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Central-Verein-Zeitung · 1935-05-23 · 21 (23.5.1935) · page 19

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
21 (23.5.1935)
Date
1935-05-23
Page
– (sequence 19)
Language
German
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die SUtuSftüdjte, haben die Nachbarn mit ihrer allzu ähnlichen Vegetation nur wenig Verwen. düng. Die bekannten handelspolitischen Schwierigkeiten kommen hinzu, besonders Aegypten sträubt sich gegen die Einfuhr aus Palästina. Die palästinensische Industrie selber hat infolge der starken Inlandsnachfrage den Export nach den Nachbarländern vernachlässigt. Man bemüht sich aber, schon jetzt Vorsorge zu treffen für den Zeit, punkt. an dem sich möglicherweise einmal heraus, stellen wird, daß der Binnenmarkt allein für die wachsende Produktionskraft der palästinensischen Wirtschaft nicht ausreicht und daß ein Einfuhr- Überschuß von beinahe 12 Millionen Pfund, der augenblicklich noch mühelos auS der Kapitalein. fuhr sowie den steigenden Einnahmen des Touristenverkehrs sowie der palästinensischen Flotte gedeckt wird, doch auf die Dauer eine übermäßige Belastung bildet. Auch die natürliche Entwicklung läßt einen allmählichen Ausgleich erwarten. Palästinas Ausfuhrkraft wächst, während nicht anzunehmen ist. daß der Einfuhrbedarf, eine Begleiterscheinung der gegen, wärtigen Aufbauperiode, unbegrenzt in dem bisherigen Tempo steigen wird. * Die Mandatsregierung hat für das Halbjahr April bis Oktober dieses Jahres 10 800 Zerti. fikate für die Einwanderung von Arbeitern bewilligt. Davon werden 7600 der Jewilh Agency zur Verfügung gestellt, 400 behält die Negierung für Gesuche zurück, die unmittelbar, also wohl von Nicht;uden oder in anderen AuSnahmesällen. an sie gelangen. DaS interessanteste sind aber die Erklärungen über die restlichen 2800 Zertifikate. Diese sind dazu bestimmt, um solche Einwanderer nachträglich zu legalisieren, die ursprünglich ohne Grlaubms zu dauernder Niederlassung ins Land gekommen sind, aber jetzt Nachweisen können, daß sie nützliche und dauernde Beschäftigung gefunden haben. Die Negierung erkennt damit also an, daß die Aufnahmefähigkeit des palästinensischen Arbeitsmarktes in Wirklichkeit größer war. als sie selbst bei Bemessung der früheren Zertifikats. Kontingente angenommen hatte. Jedenfalls schaffen diese 2800 Zertifikate keine echte Neueinwanderung. Die wirkliche Neuzulassung beschränkt sich vielmehr, wie gesagt, auf 8000 Zertifikate gegen 6600 im gleichen Semester des Vorjahres und 7500 im Halbjahr Oktober 1934 bis März 1935. Die Negierung bleibt damit noch um 44 Prozent hinter den Forderungen der Jewish Agency, die immer wieder auf den drückenden Mangel an Arbeitskräften hinweist, zurück.' Das Zertifikat berechtigt auch Frau und Kinder des Inhabers zur Einwanderung. Im Vorjahr bestritten die Zertifikatsinhaber ohne Angehörige etwa 25 Prozent, mit Angehörigen etwa 83 Prozent der Gesamteinwanderung. Der Rest entfiel auf die sogenannten Kapitalisten, dchüler, Studenten usw. Elidier rur Wirtschaftsfrage S. B. Weinryb: Neueste Wirtschaftsgeschichte der Juden in Russland und Polen, 1,1934, M. & H. Marcus, Breslau. Wenn wir deutschen Juden un8 fragen, waS wir wirklich von der Entwicklung des osieuropüischeu Judentums wissen, so kommen wir in der Mehrzahl über einige verschwommene Vorstellungen nicht hinaus. Wir kennen die äußere Erscheinung deS Kaftanjuden, wir können einzelne Begriffe auS seinem jiddischen Sprachschatz verstehen, wir haben vielleicht in deutscher liebersetzung einige chassidische Geschichten gelesen. Daß wir so wenig wisien wollten, hatte tiefere psychologische Ursachen. Daß wir uns aber auch mit gutem Willen kaum unterrichten konntet, lag vor allem im Sprachlichen begründet. Die umfangreiche, russisch, polnisch, iiddisch und ' hebräisch geschriebene Literatur ist uns nicht zugänglich. Diese Lücke unserer Kenntnis, die wir mit dem Erwachen unseres Interesses