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Central-Verein-Zeitung · 1936-01-09 · 2 (9.1.1936) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
2 (9.1.1936)
Date
1936-01-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Neun Herschcl Jude gewesen ist., Hier liegt eine Verwechslung mit der Juristenfamilie Herschell vor. die von einem getauften Juden- Missionar abstammt.' Ebensowenig ist der Erfinder des Segelslugs Otto Li.lienthal Jude oder jüdischer Abstammung .gewesen. Tie Familie ist schwedischer Herkunft. Auch der große Geologe Eduard von S u e ß war reiner Arier. Dasselbe gilt von dem' berühmten Althijtoriker der Äerliner Universität Eduard Meyer, von dem Mediziner David, von Ha ns e mä n n, von dem Anthropologen Felix von Luscha n. den Medizinern Ernst Salkowski. . Ludwig Asch hoff. Paul G r ä w i tz. dem Physiologen Pflüger. und dem bekannten Popularisator. Wilhelm M. M e her (Urania-Meyer). Ein Unrecht ist es. den Professor - Hans von B a e y e r als getauften Juden zu bezeichnen, er ist der Enkel eines Halbjüden. Ebenso geht es Nicht an. Sven f»ebin ohne weitere Bemerkung als Juden zu ringen, er hat ein Sechzehntel jüden Bliites. das heißt, er ist zu 93,/5 Prozent arisch. Auch Max Dessoir ist nur Vierteljude. Während bei dem großen Chemiker Viktor Meyer die Taufe nicht vermerkt wird, wird der ungetanste Physiologe Ludimar Hermann als Täufling bezeichnet.. Ueberhaupt herrscht hier eine große Unsicherheit und Lückenhaftigkeit. Bei den Aerzten finden wir Johann Jako by, Raphael Ko sch und Max Nordau eingereiht. Männer deren Bedeutung doch nicht darin lag. daß sie einmal Medizin studiert hatten. Allzu, oft finden wir lapidare Angaben wie Schwarzmann aus Ruß. land. Großmann aus Rumänien. Löbel aus Ru» , mänien. Radovici aus Rumänien. Damit ist nichts anzufangen. Den amerikanischen Teil habe ich nicht nachprüfen können. Hier kann ich nur bemerken, daß es zweifelhaft ist. ob der bekannte Polarforscher Jsaac Israel Hayes dem Judentum angohörP hat. Tie Vornamen besagen gar Der Verfasser hat seinen Listen der jüdischen Gelehrten eine allgemeine Einleitung vorausgeschickt. bei der mir auf Seite 17 ein Satz ausgefallen ist: „In Norwegen und in den skandinavischen Ländern ist der Jude bis auf den heutigen Tag nur eben geduldet, und umn findet dort sehr wenige von unfern . Glaubensgenossen." Hier scheint dem Verfasser völlig entgangen zu sein, wie die Stellung der Juden in Dänemark. Schweden und 'Norwegen tatsächlich ist. Die Arbeit gehört in die Gattung apologetischer Literatur, die sehr oft das gerade nicht erreicht, was sie erreichen will. In dem Bemühen, zu verteidigen. übernimmt sie sich und gerät in das Sichberühmen hinein. Die vielen Fehler, die dabei unvermeidlich sind, schädigen dann die Sache, der man dienen tmlf.. Wenn das Werk umgearbeitet wird, könnte es brauchbar werden, denn es/enthält viel Rohstoff. 