Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 18 (3.5.1935)
- Date
- 1935-05-03
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Nr. 18 3. Beiblatt U S 1 3. Mai 1935 SnAsA M VMM Nr Mi» / Snsyrlgl rss Sr. Wemer Mwmm Ein zusammenfassendes Werk über die Geschichte der Juden in Deutschland. hat es bis jetzt nicht gegeben. Wer als deutscher Jude seiner Herkunft in die Jahrhunderte hinein nachspüren wollte. war aus Einzeldarstellungen angewiesen, wie sie bei Stobbe, bei Caro, bei Güdemanu für die mittelalterlichen Seiten in einer dem neueren Bedürfnis freilich nicht immer völlig genügenden Form vorlicgen, und er mußte aus dem Zusammenhang der jüdischen Gefamtgeschichte bei Grüß und Dubnow das ihn Interessierende herauslösen. Alles andere war in hundert Kapiteln allgemeiner Geschichtswerkc. . in tausend einzelnen ^Abhandlungen und Aufsätzen, insbesondere in den trefflichen älteren und neueren Beiträgen, zur „Zeitschrift für die Geschichte der Inden in Deutschland". zerstreut. Auch Pyilrppsons neueste Geschichte gibt nicht daS Passende.. So lagen für die noch viel zu wenig erhellte Epoche vom Ende der Religionskriege bis zum Beginn der Emanzipation im wesentlichen die vorzüglichen Arbeiten von Selma Stern vor, für das uns so tief angehende 19. Jahrhundert an überblickender Schau im Grunde genommen nichts, bis vor zwei Jahren als finumnmimniiiniiiiuimiuimmnmiiimmiumiuimmmuuumiB Bildnis Ferdinand •'öi.U'rv* aus seinem 1871 erschienenen Werk ..Ansdem Tonleben unserer Zeit". MM ein überaus dankenswerter. Beginn Max Wieners „Jüdische Religion im Zeitalter der Emanzipation" erschien. Bei dieser'Sachlage nuchte man das von der Jüdischen B uch v creiniaung seit langem angckündigte Buch von Jsmar E l L o g e n über die Geschichte der Juden in Deutschland mit Spannung erwarten. Run, da es vorliegt, kann man sagen, daß wir in ihm endlich das Lesebuch unserer deutschjüdischen Lergangenheit in Händen haben, das jedermann ausschlagen und sich inhaltlich zu eigen machen kann. „Seit ihrer Niederlassung in der Nömerzeit haben immer Juden in Deutschland gewohnt, sie haben böse und gute Tage durchgemacht, eine lange, schwere Wanderung." Wer das wechselvoll bewegte Geschehen von mehr als eineinhalb Jahrtausenden nuf dein knappen Raum von 300 Seiten in gemeinverständlicher Weise zu erzählen hat. muß daher den Leser, der tiefer in den Stoff eindringen will, auf die eingangs erwähnten Einzeldarstellungen und auf die großen allgemeinen Gcschichtswerke zur deutschen Vergangenheit verweisen, von denen dasjenige von Ricarda Huch erst kürzlich in diesen Spalten zur Besprechung gelangt ist. (Vgl. „C.-V.-Zeitung" Nr. 2 vom 10. Januar 1933.) Elbogeu gliedert den umfangreichen Stoff in hockst übersichtlicher Weise. Die in ungewisser Ferne sich verlierende Vorzeit, in der Juden mit den römischen. Legionen an den Rhein und an die Donau gekommen sind, wird in einem kurzen einleitenden ersten Teil vorweggenommen. Der zweite Teil, der einen Zeitraum von beinahe tausend Jahren umfaßt. behandelt dann in drei großen Kapiteln die Schicksale unserer Vorfahren im römischen Reich deutscher Nation. Aufstieg und Niedergang, erneuter Ausstieg und jäh hercinbrechende Katastrophe werden im Wechsel der Geschehnisse mit bald tröstlicher, bald bestürzender Deutlichkeit offenbar. Aus dem. auch von der Kirche kaum rechtlich, fast nie tatsächlich in Frage gestellten, sicheren Wohnen zur Zeit der