Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 22 (30.5.1935)
- Date
- 1935-05-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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frag folgende überaus rceie Aussprackie bewies das starte Jnleresse, mit dem die Auösührlmgen des Redners ausgenommen wurden. M ittcldcutschland In der Fraueiigrnppo de? E.-D. Leipzig sprach ZUIN Ät'schlus; der 2pinterarbeit Tr. Rudolf 'Jlcumiiii i! über ..Berechtigung und Grenzen des Tvtalitätsanspruchcs der Jugcndbünde". Ter Redner gab ein eingehendes Bild über die Jmzoiidbeioeguug und zeigte, inwierocit der Totalitälsanjpruch der Bünde berechtigt sei. Nordwestdeutschland Aut 23. Nlai sprach der Altouaer Oberrabbiner Tr. I. Ga rieb ach in etwa andcrthalbsllindrgen 'Ausstihrimgen mitreißend und grundlegend über „Tas Wesen des Talmud". Der Bart rag war für alle Zuhörer ein tiefgehendes Erlebnis und zugleich ein Mahnruf, sich erneut und eingehend mit der Bibel und den talmudischen Werken zu befassen. Tein Vortragenden, der sich trotz vielfacher Arbeit dem Eentral-Verein für diesen Abend zur Verfügung gestellt hatte, sei herzlichst auch an dieser Stelle gedankt. meinden, in denen keine cder keine nennenswerte Anzahl von Juden mehr lebt, hat der Verband Fürsorge und Verwaltung übernommen. (ginc größere 'Ans spräche entspann sich über die mangelnde Verbindung der Provinzialverbände "mit der Reichsvortretimg. Zn dieser Frage wurde ein "Antrag angenommen, nach dem „zur dauernden Ansrechierhaltung der unmittelbaren Verbindung der Reichsvortretimg der deutschen Juden und damit zum Geschäftsträger ihrer Wünsche und Maßnahmen beim Landesverband Sclsteswig-Holstein und der Hansestädte sowie der ihm angeschlossencn Gemeinden und einzcliicu Juden" eine .stommissioit eingesetzt tverdc. Im Verlaufe der 'Aussprache wurde angeregt, daß derartige Verbindungsstellen mit der Reichsvertretung allgemein bei allen Prvviiizialvcrbänden im Reich einzurichten seien. Der Verband will künftig das Jugendherbcrgsweseu für wandernde jüdische Ingendgruppen ausbauen und, wie cs bisher schon in Einzelsäileu geschehen ist, Kinder aus den .HIcinstgemeinden in den größeren Gemeinden zusammcnziehcu, um ihnen an den Feiertagen einen Eindruck jüdischen Gemeinschaftslebens zu vermitteln. Es sind ferner Lehrtagungcn und Lchrkurse in Aussicht genommen. Tagungen jüdischer Geitteindeverhaitd? Unter Beteiligung von Vertretern sämtlicher Gemeinden S ch l c s n> i g ' H v l st e i n s , der vi ause st ädte, T l d e n b u r g s und des preußischen R e g i e r n n g b e z i r k 4 Stade trat in -Hamburg der große Ausschuß des Provinziatverbandes der jüdischen Gemeinden Nordloesldeiitschiands zu einer Tagung zusammen. Aus dem erstatteten Gesmäslsberichl ergibt sich, daß der 'verband für die Ileinen Gemeinden fruchtbare l'lrbeit geleistet jjnt, inbrm er für den Religionsunterricht in den Landgemeinden " gesorgt. die Juden in den entlegenen Taten wohlsahrtspslegerisel, betreut, eine Darlehnskasse ausgcbaut, sowie zalßreiche Veranstaltungen kultureller Art durchgesührt hat. Für das Besitztum von Gen - r-j Juni 1935 Jjjar 5695 1. SonnsL'Cr.d 2S. \ö’ochenahschnitt:Bamidbor 4. B. M. 1—4,20 2. Sonniag 7. Freitag 8. Sennnlicad 15. ScnRatond 1 laltara 1 Sam. 20,is—42 Neumondswcihc Birke Owauss VI Ssiwan 5695 1. Rausch Chaudesch 6. 