Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 2 (9.1.1936)
- Date
- 1936-01-09
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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.von der N I R .v/',-wa!b-l--'» -G,-!d<-'r. die im wesentlichen 'durch. Ausgabe von. Aktien und Obligationen beschafft -vvfr«J*;u. Ein weiteres Moment der Sicherung ist darin 7.u - erblicken, 'dass die NIR, 'ehe« durrli die "r\vü)mb:n organisatorischen Y.usammenhnnge, über ein«; intime Kenntnis ihrer Schuldner, d> r landwirtschaftlichen Arbeitersiedlungen, verfügt. Dabei handelt es sirb . "durchweg-um Siedlungen, die mit ausgehildetem Mensrhenmaleri;)!, gestützt aus den Erfahrungsaustausch, die Kontrolle lind die ■Gemeinschaftseinrichtungen. einer grossen Organisation arbeiten. Als Geldnehmer kommen - ausschliesslich landwirtschaftliche Betriebe mit ge rn i s c b I e r Wirtschaft in Frage.- so dass also die ganze "Problematik des einseitigen Orangenbaus oder sonstiger Monokulturen ans dem Kreditrisiko'' ausgeschaltel ist. Da“ gerade die Produktion dieser Zweige (Vieh- und Geflügelhaltung, Obst .und Gemüse sowie Ackerbau, allenfalls in Verbindung mit dein Ci-ruspardess) noch weit hinter dem Inlandsbedarf zurückbleibt, stehen der jüdischen Landwirtschaft noch gewaltige Absatz-, reserven zur Verfügung. Sieht, man von dem allgemeinen Aut'baurisiko ab, das natürlich jeder Wirtschaft, -und besonders einer so jung, n, au haftet, sc kann inan sagen, dass die im Aiifn.ni befindliche jüdische Landwirtschaft nach menschlichem Ermessen noch eine lange Peiiode des Aufstiegs vor sich lud. Neben der sorgfältigen Auswahl der einzelnen Kreditnehmer ist aber auch der V'erwen- . <1 u-n.-g.sz weck des Kredites für die Sicherheit, bedeutsam. ' Alle Darlehen werden .mit ausdrücklicher /.weckbeslimmung . gegeben', so fiir die Entwicklung neuer Produktionszweige, fiir Anlagen zur Intensivierung des Betriebes oder für Einrichtungen, die der Wirtschaft die Aufnahme neuer Siedler ermöglichen. Zehntausende von. Pfunden wurden fiir die Einwanderer aus Deutschland oder fiir die deutsche Jugemlalija auf diese Weise zur Verfügung gestellt, sei es durch. Vorbereitung neuer Siedlungen, etwa im Emek Cliefer. oder durch Erweiterung bestehender Punkte. Zu einem erhel)ii>-heu Teile dienten diese Gelder zu Sachinvestitionen, zur .Anlage von Brunnen, Errichtung von Gebäuden, Beschaffung C.-V.-Leser trinken nur den Kaffee, Tee, Kakao dar Camajo Kaffee GroDrösterei Bremen 4 Vertreter werden noch eingestellt von Geräten usw. Soweit wie möglich wurden diese Materialien auf dem Trarisferwege aus Deutschland beschafft, und damit deutschen .luden die Ueberfülming und produktive Anlage Ihres Vermögens ermöglicht ' Berücksichtigt man den gewaltigen Warenbedarf der Siedlungen, Siedlungsverbände und Institutionen, die mit der NIR organisatorisch verbunden sind, so erkennt man, dass gerade dieser Teil des Geschäftes noch sehr ausbaufähig ist. Last not least ist endlich die bankin ä ss i g e Sicherung der von der NIR aufgenonimenen uml ausgegebetien Gelder zu untersuchen. Zwar ist die Malbjaliresbilanz per MO. .liiiii inzwischen bereits überholt; die Bilanzsumme beträgt heute bereits rund 259 001) LP und zeigt eine starke Tendenz zu ständigem weiteren Wachstum. Pa sich aber der Umfang und nicht die Struktur des Geschäftes wesentlich geändert hat, gibt schon eine Analyse dieser Ziffern wertvolle Aufschlüsse über Rentabilität uml Kreditsicberheit, also die beiden Kernfragen, mit denen sieb auch ein gewissermasseu gemeinwirtschaftliches Unternehmen auseinandersetzen muss, sobald es -privates Kapital zur Beteiligung heranzieht. - ' Kroditsirherlieit uml Rentabilität sind natürlich bei einem solche» Unternehmen voneinander abhängig. Die Verwaltungsspesen sind unerheblich, dagegen könnten natürlich Ausfälle oder Rückstände beim Eingang der Zins- und Tilgungsraten die Rentabilität beeinflussen. Die bisherige Erfahrung hat min gezeigt, dass die Ausleseprin/.ipieu sich bewähren. Nach dem Zahlungseingang au de,, beiden gross.