Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 3 (16.1.1936)
- Date
- 1936-01-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Auslandsnachrichten Bulgarien Der bulgarische Innenminister General Spolv veröffentlicht die Mitteilung, daß die bulgarische Negierung die beiden nationalistischeil Organisationen „Narodna Zaschtita" (Heimwehr) und „Nationalistische Liga" ausgelöst hat./ Sie hätten von je eine scharfe antisemitische Terrorpolitik-.getrieben. Dänemark . Fast die gesamte dänische Presse hat eine durch . die offizielle dänische Nachrichten-Agentur Nitzau- Büro verbreitete Kundgebung veröffentlicht, die der Bischof von Kopenhagen. F u b e l s a n g» D a m g'a a r d, sowie die Professoren der Kopenhagener Universität Aage Bentzon. Johannes P e d e r s e n. Frederik T o r m und Dozent Flemming Hvidberg gegen die in letzter Zeit verstärkte judenfeindliche Propaganda einer kleinen antisemitischen Gruppe und der von ihr herausgegebenen Kampfblätter erlassen haben.. Gleichzeitig veröffentlichen die dänischen Zeitungen ein Interview mit Professor T o r m , der als einer der besten Kenner jüdischer Angelegenheiten und Verhältnisse in Dänemark gilt. In diesem Interview. entlarvt Professor Torm die von der antisemitischen Gruppe Dänemarks in ihrer Propaganda angewandteil .Methoden der Verbreitung unwahrer Behauptungen und der Benutzung gefälschter Dokumente und erklärt, es / sei eine Schande, daß derartige Dinge in dänischer Sprache veröffentlicht werden. Polen In der Budgetkommission des polnischen Sejm hielt der Abgeordnete M i n z b e r g. Vorsitzender der Lodzer Jüdischen Gemeinde, eine Rede, in der er die Verzweiflung der jüdischen Bevölkerung über die gegensie gerichtete Politik zum Ausdruck brachte und an den an der Sitzung teilnehmenden Unterstaatssekretär im Ministcrratspräsidium Grybowski zur Weitcrleitung an den Ministerpräsidenten Koszialkowski den Appell richtete, die allgemeinen politischen Verhältnisse so zu gestalten. daß die jüdische Bevölkerung ihrer Lebens- Möglichkeit nicht beraubt werde. Aber es sei die Regel, daß die Polizei auf dem Schauplatz solcher Ereignisse um eine Minute zu spät eintrifft. Der Redner betonte, daß es nicht möglich sein werde, gegenüber einer Bevölkerung von 3'J Millionen Bürgern eine Rassenpolitik durchzuführen. Es sei daher notwendig, daß die Regierung sich ernst- Haft mit der Judenfrage befasse und sie einer Lösung im Sinne der Verfassung, der wahren Staatsinterefsen und der Menschlichkeit zuführe. In dem Schlußwort zu der Debatte ging Unterstaatssekretär Grybowski auch auf die Aussührungen des Abgeordneten Minzberg ein. Er müsse die Darlegnngen des Abgeordneteil selbst- ° verständlich zlir Kenntnis nehmen. Sollte es sich herallsstellen. daß die antisemitische Propaganda von einzelnen behördlichen Stellen tatsächlich Förderung erfahren habe, so wäre dies außerordentlich zu bedauern. Die Behörden haben den Straßenverkauf der ertrem antisemitischen Zeitschrift „Warta" derboten. Das Verbot wurde damit begründet, daß die Straßenverkäufer Armbinden mit einem Emblem trugen, das Bestandteil der Flagge einer fremden Macht ist. Rumänien Auf den Vertreter der jüdischen Glaubensgemeinschaft im rumänischen Senat, Oberrabbiner Dr. Jacob Niem trotz, er. wurden am Sonnabend, als er sich zum Gottesdienst in der Bukarester Hauptsynagoge begeben wollte, von einem Studenten namens Aurel Jonescu vier Revölverschüsse abgegeben. Wie durch ein Wunder blieb Oberrabbiner Niemirower unverletzt, obwohl eine Kugel den Aermel seines Mantels durchbohrte. Passanten eilten Dr. Niemirower zu Hilfe, und nahmen mit' großer Mühe den verzweifelten Widerstand leistenden Attentäter fest. Obwohl amtlich erklärt wird, daß die Tat mit 3&is mm 1. Apüt füz 66 JtfmniQ'! Wer die C.