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Central-Verein-Zeitung · 1935-05-16 · 20 (16.5.1935) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
20 (16.5.1935)
Date
1935-05-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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lieft des §§ i; Qtg&TL st *3rfincCf hohe bei her iöcrhrciiun^ der „Protofoilc" tu guiem Glauben gcljandcll. L eliI u sc er klär un g des Rechtsanwalts Brunschvig Tr» Ausführungen der Parleicnvertreter wurden sodann mit einer von Rechtsanwalt B r n n j ei) v i g verlesenen Erklärung folgenden Inhalts obgesthlo.ssen: Tie Rrinatklägerschast bestreitet die gegncrischeu Aussührnngen. verzichtet aber ausdrücklich auf eine Replik, da sie anläßlich der ersten Parteivoriräge die Frage erschöpfend und ausgiebig behandelt bat. Schlussworte der Angeklagten jinnmcfir erhielten die Angeklagten das Schlußwort. Der Angeklagte Aebcrsold stellte den Antrag aus Freisprechung unter Zubilligung einer Entschädigung, da er wit >er ganzen Lache nichts zu tun l>ave. Ter AngejuMdigte Haller bedauerte es. das; sein ehewatiger Bundeskamerad 2i)eodvr Fischer nicht zu den Berl)anülungcn erschienen sei. Er habe Fischer darauf aufmerksam gemacht, das; er sich mit dem inkriminierten Ausruf ..An alle Heimattreuen und blntvcwußten Eidgenossen!" nur in dem patrivtiselien. nicht aber nt dein antisemitischen Teile einverstanden erklären könne. Er. Haller, lehne eine Sprache. tvie sie in dem Bnndesorgan ..Der Eidgenosse" geführt worden sei. ab. Er habe seine Funktionen in dem Bunde schon früher niedergclegt und müsse Klage darüber führen. das; er überhaupt in dieses Verfahren hineingezvgeit worden sei. Dadurch, daß man ihn in diese Angelegenheit verwickelt habe/ sei ihm auch persönlicher Schaden erwachsen, denn er sei im Geschäftsverkehr nicht nur von Juden, sondern insbesondere und) von Nichtjuden gemieden worden. Haller, der einer alten Berner Familie entstammt, wies ferner daraufhin, das; er wegen seines jüdtschen Aussehens manchmal selbst'von gewi'scn Leuten 311111 Juden gestempelt worden sei. und bemerkte hierzu: Die Leute aber, die die Menschen nach der Nase taxieren, sind bei ntir gleich erledigt. Obwohl Haller einige antisemitische Bemerkungen machte, suchte er sich doch von den neueren auiiseutitischeu Strömungen in der Schweiz zu distanzieren. Oie Anträge der Kläger Mit diesen Erklärungen ist das Verfahren abgeschlossen. Es war auf Grund einer Anzeige der Klägerschaft als Ofsizialversahrcu durchgesührt ivordcn. Namens des Schweizerischen Israelitischen Gcmeindcbundes und der Kitttiisgemeindc Bern wird beantragt. die A'ngeschuldigten Theodor Fischer und Silvio Schnell nach dem Gesetz über das Lichtspielwesen und Mchmtchmen gegen die Schundliteratur zu bestrafen und die ..Zionistischen Protokolle" sowie den. Aufruf ..An alle Heimattreuen und blntbewnßten Eidgenossen" zu konfiszieren. Bezüglich der Angeschnldtgten Haller. Tr. Meyer und Acbersold stellen die Kläger keine Anträge, sondern überlassen dem Richter die nach der Lachlage gebotene Entscheidung. Strafanzeige gegen die Zeugen der Oktober-Verhandlungen endgültig erledigt Ter Angcschnldigtc Lilvio Schnell batte gegen zehn Zeugen aus der Oktobcrverhandlnng. so Rrosessor Weizmann. Erminister Dlilsnkoff. Profcisor Lwatikoff. Oberrabbiner Tr. Ehrenpreis. Bnrzess und andere Strafanzeige wegen lvissentlich falscher Zeugenaussage eingcreicht. Am ersten Verhandlungstage hatte der Präsident mitgeteilt, das; die Anzeige gegen neun Zeugen zurückgewiesen sei. das; aber wegen des Zeugen Burzesf noch Ermittlungen schweben. Nunmehr teilte' der Gerichtspräsident folgendes mit: Ter zuständige Iliitersuchung-.