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Central-Verein-Zeitung · 1935-05-23 · 21 (23.5.1935) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
21 (23.5.1935)
Date
1935-05-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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3. Beiblatt der C.-V.-Zeitung Nummer 21 Nummer 4 vom 23. Mai 1935 (Fortsetzung) Das Sozialamt des Bundes Deutsdi-Jüdischer Jugend hatte in der letzten „Seite T nhvnwn der Jugend“ (Nr. 3, C.-V.-Zcitung Nr. 18 vom 3. Mai 1935) eine Reihe von Berichten •L&iirvnn junger Mädchen über ihren Beruf veröffentlicht. Diese Beiträge sollten vor allem den jüngeren Mädchen, die vor der Berufswahl stehen, ein plastisches Bild von ihrer zukünftigen Arbeit geben. Lebendiger als die Berufsberaterin es vermag, schilderten die älteren den jüngeren Kameradinnen die Licht- und Schattenseiten ihrer täglichen Arbeit. Dabei wurden in erster Linie die Berufe berücksichtigt, die auch heute noch Jüdinnen in Deutschland offenstehen. Aber naturgemäss konnten wir nicht alle erfassen. Wir veröffentlichen daher heute eine Reihe neuer Berufsschildeningen. Sie vermitteln uns über die praktische Seite hinaus zugleich einen Einblick in das Arbeitsgebiet, dass den grössten Teil des Lebens dieser jungen Mädchen in Anspruch nimmt. An der Art und Weise, wie unsere Kameradinnen im Beruf stehen, lernen wir Menschen .dieser Tage von einer neuen Seite kennen. Haushaltpflegerin Das ist ein Beruf, der sicher nicht allen bekannt ist. Wie ich darauf kam? Ganz einfach. Das Einjährige hatte ich hinter mir, Lust, das Abitur zu machen, hatte ich nicht, dafür aber i-rhr viel Sinn für Kinder und für Hauswirtschaft. So entschloss ich mich, in eine Frauenschuln zu gehen. Dann kam der Umsturz, und damit verschlossen sich für mich auch ein Teil der Berufsmöglichkeiten. Auf der Berufsberatung wurde mir geraten, entweder Kindergärtnerin oder Haushaltpflegerin zu werden. Ich entschloss mich für das Letztere. Zunächst einmal muss man eine gute haus- ‘ wirtschaftliche Durchbildung haben. Man braucht also nicht nur drei Jahre (so lange dauert die praktische Arbeit) irgendwo an demselben Fleck zu arbeiten, sondern man hat viel Abwechslung. Zuerst wurde ich Haustochter in einem Gross betrieb... Dort lernte ich alles, was zur Hauswirtschaft gehört (kochen, backen, einmachen, nähen, Zimmer machen usw\). Jetzt arbeite ich in einem Kindergarten als Helferin und habe vor, noch in einen Privathaushalt zu gehen und nähen zu lernen. Nach den drei Jahren Lehrzeit muss man. ein Jahr auf ein Haushaltpflegerinnenseminar gehen und dann ist man fertig, das heisst, jeder,, der bis dahin erfolgreich gearbeitet hat, hat die! Berechtigung, faauswirtscbaftliche Betriebe, 'Grossküchen usw. zu leiten. Auch in diesem Beruf gibt es weniger schöne Seiten. Die Freizeit'ist kurz und die Arbeit am Anlang anstrengend. — Aber wenn man tüchtig ist, erreicht man in jedem Beruf etwas. Ich habe wenigstens vor, in meinem Beruf Ueberdurchschnittliches zu leisten. Lotte Hirsch (Karlsruhe). Sozialfürsorgerin Ls gehörte immer, ganz besonders aber heute, eine starke innere Kraft und Einsatzbereitschaft dazu, den sogenannten Beruf der Fürsorgerin zu ergreifen. Ich brauche nicht von der Not aller jüdischen Kreise zu sprechen. Ich kann in diesem Rahmen auch kein Bild von dem unsagbaren Elend geben, dass bei vielen dieser Menschen heute herrscht. Ich brauche auch nicht von den immer knapper werdenden Mitteln und von der grossen Schwierigkeit, heutenoch mit Geldmitteln zu helfen, sprechen!. Denn das wisst Ihr ja alle selbst! Aber auch wenn man das weiss, dar! man nicht, wie das leider so oft geschieht, resigniert sagen: „Wozu heute noch Wohlfahrts- Püege, mau kann ja doch nicht helfen.