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Central-Verein-Zeitung · 1935-05-09 · 19 (9.5.1935) · page 19

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
19 (9.5.1935)
Date
1935-05-09
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Die NMMMW JDon unserem Paläslina-Derichlerskatker Tel.Aviv. 26. April. Die offizielle Verschiffungssaison für die Citrusernte Palästinas ist am 15. April zu Ende fleaanflcn. Bis zn diesem Zeitpunkt wurden rund 7/M Millionen Kisten verschifft, das sind 1,74 Millionen mehr als im Vorjahr. Von der Gesamtmenge entfallen (W2 000 Kisten auf Grapefruits, 60 000 Kisten auf Zitronen, der Nest auf Orangen. Auf den ersten Blick widerlegt dieses Ergebnis scheinbar restlos alle Zweifel an der Wirtschaftlichen Zukunft des Orangcnbaues. die man in letzter Zeit so oft gehört hat. Aber ganz so einfach liegen die Dinge doch nicht. Es ist noch gar nicht so lange her, daß selbst unterrichtete..Kreise den Standpunkt vertraten, die L-rangenkultnr sei unbegrenzt ausdehnungsfähig. In letzter Zeit aber trafen zwei Momente zusammen. die in anderer Richtung wirkten. Am Örangen-Weltmarkt traten gewisse Schwankungen auf, die zwctr überwunden wurden, aber doch die Aufmerksamkeit der verantwortlichen Stellen erweckt haben. Außerdem wuchs die Nachfrage nach anderen Produkten und endlich zeigte sich die Not- Wendigkeit, auch andersartige Siedlungsmöglich, leiten zu erschließen. Auch Böden, die sich nicht zum Orangenbau eignen, wurden erschlossen. . Zwei große Vorteile kann die Orange im Streit der Meinungen zu ihren Gunsten ins Trcsfen sichren. Sic ist im doppelten Sinne eine * bodenständige Produktion. Boden und Klima des Landes sind in hervorragendem Maße geeignet und diese beiden ProduktionSfaktorcn, die ja in anderen Ländern nicht nachgeahmt werden können, geben der Jafsavrange einen großen Konkurrenzvorsprung. Hinzu kommt, daß sich aus diesem Gebiet cm großer Schatz von Erfahrung und Tradition augesammclt hat. Dinge, die man ja auch als wesentliche PrvdnltionSsnltvren einschätzen muß. Ein großer Teil der Bevölkerung ist vertraut mit der Arbeit im „Pardcß" (Orangengarten), der Kredit- und Berlchrsapparat ist auf die Bedürfnisse der Orangenwirtschaft eingespielt, in Handel und Organisation haben sich die erforderlichen Spezialkräste und Spezialeinrichtungen herausgebildet, für große Gebiete ist die Bewässerungsfrage gelöst. Außerdem ist die Qualität der Jaffaorange in der ganzen Welt als hochwertig anerkannt. Endlich wäre wohl kaum ein anderer Produktionszweig — wollte man noch so viel Mühe auf ihn verwenden — schon heute m der Lage, so mühelos so große Ausfuhrüberschüsse zu liefern. Das Land braucht aber Export, um wenigstens einen Teil des Einfuhrbedarss. der sich bei einem derartigen Aufbautempo zwangsläufig ergibt, auf diesem Wege bestreiten zu können. Aber es gibt Länder, die autz zwingenden Gründen ihre Einfuhr drosseln müssen und damit natürlich mit Vorliebe bei solchen Waren anfan^ gen. die, wie die Orange, in der landläufigen handelspolitischen Terminologie unter den Begriff des entbehrlichen Luxusartikels fallen. Es herrschte z. B. beträchtliche Unruhe, bis es 'gelang, mit Deutschland, dessen Anteil am Export der Jaffaorar'ge im letzten Jahr auf 20 Prozent gestiegen war. neue Abmachungen zu treffen. Gewiß nimmt noch immer Großbritannien