Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 18 (3.5.1935)
- Date
- 1935-05-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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?08 UdM <vitvv^^'i*wvvv4)’4' allem dadurch gekennzeichnet, daß sie sich zu allem bekennt, was dem Aufbau des österreichischen Vaterlandes nützlich und förderlich ist und nur nicht zu Grundsätzen und Maßnahmen, die der Judenschaft Schaden zusügen oder sie in ihren bürgerlichen Rechten einschränken könnten, hierbei denke ich vor allem an die kulturellen Rechte der Juden, die ihnen die innere Entwicklung ihres kulturellen Lebens gewährleisten. Dazu zählt insbesondere die Möglichkeit zur Errichtung jüdischer (durchaus nicht ..konfessioneller") Schulen mit Staatshilse, in denen die religiösen und kulturellen Traditionen des Judentums intensiv gepflegt werden. Das Recht zur Errichtung jüdischer Schulen darf jedoch keinesfalls den Juden den Zutritt zu den allgemeinen Staatsschulen versperren. Im allgemeinen läßt sich die Stellung der Juden als Staatsbürger wohl am besten durch den Ausspruch des Propheten Jeremias kennzeichnen, der etwa so lautet: „Fördert das Wohl des Vaterlandes, in welchem wir leben, denn sein Glück ist zugleich euer Glück!" *♦££*<*$* aber zu folgern, daß -die Staatsangehörigkeit als solche im übrigen unberührt bleibt, also z. B. der diplomatische Schutz der Staatsangehörigen, die nicht zugleich Staatsbürger sind, im Ausland. Das. Ergebnis würde also sein, das; es in Zukunft Staatsbürger gäbe, denen allein die ..politischen" Rechte und Pflichten zustehcn, Staatsangehörige, die aus Abstammungs- oder anderen Gründen von den politiscljen Rechten und Pflichten ausgeschlossen wären, aber im übrigen völkerrechtlich als Deutsche zu betrachten wären, im Inland lebende Ausländer, und unter Umständen, wenn sich diese ideelle Forderung verwirklichen ließe. Staatsbürger. die nicht zugleich Staatsangehörige sind, sondern trotz fremder Staatsangehörigkeit auf Grund besonderer Verdienste dieses Recht derliehen bekommen. Rach einer früheren Erklärung von Staatssekretär Dr. Pfundtner soll dabei „die ältere Generation durch geeignete Uebergangsbestimmungen von Härten verschont bleiben, wenn es mit der Wahrung der Grundsätze vereinbar erscheint". ***$<?*»& Pas- Deutsche Nachrichtenbüro meldet: Die Hissung der Rcichsfahncn durch jüdische Geschäfte und Privathäuser. hat wiederholt zu Störungen der öffentlichen Ruhe und Ordnung geführt.' Um derartige Zwischenfalle fün die Zukunft zu vermeiden, hat der Reichsminister des Innern bestimmt: , Die Hiffrrng der kKeichSfahnen, insbesondere der HaLenkreuzflagge, durch Juden hat zu unterbleiben. In ZweifelSfällen trifft Die örtliche Polizei die erforderlichen Anordnungen. eigenfchasten besitzt, die als echt englisch empfunden werden. Schlichtheit. Ehrenhaftigkeit, Pflichtgefühl und eine gewisse innere Heiterkeit. Während sein Vater, Eduard Vll,, eine groß«: Rolle in der Weltpolitik spielte, bleibt er absichtlich mehr im Hintergrund: in der Stille sucht er ausgleichend zu wirken und sorgt in ,ürisenzeiten — wie im Sommer IMl - dafür, daß die Staatsmaschine wcitcrfunktionicri. Im übrigen beschränkt er sich darauf, voll Würde und Traditionsgcsühl den Empiregedaulcn zu verkörpern. Bei seiner zurückhaltenden Art ist es nud] nicht ganz so leicht wie bei seinen beiden Vorgängern, seine innere Einstellung zum Iudenlnm zu ermitteln: es lammte hinzu, daß die meisten englischen Historiker und Mennnrenschreiber tmscrer Tage den Anteil des Souveräns an den Staatsgeschäften nicht im einzelnen