' Der erste Verhandlungstag Der Delegiertentag selbst, begann.seine Beratungen am Sonntag, dem 2. Februar, mit einer Begrüßungsansprache von Tr. Franz Meyer. Nach ihm überbrachte Kurt Blumenseld die Grüße der Hitachduth Olej Germans der Or- -ganisation der aus Deutschland kommenden Einwanderer in Palästina. Nachdem sodann die Wahl des Präsidiums des Delegiertentages stattgesunden hatte, nahm der Vorsitzende der ZVsD. Dv. Siegfried Moses, das Wort zu seinem Referat „Aufgabe, Leistung und Bewährung der zionistischen Bewegung in Deutschland". Da. Moses zu einem gedruckt vorliegenden Rechenschaftsbericht der ZVsD nur Ergänzungen hinzuzufügen brauchte, konnte er sich aus die wichtigsten Punkte beschränken. Die Träger der zionistischen Arbeit, führte er aus. zionistische Bewegung und zionistische Organisation seien nicht miteinander identisch. Die zionistische Organisation sei im gegenwärtigen Zeitpunkt dadurch gekennzeichnet, daß in ihr allenthalben dre Mannschaft zu Offizieren aufgerückt sei, und daß: unter diesem sich teilweise recht schnell vollziehenden Prozeß die Bewegung nicht leiden dürfe. Das bauvtarbeitsgelnet. fei die Auswanderung nach Palästina gewesen. Seit 1933 seien etwa 33 000 Menschen nach Palästina gegangen. Aber es komme nicht ans diese Zahl an, und siedürfe auch nicht einfach verglichen werden m,t den Zahlen der Auswanderung in andere .Länder; denn bedeutsam sei die Struktur und dre Schichtung' der Palästina-Wanderung.: die als einzige ans vorwiegend unbemittelten Menschen und solchen mit kleinem Kapital sich zusammengesetzt, habe. Gewiß sei auch die Auswanderung m -andere: Länder als konstruktive Hilfsmaßnahme anzuerkennen. Aber man. müsse dis von. nichtzionistischer Seite gewünschte Arbeitsteilung zurückweisen, nach der den Zionisten allein die Palästina-Wanderung und den Nichtzionisten, die Arbeit in Deutschland und die Auswanderung m andere Länder zu überlassen sei. Dem könne schon ans dem Grunde nicht zugestimmt iverden. »veil der Palästina-Waiiderung der unbestrittene Primat zuerkannt »verden müsse. Nur sie trage national-wirtschaftlick)e und national-kulturelle Bedeutung und es ginge nicht an, aus der Auswanderung in andere Länder eine Ideologie zu machen. Zun, Schluß der Ausführungen über die Auswanderungsfrage formulierte Moses drei Forderungen, deren erste den zentralen Institutionen und Gemeinden Deutschlands auf sämtlichen Gebieten ihrer Arbeit den Gedanken der Auswanderung als vordringliches Ziel empfahl, deren zweite die Unterstützung der Bemühungen lim Zertifikatszilteilung durch die Juden Deutschlands als notwendig hinstcllte, und deren dritte der gegenwärtig in Amerika befindlichen Delegation englischer Juden den Gruß der Tagung entbot. Moses verweilte sodann noch einige Zeit bei den verschiedenen Bemühungen um Erweiterung der Auswanderungs- und Transfermöglichkeiten und ging darauf zlir Frage der zionistischen Ideologie über. Der deutsche Zionismus sei früher führend gewesen in der Schaffung und Entwicklung der Ideologie. Jetzt habe sich durch das Vorherrschen praktischer Fragen das Mischungsverhältnis etwas verschoben. Ein Rückblick auf die ideologischen Themen früherer Jahre beweise, daß man schon früher die auch heute noch »vesentlichen Punkte in den Vordergrund gestellt habe, und daß man dementsprechend keine Schwerpunktsverlagerung vorzunehmen branche. Im Mittelpunkt stehen nach »vie vor die Fragen des Hebräischen und der geistigen Verknüpfung mit Fortsetzung Hauptblatt 3. Seite. liberalen Nationalismus mit seinem Partikulärem Anspruch an die Menschen war der Zionismus ein partikulärer Nationalismus. Heute in der Epoche des totalen Anspruchs des Nationalismus an die ihm zugeordneten Menschen erhebt der Zionismus die gleiche Forderung. Ter G a l u t - Zionismus wird sein »me er »vnrde: Eine Prägung jübt-, scher Eigenart durch die gestaltend^ Kräfte von Umwelt und Zeit. In den Reden der leitenden Männer des Zionismus war oft das Mort von dem Wagn i s zu Hörer», das in der Einberufung der Tagung gelegen habe. Wir glauben, daß die Veranstaltung in keinem Augenblicke und gegenüber keiner Resoltltion ein Wagnis gewesen ist. Es war von Anfang