1. Tag Schowuauss 7. 2. Tag Schowuauss Buch Ruth 14. Wochcna'aschnitt: Nossau 4. B. M. 4.2]-7,so 22. Sonnsltcnd Ilaftara Richter 13,2-25 Birke Owauss I 21. Wochcnnbschnitt: Bchaahumscho 4. B. M. 8—12 Ilaftara Sach. 2,14—4,7 Birke Owauss II 29. Ssnnsfond 30. Sonntag 23. Wochenabschnitt: Schclach lecho 4. B. M. 13-15 Ilaftara Jos. 2,; 24 Neumondsweihe Pirkc Owauss III 29. Jaum Kippur Kolon In Dresden fand unter starker Beteiligung fast alter Gemeinden eine Tagung des sächsif ch c tt I s r a e l i t i s ch c n G e rn c i n d e v erbau d e 4 statt, die von dem stellvertretenden Vorsitzenden Map L e s s e r (Dresden) geleitet wtirde. Die Veichsvertrctinig der deutschen Juden hatte Landgerichlsrat i. R. Dr. L i l i c n t h a l entsandt. Der bisherige Verbandsvorstand wurde einstimmig für die Geschäftsjahre 1935/1936 Wiedergewählt. Ten Berwaltungsbericht sowie den Bericht über den Haushaltsplan für 193.1 erstattete der Verbandssyndikns Tr. Saal heim er. Ter Etat wurde einstimmig angenommen. Die Prüfung des Rechnungswertes für 1934 hat zu keinerlei Beanstandung geführt. Es wurde daher ihre Richtigsprechuug bejchlojseu und dem Vorstand Entlastung erteilt. Die Tätigkeit des Verbandes soll namentlich ans dein wichtigen Gebiete der Jugendarbeit eine noch stärkere Aktivierung erfahren. In Aussicht genonnnen wurden u. a. Kurse für sächsische Iugendsnhrer in Dresdeu-Oberrochwitz und die Wh'itersnhrung der von Leipzig bereits erfolgreich ausgenommenen Lebrersoribildungsarbeit. Es wurde ein Ausschuß für Unterrichts- und Jugendfragen eingesetzt, dem neben Vertretern der sächsischen A'abbinerlonfcrenz tmd der sächsischen Lehrervercinigung die Schuldezcrncuten der größeren Berbandsgemcinden angehören. Bei der Nachmillagssitznng erstattete Landgerichtsrat Dr. Lilienthal ein umfassendes Referat über die Tätigkeit der Reichsvertretung d A Rcichsvrrband israrlitischcr Schwerhöriger (Risch) E. B.. Schlesische Bczirtsgruppc. In der lef.ien Aivnatswversiuuinlung hallen sich zwei bekannte Breslauer .Nünsilcriinien in dankenswerter Lsteise in den Dienst der guten Dache gestellt.^ Ruth Mennig sang heitere Vieder. Brien und c^ongs mit sympathischer warmer Stimme, Susanne Traugott begleitete ain Flügel und brachte Stücke von Bändel und Cchopii, meisterhast ,yi Gelior. 'Aaäiste '.Nonatsversaininlnng 4. Juni, 20 Nhr, GeineindeHans ll, Schiveidniher Stadtgraben 28. 'Bortrag Rabbiner Dr. Sänger. Geschästliche Mitteilungen. Anschrist: Volte Rvsenbainn-Schivarz, Breslau 13, Atvrihitr. 33 (Sei.: 30117). Sclbsthilscgrnppe jüdischer Körperbehinderter. Ortsgruppe Berlin. Feder, ersten Dienstag iin lUioiiat, 19 Uhr 30 Bl in.. Alitgliederznsainnu'nlnnft, Berlin A 24, Johannisstr. 