schildern. sondern ihn höchstens andenten. Immerhin dürfen wir wohl sagen, daß die drei Herrscher in ihrem Verhalten getreulich die drei Stnsen der englischen Iiidenemanzipation widcrspicgeln. Diese setzt bekanntlich später ein als die deutsche Parallelentwicklung. wird dann jedoch'um so intensiver wirksam. Königin Victoria ist zunächst noch etwas lühl, wird aber durch Disraelis überragende Leistung und eigenartig reizvolle Persönlichkeit ganz gewonnen. So steigt das englische Judentum seit den siebpger Jahren' besonders rasch ans; die Oberschicht findet Anschluß an die hohe Aristokratie. König Eduard ist bereits mit zahlreichen jüdischen Finanziers eng befreundet; die englischen Rothschilds, die. Säffoons, Baron Hirsch und Lord Burnham. der Inhaber des „Daily Telegraph", genießen sein Vertrauen. Auch Gelehrte wie Sir Fclir Semon schätzt er sehr hoch. Am nächsten steht ihm der kühne Wirtschaftsstratege und Philantrop Sir Ernest Eassel: noch an seinem Sterbetage läßt der König in zu sich rufen. Die betonte Indenfreundlichleit Eduards VII. erscheint manchen seiner Zeitgenossen noch als etwas Ungewöhnliches: die wohlwollende Haltung Georgs V. ist für das England der nächsten Generation bereits -eine Selbstverständlichkeit -- der beste Beweis, daß die Emanzipation gelungen ist. Einige persönliche Handlungen lassen die Gesinnung des Königs durchschimmern und sind darum biographisch ergiebiger als die reinen Staatsakte, die er im Lauf der 25 Jahre vollzog. Drei' Beispiele mögen hier genügen. Rach Kriegsbeginn hatten die chauvinistischen Kreise des Landes ihren besonderen Haß gegen einige hochgestiegene jüdische Wirtschaftler gekehrt, denen man ihre deutsche Abkunft als „Verbrechen" anrechnetc. Vor allem gegen Sir Ernest Cassel, der noch in 12 Halbanes Berliner Besuch vermittelt (lalle,., und Sir Edgar Speyer richteten sich die böswilligen Verdächtigungen. Margot Asguith. die Frau des liberalen Ministerpräsidenten, hat später erzählt, sie sei damals zum König gegangen, um ihn zu fragen, ob sie wirklich ihre Beziehungen zu diesem ehemals deutschen Freundeskreis abbrechen müßte. Darauf habe ihr der Monarch geantwortet: „Erstens habe idj noch nie im Leben eine Freundschaft gebrochen — and tlwn, i am German too." Es wäre denkbar, daß Lady Asqniths Gedächtnis nicht jedes einzelne Wort des Königs genau ansbewahrt hat. Dagegen steht fest, daß ihr Gatte in seiner amtlichen Eigenschaft den Verzicht Speyers ans Adelsprädikat und Gehennratswürde mit einer Erklärung zurückgewiesen hat, die den Premierminister und seinen fürstlichen Auftraggeber gleichermaßen ehrt: „Ich kenne Sie lange und wohl genug, um diese grundlosen, bösartigen Unterstellungen hinsichtlich Ihrer Loyalität gegen die bntifdic Krone nach ihrem wahren Werte eiuznschätzen. Der König ist nicht bereit, irgendeinen Schritt in der von : Ihnen vorgcfchlagcnen Richtung bezüglich der Auszeichnungen zu tun. die Sie in An- . erkcnnung öffentlicher Dienste und menschenfreundlicher Großzügigkeit empfangen haben." Das war in jener Zeit ein mutiges ‘ Wort, mochte, cs and) nickst ausreichen. Speyer vor der Unbill der näd)sten Jahre zu bewahren. — Ein zweites Symptom seiner Gesinnung sehen wir darin, daß König Georg die große offizielle Biographie seines Vaters einem Juden. Sir Sidney Lee. übertrug, den er bei seiner Arbeit auf jede Weise unterstützte, ohne ihn in seiner Selbständigkeit zu beengen. Und ein dritter Beweis: die Fülle der Auszeichnungen, mit denen der dankbare Herrscher den einstigen Schiffsjungen Rufus Jsaacs überschüttete: selbst ein Tisraeli hat nickst