-,, Eälligkeitsterminen in der Mitte dieses Mahres kann praktisch von ein.-r hundertprozentigen Kreditsicherheit gesprochen worden. Was den K a p i t a 1 e r t r a g „»betrifft. , so , habe» die Obligationen der Gesellschaft einen laufenden Zinsanspruch von "4 Prozent, die Vorzugsaktien einen 'kumulativen (tiarhzahltingsbererbtigten) Dividomiehansprurh von 5,Prozent, während'die Släiiunaktion, die. sich nicht, im- Besitze des Publikums befinden, aiisser Ansatz tilcibeu können.' Kür die Gesamtheit des arbeitenden Kapitals'muss'also im Durchschnitt ein Ertrag von 4 Prozent heraiisgewirtschaftet werden. Demgegenüber sind die Ausleihungen der NIR auf eitn-ni Du.ivhschniltssatz von 7 Prozent äufgehnul,' so dass die Ziuseintiahmen, die normalen Zinsverpflichtungon ohne weiteres decken. Wenn auch der NIR-Kredit novh ifiimer billiger ist als der .gewöhnliche Bankkredit iu Palästina, so ist doch de,- ZinshiSs von 7 Prozent für die Landwirtschaft ausserordentlich hoch und nur dadurch tragbar, M.;-s der NIR-Kredit nur einen Spitzenhetrag deckt, der im Rahmen der Gesamtverschuldung der einzelnen Wirtschaft nur eine verhältnismässig unbedeutende Rolle spielt. Wesentlich ist in diesem Zusammenhang endlich die Feststellung, dass die von der NIR an.— geliehenen Gelder durchweg etwa sieben Mahre früher zür Rückzahlung fällig werden, als die von ihr aufgenommenen Anleihen. Es ist also ei» Spielraum' vorhanden, der selbst'.bei etwa i gen' Stockungen rp-n Obligationär sichert. Ein Schönheitsfehler d>-r. Bilanz ist es, dass ein offener R e s e r v e f o n d s ’ no eh nicht besteht und siatütengemässc erst im Laufe der Zeit aus den Gewinnen gebildet werden soll. A ber, es, gibt eine Krsatzsidieruiig. Die .Stammaktien,-d.ie sich-in den Händen gemeinnütziger Institutionen befinden, sowie die Grunderaktien haften vor den Vorzugsaktien und diese wieder-' - uni vor den Oblieationpu, Das ■ Vorzugskapital wird also gleichsam durch eine Reserve von ÖÖ Prozent gedeckt, denn vor den MS 000 LP •Vorzugsaktien. .stehen*.'18 090 LP Etamin- und ,0000 LP Grunderaktien.. Und erst'wenn ausser, den Stamm- und Griinderaklien auch noch diese,. Vorzugsaktien verloren sein sollten, könnte an die ütiligationeii ein Verlust Irerautrelen. Die 87 000 LP Obligationen sind also durch ein Garantiekapital von 00 Prozent des Anleihebefrages gedeckt. Auch seit dem Stichtag, auf dem diese Berechnung beruht, wurde darauf geachtet, das Zahlenverhältnis nicht ln einem für die Sicherheit der Vorzugsaktien und Obligationen entscheidenden Umfang zu verschieben. Bei den inzwischen durchgefülirten Emissionen wurde stets der Grundsatz befolgt, nach Möglichkeit alle drei Gruppen, also Stammaktien, Vorzugsaktien und Obligationen zu vermehren. Neben den 61.000 LP Aktien der Zwischenbilanz— heute sind es bereits 00 000 LP — und den 87 000 LP Obligationen, deren grösster Teil eine Laufzeit von 15 Mahren hat, besteht, in der Bilanz noch ein Kreditorensaldo' von 15 000 LP, während von den sonstigen Verrerhnungs- und Diircligangskonten abgesehen werden