-V.-Zeitung noch nicht kiest, schicke uns umgehend diesen Bestellzettel : ■ I Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-V.-Zeitung 66 Pfennig für FebruarfMärz zahle ich an den Briefträger. — Die beiden letzten Januär Nummern erhalte ich kostenlos. Auuchneiden und mit 3 Pfg. frankiert landen am C.-V.-Zeitung, Vertrieb Berlin W15, Emier Straiie 42 J 2, Oliva 8141. politischen Motiven nichts zu tun habe, muß doch angenommen werden, daß die ungezügelte antisenntische Propaganda, die trotz Belagerungszustand und Zensur vielfach unter stillschweigender Duldung der Behörden vor sich geht und zum Teil auch von kirchlicljen Kreisen gefördert ivird, den krankhast veranlagten Attentäter zu dem verbrecherischen Anschlag auf den 64jährigen Oberrabbiner veranlaßt'hat.■, Statistische Notizen Der Familienstand der Juden ' in Deutschland Die Ehesrendigkeit der Juden iy Deutschland unterschied sich bisher nur wenig-von der Umwelt. Die Volkszählung des Jahres.1933 stellte nämlich den Familienstand der einzelnen Konfessionen besonders fc|V Dabei ergab sichdie Tatsache. daß im Durchschnitt der Gesamtbevölkerimg 43b von lttüü Personen verheiratet waren; von 1000 Juden, die Mitte 1033 in Deutschland gelebt haben, waren dagegen 445 verheiratet. Der Wunsch zur Konsolidierung, der aus den Ber- Heirateten-Ziffern abzulcsen ist, war bei den Jjiden eher noch großerals im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Allerdings darf nicht vergessen werden — worauf hier schon des öfteren hingewiesen worden ist — daß die heiratsreifen Jahrgänge der Juden relativ stärker besetzt sind als bei der Gesamtbevölkerung.: so daß also den Altersvoraussctzungen hier eine maßgebliche Bedeutung zukommt. Das drückt, sich noch stärker darin aus. ,daß die Zahl der Ledigen bei der jüdisciieu Bevölkerung sin Deutschland weit niedriger. der der Verwitweten und Geschiedenen dagegen weit höher ist als bei der Gesamtbevölkerung. Das sei durch zwei Zahlengegeuüberstellungeu bewiesen. Bei der Gesamtbevölkerung des Jahres 1033 waren 492 unter 1909 Menschen ledig, unter 1000 Juden nur 444. bei der Gesaintbevolkerung .gab es 69 verwitwete oder geschiedene Menschen unter 1000, bei den Juden dagegen 111 unter 1000. Der-seit Jahrzehnten sich steigernde Geburtenrückgang bei den Juden und die damit parallel gehende Ilcbcralternng sind die wichtigsten Ursachen für diese Abweichungen des Familienstandes des jüdischen Lolksteilcs von dem der Umwelt. Die Säuglingssterblichkeit bei den Juden in Deutschland Die neuesten statistischen Veröffentlichungen ergeben die Tatsache,, daß die Säuglingssterblichkeit bei den ehelich geborenen Kindern aus rein jüdischen Ehen eine geringere ist als beim Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Tie neuesten Zahlen liegen für das Jahr 1933 vor. Aon der Gesamtbevölkerung starben in diesem Jahr rund 447 000 Meiisäien, darunter waren rund 45 000 Säuglinge (Kinder unter einem Jahr alt), das sind etwa 10 Prozent. Jüdische Menschen starben im Jahre 193:; rund 5650. darunter 63 Säuglinge. das si.'