Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 19 (9.5.1935)
- Date
- 1935-05-09
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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nnoclüicfcn ist, also von der wachsenden Kaufkraft des Inlands, die allen anderen Produktionszweigen einen so starken Auftrieb verleiht, kaum einen. Nutzen hat. Endlich aber wird eine rationelle Absatzpolitik dadurch erschwert, das; der Ausbau der Verkehrs- und Lagcrcinriclstungen mit der Steigerung der Produktion nicht schritt gehalten bat. Bei schlechtem Weiter ist der Transport oft tagelang unterbunden. Dadurch stauen sich die geernteten Mengen, nach Wiederaufnahme des Transports ballen sich die Verschiffungen znsammen. und durch das konzentrierte Angebot entsteht auf den überseeischen Märkten ein überflüssiger Preisdruck. Leidet außerdem durch unzweckmäßige Vagerung die Dualität, so ist die Iaffaorange in Europa gegenüber den Erzeugnissen der kontincnlalen Produzenten, die einfach — ohne Kistenverpackung — in Waggons geschaufelt und auf dem leistiingssähigeu Landweg transportiert werden, nur schwer konkurrenzfähig. Aber gerade diese Verhältnisse werden bei steigender' Produktion nicht schlechter, sondern besser. Je größer die verfügbaren Mengen sind, desto lohnender wird es für Schifsahrtsgesellphasten und Lagerunternehmungen, zweckmäßigere Einrichtungen zu schaffen, desto leichter wird den Ab sab zn organisieren, desto dringlicher wird es für die Regierung. die erforderlichen P'aßnahmen zn ergreifen. Da der Orangenban immerhin noch zn 40 Prozent in arabischen fänden liegt, besteht hier, unabhängig von allen politischen Sentiments, eine rveitgehendc liebereinftimmung der Interessen zwischen den beiden Vevölkernngsteilen, die der Blandatsrcgieruug ihre Entscheidung erleichtern sollte. Die Drangenwirtschaft. auch der Produzent, bat bisher mit sehr gutem Außen gearbeitet. Mau sollte daher annehmen. daß sie in gewissen lörenzen einen Preisdruck ohne Gefährdung ihrer lbentabilität überstehen kann. Außerdem eröffnen jirlj allmählich neue Absbmöglichkeiteu soivohl für die Drange, wie auch für die Grapefruit, deren -.'Inteil sich bereits auf 10 Prozent der verschifften Kiiteuzahl gesteigert l,at. und endlich auch für die .Zitrone, die heute noch eine geringe Wolle spielt, deren Aussichten aber recht günstig beurteilt werden. Die Fortschritte der Konserven-, Marnn'laden, Frnchtsaft- und Essenzenindnstrie erlauben es. eitlen wachsenden Teil der Produltion in, Lande zu verarbeiten, ihn auf diese Weise doch dem Iitlaudskonsuiu zuzuführeu oder in veri beiter Jo rin zn erport irren. So entpuppt sich die „Drangeufrage" bei midilerner Betrachtung nicht als eine Frage nach der Lebensfähigkeit deS OrarigcubauS an sich, sondern als eine Frage des volkswirtschaftlichen töieitchgelbicliis. Aber die Gefahrei; der ..Monokultur" sind sclwn durch die natürlidie Entwicklung lveiigehend ausgesclfaltet worden. DaS Sihwergewtcht der landwirtschaftlichen N e u - s i e d I u il g liegt auf dem Obstbau, der Gefliigelhaltung. der Viehzucht, der Gemüsepslanzuug ustv. Indlistrie uild Baugetverbe sind starke Pfeiler der Volkstvirtschast geworden. Dieses erweiterte und verstärkte Wirtschastsgefnge bietet auch der Oraugeuzuchi den Rahiueu für eine gesunde Entwicklung. * Die Aussichten für die kommende Oraugenernte werden vom Landwirtschastsdepartemcnt der Negierung als sehr günstig beurteilt. Für die übrigen laudwirtschast tichen Produktionszweige haben sich aber, nach Ansicht der gleichen Behörde, die EruteatlSsichteil verschlechtert, weil die Regenzeit, nach den ungewöhnlich starken