10. Sprechstunde jeden Biontag, 11 bis 13 Uhr oder nach Vereinbarung bei Dans I. Hehmann, Berlin NW 87, TilerWardenbcrg- Straßc 10 (Tel.: B 9, Tiergarten 13011. Auskünfte auch für Nichtnntglirder unentgeltlich. RcchtSberatung für AUtglieder durch dcu Syndikus. rlans Samter Hans Samter hatte den Weg zum Judentum' " erst dlirch die Gestaltung der letzten Fahre als Verpslichtnng empfunden. Sarin aber hat er ihn. mit der nachdenklichen, nach außen weich scheinenden Energie bcschritten, die Menschen eigen ist, die sich selbst als R/aterial für ein Werk cmvfin-' den, das sic größer sehen als sich selbst,. Ten Referendar und Schriftsteller lies; die Eninstcklung nicht mehr Referendar und nicht mehr Schrift- - steiler im allgemeinen Bereich sein. Aber er sah seine neue Arbeit nicht in einer mechanischen Auswechslung alter Bestandteile seines TeukcuZ durch neue, sondern in einer langsamen organischen Entwicklung seines Wissens und seines Wollen?. So mühte er sich, von seinem Platz aus, zunächst in Berlin, späterhin im neuen Berns in Karlsruhe, in Menschen der gleichen Entwicklungslage Willen und Tun zu stärken. Seine große Liebe war die deutsche Landschaft und seine große Liebe galt den Menschen, und jetzt vor allem den jüdischen Menschen in der Landschaft. . Schicksalhaft mutet cs au, daß die Näder eines Lastwagens seinen Lebensweg gerade in dem Ort unterbrachen, in dem er, der Berliner, die Umwelt gesunden hatte, die seinem Wesen und seinem Wunsche am stärksten zu entsprechen begann. Wir trauern um den Freund, um den Kämeraden, um den Ätitarbeiter. Wir trauern, d«rß einer der hier noch seltenen sRenschen, in denen sich der neue und notwetcdige deutsch-jüdische Menschenthp formt, als Vorkämpfer ausgelöscht ist und allztt früh nur noch Beispiel sein kann. Mir trauern um den Sohn mit den Eltern, um den Bruder ntit dem Bruder, der als Arzt tagelang einen Nerzweiselten Kampf um das Leben des ihm mehr als nur durch das Blut brüdcrlidjett Menschen rang. A. H. Abraham Mcrzbachcr Der 50. Todestag Abraham Merzbachers am ■4. Fnui ruft die Erinnerung an einen großen Menschenfreund und Mäzen wach. Die Stadlbibliothek in Frankfurt a. Dt. perdankt ihm eine wertvolle Sammlung interessanter und seltener hebräischer Trnckwerle. tRerzbaeher, der 1812 in Baiersdorf bei Erlangen geboren war, wirkte in seiner Jugend als Rabbiner in Ansbach. Später gründete er in München ein Bankhaus, das sich bald eines guten Rufes erfreute. Aterzbacher war Anhänger der gemäßigt-konservativen Richtung tmd jahrelang Akilglied des Zentralkomitees der .,/RIianee Israelitc Universelle“. Er förderte die südische Wissenschaft durch den Ankauf seltener hebräischer Werke und Äiünzcn. Als Numismatiker genoß Merzbacher hohes Ansehelt: seine Büchersammlung gehörte zu den wertvollsten Privatbibliothcken des vorigen Jahrhunderts. Viuf eigene Kostet: veröffentlichte er das Werk „Dikdtrke Soferim", das in 16 Bänden im Berlage von R. N. Rabbinovicz erschien. Einen großen Teil seines Vermögens gab er zur Unterstützung junger hebräischer