die Marqueß-Würde und das stolze alte Ehrenamt des. Lord-Warden os the Cinque Ports erlangt, die beide Reading zufielen. Betrachten wir nack) diesen' lehrreichen Details einmal die Gesamtlage deS englischen Die „Wiener Sonn- und Montags- Zeitung" veröffentlicht einen Aussatz des Wiener Obcrrabbiners Dr. David Feucht" waug „Die Stellung der Judenschast zu Oesterreich", in dem es u. a. heißt: „Die Stellung der Judenschaft Oesterreichs zu Oesterreich ist ganz klar und eindeutig: Die Judenschaft bekennt sich zur uneingeschränkten und bedingungslosen Treue zum österreichischen Vaterland. Dieses Bekenntnis hat nichts mit Politik zu tun. sondern hat seine Grundlage in religiösen und sittlichen Geboten, die die Juden -seit jeher jedem Staate gegenüber, in welckjcm sic als Bürger leben, acksten und befolgen. Die Treue, mit der sich die Juden jedem Staat, in dem sie als dessen Bürger leben, verbunden zeigen, hat nichts mit dem großen Ansbauwerk in Palästina zu tun. Das Interesse und das historisch und religiös begründete Zugehörigkeitsgesühl zu Palästina kann die Judenschaft niemals in einen Konflikt bringen mit dem jeweiligen Vaterland, in welchem sie leben. Die Judenschast in Oesterreich ist vor Die „Frankfurter Zeitung" nimmt die umseitig wiedergegebeuen Aeußerungcn des ReichsinnenministerS Dr. Frick zum Anlaß einer staatsrechtlichen und rechtshistorischen Betrachtung über „Staatsbürger imb Staatsangehörige , der wir folgendes entnehmen: „Es ist seit langem bekannt. daß eine Neuregelung des Staatsbürgerrechts als Vorlage im zuständigen Innenministerium bearbeitet wird, und die am l- April d. I. in Kraft getretene neue Gcmeiitdcordunng unterscheidet z. B. schon im Hinblick daraus ausdrücklich „Einwohner" und ..Gemeindobürger". tvelch letzterer neben anderen Voraussetzungen auch die des „Staatsbürgers" er» füllen mich. Reichsinnenministcr Dr. Frick hat nun dieser Tage erneut, auf das kommende Staatsbürger-recht hingewiesen und dabei unterstrichen, daß. es da besonderes, nur durch Bewährung zu erwerbendes Recht, eine besondere Ehre für Pen damit Beliehenen sein wird. Nur dev Staatsbürger wird'das Wahl- und Stimmrecht haben, das Recht zum Eintritt in den öffentlichen Dienst, das Recht, die Wehrpflicht zu erfüllen, lieber den Weg/es'zu erworben, hat sich der Minister nicht ausgesprochen, nur noch einmal betont, daß cs nicht ohne weiteres durch Geburt usw. zusällt oder durch formalen Rechtsakt erworben werden kann, und daß die rassische Zugehörigkeit zum dcutsck)en Volke eine entscheidende Bedingung sein wird. Aus anderen Verlautbarungen darf man ouck) noch annehmen, daß für die Ausnahme eines bisherigen Ausländers in den StaatSbürgerberband auch ein Erbgesundheitswert wesentlich sein wird. Nach den Acnßerungen von Herrn Dr..Frick.ist Judentums unter Georg V. Kein Zweifel: sie hat sich in dem Vierteljahrhundert feit seiner Thronbesteigung sehr gefestigt. Das Land ist sich der nützlichen Dienste, die ihm die 800 000 jüdischen Bürger dank der ihnen eigentümlichen Talente leisten, immer stärker bewußt geworden und gewährt ihnen darum uneingeschränkte Gleichberechtigung. Man lese -einmal in fRuboTf Kirchers trefflichem Buck) „Engländer" nach, mit welcher Fairneß man drüben den Juden alle Tore geöffnet hat; dieser unbefangene Beobachter sieht die Freiheit von Antisemitismus nicht so sehr als Folge, sondern als eine Hauptursache jener .besonderen Oualitäien der cnglisckien Juden an. So wachsen denn selbst die Einwohner von Whitechapel allmählich in die britische Kultur hinein: den großartigsten Beweis hat dafür Marcus