Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 21 (23.5.1935)
- Date
- 1935-05-23
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Palästinas Lieferanten Reitbahn für Nellame an hervorragender Stelle eine, i, bekannten jüdischen Warenhauskonzern Plaj zur Verfügung gestellt hatte. Diese Tatsache lüste in der Bevölkerung derartige Empörung aus, daß es zu Protestkundgebungen im Bahnhof kam, bei denen die Polizei schließlich beruhigend eingrcifen mußte. Maßgebliche Elo()iuer Stellen haben sich mit der Reichsbahn erneut in Verbindung gesetzt, um an Stelle der Werbung de? jüdischen WarenhanskonzernS im Glogauer Bahnhof eine Gemcilychaftswerbung deutscher Kaufleute zu setzen/ Die Red Star Linie Ter IG 000 Tonnen große Dampfer „Pennland" der deutschen Red Star Linie GmbH., die jetzt ein Tochterunternehmen der Arnold Bernstein- Linie, Hamburg, ist, hat — wie wir in der Tages presse lesen — nach erfolgtem Umbau bei den Deutschen Werken Kiel die Werst zur ersten Ausreise unter deutscher flagge verlassen. Ans diesem Anlaß fand in Ki?l eine schlichte Feier statt. Hierbei ging in einer Ansprache der Reeder Arnold Bernstein in kurzen Worten auf die mehr als 60jährige Geschichte der Red Star Linie ein, deren vorzeitiger Abschluß (infolge der krisenhaften Entwicklung in der Weltschiffahrt) durch den Erwerb der Dampfer „Pcnnland" und „Westernland" und die Reugründung der Red Star Linie GmbH, verhindert werden konnte. Mit dieser Transaktion sei zugleich ein wertvoller yuwachs für die deutsche Handelsflotte auf dem Rordatlcmtik gewonnen worden. -100 deutsche Seeleute hätten Brot und Lohn gestruden, und der Schisssumbau habe der Werft einen Auftrag im Wert von OoOOUO RM gesichert. Die Red Star Linie GmbH, werde bemüht sein, mit ihren Schiffen der deutschen Flotte neue Freunds zuzuführen. An Bord dcS Dampfers „Tel-Aviv" werden zurzeit 62 Juden beschäftigt; von ihnen sind acht Chargen im Offiziersrnng. Damit ist heute schon die jüdische Besatzung in der Ucbcrzahl. Bei dem Teckspersonal, das der Grundstock zu der neuen jüdischen Schiffahrt werden wird, sind 90 v. H. Juden beschäftigt. Vcrsicherungsberein „Die Hilfe". Aus dem Gk> schäftsbericht des Bersichernngsvereins a. G. „Die Hilfe", Berlin, ist zu entnehmen, daß sich der Verein 1901 günstig entwickelt hat. Der Zugang im abgelaufenen Geschäftsjahre hat den Bestand fast verdoppelt. Die Mitgliederzahl beträgt etwa 14 000 mit einer Versicherungssumme von rund IVi Millionen NM. Auch das beginnende vierte Geschäftsjahr zeigt eine gleichmäßige Tendenz im Zugang an Anträgen und an Versicherungssummen. Im abgelausenen Jahr konnten wie bisher auf Grund der geschlossenen Empschlungsverträge an die verschiedenen Landesverbände, Gemeinden und Orga< nisationen entsprechende Beträge abgeführt werden. Ein Teil der ansgezahlten Sterbegelder gelangte direkt in den Besitz der Gemeinden, wodurch sich die Ausfälle für Gebühren entsprechend vermindert haben. Deutschland dicht hinter England /Von Mai 1935. Die endgültigen Ergebnisse des Palästinensischen Außenhandels, die jetzt festgestcllt worden sind, bestätigen im Wesentlichen die früher bekannt gewordenen Vorschützungen. Sic zeigen, daß dieses Land ein immer besserer Kunde der industriellen Exportländer wird, und daß seine Einfuhrkraft weit größer ist. als es dem Umsang seines GebieteS und der Zahl seiner Einwohner entspricht. Die Einfuhr je Kopf der Bevölkerung beträgt etwa 150 RM. und diese Zahl würde sich noch beträchtlich erhöhen, wenn man in Rechnung ziehen wollte, daß ja keineswegs, wie in anderen Ländern, da8 ganze Volk Träger der Einfuhr ist, sondern nur der verhältnismäßig kleine Kreis der wirtsck-astlich aktiven Elemente, der weniger als ein Drittel der Gesamtbcvölkcrung ansmacht. Palästinas ^vssenkanäol in Mill. L. I*. Einfuhr Ausfuhr 1934 1933 1934 1933 LelwuSmittcl 2.99 2A2 2.86 Rohstoffe 1.08 0.84 0.05 0.03 Fertigwaren Verschiedenes 9.17 5.74 0.29 0.31 2.00 2.12 — Zusammen 15.13 11.12 3.22 