Schriftsteller. msr. Aus den Familien Frau Julie Wallach, gcb. Zunshcrm (Bielcfctd>, vollendet am 2. Zuni ihr 81. Lebensjahr. — Jöctmaun Silberstein (Breslau) wird am 5. Juni 70 Jahre alt. — S. Heil m a n n (Ziegenhaar) begeht am 7. Juni seinen 70. Geburtstag. — Julius Vt)cf)cnl)cim (Unna i. 20.) feiert am 7. Juni jeinen 01. Geburtstag. ,a«errs Schachaufgabe Nr. 38 von Dr. V. Lcwiit (Berlin) Matt iu vier Zügen Wciss: Kbl. TcT. Lb2, Bc2, cö, d3 (6) Schwarz: KdO, Bd4 (2) Lösung drr Aufgabe Kr. 36: 1. Sf3—hi, LcGX?2; 2. ScM-f3 matt Kf4—cl: 2. Shl—g6 matt ..... Lc6Xa4; 2. Sh4—Bi matt .LeO—e8: 2. 804—eb matt .Laß—cl: 2. DtrJ—c3 matt Auf 1. Dk2— b3 antwortet Schwarz: Kfi—cl! Lösung der Aufgabe Kr. 37: 1. Del—a-1, <Zugzwang.) ..... KOI—eit: 2. <13—d4 matt ..... LalXel; 2. Dal -al matt ..... Tc6—c7 (rS-): 2. LÖS—16 matt ..... Tc6—H6 usw.: 2. DalXcl matt ..... Ski—d7 usw.; 2. SM—c2 matt. * Richtige Löstutgen der Atisgaben Ar. 36 und Ar. 37 gingen ein von: Gustav Lewp. Bans Cohn. 21. Baronowitz. Georg Lange, Willy OAichacliS. Rcg.-- Batiinstr. a. T. L. Hirscliseld (Berlin». Gottfried Guiiibel (Stuttgart-, Julius Lcwy (Breslau >. A. Loclvcnstein (Grevenbroich», Siegmund Austerli!) (Glessen). Erich tttubensohn kHitdcshciml. Lothar Schönthal (Nürnberg',, I. Alcyerhoss (Rotenfels >. Hans Stcinbergcr (Bayreuth). Tierarzt M. .Öoscl,' mlnsky (Laudsberg,. Vlar Wiener (EOtttenberg». 29illy Manes (Brühl), H. Lindner ('Burgkunstadt,. Frau Tilde Adler (Laudsberg), Leopold Mehrlättdcr (Konstadt», Sllve ^allrnann (Bitburg). Dr. Ernst 2wehm ('Brieg». 2!. Löwin (Essen), Sanitätsrat Tr. S. Tvmke ('Berlin,. Ülichtigc Lösungen von Nr. '36 von: Louis Tücrthcim (Al.-Glabbach». Günter Rosenstock (Berlin». Nichtige Lösungen von Nr. 37 von: Ernst Straus (Edcnkoben). Kantor D. Eohn (Koblentz). Rechtsanwalt Ludlvig Mayer (Berlin). Rabbiner Tr. Tänzer (Göppingen). Jacob Laumann'(Köln). * Tie folgende Partie wurde im Turnier zu Margate gespielt, ssie entschied über den ersten und zlveiten Preis. Weiß: Schlvarz: S. Reshcwsl'y I. N. Eapablanea I. dt. sro. 2. et, 0(i. 3. Sc3. ,!1. 4. Lgö, SM7. ö. rZlr a.II:. a.'!. La7. 7. L<13. U-0. S. D. 2. <1. 9. 5?f3. cl. 10. Lfl. TcS. 11. 0— ü, c«, 12. Lh3, SW. 13. L^8: Tc8:, lt. Lf6: IJ6: 15. b3. Dal. 16. bl!. Ddd. 17. Dal, a*. 18. bl! Tc6. 19. Ta bl, Tb8. 2<». T!.2. L*7. 21. baf!^ Ta6:. 22. Dc2. Sri, 23. Tfbl. Ta7, 24. .vl, ScTi 2.1. Sol, Dos. 26. M. f6. 27. Sul. D<17, 28. h3. Kg7, 29. Sfj, Da.!. 3<). Ta2. Ld6. 31. Sfdl, kl. 32. Sbö. Tal, 33. S'c7Lc7:. 34. So3. Dc6. 31. Df2.1)6, 36. Df3, TdS, 37. Tab2, De7, 38. Tb4. Td7, 39. Khl. Ld8. 40. gl, fgl: 41. hg4:. DdG, 42. Kgl. Lc7, 43. Kf2, Tf7, 41. g'l, Ld8. 45. Ke2, Lg5:, 46. Tb6:, Da3, 47. Kd2, Lc7, 43. Tb7, Tal:, 49. Ddl, Ta5. 50. Del:, Thl, II. Kd3, Da8, 12. I)o6. Da3. 