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Central-Verein-Zeitung · 1935-05-03 · 18 (3.5.1935) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
18 (3.5.1935)
Date
1935-05-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
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A/M X. L.1MM I. Die Zahl der Juden im heutigen Ungarn ist etwa ebenso groß wie die der Juden in Deutsch, fand. doch leben die 450 000 ungarischen Juden innerhalb einer Bevölkerung von" rund S% Millionen Menschen, so daß ihr prozentualer Anteil von etwa 5 Prozent um mehr als das Siebensache großer ist als der heutige Anteil der Juden in Deutschland. Vorkriegsungarn. Das .Königreich Ungarn der Vorkriegszeit, Bestandteil der österreichisch-ungarischen Monarchie. hatte einen Gebietsmusang. der mehr al>> das Dreifache des heutigen Ungarn um faßte. Genau vor '.'00 Jahren, im Jahre 17ü5. weist eine damalige Statistik im ungarischen >wheitsgebiet eine Zahl von rund 12 000 Juden auf. >00 Jahre spater sind bereits 200 000 Juden in dem Lande seßhaft, und nach einem weiteren tialben Jcchrlmndert. im Jahre ISSO, leben bcvoil'ö mehr als wo 000 Juden in dem überwiegend lalholisciien Lande. Ritsciier noch als die übrige Bevölkerung Ungarns wuchs die Zahl der Juden. Jin Jahre der LLeude vom 10. zum 2<«. Jahrhundert stellt die amtliche Statistik der Doppelmonarchie 8-50 000 Inden in Ungarn fest. ,md bis zum Kriegsausbruch ist diese Zahl um weitere last 100Ooo nur na h c zu 0 5 0 oOO — das sind etwa 4.5 Prozent der gesamten Bevölkerung — gestiegen. So stark die hauptstädtische Anziehungskraft für die ungarischen Juden auch vor dem Kriege war, so wenig hat sie die gesündere Verteilung der Inden über daS ganze Land hin grundlegend verändert. In sehr weitern Umfange nahmen die Juden an dem sozialen und wirtschaftlichen Leben in den vielen, weit verstrenten Landstädten und Dörfern der ungarischen Tiefebene, des KarpathenvorlaudeS, des damals zn Ungarn gehörigen Mähren und der heute zu Rumänien geschlagenen ausgedehnten Landstriche teil. Im Jahre 1900 lebten irr 59 znm Teil sehr kleinen Städten mehr alS K)O0 Inden, ja in einer solchen.. Stadt betrug die jüdische Bevölkerung fast 50 Prozent. in weiteren 7 Orten mehr alS 25 Prozent. Natürlich bot die Hauptstadt dcS Landes. Budapests schon frühzeitig besondere Erwerbs- Möglichkeiten für die jüdischen jungen Menschen der damaligen Zeit, besonders, wenn sic zusammen mit dem Vater oder der Mutter die vielen jüngeren Geschwister in den überwiegend sehr kinderreichen Familien miternährcn oder zumindesten sich selbst frühzeitig auf eigene Füße stellen niußtcn. Vor mehr alS zwei Generationen . schon, im Jahre 1870, sind 17 Prozent der Einwohner Budapests Juden, an der Jahrhundertwende steigt der Prozentsatz auf über 20; er hat sich biS zum Kriege etwa auf dieser Höhe gehalten. In der Landeshauptstadt ebenso wie rm gesamten übrigen Ungarn dieser Epoche sind die Juden durch eine außerordentlich hohe Fruchtbarkeit gesegnet, in manchen Teilen dcS Landes überstieg ihr Kinderreichtum — natürlich relativ betrachtet — den der nichtjüdischen Uunvelt. trotzdcin die Vitalität des gesunden ungarischen AgrarvolkcS auch in früheren Zeiten recht groß war. DaS anfblühende Laad gab auch der ständig wachsenden Zahl der Inden Neigende Lebeusmöglichseiten, so daß