Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 5 (30.1.1936)
- Date
- 1936-01-30
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Delegiertentag der ZVFD (Fortsetzung des Berichts vom Hauptbiatt, 2. Seite) Palästina. Die zionistische Organisation habe sich ■ trotz zeitweise bedenklicher Schwächung durch die Palästina-Wanderung führender Mtarbeitcr schließlich gestrafft und Konsolidiert. Die Sorbe» ~ rung strengster Disziplin habe zum Ausschluß der Revisionisten und zum Verbot der Doppelmitgliedschaft mit dem Reichsbnnd jüdischer Frontsoldaten geführt. Diese letzte Maßnahme habe übrigens die Beziehungen zum RIF eher verbessert als verschlechtert. Eine offene Frage bilden lediglich noch die Zustände in der Berliner Gemeinde, in der unter dem Namen „Indischer Aolksbund" eine Gruppe tätig fei, die in der ZVfD Organisierte und Nichtorganisierte' unu fasse,: tind sich der. Disziplin der Zionistischen Vereinigung entziehe. Es sei eine Hoffnung des Telegiertentages, daß in seinem Perlaufe diese die . Schlagkraft.der Organisation lähmende Tatsache liquidiert werde. Die -jüdisch-politische Linie, die ' während der letzten Jahren innerhalb der eigenen . Kreise nicht immer ans volles Verständnis gestoßen sei, sei charakterisiert durch eine intensivere Zu» fanunenarbeit zwischen Zionisten und Nichtzionisten auf dem Gebiete des Palästina-Ausbaus und gleichzeitig durch eine unverändert starke Abgrenzung in ideologischer Boziehting. Die Zusammenarbeit, vor allem aus dem Gebiete des Keren Hajessod habe durch den Beitritt der Reichsvertretung zum Keren Hajessod ihre Krönung gesunden. Die Erklärung, die die ReichSvcrtrctung im Zusammenhang mit diesem Schritt, abgab, habe überhaupt ein weitgehendes Zugeständnis an das zionistische Programm bedeutet. Diese fachliche Anerkennung aber genüge nicht. Sie müsse auch organisatorisch vollzogen werden durch die Uebergabe der Führung in allen zentralen und örtlichen Körperschaften an die Zionistische Organisation. Dieser Fnhrungsanspruch bilde die natürliche und berechtigte Konsequenz ans dem zum Teil erfolgreichen Kampf um die Durchsetzung der sachlicheit Forderungen. Gerade im jetzigen Zeitpunkt, nicht früher und nicht später, sei die Entwicklung für diesen Fichrungüanspruch reis geworden. Die Abneigung der innerjüdischen Gegner gegen diese Forderung fei zuweilen in die überraschende Form gekleidet worden, daß man den Zionisten angeboten habe, die gesamte Arbeit zu übernehmen, um die von ihnen geforderte führende Beteiligung zu vermeiden. Dieses Angebot sei wahrscheinlich Nicht ganz ernst gemeint gewesen. Sollte das jedoch der Fall sein, so werde man auch vor einer Nebernahme der vollen Verantwortung nicht zurückschrxcken. Aber in Wirklichkeit gehe es nicht um ein Entweder- Oder zwischen jüdischer Gemeinschaftsarbeit überhaupt.und zionistischer Führung, sondern es gehe darum, die produktiven jüdischen Kräfte unter entscheidendem zionistischem Einfluß zn besinwglickier Wirksamkeit zusammenzufassen. Gegenwärtig stehe die Umbildung der Reichsvertretung im Sinne des Fifty-fifty-Prinzips im.Mittelpunkt der Bemühungen. Sie sei noch nicht zum Abschluß gekommen. Moses schloß mit der Frage nach der zionistischen Bewährung, die er in vollem Umfange