Samuel, Viscount Bcarsted geliefert, der sich aus ganz bescheidenen Verhältnissen des Londoner Eastends zum Organisator der Oelinteressen des Weltreichs ausschwang und nach dem Krieg verdienter- -maßen die Peerage empfing. Ridst nur in der Wirtschaft und der Wissenschaft, and) in der Politik haben eng. lische Juden im letzten Menschcnalter eine hervorragende Rolle gespielt, gewiß nicht zum Schoden des Empire. Sie waren und .sind — anders als in vielen kontinentalen Ländern-— nicht nur auf der Linken willkommen, sondern mindestens ebenso auf der Rechten; das Andenken .Disraelis hat die -Konservativen gegen Antisemitismus immun gemacht. Die größte politische Karriere eines englischen Juden im abgelanfcnen Vierteljahrhundert. der märchenhaste Aufstieg Readings, ist hier unlängst eindringlich geschildert worden: auch der Anteil Lord Melchetts und Sir Philipp SassoonS am -Staatsleben wurde in der „E.-D.-Zeitung" gewürdigt. Doch mit - diesen Namen ist die .Liste jüdischer Mitarbeiter König Georgs noch nicht abgeschlossen. Da wäre zum Beispiel noch auf Edwin Samuel Montagu, der sich in schwieriger Zeit als Staatssekretär für Indien bewährte, und auf. Jsaac Jsaacs, amtierenden Generalgouverneur von Australien, hinzuwcisen. Vor allem aber müssen - wir Sir Herbert Samuels gedenken, der 'unter den aktiven Politikern Englands seit Jahrzehnten eine bedeutende Stellung einnimmt und . wiederholt Ministerposten bekleidet hat. Er lenkte schon 1915 die Augen seiner Kabincttskollegen auf Palästina als das künftige jüdische Nationalheim. Zunächst fand er für das Projekt, wie wir aus Asguiths Tagebüchern wissen, nur bei Lloyd George Beifall. Als aber dieser Premierminister wurde und Lalfour ins Poreign Okkiee kam, ward der Traum bald Wirklichkeit; dod) wohlgcmerkt: die berühmte Deklaration hat keinen weltbürgerlichen Liberalen, sondern einen Konservativen, einen sebolar politiemn echt englischen Gepräges, zumVerfasier. Sir Herbert Samuel selbst wurde zum ersten britischen Hohen Kommissar in Palästina' ernannt — eine bezeichnende Geste. Wie er dort seines Amtes waltete, hat sein Freund Asqnith, der ihn in Jerusalem besuchte. in Worten geschildert, die über das Persönliäie zum Wesen dieser ganzen Generation englisch-jüdischer Staatsmänner vordringen: „Herbert Samuel und seine Frau leben hier ein schlichtes jüdisches Leben... Er hat jeden typischen Einfluß Englands erfahren — Balliol, Unterhaus, Kabinett — und besitzt eine ausgezeichnete und sehr nützliche Art des Intellekts. Er ist eher etwas formell, aber freundlich und völlig frei von Gehässigkeit, vor allem jedoch beharrlich und tüchtig." . So wenig der Antisemitismus zum englischen Nationalcharakter paßt, so hat es doch auch in. der Rcgrerungszeit König Georgs nicht an gelegenllichen judenfeindlichen Vorstützen gefehlt. Die Hetze gegen die Finanzleute - deutscher Abkunft wie Cassel, Speyer -wegen unregelmässiger Belieferung der CV-Zeitung sind nicht bei dem Verlag der CV-Zeitung, sondern unter Vorlage der Postquittung bei dem zuständigen Postamt (Zeitungsstelle) oder dem Briefzusteller anzubringen. Nur die Beachtung dieses Hinweises gewährleistet prompte Zustellung der CV- Zeitung. und Mond erwähnten wir schon. Nach dem Weltkrieg haben dann die „Protokolle der Weisen von Zion" eine Zeitloug die englische Oessentlichkeit bcsd)äftigt; sic verschwan-- den aber in der Verscnlung. als ihre Entstchungsgesdiichte 1921 durch den Konstantinopler Korrespondenten der „Times" enthüllt w:irde. Spätere Attacken Hilaire Bellocs und anderer Literaten verfehlten jeden Eindruck auf die