“ Gerade dann erst wird es sich zeigen, ob Und wie man dem Beruf als Fürsorgerin gewachsen ist. Denn in diesem Augenblick be- S'nnt die schwerste, aber auch schönste Auf- A>s für uns. Selbst wenn wir mit leeren bänden kommen müssen, können wir doch ein wenig Freude und Hilfe all denen bringen, die v’ertraucmd und bittend zu uns kommen. Mitv’5rstehend, mitfühlend, nicht mitleidend Thesen wir zu den Menschen gehen. Oft sind es gerade die Sorgen und Nöte, über die . man. nicht mit uns sprechen will, und es ist ein beglückendes Gefühl zu spüren, wie gut es dm Menschen tut, sich einmal alles vom Herzen herunterreden zu können. Da müssen wir es '■erstehen, mit spürbarer Anteilnahme zuzubören; gelingt uns das, dann haben wir schon einen kleinen Teil an „fürsorgerischer Arbeit“ geleistet. Dann aber auch wird unser Rat.- gebraucht, sei es, dass Familierietreitigkaiten vorliegen, sei es, dass die Kinder den Eltern Sorgen und Erziehungseebwierigkoilcn bereiten. Wieder andere können sich mit den gegebenen Verhältnissen nicht. abfinden, sie wissen eich nicht in das plötzliche Schicksal von.. Not und Elend hineinzufinden. Gerade dann wird von uns Fürsorgerinnen ein sehr grosses psychologisches Verständnis verlangt- Daneben aber müssen, wir auch Über laisächliches Wissen verfügen! Rechtliche Fragen, Stellung von Eltern und Kindecp.-Berpfsmögr lichkeiten, alles das muss, uns, vertraut" sein. Wenn wir heute nicht mehr die Möglichkeit haben, die fürsorgerische Ausbildung einer sogenannten Frauenschule zu gemessen, die früher Vorbedingung für den Beruf der Fürsorgerin war, so gibt es eben jetzt nur den einen Weg: durch praktische Arbeit in den verschiedensten Zweigen der fürsorgerischon Tätigkeit sich auf allen Gebieten Wissen anzueignen, das erst, wenn man einen Gesamtüberblick über die fürsorgerische Arbeit hat, beruflich ausgewertet werden kann. Persönliche Eignung ist gerade für diesen Beruf unbedingte Voraussetzung. Einfühlungsvermögen, Hilfsbereitschaft, pädagogische Fähigkeiten sind die ersten und wichtigsten Eigenschaften für die Wohlfahrtspflegerin. Dann, wenn sie diese Voraussetzungen erfüllt, wird sie den schwierigen Aufgaben, die ihr gestellt.sind, ' gewachsen sein. Nicht immer ist es Freude und Hilfe, die wir den Menschen bringen. Man muss verstehen, . was es heisst, den oft unendlich verbitterten Menschen, die hilfesuchend zu uns kommen, nur unser Verständnis, nicht aber auch pekuniäre Unterstützung geben zu können. „Verständnis nützt uns nichts, davon werden wir nicht satt.“ Immer wieder wird man solche und ähnliche Antworten hören und hinnehmen . müssen. Davon darf man sich nicht entmutigen, und zurückstosäen lassen. Man muss auch das verstehen lernen! Verständnis für die Menschen, für alle Menschen, die ihr inder Arbeit begegnen, das ist, es, was die Wohlfahrtspflegerin auszeichnen soll. Wenn man in der jüdischen Wohlfahrtsarbeit steht, dann muss auch das Verständnis für jüdische Fragen da sein. Und wenn es fehlt, dann muss es erlernt und erarbeitet wer- den. Hier liegt eine Schwierigkeit für alle die, die erst jetzt in die jüdische Arbeit hinein-. gekommen sind. Aber gerade hier dürfen wir nicht versagen. Kein Opfer an Zeit darf uns . zu gross sein, um zu lernen, jüdisches Leben zu begreifen. Eva Tcndlau (Berlin). * Die Ausbildung