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Central-Verein-Zeitung · 1935-05-09 · 19 (9.5.1935) · page 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
19 (9.5.1935)
Date
1935-05-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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p RiWÜW JllSf Ut 2. VMrM seMsH Der Jüdische Turn- und Sportverein München s^TsAM) konnte bei der zweiten Makkabiade für den jüdischen Sport in Deutschland einen besonders großen Erfolg erzielen. Von den sechs Münchener Teilnehmern qualifizierten sich vier zur Wcltineisterllassc. Fräulein M e n d l e gewann den Franeniiebenkampf mit 118 Punkten Paul Schlvarzschild schlug im Jiu.Jitsü sämtliche Gegner seiner Gewichtsklasse. Heinz Gold mann trug dazu bei. die Weltmeisterschaft un Handball für Deutschland zu gewinnen. Aor allem aber zeichnete sich Loni Gutmann durch ihren Erfolg im WO-Meter-Brnstschwimmon aus. Sic belegte hinter der Weltmeistcrin Werthcimer (Oesterreich) den zweiten Platz und gewann zu ammen mit Frau Friedleben (Franksurt a. M.) den Franenländerkampf im Tennis mit 3:0 für Deutschland. Unter den zwölf besten Turnern befand sich als einzige ffrau auch Fraulein Mendle. die durch zahlreiche Zurufe aus der Znschauermenge sehr gefeiert wurde. Der Jüdische Turn- und Sportverein München ist besanntlich weder dem deutschen Makkabikreis noch den: Sportbund im NjF angcschlosscn. Ca. Handball In einem Vorrundenspiel um die NjF - Reichsmeisterschaft im Handball standen sich am 6. Mai in L e i p zi'g NjF- Breslau als Landesmeister von Schlesien und „Schild" - Leipzig, nach dem hohen Sieg gegen Dresden, als Landesmeister von Mitteldeutschland gegenüber. Da8 Spiel. daS unter der schlechten Leitung deS Unparteiischen, der weder einfaches Auslaufen eines Stürmers auf die Verteidigung, noch unfaire Härten beider Parteien rechtzeitig zu unterbinden wußte, sehr litt, nahm bereits fünf Minuten nach Beginn eine entscheidende Wendung, als nämlich die Breslauer durch die Herausstellung eines ihrer Spieler nicht unwesentlich geschwächt wurden. Es ist trotzdem verwunderlich und stellt der schlesischen Mannschaft nur das beste Zeugnis aus, daß e8 ihr gelang, das Spiel völlig offen zu gestalten und sich nur mit einem Tor Unterschied (4:5) geschlagen zu geben. Diese Feststellung soll jedoch den Leip- Ziger Erfolg nicht schmälern. Die Mannschaft hat viel zugelernt, besitzt einen ausgezeichiieten, schußgewaltigen Innensturm uiid vor allem einen unbeugsamen Kampfeswillen, der auch stärkeren Maniischaften zu schaffen machen wird. Durch Lewy, der sämtliche Tore seiner Mannschaft schoß, gingen die Leipziger jedesmal in Führung, viermal glichen die Breslauer aus, beim letzten Tor gelang es ihnen dann nicht mehr. So kamen die Mitteldeutschen zu einem knappen und glücklich errungenen Erfolg und haben nun ihr nächstes Meisterschaftsspiel gegen den ITSE 05» Berlin, wahrscheinlich am 26. Mai in Leipzig zu bestreiten. F. Am 28. April gab cs in Berlin nur wenig Handballspiele. Interessant war allein die Begegnung zwischen der ASG 33 und Teutonia- Nordstern. Bei den Männern vermochten die RjF-Leute nicht zu überzeugen und bezogen eine verdiente 2:4- Niederlage. Auch im Frauenspiel reichte es