Niederschlägen de? Januar und Februar, auch ungewöhnlich früh ausgehört und die üblichen Spätregen im März vielfach ganz anSgeblieben siild. Im Gegensaß dazu beurteilt die LarclahS Bank, die hier eine Art offiziöse Stellung eiilnimmt. in ihrem neuen Monatsbericht die ErnteauSsichtcn durchweg als vorzüglich. «asLülMarrr Die Bank der T e m P e l g e s e l l s ch a f t, fvilästinensiiche Transfer-Korrespondentin der Deutscheu Aenchsbauk. beschäftigt sich in ihrem Jahresbericht für 1934 eiugeheild mit den Grundlagen und Aussichten der palästlueusischeuKoujuuktur. Die Bank ist eine Gründung der hier schon lange angesicdelten dcntsch-christlicheii Tenipler. kommt aber gerade durch ihre jüngste Tätigkeit in Berührung mit dem siidischcn Aufbair.oerk. Sie erklärt u. a.: Dbrvohl .sich die Kapitaleinfuhr in den lebten Monaten etlvas vcrlangsaint habe, sei kein Nachlassen der Ban- und Investitionstätigkeit zu spüreil, zlNllal llvch erhebliche ungenutzte .Kapitalien bei den Bankeu deponiert seien, die aus günstige Anlagemöglichkeiteu warteten. Ter Bericht bezeichnet die Lohusteigeruilgeil iiu Baugelverbe. die alich auf andere Gewerbezweige aiisstrahlen. als abilorm. Weiter verivcist er daralif, das; Regierung uild Genleiudeu nach Mitteln suchen, um die Erhöhliug der Acieteu und der Bodeupreise zu begreilzen. Auch in der übrigen Industrie sei ein großer Fortschritt zil r>erzeichiicll. -Alvr um eine gesunde Entwicklung Zll gewährleisten, sei etz wesentlich, nicht zu viele neue Indnslrieluld Handclsnnternehinnngen zu grüllden, bevor es erwicseil sei. daß die bcsteheilden lluteruehmungeu die auf sic gesetzten Hoffnungen erfüllen. Massierte K a P i t a! z li f l ü s s e zil mehr oder miiider zentraleil stellen sind in nächster Zeit zn erlvarteil. Abgesehen von den schon früher erlvähnten öffentlichen Anleihe verhandelt auch der Keren Kaseineth. der nationale jüdische Bodensoilds. über eine grof> Ausländsanleihe, und die Palestine Land Development Companv, gewisser» lllaßeil sein ansführendeS Organ, erhöht ihr Kapital von 300 000 auf 25OOO0 LP.: die neuen Mittel dürften ebenfalls zum Teil alls dem Ausland lvmmen. 'JiclH'u anderen alisländischen Versicherungsgesellschaften will auch die im Laude schon stark vertretene engliscl>e ..I'anrl" In.-nienneo ihre palästinensisclp'n Inbestitionen eriveitern. Die ralastine Corporation Lid., deren Leiter Sir Robert Waley. Cohen sich zurzeit irr Palästina befindet, erhöht ihr Kapital alls 400 000 LP. Die Ellern s B a u r L l d.. Tel Aviv uild Haifa, deren Stammhaus sich in Karlsruhe befindet, erhöht ibr Kapital uou 10 000 auf 30 000 LP. Neben dein lvaclfseuden GeschästSlimsaug war dafür wohl auch die Rücksicht auf eiil bevorstehendes Gesetz inaßgcbeild. daS zlir Perhiildcrruig spekulativer Kleinsind Schciugründlmgcn ein Mindcstkapital von 25 000 LP für Banken vorschreiben wird. KemilÄe Fndujlcie Die chemische Industrie Palästinas wird sich mit einem Schlage annähernd verdoppeln. Mit Investitionen von einer Million LP. wirch in Haifa ein Großbetrieb errichtet, der etwa tausend Arbeiter beschäftigen wird. Mit dem Bau^wird sofort begonnen. Zunächst sollen n. a. Soda. Schwefelsäure, Ehlor und Superphosphatprodukte hergestellt werden, doch will man daS Produktionsprogramm allmählich auf alle Fabrikate der Schwerchemie ausdehnen. Wahrscheinlich werden zu diesem Zwecke weitere Werke errichtet werden. Zur Durchführuug dieser Pläne werden mehrere Gesellschaften gegründet, an denen jüdische und englische IndnstricUc _ beteiligt sind. Offensichtlich wurden die entscheidenden Beschlüsse gelegentlich der Anwesenheit Lord MelchcttS in Palästina