sic!) die A u s tv auderun g damals in verhältnismäßig engen Grenzen bewegte. Statistiken ans der unmittelbaren BorlriegSzcit geben jährliche Auswaiideriiugszisferu von 2500 bis 2000 Inden an. die zu mehr als 80 Prozent — dein Zuge der Zeit folgend ihre Schritte nadi Amerika. in erster Linie nach USA. lenkten. Daß die Aus- Wanderung niemals größere Ausmaße erreichte, hat seine Gründe neben den gesicherten LebenS- Verhältnissen der ungarischen Juden der damaligen Zeit in ihrer gesünderen wirtschastliclien Schichtung, die dadurch möglich wurde, daß die Juden auch Grundbesitz eriverbcn und viele tausende jüdischer Familienväter als Kleingrnndbesitzer und alS K lein- .und K lein st p ä ch t e r ihre vielköpfigen Familien ernähren konnten. Den in den Städten lebenden Juden Ungarns kam ihre große Sprachgewandtheit wirtschaftlich zugute, die sich durch daö Zusammenleben mit den verschiedenen Volksstämmen allmählich auSgebilder hat. ES ist bezeichnend, daß von den Budapestcr Juden der Vorkriegszeit drei Viertel zwei Spradj cn beherrschten, und zwar neben den: Ungarischen — ihrer Muttersprache — zumeist die deutsche oder die slowakische oder eine der sonstigen cigensprachigen Volksstämme des Landes. Es verdient, hervvrgchoben zu werden, daß ein Fünftel der Budapestcr Juden nebeneinander drei Sprachen gleichzeitig beherrschten. Da auch die nichtjüdische'Bevölkerung Budapests eine besondere Sprachgewandtheit aiisgebildet 'hatte, so ist es interessant, daß die Juden in ivechselseitiger Wirkung trotzdem noch höhere Prozentsätze vielsprachiger Menschen mipucifcit lvnntcn. ■ Ein sozwgraphisch interessantes Faktum fei nach erwähnt, das wahrscheinlich nicht nur für die ungarischen Juden, sondern auch für die anderer Länder zutraf, ohne daß cs für diese statistisch zu bewerfen wäre: der relativ hohe Grad der V e r w a n d t e n c h e n. Man hat diese biologisch sehr wichtigen Tatbestände in Ungarn dadurch statistisch er^akt ersaßen können, daß hierfür Dispense erforderlich waren, die z. B. für daS Jahr 1907 ausgezählt worden sind. In diesem Jahre wurden im gesamten Königreich Ungarn 1640 derartige Dispense erteilt, davon 206 an Jirdcn. 18 Prozent aller erteilten DrSpcmse zur Eingehung einer Verwandtenehe wurden also an jüdische Bürger gegeben, trotzdem die jüdische Bevölkerung damals nur etwa 4.5 Prozent der Bevölkerung auömachte. Dabei ist es überraschend, das; die jüdische Onote bei den durch Dispens genehmigten Ehen Zwischen Onkel u n d N i ch t e b z w. z w i s ch e n Dante u n d Neffen ganz besoirders hoch war. rvährcnd die Heirat zwischen Evusin und Eonsrne demgegenüber in jüdischen Kreisen zwar seltener war, wenn auch noch weit häufiger als bei dem Drrrchschnitt der übrigen Bevötlcrnng des Landes. Die Gründe für den Tatbestand dcS besonders hohen Grades von Berwandtcnehcn liegen ohne Zweifel in der gewollten und ungewollten Abgcschloheicheit besonders der orthodoxen Judenheit der Vorkriegsepoche. Die soziographisch'statistislstc Betrachtung der Inden im heutigen Ungarn wird in der folgenden Nummer der „C.-V.