1 Dr. Hans Kalisch Ein neues Chorwerk Hugo Adlers, de- Ätannheimer Komponisten, erscheint demnächst im Verlag von M. W. Kaufmann. Leipzig. Im Vorwort, das viersprachig (hebräisch, englisch, französisch und deutsch) geschrieben ist. stellt sich der -Komponisb die Aufgabe, mit diesem Werk, das er. r.Schirah.Chädaschah" mit dem Untertitel „Massecheth makheloth iwrith" (hebräische Cliorsuite) nennt, einen grundlegenden Beitrag zur Klärung und Vertiefung eines neuen hebräischen Musikstiles zu geben. Nachdem Adler in seinem letztem Werk „Zehn jüdische Lieder" eine Besonderheit im Liedstil bewiesen hat. darf man auf dieses neue Chorwerk nach so kurzer Zeit mit Recht gespannt Er war seinen Schülern ein Vorbilds als Lehrer und Mensch, und er bleibt uns allen.He wir mit ihm znsammengearbeitet haben, ein Vorbild in feiner treuen, stets tatbereiten Gesinnung. So werden wir immer an ihn denken. K. X. Brasilien, / Land der Möglichkeiten? Zu dem Buch von Peter Fleming: „Brasilianisches Abenteuer“ Ein junger Engländer. Peter F l e m i n g. sportlich, draufgängerisch. cwenteuerhuNgrig. beawt ' sich mit einer Erpeditron in das Innere Bra- '• .siliens, um nach den Spuren des Oberst Fawcett u suchen,- der vor" Jahren in den Dschungeln des : lmazonas spurlos verschwunden ist.- Er schildert seine Erlebnisse in dem Buch ..B r a s i l i a n i - s ch e s A b e n t e u e r". das in deutscher Uebersetzung irn E r n st Ro wo h lt.-Verla g.Berlin, erschienen, ist. - -/ V : Von vornherein ist Ulan Nlißtrauisch gegen Bücher, die von unbekannten Fernen, handeln, in denen von fremden Menschen, von fremdem Land und frenrdem Leben berichtet wird, und die dabei den Anspruch erheben, mehr als bloße Unter^ Haltungsware für v-Zugfahrten und Frühstückspausen zu sein. Wie kann man kontrollieren, was hier geschildert wird? Fehlt nicht zur Bewertung das eigene Erleben, die eigene Erfahrung? Tech Autor schreibt selbst: „Das Leben war immer gefährlich nahe an den Seiten der Bücher. welck)e die Verleger unter dem Titel „Reisen und Abenteuer" anzeigen." Wir müssen uns also entscheiden: Haben wir Vertrauen zum Verfasser oder nicht? Am «chluß der an Abenteuern, an Enttäuschungen und Entbehrungen reichen Reise macht sich Peter Fleming, wieder nach - England zurückgekehrt, einige Gedanken über dieses „brasilianische Abenteuer". Sachlich sind diese Betrachtungen, kühl./ leicht ironisch, klug und frei von jedem Pathos — wie das ganze Huch. Und er kommt zu dem Schluß: „Es gibt Umstände und Tage der Rückschau, an denen die Wirklichkeit nicht so weit wie üblich entfernt zu sein scheint. Für mich waren jedenfalls einige Tage und Umstände, die ich beschrieben habe, von dieser Art. . Auch wir kommen, wenn wir die aufregende und zugleich angenehm lehrreiche Reise durch Flemings Buch beendet haben, zu diesem Ergebnis. Was wir da lasen, war der Wirklichkeit ganz nahe, das spürten wir. und deshalb haben wir Vertrauen zu diesem Verfasser. Die Frage, weshalb wir von den vielen Reise- Büchern. die ständig auf dem Büchermarkt erscheinen. gergde das von Pct^r Fleming herausgreisen und in diesen Spalten empfehlen, ist nicht allein damit beantwortet, daß des Autors Bericht in jedem vsinne eine mustergültig reizvolle Reiseschilderung ist. Wir haben gelernt, die Länder der Erde unter dem Gesichtspunkt zu betrachten, ob sie für Auswanderung und Änsiedlung geeignet . sind;, daher ist es besonders wertvoll und wichtig für uns. die Anschauungen eines Menschen kennenzulernen, der unvoreingenommen. wach und hellhörig und mit gesundem Menschenverstand