zu keinem Sieg. Ohne die verhinderte Margot Mandel war der Sturm nicht dnrchjchlagskräftig genug, um Tore zu erzielen, während' es die Hintermannschaft nicht verhindern konnte, daß zehn Minuten vor Schluß vom Gegner der sicgbringende Treffer angebracht wurde. Am 5. Mai spielte in Treptow der ITSE 05 mit zwei Männermannschaften gegen die SB Adler 1912. Nachdem im Spiel der „Zweiten" die ITL>C.Elf noch gerade mit dem Schlußpfiff den ■ Ausgleich 5 : 5 gegen die körperlich weit überlegenen Gegner erreichen konnte, lieferten sich die beidcrscitigen ersten Vertretungen einen spannenden, temporeichen Kampf, dermit einem knappen JTSC-Sicg errdcte. War in der ersten Spielhälfte der JT^C diejenige Mannschaft, die den Ton angab und mit schönen Sturmleistnngcn den Gegner fast überrannte, zeigten nach der Pause die „Adler" die weitaus geschlossenere Mannschaftslcistnng. Die Gesamtleistung de8 ITSE konnte diesmal nicht ganz befriedigen. Vor allem mangelte es am Stehvermögen und an der notwendigen Zusammenarbeit zwischen Deckung und Verteidigung. Der JSK spielte gegen den Maricndorfer DE und mußte eine 5 : 8 - Niederlage einstccken. Bei Halbzeit stand cs schon 1 :6 und als dann der Torstcher auSgcwechselt wurde, war cs bereits zu spät. Zum Siege reichte es nicht mehr. Eine überraschende 1:4-Niederlage erlitt die mit sechs Mann Ersatz antretendc JTSC-Jugend gegen BSG III. F. Vorschau: Am 12. Mai. 11 INir, wird auf dem Grunewcildsportplah ein interessantes Trefft» zwischen der spielstarken Frauenmannschaft des ITSE 05 und der ersten Frauenmannschaft des Polizci-SportvereinS Berlin-Span« bau stattfindcn. Die Pvlizcimannschaft gehört zu den besten Mannschaften Berlins. V Im Frcundschaftskampf standen sich am 5. Mai in Hannover zwei ungleiche Gegner gegenüber: die ausgezeichnete Elf von Schild Hamburg siegte nach überlegenem Spiel hoch mit 15 : 3 (9 : 0). Die Hannoveraner, die ihr zweites Spiel austrugen, hatten gegen den routinierten Partner nicht viel zu bestellen, kämpften sedoch besonders in der zweiten Halbzeit recht eifrig und aufopferungsvoll. K. I. Spiele in Südwestdeutschland am 6. Mai: Bar Kochba - Frankfurt Damen A — Schild- Frankfurt Damen B 12:0 (6:0). Trotz mehrerer Ersatzspiclcrinnen diktierten die Bar-Kochba- Damen dauernd die Geschehnisse auf dem Felde und kamen zu einem »verlegenen 12:0-Sieg. Durch diesen Sieg sicherten sich die Damen des Bar - Kochba. Frankfurt die s ü d w e st d e u t s ch e M e i st e r s ch a f t. Der Bar - Kochba - Frankfurt verfügte schon immer über spielstarke Damenhandballmannschaften. die man früher zur süddeutschen Elite zählte, konnten sie doch im Jahre 1931 außer der Frankfurter Gruppenmeisterschaft auch die Mainlrersmeisterschaft erringen. ISV - Offenbach Damen — Schild - Frankfurt Damen A 0:6 (0:2). Trotz stärksten Widerstandes vermochten cs die Offenbacherinnen nicht, einen glatten Sieg der wesentlich besseren Franksurterinncn zu verhindern. ISV - Offenbach I — Schild - Frankfurt 11:3. Das Spiel wurde von der technisch besseren Frankfurter Mannschaft, ohne daß sie sich besonders auszugeben brauchten, verdient gewonnen. Die Offenbacher haben sich verbessert, aber gegen die Frankfurter können sie nicht aufkommen. Hakoah - Mainz