weit mehr als die Hälfte des gesamten palästinensischcn CitruSerporteS auf. Aber das rasche Wachs, tum der Produltion zwingt Pflanzer und Händler dazu, sich nach einer möglichst breiten Verteilung des AbsatzrisikoS nmzufehen. So hat man eine großzügige Gemeinschaftsrellame in verschiedensten Ländern organisiert, die durch kleine Beiträge der einzelnen Pflanzer finanziert wird. In seiner Zwitterstellung als Mandatsland — weder englische Kolonie noch selbständiger Staat — ist Palästina verpflichtet, allen Mitgliedsstaaten des Völkerbundes die Meistbegünstigung zu gewähren: auch Großbritannien selbst nimmt darin keine Sonderstellung ein. Palästina kann also weder Kampfmaßnahmcn anwenden, wenn andere Staaten seinen Export benachteiligen, noch ist es im allgemeinen in der Lage, fremden Ländern Sondcrvorteile anzubicten und damit feinem eigenen Export bessere Bedingungen zu erkaufen. Maßgebende Fachleute haben letzt einen Ersatzvorscklag gemacht. Sie haben ein Schema ausgearbeitet, das auf alle Länder gleichmäßig angewandt werden soll, also den Gedanken der Meistbegünstigung nicht verletzt, aber trotzdem automatisch einen besieren Ausgleich zwischen Ein- und Ausfuhr hcrbeiführen würde: Palästina kauft grundsätzlich aus jedem Lande höchstens dreimal so viel, wie dieses Land aus Palästina bezieht. Aber cs ist mehr als zweifelhaft, ob die Mandatsregierung sich zu einer solchen Maßnahme entschließen wird, und eben deshalb hört man immer wieder Stimmen, die Palästinas Umwandlung in einen selbständigen Staat oder in eine britische Kronkolonie fordern. Daß die Absatzfrage ernste Uebcrlcgung verdient. wird durch eine einfache Rechnung klar. Ta ein Orangepardcß von der Anpflanzung bis zur Ertragsreife etwa sechs bis acht Jahre braucht, werden in der nächsten Zeit auch die Früchte aus den besonders zahlreichen Reupflanzungen der letzten Jahre an den Markt kommen. Man schätzt, daß die Jahresproduktion schon bald auf 20 Millionen Kisten steigen wird, auch wenn ab heute keine neuen Gärten mehr angelegt werden. Nun ist das zwar auch nur ein Bruchteil der Weltproduktion. . Aber auch die großen Orangeländer Kalifornien. Spanien und Italien machen erheb» liche Anstrengungen und in den Nachbarstaaten Palästinas zeigt sich ein wachsendes Interesse ffrl die Entwicklung dieser Citruswirtschaft. Zu diesen äußeren Problemen gesellen sich drei innere. Der zunehmende Arbeitermangel, btt Zwar den Großgrundbesitz stärker trifft als tx.'n kleinen Siedler, ferner die Tatsache, daß die Orange beinahe restlos auf den Auslandsabsatz IFoxbJwmjüüm} qjixLI (BoKtxxsösaiim) 7! - 1 j|lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll]!lllil!!llllllllil!llJ!lllilllllllllIIIIIIIIIIIllillllllllllllllllllllllllllll!l!lllllll!lllllllli:illllllllllllllll!llllllllllllllllllll!||t 1 Textilien 1 Tiliiiiiiniiiiiiiiiiniiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii'iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiilF . .. I Textilien I ^!l!l!l>ll!llIII!!I!l«llIlI!I!ll!I»lIl!I!IllIIlIlIII!I!riIIiriIIHl!!!IIMIIIHkllM!l!I!lIlIIlI!l!III1!!!IIII!l!!lIll!Il!II!IlIIIIIH!!IIIIIlIIlI!!III!II!HII!Ii;'iIir!M!M!!k^ SV. Edelstein Qrosshandlung für ZFCerrenstoffe ^Berlin C2 CARL FLEISCHMANN Annaberg >. Erzgeb. Fabrikation von Damenkappen und Posamenten D. 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