ausgerüstet ein solches Land durchstreift und darstellt. Seine Schilderungen von Ereignisien und Vorgängen sind zugleich Spiegel des brasilianischeu Lebens in all seinen Erscheinungen: Landschaft. Klima. Wirtschaft. Kultur, und vor allem Psychologie der brasilianischen Menschen. Auf die beliebte Methode der Berichterstatter von Boulevard-Blättern, nach ein paar- Interviews, mit Ministerpräsidenten. Portierfrauen und Landwirten die Mentalität eines Volkes abschätzen zu wollen, verzichtet Fleming grundsätzlich. Er schildert die Menschen so, wie sie ihm in Wechselreichen Zufallssituätionen entgegengetretcn sind. Auf .Allgemeingültigkeit erhebt er mit seinen kritischen Bemerkungen keinen Anspruch. Dennoch sind seine Beobachtungen, und mehr noch -die Ersahrungen. die er bei monatelangem Aufenthalt in Brasilien machte, wichtig für jeden, der sich mit der Absicht der Auswanderung nach llebersee befaßt. Ist Brasilien wirklich ..Land der Möglichkeiten?" Fleming kehrt nicht den Experten hervor und will .nicht „beraten". Er macht auch kein Hehl daraus, daß seine Eindrücke subjektiv find. Aber unverfälschte «ubjektivität ist oft besser als erzwungene und betonte Objektivität. Auch im Unterbewußtsein besteht bei Fleming nicht die 'leiseste Absicht, durch seine Darstellung irgendwelche Menschen zu praktischen Schlüssen zu ver- .anlassen; Seine Subjektivität ist die. Subjektivität eines, dem .es aus nichts anderes ankommt, als seine Eindrücke so zu schildern, wie er sie — der , Unbeteiligte — empfangen hat. Und so faßt er seine Anichauungen über das Innere Brasiliens. in folgenden Sätzen zusammen: '/ Es gibt/ -das Wort" „Niemand kann in * Brasilien verhungern". . Ich denke, es wurhe' / aber von jemandem qeprägt. der nieiw Inneren. ' gewesen war^ der nie seine. Illusionen über die - . Dschungeln ' ausgetrieben bekommen hatte und . /- alles. Hörensagen -. über die mit solcher sprich-// Wörtlichen Ueppi-gkcit in den.äquatorialen Wäldern wachsenden Früchte. Wurzeln - und Nüsse glaubte. Leider ist dies Plakat, diese Familien- Robinson - Vorstellung, die man sich über das Gebiet macht, vollkommen falsch: während der trockenen Jahreszeit findet sich in der Dschungel jedenfalls nichts Eßbares außer dem. was man dorthin , mitnimmt. Nein, nicht einmal eine Andererseits ist der Bodenfruchtbar und das Klima gut. Alles kann dort wachsen, sagen sie. und ich glaube, sie haben recht. Obwohl ich . nicht weiß, wie sie das behaupten können, denn eine Kultivierung wird nie ernsthaft versucht. Eine Kultivierung wird nie ernsthaft versucht ... Vielleicht begibt sich der englische Schriftsteller Peter Fleming in zwanzig Jahren wieder einmal nach Brasilien und berichtet dann seinen Lesern: Tie Kultivierung ist inzwischen versucht worden — und geglückt! . Heinz Berggrün. Marie-Elisabeth Luders: „Das unbekannte Heer.“ Verlag E. S, Mittler & Sohn, Berlin. Marie-Elisabeth Lüders. als Vorkämpferin für Fräuenrechte und begabte Organisatorin der Frauenarbeit vor 1933 bekannt, hat soeben ein Buch über den Kriegsdienst der deutschen Frauen erscheinen lassen. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht hat diesem Buch einen Borspruch gegeben, in dem er die Opferbereitschast und Pflichterfüllung der deutschen Frauen in den Kriegsjahren 1914—1918 anerkennt. Marie-Elisabeth Lüders gibt in ihrem Werk eine Zusammenfassung all der organisatorischen Maßnahmen, die „Das Frauenheer der Hilfe" und „Das Frauenheer der Arbeit" während der' Kriegsjahre in dem mittelbaren Kriegsdienst der Materialbeschaffung und vor allem der Lebensmittelversorgung und der Fürsorge für Mütter. Kinder und Familien hinter der Front geleistet haben. Das Buch spricht vom Kriege, aber es istkein kriegerisches Buch. Wer diese Zeit aus eigener Mitarbeit und eigenem Miterleben noch/ in feiner Erinnerung hat, der denkt, auch ohne daß in dem Buch Namen genannt sind., vieler Frauen, die heute nicht mehr unter uns weilen. _Es. tauchen. .zwischen den Zeilen viele Gestalten auf. die wir verehrten und deren Andenken wir wachhalten wollen. Dr. M.E. Neue Lesehefte Das 7. Heft in der Reihe der „Jüdischen Lesehefte". die Studienrat Dr. .Adolf Leschnitzer im Schocken Verlag. Berlin, herausgibt. ist dem englisch-jüdischest Dichter . Israel Zangwill gewidmet. „Pictures ok Jewish Life“ heißt der.Titel des als erstes in englischer Sprache herausgegebenen Heftchens. Philipp Aron stein schrieb die Einleitung und versah die Textauswaht mrt Anmerkungen. /AM dem berühmt gewordenen/Roman' von Zangwill „Children of the Ghetto“, bet den jungen Schriftsteller 1892 mit einem Schlage ist der ganzen Welt bekannt machte, sind einige für das Leben im Londoner Ghetto des vorigen/Jahrhunderts besonders treffende Kapitel ausgewählt. -Den realistischen und zugleich ironischen Milieuschilderungen, dem. episch-breiten und behaglichen Tder Sprache merkt man an. daß Zangwill seinen Stil an den Werken von Thackeray und Charlc - Dickens geschult, hat. Neben den Proben, aus. dem , Londoner Ghetto-Roman enthält das Leseheft noch -- einige Uebertragungen Zangwrlls der in' hebräischer Sprache verfaßten -religiösen Gedichte. -Lalomon Jbn Gabirols. ,'- /-/ Dadurch, daß . das neue . Leseheft jüdisches Wissen in einer modernen Fremdsprache vermittelt. die mit Hilfe der Anmerkungen am Schluß selbst Anfängern im Englischen verhältnismäßig leicht zugänglich ist. dürfte es in besonderem Maße für pädagogische Zwecke geeignet sein. H. B—n. In dem Heft „Das Judentum im Weltbild Europas". -1. „D a s Jude n t u mim Welt - bild des Mittelalters", legt Dr. Adolf Leschnitzer den ersten Teil einer sehr interestanten ideengeschichtlichen Untersuchung vor. An den Dokumenten der mittelalterlichen Plastik und Literatur — insbesondere an der Straßburger Synagoge und dem „Spiel vom Antichrist" — erläutert er die eigentümlichen Züge des Bildes vom Juden, die in der Vorstellung des frühen Abendlandes im Umlauf wären. Die.triumphierende Kirche hat die Päria-Existenz des Juden als willkommene Gelegenheit zur Sichtbarmachung ihrer eigenen Erhabenheit benutzt. — Wir sehen der Fortsetzung der Arbeit erwartungsvoll entgegen. Max Diene man n gibt in der Schrift „Liberales I u d e n t u m" in seiner wohlabgewygenen. und überlegenen Art. die wir von jeher an ihm schätzen, einen Aufriß des umstrittenen Phänomens, das man „liberales Judentum" nennt, in seiner gesamten Erscheinung. Ob» wohl er eine zusammenfassende Charakterisierung