2.59 Tic Einfuhrsteigernng gegenüber dem Vorjahr beruht, wie die Tabelle zeigt, im Wesentlichen auf dem Import industrieller Fertigwaren sowie auf der Gruppe, der Rohstoffe und Halbfabrikate. Darin spiegelt sich ebensosehr der Bedarf an Aufbaumatcrial und Produktionsmitteln für Palästinas Industrie und Landwirtschaft wie die Tatsache, daß die zunehmende Bevölkerung imb der steigende Wohlstand eine Nachfrage nach Fabrikaten des täglichen Verbrauchs geweckt haben, der die Eigenproduktion trotz ihres stürmiscl>en Entwicklungstempos nicht folgen konnte. Tie Ausfuhr-Zunahme entfällt auf Citrusfrüchte und die, vornehmlich aus dem Toten Meer (Brom- und! Kaliaewinnuug) gewonnenen Rohstoffe, während der Jndustrieexport, im Zusammenhang mit dem guten Jnlandsabsatz, zurückging. Einige Bezugs- und Absatzländer Palästinas Einfuhr auS Ausfuhr nach In Mill. LP. Im Mill. LP. 1934 1933 1934 1933 Deutschland 1.66 1.19 Deutschland 0.60 0.37 England 2.96 1.95 England 1.78 1.56 II. S. A. 1.28 0.84 Syrien 0.22 0.21 Syrien 1.08 0.94 Holland 0.08 0.05 Rumänien 0.95 0.58 Aegypten 0.07 0.07 Belgien 0.62 0.35 Rumänien 0.06 0.04 Japan 0.59 0.85 Dänemark 0.05 0.04 Lschechoslow. 0.51 0.31 Schweden 0.03 0.02 Die verschiedenen fremden Partner Palästinas haben nicht ganz gleichmäßig an der Außenunserem Palästina-Berichterstatter handelS-Steigerung teilgenommen. Die Zahlen der deutschen und der palästiucusifchcu Statistik weichen au§ zwei Gründen etwas voneinander ab. Das liegt einmal daran, daß die deutschen Ausfuhrsenduugen, die z. B. am 31. Dezcmber die deutsche Grenze überschritten hatten und somit in die deutsche Statistik eingegangen waren, erst wesentlich später, nämlich nachdem sie die Grenze Palästinas erreicht hatten, von der hiesigen Statistik erfaßt wurden. Hinzu kommt, daß die Waren in der deutschen Aussuhrstatistik mit dem Fobwcrt — also lediglich belastet mit den bis zum Ausfuhrhafen entstandenen Kosten — dagegen in der palästinensischen Statistik mit dem Ciswert, also der inzwischen durch Verschiffung, Versicherung usw. entstandenen Mehrbelastung erscheinen. Ter größte Teil der deutschen Lieferungen entfällt auf Eisenwaren, Maschinen, Fahrzeuge und elektrotechnische Artikel. Allein der Wert dieser Bezüge hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt; er bestreitet heute zwei Drittel der ganzen deutschen Ausfuhr nach Palästina. Neben diesen Produktionsmitteln spielen die Konsumgütor eine verhältnismäßig geringe Nolle. Palästinas Textilbezüge ans Deutschland sind infolge deL internationalen, besonders des japanischen Wettbewerbs auf diesem Markte sogar um eine Kleinigkeit gesunken. Insgesamt hat Deutschland seinen Anteil au der Gesamteinfuhr von rd. 10 auf rd. 12 Prozent gesteigert. Es steht an zweiter Stelle hinter England. Berücksichtigt mau, daß ein großer Teil der palästiueusischcn Importe aus England aus Einkäufe der englischen Behörden — Post, Eisenbahn, Militär, Verwaltung und Polizei — entfällt, die natürlich die englische Industrie bevorzugen dürsten, so ergibt sich, daß im freien und privaten Einsuhrhandel Deutschland auch England gegenüber einen sehr günstigen Platz einnimmt. Allerdings hat wohl auch das Transferproblem zu dieser Entwicklung bcigctragcn. — Palästinas Export nach Deutschland hat sich zwar relativ auch stark erhöht, aber trotzdem ist Deutschlands Aktivsaldo in der Handelsbilanz mit Palästina von 0,8 aus 1 Million LP gestiegen. Die für die Beurteilung der heutigen Lage wichtige Orangen-Erportsaison 1934/35 ist in diesen Ziffern natürlich nur zum kleinen Teil enthalten. Auch England selbst konnte seinen Export nach Palästina erheblich ausweiten, woran, wie erwähnt, die öffentlichen Investitionen sowie der Baubedarf für die Anlagen der Jraq Petroleumgesellschaft und ihre in Haifa mündende Röhrenleitung einen erheblichen Anteil haben dürften. Englands Aktivsaldo im Verkehr mit Palästina hat sich um beinahe eine Million LP vergrößert, obwohl eS feine Bezüge aus