I — Bar - Kochba - Darmstadt I 5:4 (3:1). Der neugegründetc Sportklub Hakoah» Mainz hatte zur Platzeinweihung die I. Mannschaft des Bar - Kochba - Darmskadt verpflichtet. Die vielen Zuschauer bekamen ein schnelles und faires Spiel zu scheu. Vom Können der Mainzer war man überrascht. Im Endspurt sicherten sich die Mainzer durch den ehemaligen DSB-Repräsentantcn Willi Schisser den verdienten ersten Sieg. Hakoah - Mainz Damen—Bar - Kochba - Darmstadt Damen 1:1 (0:1). Die Mainzer MädelS, teilweise zum ersten Male auf dem Nasen, ersetzten durch großen Eifer noch fehlendes Können. DarmftadtS Führungstor wird nach Halbzeit durch die talentierte Mainzer Mittelstürmerin Behr aus- geglichen. Ph. F. Fußball In Freundschaftsspielen gegen Mannschaften deS GaueS III bereitet sich die I. Mannschaft der BSG 33, vorjähriger Neichsmeister 1934. auf die bald beginnenden Kämpfe um die diesjährige RcichLmeisterschaft vor. Während noch vor wenigen Wochen die Elf einen völlig schlechten Eindruck machte (in der Berliner Meisterschaft langte e8 knapp zum 4. Platz), muß man erstaunt zugcbeil, daß die Schwarz-Roten allmählich und gerade zum rechten Zeitpunkt wieder in Form kommen. Diesmal war Turnverein Frisch-Boran (2. KreiSklassc, Gau III) der Gegner, der vor wenigen Wochen einer kombinierten Mannschaft der BSG klar daS Nachsehen gegeben hatte. Die BSGer revanchierten sich und schlugen ihren mit seiner kompletten 1. Elf angetretenen Gegner klar mit 3:0 Toren. Das Hauptverdienst an diesem Sieg hatten wieder Hilkowitz und der neue Mittelläufer Wischnitzcr, während der bisherige Mittelläufer Nvsenberg als Innenstürmer eine unzweifelhafte Verstärkung deü Sturms bedeutet. So fielen auch die drei Tore, obwohl BSG auch in diesem Spiel ans ihren Mittelstürmer Reiff verzichten mußte: er wurde durch den 17jährigcn Rosenbaum zufriedenstellend ersetzt. Bei Frisch-Voran war die Deckung sehr gut, der Sturm jedoch nur mäßig, so daß die selbst nicht sehr sichere Verteidigung der BSG lein schweres Spiel hatte. Bei den 2. Mannschaften vermochte Frisch- Voran mit 5 :0 Sieger zu bleiben, doch mußte BSG II von der Stammannschaft nicht weniger als fünf Spieler ersetzen, so daß diese Niederlage nicht allzu tragisch genommen zu werden braucht. t Im Kampf der 3. Mannschaften konnte BsG mit 3:0 den Sieger stellen. Einen beachtenswerten Erfolg erzielte die in den letzten Wochen sich ebenfalls ständig verbessernde Jngend-tt-Mannschaft der BSG 33, die gegen die gleiche, sehr spielstarke Elf des bekannten Gauvereins Allemarna 90 ein 1:1-Unentschieden erkämpfte und den durchaus möglichen Sieg nur durch zu große Schußunsicher, heitrer Stürmer verschenkte. Dagegen brachte cs die Schülermannschaft der BSG gegen die I. Schülcr von Allemania 90 zu einem eindrucksvollen 3:0-Sieg. Der beste Mann der NjF-Mannschaft war der flinke und schußkräftige Mittelstürmer Feder, der eine außerordentliche Verstärkung seiner Elf bedeutet. ^Weniger erfolgreich als die BSG kämpfte der JSK. der sich Fortuna-Weißensce als Gegner verschrieben hatte. Die Wcißenscer entpuppten sich als eine unerwartet spielstarke, kampftisrige Elf, die im Feldspiel zwar nicht wesentlich den Blau- Gelben überlegen war, aber durch schnelle Durchbrüche