Karolinger, der Ottonen und der Salier schrecken die blutigen Aus-> brüche der Kreuzzugszeit jäh empor. In der Folge weiterer Entwicklungen werden dst Juden immer mehr in den Geldhandel hincingedräugt; das wird ihnen zum Verhängnis. Ihr bares Gut war. wie die Straßburger Chronisten der damaligen Zeit es ausdrückten, in Wahrheit das Gift, das sie tötete. In den grausigen Jndenbränden, die zur Zeit des „Schwarzen Todes" durch das ganze mittlere Europa rastell. ging die mittelalterliche Siedlung der deutschen Inden zugrunde, und mit den Gemeinden waren zugleich die Lehrhäuser vernichtet, in denen ein Rabbenu Gerschom und ein Raschr "gelehrt hatten. Auf den Trüuunern siedelt sich bald neues Leben an. aber es bleibt lange Zeit äußerlich und innerlich verachtet und gedrückt, spärlich und lichtlos. Die kaiserliche Dtacht vermag nicht mehr ihre „Kammerlncchte" wirksam zu schützen, die schutzlose Gemeinschaft wird cm Gegenstand der Ausbeutung von allen Seiten. Endlich gelingt es, den neuen Ansatzpunkt zum Aufstieg im Bund mit dem erstarkenden Territorialsürstentum zu finden.' Bald als Händler, bald als Fabrikanten, bald als Finanziers und Heereslieseranten großen Stils nehmen Juden den lebhaftesten Anteil an der Herausbildung einer modernen Sraatsverwaltnng, eines merkantilen Wirtschaftssystems. Die Zeit der Aufklärung vollendet diese soziologische Entwicklung von der geistigen Seite her, indem sie ihre allgemeinen humanitären Ideale sinngemäß auf die jüdische Frage anweudet. Je mehr die Schilderung in die neuen Jahrzehnte hincingerät, desto eingehender wird sie. Man begegnet oft der irrtümlichen Anschauung, die Emanzipation sei eine Angelegenheit Mendelssohns und seiner unmittelbaren Nachfolger gewesen. Bestenfalls weiß man einiges von David Friedländer und seinen Bemühungen, die schließlich im preußischen Edikt von 1812 gekrönt wurden. Man vergißt, daß sich dem Befreiungskampf jener Zeit ein zähes Ringen von vielen Jahrzehnten anschlleßt. Man weiß nichts mehr von dem Rückschlag, den die Wiener Bundesakte und die darauffolgende Periode der Reaktion brachte, nichts "von den Schriften der Grattenauer, der Rühs und Fries und dem Hcp-Hep-Sturm von 1819. der um ein Haar den Frankfurter Rothschild aus dem Land getrieben hätte. Immer wieder haben schwere Rückschläge den stets erneut einsetzenden Aufstieg unterbrochen. Gabriel Rießcrs unermüdliche Arbeit wurde 1848 belohnt, aber viele Errungenschaften dieses Jahres sind nachher wieder zunichte gemacht worden: die bayerische Judenmatrikel zum Beispiel wurde erst im Jahre 1801 aufgehoben. Tie äußerlich so glänzende Zeit der Reichsgrüudung sah die religiöse Bewegung der Geister, die im Auftreten der beiden Antipoden Geiger und Hirsch gcgipsclt hatte, auf ihrem Tiefpunkt. die junge Wissenschaft des Judentums allein von Zunz und Grätz und wenigen Mitstreitern getragen. Dem Ende der Gründer - epbche folgte das erste Ausflanunen des neueren Antisemitismus auf den Fuß. der bei Treitschke, Stöcker und Wagner mit nationalem, sozialem und künstlerischem Ethos beginnt, unter den Juden die Formierung neuer selbstbewußter Gruppierungen in den Studentenverbindungen Und im Bne- Brith, im Eeutralvereiu und in der zioni- ' stischcn Bewegung fördert, um schließlich in die Zeit der Massenbewegungen einzumünden, in deren Mitte wir Hcickigcn stehen. Wir müssen gestehen, daß der rasche Lauf durch die Jahrhunderte uns ein wenig atemlos