bejahen zu dürfen meinte. Zu Beginn der Generaldebatte meldete Rabbiner Dr. Hoffmann (Frankfurt am Main) die Forderungen der gesetzestreuen zivni. stischen Kreise, die im Misrachi organisiert sind, an. Tie so häufig in der zionistischen Presse vor» kommenden Wendungen ryie ..jüdischer Lebensstil" seien nicht.andere deutbar denn im Zfii'ammenbang mit religiöser Lebensführung. Es, käme weniger auf Zahlcnverhältnisie wie ..Fifw-siftp" an als ans die geistige Führung, die nch den Forderungen der Thora, des Heiligen Landes nnd des Heiligen Volkes Unlösbar verbunden hiliic; Dr. Friedenthal erhob schwere Angriffe gegen die nichtzionistischcn Partner innerhalb der ans Zusammenarbeit ausgebauten Gremien: und warf ihnen Illoyalität vor. Die Eroberung der Gemeinden sei bis ins Letzte dnrchznsühren und das. Fifth-fiftv-Prinzip dnrie lediglich als eine Etappe betrachtet tverden, die gleichfalls über-, tvundcn werden müsse. ES sei notwendig., daß mit starker Hand auf diese Ziele hingearbeitet werde. Wenn-es richtig sin. das häufig die zweite Garnitur zionistischer Führer in den Vordergrund " rücke, so sei diese zweite zionistische Garnitur immer noch wertvoller als die erste nicht» ziotnstischc. ' . Dr. FosephSthal,- Berlin, wies aiis die-Notwendigkeit der Erziehung innerhalb der Be.- tvegung hin. Diese Forderung, deren Verwirk liclmng vor allem in der Ehalnzint versucht werde, seien tvichtigcr als organisatorische Verändernngen jeder Art. Dr- Hans Klee, Berlin, leugnete entschieden irgendein Sonderverdienst deS deutschen ZionismuS und kritisierte das Verhalten der Hitachdnt Olej Germania bei den StadtratSwahlen in Tel- Aviv - und die Stellungnahme der „Jüdischen Rundschau" zur Frage des Legislative Evuncil. Tie Gründung der Reichsvertretung habe der zionistischen Bewegttng plötzlich einen Gedanken anfoktrotsiert, nämlich den der Kooperation mit Nichtzwnisten. der bis dahin auf das fdjärtfte bekämpft worden sei. Das habe zu einer Stärkung der nichtzionistischen Richtung und der nichtzionistischen Organisationen geführt. Selbst wenn die Reichsvertretung im Sinne der Fifty-fifty umgewandelt sein werde, werde sie noch nicht legitimiert sein, sondern müsse einer totalen Umgestaltung entgegengeführt werden. Der Volksbund habe an Stelle der leichtsinnigen Reichsvertretungspvlitik die Dnrchfctztmg des Zionismus in den Gemeinden erstrebt. In der weiteren Generaldebatte sprack>rn außerdem noch L u b i n s k i, Berlin, Kurt L ö >v e n . stein, Berlin, Rechtsanwalt Philipp Kozvwer. Berlin. Dr. Michael T r au b , Berlin. Ist E i S n"e r . Berlin. Tr. HanS P o m e r a n z . Frankfurt a. M.. M i ch a e l i S , Berlin. Tr. Ernst M a r k u s . Berlin, und Hugo W o l f e r m a ü n . Berlin. Hervorzuhebeu ist die Tiskussivusrcde von Dr. Joachim Prinz, die das Mißverhältnis der katastrophalen Lage der Juden in Lsteurvpa und der teiltveise kleinlichen Fragen, die bisher in der Generaldebatte erörtert worden seien. sct>arf geißelte und die Größe und Kraft eines utopischen Zionismus, des Glaubens an die reine Idee in den Vordergrund stellte. Im Schlußwort verteidigte Tr. Franz Meyer die Bündnispolitik in der Reichsvertretung mit der 19ÜÜ von allen Seiten gemeinsam erkannten Notwendigkeit, den völligen