erstrebt, verschweigt er andererseits nicht jene Momente, die sich in ein Gesamtbild des jüdischen Liberalismus nicht ohne weiteres Einordnen lasten (z./B. die uneinheitliche Haltung in der Frage des jüdischen Nationalismus). Die Ideenwelt. die führenden Köpft, die Entwicklungsgeschichte und Organisationsform werden in prägnanter Weift geschildert, so daß . der Leser auf knappem Räume einen vorzüglichen Ueberblick über das wichtige Thema erhält. F. F. Der Ioachim - Goldstein - Verlag plant die Herausgabe von 25 Heften /einer „Jüdischen Jugendbücherei". Fünf von diesen von Dr. Erich Loewenthal herausgegebenen Heftchen liegen bereits vor. Ihre-sehr, einfache Ausmachung (oft sogar zu einfache: denn muß das Umschlagblatt auch bedruckt werden?), die anspruchslose Form, in welcher der Stoff gegeben wird, verbürgt den^ niedrigen. Preis (25 Pf.), so daß die Hefte' zur Schullektüre gut geeignet sind. Es ist/ ftine '..Jugendbücherei" in... dew Sinne,'daß die Jugendlichen nün selbst nach/ den Büchern greifen und in ihnen spannende Er-' Zählungen finden, es ist vielmehr eine ^schickt und fachgemäß ausgesuchte Zusammenstellung zu pädagogischen Zwecken. ' Daß man bei der Auswahl .manches vermißt, manches vielleicht auch überflüssig findet,- ist selbstverständlich. Trotzdem find diese ersten Hefte ein guter Anfang und die kleine Sammlung verdient, bekannt zu werden. — Die Titel der ersten Hefte sind: ..Rabbinische Weishett und jüdische Parabeln" (Mendelssohn und Herder), „Jüdische Lyrik von Heine bis Werfel". „Kleine Geschichten von Berthold- Auerbach". „Juden im - Gedicht" und „Wundergeschichten" von I. L. Perez. —ein. degegnung Iierbeisüliren wollte, da wehrte er mit jolgender Begründung entschieden ab: „Ich werde vor ihm so maßlos stolz, gerade weil ich eine gewisse Ehrfurcht vor ihm habe und fürchte, etkönnte sie durch seinen Hochmut erniedrigen." Aus den Katalogen D-as alte Wort von der Katze, die das Mausen nicht lasten kami. kann sck>erzhast auch auf den Büchersammler angewandt werden. Durchdtattert man in diesen Tagen die Kataloge der Antiquariate. so ist nmn erstaunt, ob der vielen Dinge, die da geboten werden. Die Firma Bam berge r &. W a h r m ä n n in Jerusalem legt ztoei Verzeichnisse vor. das eine in hebräischer. daS andere in deutscher Svrack^. Der Katalog 'Nr. 8 ..Julvrica Palättinensia" rnthiilt etwa 2/W Nummern. darunter Mmikliteral irr. Wörterbuch? e. philosoplsisäte - 2r^'rke und historisches 'Material.. Die Münchener Firma 'W'. He im an n bringt Originchansgaheu den deutschen Literatur aus dem 18.'und 12. Jahrhundert, unter denen eine Goelheiind GotIiried--Keller -Suurmlu11g, zu neunen, ist. Alte Viicher,' ans vei-schiedeneil Gebieten. Biographien. Memoiren bietet in dem Katalogen 5>, und t«0 das Antiquariat Heinrich R o s e n h >' r g . Berlin., an. In dem neuesten Katalog erireueir einige Leipziger Ansichten ans der Zeit»m l8CKV unter den Erslausgaben und Vorzugsdrucken erwähnenstvert Vtaeterlincks .Schatz der Armen" in der siedersetzung von Friedrich v. Oppeln-VronE kowsli. -mit Buchschmuck von Lcchter. Es ist, eines der frühesten Melsierwerle der denlschen Buch- Iäirsl. das unter, dem Einflri'; von 22-illiam Morris entstanden gst. " Krrtturgesckiichle