zur Fürsorgerin fand bisher an staatlichen sozialen Frauenschulen statt. Heute ist sie gemäss der Ariergesetzgebung für Nichtarier stark beschränkt. Diese Schulen, Wohlfahrt-, Volkspflege- oder Soziale Frauenschuleri, bestehen in Berlin W 30, Barbarossastrasse 50, Köln und Frankfurt.a. M. Genaueres ist bei jedem Berufsamt zu erfahren. „Fürsorgerin“ ist der Oberbegriff für die Spezialberufe der Gesundheit- und Wirtschaftfürsorgerin und der Jugend Wohlfahrtspflegerin. Wieweit die Ausbildung in .Zukunft noch in diese Fächer aufgeteilt sein wird, steht noch nicht fest. Zum grössten Teil ist die Ausbildung in diesen Berufen die gleiche, während die Voraussetzungen verschieden sind. . , Für die Gesundheitsfürsorgerin wird verlangt: . a) Obersekunda reife und ein Examen als : Kranken-1 oder Säuglingsschwester (zweijährige . Ausbildung); . . , . . . . bl Abitur (auch Frauenobersehule) und eine einjährige Tätigkeit in der. Krankenhzw. Säuglingspflege. - Für die Wirtsc-haftsfürsorgerin wird verlangt: a) Obersekundareife, die Abschlussprüfung einer anerkannten Handelsschule und eine einjährige . Berufstätigkeit; . . . , . bl Abitur und eine einjährige erfolgreiche Tätigkeit in'der Wohlfahrtspflege (hierunter fällt auch .Tätigkeit in Kindergärten oder Heimen, soweit sie anerkannt sind); .! . .... . , , o.) Obersekundareife und vierjährige erfolgreiche Berufstätigkeit. Für die Jugendwohlfahrtspflogerin wird verj la"aVdic gleiche Vorbildung wie für die Gesundheitsfürsorgerin:. , „. t , b) die staatliche Prüfung als Kindergärtnerin, Hortnerin oder Jugendlciterin; •.- , c) Obersekundareife und eine dreijährige erfolgreiche Tätigkeit, in der Wohlfahrtspflege (siehe Abitur und einjährige erfolgreiche Tätigkeit - in der Wohlfahrtspflege. . Etwas abweichende Vorbildungen werdenin den meisten Fällen auch noch anerkannt- .. The« Ehrlich (Köln). Ich wollte Aerztin werden. Durch die veränderten Zustände in Deutschland war es nicht möglich. Im Ausland zu studieren, kam nicht in Frage. Ausserdem ist mir auch in den letzten Schuljahrenklar geworden, dass meine Interessen auf anderem Gebiet lagen. Ich bin im Bund, und vor zwei Jahren bekam ich eine Mädelgruppe zur Führung. Es machte mir sehr viel Freude, besonders, weil ipb merkte, dass ich leicht Fühlung mit den Mädels bekam. Hier war ein neuer Weg, ' Menschen zu helfen, zu versuchen, sie zu formen. Der Wunsch, einen Erzieherberuf zu haben, entstand, blieb und wurde immer stärker. Ich wollte Kindergärtnerin werden, dann Volksschullehrerin. Ich kann über diesen Beruf nichts aus Erfahrung schreiben, weil ich erst anfangen werde zu lernen, nur davon, warum ich ihn gewählt habe, und was man, nach meiner Ansicht, von sich dafür zu verlangen hat. Bei mir war das Bestimmende, Kinder zu fördern, rein wissensmässig und — soweit mir das möglich ist — charakterlich. Ich kann, wenn ich mich an meine verschiedenen Lehrer erinnere, genau erkennen, welche von ihnen, und wieweit diese für mein Weilerkommen. wichtig waren. Es gab dabei Menschen, die, ohne dass ich es damals merkte, grossen Einfluss auf mich hatten. Ich hoffe sehr, dass es mir gelingen wird, einmal ähnlich zu den Kindern, die man mir anvertraut, zu stehen. Ein guter Kamerad zu sein, und doch das zu ihnen zu sagen, was sie brauchen. Zum Kamerad- Sein gehört gegenseitige Anerkennung, dann sind Lehrer und Schüler Freunde.. Das genügt nicht. Es muss ein Abstand zwischen ihnen sein; nicht, weil der eine die Machtmittel in der Hand hat, der Abstand muss ganz selbständig wachsen, durch