immer wieder gefährliche Situationen vor dem Tor des JSK schuf, in dem Lohn wieder sehr gute Abwehrleistungen vollbrachte. Zweimal mußte er sich allerdings geschlagen geben, als seine Verteidiger zu weit aufgerückt und daher außerstande waren, die durchbrechenden Fortuna-Stürmer an genauen Torschüssen zu hindern. Auf der anderen Seite vermochte zwar JSK ans einem Gedränge heraus zehn Minuten vor Schluß noch ein Tor aufzuholen, doch langte es zum Ausgleich nicht mehr. Auch bei den zweiten Mannschaften blieb Fortuna Weißensee über JSK II, welche heute gar nicht gefallen konnte, mit 4:2 Sieger. H. A. C. Leipzig war auch die Stätte eines Vorrundenspiels um die N e i ch s m e i st e r - schast im Fußball. N.j.F. Breslau und „Schild" Leipzig, deren Mannschaften auch in diesem Wettstreit die Landesmeister stellten, lieferten sich einen harten, fairen Kamps, der in der ersten Hälfte völlig ausgeglichen und torlos verlief, nach der Pause dagegen die Einheiintschcn dank ihres von Hutterer gut geführten, durchschlagskräftige, reu Sturms stark überlegen sah. Der Sieg war verdient, wenn auch die Schildleute dem Spielverlauf nach zu mehr als einem durch eine Elfmeterverwandluna erzielten Ehrentor hätten kommen können. Ber den Breslauern, deren Sturm infolge übertriebenen Innenspiels leicht abzudeckcn war, offenbarten sich auch in der Hintermannschaft bedenkliche Schwächen.^ . Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Leipziger Mannsck)aft im weiteren Meisterschaftswettbewerb noch manchen Favoriten stürzen wird. F. Fußballspiele in Südwestdeutschland am 6. Mai: I.S.D. Osse ubach-R.J.F. Hcrborn I 7:0. Tie Osfenbacher spielten für ein Freundschaftsspiel etwas zu hart, sie waren jederzeit überlegen und landeten denn auch diesen hohen Sieg. J.S.V. Offenbach Alte Herren—Bar Kochba Frankfurt Alte Herren 1:1. Die Offenbacher ersetzten das mangelnde technische Können durch Eifer und trotzten den crsatzgeschwächten Frankfurter Alten Herren ein Remis ab. Bar Kochba Friedberg I—Bar Kochba Frankfurt Reserve 2:1 (1:1). Frankfurt lieferte das technisch schönere Spiel. Tie Friedbergcr spielten aber zweckmäßiger. I.S.D. Langenselbold P—RJF. Bruchsal 12:2 (0: l). Obwohl Langenselbold Ersatz einstellte, konnte es den Gästen eine gleichwertige Partie liefern. Bar Kochba Frankfurt Schüler k — I.T.B. Frankfurt Schüler 13:1 (2:0). Beide Schüler- Mannschaften lieferten sich einen technisch ausgezeichneten und stets spannenden Kampf, der weit über die Qualität sonstiger Sp ele stand. Die Bar Kochbajungens erwiesen sich als die bessere Mannschaft. Ihre Gegner waren sehr eifrig und erzielten kurz vor Schluß da8 verdiente Ehrentor. Ph. F. Im Kampf um die ReichSmeisterschaft standen sich am 5. Mai in Hannover der Nordmarkmcister Schild Hamburg und der Nieder, sachsenmeister V.T.H. Hannover gegenüber. Zwei gleichwertige Gegner maßen ihre Kräfte, doch keiner konnte trotz halbstündiger Verlängerung den Sieg erringen. Unentschieden 1:1 (1:0) endete der Kampf. Nun muß das Spiel einen Sonntag später in Hamburg nochmals auSaetragen werden. Die Gäste hatten ihren besten Mann im Mittelläufer Ernst Meyer, beim V.T-H. glänzte vor allen Dingen der Halblinks Ruthmann I. K. I. Boxen Ter NjF-Sport hatet am 5. Mai in Köln einen großen Tag. Der rührige neue Reichsboxobmann, der zugleich Boxobmann des JTV Köln 02 ist. hatte einen der stärksten westeuropäischen Borklubs, den Luxemburger B. C. Rumelange, nach Köln verpflichtet. Der JTV war durch Frankfurt und Dortmunder RiFer verstärkt, während die Luxemburger noch einen weiteren Landesmeister (B. C. Esch) mitbrachten. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, der Saal war überfüllt, viele fanden keinen Einlaß mehr. Welche Bedeutung man auf Lurcmburger Serie dem Kamps beimaß, zeigte die Anwesenheit des Vertreters der Luxemburger Regierung und des Vorsitzenden des Lrixembnrgischen Boxverbandes. Nach einigen Einleitungskämpfen zwischen Kreselder und Kölner RjFer, die recht guten Sport zeigten, maßen sich die Vereine in 6 Kämpfen vom Bantam bis Mittelgewicht. Tie Kämpfe brachten bittd) die Bank so ausgezeichneten Sport, daß die Beifallskundgebungen lein Ende nehmen wollten. Das Unentschieden mit 6:6 bedeutet für den NjF einen großen Erfolg. R. B. Berliner Sport-Gememschast 1033 t. D. (im Spvrtbund deS Rjä). T c n n i S a b t c i l u n g. Am 12. Mai findet aus Anlaß der Einweihung der neuen Anlage in der ^ricdrichsruher Straße 12—18 (Ringbahnhof Hahenzollerndamm) ein Tennisturnier gegen den Tennisklub Gruncwald 1083 statt. Beginn: 10 Ilhr. Die BezirkSsportleitung Westfalen im RiF, Münster i. W.. teilt mit: Am 26. Mai. 10 Uhr. findet auf dem Germania.Stadion Maikottenheido in Münster i. W. das dicjcihrige leichtathctische Bczirkssportsest statt.! leer auf bftS Gebet der geknechteten Juden. Mose selbst ist von Beginn an mnsikramatisch durchgezeichnet als ehern-plastische, . üchelangioleske Gestalt von echt biblischer kraft und stärkster Einprägsamkeit. Die annternben, ermutigenden Worte an das gerochene Volk, der Hinweis auf die (al8 stächen gedeutete) Erscheinung des Regen- «ogens, das Ausrichten der Gesetzestafeln — >ies sind Akte, deren Bedeutung die Munk »ramatisch unterstreicht. Fast noch zündender als in den Arien wirken die Worte Moses m Rezitativ, am eindringlichsten im Gebet .Ewiger, Unermeßlicher" (Eterno, Immenso), .;n dem Mose auf die Bitte Pharaos die Aushebung der Sonnenfinsternis erfleht. Von ähnlicher Schlagkraft zeugt die Baß-Duettszene im ägyptischen Tempel, in der Mose und der Jsis-Priester Osiris den Ewigen anstehen, die entfesselten Elemente zu besänstigen. ausmündend in die dröhnenden Worte Mösts: „Es lebe der Gott Israels". Das spontane Erlöschen der Jsisaltäre als symbolische Antwort, das zur Raserei ausgepeitschte Orchester, die Schreckensausrufe der Aegypter bewirken den Höhepunkt dieser mit packender Dramatik dnrchkomponierten ftcne. Es folgt nun das von Harfen umj^ofte „mi manca la voce“ fel)leu btc Worte") — ein Stück von unendlich lyrischer Zartheit, beginnend mit einem Sopransolo und allmählich zu vollem, breit strömendem Chorgesang anschwellend, nächst der »preghiera“ bet musikalisch einprägsamste Moment der Oper. Eine andere musikalisch zwingende Stelle ist der Ausklang — em pastoral lyrischer Orchestergesang, der die Meeresruhe spiegeln soll, die unmittelbar aus den Untergang der Aegypter in den orkanartig tobenden Wogen folgt. Die Florentiner Ausführung war sehr