kann. Den weitaus grössten Aktivposten bilden dio Darlehen an landwirtschaftliche Betriebe, Sied- Die Zertifikatsfrage Von unserem Palästina - Ko rre $ pond enten Tel Aviv, den L Januar 1036. Mit ungewöhnlicher Verspätung hat die Palästina-Regierung erst jetzt die Zahl der Zertifikate für das am Ml. März endende Halbjahr bekaiiiitgegehen (wie bereits iu der CV-Zcitung Nr. 1 vom 3. Januar gemeldet wurde. Die Schriftleitung). Sie.beträgt 3250, das niedrigste Kontingent, das in den letzten Jahren für die Arbeitereinwanderiing bewilligt wurde. Welchen Rückschritt diese Ziffer bedeutet, zeigt eine Uebersicht über die „Arbeilcr-Scbedulen“ der letzten drei Jahre. Dio Schednlen, die jeweils für ein halbes Jahr festgesetzt werden (S — Somnierhalbjahr April-September, W Winterhalbjahr Oktober—März) betrugen: 8 193a W1HH3-34 S 1934 W 10*4/33..- 'S'li):3 WM035 36 5500 ' 550!) 6800 . 7500 8000 3250 Wie bekannt, ist die neue Seliedule schon mit einem Vorschuss von 1000 Zertifikaten belastet, der bewilligt wurde, als sich die endgültige Zuteilung immer weiter verzögerte und ein völliges Vacuutn einzutreten drohte. Ausser diesem Vorschuss stehen jetzt also nur noch 2250 neue Zertifikat«- zur Verfügung. Die aus.senpolitiec.he Lage — ahessinischer Konflikt und MiUelineerspanliling — kann nur das lange Zöger n des High Gommissioners erklären. Die B e m e s s u n g der Quote aber muss allem Anschein nach auf iiuier- . politische und wirtschaftliche Erwägungen der Mandatsregierung zurückgeführt werden. Es ist in'Palästina schon .beinahe--zur Regel geworden, dass jedesmal' lxü Bekanntgabe der neuen Zertifikate — möge die Gesamtzahl auch' noch so weit hinter den Forderungen der Mewish Agency uml den Bedürfnissen der jüdischen Siedlung Zurückbleiben — ein Proteststurin der arabischen Nationalisten losbricht. Vielleicht wollte der High Uommissioner in Anbetracht der allgemeinen nationalpolilischen Gärung im Mittleren Osten uml in Anbetracht' der besonderen palästinensischen Spannung, die durch den Entwurf über die Schaffung eines gesetzgebenden Rates (Legislative Council) ausgelöst wurde, derartige Ausbrüche diesmal. vermeiden. Denn mit Ausnahme der Partei d«v früheren Jerusalemer Bürgermeisters Nash n h i b i, der mit allerlei Vorbehalten den Regierungsvorschlag für wenigstens diskutabel erklärt, spiizen sich die Ueherlegungen und Diskussionen auch in den arabischen Kreisen, immer deutlicher zu einem schroffen „Nein“ zu. Man verweist, in diesem Lager darauf, dass die Engländer in Aegypten und die Franzosen , in Syrien im Begriff seien, den arabischen Forderungen durch einschneidende Verfassiingsreformen Rechnung'zu tragen; demgegeniiber sei die d«-u palästinensischen Arabern wrgeschlagene Konzession nur äusserst mager, zumal man dom .'gesetzgebenden Rat, der in Wirklichkeit nur ein über Gesetze diskutierender Rat sein werde, die Bestimmung. über Laodverkäu’fo und Einwanderung vorenthalten habe. Eine arabische Zeitung wollte wissen, dass die ganze Aktion überhaupt nicht im Interesse der palästinensi- 'Cfceu Araber erfolgt sei, sondern, dass der Vicekönig von Indien darauf hingewiesen habe, welch guten Eindruck auf die indischen Mohammedaner man durch eine solche englische Konzession an die arabischen Mohammedaner hervorrufen könne. Interessant ist es in diesem Zusammenhang, dass durch Erlass des Königs von England soeben die Amtszeit des gegenwärtigen High Commissiqners Ge nerallcntua.nt Sir A r t li u r Wauchope aufzehn- Jahre, also bis 1941, verlängert worden ist. Sir Arthur erhält somit die