die Persönlichkeit des Lehrers, durch die innere Anerkennung seiner Entscheidungen durch das Kind. Dazu ist wissensinüssige und innere Ueberlegenheit notwendig. Der Lehrer muss sich bewusst sein, dass er immer Vorbild zu sein hat, in allem; was er tut. Er muss sicher sein. Er muss so leben, dass er Anerkennung verlangen kann. Sie zu erringen, wird ihm nur gelingen, wenn er mit Freude an seinen Beruf herangeht. Er ‘ muss das Bedürfnis haben, zu lehren. Er muss klar das Ziel, das er erreichen will, vor sich sehen. Er will Kinder nicht zu irgend etwas hinziehen, das ausserhalb ihres Lebens liegt; Erziehung heisst hinführen zu sich selbst. Das kann er nur, wenn er ein Bild von dem Kind . hat. Auch darüber muss man sich klar sein, dass man genug Urteilskraft haben muss, das Kind als das zu erkennen, was es ist. nicht nur als den Menschen, als den es sich im Unterricht gibt. Man kann ja nicht von allen das gleiche verlangen, alle gleich haben wollen, sondern jeder soll zu der Persönlichkeit werden, die er ist. Jemand, der Lehrer werden will, wird vorher ausprobieren müssen, ob es ihm gelingt, Kinder zu fesseln, ob sie von dem guten Willen, den man ihnen entgegenbringt, etwas merken und darauf reagieren, ob man ihr Interesse und ihre Zuneigung gewinnt. Man wird vielleicht sehr um sie kämpfen müssen, weil ja Kinder einem Lehrer doch meist Misstrauen entgegenbri-ngen, oder doch jedenfalls, wenn das Band, das zwischen ihnen entstehen muss, nicht von Anfang an da ist, ausprobieren, wieviel er sich gefallen lässt, wieweit man mit ihm gehen kann. Aber ich glaube, dass man, wenn die Anforderungen dieses Berufes, die ich angedeutet habe, einigermassen erfüllt sind, sein Ziel erreichen muss. Wenn man nur ganz stark will, und das ist allerdings Voraussetzung. Ich glaube, dass dieser Beruf, wenn er wirklich Freundschaft und Anerkennung schafft zwischen Angehörigen zweier Generationen; inehr Befriedigung geben kann, als jeder andere. Ilse Fabisch (Breslau). Ausblldungsgang: Jüdische Lehrerseminare Würzburg (orthodox) und Berlin (liberal). 3 Jahre Abschlussexamcn. Orthopädin Der Beruf der staatlich geprüften Masseurin und orthopädischen Turnlehrerin gehört zu den typischen Frauenberufen. Wohl gibt es männliche Masseure, und es wird, soll und muss eie geben, aber für einen grossen Teil der Arbeit, speriell dort, wo es sich uni die sogenannte Heilgymnastik handelt; dürfte die Arbeit der . Frau aus verschiedenen Gründen unersetzlich sein. Der Beruf der orthopädischen Hilfsarbeiterin ist nur sehr von fern mit dem der allgemeinen Gyrnuastiklehrerin verwandt. Das Gemeinsame mit dem. der ernsthaften Gymnaetilriebrerin — zum Unterschied von der tänzerisch-schauspielerischen — ist nur die gründliche Kenntnis des anatomischen Körperbaues und der daraus folgende logische Aufbau der Gymnastik. Die orthopädische Massage und Gymnastik verlangt wirkliche Liebe zum Beruf, denn sie untersteht den sogenannten ärztlichen Hilfsarbeiten. Wirkliche Eignung für den Beruf bringt also nur diejenige mit, die neben manueller Geschicklichkeit, geistiger Elastizität auch Einfühlungsvermögen und Einfühlungswillen für die psychischen Verschiedenheiten mehr oder weniger kranker Menschen besitzt. Der Beruf gehört an sich zu den freien Berufen, denn nach bestandenem Staatsexamen ist es durchaus gestattet, Dllll!II!lil!llIllIll!!lIHI!lIlll!!l!!li!IIII!IllliIIIIIl!llillllll!llllini!lllIIIIIIIl Maiiied Wenn die Sonne lacht und die Bäume blüh’n, fahr' ich mit dir in das Land hinaus. Wenn wir durch den