und ohne rechte Sammlung bei unseren gegenwärtigen Zuständen angelangen läßt. So viele Tatsachen des äußeren wie des inneren Geschehens werden uns aufgezeigt, daß der Wunsch lebendig wird, sie aus ihren tieferen Antrieben zu verstehen. Was unterscheidet, so möchten wir fragen, die Geschichte der deutschen Juden von der anderer Jüdenh'eiten \ Wie ist zwischen Deutschen und- Juden das geheimnisvolle gegenseitige Anziehen und Abstoßen , zu erklären, das nie ganz voneinander lostommt und nie ganz zueinander hinfindct? Wo die beiden unergründctsten Volkstümer und Gerste swelten der abendländischen Geschichte ausciuandcrstoßen und sich durchdriugcn, da befinden wir uns. so ist unsere Meinung, nicht auf einem beliebig ausgeschnittenen Blatt des großen Historienbuches, sondern am Eingang zu den tiefsten Schichten unseres Daseins. Wir haben die Empfindung, daß sichhier manches Rätsel lösen müßte— „doch manches Rätsel knüpft sich auch". Elbogen hat sich in diesem Werke eine solche — ges ch icht sphilosvphische — Aufgabe bewußt nicht gestellt. Was er uns gegeben hat. ist ein durchsichtig geschriebenes Repetitorium unserer eigenen geschichtlichen Eristenz. das wir mit gespanntem Erstaunen betrachten, wie jemand, der zum erstenmal im Spiegel seine volle Gestalt sieht. Die Tatsachen werden aus den Zeiten heraus ins Licht gestellt und gewinnen Leben; was sie bedeuten sollen, werden wir noch in vielen Jahren zu ergründen haben. Mene ur;d AWme In den ersten Fcbruar-Tagen gab es im ünterengadin ein Lawincuunglück. Menschen kamen um. das Vieh und sogar dre Bienen eines Verunglückten wurden verschüttet und zugedeät. Wir glauben uns nicht zn erinnern, daß auch die Biencntragödie damals in den Zeitungen stand; man nimmt ja gemeinhin von den Bienen nicht das Schicksal, nur den Honig zur Kenntnis, aber jetzt — Also jetzt wird es doch Frühling, jetzt tauen selbst Lawinen weg, und vorige Woche, nach fast drei Monaten, fand man nun zwei verschüttete Bienenvölker. stellte sie an die Sonne, und ne erwachten fröhlich zur Tätigkeit. Sv stcht's in der „Tavoser Zeitung", woraus zu lernen ist. dost man selbst als Biene auf allgemeine Ansmerlsamkeit rechnen darf, wenn man nur fröhlich ans- Inzwischen haben allerdings die Fachleute sich des Wunders bemächtigt und erklärt, es wäre gar kcins. Tenn Sauerstoff gcinig für daS bißchen Winterleben gäbe es auch im Schnee unter Lawinen, offene Bienenkörbe würden ohnehin schon im Herbst mit Tüchern geschützt, und in einen! modernen Bienenhäuschen könnte überhaupt F.*n ncm Volk etwas geschehen. Soweit die Vicncnschriststcller, die uns mit ihrer Fochklugheit doch nicht das Gefühl der Freude am Sieg des Lebens über den Tod nehmen können. Für uns ist das fröhliche Aufwachen d.w Totgeglaubten, des winzigen Bienenvolkes, d"s kawinenübcrschüttctcn und an der Sonne doch wieder auftebcndcn Honigvolkes immer noch ein Wunder, und wenn es nur natürlich ist, — um <o besser! beo Israel. C.*V.