bei den heutigen Wirren besonlergrnpperi und Tnsfilutioncn mit zusammen 147000 LP. davon 55000 mit t uor.Laufzeit bis zu fünf Jahren, 86 000 LP mit .einer-Laut zeit bis zu-zwölf Jahren und der Rest kurzfristig. Ausserdem sind 45 000 LP 'K.assoiibestamJ und Bankguthaben -sowie ein Wechs-?portcf«-uille von 11000 LI) vorhanden, so dass nach dem Zwisciienstalus ein sehr erheblicher Teil der durch die Anleihen ätiiuenammeneii Gelder in flüssigen Mitteln erster Ordnung bereitliegt.. .D.m an lalidwirlsciiaftliciie-Schuldner.gegebenen Kredite werden zusätzlich - noch. duTch. Wechsel, Hypotheken oder Verpfändung gewisser Ein-, ’nahmem 'so,-z. B.-der Forderungen an die Tetuivah aus' der Ablieferung der Erzeugnisseder , Wirtschaft, gesichert". Trotzdem hat ,uie GesMl- >chätt mir einen Teil ihrer Gelder, unmittelbar an lairdwirlschaftliclu- Betrieb«- aUsgeliehen. Mehr "als ein Drittel der Darlehenssumme wurde nicht an einzelne Wirlschaften gegeben, sondern an finanzstarke Zentra linst itutionen, die ihrerseits diese. Gelder für kolonisatorische Zwecke verwenden. Dadurch ergebt sich eine verbesserte Risikoverteilung und, soweit diese Gross-Schuldner- Wechsel geben, auch eine Stärkung der Liquidität. , Durch diese Fundierung der'NIR-Emissionen ist auch die -Voraussetzung fiir eine Einführung in*den offiziösen Te]-Aviver Börsenverkehr geschaffen,. die demnächst bei Bedarf erfolgen soll. Gerade wenn — was im Interesse der deutschen Ali ja und der palästinensischen Landwirtschaft' durchaus erwünscht wäre — der Umlauf an.NTK- Papieien sich vergrössern sollte, ist es nützlich, einen richtigen Markt für dies«; Emissionen zu schaffen, der -eine pflegliche-Kursgestaltung erlaubt'•.'und durch zuverlässige Kursveröffentlichungen dem Inhaber einen Wertmesser in die Hand gibt. dera' wichtige Möglichkeit, eine, stetige und auf lange Sicht berechnete Politik zu führen. Aber neben der Politik hat, wie schon angedeutet, wohl auch die Beurteilung der Wirtschaftslage bei der niedrigen Bemessung der neuen Arbeiterquote . eine Rolle. gespielt. Die britische Wirtschaftspolitik in Palästina ist ausgesprochen . konservativ. Man..hat' die Prosperity nur sehr zögernd mitgemaebt. Die Zuteilung der Zertifikate soll nach der Aufnahmefähigkeit des Landes erfolgen. In der Regel blieb die Schätzung der Regierung. über diese wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit um 50 bis 75 Prozent hinter den Schätzungen der Jewish Agency zurück, und es bedurfte stets langer . Verhandlungen, um wenig-. stens eine kleine Zulage zu erhalten. Bankenkrise und politische Ungewissheit liefern jetzt der Regierung ein Argument, zu der niedrigen früheren Basis ihrer Schätzungen zurückzukehren. Dabei muss mau sich immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen, dass in Palästina Arbeitslosigkeit sehr.oft eine Folge des Arbeiterman- Nicht nur, weil eine Marke Arbeiterschaft wirksamer gegen die Beschäftigung arabischer, besonders der aus nicbtpalästinensi6cben Ländern kommenden Wanderarbeiter in jüdischen Unternehmungen oder bei der Regierung auftreten kann, sondern auch aas zwei wichtigen intierjüdischen' Gründen. Auch dio. vorige - Exekutive, die ’ ebenfalls der Arbeiterbewegung nicht fernstand, hat zuiregeben, dass der Arbeitermangel ein ungesundes- Lohnniveau geschaffen habe und dass dadurch der Aufbau gerade in den besonders produktiven Wirtschaftszweigen gehemmtworden sei. Ausserdem aber ist die Einwanderung auf Zertifi- ’kat „C", also die .Einwanderung von Menschen ohne Kapital, aber mit besonderer