53. Td7, Thfn, 54. Tb3, Dal, 55. Tc7: Dflf, 56. Kd2. Schwarz gab auf. Schachbricskasten. — An mehrere Löser: In der 2ltisgabc 2lr. 31 folgt auf 1...., Tf2; 2. Sdl—b2!, drohend 3. Sh2—<13, bzw. T>o2—dl matt. Leid« Drohungen kann Schwarz nicht gleichzeitig verhindern. Das Publikum speudete lebhafteu Beifall schon uacij den Attschlüsscu, besonders am Eitde; Franz -Oppenheimer erntete einen Sonderapplans neben Biartha Wertheimer, die uns diese Stunden erlcbett ließ im Sinnen einer jüdischen Frau um die Piutterliebe der .»vinderlvfeit und um den Qpferdienst. Wir lesen in derl Briefen Franz Rosenzmeigs: „G e o P f e r t w erde n T i n q c. Bi eit« s ch e n z lt opfern bebrütete, s i e a l v Dinge b e lz a lt d e l n." Das loohl sollte vewiesen werden. W. S. Malzdorff „Jeremias^ in Düsseldorf ..Jeremias" von Stefan Jlveig wird in der Düsseldorfer Synagoge aufgesührt. yeraustaltet vom Bildungsausschuß der Gemeiitde. Im Programin sucht mau vergeblich nach den Namen der Darsteller. Junge Menschen der Gemeinde, heißt es, spielen die dramatische Dichttmg. Es spricht für den Wert dieser Jugend, daß sie anonhm bleiben will. Es war mehr als Spiel, es lvar ErsüUtscin. Jereiuias, groß und erschütternd im Glauben an seine Sendung: die Bkntter ebenso wahr im Zweifel an den geliebten Sohit wie tief in ihrem Gottbcrtranen, ,llönig Zedelia, der unbeugsame Gegenspieler des Propheten, der Schüler Barnch, der als einziger an den 'iUciftcr glaubt; der Bote Rebukaduezars: die Wachen auf deut lllchll — sie und alle anderen) die nicht genannt werden, wußten um sich selbst, waren ttichts alS ganze Tiener am Werk. Die nie versagende biegie, die stimmungsvolle Btusik. die schlichten Bühnenbilder. der Szenertlvechsel, der sich lautlos im Dunkel des Hartses ohne Vorhang vollzieht — alles von jmtgen Menschen erdacht, geschafseit und getan. Jedes Bild war ein Erlebnis, jede Szene ciite Steigerung bis zttrn erschütternd wandernden Schlußchor. Tiefe Ergriffercheit lag über der Vtenge im Hause. Öabe Dank, tapfere Jugend, für diese Tat, für die Stunden der Erbauung, deä Trostes und der Hoffnung. Jcoa. Jaromir Mcml'erger, dessen Lper „Schwanda, der Tudelsackpscifcr' Wcltruhm erworben hat. ist mit mmm neuen Lperncntwnrf bcfllwstigt, der Schillers ,.W a 11 c n l't c i n" zur Grundlage hat. Konzerte und Vorträge in Berlin und im Reich In einem llonzert des verdienstvollen Hause-5 Weil u\ Scxlin wurden drei Werke jüdischer Komponisten lt r a li f g c f ü h r r. Dr. Fritz L i s - sauer s rFlötentrio (für Flöte, Violine und Bratsche) ist eine durchaus originelle, mit Esprit geschriebene .Nomposition. die eine erstatmliche Fülle markanter rhylhmischer und thematischer Einfälle enthält und ein ansgcreistes Handweekliches .gönnen offenbart. Im wesenilichen sind es die schnellen Satze mit einer tättzerisch betuegten Linie tmd eilt knappes Fugato, die deut Ganzen einen frischen, aber srenndlichen Zug berleiheu. 