gefaßt. Bekanntlich hat Lord Melchett seine Reise nicht nur in seiner Eigen, schaft als Ehrenpräsident des Makkabi-Wcltbundes unternommen, sondern auch als Vorsitzender der „Imperial Ehemical Industries Ltd. , des schon lange in Palästina vertretenen englischen Farben, und Chemietrusts. ES handelt sich hier um die größte Gründung innerhalb der palästinensischen Wirtschaft seit Errichtung der Ruthcnberg Elektrizitäisgesetlschaft. Abgesehen von den allgemeinen Wirkungen deS neuen KapitalznstromS und der vermehrten Arbeitsgelegenheiten wird damit auch für die chemische Industrie eine neiie Epoche eiugelcitet. Die Chemie im weiteren «sinne gehört zu den ältesten Gewerbezweigen Palästinas. ^Sic beruht auf drei natürlichen Grundlagen. Schon lange vor dem Kriege gab es auf Basis der heimischen O l i v c n g e w i n n u n g eine arabische Seifenindnstric mit dem Zentrum in Nablus, die trotz primitiver Arbeitsmethoden eine erhebliche Prodnktion erzielte und im Lande selbst sowie in Syrien und Aegypten guten Absatz für ihre Seifeu und Parfümerien fand. In jüngster Zeit ist die arabische Produktion durch die mit moderigsten Mitteln ansgestatteten jüdischcn Fabriken für Seifen und kosmetische Artikel überflügelt worden. Aber die Negierung hat viel für die Modernisierung auch der arabischen Betriebe getan und vor wenigen Wochen konnte Nablus einen großen englischen Erpvrtaustrag erhalten. Im ersten Halbjahr betrug der Seifencrport Palästiuas mehr als vicrzigtausend LP. (daS find 10 Prozent mehr als im Borjahrch eine im Rahmen des gesamten IudustrieerportS. recht stattliche Summe. Das neue Werk in Haifa wird die gesamte Seisenindustrie deS Landes mit einem N'ichtigen Rohstoff, der bisher importiert loerdei; mußte, versorgen, nämlich mit kaustischem Soda. Eine lveitere natürliche Grundlage für die chemische Industrie Palästinas bilden die Brom- und Kal; schätze deS Toren M e e r e 8'. die seit einiger Zeit von der Paleslinc Potash Co. ausgebeutet und neuerdings zr; Mischdünger verarbeitet iverdcu. "Jtud) mit diesem Unternehmen dürfte das neue Werk in Haifa zusamrneuarbeiten. Endlich hat Palästina tut letzten Jahr durch die P e t r o l e u m l e i t u n g M o s s u l — Haifa gewissermaßen eine dritte chemische Rohstosfguelle gewonnen, denn es ist auzuuehmeu. daß mau einen Teil des Rohöls durch Verarbeitung im Lande fnre den Nkittlcrcn Cftcu nutzbar machen wird. Ein weiterer Zlveig der chemischen Industrie.hat sich erst in allerjnngstcr Zeit entwickelt: die Eigenherstelluug von Heilmitteln und pharmazeutischen Präparaten hat überraschende Fortschritte gemacht. Palästinas Bedarf an chemischen Erzeilgnissen sei durch einige Zahlen veranschaulicht. Die Einfuhr von chemischen Düngemitteln stieg im ersten Semester 1933 gegenüber dem Vorjahr um 150 Prozent auf 57 000 LP. Im ersten Halbjahr 1934 ist. wohl infolge der erhöhten LieferungSfah^gkcit der Palcstinc Potash, keine nennenswerte Zunahme inehr eingetretcn. Dagegen stieg'die Farbcneinfuhr weiter von 15 000 auf 28 000 LP. — Nach dem letzten Census der Iewish Agency von 1933 umfaßte damals die jüdische Chemie- Industrie Palästinas 51 Betriebe mit^ einem investierten Kapital von 842 000 LP., das waren IG Prozent, des gesamten jüdischen Induftrrekapital^ und einer Jahresproduktion von 471000 LP In dciii Jahrzehnt seit 19_'4 hatte pch demnach die Produktion verdoppelt uiid das investierte Kapital sogar um 150 Prozent erhöht. Das scheinbare Atißverhältnis zwischen Kapital wid Prvduktiou erklärt sich daraus, daß die Palcstine Potash sich damals iioch im Stadnrm der Vorarbeiten befand. Heute sind selbst die Ziffern von 