.d 1,5 Prozent. Tie imkritische Betrachtung dieser Zahlen muß mit Rücksicht auf die viel ungünstigere Altersgliederung der Juden.-- mit der Folge einer besonders großen Zahl von Stcrbefällen und dem ^sonderen Geburtenrückgang zu einer Fehlerkenntnis führen. In Wirklichkeit ist zwar die Säuglingssterblichkeit der Juden günstiger, aber doch nicht in dem Maße, wie man es ans dem großen Unterschied der vorhergehend gerechneten Prozentsätze von rund 10 Prozent und 1,5 Prozent vermuten könnte. Ter richtigere Maßstab ist der. die Zahl der verstorbenen Säuglinge den Zahlen der. Geborenen in der gleichen Zeitstxuine gegcnübcrznstellen. Ta ergibt sich bei der Gesaintbevölkerung eine Zahl von rund 556 000 ehelich geborenen Kindern im Jahre 1933. die Zahl der rein jüdischen ehelichen Geburten beträgt 191:',. Stellt man die Zahl der gestorbenen Säuglinge diesen beiden Werten gegenüber, so ergibt sich bei der Gesamtbevölkerung eine so errechnetc Säuglingssterblichkeit von 8 Prozent, bei den Juden in Deutschland von 4,3 Prozent. > - Es sei hierbei erwähnt, daß auch in einzelnen anderen Ländern, für die einschlägiges Material vorliegt.. die Säuglingssterblichkeit bei den jüdischen Volksteilen zum Teil günstiger liegt als bei der jeweil'gen Umwelt. kölnisch« Ziffern Ten soeben veröffentlichten amtlichen Statistiken ist zu entnehmen, daß im Verlaus der zehn Jahre zwischen den .beiden letzten Volkszählungen ein Rückgang der jüdischen Bevöllerung in Polen vor sich gegangen ist, der sich am .stärksten in den vstpolnischen Städten, die früher, teilweise absolute jüdische -Mehrheiten aufwiesen, äußert. In sechs Woiwodschaften, für die bereits die vollständigen -Ziffern vorliegen, machten die Juden im Jahre 1931 noch 13.5 Prozent, dagegen im Jahre 1931 nur noch 9,5 Prozent der Gesamten, wvhiierschaft aus. In den Westprovinzen .hat sich der prozentuale Anteil der Juden m der. Gesamtbevölkerung noch mehr verringert. Tie Ursache liegt in dem .Geburten- ' rnckgang bei den jüdischen Familien, die eine Folge der unbeschreiblichen Not ist, sowie in der sich alljährlich steigernden Auswanderung nach. Palästina. Die Palästina-Auswanderung überstieg im letzten Jahr sogar den natürlichen .Bevölkerungszuwachs der Juden. Nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung leben in Warfck)äu -353 659. Juden, von ihnen haben 333 554 als Muttersprache Jiddisch, etwa 19 000 Pounsch angegeben. , Ablehnung von Ttraßenumbenennungen. In der Münchener Ausgabe des „Völkischen Beobachters" wird mitgeteilt, daß die Anwohner des Judenbühlweges, Judenhoies und Judenplanes in Würzburg wiederholt an die Stadtverwaltung das . Ersuchen gestellt haben, diese Straßen neu zu be-. nennen. Ta diese Bezeichnungen sich aber geschichtlich entwickelt, und somit ein Stück Stadt-., aeschichte seien, verdienten sie. -erhalten zu werden. . In verschiedenen deutschen Großstädten seien Anträge aus Umbenennung ähnlicher Straßennamen, wie Judengasfe, Judenhos usw. aus den gleichen Gründen abgekekmt worden. Nmbenannt ivorden seien überall lediglich die nach Nicht arte rn benannten Straßen. . ' Hie ^uäenkraxe in der Wirtschaft Ter Gauivi rtschaftsberater der NSDAP, für den Gan Köln-Aachen hatte, ivie der ..Völkische Beobachter' meldet, im Anstrage von Gauleiter Staatsrat Grohn die Vertreter der Partei, der Behörden .und der Wirtschafte ans dem westdeutschen Grenzgebiet - zu einem- A u s sp r a che - abend mit . S't a a t s s e k r. e t a v P v sse in , die Kölner Industrie- und Handelskammer geladen.