englische Gesellschaft. Auch um die antisemitisck)e. Schwarzhemden-Bewcgung Sir Oswald Mosleys, die zeitweilig Einfluß auf die öffentliche Meinung zu erobern scksien. ist es in den letzten Rlonaten zicmlicki still geworden. Tie überwältigende Mehrheit des englischen Volkes empfindet eben wie Lord Birkenhead, der einmal ganz sachlich festgestellt hat: „Großbritannien verdient gute Juden. Imd es hat sie aud) im großen ganzen be^ kommen ... Es war mit großem Nutzen für uns selber möglidi -- wenngleich mit einem kleinen kompensierenden Nacksteil - die Juden int sozialen und politischen Leben des Landes zu assimilieren." Bei solchem Stand der Tinge kann e? nie manden wundern, daß die englischen Juden ihrem König bei seinem Regierungsjubilänm mit der gleichen Dankbarkeit und Verehrung huldigen wie ihre Landsleute anderen Stammes. Georg V. ist für sie ein Sinnbild jenes humanen Geistes, ohne den ihr stetiger Ausstieg im britischen Weltreich undenkbar gewesen wäre. F.-H. . m In dem Wettbewerb um einen Entwurf für die Jubiläuurümarken, die die. englische Postverwaltung anläßlick) des 25,jährigen Regierungs' jubiläums König Georgs V. hcrausgibt, hat der bekannte jüdische Künstler Barnett Freedman den Preis . davongetragen. Nach seinem Entwurs werden in den beiden nächsten - Monaten über eine Billion Jubiläumsmarken hergestellt werden. rrr SJcuc LnrrdMMn LerWWsiMkLmmrr Ter Präsident der Reichspresiekammer hat am 24. April 1935 eine Anordnung zur Wahrung der Unabhängigkeit des Zeitungsverlagswesens erlassen. Danach sind die dem Reichsverband der deutschen Zeitungtzverleger angehörenden Mitgliederder Ncichspresiekammcr u. a. verpflichtet, für die Beredjtigten am Verlag und deren Ehegatten den Nachweis der arischen Abstammung bis zum Jahre 1800 zurück zu erbringen. Die gleiche Verpflichtung besteht hinsichtlich der Mitglieder eines etwa bestehenden Aussichtsrates. Zeitungs-Verleger können nicht sein natürlick)c Personen, dic für sich und den Gatten nicht den Nachweis der arischen Abstammung bis zum Jahre 1800 zurück erbringen. Zeitungen dürfen nach ihrer inhaltlichen Gestaltung nicht aus einen konfessionell, beruflich oder interessenmäßig gestimmten oder bestimmbaren Personenkrcis abgestellt sein. Im Einzclsalle können Uebergangsfristen von einem Jahr, sechs und drei Alonaten gewährt werden. Die llebergangsfrist kann von den Zeitungsverlagen in Anspruck) genommen werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Tor Reichsvuband der deutschen Zeitungs- Verleger ist mit der Durchführung dieser neuen Anordnung beauftragt. Ausnahmen von der Anordnung bedürfen der Genehmigung des. Herrn Präsidenten der Reichspressekammer. In einem Artikel „Presse und Volkscrziehung" -in Nr. 11-7 des „Völkischen Beobäck)ters" (Berliner Ausgabe) vom 27. Aprll äußert sich Alfred Nosenberg zur Anordnung über das Zeitungsverlagsivesen u. a. folgendermaßen: Daß ferner eine - weitere Begrenzung des Judentums aus diesem Gebiete eingetreten ist, ist evenfalls zu begrüßen, denn wenn man dic Presse als ein Mittel der -Volkscrziehung betrachtet, so tvird wohl niemand ungeeigneter sein, diese Arbeit und Ausgabe zu erfüllen, als die Vertretungen des Judentums, dessen Prinzip niemals Volkserzießung gewesen ist und auck) niemals sein konnte, dafür ober eine instinktmäßige oder bewußte Zersetzungsarbeit am deutschen Charakter. LcrieikMg der Franklin-MLaille Das Franklin-Institut in Philadelphia hat die höchste Auszeichnung.', diee8 zu vergeben hat. dre Franklin.Medaille. für das Jahr 1935 Albert Einstein und Sir John. Ambrose Fleming verliehen.