-Leser trinken nur den Kaffee, Teo, Kakao der Camajo Kaffee GroDröslerei Bremen Vertreter werden noch eingestellt UAmO MAr Sum 30. TMMge am in. Mai bin Talent, das jedem frommt. Hast Tu in Besitz genommen. Wer mit holden Tönen kommt, Er ist überall willkommen. I. W. v. Goethe. Diese Verse widmete Goethe in Weimar, mn 10. Februar 1827, „Herrn Ferdinand Hill er. Schüler von Hummel", einem sehr jugendlichen „Herrn", der, 1811 in einem angesehenen jüdischen Kaufmannshausc Frank- . snrts geboren, als Vierzehnjähriger nach Weimar htm, um bei dem ehrenwerten und lveitbelan ulen Johann 'Nepomuk Hmnmcl Klavierspill zu studieren. Durch Eckermann, der Hitlers Unterricht im Deutschen leitete, wurde er bei Goethe einqcführt, und wie einst dein jungen Fclir Mendelssohn, leuchtete auch dem llemen Hiller die Gnadensönne des Olympiers, der mit teilnehmender Sympathie che musüalifchen Fortschritte Hillcrs verfolgte und ihn wiederholt, auch in großer fürstlicher Gesellschaft, zum Vorspielen ausforderte. Wir haben einen anschaulichen Berrcht von dem Verkehr des Weltweisen mit dem jungen jüdischen Musikanten;. Hiller selbst hat damals das große Erlebnis seinem Tagebnche anvertraut: ’ ' «Der merkwürdigste Tag meines Lebens. Ich sprach Goethe. Heute früh kam Eckcrmann . zu mir und verkündete mir mit heiterer Miene. - daß ihn Goethe soeben habe rlisen lassen und l ihm gesagt habe, er solle mich heute Wend zum Thee mitbringen. Als ich in die herrlich aus- - geschmückten Gemächer trat, kam unS Goethe k'. sogleich sehr freundlich entgegen. Eckermann ' stellte mich vor. Goethe bezeigte in freundlichen Worten seine Freude, mich zu sehen, und weg war chle meine Herzensangst, ganz unerschrok- - ken kmd unbefangen stand ich vor dem herrlichen Greifet Er befragte mich über meinen früheren, über meinen jetzigen Lehrer der Musik über «reinen hiesigen Aufenthalt, die Dauer desselben und dergleichen mehr. G. spricht langsam, sehr deutlich, man merkt ein gewisses Pathos, das sich aber in der Freundlichkeit, mit . welcher er zu mir sprach, verlor. „Run. mein -. lieber junger Mann", sagte er, indem er mir . freundlich auf die Schulter klopfte, ^kommen - Sie und spielen uns noch ein wenig. Sie werden- - sehen, wie dann alle Männer sogleich heraus- - kommen werden." Ich Phantasierte — wo ich den Muth dazu im Augenblick hernahm, kann - ich nicht begreifen. G. setzte sich dem Clavicr! gegenüber und hörte sehr aufmerksam zu. Nach dem Spielen bezeigte mir Goethe abermals in sehr freundlichen Worten seine Zufriedenheit, - indem er das Ganze durchging, besonders hinsichtlich der Ausarbeitung des Themas." 1827 zieht Hiller mit Hummel nach Wien; in Ferdinands^Tagebuch trägt Goethes Hand ein: Welch ein glänzendes Geleite. Ziehest an des Meisters Seite. Du erfreust Dich seiner Ehre. Er erfreut sich seiner Lehre.! Das Glück blieb Hiller treu: Er hat in seinem langen Leben mit fast allen überragenden Künstlern seiner Zert Umgang gehabt, mit-ihnen Briese getauscht und war als ihr vertrauter Freund Zeuge chrer schöpferischen Stunden. In Wien nun veranstaltet Hummel mehrere Konzerte, besucht alte Freunde — war er doch selbst emst tn Wien Schüler Mozarts — und vermittelt die Bekanntschaft Hillcrs mit Beethoven, wenige Wochen vor dessen Tode. In einem ferner Bücher hat Hiller seine Besuche am Sterbebett Beethovens und die Art des Gespräches mit dem völlig Ertaubten, mittels der bekannten Konversationshefte geschildert, dre zu einem wahrhaft erschütternden Dokument menschlicher Gebrechlichkeit geworden sind. Mir wurde die Ehre zu Theil. daS.Ge- ■ spräch mit Beethoven sortsetzen zu dürfen.' Ich > that mein Bestes und der Meister lreß auch; weiterhin: seinen wehmüthig-leidenschaftlichen Ergießungen in zutraulicher Weise ihren Lauf. Nach memen Studien sich erkundigend und mich ermunternd, sagte er: .Man muß die Kunst immer fortpflanzen', und als ich von dem