beruflicher, Eignung, der einzige Teil der ganzen Einwanderung, der von den zentralen jüdischen Instpuzen gesiebt, gelenkt und beeinflusst werden kan». Wenn auch die Kräfte, die einen solchen Einfluss ausüben könnten, heute noch recht unentwickelt sind, so ist doch bei der Planlosigkeit und Kichtungslosigkeit, die sich vielfach bei änderen Teilen der Alija und bei deren'•wirtschaftlichen Massnahmeu findet, eine gewisse Lenkung unerlässlich' zur Sicherung der Produktivität des gesamten Aufbau«-. Im übrigen hätte es die Regierung selbst in der Hand, etwas für die Unterbringung der jüdischen Arbeiteralija zu tun, wie es ja auch zu ihren im . Mandat verankerten Aufgaben gehört. Die Zahl der jüdischen Beamten, Arbeiter und Angestellten im Regierungsdienst . entspricht noch immer nicht dem jüdischen Anteil au d«-r Ge.-amtheVölkern»g des Landes. Amtlich wird bekanntgegeben, da»s im Monat November 1935 4212 Juden nach Palästina eingewandert sind. 562 von ihnen gehörten der Kapilalistenkategorie an. Die Gesamtzahl der jüdischen Einwanderer des Mahres 1935 beträgt, wie der Jüdischen T e 1 e g r a p h e n - A g"e n t u r (JTA) mitgeleiU wird, rund 59.000, Das neue Palästina-Einwanderungsgesetz verkündet Das neue Palästina-Einwanderungsgesetz. das illegale Einwanderung und Beihilfe zu ihr unter strenge Strafe stellt, "ist am 1. Januar von der Paläsfina-Rögierung verkündet' worden. Die jüdische Presse protestiert aufs schärfste gegen das Gesetz, das illegale Einwanderung sowie Beihilfe zu ihr unter "strenge Strafe stellt. Die Zeitung erklärt, das Gesetz sei inhuman und werde deshalb nicht befolgt werden. Legislative Council Die offizielle Zeitschrift der Zionistischen Organisation „N e w .1 u d e a“ belässt sich in ihrer soeben erschienenen Ausgabe mit dein Legislative Council int 'Zusammenhang mit der ablehnenden Haltung der Araber züm Palästi'na- ^Mjindat. Eje führt hierzu aus: D-ii Müden bleibt' kein Weg als die A h le b n u n g des -geplanten Le g i s 1 a t i v e;C d u n e i L übrig. Bei ihrer Forderung nach, «'mehr Legislative Council haben die Araber nur ein Ziel inv Atme: dem Jüdischen Natiouälheiiu - ein Ende zu machen. Und. man muss ihnen zugestehen, dass'sie in dieser Beziehung ganz aufrichtig sind.:'Eie-erklären offen, ihre Opposition gegenüber der Grundlage-der palästinensischen Verfassung , — ' dem Palästinar.Mändat — und alles.! was daraus folgt. Ein -Legislative Council mit einer Mehrheit, die kategorisch die Verfassung des Landes ablehnt. ist eine seltsame Anomalie. Die Mandatarmacht ist in einer Sitzung der Stäiidigeu- Mandatskommission vor einem solche» Experiment gewarnt werden. „Selbstverwaltung durch die Araber“, erklärte Professor Kappard, „muss notwendigerweise aufgebaut sein auf der Anerkennung der Verpflichtung, das Jüdische Natioualheim zu errichten. Solange die Araber diese Verpflichtung nicht anerkennen, muss Palästina notwendigerweise unter der unmittelbaren -Verwaltung der englischen'-Regierung verbleiben.“ Der Unterstaatssekretär für die Kolonien, der die Mandatarmacht vertrat, schloss sich dieser Ansicht durchaus an- „Die jetzt ziim Ausdruck gebrachten Wünsche der Araber“, erklärte Dr. Driiiiunond Shiels, „können auf Grund der Bestimmungen des Mandats nicht erfüllt werden, und solange die Araber nicht geneigt sind, auf «'inen modtts vivendi einzugehen, der die-Verpflichtungen der englischen Regierung auf Grund des-Mandats in Rechnung zieht, müssen Verhandlungen mit dem Ziele der Eiu- * führung von Selbstverwaltungseinriehtungen notwendigerweise vergeblich bleiben.