Zusammenbruch der Juden in Deutschland zu verhindern. Er wehrte sich dagegen, das Niveau der Auseinandersetzung mit den Nichtzionisten herabzerren zu lassen, und mahnte dazu, die drängende Zeit zu wirklichen Leistungen zu tnitzen. . - Kurt Blumenfeld setzte sich sodann in einem weiteren Schlußwort scharf mit dem Misrachi- Redner. Rabbiner Hoffmäiiü. und mit dem Bolksbund-Rcdner, Tr. Hans Klee, auseinander. Der 2. Verliaiidliingsfag Die Kulturreferate Der zweite Tag war der Erörterung von Kulturfragen getvidmet, die durch ein Referat von S. Tschertok über „Die zionistische Bewegttng als Trägerin jüidschen Kulturarbeit" und Hans Gärtner über den ./Aufbau der jübifdjen Schule" eingeleitet wurde. - S. Tschertok ging davon anS, daß die Säkularisierung des Judentums die Einheit des Lebensgefühls zerstört habe, und daß diese wiedergefunden tverden müsse. Das jüdisch-kultnrelle Leben in Deutschland könne nur Uebergangscharakter tragen. In diesem Uebcrgang müsse es gelingen, den jüdischen Bezirken ein neues Geschichtsbcwußtsein und ein neues nationales Freiheitsideal zu geben. Dieses Freiheitsideal werde verwirklicht in der Rückkehr nach Palästina, und zwar in einem Sinne, der mehr ist als dix Beilegung der Existenz, der vielmehr die Sammlung aller verschütteten Kräfte der Indenheit umfasse. Die 350 000 Juden in Palästina seien nur ein kleiner Anfang. Die Rückkehr zum Hebräischen sei nicht anszufassen als die Erlernting irgendeiner Landessprache, sondern als Teil der zionistischen Zielsetzung. Sie müsse getragen werden vom Willen ztim Zionismus. Daß der organisatorische Träger der jüdischen Kulturarbeit in Deutschland, der Kulturbund, es bisher nicht fertiggebracht habe, wirkliche jüdische Kulturarbeit zu leisten, liegt in unserer völlig anormalen Situation begründet. Es sei auch keineswegs erstrebenswert, dort irgendwelche Werke aufzuführen,- nur weil.uns ihre Tendenz genehm sei, sondern es komme darauf an. die Maßstäbc zu behalten und scharfe KrE tik rn üben, wenn man unter diesem Deckmantel minderwertige Tinge anbiete. Das kleinere Nebel fei es. wenn man in diesem Nahmen auch weiter attf jüdische Werte verzichte. Im ganzen sei es - die Aufgabe der jüdischen Kulturarbeit, die Rückkehr nach Palästina geistig vorzubereiten. Hans Gärtner stellte die Forderung auf. daß das jüdische Bildungsftrcbcn sich um ein jüdisches Zentrum gruppiere. Tie zionistische Forderung an die Schule erschöpfe sich nicht. darin, daß Hebräisch und Palästinakunde getrieben werde, sondern lause auf eine Umwandlung der gesamten BildungSgrnndlagen hinaus. Es'müsse eine jüdiick)e Eiichncksichrrte^' geschaffen werden, die die Jugend nicht für Palästina und nicht für Deutschland und nicht für Uebersee erziehe, sondern die davon ausgehe.daß es überall nur e i>n e Judenfrage gäbe und daß es darauf ankomme, sich den verschiedenen Erscheinungsformen dieser Judcnfrage gewachsen zu zci- Berechenbare sei das Entscheidende in der Wirtschatt, sondern ebenio das Unberechenbare, die ständige Erneuerungdes Pivniertuins. Die Frage der Landilucht. fei - lediglich von dieser Seile her zu löten. Die -lOjährige Wüsteiiwande- * rung müsse ersetzt tverden - diirch die zionistische Erziehung. Noch gäbe es zu wenig Bürgeriimi im Lande.. Er