1933 durch die Produktions, und Kapitalserhöhiiug der Palestiue Potash. die Gründling neuer und den Ausbau alter Betriebe längst überholt. An die Spitze des neuen chemischen Großiniternchmens in Haifa tritt der auch als Chemiker bedeutende zionistische Führer Proscssor Tr. Chaini Weizmann. LlmdWlrlickaik Znm vierten 'Male fand ans der staatlichen Versuchs- und Schiilurigsfarm . in Akko die I a h r e s t a g ii n g der j ü d i f ch e n n n d arabischen Landwirte Palästinas statt. Für die Araber sprach Abdul Rahim Essendi. der n. a. die Notivcndigkeit unterstrich, durch neue Handelsverträge neue Absatzmöglichkeiten für Palästinas Agrarprvdultc zu erschließen. Ebenso ivie sein Vorredner daulte auch der jüdische Sprecher. Dr. E l a z a r i - V o l c a n i. Leiter der laudwirtichaftlichcu Versuchsstariou in Rechoboth, dem High Cvmmissioner für d.c erfolgreiche Zusammeu'arbeit der Regierungsstellen mit den Institutionen der Landwirte und der uatioualcu Gemciuschafteu. Autzendandrl Die HaudelSbeziehungeu zu l'legyvteu. feit Jahren ein wichtiger Grund für Palästinas passive Handelsbilanz oder wenigstens für das Ausmaß der Passivität, dürfteu uuumchr endlich neu geregelt werden. Eine paläsliucnsische Handelsdclcgatiou begibt sich nach Ülegypten. Aegypten >var früher besonders bedeutsam als Abnehmer derjenigen Iassaorangen. deren Beschaffenheit einen llebcrseetranspvrt nicht mehr zuließ. Aber auch die sonstige palästinensische 1,'lussuhr nach Aeghpten hat fiel) seit dem Jahre 193.0, in dem. dieses Land einen prolstbitiven Zolltarif einführte, dezimiert. An dem jetziger! Knrsrvechsel der ägyptischen Haudelspoliiik ist England stark beteitigt. denn obwohl Aegypten formell jelbjtändigeS Königreich ist, befindet fick) dort eine englisclfe Garnison und ein englischer High Commissioner. „Der Kapitalvcrkchr im deutschen Tevisenrccht". II. Auslage. Dr. Heinrich Trocger, Äerlag I. Heß, Stuttgart 1935. Die sehr empselileuswerte Darstcllilug des .stapilalverlehrs itu Dcvisenrecht. die in Nr. 3 der „C.-B.-Zcitung" 1935 besprochen wurde/ liegt umimchr in zweiter Auslage vor; sie ist aus den Stand von Anfang April 1935 gebracht worden. Das Buch verdient besondere Aufmerksamkeit wegen der übersichtlichen Gliederung einer überaus . schwierigen und wichtigen Rtaterie. Sein ausgezeichnetes Sac!>register ermöglicht cs' auch dem Laien, sich verhältnismäßig rasch zurechtzusrnden. Es sind alle bisher ergangenen Runderlasse und wichtigen Einzelentschei'dnngcn berücksichtigt. Hervorgehobcn seien besonders die Abschnitte über Bankguthaben. Verkehr mit Wertpapieren. GrunLstncksverwaltung und Auswanderung. Die Loseblattform ermöglicht eine dauernde Ergänzung. und EINZELHANDEL C AlteEitarg ^IC \ ff F\/] fi) P r? ^7 r Imme? Imks-essd FrasüüsSssE't a. M. )G ’-Ar: "■ l jssooy inh. bis Spezialhaus t Damenkleidung SM imü M&q fcaofön Sie r- )( c 7-. 755.17,..3 Wilsdruf'orstrssse T77 c Esse j Das Spezialgeschäft für Haus- und Küchenbedarf JA? _ r.. -n N. ,r“ A. Ci / * /O w r"3 r I X r* ' . If; i|. | für E s s e n nur bei 3 F /r\; ' ] iSroibcr'fccrctrGSso C2 [ f %^üh§ti L Hcrrcn_ Knaben - Kleidung Limbccfyr Strasse 60 ■.«.ADE&FÜL1.G8ABE,. [ (J MiisaelaeBi JC -'5rrIBEL-BÄLÜ Ritter von Epp-Platz Nr. 9 gutor Qualität — Billige Preise; HlßSCHöCo. . s Spezial haus E 3 für Damenbekleidung c J. LION DAM EN-MOD EN C j E 71Q E L -71P ©TM E il E Ftlarkt 12 (c;cp:©nüber dom alten Rathaus) Fcruspn’clipr Nr. 20 674 und. 114150 SpczSsJMliSCSl dos In- und Aintlaudfl» I Laboratorium (ür mcdlr.iu.-chem. Untersuchungen c BSagelöSsisirg j. .? ß ff ^31 i Df! 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