“ Die Regierung — so heisst es am Schluss des Aufsatzes — hat. wie man annehmen muss, Gründe für die Annahme, dass die Haupt Verpflichtungen des Mandats von den Arabern werden anerkannt werden. Die Juden haben keinen vernünftigen Grund für eine solche Annahme. In'einem in der „Y o rk.sb-i re Pos t" veröffentlichten Artikel erklärt 'der Hauptschriftleiter der dem Kolonienministerium nahestehenden Zeitschrift „Great Britain and the East“. Kenneth Willi :i m s. der Legislative Council werde ungeachtet der Opposition der Zionisten eingesetzt werden. Dizengoff wieder Bürgermeister von Tel-Aviy In der ersten Sitzung des neuen Tel-Aviver Stadtparlaments ist, wie zu erwarten war, M e i r Dizengoff wieder zum Bürgermeister von Tel-Aviv gewählt worden. Er bezeichnete es als seine Hauptaufgabe, für eine arbeitsfähige Koalition zu sorgen. In einer weiteren Sitzung des Stadtrats von Tel-Aviv wurde nach längeren und schwierigen Verhandlungen die Wahl von zwei Vizebürgörmeistem vorgenommen. Zu diesem Amt wurden der frühere Vizebürgermeister und Vertreter des rechten Flügels im StadtraR Ingenieur Rokeach, und der Vertreter der Histraduf Dov Hos. Generalsekretär der Arbeifergewerkschaft, berufen. Beide Vizebürgermeister werden in der Führung der städtischen Verwaltung gleichberechtigt sein. Die Wahl Dizengoffs wurde von der Palästina-Regierung bereits bestätigt. Kurze Nachrichten Nach der Weihnachtspause, die mit Rücksicht huf die UeberfülJ.ung des Marktes durch die Feiertagseindeckungen regelmässig iu Ernte und Vers a » d der palästinensischen C i t r u s- ,f rächte eingelegt wird, haben die Citrusauktionen in England wieder begonnen. Die hei der letzten Glasgower Auktion erzielten Preise zeigen eine Besserung-gegenüber dem Stand vor den Feiertagen, die durch.eine leichte neue Absclnvächuiig zum Wochenende nicht ganz aufgehoben wurde. Durch die Zollsenkungen ,iji Oesterreich und der Schweiz sowie durch das' neue Abkommen mit Deutschland haben sich die Absatzaussichten gebessert. Eine Bundesgetiossin finden die palästinensischen Citrusexpor-. teure jetzt in der englischen Schiffahrt.. 37Prozent der palästinensischen Citrusausfuhr nach England werden auf britischen Schiffen befördert, und „die Reedereien bemühen sich, diesen Geschäftszweig auszubauen.' Die ,.P alostine Pos t“, die englischjüdische Tageszeitung Palästinas, macht sich den - Scherz, in grosser,- kalenderförmiger Aufmachung die Tage zu zählen, die seit dem amtlich angeküiidigleu Termin für den Beginn der Wasser- '■y liefertingen von Ras el Eju nach Jerusalem verflossen sind. Der erste Januar war "der 61. Tag der Fristüberschreitung. Die Leitung ist zwar seif einigen Wochen, im wesentlichen, theoretisch fertig und es wird auch täglich versuchsweise einige Stunden Wasser gepumpt, aber täglich stellen sich neue Schäden und Mängel heraus, die eine Wasserlieferung an die Einwohner von Jerusalem unmöglich machen. Der „Magen David A d o m“ (Roter Davids-Schild), die Tel-Aviver- Organisation für erste Hilfe, hat ihr soeben fertiggestelltes neues, modernes Gebäude bezogen, nachdem sie bisher in äusserst primitiven Baulichkeiten ihre intensive und segensreiche Tätigkeit ausgeübt hat. Anlässlich der Eröffnung der ersten höheren jüdischen Schule für Mädchen in London hielt Lord Strabolgi (früher Commander Henworthv) eine Ansprache, in der er darauf aufmerksam machte, dass England es der Errichtung des Jüdischen Nationalheims in Palästina zu verdanken habe, wenn es heute in Haifa einen sicheren Stützpunkt' für seine Flotte he-