- lieber das Rheinland, hniansgehende Bedeiitnng hatten.-wie der „V. B." schreibt, die Ans- - lassnngen de.s Lberpräsidenten der Rheinprovinz. ' Ganteiter - -Staatsrat 'T e r b v v e-n , über die Jude»frage in, Wirtschaftsleben: Er. hob nachdrücklich hervor, daß der Nationalsozialismus von seinen programmatischen Erklärungen und seiner Stellung zum Jiidenliim nicht im geringsten abgehen wird. Ter realpolitischen Einstellung der Partei entsprechend, sei es dem Endziel jedoch nicht förderlich, durch unnötige Maßnahmen in der Jndenirage die Wirtschaft. und letzten Endes auch damit den Staat, zu schädigen. Tie „K ö l n i s ch c Z e i t n N g" berichtet über die Ausführniigen von Oberpräsident T e r - bvveii zur Jndenirage in der Wirtschaft. daß sie. ohne grundsätzliche Konzessionen zu machen, sehr realpolitisch eingestellt gewesen seien -und -in der These gipfelten, daß jeder wirtschaftliche Rückschlag. der bei der heutigen - schwierigen Wirtschastslage Auswirkungen aufdie Aiisbanarbeit haben können, zu vermeiden sei. Er unterstrich bei . dieser Gelegenheit die außerordentliche Bedeutung des Exports, der auf jeden Fall sichergestellt werden nrüsse. Er stellte iveiter fest, daß jegliche Tarnung. und damit llninoral, in der Wirtschaft ver-. mieden werden niüsse. Staatssekretär Posse schloß sich den Auffassungen des Oberpräsidenten an und erklärte, daß sich der Führer lind Reichskanzler eine Erlveiternng der Nürnberger Gesetze ans das wirt- - schaftliche Gebiet Vorbehalten habe, und daß. so- - lange die Entscheidung nicht gefallen sei, Eingriffe nicht gestattet seien. Die Auswirkungen des Reichsbürgergesetzes innerhalb der Reiclisjustizverwaltung In der „Deutschen I n st i z", dem amtlichen Blatt der deutschen Rechtspflege, werden die Namen der Beamten verösfentlicht. die auf Grund des. Rcichsbürgergesetzes und der dazu ergangenen Allsführiingsvervrdnllngeli als jiidische Beamte im Sinne dieser Bestimmüngen in den Rnhestand versetzt worden sind. Bei den O b e r l a n d e s g e r i ch t e n sind 1 Senatspräsideiit. -Il Kanimergerichtsräte und' 16 Oberlandesgerichtsräte, also 28 Beamte in den Ruhestand getreten. Bei den L c n d g e r i ch t e n sind in den 3s,ihestand versetzt worden: x Landgerichtsdirektoren. 51 Laiidgerichtsräte sowie 1 Senätspräsident, 6 Kammergcrichtsrüte. 4 Oberlandesgerichtsrate, 1 Erster Staatsanwalt und I Arbeitsgerichtsdirektor. die bei den Landgerichten beschäftigt ge» wesen sind, insgesamt also 72 Beamte. Bei den A in t s g e richten sind von der Neuregelruig 7t Amtsgerichtsräte sowie 2 Senats», Präsidenten, 1 Läiidgerichtspräsidcnt, 2 Kammer^ gerichtsräte, l Lberlandesgerichtsrat und 12 Landgerichtsdirektoren betroffen ivvrden. die bisher bei den.Amtsgerichten beschäftigt worden sind. Bei der . S t a a t s a ix iv n l t s ch a s t sind 1 Erster Staatsanwalt, 1 Staatsa»maltsct)aftsrat und T Lberamtsanwalt in den Ruhestand getreten, innerhalbder Strasanstaltsverwaltinig i .Straf« anstallsinedizinalrat und der Strafanstaltsrabbiiier ° bei dem Strasgefängnis Plötzensee. Weiterhin sind 6 Notare kdwse Zahl betrifft liur außerhalb Preußens tätig gewesene diotare, denen Gebühren nicht znsließenl, 3-Gerichtsassessorei, und 5 Mitglieder des Reichspatentamtes in den Ruhestand getreten. Es sind somit 216 Beamte aus der Reichsjustizberivaltuiig ausgeschiedeu. pkliehlkortbildunx für Aerzte Wie im ..Teiltschen Aerzteblatt" sHest 1 vom 4. Januar 1936, S. 