an dem „Jüdische Gegenwartskunde" genannten Stoff, gebiet besonders empfinden, vermag Weinrybs Arbeit ausznfüllen. Sie ist erschienen als Heft 12 der „Historischen Untersuchungen", die im Auf« trag der Direktoren deS Historischen Seminars der Universität Breslau berausgegeben werden. Der vorliegende 1. Teil seyt im Jahre 1772 mit der ersten Teilung Polens ein, durch die eine zusammenhängende größere jüdische Gruppe erstmalig unter russische Botmäßigkeit kam, und führt bis zum Jahre 1881, dem Jahr der Pogrome, seit dem die große jüdische Amerika. Wanderung aus Osteuropa begann. Das erste Kapitel gibt einen Eesamtaufriß des Wirtschaftlichen Bevölkerungsproblems; in den weiteren Kapiteln werden monographisch Handel, Industrieunternehmerschaft, Handwerk und Lohnarbeit, Schankwirtschaft und Pacht sowie die Landwirtschaft dargestellt. Der Zusammenhang der jüdischen Wirtschastsentwicklung mit der russischen Volkswirtschaft ist gut herausgearbeitet. Nirgends überwuchert die Fülle deS vom Derfasier herangezogenen Tatsachen- und Ziffern- Materials die große Linie der Schilderung. Fragt man, wie Wcstjuden unter dem Eindruck der eigenen frischen Erschütterung oft an das Studium ostjüdtscher Derhältnisie herangehen, was wir daraus für uns lernen können, insbesondere hinsichtlich planmäßiger Berufs- Umschichtung, so spricht auch in dieser Beziehung die aufmerksame Lektüre von Weinrybs Darstellung für sich selbst. Methodisch lernen können wir nichts, da die Gesamtverhältnisie zeitlich, technisch, wirtschaftlich und politisch viel zu verschieden sind. Wohl aber können wir erkennen, welch begrenzte wirkliche Bedeutung noch so um* stürzenden Berufsumschichtungsparolen seit je zukam. Den Ausschlag gegeben hat immer der einfache Lebenswille der Na sie, wenn möglich, auf dem Boden, den die Gräber der Eltern heiligen, wenn-es sein muhte, in der Fremde. Dr. Hanns Rcissner. Die Lohnpfändung. Planmässigc Erläuterung mit Tabellen von Ernst Langenbach, IV. Auflage. Verlag J. Hess, Stuttgart 1935. Das Recht des Dollstreckungsschutzes hat seit 1933 wiederholt Aenderungen und Erweiterungen erfahren, so daß der gegenwärtige Nechtszustand auf diesem Gebiete nicht leicht zu übersehen ist. Die Zilsammenstellung und Erläuterung der gesetzlichen Vorschriften in der vorliegenden Schrift, die sich auch mit der Zwangsvollstreckung, in bewegliche Sachen beschäftigt, ist daher sehr zu begrüßen. Es ist jedem Gläubiger zur Vermeidung von Mühen und Kosten dringend zu empfehlen, sich vor Einleitung gerichtlicher Maßnahmen über die Dollstreckungsmöglichkeiten zu unterrichten. Dr. jur. Heinrich Troeger, Import und Export (der Warenverkehr) nach deutschem oand ausländischem Dcviscnrccht. Das Devisenrecht aller Länder der Welt. Verlag J. Hess, Stuttgart 1935. Das Werk, welches in zweiter neubearbeiieter Auflage erscheint, gibt den Stand der für den Im- Port und Export wesentlichen devisenrechtlichen IJaJkF&iaooataoo axiocÜ (Bcpx&d&sücfw _- £- %! I Textilien I ^fiiiiiiiiiiuiiiuiifiiimuiiiiiiinnHiimuiiHffmnfmmiiimHHfinifmmiuiifinimiimiiHiminnim^niinifmmiiiHmiiiimmiiiimmiimimiiiürF ‘ffimdi&iez SückecdweckstäUen ^iliiiiiiifiiinniiiniiiimiiiimiiiiiiinsHiiiiiiuminnmmnniiiinimniiiiinmminiinfiiiimiiimfiminminimminmumimmmmuniinniiiiiiiii^ TexiiBesi I SV. Edelstein Qrosshandlang für SfCerrenstoffe SÜerlin C2 Pi d. H. YrSEiotagoci - PaMEx D. F RI E D E BOCHOLT GEGR. 1871 LEVITE & SEEMANN NÜRNBERG / Breitegasse 80 Tuchgrosshandlung feMsc® § b» Tuchgroßhandlung und Versand Verlangen Sie unsere Musterkollektion ,ßtecos" £uidmcffistc.?6 flapi$$ecie$afaik, TlUinchm Selchenbach (Bulengob.) fttech. Weberei and flpnreluranstalf Spsz.: Bsttzocao, SchQrzsnsiofto, Kleiderstoffe. Vorhansstoffo. : TU. £. Ulasmstdn&Ca. ■ Jeanfcpast a.'lIL Qegc.185$ 3.Rosenföal, MO mbergW. Kurz-, Welss¬ und Wollwaren H. L. HEIMANN l39rnE»Qrgt CeSHsstr. 7 Webwaren-Grosshandlung. Baumwollweberei VAHRENWALD G.m.b.H. 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