-a-ichler und der Staatsanwalt beschließen, der Ltrafanzcige gegen Wladimir Vurzeff wegen wissentlich falscher Zeugenaussage keine weitere Folge zu geben. Die Eröffnung der Präliminarinttersuchung erfolgte eines Mißverständnisses wegen, das durch eine Lücke im stenographischen Bulletin der Oktoberverhandlungen entstanden sei. Burzesf ist Entschädigung zuzusprechen. Nachdem der Präsident zu Beginn dieser Prozeßverhandlung bekanntgegeben hatte, daß die zuständige eidgenössische Behörde der Strafanzeige des Lilvio Schnell gegen die Zeugen der ' Oktobervcrhandliingcn keine Folge gegeben habe, hat Lilvio Lchncll inzwischen gegen den Entscheid appelliert. Der Gerichtspräsident-' gibt nunmehr heute folgenden Entscheid des Generalprokurators bekannt: Ter Rekurs des Silvio Schnell gegen die Entscheidung des Untersuchungsrichters und Staatsanwaltes wird^ äbgewiescn. Die Kosten werden dem Lilvio schnell auserlcgt. Material über die „Bne Mosche“ für den Berner Prozess Auf Aufforderung der Vertreter der Privatklüger im Berner Prozeß um die ..Protokolle der Weisen von Zion" hat das Jiddische Wissenschaslliche Institut in Wilna sämtliche in seinem Archiv aitfbewahrtcn Materialien über die von Achad Haam 1589 in Odessa begründete nationale Liga „Bne Mosche", nach Bern gesandt. Weitere Prozesse? Ter „Völkische Beobachter" vom 12. Mai berichtet unter der Ueberschrift: „Eine Reihe neuer Prozesse zu erwarten" folgendes: „Gleichviel aber, wann das Urteil gefällt wird, und gleichviel, wie dieses Urteil anssällt, kann man setzt schon sagen, daß damit der Streit um die Protokolle und um die damit zusammenhängenden Fragenkomplexe keineswegs beendet sein dürfte, vielmehr besteht alle Aussicht, daß ein ganzer Rattenkönig von neuen Prozessen entstehen wird. Ein erster Prozeß ist übrigens schon angesagt: Oberstleutnant Fleischhauer hat für Tienstag. den 14. Mai. eine Borladung erhalten, in einem Verfahren wegen „Ehrverletzung" zu erscheinen, das anscheinend von sreimanrerischer Seite gegen ihn cingeleitet wurde, und womit sein dringender Wunsch in Erfüllung gegangen ist, sich gegen die srcimaurcrischc Behauptung öffentlich wehren zu können, daß er falsche Zitate angeführt habe." Für den Leser der Hefte des „Morgen ist cs von besonderem'Reiz, dem Leitgedanken nachzuspüren, der die Zusammenstellung des Etnzclhestes bestimmt hat. ohne daß er etwa in einer Bezeichnung als Sonderheft sich einen besonderen Aus- - druck verschafft. Die Titel der Mehrzahl der Zinssätze des Mai- Heftes lassen cs als künstlerischen Fragen geividmet erscheinen: Fragen der Kunst int weiteren «inttc. Kunstgeschichte. Knnstbctrachtung. Studie ' des Kunstempfindens und 'Persönlichkeit des Künstlers. Einen Ausschnitt aus der.Geschichte jüdischer Knust . gibt uns Helen Rosenau „Frühjüdische Architektur": religiöse und soziale Geschichte wird gleichzeitig in den knappen aber gehaltvollen Ausführungen, die sie von Architektur und Bildkunst gibt, lebendig. In einfacher, aber überaus klarer und anschaulicher Weise vermittelt Paul Wohlfährt in „Ekklcsia und Synagoge" den Eindruck der Plastiken der siegreichen Kirche