und kulturgeschichtlich interessante Bücher hietet Dr. H a u s w e d e l t & C o. ,Hamburgs ni seiner Ableiluug Antiquariat an. Da geht "es um Architektur und Buchwesen, um Gaftrowvhie. um Kui'ltgewerbe. um Sport. Tanz und Spiel. Variete iind Wörterbücher. Amülaiit eine Abteilung. „Ftohlitcratur". die Goethes luristische Ablia'ndliing über die Flöhe bringt. Ganz aktuell beginnt Katalog Nr. 12 des B ü ch e r p a r a d i e s Friedrich K a tz . Berlin. Zwei Bücher aus dem 18. Jahrhundert über Abessinien werden da genannt: „Die Geschichte der l'tethiopier sowie die Geschichte der anderen Völker, die sich an der morgenländischen Küste von Afrika und den benachbarten Ländern befinden, und eine Geschichte der Aufklärung in. Abessinien vder Nachrichten des Aerfassers. B. Noldmanns.. von seinem und seines Herrn Vetters Aufenthalt an dem Hofe des großen. Negus. oder Priesters Johannes. Diese zweibändige Ausgabe. Frankfurt, und Leipzig 1791 (zwei Bände in einer Ausgabe), müsteit uns Juden besonders interessieren, weil König Johannes bekanntlich viele' Jnteresten für die früheste Geschichte Abessiniens gehabt hat. für eine Zeit, aus der sich wertvolle Kulturdenkmäler erhalten haben. — Sehr amüsant auch ein Werk '„Rund um die Kaffeekanne", das vom Genuß des Kaffees, vvu seinen Angreifern und Anbetern, von merkivürdigen Kafseehausern und von den verschiedenen Zubercitungsmethoden erzählt. ..B n di - S e e nt a it.n", Berlin 2tW. 7, versendet seinen Katalog in dem die tllenerwerbungen' des Hanfes bekanntgemacht tverden.. Da ftndeit wir Brtllat-Savarins ..PhNsioiogie des Geschmacks" vder „Briese der Ptaria Theresia" mit 36 Bildhcigahen. In der Abteilung ..Juden" uiaucheS inicrestante Material, in der Abteilung ..Kunst" Panofskvs Werk über Ptaitik und Hein-, rich Wöliilins Bücher. In der ..Musik-Abteilung" eine Mahler- und eine Ls'enbach-Biographie. Besonders interesiant die llleisewerke: Ferdinand Gregorovius' ..Wanderjahre in. Italien". Earl Peters' „Die deutsche Emin-Paicha-Erpedition" in der Volksausgabe. Professor R. Samoilowitschs . ,.S. O. S. in der Arktis", die Rettungservedition . des Krassin. — :-:——--;; ReinhoId Stab!. Berlin W. 62. bringt Neuerwerbungen in feinem Katalog 19. die alle Lllissensgebiete betreten. Während das Buch^ und Kunst.2lntiquariat Gilhpfer S: Ranfchburg (Wien) Biographien. Memoiren und Porträiwerkc anbietet. Nicht zu vergessen Katalog 33 des Ber- ' liner Antiquariats A l t m a n n G. m. b. H., in welchem Altsichten und Pläne von Deutschland und einigen früheren deutschen Gegenden zu finden sind. . Bibliographie des jüdischen Buches. 1. und 2. Heft, II. Jahrgang. (Joel Sänger, Frankfurt a. M.) Tie von Joel Sänger herausgegebene Biblio-' gräphie des jüdischen Buches hat es sich zur Auf« gäbe gemacht, alle in- und ausländischen Publikationen. die sich auf jüdische Dinge beziehen, in shstemätischer Folge zu ersasten. Für Gemeinde« bidliocheken und wissenschaftliche Institute ist diese Zeitschrift, die in größeren Abständen als Heftfolge erscheint und von der soeben ein Doppelheft ' heräuskommt.. das vornehmlich Bücher aus dem Jahre 1935 enthält, von besonderem Wert. In der Bibliographie, die 379 Werke registriert, sind Publikationen, in deutscher (258). englischer (64), französischer (26h italienischer (11). holländischer (8). spanischer (5), jugoslawischer (3). tschechischer (2). volnffcher (1) und dänischer (1) Sprache an- J gesührt. 