müsse Herangebildet werden, weil allein ihm die Aufgaben a.uicrlegt seien, die -anderswo durch Zwang Und Unlerordiinng gelöst werden. Ein wichtiger Träger der Erziehung sei der Kreis, in dem der einzelne kontrolliert und zensiert werde, und der doch seinerseits sich in das Ganze rinvrdne. - Der Verlust der großen Erzieher BiaUk und Schmarja Lewm sei noch nicht übertvniidcn. ’ Unerbittliche- Kritik tue not, damit aus dem Rest Europas-Amerikas, der sich da ziiiammengcfnnden habe, wirklich -ein Rest -Israels werde. Tie jüdiscktc -Welt.'-sei noch weit entfernt von einer Blenderung ihrer Ansicht-über die Indenfragc. Plan frage, obes nicht Vcr» tvirklichnng des Judentum-? überall gäbe, ob es ivirklich noiweiidig sei. die Weite der Welt mit der Enge des einen Landes zu vertauschen. Taraui sei zu antivorten. daß man auch in der . '.Witte derer, denen man viel verdanke, niemals: ein legitimer Mitarbeiter gewesen sei. Auch der. der die 'Welt und ihren -Reichtum kennt, inüsie usissen. daß er mit dem Schritt znin Zionismus in eine Nutende 'Welt einträle. die inan nicht errcchueii könne. : aber die vielleicht das Außerordentliche leisten toerde, daS in ihr - aus dem Ehavs einstmals ivieder neue Schöpfnitg emporwächst. Zn dieser Schöpfung habe die deutsche Spielart des Zionismus wesentliches beiget-rage-v. gerade tv.eil es sieh einen postassimilatorischen-.. Zivlitsmus.gehandelt habe. Es kbiiiiiie nicht auf oegneme Si-immliiigserjvlge au, sondern ma»- müsie immer -w'tsie-n: es sei schmerzhaft tnid schwierig, ein wahrer Zionist znsiei». aber in der gemei'iisnm getragenen Last, ein Volk zu werden, liege atich ein tieteS Glück perborgen. Der 3. Verhandlnngstfag gen. Tie hebräische Arlfeit müsse gleichzeitig der Vergangenheit, der .Gegenwart »nd der Zukunft dienen und dem «treit um Alt- oder Neiihcbräiseh entzogen werden. Auch auf religiösem Gebiet müsse es möglich sein, zu einem einheitlichen Schtilplan zu gelangen, der allen Richtungen gerecht werde. Das Lernen habe im Mittelpnntt des'Erziehtingsprogramms zu stehen. Diirch txis Lernen werde auch das „Jüdische", das hetite zugegebenermaßen noch teilweise ein vager Begriff sei,.einen fest umrifseiien Inhalt erhalten. Das Referat schloß mit dee Erhebung pvlitischcr Forderungen auf die Umbcsetzling bestimmter, mit der Erziehtinasärbeit befaßter Dezernate. Zw'iscklcn den beiden Külturrcferaten ereignete sich ein kurzer Zwischenfalls der seinen Ausgang von einer persönlickieti Erklärung von Rabbiner Dr. Hoffmann zu den AliSführnugen Blumenfelds vom vorigen Abend uahin.' AIS der Vorsitzende diese Erklärung als weit über den Rah- -men einer persvnlickien Bemerkung hinausgehend bezeichnete, verließ der Misrachi den Sitzniigssaal. Nachdem Blumcnfeld alles das. was an seinen Bemerkungen als persöitlich mißverstanden werden konnte, zurücknahm, wurde der Zwischeufatl wiedcr beii^elegt und der Misrachi nahm weiter au den Verhandlungen teil. Ter Montagnachmittag warausgefüllt mit der Diskussion der Kultnrreserate. atis der die Ans- . führungen des Führers der Werktetlte, Gruft B a u e r. Berlin, durch seine von tiefem Ernst getragenen Aussührungen über den Beitrag des deutschen -Judentums ziir jüdischen Ktiltur besonders erfreulich hervorsiacheu. Kurt