4) mitgeteilt wird, »insaßt die nächste Etappe der Organisation der Pflichtfortbildniig die deutschen vraktischen "Aerzte und Fachärzte ans Orten über 100 000 Einwohnern llßroßstadtärzte-. Deutsche Aerzte sind diejenigen, die gemäß 'S 5 der Ersten Verordnung zum Reichsbnrgergesetz vom 1-1. November 1935 nicht als Juden gelten. Ter Heusieberbund E. B.. Verein zur Bekämpsung des. Heuii^deNelOens- Sie, Helgoland, versendet ein Rundschreiben »nt sollendem Vassüs: „Unter .Hinweis aui bas iüeseh voi» II. November 1935 bitten wir die laut Tur.chiühruugsbestimmung £ z ch , - arischen 'Mitglieder, ihre AuStrittSerklärung bis 1. Jebruar 1936 der <?eschäftsstelle des Bundes schriftlich anzuzelgen." IVIeckfenburs kommt zürn PreussiscKen Landesverband Am 12. Januar fand in Rostock die Landesversnminlnng der ,iscael>lisck)en Landesgemeinde Mecklenburg stall, d.ie als wichtigster Punkt über den Anschluß an den' Prcußenverband zu beschließe,! hatte. Aach eineni ausführlichen Referat des zu der Tagung erschienenen Vizepräsidenten des -PrMUMckie-r-i-^LanpeLverbandeki'. Rechtsanwalt Tr. Alired Klee, und ergänzenden Aussührnngen des cambcarbeiters des Verbandes, Mar Birnbanin. wurde der vorgelegte Vertrag über den Anschluß der inecklenbnrgischen Landeslpmeinde und ihrer Lrtsgemei'nden an den Ereiißischen Landesverband jüdischer Gemeindei einstimmig genehmigt. . Tie Dersanunlung wählte zum Vertreter Mecklenburgs im Großen Rat des Preußenvcrbandcs den. Vorsitzenden, des mecklenburgischen -Oberrats, Tireltor Max Samuel. Beschlüsse Her Ägudas Jisroel Aus dem. Fraiikslirter Telegiertent-ag dcr deutsck)en Landesorganisativn der Agudas Jisroel wurden verschiedene Beschlüsse gefaßt, die dem Landesvorstand als Alaterial übergeben .wurden. Sv wurde eine loeitgehende Zusammenarbeit von zentralen und lokalen Stellen, von Kcrcn^ Hatora und Jiigendorganisationeil angeregt.^ In -den Gruppen sollen soziale Fragen ebenso wje die - -- der Landkinder-Aktioii gelost werden. Nach ^-ranksiirter- Muster will , man auch in anderKi GrnpZ'cn Landschillerheimc einrichten. In gcmcmsamer Arbeit mit der „Freien Bereinigung sur die Interessen des orthodoreu Jlidentilins sollen- Sckmnrat Schabbat-Fragen .lzehaiidelp wer - '-den; ebenso-will man znsainlnen nutder Freien . Bereinigniig religiöse Aiiswaiidererlvratlliigs- - stellen schaffen.' Ein Antrag, .ivonoä, es .Agnda» Borstandsmitgliedern. ilickit erlaubt foui solle, anderen nichtorthodoren Organisationen im -Hanptvorstand änzngchoren. wurde init großer Mehr-- heu abgelkhnt. Tie Delegierten hießen .das Abkommen m,t dem RjF gut. Loholouk Der Nestor der zionistischen Bewksinnq.. Nachnin Evkolow. ist am 10. Januar 75 Jahre alt geworden. Wollte man aus- Anlaß dieses Ereignisses ein Bild seines Lebens geben, so hieße das nicht viel weniger, als eine Geschichte des Zioiiisiiius schreiben. Denn der Weg Sokolvws von seinen publizistischen Ansänaen bei der in. Lbarschan erscheiiienden hebräischen Zeitschrift „Hazesira* bis zu ' seiner Wahl zum Präsidenten und Ehrenpräsidenten der Zionistischen Weltvizzanisation umsajit gedanklich sowohl wie politiseli die ganze Spänne zionistischer Wirkungsmvglichkeit überhaupt. Svkolviv stammt aus dem kleinen polnischen Ort Wyszvgvd bei Plvck, aber von früh an ist nichts von. Kleinheit und (Ätge an il>m. Mit dein luwer» brauchten und ungebändigteu Wissensdurst der besten Menschen seiner -Lerknnft sucht er die europäische Geisteswelt und bewältigt