Wald und die Wiesen geh'n, fügen Blütenzweige sich zum Strauss. Grüsst der Himmel hell, scheint die Sonne warm auf das bunte, neubelebte Feld. Legst du deine Hand dann auf meinen Arm, schenkst du mir dann alles Glück der ' Welt. (Entnommen dem Cedichlband „Worte am W ege*% den der Bund Deutsch' Jüdischer Jugend in Kürze im Philo-Verlag, Berlin, hcra-isgihl.) cuuiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiuiuiiiimiiimmuiiiiummiimiLUiiiuuuuB sich einen eigenen Patientenkreis durch ärztliche und private Empfehlung zu schaffen. Jedoch wird jede verantwortungsvolle Masseurin stets Wert darauf legen, mir dort Behandlungen zu übernehmen, wo sie mit dem behandelnden. Arzt in direkter Verbindung steht. Die Berufsaussichten sind nicht ungünstig, allerdings dürfen die Verdienslansprücbe nicht hoch geschraubt sein. Da eine Zulassung zu den Krankenkassen nicht mehr möglich ist, müssen wir uns darauf beschränken, die Menschen zu unseren Kunden zu rechnen, die keiner Krankenkasse angeboren. Der Beruf stellt Ansprüche an den ganzen Menschen. Neben körperlicher Anstrengung werden hohe Anforderungen an physisches Können und tatsächliches Wissen gestellt. Wenn auch der Arzt die Behandlung des Patienten in Händen hat, obliegt doch ein wesentlicher Teil . der technischen (und häufig nicht nur der teeb- , nischen) Durchführung derselben der Masseurin und Turnlebrerin. Daher soll nur diejenige, die Liebe zum kleinen Kinde wie zum alten Menschen, hat, diesen Beruf ergreifen. Ilse Wolff (Berlin). '; Ausbildnngsgang: Dauer bis zum staatlichen Massage-Examen sechs Monate: die Ausbildung im orthopädischen Turnsaal weitere sechs Monate. Es ■ ist für Nichtarier heute nur noch möglich, das staatliche Massage-Examen zu machen, während ' die Staatsprüfung für orthopädisches Turnen, da sie im Zusammenhang mit der Prüfung auf der Hochschule für Leibesübungen steht, den für diese . geltenden Rechtsvorschriften untersteht. Zur Anstellung in ärztlichen Privatinstituten genügt jedoch die Massage-Prüfung und eine private Ausbildung im Turnsaal. Das Mindestalter für das Massage-Examen ist das vollendete 20. Lebensjahr; als Schulbildung genügt Volksschulbildung. Sportlehrerin Schon als Kind von zehn Jahren wollte ich Sport- oder Gymnasliklehrerin werden. Der Sport bedeutete mir-alles, und ich malte mir ständig aus, wie herrlich es sein müsste, ihn . als Lebensberuf erwählen zu dürfen. Alle meine kleinen und. grossen Sorgen waren, sobald ich den Sportplatz oder die Turnhalle betrat, vergessen. Meiner Ansicht nach ist es nun für eine Sport- oder Gymnastiklehrerin Grundbedingung, dass sie im Sport völlig aufgeht. Nur dann ist es möglich,-anderen Menschen etwas zu geben, das wirklich Wert und Gehalt besitzt. Voraussetzung ist eine überdurchschnittliche körperliche Veranlagung; Je grösser die sportliche Begabung, um so mehr Autorität besitzt man bei seinen Schülern! Alle Arien des Sports müssen bekannt und erlernt und beherrscht werden. Es ist weitaus wichtiger, in allen Sportdisziplinen gute Durchßdinitlsresultate zu erringen» als z. B. nur im Schwimmen eine Höchstleistung verzeichnen zu können. Auch bei Spezialisierung ist eine sportliche „Allgemeinbildung“ nötig. Je vielseitiger der Lehrer, um so mehr lernen seine Schüler. Das günstigste Alter für eine Sport- oder Gyinnastiklehrerin ist das zwischen 20 und 40 Jahren. Im allgemeinen ist es natürlich besser, wenn man in möglichst frühem Alter mit der Erlernung des Berufs beginnt.

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