'Ausgenommen sind die Hebraica. die in einem besonderen Band, der in einigen Monaten erscheint, zusammengestellt werden. /Aus der Fülle der registrierten Bücher, die sich iiihaltlich über alle Zweige der Geisteswistenfchasten verbreiten, feien drei Kuriosa genannt: 1. Erst ine, John: Solomon, my sau!. 301 p. 2.50 S 2.50 Indianopolis 1935. Bobbs Meril. — An eatirical novel about tbe wives and visdöni of Solomon. 2. Mibauer, J.: Pilpoulim. Frcs. 6,—v Paris 1934. Librairie Lipscbutz, Recueil de ntota—croises- (Kreuzworträtsel!) tirös de In Bible, du Talmud, de lTiistoire, de la littdrature et des Sciences juives. 3, B,e l. ikovsky, Immanuel: Psychoanalyti'che Ahnungen in der Traumdeutungskunst der alten Hebräer-nach dem Traktat'Brachoth (§on-. derabdruck Zeitschrift „Psychoanalytische Be» wegung". 5. Jahrgang 1933. Heft, 1.^ 6 c. Wien 1933. Internationaler Psychoanalytischer Verlag. H. B—n. Erlesenes Das Januar-Heft des „Querschnitt" ist dem Film gewidmet; es enthält u. a. einen Beitrag von Johannes Eckhardt: „Vom Bioskop zum Tonfilm", in dem sich der Verfasser mit der Entwicklung des Films von den ersten Anfängen bis zu den letzten Formen der „Groß macht Tonfilm" befaßt. In dem Artikel heißt es unter anderetn: ' . ' ...Im Jahre 1906 hat Paul Davidson in der Gallusaaste in Frankfurt a. M. ein Ladenkino mit 100 Platzen eröffnet; Holzbänke mit Lehne. Er war der Direktor des Ganzen, und seine Frau saß an der Kaste. Im primitiven Vorführungsraum faß der Vorführer, er hieß Schuch; heute ist Schuch der Generaldirektor des Berliner „Wintergarten". Davidson kam aus der Vertrcterbrauche; er handelte mit Plauener Gardinen; er war. dann auch Ehef ' der Frankfurter Wach- und Schließgesell schast. Das kleine Kino in der Gallusgasse ging so gut. daß sein Besitzer bald ähnliche Kinos in . Ludwigshafen und in Mannheim aüfmachte; auchsie rentierten sich sehr. Und so suchte Davidson Bankverbindungen, fand, sie-auch, und gründete die „Projekttons A.-G. Union", ging nach Berlin, machte die ersten U.T.-Theatcr aus und legte so die Grundlage für die spätere Ufa. Er war sicher ein erfolgreicher Kaufmann: es ist aber ebenso be merkenswert, daß er auch bei Filmschaffenden in gutem Andenken steht: so erzählt z. B. Paul Wegener. der für seine Firma Filme herstellte, daß er ganz offen sagte, er verstünde von der Kunst nichts, habe zu Wegener' volles Verträum und riskiere daher auch das Geld, das Wegener für seine Filme brauchte. Daß er damit nicht schlecht fuhr, misten wir." Kalender der Berliner Zudem Die jüdische Gemeinde zu Berlin überreicht ihren Mitgliedern und Freunden einen handlichen Taschenkalender für das Jahr 1936. Neben einem übersichtlich angeordneten deutsch-jüdischen Kalendarium und einer ausführlichen Zusammenstellung der Einrichtungen und Anstalten der Berliner jüdischen Gemeinde enthält der Kalender aus abtrennbaren Postkarten ein Dutzend der schönsten Rembrandt- Darstellungen jüdischer Dtotive.

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