und der geschlagenen Synagoge an der Reimsex Kathedrale, am Straßburger Münster tind aut Bamlierger Tom. der Werke gotischer Plastik, dercu übersinnlich.sinnliche Schönheit den dem Symbol ursprünglich zugrunde liegenden Gedanken von Streit. Sieg und Vernichtung beim Beschatter ganz zurücktreten läßt. Alle Problematik der künstlerischen Persönlichkeit ersteht in der Geschichte der Freundschaft und des Bruchs zwischen Friedrich Hebbel und seinem Biographen, dem jüdischen Literaturschriftsteller Emil Kuh (Paul Bornstein: „Friedrich Hebbel und Emil Kuh"), nur, ein Ausschnitt aus dem Leben eines Großen und aus einer Zeit, aber ein überaus bczichungsreichcr Ausschnitt. Die Problematik des Werkes, des Werkes eines jüdischen Künstlers zeigt uns Werner Kraft (Uebcr den Tod) in seinen Betrachtungen zu Franz Kafkas „Traum", die den Ecdankeninhalt dieses Traumbildes tief onsschöpscn, wenn sic auch in ihrer kommentierenden Form dcnt künstlerischen Eindruck eines bei aller Synt- , bolik in den Mitteln seiner Wirkung letztlich einfachen Werkes nicht gerecht werden. — lind eines ' anderen jüdischen Dichters. I. L. Percz'. gedenkt Israel Bergmann anläßlich seines 20. Todes- Aber man wird dem Leitmotiv des Maihestcs nicht gerecht, wenn man cs nur aus Kunst und Künstler abgestimmt sein läßt. ..Eine Forderung: Wissenschaft" heißt der Mahnruf, der das Heft cinlcitet und zur Gründung einer jüdischen wissenschaftlichen Gesellschaft aufsordert. Tie Beziehung der Tendenz dieses Aufrufs zu den künstlerischen Themen liegt in dem allen gemeinsamen, hier durch die Form, dort, durch den Stofs geprägten Ausdruck der Sehnsucht nach der Ausrechterhaltung der Verbindung zwischen jüdischem und nniversalem Geistesleben. Wenn von; Ausgaben der jüdischen, wissenschaftlichen Gesell- ' schast..die nicht bloßer Bildungsvermittlung. fPn. dern der Forschung, dem lebenden Wissen dienen soll, gesprochen wird, so heißt es: „Daß auch dieses Wissen lebendig bleiben .muß in Entwich - lung. in Zusammenhang mit der einen großen allgemeinen Wissenschaft. Daß vielevon uns - neu zu sehen ist. weil wir gelernt haben, anders in die Welt zu blicken: so gerade jene Güter abendländischen Geisteslebens, die uns jetzt um s» - ferner rücken, se selbstverständlicher sie uns früher . schienen, aus die zu verzichten für uns der Tod, aller Wissenschaft, ja geradezu Sclbstansgabe ‘ wäre." In diese Beziehung zum universalen Geistesleben stellt auch Ignatz May bäum seine Besprechung der neuerschienenen Briese von Franz Rosenzweig (Franz Rosenzwcigs Vermächtnis), wenn er in der Schilderung von Rosenzwcig-r Entwicklung zum Judentum neben den jüdischen die aus Deutschtum und Enropäertum sich ergebenden Züge hervorhebt, und wenn er die Betrachtungen der Briese über die Wettreligionen dem Lessingschen Nathan vergleicht. Es ist von Reiz, den Maybaumschen Gedankengängen nach, zugchcn, auch für den. der nicht jeder gedanklichen Zuspitzung folgen, nicht jede Parallelstellung vcr- "schiedenartiger geistiger .-Vorgänge anerkennen will. So verbindet ein inneres Band das ganze Heft. Aus dem reichen Inhalt der Buchbesprechungen sei die Erörterung einer Schrift von Gerhard Keßler ..Tic Familiennamen der Juden in Teutsch.' land" durch HannS R e i ß n e r hcrvorgchoben. F.E. F. Frankfurt 0. M.: 20. Mai, 20 Hör 30 Min.: Eci'rllschafr fiit jüdische Volksbildung. Lag ba-Cmer-iZeicr. Mitwirkendc: (Scrta ' Oppenheim. Ianko Äautfmann. -Am Flügel: Leni Morgcnstcrir-Lorsch. Vcreinshaus Lschcrshcimer Landstreße 27. Rhein-Ruhr: Jüdischer Ärlmrdund. Lortroz Hans Hinrich: „Litt ein Film entstein": 16. Mai, 20 Uhr 30 Rin.: Aachen: Deinsaal des Etädt. Äonzerthauscs. 