sorgfältig studiert. Carl Ebert suchte das bldlMe Motiv in Aufstellung und GcstuS der Massen und des einzelnen herauözumeißeln. Das plötzliche, unerwartete erste Auftauchen d*es Mose inmitten des verzweifelten Volkes auf einem Bergkamm, die Ausrichtung der Gesetzestafeln, die lehrhaft bewußte, gestisch bewegte Darstellung deS Gottcsbekenntnisscs des jüdischen Volkes inmitten der Aegypter und nicht zuletzt die im Gesang gleichsam „molodramarisch" — im Sinne Verdis — entwickelte seelische Aufrichtung — solche Szenen erhalten in der Regie Eberts lebendig - biblisches Relief. Straff in der Abwägung des Klanglichen ist die überlegene Stabführung Dittorio G u i s. Meisterhaft studiert sind die Chöre durch M o r o s i n i, das Bühnenbild. und die Kostüme schuf Pietro A s ch i e r i, der besonders in der Aufrichtung massiver ägyptischer Bauten Trefsliches leistete. Von den Darstellern ragte vor allem Tancrodi Pasero als Mose hervor, der seine Nolle mit ungeheurer Leidenschaft durckizcichnete. Gianina A r a n g i - L o m b a r d i bewies die unverbrauchte Kraft ihrer Stimme als Tochter Moses, vor allem in ihrer großen Arie im letzten Akt: „Welch furchtbares Unglück." Von den übrigen Sängern seien hier genannt: Sara S c u d e r i, ein jugendlich frischer Sopran (als Gattin Pharaos), Ebe S t i g n a n i (als Schwester Moses) und Alessandro W e s s e l o w s k y als Bruder Moses. Die Aufführung, mit der die Mai- Festspiele eingeleitet wurden, führte zu einem triumphalen Erfolg dieses fast schon vergessenen Werkes. Dr. Herbert Fleischer. Senior der SleaMMM zum ro. GrbucMg von Mur Smmunu Max Hcrrmann. Sohn deS Berliner Schaufpielers Louis Herrmann, seit 1903 Universitätslehrer tu Berlin, als Literarhistoriker Nachfolger des außerordentlichen Professors Ludwig Heiaer. »uleht OrdinarillS, ist der Scmor der deutschen Theaterhistorikcr und Begründer deS Theaterwissenschaftlichen Instituts der Universität Berlin. Er beginnt in den neunziger Jahren mit der Herausgabe lateinischer Literaturdenkmäler des 15. und 16. Jahrhunderts und der deutschen Schriften deS Humanisten Albrecht v. EO, dem er später eine umfassende Monographie widmet: „A lbrechtv. EybunddieFrüyzeitdeS deutschen Humanismus". Dem gleichen Zeitalter gehört sein theatergeschichtliches. leider vergriffenes Hauptwerk an: „Forschungen zur deutschen Theatergeschichte de8 Mittelalters und der Renaissance", in dem die Behandlung der Terenz-Jllustrationen (als Bühnenform) knnstaefchichtliche Brücken zu Dürers Anfängen schlägt und die Rekonstruktion der Hans-SachS- Bühne in Nürnberg eine vierjährige theatergeschichtliche. von Max Herrmann mit vornehmer Gelehrsamkeit geführten Kontroverse mit Albert Köster im Gefolge hat. Seine bisher letzte Veröffentlichung ist eine Untersuchung über das Volksbuch vom TillEulenspiegel und seine Verwendbarkeit als theatergeschichtliche Quelle. Diese Spezialstudie ist insofern aufschlußreich, als sie den Menschen Ma^ Herrmann hinter dem Forscher erkennen läßt. Sie erscheint als 39. Band der Schriften der Gesellschaft für Theateraeschichte als „Nelres Archiv für Theatergeschichte" (der Name knüpft an eine Publikation Hans TevrientS an). Mit einer Selbstkritik, die anderen wissenschaftlichen