ausschlicßlichcn Interesse sprach, welches damals die italienische Oper in Wien in Anspruch nahm, brach er in die denkwürdigen Worte aus: ,Man sagt vox populi, vox dei, — ich habe nie daran geglaubt?" Wenige Wochen später wohnte Hiller der Beisetzung Beethovens bei und sie wurde für ihn ein ebenso eindrucksvolles wie trauriges Erlebnis. Auch zu Schubert, der damals noch — ein Jahr vor seinem Tode! — völlig unbekannt und unerkannt in Wien lebte, fand Hiller den Weg. Er traf ihn in einem ungarischen Magnatenhause nnt seinem Protektor, dem Tenoristcu Vögel, und dem jungen Musiker wurde der Vortrag neuer Schöpfungen zur „Offenbarung". „An einem der folgenden Tage machte ich Schubert einen Besuch in seinem hochgelegenen, . dürftig ausgestatteten Zimmer. Ein ziemlich breites in ursprünglichster Einfachheit konstruiertes Stehpult ist mir noch gegenwärtig, — es lagen frisch geschriebene Manuskripte darauf. .Sic komponieren so viel', sagte ich zum jungen Meister. ,Jch schreibe jeden Vormittag einige Stunden', erwiderte er mir im bescheidensten Tone, — ,wenn ich ein Stück fertig habe, fange ich ein anderes an.' Der geniale Maler Schwind erzählte mir viel von jenem, in : seiner unbefangenen Größe so wunderbaren - Künstlerleben." Bei Grillparzer führte sich Hiller durch ein paar Stammbuchverse Cckermanns ein, der ihm in einer Art humoristischer Drohung angeraten hatte, ja nicht ohne den großen Dichter oder zumindest einige Zeilen von seiner Hand wieder in Weimar zu erscheinen. Daß Grillparzer für Hillers Stammbuch eine hübsche, heitere Antwort fand, versteht sich von Mbst. Bald darauf ying es nach Deutsch, land zurück und zwar ms Vaterhaus nach Frankfurt a. M. Aber nur kurze Zeit hielt es ihn in der Heimat, bereits 1829 ging Hiller nach Paris, wirkte dort zunächst als Theoriclehrcr, dann lebte er privat, nur für sich immer weiter lerfrend und arbeitend. Später trat er dann als Pianist. Komponist. Dirigent hervor. Wieder einmal hat sich die Ersahrui g bewahrheitet: Deutsche Juden sind im Ausland Träger deutscher Kultur. 1832 spielt der Einundzwanzigjährige zum ersten Male Beethovens großes I^-änr-Konzert in Paris, dann mit Chopin und Liszt zusammen Baäfs Konzert für drei Klaviere, „man wird nirgends deutscher, als im Auslande", schreibt er. Auch in Paris wird Hiller in einem Kreise großer, hochgestimmter Männer heimisch luid wieder spüren wir in den Berichten, die wir über den Umgang Hillcrs mit Cherubini, Meyerbeer, Rossini, Bcrlioz. Chopin, Liszt. Börne. Heine haben, den Flügelschlag d'r Ewigkcift Vertrauten Verkehr hatte Hiller vor allem mit Heinrich Heine, der kurze"Zeit nach ihm in die Seinestadt kam. Hiller schrieb darüber: „Als ich ihn eines Tages besuchte, fand ich ihn arbeitend am Schreibtisch und warf ein,m neugierigen Blick auf den vor ihm liegenden Bogen, der kaum eine Zeile enthielt, die nicht durchgestrichen und durch eine darüberstehende ersetzt gewesen wäre. Er fühlte meine Verwunderung und sagte mit ironischem Ton: .Ta sprechen die Leute von Eingebung, von Begeisterung und dergleichen. — ich arbeite wie ein Goldschmied, wenn er eine Kette anscrtigt, — ein Ringelchen, nach dem anderen. — eines in das andere.' Er, der den Liederkomponisien so Herrliches geboten, wußte doch nicht so recht, was dem Musiker frommte. Einen Beweis hiervon bewahre ich als einen Schatz. Es ist ein Sierz-Sdiofie g«nl*ts«n Mit 79 Jahren Wattruf Niederlagen auf allen Plätzen i