-Zcituiig" fortgesetzt. Nachdruck verboten! Dr. E. R—z. gm 5aiiIW50MMy Lsr AMWMOMg In der Zeitschrift „Jugend und Recht" (Nr. 4 vom 15. April 1935), Organ der RcichSgruppe Jungjuristcn deS Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen und der Ncichssachgruppe Rechtswissenschaft der Deutschen Studentenschaft. wendet sich Referendar Braune (Sänger- Hansen) gegen die Stellungnahme der „Jüdischen Rundschau": „Nach der heute geltenden Auffassung ist die Stellung der Juden im Recht nur dort geändert, wo dies ausdrücklich verfügt worden ist . . ES häuften sich leider die An- Zeichen, daß gewisse Kreise der Bevölkerung die von . den Juden geschaffene „geltende Auffassung" zu ihrer eigeueu machten. Anders sei es überhaupt nicht verständlich, daß cS heute Referendare gebe, die z'.i jüdischen Repetitoren liefen; daß es Richter gebe, die Referendare jüdischen Richtern zur bilduug überwiesen und Referendare, die ihr Verständnis dazu gäben. Tie Auffassung des fasserS über die jüdischen Repetitoren sei nA; schwer zu erraten. Den Referendaren könnte men aber nur sagen: Las Dritte Reich verzichte daraus daß solche Menschen dem deutschen Rechte dienen Solchen „Judensreunden" müßte jeglicher Einfluß auf deutsches RcchtSleben unmöglich gemacht werden. In der Besprechung einer Entscheidung Bayerischen DerwaltungSgerichtShofS vom vember 1934 wird u. a. folgendes ausgcführt: Die Juden unterschieden sich von allen - anderen Nassen dadurch, daß sie als die ablo. lute G e g e u r a j f e der Feind aller Volker feien. Wer sich mit einem Juden vermiss begehe keinen gewöhnlichen, sondern einen lifixierten lliasseverrat. HJfnu könne sich in 'Reihen der Gegenrasse eiiwrdnen ... Man düch niemals vcrgessei:, daß diö durch Vcrmischmu' mit Juden begründete Bcscholtcnheit den eu^ gültigen Ausschlitß auS der Vollsgemeinschüi bedinge. Aus dem (Shctto gebe cs kein Hurüit mehr. In einem Aufsatz „Rassongesetzliche oder indi. viduelle Rechtsprechung?" Wendel sich Asicssvr Dr. Dageförde (Spandau) gegen die Entscheidung eines Berliner Amtsgerichts vom November ll-R, in der cs hieß: „Tie Angehörigen einer fremden Rasse, die für diese Zugehörigkeit nicht verantwortlich sind . haben^ darum allein nicht gerirrgcrcn Anspruch auf Schutz ihrer Ehre wie diejenigen, die b.io Glück, nicht das Verdienst, haben, in etz.x arische Familie hincingeboren zu sein." Tageförde meint hierzu: Ter Natioiialso;ia. lismus sei weit davon entfernt, sämtliche anderen Rassen als minderwertig anzuseheu und ihnen deshalb nur geringere Rechte zuzuerkennen. Tic Juden stellten jedoch ein Rasscngcmisch dar. S«. lisch habe sich vorwiegend die erbliche Ver. anlagung der vorderasiatischen Rasse durchgescht. mehr oder weniger beeinflußt durch andere Ein. schlage, die das jüdische Volk kcunzcichnetcn. so zum Beispiel der orientalische, innerasiatisch', hamitisch-ncgerische Einschlag usw. Es entspreche einem deutschen rasicbcwußten Recht, das; es dem. der von besserer Nasse sei. mehr Recht zubiilige als dem, der von besonders schlechter Rasse lei. Ucbcr den rassischen Wert des Judentums sollte sich heute aber der letzte deutsche Volksgenosse im llaren sein. ijj ti (ti vjti /p Ml Hi®1 rlin,ßniB:!inii3fZao K“"'5,r- 165/66 Tel.: Bism.8100-15.Zimmer w. M.6,- an V & Pension SSeinSSiai Berl.-CharloUenbg., Bismarckstrasse 102 HT-Bahnbof). Tel.: C 1 Steinvi. 127,1. Xvmkorw. xu. Bad 2.50 51k. Doppel?.. 6.- Mk. an. Dauerpeiis. 110-165.- 5lk. Ehepaare 220.- Mk. an. lauiü kw&üuJw S ^Ein- - ir PENSION ILSE Kurfürstendamm 70 1. nud 2. 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