Blumenfelds Analyse der jüdischen Situation Ter Abend brachte das Hauptreferat Kurt 'Bl »inen felds über „Zionismus — Palästina — Iudenfrage". Blumenfeld begann mit der ihm menschlich und geistig adagtiaten Forderung, daß es keinen niveaulosen Zionismus geben dücw. Es sei unsere Aufgabe, immer zu wissen, wie die. Welt um uns sich darstelle und wie die politisch!? nnd geistige Situation, inmitten derer tvir stehen, beschaffen sei. Deshalb habe man auch mit Recht den Protest gegen die Einsetzung des Legislative Eouncil -mit' einer Prüfung der Gegebenheiten, deren Teil er sei. begleitet, und man habe die ' EtkläriMg 'der tzWw-Evvperatrmrin -dieser - Teil--- frage verbunden mit Forderungen an die englische Regierung, deren Erfüllung eine zukünftige Kooperation ermögliä-en würde. Tie bestehenden und noch drohenden Schwierigkeiten in Palästina seien zu beantworten durch eine geistige Vertiefung und Konsolidierung der Bewegung. Nicht nur das Am letzten BerhandlnngStage standen zwei Referate im 'Ntittelpnnkt. die konkrete. Fragens zum Gegenstand hatteif. D r. Georg Landauer, der Leiter deS Büros für die Ansiedlmtg^ deutscher Juden'in Jerusalem, erstattete einen größeren Bericht „Ergebnisse und Perspektiven der Alija a»» Dentschland iif .Erez Israel". T r. 'JJt i ch a e l D r a n b . Vizepräsident des deutschen-Keren Hajessod.sprach-, über „Funktion mit» Bedeutung deSnationalen Kapitals für den Palästina-Atisbait". Dr. Georg Landauer meinte, es gäbe zivei Ntöglirhkciten der Umstel- Iling find der'Einordnung in Palästina: Entiveder könne'man' die in Deutschland ausgegebenen Positionen dort ivieder ztt scltassen snchen. oder aber man müsse sich bemühen, einen..Umbruch auch iir seiner eigenen Bernssvvrstellting vorztinehmeu. Denn die'Ereignisse-Hätten ja gerade gelehrt, daß die falsche Bernfsstrllktiir der Inden, das Fehleit der „slindamentalelt Positionen" verhängnisvoll fei. Er vertrat die Auffasiinig. daß cs falsch sei, von einer schwindeiiden Prvsperith in Palästina zu sprechen. Die montetitanen Stocknnge». die iinr -in eitgeit Bezirken autgetreteitseien, seien darauf zurückzuführeit. daß die Kolonisation langsamer vor sich gehe als die Immigration.- Dr. Landauer spendete dann der deutschen' Alija. vor allem atich.der'ans Akademikerkreiscn. Worte, begründeten Lobs. Sie sei von hervorragender Aiipassuiigssähigkeit und sehr oft von dem Willen erfüllt, den limbrnch in ihrem Dasein zu vollziehen.-. 'Tie Hälfte der 30P<>,> ans Tentschland Ausgetvaiidcrteii seien twch eigenen Niitteln gekommen. Bon^ihneu-tyr rin hoher Prozentsatz aufs Land gegangen. Auch' bei Neligründiingen von Kolonien, ebenso wie bei den der'Industrie hätten sich die deutschen Juden' am stärksten beteiligt. Tie Ehalnzim ans Deutschland seien ein wertvolles Elcntent. Ter Iischutv habe sich asier auch seinerseits der deutschen Alija gegenüber f-reundschaftlich gestellt. Auf die Arbeit der von ihm geleiteten Zentralstelle eingehend, stellte Dr. Landauer mit Bedauern fest, daß nur ei» Viertel der gesammelten 1 Million Pfliiid Sterling nach Palästina gekom-' men sei. In diesent Zusammenhang beschäftigte er sich auch mit der IEA. Die Frage der Ausnahmemöglichkeiten Palästinas beantwortete Tr. Landauer mit ..Wir kennen sie nicht". .10 000 Inden seien jetzt der Iah-resdurchschnilt. Plan wisse nicht,-ob er kleiner oder größer toerde. Die Grenzen Palästinas würden durch. Land und Sprache gezogen. Die Inden in der Welt sollten beachten, daß die Pausen zwischen Höhepnnktett tuid Tiefpunkte» des Lebens in der Ga-lnt für die Schaffung von Reserven in Palästina zu verwenden seien. Dr. Michael Traub faßte die anS seinen Reden ans Anlaß der Alibilänmsknndgebnng deS Kere» Hajessod bekaini.