Disziplinen zu wünschen ist. wählt Max Herrmann, damals (1929) schon Direktor des Theatcrwisftnschaftlichen Instituts, statt der periobischen Zeitschrift die freie Folge der Buchform, um nicht aus äilßerlichen Gründen gelegentlich einmal Unwichtiges bringen zu müssen. Sern Beitrag ist ein Nteisterwcrk thcatergeschichtlicher Methodologie und ein Beispiel entsagungsvoller Forscheraroeit: derselbe Mar Herrmann, der Theatergeschichte und -Wissenschaft aus den Fesseln der Literaturgeschichte befreite, indem er erkannte, daß ein Drama als Dichtung und als AüfführungSgegenstand zweierlei seien, setzt sich, um ein solides Gerüst zu schaffen, den Gefahren einer Philologie nuS, die lediglich au? Textkritik und RUßtrauen gegen neue Quellen besteht. Nicht ohne große Tragik ist dieses Opfer, das Mar Herrmann seiner Wftsenschaft, der Erhellung der deutschen Theatergeschichte, bringt. Aber so selbstverständlich. daß er ihn nicht verbittert: eS gibt wenige Untversttätslehrer, die ihre Studenten sich menschlich so nahe kommen ließen wie er. Ein Opfer auch für sein Lehrtemperament: man denkt seines Lessing-, seines Nomantikerkollegs, seiner Vorlesungen über die deutsche Dichtung des 19. Jahrhunderts und wie er streng zwischen äußerem Leben. Weltanschauung und Kunst der Dichter schied — aber er hätte gern auS d:n Ergebnissen eine künstlerische Synthese hergestollt! Er stabilisiert die Selbständigkeit der für die gesamte Kultur unentbehrlichen Theaterwissenschaft. die der Berufsvorbereitung der künftigen Theaterkritiker und Intendanten, Direktoren, Regisseure, Dramaturgen dient, um deren Grenzen und Entbehrlichkeit für das Genie er weiß, aber auf einem Gebiete muß bei ihm jeder Theatermann die Grenze der Literaturgeschichte betreten: in der Dramaturgie. Er lehrte sie in seiner Entwicklungsgeschichte des deutschen Dranms. er lehrte sie in den Uebungen des Semmars, wenn er uns aus Tramentexten ohne szenische Angaben die Auftritte der handelnden Personen, den Bühnenaufbau folgern und unser thoatergeschichtliches Wissen ergänzen ließ, und er stellte mehrmals ein Thema für Dissertationen, das dem dramaturgischen Zwischengebiet angchört: die „verdeckte Handlung" im Drama, das heißt das «Hinter-die-Szeneverlegen" von Vorgängen, die einzige Eigenschaft, die den vielgestaltigen Dramengebilden aller Zeiten und Völker gemeinsam ist. Diese ^lchemenstellung klärt den Begriff Drama, indem sie daS Wortkunstwerk herausarbeiten soll, und führt zu Erkenntnissen von Bühnenstil und Theaterkunst. Nicht immer konnten Theatergeschichte und Theaterwissenschaft. Vergangenheit und Gegenwart so glücklich zusammenkommen wie bei seinem Verfahren, das Dramentexte von Schauspielern vornahm und aus dem Stil der Verfasser Schlüsse auf ihre Schauspielkunst ziehen ließ. Stets aber vermochte er eS, seinen Schülern Dramaturgie zum Erlebnis zu machen und ihnen ein haltbares Rüstzeug für die Praxis der Zeitung wie der Bühne zu geben. Diele von ihnen haben heute führende Stellen tnne. Max Herrmann, dem Theaterbeseffen-rn wünschen wir zu seinem Festtage am 12. Mai, daß sein rüstiges Alter ihm die Muße zur Vollendung neuer Werke lassen möge. vr. Luts WiUmtm.

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