sie, - indem er sich ihr öffnet. In seinen literarischen und wissenschaftlichen Arbeiten schlägt er die Brücke zwischen ihr lmd den Pkenschen seiner Gelleration, die sich soeben ans den Fesseln des Ocstlichen Ghettos zu lösen beginnt. Sokolow selbst prägt diese schicksalhafte Begegnung zwischen mittelalterlich-starrem Judentum und europäisch - »enzeitliclier Geistesfreiheit zu in Zionisten. Er schließt sich bald nach dem ersten Zionistenkongreß der Bewegung an, wird Generalsekretär. Mitglied des engeren Aktionskomitees. Präsident der ziuiiistischen Weltorganisation. Als 1035 wieder Weizmann dieses Amt übernahm, wurde Sokolotv zum Ehrenpräsidenten ernannt. Aber diese äußeren Fortschritte auf der Stufenleiter der ziomslischeu Hierarchie erschöpfen die Bedeutung des 'Mannes auch nicht annähernd. Denn sie sind errungen und ansgesüllt durch eine enorme Arbeitsleistung ans allen Gebieten der Politik und Publizistik und in allen Ländern Europas. Svkvlow. der eine unwahrscheinliche Zahl von Sprachen fließend beherrscht. ist neben Weizmann der Diplomat der Bewegung. An den diplowatischen Bor- .arbeiten zur Balsonr-Teklarativn-ist er hervorragend beteiligt gewesen. Seine Zn» sammenarbeit mit Weizmann ist seit damals so eng, daß Weizmann einmal von ilzm sagte: „Wenn ict> von il)>n spreche, ist es nur beinahe, als spräche ich von mir selbst". In dieser Zeit, der die Bewältigung im* 0 geahnter geistiger und praltischer Probleme aufgegeben ist, braucht der Zionisnius 'Männer, die Wissen. Leistung und Tradition in sich vereilngen ivie 'Itachnm Svkvlow. Wenn Verehrung und Liebe Kraft zu geben vermögen. wird er noch lange jngelldfrisch an seinem Platze wirken. bi. An Stelle des verstorbenen Lord Reading ist Sir Herbert Samuel zum Präsidenten der Palestine Electric Eorpvration lßintenberg Elektrizitäts-Werk) gewählt worden. ' Ter Ehrenpräsident des Jviiit Distribntion Evmitees F e l i r '.>>!. a r b n r g hat anläßlich seines-05. Geburtstages an, 14. Januar Glückwunschtelegramme und -Schreiben aus allen Ländern der Welt erhalten. War» bürg erklärt/ er beabsichtige seine Tätigkeit auf jüdisch-öffentlichem Gebiet svrtznstlhren- I. P. Morgan & Ko. In Presseberichten über die Berhandlnng des amerikanische», Senatsänsschusses zur Untersuchnng der Munitionssaörtkation und den Mlinitionshandel wird gelegentlich das „jüdische Hans" I.' P. 'Morgan L Eo. erwähnt. Diese Angabe beruht ans einein Irrtum. In amerikanischen jüdischen Kreisen iveiß man seit langem, daß das Haus I. P. Nlorgan niemals einen j ü d i f ch e il P a r t n e r hatte, sondern Immer daraus achtete, p u r i t a n i sch e Geschäftsinhaber zu besitzen. 'Auch unter den leitenden Beamten des Hauses haben sich keine Juden befunden, so daß das Hans I. P. Morgan den Rin' einer antisemitischen Haltniig zzeivonnen hat. Das „Handbuch der Jndensragc" von Theodor Fritsch führt übrigens die Firma I. -P. Morgan nicht auf. Hauptsclirifllr-iter: I)r. ‘ A I f r <• 4 •ritel/vertr. und v*>raiit\vY»r'tIn-h fuF di« 'Aufuatim« von Uildorn: I,r. M;i r ■; a r t K d <■ i h i in. Verantwortlich für Sjiort: . 1)r. K r n s t C,; Lowiinth.il, .-.anitlich in ßer.iri. Für RuckMindun^ unvi-rl.-in^UT Ein- -•.-ndung»*n ir.t Frciunisi-hln^ dor Anuiid vf-runuvorlJii-h fnr di.-n Inhalt der Anzeigen: F r i e d r i h N itliin, Hi-r!in. DA IV. Vj. 40 (KXI. Fi. 5. Verlag: Contralvciein deutscher Staatvbürger judi-ehen »iauheti«- e. V.. Rf-rlin \V 15. Eniwer Str;