- len Daten übersichtlich znsatninen. Es-gebe keinen Gegensatz zwisclicn privatem nnd nationalem Kapitat, .den» das nationale Kapital ermögliche erst die Entwicklung des privaten. Tie Aufgaben der nationalen Fonds in Z»- . kniiit seien in erster Linie. Erweiterung des land- . wirtschaftlichen Sektors. Aon 50 000 bis 60 00«» Eimvanderern pro Jahr seien mindestens l ouO bis >5 000 der Landwirtschaft ziigefuhrt worden. Weiterhin seien genügende Bvdenrcserven z>t schaffen. In der anschließenden Diskm'sion erfolgte zunächst'-eine. lebhafte Kontroverse über die Aufgaben und Möglichkeiten der IEA. au der sich Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee. Vertreter des Vorstandes der Berliner'Jüdischen Gemeinde im Evnseil der IEA. Tr. Georg Landauer. Kurt B l » m e ii f e l d und Tr. Hans Klee beteiligte». Die Schluss-Sitzung . Tie Schlußsitzung begann mit dreistündiger Aerzögernng. da die 'Arbeit der Kommissionen bis zur festgesetzten Stunde nicht beendet werden konnte. '?lls der Bvrsitzende in einer längere» Gedciikansprache der Toten der ZBsT gedachte, -mich, dabei auch die hohe Bedeutung der drei seit de») letzten Delegiertentag verstörheueit großen zw- -nistischcn Führer Bialik. Schmarja Lewin und Ehajim Arkosorvsf würdigte, erhob sich die Bersammlung von ihren Platzen. Es tviirdcn darauf von den Vertretern der eiiizeliien Kommiisiviien die Resoliitionen verlesen und begründet, die den Versuch enthalten, bas gesamte judisclie Leben in allen seine» Beziehnngen zu erfassen lind die dadurch für die ZBsT ciitr stehenden organisatorischen Notwendigkeiten zu regeln. 'Nachdem Benno E vH n in einem „brüderliclien .Appell"-: die—Inden—T-eulst-hland: ni-c—Ulitnrlinb bedeute Arbeit für das gesamte Indentiim. weil im Zionismus die Sache des jüdischen Volkes geführt werde. Selbst iti der Negation »nd Abgrenzniig. zu der die Nielitzionislen durcii die zionistischen Parolen iinmer wieder gezwungen toerde».'zeige sich die alle Kreise betrwlilende Wirkung der .zivnistischeu Idee, In diesem . Sinne bedeuie zionistische Arbeit zugleich Arbeit für die jüdische Solidarität. - - Iii beivegten Abschiedsworten schlug dann nocl, einmal K-nrt B l u in e ii seid die Brücke zwischen den Borkämpsern der ZBsT. die jetzt in Palästina kraft ihrer zionistischen Erziehung den.Weg zu einem neuen Leben gesunde» haben, »nd den Menschen, die hier an ihre Stelle getreten, sind. Nack, Dankesworteii deS unter lang andanerndem Beifall einstimmig wiedergewählten Bor-, sitzenden der ZBf?. - Dr. .