2lnch die Vivlinsvnate ist mit feinem Gefühl für das Jnstrnrnent geschaffen, doch überwiegt hier ntanchrnal die 'Reflektion die Inspiration, während die Einsätze, flüssig und geschmeidig, echtetr Schlvnng zeigen. Das zweiseitige Siretchguartett des Im Gegensatz zit dem gemäßigten Dr. Lissauer radikalen Dr. Jacob S ch ö n b c r g bleibt .zunächst etn'gs schwer zugänglich, ist aber in der verllwbeneit Polyphvnie gedanklich scharf konzentriert und dnrchgesührt, so das; man dem Werk. U'ie vorzüglich dem erstgenannten, gern wieder begegnen tnbchte. Das Suartctt gebildet von Mitgliedern des lUllturbundorchesters (Schlechter, M o t - st e in, Ero n e r, llrau«), der Flötist Lbalter Schleier und Leo Taub mann am .lllavier absolvierten ihre schwierigen Aufgaben mit größter Sicherheit. In den Mnsikraunten des Hauses untren Plastiken und Zeichnungen voll Gertrud C b a i m ausgestellt, die einer Erkrankung wegen der Teilnahme an der Schau im Jüdischen Blusenm hatte sernbleiben müssen. Der Grundton ihres Schaffens, eine außerordentliche Zartheit und feine Farbtönungen, kam in der Auswahl charakteristisch zum Ausdruck. Kal. In einer Veranstaltung des Berliner Kul- Iu t b u u b c 3 sprach Rabbiner Dr. Hermartn 5UL 'Sa eng er in packender Weise über „Jugend. Judentum und Religion". Er wies in Anlehnung an Heinrich Lernles Broschüre „Jüdische Jtrgend im Aufbruch" darauf hin, daß unsere Situation von der Sorge um die Jugend beherrscht sei. In einer Zeit, in der alle sozialen Begriffe und bürgerlichen Konventionen ins Wanken geraten seien, brauchten junge Menschen vor allem eine starke Führung durch Elteruhails tmd Bund nebeneinander. Ter Jithalt des Gemeinschaftslebens, das auf diese Art entstehe, solle die Beschäftignug mit dem Judentum, vor allein mit jüdischer Geschichte, Gemeinschaft und der Bibel sein. Denn Judentttm sei Religion, und der Weg zum Judentum bedeute Weg zur Religiort. Gott dürfe nicht, wie es in Kriegs- und Nachkriegsjahren geschehen sei, zum bloßen Ornament des Lebens werden. Eine innere Frömmigkeit müsse wieder Einzug halten. I>u. Tr. L tt tz Welt m a n n sprach im Berliner Kulturbund über „I u d e n t u m u n d A u f k l ä - rung". Er gab die Entwicklungsgeschichte der aufklärerischen Tendenzen, lvie sie im Judentum seit dem Atiftreten Vloses Bteudelssohns und seiner Scliüler wirksam wurden. Obnwhl die Rede mehr eine Schreibe war tmd daher des rhetorischen Kolorits entlKfjrtc, verstand c§ der Redner, die einzelnen Phasen der .ssaskala in ihren bedeutendsten Vertretern siclitbar^zu machen. Er zeigte, wie die Aufklärung. eine Frtrcht vom Batrme der Renaissance, in Deutschland zur Reife kam, wie sie dann von hier aus ihren Weg durch die südisclie W^lt nahm -- durch die wissenschaftliche Welt eiites L-eopold Znnz. durch die religiöse des aufgeklärten Rabbntertums eines Abraham Geiger und SnuincI Holdhelut, dlirch die politisch-dichtertsche eines Heinrich Heine und des mustergültigen Prvsaistett Ludwig Borite. Tie italieuische. die englische, die fran,;östsä)e. die österreichische Aufklärung wurden kurz gestreift; den russischen Aufklärern, an ihrer Spitze dem markanten jüdischen ReligionSphilosvphen Nachman Krochmal, eine knappe Betrachtung gewidmet. Manches, was vielleicht wesentlich war, mußte aus dieser eiligen Wanderung am Wege liegen bleiben; attderes erschien unwesentlich, weil es ohne genauere Kenntnis der menschlichen und geistigen Eigenwerte der Genannten für die Zuhörer keme Bedeutung annahm. 