an, ja schon vor dem Anfang eilte entschlossene Minderheit vorhanden, hauptsächlich aus den Funktionären der Zionistischen Organisation bestehend, die wußte, was sie wollte und die ihren Willen unter allen Umständen dnrchzusetzen entschlossen war. Es fiel ihr nicht schwer, das zu erreichen; denn die Masse der Delegierten bestand nicht aus geschulten Zionisten, sondern ans zionistischen Mensch e n. die n»ir eines wollten: In einer Fori»» geführt »verden, die ein Höchstmaß nicht im Sinite der Verwirklichung zionistischer Parteizielc. sondern jüdischer Hilfsmöglichkeiten gewährleistet. Tie ZVsD verspricht cmch ein praktisches Maximum, die Massen hoffen, daß il,r Vertrauen gerechtfertigt wird. Wir hoffen mit ihnen; denn im Praktischen wollen fast alle fast das gleiche. So gab es. nur Intermezzi und keine Zwischenfälle, »veil niemand den Atut hatte, den Rahmen zu sprengen, in dem die Attsmalung seiircr eigenen Znknnftsvorstellungcn vor sich gehcir soll. Kleine Plänkeleien mit dem Misrachi, der seine Hoffnungen aussprach. einmal den Zionismus total Zit ditrchdringen, kleine Eskapaden über palästinensische Details. wobei — sehr beachtet — Kurt Blnmenfcld die vorsichtige Haltung des Zionismus in Deutschland gegenüber der Legislativefrage guthieß; deutliche Spitzen über Bündnisse, wobei jeweils die Nichtzionisten in der bekämpften Koalition die Schlechten rvarcn — der Volksbund griff die Allgemeinen Zionisten »vegen der Reichsvertret»lng. die Allgemeinen Zionisten den Bolksbnnd »vegen der Berliner jüdische Ge- »neindeleitung au! — Alles konnte nicht verdecken, daß »vährend dessen in den Komntissionszimmern Me~&inycrr^oet"Zionistifchen Organisation geschiniedet wurde. Es war ein. eigenartiger Zufall, daß in dem Augenblick, in dem der Kulturreferent als zentrale Position des zionistischen Kulturprogramms ein nationales Freiheitsideal forderte und seststellte, die Kommissionen allgemeinen bedingungslosen und nnaufhebbaren Fraktionszwang beschlossen! ~ Auch die . Auswanderungsschule und die JCA kaincn zur Erörterung, wobei beide gleichermaßen wichtig genommen und schlecht behandelt wurden. Wir hoffen, daß die Auswanderungsschule sehr bald von einem Delnonstrationsobjekt im parteipolitischen Unterricht zu einer Unterrichtsanstalt für jüdische Menschen wird, und daß die JCA auf ihre zentrale Bedeutung innerhalb aller konstrilktiven Planung sichtbarer aufmerken läßt, als es bisher nach Ausba»» und Tradi^ tion möglich gewesen zu sein scheint. Das formal bedeutsamste Ergebnis der Tagung: die Zionistische Vereinigung für Teittschland ist eine autoritär geleitete Organisation geworden, und die Delegierten haben das, obschon es lange nach Mitternacht »var, bemerkt und nach kleinem Zögern gutgeheißei». Damit sind allerdings auch die Grundvoraussetzrrngcn der zentralen jüdischen Grernien, die nicht Parteirepräsentanten kannten, sondern jüdische Persönlichkeiten in sich zusammengefaßt wissen wollten, ausgehoben. Es ist nicht recht deutlich, wie die Partnerschaft unter diesen Ulnständen z»t formieren sein wird, es sei denn, daß die ganze Konstruktion geändert werden soll, »vas im Zeitpunkte höchster Verpflichtung zur Disziplin und Arbeit bedenklich zu sein scheint. Ohne Zweifel ist der Delegiertentag ein positiv z i o n i st i s ch e s Ereignis ge»vesen. An den. Männern, die jetzt die Vollmacht haben, die Papierslut der Resolutionen in die Kanäle zu leiten, durch die die jüdische Arbeit in Deutschland befruchtet wird, wird cs liegen, ob daraus ein positives jüdisches Ereignis wird. Wir stehen der zionistischen Forderung gegenüber, wie man zu sagen pflegt, n i ch t Gewehr bei Fuß. Wir brauchen die Hände zur Arbeit, und im Strammstehen vor einer fremden Idee hat man noch nie dein ei g e ire n Willen zum Dttrchbrrich verholsen. Wir sind bereit, »vie bis znm Telegiertentag auch n ach i h m mit der Loyalität an der Gestalt»»ng jüdischen positiven Lebens hier und an der Vorbcreitling jüdischen Lebens in Palästina »mv in der Welt mitznwirken, die dem Befehl entspricht, den uns unsere' jüdische Idee gibt. KLAUBER-WÄSCHE IN ALLEN FÜHRENDEN WÄSCHE-GESCHÄFTEN WÄSCHEFABRIK ROSA KLAUBER / MÜNCHEN KLAUBER-WÄSCHE