Palästina ebenfalls gesteigert hat. Aber der palästinensische Orangenexport nach Großbritannien ist gegenüber den zollbegünstigten Empireländern — Palästina als Mandatsland ist nicht Mitglied deS Britisä-en Zollbundes — im Nachteil. Eine besondere Stellung nimmt Japan aus dem palästinensischen'Markte ein. Seine billigen Angebote bilden nicht nur für die anderen Lieserländer Palästinas, sondern für die junge palästimusische Industrie selber eine empfindlich Konkurrenz. Diese wird um so härter empfunden, als Japan praktisch so gut wie nichts aus Palästina bezieht. Erst in den letzten Tagen sollen sich die zuständigen Stellen bereit erklärt haben, in gewissem Umfang Jassnorangen und, die von der Palest ine Potash Co hergcstellten Düngemittel zu importieren. Die USA, die von Kalifornien auch selber Orangen exportieren, kommen als Abnehmer der Jaffa - Orange nicht in Betracht. Auch bei Ländern wie Rumänien, Belgien und der Tschechoslowakei besteht ein Miß. Verhältnis zwischen Ein- und Ausfuhr nach und Einfuhr aus Palästina. Palästina selbst ist infolge der Mandatsbestimmungen juristisch nicht in der Lage, durch Anwendung von Kampsmaß. nahmen oder Angebot von Sondervorteilen etwas zum Schutze seiner heimischen Produktion oder zur Förderung seiner Ausfuhr zu tun. Die englische Regierung hat jetzt augeküudigt, daß sie bei ihren eigenen Verhandlungen mit fremden Staaten auch an die Interessen des ihr anvertranten Palästina denken werde. Auch die Mandatörcgicrung selber sowie die Vertretungen der hiesigen Wirtschaft entfalten eine rege Derhandlungstätigkeit. Erwähnt sei noch, daß Länder wie Italien, Dänemark, Schweden und Norwegen durch ihre S ch i f f a h r t s - Interessen weit stärker am Außenhandel Palästinas beteiligt sind, als aus den Ziffern der Ein- und Ausfuhr hervorgeht. Ein schwieriges Kapitel bilden Palästinas Austauschbeziehuugen mit seinen Nachbar n. Ans dem palästinensischen Baumwoll- und Seiden- Warenmarkt sind neben England und Italien auch Aegypten und Syrien in den letzten drei Jahren überflügelt, ja zum Teil sogar völlig verdrängt worden. Auch die zunehmende Selbstversorgung Palästinas mag bis zu einem gewissen Grade den Warenaustausch mit seinen Nachbarn beeinträchtigt haben. Endlich hat sich Palästinas Einfuhrbedars immer mehr aus kompliziertere Erzeugnisse und Oualitätsprodukte verlagert, welche die Nachbarn nur schwer zu liefern vermochten. Welche Rolle der Oualitätsgedanke spielt, erhellt -aus der Tatsache, daß z. B. Japan trotz niedrigster Preise auf verschiedenen Gebieten, auf denen es qualitativ nicht leistungsfähig ist. gegen den Wettbewerb teurerer, aber besserer Lieferanten nicht aufkommen konnte. Verhältnismäßig groß ist noch der palästinensische Lebensmittelimport au3 den Nachbarländern. Für daS wichtigste Au8tauschprodukt der Palästinensischen Landwirtschaft, LnjJ UUJJkPfB L (Blhjx&MKjm m _ I&ekhi&tmgs - itndmMe Flen&eiEn SiiüaQFsteii? Damen- und Kinderwaschefabrik Damon-Schlafu. Strandanzüge Lieferant grosser Waren- und Kaufhäuser BERLIN C.2, Spandauor Strasse 29 ■^|^||IIIIIIIIIlIIIHIIiIlii!lill!lliülilllllIIIIIII!illillililliillllI!li!iill!!!!![|in!IIIIll[|ilIiIillliil!lilllIlllllIIIII!llilllilIllillllI!llllil!llllillIII[|l!l[|II[]IlllII!lll||^ TELEFON« E 2, Kupforgraben 1891 Simon Bor Bin SW 19, Niederwallstr. 13/14 Damen-Mäntel — Kostüme — Komplets J> a» Sa»» der g r o » * e n JLagerpoeten ^jliHiiiiiiiiiiininiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiHiiiiiiiHiiHniiiinniiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiHiiiHiiiiniiiHiiiiiiniiiiiiiHiuniit | BeMeudmmg ■ 1 ^III!l!II!>llll!II!!III!IIIII!IIII!III!>!!!IIII!IIII!I!!l!I!!l!!II!IlIII!lllI!l!!l!!!III!I!I!!I!!II!l!!!!I!Il!III!!!!!III!ll!!!III'.!!!!llII!»IIIII!!!II!!!!I!!!III!!!!!I!!!!M!l!!l'.l^ nnr3rr<-rl M rui L»7» W(„; u cJWw-uuv«« Herrenkleiderfabrik Speyer Gegründet 1828 Spezialität: LODEN u. SPORT I Meuner L Basda Ä.-Q. 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