18. Mai. 21 Uhr: Arefeld: Gemeindehaus .Liebfrairrri, . Wcbcrftraße. . . 20. Mai, 20 Uhr 1.*> Min.: Liiln: Rhcinlandlogc. 21., 22. und 23. Mai, 20 Uhr 30 Min.: Dortmund: Ecmcindehaus. Konzert Boris' Schwarz: 18. Mai, 21 Uhr: Recklinghausen: Gemeindehaus. 19. und 20. Mai, 20 Uhr 30 Min.: Wuppertal: Frauenkliib. 21. und 23. Mai, 20 Uhr 30 Min.: Duisburg: Theodor Lautrrhau«. 22. Mai, 20 Uhr 30 Min.: Gelsenkirchcn: Loge. E vc M a rkt Julius Harnik Verlobte Breslau, Mai 1935 Yorckstrass« 54 Gortenslrasse 52 Statt Karton. Hocherfreutr.eixon ivir dio glückliche Geburt eines tiUminltalters an Alfred V/clnheber und Frau TrudI £eb. Schreiber. Else Levi Fred Hausner Verlobte München, Mai 1935 Oskar Fuchs Hilde Fuchs geh. Kahn Vermählt«» Heilbronn a. N., 21. Mai 1935. Ubland»tr. 25. Robert Sternau Jlse Sternau-Wallach Spanien Mm Ui&termayer Leinenhaus u. Wäschelabrik AUGSBURG Gegründet 1878 Brautausstattungen I gediegen geschmackvoll gut zweckmäßig preiswert Auf Wunsch Vorlage dar Musterwähl oder Angebot von Ausstattungen jeder Preislage. f Staff Karten! OTTO SCHLOSS KÄTHE SCHLOSS geb. Rosenwold VERMÄHLTE Hannover, Redenstr.-3. den 21. 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Hoffmann •{ | PiulrlU^horlcu imöohrclnriat: Larnhorgcr Ltr. 18 hd - Dr. Kopistoju (Corueliun 5719) und an der Abondkasso 8 ÜQG nachdem SUAtiKlI Sciiöne ond bülios Weisen bsr»«, - Benin in-:'» DALMATISM vonEM 234 - „ (Voucdlff—SEflgrofMi—Trlrst) v°” «M. S.ÜS,. u i nffie-BLBBEBDRIfl 133.- „• 1 (Vonodlg-Abbnr.ta-Triest) 011 * ' “ W 40 - ciuschl aller Loihtuugou für Fahrt und Aufenthalt 1 SU,“; EeissMra Mlanlit Express S."; »SS!» 1 iiiiHiiHtiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiniiiiiiiniiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Frau Ma?y Osrs-Lindemann Schriflstollorln u.t ortra^skünstlcrln erteilt Kanzelredccrn und Vortragenden jeder Art Unterriebt bis zur Vollendung. BcsdtigungvonI)ialekt.onus,is-., Kolleustudianu für Schauspiel und Oper. Anmeldung: J 9 1353 u«. 1 und ^4Ooiiorslioneii M. BßESSCMULl, | Königsberg I.Pr^Junkerstr. 12. Monatsschrift der deutschen Juden . Das Maiheft bringt: Ein# Forderung i Wissenschaft Ignaz Maybaurn, Franz Roser:- zweig» Vermächtnis Helon Rosenau, Frühiüdlsdie Architektur . Paul- Wohlfarth, Ekklesia und Synagoge Jakob Picard, BarKochba (Gedicht) - Leo Hirsch, An derGrenze (Schluss) Paul Bornstoln, Friedrich Hebbel und Emil Kuh Worncr Kraft, Zu Franz Kafkas Glossen / Buchbesprechungen EINZELHEFT 1.- M. Philo Verlag und Buchhandlung G. m. t>.H. BERLIN W. 15, PorUarSlra». 44 NACH^ 'K£ 1 Ilk\jfär4 \ PA II f Oer neue regelmäßige Sdineliäienst Triest’-cs mit dem modernen 10000-Tons.Eink(a$sendomDfef . TEL-AVIV Nur eine Klasse von höchstem Komfort; fließendes Wasser, kolt und warm, in jeder Kobine. Große, schöne Gesellschafisröumei,Sportdeck,Schwimmbassin usw. Alle Bequem« lid^keiten an Bord. Erstklassige rituelle Verpflegung. Nächste Abfohrten: Ab Triasfi Ab Haifa: D. Tel-Aviv ........ 24. Mai 14 Uhr 17. Mai 15 Ohr D. Tel-Aviv 7. Juni 14 Uhr 31. Mai 15 Uhr D. Tel-Aviv 21. Juni 14 Uhr 14. Juni 15 Uhr D. 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