8. L. Der Männerchor von Chemja W i n a w e r. desseit Wirken und Leistung an dieser Stelle bei früherer Gelegenheit schon ausführlich gewürdigt wurden, wartete in einer Veranstaltung der Künstler Hilfe erneut mit einem reichen und vielgestaltigen Programm synagogalcr. liturgischer und volksliedhafter Gesänge auf. Vor allem wird hier altes traditionelles fynagogales Gut in neuer, von Winawer selbst oder andern jüdischen Musikern geprägter Form gepflegt. Man bewundert immer wieder bei dieser aus Laien zusammengesetzten Sängerschar die Diszipliniertheit. das eralte Zusammenwirken, das seine Berständnis für Thnamik. Ter Chor zeigt besoitders in Piano beachtliches Können. Einige große Soli wußte Oberkantor Karl Neumann mit strahlendem klaren Tenor außerordentlich ausdrucksvoll zu gestalten. E. G. L. Elfe D nblo n in „eigenen Tänzen und getanzten Liedern" mtd Peter Bach mit Gesängen .zur Laute bestritten einen Abend der Kün stler- Hilfe der Jüdischen Gemeinde. Immer von neuem ist man entzückt von der Anmut der vielseitigen Else Tnbloit. Besonders packte die übermütige Naivität, mit der sie eine Bilderbuchfigtir parodierle und deutsche und jiddische Volksweisen vortrug. Ganz gegensätzlich wirkt ne zu Peter Bach. Bei ihr ist alles angedetllet. schl:cht, unpathetisch, fast lnabcnhast-scheu. Ueber Bachs Lautenvorträgen liegt romantische Schwermut, oft bedrückender Ernst. Er bietet ein ausgezeichnetes Programm mit eigenen stark impressionistischen Kompositionen. Am stärksten wirkm die .zugleich 'grotesken und loebmütigen Verse von Riitgelnatz. 2(m Flügel begleitete ein iunger, begabter Pianist: Rudi Lehmann. Ln. Jüdische Konzcrtvermittlung. Zu deu Notizen in den 'Hummern 18 und.19 der „(5.-V.-Zeitung" teilt uns die Koirzertdirettion 2crtur Ehrlich, Lcip;>6' mit. daß sie eine behördlich einactragene Konzert» dlrcktion und im Bcsltz der Kunstbescheinigung der Kreishauptmanuschast Leipzig ist. — Tie Konzertdirektion Ludwig Greis, Alain;, teilt mit, daß sie Niitcilicd der Jachgruppe „Konzertvermittlung' de? Reichsverbandes für Konzertwesen ist. Richtigstellung. Herbert Fromm, Frankfurt a. M., legt Wert aus die Feststellung, daß' die Bemerkurig in einem Bcrliircr Konzertbericht in Nr. 18 der „E.-V.-Zcitung" vom 3. Mai, wonach er neben H. W. Steinberg datz Orchester des Kultnrbundcr Rhcin-Dtain dirigiert, nicht zutrisft. Er habe lediglich gastweise vor einiger Zeit ein eigenes Deck mit diesem Orchester zur Aufführung gebracht. . Der Kurt Singersche Chor (Berliner Aerftechor) bereitet für den Herbst ein Konzert mit zwet Kantaten von Vach, 'dem „Schicksalslied' von Brahm» und der „MalvurgiSnadst^ von Mendelssohn vor. Stimmbegabte Damen und Herren, die an der Aust sührung leilnehmen wollen, wollen sich DienttagL ab 20 Uhr. zu einer Probe im Breitkopf-Saal, Lerün W 31. Steglitzer Straße 31, einsir.den oder siw schriftlich beim Dirigenten. Derlin-Charlottenburg — Kncsebeckstraße 28, IU.' melden.