-Siegfried Moses, schloß die Sagiing mit der Adsingnng der Hatikwg um W2. llhr tutchis. Die Resolutionen Sei'sitzniigstoeiie, toerde» die Resotiitionen. wen» sie einmal endgültig iestgeslellt »nd gedruckt vorliegen werden, eine Broschüre mittleren lliufangS darstellen. Trotz lebhajler Beinnhiingen ist e» »ns nicht gelungen, den Wortlaut des innerjüdisch bedeutsame» 'Beschlusses' über de» Auftrag an die ziv»istiscl>e Leitung zu Bcrhandlnngen über die Tnrchsetziing des -zionistischen- Führniigsaiispriichs zu erhalten. Er ist. aber. >vie ans de», Leitartikel hervorgebt. angenoniinen .worden. Lediglich zur Paläslina-Frage liegt uns das Ergebnis der Resvltitionskommissio'ns- Beratniig vor. Eingangs heißt es darin: .'Die^Iudenheit in Deutschland, insbesondere ihre Jngend. sieht sich in tveitgeheiidem Maße auf den Weg der Answandernng verwiese». Tie hierfür vorhandenen 'Möglichkeiten sind allenthalben erkennbar begrenzt. Der XXV. Telegiertentig G der Zionistischen Bereinigmtg für Dentschlaiid stellt mit großer Befriedigfina fest, daß Palästina in den letzten Jahren in der Lage war. eine ständig wachsende jüdische Eii»va»deriing. insbesvndere auch aus Tentschland. aufzuneltmeii. Mit »m so größerer Besorgnis belraelitet der Delcgiertentag die empfindliche EiiienZimg der EiumanderungSmöglichkeite».-wie sie in der hinter den wirklichen Bedürfnissen der Palästina- Wirtschaft weit zurückbleibende» Znteilnng von . Arbriterzertisikaten z»m Ausdruck gekommen ist. Neuerlich befamitgeioordeiie Pläne der 'Uiandatarmacht, darüber hinaus auch die Eiifwaiideriing anderer Kategorien, insbesondere durch Heraussetzung der bist,er gültigen lttermögensgren«e. einznschränke», müssen stärkstes. Befremden erwecken." Die Resolution geht dann ans die Lage der vielen Ehaliiziin. die auf die Zertisikate warten, auf die Situation der '.i>!ittelstandSri»wa>ider»ng ein und fordert die .lewn-li Atffnry zu entschiedenen Ptäßnahmen auf. Zu einem zweiten Absatz heißt es sodann: „Der Delegierteiitag anerkennt die Notwendigfett der Bemühniigeu. den ans Immigralivn mi- ' gewiesene» Inden ans Dkntsck>land auch außerhallf Palästinas Answaiideriingsniöglickckeilen zu erschließt». Er iveist aus die Nvlwendigkcil l>>». d.ie gesamte Answandernng. planmäßig zu gestalten, die AnSivaiiderer beruflich vorznbereiten »nd ihr Vermöge» durch geordnete Lignidalion zur Errichtling einer veilen Eristenz verfügbar zu machen. - Ter Telegiertentag betont jedoch, daß nur die Answandernng nach Palästina und ihre B->r-" . wiirzelnng mit deni Boden in Palästina zu einer Lösniig der Indetisrage führen kann." 5»nd«n Sie mir bis auf Widerruf die C-V.-Zeitung 66 Pfennige für die'Monate Februar und März zuzüglich einer einmaligen Verspätungsgebühr von 20 Pfennigen zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Die erste Februarnummer wird mir nachgeliefert. Ort: Datum: -- .. Auiichneiden und mit 3 Pfg. frankiert »enden an: ' C.-V.-Zeitung, Vertrieb, Berlin W 15, Emier Str. 42 J 2 Oliva 8141. iniierhalh der zionistischen Reiheif ausgeiordert hatte, faßte Franz 'Me her in später 'Nachtstunde die Ergebnisie der Tagung zusammen. Er suchte^ die im Lause der Verhandlungen öfters aut-' getauchte Frage der Beziehung von Zionismus, und Judentum so zu deuten, daß er erklärte. Zionismus um . I . Ii * - r 11 n~n I »a'1 * 1V. dVjr 40 000, PI. 5. Verlag: Centralverein deuudier StiatttnirRer judiv-hen Olauhens e. V.. Berlin W l,r», Emtfer Slrn-«p 42. Ifruck der Buvh- und Tiefdrm-k-Ge»elUchaU uibH, Berlin SW 13.